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Die 10 bekanntesten Ernährungsformen: Was macht sie aus?

(Foto: NDABCREATIVITY - Adobe Stock)

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Es gibt zahlreiche Ernährungsformen, die den Fokus auf bestimmte Lebensmittelgruppen legen und andere von ihrem Speiseplan verbannen. Dahinter stecken unterschiedliche Motive, wie zum Beispiel Religion, gesundheitliche Gründe, ethische Gründe und vieles mehr. Ernährung ist etwas so Alltägliches und dennoch so Individuelles, dass es manchmal gar nicht so leicht ist, den Überblick über die verschiedenen Ernährungsformen zu behalten und was sie bedeuten.

Welche sind die 10 gängigsten Ernährungsformen?

Unter den zahlreichen Ernährungsformen, die es gibt, kommen einige besonders häufig in der Gesellschaft vor. Das sind die 10 gängigsten:

  1. Vegetarische Ernährung
  2. Vegane Ernährung
  3. Flexitarier
  4. Pescetarier
  5. Frutarier
  6. Paleo-Ernährung
  7. Low Carb
  8. Clean Eating
  9. Ketogene Ernährung
  10. Halal Ernährung

Was steht bei den 10 gängigsten Ernährungsformen auf dem Speiseplan und worauf wird verzichtet?

Nicht jeder Mensch zieht seine eigene Ernährungsweise konsequent durch, die verschiedenen Bezeichnungen helfen aber dabei, sie besser einzuordnen und sich dadurch auch abzugrenzen. Die wohl gängigste Ernährungsart in Deutschland, die von einer omnivoren Ernährung („Allesesser“-Ernährung) abweicht, ist die vegetarische Ernährung. Doch auch die Halal Ernährung ist in Deutschland präsent, durch die rund 5,7 Prozent Muslime im Land.

Vegetarische Ernährung: Fleisch, nein danke!

Bei der vegetarischen Ernährung wird auf Fleisch und Fisch verzichtet. Andere tierische Produkte wie Milch, Käse oder Eier werden aber gegessen. 10 Prozent der Menschen in Deutschland ernähren sich laut des Ernährungsreports des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vegetarisch – Tendenz steigend.

Vegane Ernährung: Alle tierischen Produkte werden verbannt

Bei der veganen Ernährung wird nicht nur auf Fisch und Fleisch, sondern auch auf sämtliche andere tierische Produkte verzichtet. Die Ernährung ist somit komplett pflanzenbasiert. Bei der veganen Ernährung handelt es sich um die nachhaltigste Ernährungsform, da sie gut für die Umwelt, das Klima sowie die Gesundheit ist. Laut des Ernährungsreports des BMEL leben 2 Prozent der Menschen in Deutschland vegan. Viele überzeugte Veganer verzichten auch über die Ernährung hinaus auf tierische Produkte, wie zum Beispiel Leder.

Flexitarier: Auch bekannt als Teilzeit-Vegetarier

Flexitarier gestalten ihre Ernährung flexibel und reduzieren ihren Fleischkonsum bewusst, ohne konsequent darauf zu verzichten. Sie können auch als Teilzeit-Vegetarier bezeichnet werden, da sie nur selten Fleisch essen. Zudem achten sie meist auf die Herkunfts- und Produktionsbedingungen von Fleisch und essen zum Beispiel nur Bio-Fleisch.

Pescetarier: Fisch ja, Fleisch nein

Pescetarier verzichten auf den Verzehr von Fleisch und Wurstwaren, sie essen aber Fisch und Meeresfrüchte. Der Begriff kommt vom lateinischen Wort „piscis“ für Fisch. Pescetarier sind im Vergleich mit reinen Vegetariern häufig besser mit Omega-3-Fettsäuren versorgt, denn diese kommen in für den Körper gut verwertbarer Form in Fisch und Meeresfrüchten vor. Da sie auf Fleisch verzichten, aber die gesunden Nährstoffe von Fisch aufnehmen und somit gut versorgt sind, ist eine pescetarische Ernährung eine der gesündesten Ernährungsarten, wenn man nur auf die Nährwerte blickt.

Frutarier: Keine Pflanzen töten

Frutarier ernähren sich vegetarisch und das vorwiegend auf der Basis von Obst. Es gibt nur eine kleine Gruppe Frutarier in Deutschland. Ihr Ziel ist, dass ihre Ernährung nicht die Beschädigung von Pflanzen zur Folge hat, von denen ihre Nahrung stammt, das heißt sie essen nur Obst, das vom Baum gefallen ist oder Getreide, das bei der Ernte bereits abgestorben ist. Gemüse oder Obst, das gepflückt oder abgeschnitten wird, essen Frutarier nicht. Der Grundgedanke hinter der frutarischen Ernährung ist ideologisch und geht darauf zurück, dass Pflanzen ebenso wie Tiere ein Recht auf ein artgerechtes Leben haben und nicht „getötet“ werden. Frutarier sind von Nährstoffmangel bedroht, da sie viele Lebensmittel, die für eine ausgewogene und gesunde Ernährung wichtig sind, nicht zu sich nehmen.

Paleo-Ernährung: Essen wie in der Steinzeit

Die Paleo-Ernährung ist an die Steinzeiternährung angelehnt und vertritt die Ansicht, dass sich die Gene des Menschen seit Jahrtausenden nicht verändert haben, weshalb ihm auch heute noch eine Ernährung wie damals zur Altsteinzeit (Paläolithikum) guttut. Die Paleo-Ernährung verzichtet auf Lebensmittel wie Milchprodukte, Getreide, Hülsenfrüchte und Zucker. Im Fokus stehen in erster Linie Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse, Obst und Nüsse.

Low Carb: Leicht und kohlenhydratarm sollte es sein

Bei der Low Carb Ernährung wird auf kohlenhydrathaltige Lebensmittel verzichtet. Pasta, Brot, Kuchen und auch Kartoffeln, Reis oder Süßigkeiten (denn Zucker sind auch Kohlenhydrate) werden bei dieser Ernährungsform nur in geringen Mengen verzehrt. Auch Hülsenfrüchte sind reich an Kohlenhydraten und spielen in einem Low Carb-Speiseplan keine Rolle. Häufig wird im Rahmen einer Diät auf eine Low Carb Ernährung gesetzt in der Hoffnung, dass dadurch die Pfunde purzeln. Experten bezeichnen diese Ernährungsform aber als zu einseitig.

Clean Eating: Die Gesundheit im Fokus

Beim Clean Eating geht es darum, sich so gesund und abwechslungsreich wie möglich zu ernähren. Fertigprodukte, Fast Food, Weizenprodukte und verarbeitete Lebensmittel stehen beim Clean Eating nicht auf dem Speiseplan, sondern frisches, selbst gekochtes Essen bildet das Zentrum dieser Ernährungsform. Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, gesunde Fette sowie Milchprodukte und Fleisch. stehen im Zentrum. Am besten sind diese Lebensmittel auch noch regional, saisonal und in Bio-Qualität, sodass sie das Maximum an Nährstoffen bei einem Minimum an gesundheitlicher und umwelttechnischer Belastung mit sich bringen.

Ketogene Ernährung: Stoffwechselumstellung für die Fettverbrennung

Wenig Kohlenhydrate (maximal 20 Gramm pro Tag), dafür viel Fett sollen bei der ketogenen Ernährung im Körper dafür sorgen, dass sich der Stoffwechsel umstellt. Weizen, Reis, Kartoffeln und zuckerhaltige Produkte sind tabu, auf den Tisch kommen stattdessen fetthaltige Fische, Fleisch, Eier und Gemüse mit wenig Kohlenhydraten wie zum Beispiel Brokkoli, Zucchini oder Tomaten. Obst sollte nur selten gegessen werden, da es viel Zucker enthält. Bei der starken Reduktion von Kohlenhydraten zieht der Körper seine Energie vermehrt aus Fetten, sodass der Körper in die Ketose kommt und mehr Fett verbrennt.

Halal Ernährung: Wenn die Religion den Speiseplan beeinflusst

Rund 4 Prozent der Menschen in Europa leben halal (halal = erlaubt). Die Halal Ernährung ist eine Ernährungsform, die durch die Religion bestimmt wird, genauer gesagt durch den Koran. So sind zum Beispiel Schweinefleisch, Gelatine und Alkohol tabu (haram = verboten). Halal Lebensmittel sind Obst, Gemüse und Getreideprodukte, Milchprodukte, pflanzliche Fette, Zucker und Honig, Gewürze, Essig, Kaffee, Tee sowie Fleisch, das nach Halal-Regeln geschlachtet wurde. Es ist nicht immer sofort ersichtlich, ob Lebensmittel im Supermarkt den Halal-Kriterien entsprechen. Mit der Halal-Zertifizierung wird es beim Einkauf leichter.

Fazit: Jede Ernährungsform hat ihre Vor- und Nachteile

Jede dieser 10 Ernährungsformen hat ihre Vor- und Nachteile. Während die Auswirkungen einer vegetarischen oder veganen Ernährung mittlerweile sehr gut erforscht sind und auch die positiven gesundheitlichen Effekte bekannt sind, haben sich bisher nur wenige Menschen mit einer frutarischen Ernährung beschäftigt.

Keine dieser Ernährungsformen kommt gänzlich ohne negative Aspekte aus, sodass es immer ein persönliches Abwägen ist, wofür man sich entscheidet. Zum Teil stehen persönliche Überzeugungen als Grund hinter einer Ernährungsweise wie zum Beispiel bei Veganern und zum Teil sind es schlichtweg gesundheitliche Aspekte wie beim Clean Eating oder dem Vegetarismus. Auch Abnehmen ist für viele Menschen eine konkrete Motivation, um auf eine bestimmte Ernährung umzusteigen – Low Carb oder die ketogene Ernährung sind dabei aber nicht für jeden geeignet.

Es schadet nicht, sich bei einer extremen Ernährungsweise auch immer bei einem Arzt rückzuversichern und darauf zu achten, dass die Versorgung mit den wichtigsten Nährstoffen zu jeder Zeit gegeben ist. Mangelerscheinungen machen sich meist durch diffuse Symptome bemerkbar, können aber sehr gefährlich werden. Eine regelmäßige Blutuntersuchung ist daher angeraten und in Kombination mit einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung das beste Mittel, um sich wohl, gesund und leistungsfähig zu fühlen.

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