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Milch aus Pflanzen als vegane Alternative: Vor- und Nachteile

Milch aus Pflanzen hat unbestritten unzählige Vorteile gegenüber tierischer Milch, aber auch einen entscheidenden Nachteil. Mehr dazu lesen Sie hier. (Foto: Elena Schweitzer - Fotolia)

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Milchersatz wird heutzutage immer beliebter. Dafür bieten sich nicht nur Sojadrinks oder –milch als Ersatz für Kuhmilch an. Auch Hafer-, Reis- und Dinkeldrinks stehen als Milchersatzgetränke zur Verfügung.

Hafermilch
© Adobe Stock – Heike Rau

Die gesundheitlichen Vorteile der Pflanzenmilch

Zu den Vorteilen dieser Milch aus Pflanzen zählt, dass sie weder tierisches Eiweiß noch Milchzucker enthalten, den viele Menschen nicht vertragen. Reis- und Sojadrinks sind glutenfrei, was wiederum vorteilhaft für Menschen mit Zöliakie ist. Darüber hinaus sind die Getränke frei von Cholesterin, bringen dafür aber mehr günstige ungesättigte Fettsäuren mit.

Allergiker und Diabetiker brauchen häufig ebenfalls einen Milchersatz. Auch von strengen Vegetariern und Veganern wird die Ersatzmilch akzeptiert. Sie enthält keine Rückstände aus der Tiermast wie zum Beispiel Medikamente oder Schnellwuchsmittel und gilt als ökologisch einwandfrei. Bei Sportlern stehen die Milchersatzgetränke hoch im Kurs, da sie fettarm und energiespendend sind. Sie enthalten infolgedessen weniger Kalorien als Kuhmilch.

Und hier kommt der Haken: Kalziummangel

Milch aus Pflanzen bzw. Milchersatzgetränken mangelt es an verwertbarem Kalzium. Das brauchen Sie jedoch für die Stabilität Ihrer Knochen und Zähne. Einige Anbieter setzen ihren Produkten deshalb Kalzium zu. Optimal ist das nicht, da künstlich zugesetztes Kalzium unter Umständen das Herzinfarktrisiko erhöhen kann.

Ihr Körper schätzt das Kalzium nicht, wenn es aus künstlichen Quellen stammt. Kalzium aus natürlichen Nahrungsmitteln kann von Ihrem Körper offenbar besser verwertet werden. Der Mineralstoff schützt Ihre Blutgefäße, da er Ihre Blutfettwerte günstig beeinflusst. Natürliches Kalzium steckt vor allem in Nahrungsmitteln wie Milch und Milchprodukten. Wenn Sie sich ganz ohne diese Produkte ernähren, müssen Sie anderweitig genügend Kalzium zu sich nehmen. Der Mineralstoff steckt beispielsweise in Sardinen, Lachs, Austern, Kohl, Mangold, Brokkoli, Mandeln, Avocado und Tomaten.

Wie werden die pflanzlichen Drinks hergestellt?

Hergestellt wird der Milchersatz, indem das Getreide, der Reis oder das Soja gemahlen wird. Das Mehl wird dann in Wasser eingeweicht, aufgekocht, abfiltriert und pasteurisiert. Reis- und Getreidedrinks wird noch Pflanzenöl hinzugegeben, damit die Flüssigkeit emulgiert, weiß wird und der Kuhmilch ähnlicher sieht.

Verschiedene Milchprodukte vor weißem Hintergrund

Milch: VerarbeitungsverfahrenFür die Milch gibt es verschiedene Verarbeitungsverfahren, die in Abhängigkeit vom Fettgehalt und gewünschter Haltbarkeit eingesetzt werden. › mehr lesen

Abgerundet werden die Getränke meist mit einer Prise Salz, Vanille oder Apfelextrakt. Mango, Banane und Ananas geben den Getränken eine Obstnote. Manchmal werden Soja-, Reis- und Hafermilch auch als Mixgetränk angeboten. Die Herstellung von Sojamilch stammt aus China und hat dort eine jahrtausendealte Tradition. Einige hundert Jahre später verbreitete sich die pflanzliche Milch auch in Japan, wo sie den Grundstoff für Tofu lieferte. Sojamilch besitzt einen der Kuhmilch vergleichbaren Anteil an Eiweiß.

Verschiedene Alternativen des Milchersatzes

  • Sojamilch darf in Deutschland nur unter der Bezeichnung Sojadrink verkauft werden. Nur Milch vom Tier darf Milch heißen. Der Drink hat einen süßlich-nussigen Geschmack. Soja enthält zudem einen großen Anteil an sekundären Pflanzenstoffen, denen vielfältige gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben werden. Viele Frauen setzen vor allem auf die hormonähnlichen Pflanzenstoffe, weil sie glauben, dass diese sich auf eine Reihe von Wechseljahrsbeschwerden positiv auswirken sollen. Leider wurde das inzwischen wissenschaftlich widerlegt.
  • Reismilch schmeckt sehr mild und leicht nach Reis. Sie kann ein wässriges und schleimiges Gefühl im Mund auslösen. Reismilch hat einen geringen Eiweißanteil. Außer Meersalz und eventuell Vanillegeschmack wird der Reismilch gerne Seetangextrakt zugefügt, um den Kalziumgehalt zu erhöhen. Reismilch eignet sich zur Herstellung von Eis und zum Kochen.
  • Hafermilch schmeckt deutlich süßlich und nach Hafer. Sie hinterlässt ein angenehmes Gefühl im Mund. Der Drink liefert viel Eisen, Vitamin E und Folsäure. Das ist wertvoll für Vegetarier und Schwangere. Für Menschen mit einer Zöliakie ist er allerdings nichts, denn er enthält Gluten. Positiv ist hingegen sein Anteil an Ballaststoffen, die Ihre Verdauung fördern und Sie schneller satt machen. Die Fettsäurezusammensetzung gilt bei Hafermilch als besonders günstig. Dafür liegt der Eiweißgehalt weit unter dem von Kuh- und Sojamilch.

Generell kann Getreidemilch auch aus Dinkel, Einkorn oder Roggen hergestellt werden. Sie eignet sich auch für das Müsli, als Mixgetränk oder zum Kochen und Backen.

Alternativen zu anderen Milchprodukten

Wenn Sie sich selbst vegane Buttermilch oder veganen Quark zubereiten möchten, benötigen Sie zunächst Sojamilch bzw. Sojajoghurt. Diese Produkte erhalten Sie inzwischen in jedem normalen Supermarkt und Discounter. Für die Buttermilch fügen Sie der Sojamilch einfach etwas Zitronensaft hinzu und lassen die Milch dadurch leicht gerinnen.

Veganen Quark erhalten Sie, wenn Sie Sojajoghurt in einen Kaffeefilter geben und diesen über Nacht in einen Topf stellen, sodass die Flüssigkeit abtropfen kann. Am nächsten Morgen haben Sie dann eine perfekte Alternative zu normalem Quark.

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