MenüMenü

Neue Warnhinweise zu dem häufig verschriebenen Prostatamittel Finasterid

(Foto: Michele – Adobe Stock)

Der nur für Männer zugelassene Wirkstoff Finasterid wird in Tagesdosen von 1 mg bei hormonell bedingtem Haarausfall (androgenetische Alopezie) und in der 5-mg-Dosis bei gutartiger Prostatavergrößerung (BPH) eingesetzt. Finasterid ist ein Reduktasehemmer, der die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron blockt und so den Einfluss von Testosteron auf die Haare und die Prostata hemmt. Schon im September 2010 warnte die europäische Arzneimittelbehörde (eMeA) in London jedoch davor, dass das Mittel möglicherweise das Brustkrebsrisiko bei Männern erhöhen könnte. Jetzt kommen neue Warnhinweise hinzu. 

Welche Nebenwirkungen birgt Finasterid? 

Im letzten Jahr musste die Produktinformation zu Finasterid-haltigen Präparaten angepasst werden. Das war das Ergebnis eines Bewertungsverfahrens, bei dem der Ausschuss für Risikobewertung  im Bereich der Arzneimittelsicherheit der Europäischen Arzneimittel-Agentur einbezogen war. 

Die neuen Warnhinweise lauten wie folgt:

  • Für Finasterid-haltige Arzneimittel in der 1-mg-Dosierung wurde als neue Nebenwirkung „Depression“ aufgenommen. Diese Nebenwirkung war in der 5-mg-Dosierung bereits beschrieben. 
  • Für alle Finasterid-haltigen Arzneimittel wurde ein neuer Warnhinweis zu Stimmungsänderungen einschließlich depressiver Verstimmung, Depression und Suizidgedanken in die Produktinformation aufgenommen.  

Soll Finasterid bei Haarausfall eingenommen werden? 

Bei androgenetischer Alopezie werden gerne Medikamente wie Propecia verschrieben. Propecia enthält 1mg Finasterid pro Tablette und stoppt den hormonellen Haarausfall bei Männern durch das Blocken der Umwandlung von Testosteron. Bei dieser Form des Haarausfalls erfüllt das Mittel jedoch lediglich kosmetische Zwecke, daher wird abgeraten, über einen Einsatz von Propecia mit Finasterid nachzudenken und stattdessen eher zu einer Behandlung mit Minoxidil zu greifen.  

 Wenn Sie es wegen einer BPH einnehmen müssen, empfehle ich Ihnen, Ihre Brust regelmäßig (mindestens zweimal pro Jahr) von Ihrem Arzt untersuchen zu lassen, um mögliche Veränderungen rechtzeitig zu erkennen. Zudem sollten Sie sich selbst ganz genau beobachten – und auch Ihre Partnerin um Ihre Einschätzung bitten –, ob Sie psychische Probleme haben. Wenn Sie solche Symptome bei sich feststellen, konsultieren Sie bitte Ihren Arzt. Denn in dem Fall sollte die Behandlung mit Medikamenten wie Propecia Finasterid 1 mg abgebrochen werden. 

Wie wirkt Finasterid bei einer gutartigen Prostatavergrößerung? 

Medikamente mit dem Wirkstoff Finasterid werden heute zigfach gegen eine vergrößerte Prostata verordnet. Die Wirkung von Finasterid ist eine Hormonblockade. Prostatazellen, sowohl normale, also gesunde Zellen als auch Krebszellen, produzieren das Enzym 5-alpha-Reduktase, das Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt. DHT wirkt viel stärker (aggressiver) als Testosteron. Und genau das DHT ist es, dass Ihre Prostata größer werden lässt und gleichzeitig das Tumorwachstum fördert. Finasterid unterbindet daher die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron (DHT), indem es das Enzym bremst. Aus diesem Grund sind Präparate mit diesem Wirkstoff zur Therapie einer gutartigen Prostatavergrößerung zugelassen. Sie bewirken ein Schrumpfen des Organs um rund 25 Prozent, verhindern den Harnstau und machen eine OP oft überflüssig.  

Welche Risiken birgt Finasterid? 

Der Hormonblocker bringt, neben den oben genannten Gefahren, auch andere Nebenwirkungen, wie Verlust der Potenz und Brustwachstum, mit sich. 

Wenn Sie regelmäßig und vor allem viel Alkohol konsumieren, führt die Einnahme des Wirkstoffs laut einer Langzeitstudie zu einem massiven Anstieg des Prostatakrebsrisikos. Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum daher besser. 

 

Prostata, Impotenz

Prostatakrebs - Ursachen, Symptome, Diagnose & BehandlungDie wichtigsten Informationen zum Prostatakrebs Definition: Unkontrollierte Wucherung von Gewebe in der Prostata Häufigkeit: Mit dem Alter stark ansteigend - In Deutschland Prostatakrebs macht 10% aller Todesfälle durch Krebs aus Symptome: Frühstadium symptomlos.… › mehr lesen

Nach oben
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
Redaktionsteam Gesundheitswissen

Unser Redaktionsteam besteht aus zahlreichen Experten aus den Bereichen der Schulmedizin und der Pflanzen- und allgemeinen Heilkunde. Das Team informiert Sie über Hintergründe zu Krankheiten und Heilpflanzen, ebenso wie zu Themen wie Partnerschaft und Liebe.

Sie möchten weitere Informationen zu Ihrem Lieblingsthema erhalten? Dann profitieren Sie jetzt von der Expertise unserer Autorinnen und Autoren und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "Täglich gesund". Hrsg. FID Verlag GmbH. Jederzeit kündbar.

Hinweis zum Datenschutz