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Viagra & Co. vs. Scheinmedikamente: Wann Ihnen Placebos genauso gut helfen

Viagra vs. Placebo: Eine Studie offenbart nun detaillierte Untersuchungen der PDE-5-Hemmer wie Viagra & Co. (Foto: Oleg - adobe stock )

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Was ist Viagra?

Erstmals erlangte Viagra Ende der 90er Jahre große Bekanntheit. Das Arzneimittel wurde vom US-amerikanischen Pharmakonzern Pfizer auf den Markt gebracht und wird zur Behandlung von Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) bei Männern eingesetzt. Der Begriff Viagra wird als Sammelbegriff für verschiedene Präparate aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer wie Slidenafil, Tadalafil & Co. verwendet. Der Arzneistoff Slidenafil war der erste herausgebrachte Wirkstoff dieser Gruppe. In Deutschland gibt es zig verschiedene Anbieter von Präparaten gegen Erektionsstörungen.

Immer wieder wird in Studien beschrieben, dass es bei manchen Medikamenten keinen Unterschied macht, ob inhaltlose Pillen (Placebos) oder der richtige Wirkstoff eingenommen werden. Für PDE-5-Hemmer wie Viagra & Co. gab es solche sehr detaillierten Untersuchungen nicht. Bis jetzt! Mit interessanten Ergebnissen für Sie und Ihre Standfestigkeit. Schauen Sie selbst, wann Ihnen was am besten hilft.

Wirken Scheinmedikamente genauso gut wie Viagra?

Die Forscher Alexander Stridh, Moa Pontén und Stefan Arver vom Karolinska-Institut in Stockholm, Schweden, sind genau dieser Frage nachgegangen. Ihre Erkenntnisse wurden aktuell im Fachjournal »JAMA Network Open« veröffentlicht.

Dafür schauten sie sich die Daten von 12.564 Männern, die an 63 placebokontrollierten doppelblinden klinischen Studien mit PDE-5-Hemmern teilgenommen hatten, an. Alle Männer litten an einer erektilen Dysfunktion, die unterschiedliche Ursachen hatte. Das Alter reichte von 36 bis 68 Jahren.

In welchen Fällen siegen Viagra & Co. in der Wirkung?

Es zeigte sich, dass die PDE-5-Hemmer deutlich besser wirken, wenn der erektilen Dysfunktion gefäßbedingte (vaskuläre) Ursachen wie Arterienverkalkung (Arteriosklerose) oder Diabetes zugrunde liegen. Das liegt an dem gefäßerweiternden Effekt der Medikamente. Auch bei Männern mit posttraumatischer Belastungsstörung hatten die chemischen Wirkstoffe die Nase vorn, allerdings zeigte sich nur noch ein moderater Vorteil.

Wann wirken Placebos ähnlich wie Viagra?

Nahezu kein Unterschied zwischen dem Placebo und dem PDE-5-Hemmer fand sich bei Männern nach einer Prostata-Operation oder Strahlentherapie. Das heißt für Sie: Stehen Sie vor der Entscheidung: „Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil – ja oder nein?!“, hat eine langfristige Einnahme offensichtlich keine Vorteile.

Wenn Sie dazu noch die Nebenwirkungen bedenken, dann wird klar, dass Sie die Einnahme auch unterlassen können. Das ist tatsächlich die wichtigste Aussage aus der Studie, da sie komplett gegen die bisherige Praxis spricht.

Unter welchen Bedingungen versagt Viagra?

Liegt ein OP-bedingter Nervenschaden vor oder erfolgt eine Bestrahlung, trat nahezu kein Effekt ein. Das heißt: Auch hier können Sie auf die Einnahme verzichten.

Viagra und seine Konkurrenten im Vergleich – ein Überblick

Liebäugeln Sie mit einem PDE-5-Hemmer, stehen Sie einer Fülle von Produkten gegenüber. Das macht die Entscheidung nicht einfacher. Hier meine Auswahl der sechs gängigsten Präparate für Sie im Vergleich:

NameViagraLevitraCialisSpedraUprima*Ixense
WirkstoffSildenafilVardenafilTadalafilAvanavilApomorphinApomorphin
Wirkprinzip(Phosphodiesterase-Hemmer) vermehrter Bluteinstrom in den Penissexuelle Stimulation im Gehirn
WirkeintrittNach 30 – 40 Min.Nach 30 – 60 Min.Nach 2 StundenNach 15 bis 30 Min.nach 30 Minutennach 30 Mi[1]nuten
Wirkungsdauer4 – 6 Stundenbis 6 Stundenbis 36 Stun[1]den bei Cialis® täglich: dauerhafte Wirkung9 – 12 StundenBis 4 StundenBis 4 Stunden
Wechselwirkung mit NahrungsaufnahmeFetthaltiges Essen verzögert die Wirkung.Wirkung wird nicht durch die Einnahme auf vollen Magen verzögert.
NebenwirkungenMagenbeschwerden, Harnwegsinfektionen und DurchfallMagenbeschwerden, Schwindel und VerdauungsstörungVerdauungsstörungen, Rücken- und MuskelschmerzenKopfschmerzen, Übelkeit, HitzegefühlBrechreiz, Schwindelgefühl, KopfschmerzenBrechreiz, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen

* In der Schweiz seit 2006 nicht mehr im Handel

Welche weiteren Methoden gibt es neben Viagra & Co.?

Nicht immer muss man(n) bei Erektionsstörungen zu Präparaten greifen. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, Ihre Erektionsfähigkeit auf natürlichem Wege zu steigern:

Maca: Der Testosteronbooster aus den Anden

Maca ist eine Wurzelknolle aus Peru. Schon die Inka haben Maca kultiviert und kannten die besonderen

Wirkungen dieser Pflanze. Die Wissenschaft hat nachgewiesen, dass Maca kein dubioses Wundermittel,

sondern ein wertvolles Nahrungsmittel und hervorragend zur Ergänzung der Ernährung geeignet ist.

Erfahrungsberichte und Untersuchungen zeigen, dass bei einer kontinuierlichen Einnahme von Maca über einen Zeitraum von mehreren Wochen eine äußerst wohltuende Wirkung eintritt. Das wird der Überproduktion von spezifischen Hormonen, so zum Beispiel auch Testosteron, zugeschrieben. Diese Hormone rufen einen Energieschub hervor, der sich positiv auf die Bewältigung von Stress und Depressionen auswirken kann.

Empfehlung: Zur allgemeinen Vitalisierung und Stärkung empfehle ich Ihnen dreimal täglich 0,5 bis 1 g, zur Therapie und Therapiebegleitung (z. B. bei Impotenz) dreimal täglich 2 bis 3 g, und zwar so lange, bis eine deutliche Besserung eingetreten ist.

Produkte: Kapseln (in Apotheken z. B. von Allcura Naturheilmittel oder Velag Pharma, Maca-Kapseln Dr.Wolz, Diamant Natuur®, 60 Stück 10 bis 13 €). Pulver (100 g ca. 12 €, z. B. bei Amazonas Naturprodukte, www.amazonas-products.de).

Vitamin C steigert Testosteron
Vitamin C
© airborne77| Adobe Stock

Wenn sich nicht genug Vitamin C im Körper befindet, steigert das die Aktivität des Enzyms Aromatase, das Testosteron in Estradiol (weibliches Hormon) umwandelt.

Empfehlung: Nehmen Sie 500 mg Vitamin C am Tag zu sich.

Körperliche Betätigung als natürlicher Booster

Britische Forscher haben dazu eine Untersuchung mit Marathonläufern durchgeführt. Bei den Männern, die alle zwischen 55 und 65 Jahre alt waren, fanden die Wissenschaftler einen um das Vierfache erhöhten Wert des Wachstumshormons und einen um fast 30 % gesteigerten Testosteronspiegel vor. Ein regelmäßiges Ausdauertraining (täglich eine halbe Stunde) lässt also Ihre Hormone sprießen.

Diese Hausmittel steigern die Erektionsfähigkeit

Wenn Sie auf käuflich zu erwerbende Potenzmittel verzichten möchten, können Sie zahlreiche Hausmittel nutzen. Beobachten Sie dabei drei Monate, ob eine Besserung eintritt. Als Empfehlung sollten Sie folgende Lebensmittel häufiger auf Ihren Ernährungsplan schreiben:

  • Haferflocken
  • Gemüse wie Spinat, Tomaten und Brokkoli
  • Fisch wie Thunfisch, Scholle, Lachs und Garnelen
  • Nüsse wie Haselnüsse und Mandeln

Der Geheimtipp unter den Hausmitteln ist Ingwersaft mit Honig. Eine recht gewöhnungsbedürftige Kombination, dennoch vielversprechend ins seiner Wirkung gegen Erektionsstörungen.

Fazit

Gehen Sie den Ursachen Ihrer erektilen Dysfunktion zusammen mit Ihrem Arzt auf den Grund. Denn meist gilt: Ursache bekannt und beseitigt = erektile Dysfunktion weg. Sollten Sie weiterhin darunter leiden, können Sie sich mit Viagra & Co. in den oben genannten Fällen gut helfen. Andererseits sollten Sie einen Versuch mit natürlichen Mitteln immer einem chemischen Präparat vorziehen.

Hier rät unser Gesundheitsexperte zu einer Kombination von L-Arginin (bis 5 Gramm am Tag) mit Maca und Yohimbin. Geben Sie dem Versuch drei Monate Zeit, dann können Sie immer noch anderweitig entscheiden. Machen Sie währenddessen zusätzlich konsequent Beckenbodentraining!

Beachten Sie unbedingt: Es gibt gesundheitliche Zustände, in denen Sie Viagra & Co. nicht einnehmen dürfen, wie zum Beispiel bei Angina Pectoris oder wenn Sie kürzlich einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten und wenn Sie sich körperlich nicht belasten dürfen.

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