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Wannenbäder und Musik senken den Blutdruck

Berliner Wissenschaftler konnten feststellen, dass bereits zwei warme Wannenbäder pro Woche ausreichen, um den Blutdruck nachhaltig zu drosseln. (Foto: Adobe Stock – anaumenko)

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Bei der Suche nach sanften und dennoch wirkungsvollen Maßnahmen, um einen zu hohen Blutdruck zu vermeiden, sind Forscher der Berliner Charité auf eine ganz einfache Methode gestoßen: warme Vollbäder.

Im Rahmen einer Studie aus dem Jahr 2013 stellten die Berliner Wissenschaftler fest, dass bereits zwei warme Wannenbäder pro Woche ausreichen, um den Blutdruck nachhaltig zu drosseln. Die Wanne sollte dazu so groß sein, dass Sie bis zum Hals ins Wasser eintauchen können, die Badetemperatur sollte mit etwa 36,5°C angenehm warm sein. Der blutdrucksenkende Effekt eines solchen Bades entsteht zum einen durch die gefäßerweiternde Wärme, zum anderen auch durch das Gewicht des Wassers, das auf den Körper einwirkt.

Durch diesen Druck fließt mehr Blut zum Herzen zurück, was zu einer Dehnung der Herzkammer führt. Das wiederum hat die Ausschüttung von Hormonen zur Folge, die in den Nieren eine verstärkte Wasser- und Kochsalzausschüttung bewirken.

Es stellte sich heraus, dass der blutdruckregulierende Effekt umso länger anhielt, je öfter die Bäder gemacht worden waren. Bereits nach acht Wochen war die Blutdrucksenkung genauso anhaltend wie durch die regelmäßige Einnahme eines Medikaments. Allerdings funktionierte diese Maßnahme nur bei 70 % der Studienteilnehmer. Doch diese Quote trifft genauso auch auf blutdrucksenkende Medikamente zu.

Ebenso wirkungsvoll kann klassische Musik sein, wie Forscher der Universität von Florenz/Italien nachweisen konnten. Die Wissenschaftler führten ihre Untersuchung mit 48 Bluthochdruck-Patienten durch, die zwischen 45 und 70 Jahren alt waren. 28 Probanden wurden angewiesen, täglich 30 Minuten lang klassische keltisch oder indische Musik, die rhythmisch und gleichförmig war, zu hören. Dabei sollten die Studienteilnehmer ruhig und langsam in den Bauch atmen. Die anderen Studienteilnehmer dienten als Kontrollgruppe.

Tatsächlich konnten die Forscher in der Musikgruppe bereits nach einer Woche eine leichte Blutdrucksenkung beobachten. Dieser Effekt hatte sich nach vier Wochen noch weiter verstärkt.

Auch Meditation kann helfen

Wenn Sie einmal ausprobieren möchten, welchen Effekt Meditation bei Ihnen hat, können Sie mit der folgenden Übung beginnen:

Bluthochdruck natürlich senken

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Setzen Sie sich einfach still in einer bequemen Haltung hin, schließen Sie die Augen und beobachten Sie, wie Ihre Gedanken kommen und gehen. Lassen Sie aufkommende Gedanken sofort los, und verfolgen Sie diese nicht. Werten Sie auch aufkommende Gefühle und Stimmungen wie z. B. Ungeduld oder Unruhe nicht, sondern beobachten Sie nur, was Sie fühlen.

Führen Sie diese kleine Meditation einmal täglich 10 Minuten lang durch.

Richtige Wohnraum-Temperatur ist entscheidend

Japanische Forscher haben in einer Studie herausgefunden, dass in gut geheizten Räumen der Blutdruck wesentlich niedriger ist als in kühlen. Menschen, die zu Bluthochdruck neigen, können demzufolge ihren oberen Blutdruckwert senken, wenn sie ihre Räume auf 24 Grad aufheizen.

Die Wissenschaftler wollten herausfinden, warum die Sterberate im Winter bis zu einem Viertel höher ist als in den übrigen Jahreszeiten und vermuteten einen Grund in der Tatsache, dass viele Menschen in der kalten Jahreszeit in eher kühlen Räumen leben. Um diese Vermutung zu erhärten, haben die Forscher mit 146 gesunden Probanden ein Experiment durchgeführt.  Zunächst wurde allen Studienteilnehmern bei einer Raumtemperatur von 24 Grad der Blutdruck gemessen.

Die Ergebnisse waren bei allen mit einem systolischen Wert von etwa 120 annähernd gleich. Danach mussten die Probanden in zwei unterschiedliche Räume gehen, von denen einer auf 24 Grad aufgeheizt war, der andere jedoch nur 14 Grad warm bzw. kalt war. Hier mussten sich die Studienteilnehmer nun über Nacht 11 Stunden lang aufhalten. Dabei durften sie frei wählen, wieviel Kleidung und Decken sie benötigten, um sich wohl zu fühlen. In der Nacht wurde bei allen regelmäßig der Blutdruck kontrolliert.

Am nächsten Morgen wurde erneut bei allen Probanden der Blutdruck gemessen. Dabei zeigte sich, dass die oberen Werte in der Gruppe, die die Nacht in dem kühlen Raum verbracht hatte, bis zu zwei Stunden nach dem Aufstehen um 5,8 mmHg höher lagen als in der Gruppe, die in dem 24 Grad warmen Zimmer geschlafen hatte. Während der Nacht selbst hatte es wie auch am Abend zuvor keine Unterschiede in den Blutdruckwerten gegeben.

Die Forscher meinen nun, das der morgendliche Blutdruckanstieg im kalten Zimmer besonders für ältere Bluthochdruckkranke gefährlich werden könne.

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Über den Autor
Beate Rossbach
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Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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