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Blutzuckerspiegel natürlich senken

Wie Sie Ihren Blutzuckerspiegel senken und die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) mit natürlichen Mitteln besiegen können, erfahren Sie hier. (Foto: Photocrew - Fotolia)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Wissenswertes zur natürlichen Blutzuckersenkung

Blutzuckerwert: Zuckergehalt des Blutes

Diagnose: Messung des Kapillarbluts

Einheit: Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder Millimol pro Liter (mmol/l)

Normalwert: 60-100 mg/dl (nüchtern)

Lebensmittel: Vollkornprodukte, Trockenobst, Gemüse

Heilpflanzen: Efeukürbis, Hintonia, Goldrute

Definition: Was ist der Blutzuckerspiegel?

Hätten wir kein Zucker im Blut, würden wir nicht existieren. Glücklicherweise hat die Natur es so eingerichtet, dass unser Körper Zucker selbst produzieren kann. Wer auf die Zuckerzufuhr komplett verzichtet, hat trotzdem Zucker in seinem Blut.

Ein gesunder Mensch weist einen Blutzuckergehalt von 100 Milligramm Zucker pro Deziliter Blutplasma auf. Dabei sprechen wir von einem Blut, das keine Blutkörperchen enthält. Ein Blutzuckerspiegel von null Milligramm pro Deziliter Blut (also Blut ganz ohne Zucker) ist nicht mit dem menschlichen Leben vereinbar. Man wäre auf der Stelle tot. Das trifft nicht nur auf Diabetiker, sondern auch auf gesunde Menschen zu.

Das Vorhandensein der roten Blutkörperchen ist der einzige Grund, warum Mutter Natur uns einen Blutzuckerspiegel geschenkt hat. Dass unser Blut rot ist, hängt mit den roten Blutkörperchen zusammen, die man auch als Erythrozyten bezeichnet. Würde unser Blut keine Erythrozyten enthalten, wäre es eine ziemlich klare Flüssigkeit. Die roten Blutkörperchen werden im Knochenmark gebildet. Einige Zellorgane gehen beim Reifeprozess allerdings verloren. Deswegen sind Erythrozyten nicht in der Lage, irgendetwas anderes als reinen Zucker als Energiequelle zu verwerten.

Im Ergebnis muss immer Zucker im Blut schwimmen, sonst würden die Erythrozyten absterben. Daher ist der Körper in der Lage, selbst Zucker herzustellen. Selbst wer wochenlang nur Quellwasser trinken und nichts essen würde, könnte seinen Blutzuckerspiegel bei mindestens 60 Milligramm pro Deziliter halten. Diesen Effekt bezeichnet man auch als Glukoneogenese. Man würde diese Hungerperiode überleben – zwar mit schlechter Laune, aber ohne bleibende körperliche Schäden.

Der Blutzuckergehalt wird unregelmäßig bei gesunden Menschen gemessen, häufig im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung. Bei Diabetes-Betroffenen gehört das regelmäßige Messen des Blutzuckerwertes zur Therapie.

Tabelle Blutzuckerwerte

Diagnose(Nüchtern-)Glukosewert im Blutplasma in mg/dl
Normalwert (zu Beginn des Tages vor der ersten Mahlzeit)60 – 100
Blutzucker-Verwertungsstörung (abnorme Nüchternglukose)100 – 125
Diabetes mellitus≥ 126

Blutzuckerwerte bei Diabetes

Als Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) bezeichnet man eine Stoffwechselstörung, bei der die Blutzuckerwerte dauerhaft gefährlich hoch sind. Verantwortlich für die Regulierung des Zuckergehaltes im Blut ist das Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Es bewirkt, dass jede Zelle des Körpers mit ausreichender Energie – in Form von Zucker – versorgt wird. Ist diese Versorgung gestört, so wird von Diabetes gesprochen.

Es gibt 3 primäre Diabetes-Typen

  • Typ-1-Diabetes: Handelt es sich um den Typ-1-Diabetes, funktioniert die für die Insulinproduktion zuständige Zelle nicht mehr richtig. Die nun produzierte Menge Insulin reicht nicht mehr aus. Daher muss Insulin dem Körper zugeführt werden. Von dieser Ausprägung des Diabetes sind relativ wenig Erkrankte betroffen – nur 5 % haben Typ-1-Diabetes.
  • Typ-2-Diabetes: Die Mehrheit der Patienten leidet unter dieser Diabetes-Form. Mehr als 90 % der Erkrankten sind davon betroffen. Das Problem: Insulin löst beim Körper kaum noch eine Reaktion aus. Die Zellen sind insulinresistent. Obwohl der Körper noch Insulin produziert, kommt es zu einem Insulinmangel.
  • Schwangerschaftsdiabetes: Eine Störung im Bereich des Stoffwechsels kommt vor allem während der Schwangerschaft vor. Man spricht dann von der Schwangerschaftsdiabetes.

Andere Diabetes-Erkrankung, die in Verbindung mit anderen Krankheiten oder genetischen Störungen auftreten, bezeichnet man als sonstige Diabetesformen.

Vor allem Menschen älteren Semesters hatten hauptsächlich mit der Typ-2-Diabetes zu kämpfen. Daher hat diese Form der Zuckerkrankheit auch ihren Namen: Alterszucker. Doch die Zeiten haben sich geändert und auch Kinder und Jugendliche sind inzwischen von der Erkrankung betroffen.

Diabetiker sterben normalerweise nicht an der Zuckerkrankheit selbst. Vielmehr sind Folgekrankheiten für einen frühen Tod verantwortlich. Beispielsweise können Gefäßverschlüsse dazu führen, dass es zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt kommt. Diese können tödlich enden.

Wie funktioniert die Messung des Blutzuckers?

Bei der Messung des Blutzuckers wird die Menge an Glukose in einem vorab definierten Blutvolumen gemessen. Als Einheit verwendet man in der Regel Milligramm Glukose pro Deziliter Blut (mg/dl). Die Messung wird mit einer geringen Menge Blut vorgenommen: Dazu sticht man sich mit einer kleinen Lanzette in die Fingerkuppe und gibt das austretende Blut auf einen Teststreifen. Dieser wird in ein Blutzuckermessgerät eingeführt, das den Teststreifen auswertet und den Blutzuckerwert anzeigt.

Den Blutzuckerwert regelmäßig zu messen, darin empfinden sich viele Betroffene als äußerst eingeschränkt. Dennoch ist klar: Nur wer ständig die Kontrolle durchführt, kann die ungesunden Blutzuckerwerte frühzeitig ausmachen und größere Schäden umgehen. Ein Arzt gibt Auskunft über Häufigkeit und die Art und Weise der auf den Patienten individuell abgestimmten Messung.

Hohe & niedrige Blutzuckerwerte: Was passiert im Körper?

Bei Blutzuckerwerten über 600 mg/dl spricht man medizinisch von einer diabetischen Hyperosmolarämie, d. h. das Blut wird dicker und der osmotische Druck steigt. In diesem Fall muss man sofort einen Arzt aufsuchen. Neben erhöhten Blutzuckerwerten kann eine Hyperosmolarämie auch andere Ursachen wie die Einnahme hoher Dosen Arzneien aus der Gruppe der Kortikosteroide, ein hoher Alkoholkonsum, Stress oder Infektionen haben.

Symptome bei hohen Blutzuckerwerten

  • Erhöhter Harndrang
  • Übermäßiger Durst
  • Krämpfe in den Beinen
  • Schwäche
  • Verwirrtheit
  • Schüttelkrämpfe
  • Koma

Für einen erhöhten Blutzuckerspiegel gibt es mehrere Hinweise, die sich bereits früh zeigen. In manchen Fällen fühlen sich Patienten äußerst kraftlos und schlapp. Eine große Müdigkeit macht sich breit. Insgesamt fühlen sie sich lustlos und deprimiert. Ein markantes Durstgefühl und ein trockener Mund können Folge eines zu hohen Blutzuckerspiegels sein. Die Haut fängt häufig an zu jucken. Ebenfalls möglich sind Sehstörungen.

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Erhöhter BlutzuckerspiegelBleibt Ihr Blutzuckerspiegel dauerhaft über den normalen Werten, ist das ein Hinweis auf eine Diabetes-Erkrankung. Lesen Sie hier mehr dazu. › mehr lesen

Es kommt zu vermehrtem Wasserlassen. Noch drastischer fallen die Symptome bei sehr hohen Werten des Blutzuckerspiegels aus. Patienten verlieren an Gewicht und bekommen oftmals Krämpfe und Muskelschmerzen. Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen können ebenfalls auftreten. Ein gestörtes Bewusstsein und ein Zustand der Verwirrung sind ebenfalls möglich. Der hohe Blutzuckerspiegel kann bis zur Bewusstlosigkeit führen.

Ursachen eines erhöhten Blutzuckerspiegels

Bei den Ursachen eines erhöhten Blutzuckerspiegels spielt häufig eine Insulinresistenz die entscheidende Rolle. Körperzellen eines erkrankten Menschen sprechen weniger auf das Hormon Insulin an als die Körperzellen eines gesunden Menschen. Eine ungesunde Ernährung sowie zu wenig Bewegung sind zwei entscheidende Faktoren, die einen erhöhten Blutzuckerspiegel begünstigen. Auch eine Schilddrüsenerkrankung kann zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führen.

Ursachen eines niedrigen Blutzuckerspiegels

Liegt eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) vor, handelt es sich um einen niedrigen Blutzuckerspiegel unter 60 Milligramm pro Deziliter Blut. In der Regel haben Diabetes-Patienten einen erhöhten Blutzucker; bei bestimmten Therapien kann es aber auch zu einer Hypoglykämie kommen. Besonders häufig geschieht das bei Patienten, die Insulin spritzen.

Eine akute Unterzuckerung kann aber auch andere Ursachen haben, wie z. B. die Medikamenteneinnahme zur Freisetzung von Insulin, das Auslassen einer Mahlzeit, eine Verausgabung beim Sport oder wenn die Konzentration des Hormons nicht an einen veränderten Blutzuckerspiegel angepasst wird.

Symptome für niedrige Blutzuckerwerte:

  • Starkes Herzklopfen
  • Starkes Schwitzen
  • Zittern
  • Schwäche
  • Hunger
  • Schwindel
  • Übelkeit

Bei einem Blutzuckerwert unter 40 mg/dl kommt es zu Müdigkeit, die Sprache wird undeutlich und es kann zum Bewusstseinsverlust kommen.

Blutzuckerspiegel natürlich senken

Hohe und niedrige Blutzuckerwerte können auf verschiedene Arten wieder stabilisiert werden. Viele Patienten, denen ein zu hoher Blutzuckerwert diagnostiziert wurde, glauben, sie müssten für den Rest ihres Lebens Insulin spritzen. Wer am Typ-2-Diabetes erkrankt ist, sollte aber zuerst versuchen, die Blutzuckerwerte mit alternativen Maßnahmen stabil zu halten.

Dazu gehören neben viel Bewegung und einer strengen Gewichtskontrolle zudem eine ausgewogene Ernährung. Viel frisches Obst und Gemüse, ballaststoffreiche und kalorienarme Vollkornprodukte; tierische Proteine und Süßigkeiten dagegen nur in Maßen. Entscheidend für die Auswahl der geeigneten Lebensmittel ist ihr Glukosegehalt. Liegt Glukose in Reinform vor, geht sie sofort ins Blut und erhöht den Blutzuckerspiegel.

Lebensmittel, die Glukose in Reinform enthalten, sind z. B. Trockenobst und Weißmehlprodukte. Vollkornprodukte, Gemüse und viele Obstsorten enthalten Glukose nicht in Reinform und eignen sich deshalb für Diabetiker.

Essig unterstützt die natürliche Blutzuckersenkung

Jeden Morgen ein Schnapsglas voll Essig trinken. Das klingt erst einmal ungewöhnlich. Aber die Wirkung dieses Mittels ist in mehreren Studien aus Arizona (USA) und Lund (Schweden) untersucht worden. Wahrscheinlich hat der Essig die Fähigkeit, Enzyme im Darm zu hemmen. Diese Enzyme verstoffwechseln normalerweise langkettige Kohlenhydrate zu Zucker. Da sie fehlen, verringert sich auch die Zuckerproduktion während der Verdauung. Der Blutzuckerspiegel steigt deutlich langsamer an.

Regelmäßig genommen, kann der Essig so den Blutzuckerspiegel um rund 20 % senken.

Mit Zimt Blutzucker natürlich senken

Patienten des Typ-2-Diabetes oder Personen, die eine Risikogruppe darstellen, können ihre Speisen mit chinesischem Zimt (Cinnamomum cassia) würzen. Bei uns kommt vor allem der Ceylon-Zimt zum Einsatz. Blutzuckerwerte zu senken, diese Fähigkeit wird dem Chinazimt zugeschrieben. Eine Studie des Pharmakologen Prof. Dr. Eugen Verspohl der Universität Münster zeigt, dass wässrige Extrakte des chinesischen Zimts eine fast gleichwertige Wirkung haben wie das künstliche Antidiabetikum Glibenclamid.

Diese Zimt-Extrakte sind zwar offiziell noch nicht als Antidiabetikum zugelassen, ihre blutzuckersenkende Wirkung sollte jedoch von Diabetikern trotzdem genutzt werden. Chinazimt am besten bei der Herstellung von Süßspeisen, orientalischen Gerichten und Gebäck verwenden. Auch Früchtetees lässt sich mit dem Zimt aus China eine orientalische Note verpassen. Blutzuckersenkende Gewürze können in jeder Apotheke bestellt werden.

Die Wirkungsweise von Zimt ist jedoch nicht vollständig geklärt worden. So gibt es auch Studienergebnisse, die Dr. Eugen Verspohls Ergebnisse negieren. Diabetiker sollten ausprobieren, ob das Mittel Wirkung zeigt.

Ingwer zur Senkung des Blutzuckerspiegels

Eine wissenschaftliche Arbeit der Universität von Sydney in Australien lässt hoffen, dass ein neuer natürlicher Blutzuckersenker entdeckt worden ist. Die Forscher hatten die Wirkung von Ingwer auf Zellkulturen getestet und dabei festgestellt, dass die mit Ingwer behandelten Muskelzellen mehr Traubenzucker (Glukose) aufnahmen als die unbehandelten.

Für die verbesserte Zuckeraufnahme machen die Wissenschaftler die im Ingwer enthaltenen Gingerole verantwortlich. Diese Substanzen vergrößern die Oberfläche eines Proteins (GLUT4), das beim Zuckertransport vom Blut in die Zelle eine wichtige Rolle spielt. Weitere Studien sollen nun klären, inwieweit Ingwer zur Blutzuckersenkung beim Menschen eingesetzt werden kann.

Heilpflanzen zur natürlichen Blutzuckersenkung

Bei der Senkung des Blutzuckerspiegels kommen mehrere Heilpflanzen zum Einsatz. Welche das sind, ist vielen nicht bekannt. Doch woran liegt das? Chemische Arzneimittel stehen nach wie vor ganz weit vorn auf der Liste. Alternativen natürlichen Ursprungs werden dabei meist vernachlässigt.

Extrakte des Efeukürbis (Coccinia indica) erhöhen die Insulinausschüttung und können dadurch den Blutzucker senken. Eine Studie der Universität Bangalore in Indien hatte ergeben, dass die tägliche Einnahme von einem Gramm eines wässrigen Extrakts den Nüchternblutzucker nach 90 Tagen um 16 % gesenkt hatte.

Guarkernmehl aus dem Samen der indischen Guarbohne verzögert die Aufnahme von Kohlenhydraten im Darm und verhindert dadurch stärker ansteigende Blutzuckerwerte nach dem Essen. Es besteht zu 60 % aus Ballaststoffen und zeichnet sich durch ein hohes Wasserbindungsvermögen aus. Guar quillt im Magen-Darm-Trakt durch die Aufnahme von Flüssigkeit auf, wodurch es zu einer verzögerten Magenentleerung kommt. Gleichzeitig benetzt dieser Quellstoff die Darmwand.

Beide Mechanismen zusammen bewirken, dass die Glukose nur sehr langsam ins Blut abgegeben wird. Der Übertritt des Nahrungszuckers wird so verlangsamt, als ob man die Mahlzeit über den ganzen Tag verteilt gegessen hätte.

Die Rinde Hintonia stammt von einem südamerikanischen Strauch. Sie erhöht die Empfindlichkeit der Zellrezeptoren für Insulin. Eine Studie, die in der Slowakei durchgeführt wurde, kommt hier zu dem Ergebnis, dass der Nüchternblutzucker durch Hintonia gesenkt werden konnte. Durch eine Einnahme von zwei Millilitern des wässrigen Extrakts, der dreimal täglich getrunken wurde, konnte der Nüchternblutzucker nach zwölf Monaten sogar um 21 % gesenkt werden.

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