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Winterherpes: Handeln Sie rechtzeitig, bevor er ausbricht!

Herpesviren schlummern in fast jedem. Etwa 60 bis 90 Prozent aller Bundesbürger beherbergen die ungebetenen Gäste in sich. Was Sie dagegen tun können. . (Foto: rob3000 - Fotolia)

Herpesviren schlummern in fast jedem Menschen. Experten schätzen, dass etwa 60 bis 90 Prozent aller Bundesbürger diese ungebetenen Gäste in sich beherbergen. Doch nur bei jedem Dritten machen sie sich bemerkbar. Die Betroffenen leiden sehr unter den oft auch schmerzenden Herpesbläschen: Sie haben Probleme beim Essen und Trinken und sind verunsichert durch ihr äußeres Erscheinungsbild, das bei anderen wegen der Ansteckungsgefahr Berührungsängste auslöst.

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Winterherpes
© Robert Kneschke - Fotolia

Ansteckungsgefahr: Küssen und enger Kontakt tabu!

An den Lippen kribbelt und juckt es, ein Spannungsgefühl entsteht und kurze Zeit später folgen die Bläschen gefüllt mit der infektiösen Flüssigkeit. Die Bläschen platzen auf, trocknen zu Krusten ein und heilen normalerweise innerhalb einer Woche ab. In dieser Zeit ist die Ansteckungsgefahr enorm hoch. Übertragen werden kann das HSV Typ I über eine Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen, beim Benutzen desselben Glases, durch Textilien (Handtücher), beim Küssen und bei sexuellem Kontakt.

Die ansteckenden Viren finden sich während einer Ausbruchphase der Herpesbläschen vor allem im Speichel. Es ist auch möglich, durch Schmierinfektionen andere Körperteile zu infizieren. Wie häufig Herpesbläschen an der Lippe ihre Attacken reiten, ist von Person zu Person unterschiedlich: Einige sind zweimal jährlich betroffen, bei anderen bricht der Lippenherpes alle sechs Wochen aus, insbesondere wenn sie unter Stress stehen.

Beim ersten Kribbeln mit der Therapie beginnen!

Lippenherpes lässt sich nicht heilen, doch man kann ihn heute erfolgreich behandeln oder gar unterdrücken. Rezeptfreie Salben oder verschreibungspflichtige Tabletten mit dem Wirkstoff Aciclovir zum Beispiel hemmen die Viren erfolgreich und können auch zur Vorbeugung eingesetzt werden. Sobald Sie das typische Gefühl und Kribbeln an der Lippe spüren, sollten Sie sofort mit der Behandlung beginnen. Denn so können Sie die Ausbreitung des Herpes begrenzen und seine Abheilung beschleunigen.

Tragen Sie mehrmals täglich eine antivirale Salbe auf, sobald sich die Herpesattacke bemerkbar macht. Salben mit dem Wirkstoff Aciclovir können dann das Aufbrechen der Bläschen eindämmen, verhindern können sie es allerdings meist nicht mehr. Seit einiger Zeit gibt es in der Apotheke ebenfalls rezeptfrei einen neuen Wirkstoff, das Penciclovir. Es soll noch schneller als Aciclovir zum Verkrusten der Bläschen führen, vorausgesetzt es wird so früh wie möglich verwendet. Auch Schmerzen und Spannungen werden gemildert.

Lippenherpes - Grafik

Lippenherpes: Wie Sie durch Sport ausgelöste Attacken vermeidenSporttreibende werden häufiger von Lippenbläschen geplagt, wenn sie sich zu stark fordern. Dies schädigt die lokale Immunabwehr und lädt Herpesviren ein. › mehr lesen

Lippenherpes
© Adobe Stock – Cherries

Honig und Melisse halten das Virus in Schach

Sie können Ihre Herpesbläschen mit Melissentinktur oder entsprechenden Fertigarzneimitteln aus der Apotheke erfolgreich behandeln. Honig hilft Ihnen ebenfalls. Betupfen Sie die Bläschen sechsmal am Tag mit einem sterilen Mulltupfer aus der Apotheke, auf den Sie zuvor etwas Honig gegeben haben. In gut zwei Tagen heilen die Bläschen aus, schneller als mit der Salbe aus der Apotheke, sofern Sie den Honig nicht abschlecken (er sollte jeweils mindestens 15 Minuten einwirken).

Schmerzlindernd wirken Eiswürfel in ein Stofftaschentuch gewickelt. Manche Betroffenen schwören auf Teebaumöl. Dieses sollten Sie aber, weil es leicht ranzig wird, nicht einem angebrochenem Fläschchen entehmen. Kaufen Sie Teebaumöl also besser immer in kleinen Mengen. Ein Homöopath kann Ihnen auch mit homöopathischen Verschüttelungen helfen.

In schwerwiegenden Fällen helfen Medikamente

Tritt der Lippenherpes sehr häufig bei Ihnen auf und bringt er etwa berufliche Beeinträchtigungen mit sich oder zieht er jedes Mal schwere Hautläsionen nach sich, können Sie eine längere Vorsorgebehandlung in Betracht ziehen. Dazu sollten Sie Ihren Haus- oder Hautarzt zu Rate ziehen. Er kann Ihnen spezielle Herpesmedikamente zum Einnehmen (z. B. Aciclovir oder Valaciclovir) über sechs bis zwölf Monate verordnen. In manchen Fällen hat sich auch die Kombination mit kortisonhaltigen Medikamenten bewährt.

Wenn Sie herausgefunden haben, welche Anlässe bei Ihnen zum Ausbruch der Infektion führen (wie etwa Kälte, Sonnenstrahlen oder bestimmte berufliche Stresssituationen), können Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über eine vorbeugende Behandlung sprechen. Sie ist besonders dann wichtig, wenn Sie die Risikosituationen nicht vermeiden können, etwa am Arbeitsplatz. Hier lässt sich allerdings Aciclovir-Salbe auch vorbeugend einsetzen. Steht Ihnen etwas bevor, das bei Ihnen erfahrungsgemäß zum Ausbruch von Herpes führen könnte, verwenden Sie vorsorglich die Salbe, auch wenn Sie noch keine Anzeichen spüren.

Moderne Wundversorgung

Ein neuartiges Herpespflaster aus der Apotheke (Herpes-Patches von Compeed) arbeitet mit den Elementen der anerkannten Hydrokolloid-Therapie: Das Pflaster bildet eine feuchte Kammer, nimmt die Blasenflüssigkeit auf, sodass sie verdunsten kann und Flüssigkeitspolster über der entzündeten Stelle bildet. So entsteht ein optimales Milieu für die feuchte Wundheilung, wobei die Bläschen nicht austrocknen, sondern sich zurückbilden. Zudem wird die Schorfbildung verringert.

Diese Therapieform führt zu einer rascheren Linderung der Symptome, die durch die offene Wunde entstehen. Ihnen bleibt das schmerzhafte Aufreißen von Wundschorf erspart und die Wunde ist zudem vor Nässe und Verunreinigungen von außen geschützt.

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