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Gesundheitliche Gefahren von Weichmachern

Hardliner gibt es in der Politik, Weichmacher kommen eher in Kunststoffen vor. Doch auch sie sind nicht ganz ungefährlich. (Foto: Adobe Stock – auremar)

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Hardliner gibt es in der Politik, Weichmacher kommen eher in Kunststoffen vor. Doch auch sie sind nicht ganz ungefährlich.

Weichmacher lauern überall

Weichmacher sind Stoffe, die feste Kunststoffe biegsam und elastisch machen. Sie sind zwar anerkanntermaßen gesundheitsschädlich, aber nicht verboten. Daher kommen wir täglich mit ihnen in Berührung.

Diese synthetischen Stoffe verleihen Kunststoffen ihre elastischen Eigenschaften und sind daher nahezu allgegenwärtig.

In Einkaufstüten ebenso wie in den Kunststoff-Auskleidungen von Konservendosen, in Infusionsschläuchen ebenso wie in Kapseln von Medikamenten. Sie dunsten aus den Kunststoffen aus oder werden bei deren Gebrauch herausgelöst.

Beim Menschen bringen sie nicht nur den Hormonhaushalt, das Immun- und das Nervensystem durcheinander und erhöhen das Krebs- und Asthmarisiko, sondern werden neuerdings auch mit Diabetes und Übergewicht in Verbindung gebracht.

Ein absoluter Schutz ist nicht möglich. Denn die Weichmacher sind beispielsweise auch in der Luft, im Regenwasser und im Hausstaub vorhanden.

Vermeiden Sie aber unnötigen Kontakt mit Lebensmittelfolie, PVC-Beuteln oder Milchtüten. Faustregel: Je weicher ein Kunststoff und je intensiver sein Geruch, desto mehr Weichmacher ist drin. Manche Artikel enthalten bis zu 25 Prozent davon.

Gesundheitsgefahr aus dem Marmeladenglas?

Sie stecken auch in der Dichtung von Glasdeckeln, beispielsweise bei Pesto- und Marmeladengläsern. Das Problem: Viele Weichmacher haben in Ihrem Körper eine hormonähnliche Wirkung.

Sie stehen im Verdacht, bei Männern eine abnehmende Spermienzahl auszulösen. Im Tierversuch führten sie zu Missbildungen an den Fortpflanzungsorganen.

Wie Sie Ihr Kind vor Weichmachern schützen

Weichmacher werden benötigt, um Kunststoffprodukte elastisch zu halten. Aus diesem Grund sind insbesondere Gegenstände aus Weichplastik (vor allem Weich-PVC) damit belastet. Einer der am häufigsten verwendeten Weichmacher ist Di-Ethyl-Hexyl-Phthalat (DEHP).

Es ist im PVC nicht chemisch gebunden und wird langsam wieder freigesetzt. Daher ist es in der Umwelt überall nachweisbar. Auch die Muttermilch ist damit belastet.

DEHP wirkt hormonähnlich

DEHP ist akut kaum giftig, hat bei Langzeitbelastung jedoch folgende Auswirkungen:

  • Leber– und Nierenschäden
  • im Tierversuch krebserregend (Krebs beim Menschen nicht eindeutig nachgewiesen, von der amerikanischen Umweltbehörde als „wahrscheinlich krebsauslösend” eingestuft)
  • im Tierversuch Entwicklungsstörungen des Ungeborenen
  • im Tierversuch eindeutig hormonähnliche Wirkung (Hodenschädigung bei Ratten ab einer täglichen Aufnahme von 3,7 mg/kg, reduzierte Fruchtbarkeit)

DEHP wird im Körper zu Mono-Ethyl-Hexyl-Phthalat (MEHP) abgebaut, welches ebenfalls Schadwirkung, z. B. auf Hodenzellen, hat.

So ist aus Untersuchungen beim Menschen bekannt, dass erhöhte MEHP-Werte mit einer Verminderung der Spermienqualität einhergehen. MEHP wird auch mit Frühgeburten in Zusammenhang gebracht.

Bedenklich: In einer kürzlich durchgeführten Studie wurden bei 88 Prozent der neu geborenen Babys DEHP und MEHP im Blut nachgewiesen.

Wichtigste Quelle: unsere Nahrung

Das fettlösliche DEHP gelangt überwiegend mit der Nahrung in den Körper und stammt zum Teil aus PVC-haltigen Lebensmittelverpackungen. Im Schnitt nimmt jeder Mensch täglich etwa 7 bis 11 Mikrogramm DEHP pro Kilogramm Körpergewicht auf. Es reichert sich in allen Geweben, bevorzugt aber in Leber– und Fettgewebe, an.

Chemotherapie

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Wichtig: DEHP sowie alle Zubereitungen, die mehr als 0,5 Prozent DEHP enthalten, müssen EU-weit mit dem Buchstaben T (toxic = giftig) und einem Totenkopf gekennzeichnet werden.

Von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen sind jedoch alle Kunststoffartikel, z. B. Produkte aus Weich-PVC, die zwischen 20 und 40 Prozent (maximal bis 60 Prozent) DEHP enthalten!

Wie viel DEHP über die Atemluft aufgenommen wird und wie hoch die derzeit eher als gering eingeschätzte Belastung tatsächlich ist, kann wegen der unbefriedigenden Datenlage bisher nicht genau angegeben werden.

Die duldbare tägliche DEHP-Aufnahme (Tolerable Daily Intake = TDI), die in Deutschland als ungefährlich für die Gesundheit angesehen wird, wurde mit 0,05 mg/kg festgelegt.

Verzichten Sie auf PVC in jeder Form

  • In Spielzeug für Kinder unter drei Jahren sind Weichmacher seit März 2000 verboten. Da belastete Plastikspielsachen aber bis Oktober 2001 abverkauft wurden, sollten Sie Spielzeug und Beißringe aus Weichplastik, die vor diesem Datum gekauft wurden, wegwerfen, sofern Sie nicht sicher wissen, dass sie keine Weichmacher enthalten.
  • Spielzeug für Kinder über drei Jahren darf weiterhin Weichmacher enthalten. Besonders belastet sind billige Plastikspielsachen aus Fernost (auch das CE-Zeichen und andere Label schützen Ihr Kind nicht vor Weichmachern!). Jedoch kommen auch gängige deutsche Produkte wie die Puppe Baby Born von Zapf oder die Barbie von Mattel nicht ohne aus. Bringen Sie diese Spielsachen außer Reichweite Ihres Kleinkindes, damit es sie nicht in den Mund nehmen kann.
  • Kaufen Sie keine Lebensmittel in Weichplastikfolie (z. B. Käse, Fleisch, Obst auf Papp- oder Kunststoff-„Tabletts”). Besonders mit Weichmachern belastet sind fetthaltige Lebensmittel wie Käse,Wurst oder Fleisch.
  • Lüften Sie Ihr neues Auto häufig, da aus Kunststoffteilen und Kunstleder Weichmacher stark ausdünsten, besonders wenn sich der Innenraum im Sommer aufheizt.
  • Verzichten Sie auf PVC in der Wohnung, z. B. PVC-Böden oder PVC-haltige Tapeten (z. B. Schaumtapeten), da die Belastung über die Innenraumluft bzw. den Hausstaub noch kaum untersucht ist. Gerade Krabbelkinder haben die Nase dicht über dem Boden und stecken alles in den Mund!

„Geheimcodes” für PVC

PVC muss nicht gekennzeichnet werden!Weichplastik-Produkte ohne Hinweis auf das verwendete Material sind meist aus PVC, was die Hersteller aber lieber verschweigen.

Manche Hersteller kennzeichnen PVC auch mit dem Vermerk „VC” (Vinylchlorid) oder „Vinyl”. Auch der Zahlencode 03 in der Mitte eines aus Pfeilen bestehenden Dreiecks besagt, dass es sich um PVC handelt.

Folgende Kennzeichnungen stehen für unbedenkliche Kunststoffe:

  • Zahlencode 01 oder PET = Polyethylen-Terephthalat
  • 02 oder PE-HD = Polyethylen,
  • 06 oder PS = Polystyrol

Entwarnung für chemische Haarfarben

Dass Färben mit chemischen Substanzen nicht unbedingt eine Wohltat für Ihre Haare ist, liegt auf der Hand. Dennoch können viele von uns nicht davon lassen.

Vielfach diskutiert wurden mögliche Gefährdungen durch die chemischen Farben.

Die Wirkstoffe können über die Haut in den Körper gelangen und dort Blasenkrebs auslösen, hieß es. Entwarnung gab unlängst der Kosmetiksachverständige des Landesuntersuchungsamtes in Berlin.

Nach seiner Erfahrung sind die Farben heute sicher – jedenfalls, wenn Sie die Anwendungsempfehlungen und Warnhinweise beachten. Allergiegefahr besteht für diejenigen, die täglich mit den Farben in Berührung kommen.

Empfohlen sei deshalb, die Farben – auch in der häuslichen Anwendung – nur mit Handschuhen aufzutragen und auszuwaschen.

Riskante und Krebs erregende Stoffe dürfen in kosmetischen Mitteln nicht mehr eingesetzt werden. Die EU will für Haarfarbstoffe eine Zulassungspflicht einführen, für die alle Farbstoffe neu bewertet werden müssen.

Mit erfasst werden sollen auch die chemischen Reaktionsprozesse während der Einwirkzeit. Der Experte geht davon aus, dass die Farbemulsionen nicht mehr reaktiv sind und so komplex, dass sie nicht mehr in die Haut eindringen und Zellen schädigen können.

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