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Mit einer Therapie die Ehe retten: Wann funktioniert das?

Eine Therapie kann Paaren in einer Ehekrise helfen, die Ehe zu retten. Dies ist aber nur unter Umständen möglich und erfordert Engagement. (Foto: Adobe Stock - arthurhidden)

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Auch wenn viele Paare beim Ja-Wort vor dem Traualtar nicht glauben können, dass in ihrer Ehe auch mal schlechte Zeiten auf sie zukommen werden, müssen viele dieser Wahrheit irgendwann ins Auge blicken. Wer verlernt sich auf allen Ebenen auszutauschen, keine wichtigen Themen mehr miteinander bespricht, wenig Zeit miteinander verbringt oder die Wertschätzung für den anderen verliert, kann eines Tages vor einer waschechten Ehekrise stehen. Weitere Themen, die häufig zu Problemen in einer Beziehung führen, sind:

  • Seitensprung
  • Kinderwunsch
  • Familiäre Probleme (z.B. andere Vorstellungen wie gemeinsame Kinder erzogen werden sollen)
  • Geburt und die Veränderungen, die durch das Elternsein entstehen
  • Unterschiedliche Lebensvorstellungen (Hausbau, Hochzeit etc.)
  • Unterschiedliche Vorstellungen der Freizeitgestaltung
  • Mangelnde körperliche Nähe und Sexualität
  • großer beruflicher oder privater Stress (z.B. Pflege eines Elternteils)

Oft sind es vor allem die Frauen, die dann eine Therapie anstoßen wollen. Sie hoffen dadurch die Ehekrise zu überwinden und die Ehe zu retten. Doch ist das wirklich möglich? Wie erfolgsversprechend sind Ehetherapien?

Ehe retten: Was heißt das eigentlich?

Wenn Partner in einer Ehe nicht mehr glücklich sind, haben sich häufig über viele Jahre Konflikte und daraus resultierende Distanz eingeschlichen. Die Partner können nicht mehr ohne zu streiten miteinander kommunizieren, wenn sie überhaupt noch mehr als organisatorische Alltagsangelegenheiten miteinander besprechen.

Eine Ehe zu retten heißt, sich langsam wieder anzunähern und zu versuchen, in der Beziehung miteinander wieder glücklich zu werden. Dafür ist es wichtig alte Kommunikationsmuster aufzubrechen und die aufgebaute Mauer zu überwinden. Viele Paare schaffen dies nach einer gewissen Zeit nicht mehr alleine und benötigen professionelle Hilfe. Mithilfe eines Therapeuten oder einer Therapeutin können unter Anleitung Probleme besprochen und Lösungen gefunden werden. So ist es über die Zeit sogar möglich, die Gefühle des Paares wieder aufflammen zu lassen.

Wann kann eine Paartherapie erfolgreich sein?

Entscheidend für den Erfolg einer Paartherapie ist, dass beide Partner überhaupt dazu bereit sind. Wenn einer von beiden bereits mit der Beziehung abgeschlossen hat und schon weiß, dass er eine Trennung will, wird er kaum einer Paartherapie zustimmen. Therapeuten können jedoch auch bei Trennungen oder einer Scheidung helfen und begleiten – dafür müssen die Partner jedoch bereit sein, sich zu öffnen.

1035111 © vectorfusionart | Adobe Stock

Paare, die in eine Eheberatung kommen, müssen keine Lösungen mitbringen. Es genügt erst einmal, wenn sie gewillt sind, die Probleme in ihrer Partnerschaft überwinden zu wollen. In mehreren Schritten nimmt sich der Therapeut dann den Themen des Paares an und erarbeitet mit ihnen einen neuen Weg, um die Chance auf ein neues Glück zu steigern.

Ehekrise: 3 Schritte einer Therapie

  1. Bestandsaufnahme

    Zu Beginn einer Therapie werden beide Partner dazu aufgefordert, ihre Sicht der Dinge zu schildern. Weshalb sind sie gekommen und was hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass ihre Ehe nun in einer Krise steht? Der Therapeut hat dabei eine moderierende Rolle. Er stellt die richtigen Fragen und vermittelt zwischen den Ehepartnern, wenn das Schildern der Probleme durch den einen zu einem neuen Streit untereinander führt. Darüber hinaus versucht er herauszufinden, ob es zwischen den Partnern noch Liebe gibt. Häufig fragt er dazu nach dem Kennenlernen des Paares, nach ihrer Anfangszeit und nach den guten Zeiten.

  2. Ziele festlegen

    Sobald der Therapeut den Stand der Beziehung kennt, kann er mit dem Paar ihre Bereitschaft besprechen, Dinge zu ändern. Dafür müssen Themen aus der Vergangenheit besprochen werden und jeder der beiden Partner muss deutlich machen, was ihm persönlich wichtig ist. So können gemeinsam Ziele festgelegt werden, auf die die Therapie dann ausgerichtet wird.

  3. Neue Wege einschlagen

    Wenn klar ist, was sich die Paare wünschen (mehr Nähe, Vertrauen zurückgewinnen, streitfrei miteinander diskutieren etc.) kann der Therapeut durch gezielte Fragen und Übungen dazu anleiten, dass das Paar seine alten Rollen aufbricht und eine neue Perspektive einnimmt. Konkrete Handlungs- und Kommunikationsempfehlungen helfen dem Paar mit der Zeit den Weg zu erkennen, wie sie ihre Ehe retten und die Ehekrise dank der Therapie überwinden können.

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Diese Schritte sind dabei nur eine der vielen Möglichkeiten, wie eine Therapie aufgebaut sein kann. Schließlich ist jedes Paar und jede Ehekrise individuell. Auch hat jeder Therapeut eine unterschiedliche Herangehensweise an die verschiedenen Konflikte und Therapieansätze, sodass auch hier keine Verallgemeinerung möglich ist.

Welche Rolle hat der Therapeut?

Die gemeinsamen Gespräche mit dem Therapeuten sollen dazu führen, dass eine angstfreie Kommunikation sowie eine neue Offenheit dem Partner gegenüber möglich sind. Auch eine konstruktive Streit- sowie Versöhnungskultur zu erlernen, kann das Ziel einer Ehetherapie sein.

Dank der neutralen Gesprächsbegleitung und der professionellen Anleitung fällt es vielen Paaren leichter, ihre Situation zu erfassen und zu verändern. Sie erkennen die Probleme ihrer Beziehung und entwickeln gemeinsam mit dem Therapeuten Wege, diese sowohl zu klären als auch sie künftig zu vermeiden oder konstruktiver anzugehen als bisher.

Ehekrise: Eine Therapie ist kein Selbstläufer, um eine Ehe zu retten

Paare, die sich zu einer Therapie entscheiden, sollten sich darüber klar sein: Die Paartherapie ist herausfordernd und schmerzhaft. Sie setzt an den Punkten an, an denen Paare ohne Hilfe nicht weiterkommen. Jeder der beiden Partner muss sich also mit den Themen auseinandersetzen, denen er sonst durch Streit oder Zurückziehen ausweicht. Wenn nicht beide Partner bereitwillig mitarbeiten, funktioniert die Therapie nicht.

Schließlich werden dort keine vorgefertigten Antworten geliefert, die die Paare dann mit nach Hause nehmen. Jedes Paar und jede Situation ist anders und das Therapieziel und die Herangehensweise an dieses daher auch für jedes Paar verschieden. Nur wenn die Paare aktiv mitarbeiten, kann die Therapie erfolgreich sein und die Ehe gerettet werden. Dies funktioniert zudem nicht von heute auf morgen, sondern braucht Zeit – sowohl während der Therapiephase als auch danach.

Wer zu einer Therapie bereit ist, hat gute Chancen

Ein weiterer entscheidender Schritt in der Paartherapie ist, dass beide Partner die Verantwortung dafür übernehmen, dass ihre Ehe in einer Krise steckt. Ein Ziel der Therapie ist es daher auch, Schuldvorwürfe aus dem Weg zu räumen und eine vorwurfsfreie Kommunikation zu etablieren. Schließlich haben beide Partner mit ihrem Verhalten zur Krise beigetragen und müssen dies akzeptieren.

Für viele Paare in der Paartherapie wirkt der Therapeut als dritte, neutrale Person befreiend. Er ist nicht nur Moderator, sondern auch Ansprechpartner und hilft bei offenen Fragen zu veränderten Herangehensweisen und neuen Kommunikationsstrategien. Mit seinem aufmerksamen und einfühlsamen Verhalten ebnet er den Weg zu einer neuen Chance für das Paar, das mit neuen Ideen, Strategien und vielen Tipps seinen Alltag neu gestalten kann.

Nach der Therapie: So bewahren sich Paare das neue Glück

Auch nach der Arbeit mit dem Therapeuten können Paare aktiv an ihrer Beziehung arbeiten:

  • Sich Zeit füreinander nehmen und die gemeinsame Freizeit aktiv gestalten.
  • Den anderen wertschätzen und respektieren – durch Gesten, Worte und Taten. Das kann sowohl die Unterstützung im Haushalt, als auch ein liebes Kompliment als auch eine lange Umarmung nach einem stressigen Tag sein.
  • Dem anderen auch mal entgegenzukommen zeugt von Respekt und ist förderlich für den Beziehungsfrieden.
  • Gemeinsame Rituale zelebrieren.
  • Regelmäßig miteinander sprechen und eine Bestandsaufnahme der eigenen Beziehung machen.
  • In einem respektvollen Ton mit dem anderen sprechen – kein Schreien, keine Verachtung, keine Herablassung.

Noch während der Therapiephase kann dieses Verhalten besprochen werden. Der Therapeut kann Anregungen dazu geben, wie Paare ihr wiederentdecktes Glück bewahren und weiter ausbauen können. Schließlich haben sie die Arbeit an ihrer Beziehung lange Zeit vermieden und müssen nun erst wieder lernen, wie sie auf angenehme Art und Weise miteinander umgehen können.

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