MenüMenü

Künstliche Befruchtung: Methoden, Ablauf & Kosten

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Die Erfüllung des Kinderwunsches, auf natürlichem Weg, ist leider nicht für alle Paare bestimmt. Manche Paare probieren es jahrelang erfolglos, schwanger zu werden. Andere wiederum wissen bereits, dass sie unfruchtbar sind und ihren Kinderwunsch nicht erfüllen können. So oder so, eine Alternative zur natürlichen Schwangerschaft ist die künstliche Befruchtung – eine Alternative, die für viele kinderlose Paare und Alleinerziehende ein Hoffnungsschimmer für den Kinderwunsch darstellt.

Doch wie läuft eine künstliche Befruchtung ab? Welche Methoden gibt es? Und wie hoch sind die Kosten? Im folgenden Artikel liefern wir Ihnen alle wichtigen Informationen rund um die künstliche Befruchtung: von den Voraussetzungen über die unterschiedlichen Verfahren der künstlichen Befruchtung sowie deren Kosten und Abläufe bis hin zu der Erfolgsquote.

Was ist eine künstliche Befruchtung?

Unter dem Begriff künstliche Befruchtung werden grundsätzlich alle Methoden, ein Kind ohne Geschlechtsverkehr zu zeugen, verstanden. Können Paare zum Beispiel aufgrund von Impotenz keine Kinder auf natürliche Art und Weise zeugen, bieten die Verfahren der künstlichen Befruchtung die Möglichkeit, eine Schwangerschaft durch die assistierte Reproduktion zu erzielen. Hierbei werden unterschiedliche Verfahren eingesetzt, unter anderem eine Hormontherapie, die Vergabe von Medikamenten oder operative Eingriffe. So können Paare oder Einzelpersonen mit Kinderwunsch trotz körperlicher Einschränkungen schwanger werden und Kinder kriegen.

Wer unfruchtbar ist oder über Jahre hinweg erfolglos probiert hat, schwanger zu werden, kann auf eine künstliche Befruchtung zurückgreifen. Doch welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein? Urheber: Photographee.eu | Adobe Stock

Voraussetzungen: Wer kann sich künstlich befruchten lassen?

Grundsätzlich kommt eine künstliche Befruchtung nur in Betracht, wenn konservative Behandlungsmaßnahmen keine Wirkung zeigen. Die Entscheidung obliegt dabei dem behandelnden Arzt. Dieser wird im ersten Schritt versuchen, die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch herauszufinden und diesen gezielt zu behandeln. Falls der Arzt keine körperlichen Ursachen finden kann, werden oft auch die Lebensgewohnheiten unter die Lupe genommen. In manchen Fällen hilft bereits eine Ernährungsumstellung beziehungsweise eine gesündere Lebensweise, um schwanger zu werden. Zugleich unterstützt der Arzt Sie dabei, die fruchtbaren Tage sowie Ihren Eisprung im Zyklus zu errechnen und die Befruchtung so gezielter anzugehen. Sollten diese konservativen Therapieansätze keine Erfolge liefern, wird Ihr Arzt eine künstliche Befruchtung in Betracht ziehen.

Doch auch rechtlich gibt es einige Aspekte zu beachten. Die Bestimmungen für eine künstliche Befruchtung sind in Deutschland sehr streng und im Ebryonenschutzgesetz (ESchG) festgehalten. So ist es Paaren nicht erlaubt, fremde Eizellen befruchten zu lassen, einen Embryo zu klonen oder eine Leihmutter für das Austragen des Babys zu beauftragen. Auch Samen von Verstorbenen dürfen nicht mehr für eine künstliche Befruchtung genutzt werden. Darüber hinaus ist die Geschlechterauswahl bei Spermien ebenfalls verboten, außer es liegt eine schwerwiegende Erbkrankheit vor, die an ein Geschlecht gebunden ist. Zugleich ist eine künstliche Befruchtung für unverheiratete oder homosexuelle Paare sowie alleinstehende Einzelpersonen schwieriger, da manche Samenbanken sowie Ärzte eine künstliche Befruchtung in solchen Fällen ablehnen. Grundsätzlich kann sich jedoch jede Frau in Deutschland künstlich befruchten lassen.

Allerdings übernimmt die Krankenkasse nicht in jedem Fall die dafür anfallenden Kosten. Stattdessen geben die Krankenkasse zahlreiche Regelungen vor, die erfüllt sein müssen, um eine Kostenübernahme beziehungsweise Kostenbeteiligung zu erhalten. Die Anforderungen der Krankenkassen finden Sie weiter unten im Artikel.

Methoden der künstlichen Befruchtung: Alle Verfahren auf einen Blick

Es gibt bereits einige verschiedene Methoden der künstlichen Befruchtung. Hierbei wird zwischen der externen und der internen künstlichen Befruchtung unterschieden. Die zu wählende Methode der künstlichen Befruchtung richtet sich in der Regel danach, ob der Mann oder die Frau in der Partnerschaft unfruchtbar ist.

Die folgende Tabelle liefert Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Methoden der künstlichen Befruchtung:

Methode der künstlichen BefruchtungKurzerklärungErfolgsquote
In-Vitro-Fertilisation (IVF)Eizellen und Samen werden entnommen, sodass die Befruchtung extern im Reagenzglas stattfindet25% bis 30%
Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)Samen werden entnommen und direkt in die gewonnene Eizelle gegebenBei wenig fruchtbaren Spermien 5% bis 10%; bei fruchtbareren Spermien etwa 20%
Intratubare Gametentransfer (GIFT)Eizellen und Samen werden entnommen und gemeinsam direkt in den Eileiter gespritzt15% bis 20%
Intrauterine Insemination (IUI)Samenübertragung in die Gebärmutter, den Eileiter oder in Gebärmutterhals per KatheterBei mehreren Übertragungen bis zu 30%

Wichtig: Unabhängig der Befruchtungsmethode ist die Hormonbehandlung der Frau. Denn bevor eine künstliche Befruchtung durchgeführt werden kann, muss in der Regel eine Hormonbehandlung für die Frau erfolgen. Damit sollen die Eierstöcke zur vermehrten Eizellenreifung angeregt werden, sodass die Chance auf eine Schwangerschaft steigt.

Künstliche Befruchtung mit der Insemination

Die Insemination (auch als Samenübertragung bekannt) ist die am häufigsten angewendete Methode. Sie wird in der Regel gewählt, wenn vorher eine geringe Fruchtbarkeit des männlichen Samens festgestellt wurde – also eine Beeinträchtigung der Spermien-Qualität vorliegt. Doch auch wenn Geschlechtsverkehr zum Beispiel aufgrund einer Querschnittslähmung des Mannes nicht möglich ist, kommt eine Insemination in Frage. Ob der Samen von einem Spender oder von dem eigenen Partner kommt, ist dabei irrelevant. Sollte der eigene Mann beispielsweise wegen Erbkrankheiten nicht in Frage kommen, kann die Insemination auch mit gespendeten Samen erfolgen.

Bei der Insemination werden die Spermien des Mannes über einen Katheter direkt in die Gebärmutter, in die Eileiter oder in den Gebärmutterhals der Frau gespritzt (durch den Arzt), was die Befruchtungswahrscheinlichkeit erhöhen soll.

Die Behandlung bzw. die Samenübertragung findet zur Zeit des Eisprungs statt, wenn die Frau am Fruchtbarsten ist. Um dieses optimal steuern zu können, wird der Eisprung durch Hormone künstlich herbeigeführt. Diese Methode gilt trotz der Hormonbehandlung als wenig belastend für die Frau. Das Spermium wiederum wird vor der Samenübertragung aufbereitet, um sowohl allergische Reaktionen zu verhindern als auch die Befruchtungschancen zu erhöhen. 5 bis 10 Prozent der Versuche sind erfolgreich. Kommt es zu mehreren Samenübertragungen, wird die Frau mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent schwanger.

Künstliche Befruchtung mit der In-Vitro-Fertilisation

Eine Alternative zur Samenübertragung, der Insemination ist die In-Vitro-Fertilisation (IVF), was so viel heißt wie “Befruchtung im Glas”. Die Befruchtung findet dabei außerhalb des Körpers der Frau statt. Die Wahl fällt zum Beispiel dann auf diese Methode, wenn die Eileiter der Frau nicht transportfähig sind.

Ablauf der In-Vitro-Fertilisation (IVF)

Beim klassischen Ablauf der künstlichen Befruchtung durch IVF ist der erste Schritt immer die Down-Regulierung. Dabei bekommt die Frau Hormonpräparate verabreicht. Diese können aus einzelnen Präparaten oder eine Kombination aus verschiedenen Wirkstoffen bestehen und sorgen dafür, dass möglichst viele Eizellen heranreifen. In der Regel dauert diese Phase der künstlichen Befruchtung bis zu 14 Tage.

Hierbei ist eine engmaschige Überwachung durch einen Arzt notwendig, um zum Beispiel auf eine eventuelle Überstimulierung der Eierstöcke rechtzeitig reagieren zu können. Zu beachten ist, dass bereits vor dem Beginn der künstlichen Befruchtung der Patientin ein follikelstimulierendes Hormon zu spritzen ist. Das macht die Frau selbst oder überlässt es ihrem Partner.

Während der Stimulation der Eierstöcke überwacht der Arzt nicht nur den körperlichen Gesundheitszustand und die Hormonwerte der Frau. Er kontrolliert auch die Größe und die Reife der Eizellen. Sind sie befruchtungsfähig, ist Schluss mit der Hormoneinnahme. Jetzt gilt es, der Patientin entweder ein Gn2H-Argonist oder HCG zu verabreichen, um den Eisprung auszulösen. 36 Stunden nach Verabreichung des Medikaments, das zur Einleitung des Eisprungs dient, werden per Follikelpunktion die gereiften Eizellen oder auch Eibläschen entnommen. Dies geschieht mit einer feinen Nadel direkt über die Scheide. Dabei wird der gesamte Eingriff lückenlos per Ultraschallgerät überwacht.

Wissenswert: Manche Fruchtbarkeitskliniken gewinnen die Eizellen bzw. die Eibläschen über eine Bauchspiegelung, was aber äußerst selten ist.

Je nach Schweregrad und Art des Eingriffs wird die Patientin kurz unter Vollnarkose gesetzt. Manchmal werden auch nur Beruhigungsmittel in Kombination mit Schwermitteln verabreicht. Ist die Entnahme der Eibläschen abgeschlossen, kann es zu leichten Blutungen kommen. Viele Patientinnen haben auch berichtet, dass sie sich nach einer derartigen Behandlung körperlich wund fühlten.

An dem Tag der Eizellentnahme, wird auch das Sperma ihres Partners gebraucht. Normalerweise masturbiert der Mann in einem separaten Zimmer der Klinik, um dort gleich sein Sperma abzugeben. Doch fällt es manchen Männern nicht so leicht, mit solch einer Situation klar zu kommen. Da hilft nur, sich direkt an den Arzt der Fruchtbarkeitsklinik zu wenden, um mit ihm nach einer alternativen Lösung zu suchen. So besteht zum Beispiel die Möglichkeit, dass der Mann zuhause masturbiert. Anschließend bringt er sein Sperma in einem Spezialbehälter selbst zur Klinik. Das ist aber nur dann möglich, wenn er nicht zu weit entfernt von der Klinik wohnt.

Bei der In-Vitro-Fertilisation findet die künstliche Befruchtung außerhalb des Körpers in einem Reagenzglas statt. Urheber: Tatiana Shepeleva | Adobe Stock

Vor der Zusammenführung von Eizelle und Spermium kommt es zu einer labortechnischen Aufbereitung der Samenflüssigkeit. Das geschieht aus zwei Gründen:

  • Die Befruchtungsfähigkeit des Spermiums soll möglichst optimal sein.
  • Das Verhindern von eventuellen allergischen Reaktionen der Patientin.

Die Vereinigung von Eizelle und Sperma erfolgt im Reagenzglas beziehungsweise in einer Nährstofflösung. Anschließend gibt man alles in einen Brutschrank. Dort kommt es zur eigentlichen Befruchtung, der In-vitro-Fertilisation. Ob die Befruchtung des Eibläschen tatsächlich funktioniert hat, wird im Labor per Mikroskop überprüft. Es hat geklappt, wenn zwei sogenannte Vorkerne zu sehen sind. Während dieser Phase entscheidet sich, welche Eizellen tiefgefroren oder vernichtet und welche eingepflanzt werden sollen. Konnten eine, oder mehrere Eizellen befruchtet werden, lagert man sie für eine gewisse Zeit zur Weiterentwicklung in einem Brutschrank. Nach 2-6 Tagen setzt der Arzt zwischen 1-3 befruchtete Embryonen in die Gebärmutter ein. Für die Übertragung wird ein spezieller Katheter verwendet, dessen dünner Schlauch vaginal eingeführt wird. Dies wird von manchen Frauen als schmerzhaft empfunden. Dort müssen sich die befruchteten Eizellen jedoch erst einnisten, was nicht immer klappt.

Wichtig: Die Erfolgsquote dieser IVF-Methode liegt bei 25 bis 30 Prozent. Daher empfehlen viele Kliniken das Einfrieren von übrig gebliebenen Eizellen, um gegebenenfalls einen weiteren “Versuch” zu wagen.

Handelt es sich um die Verwendung von kryokonservierte Eizellen oder die Übertragung der Embryonen schlug dreimal fehl, besteht die Möglichkeit, die Grundvoraussetzungen zu verbessern, damit sich die befruchtete Eizelle besser einnisten kann. Das geschieht mithilfe von Assisted Hatching. Dabei wird die äußere Hülle des Embryos durch ein Lasergerät etwas aufgebrochen. Grundsätzlich ist allerdings zu beachten, dass es nicht wissenschaftlich bewiesen ist, ob die Methode tatsächlich zur Verbesserung der Chancen beiträgt.

14 Tage nach der Übertragung wird geprüft, ob es mit der Schwangerschaft geklappt hat. Hierfür nimmt der Arzt der Patientin Blut ab, um die Schwangerschaft mithilfe eines HCG-Spiegels zu überprüfen. Wurde eine Schwangerschaft festgestellt, ist die nächste Kontrolluntersuchung vier Wochen später unbedingt notwendig. An diesem Termin wird bei einer Ultraschalluntersuchung geprüft, ob sich tatsächlich ein oder mehrere Embryonen entwickeln. Hat es mit der Empfängnis geklappt, findet bald die erste Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung statt.

Wichtig: Die IVF kann noch durch die In-Vitro-Maturation noch ergänzt werden. Dabei werden der Frau unreife Eizellen entnommen, die dann im Reagenzglas durch die Zugabe von Hormonen nachreifen. Erst dann werden die Samenzellen hinzugegeben. Nach erfolgreicher Befruchtung wird die Eizelle dann in die Gebärmutter eingesetzt. Der Vorteil dieser ergänzenden Methode ist, dass die Frau sich nicht mit einer Hormonbehandlung belasten muss. Besonders für Frauen, die diese nicht vertragen oder für Frauen, die sich einer Chemotherapie unterziehen müssen, ist diese Variante geeignet.

Künstliche Befruchtung mit der GIFT-Methode

Eine Alternative zur In-Vitro-Fertilisation ist der sogenannte Intratubare Gametentransfer, Abgekürzt GIFT (aus dem englischen: Gamete Intrafallopian Transfer). Bei dieser Methode handelt es sich um eine Mischung aus In-vitro-Fertilisation und Insemination.

Hierbei überträgt der Arzt die Eizellen und das Sperma mit einem kleinen Schlauch direkt in den Eileiter der Frau. Somit kommt es dann zur Befruchtung. Da es sich hierbei um einen operativen Eingriff in den weiblichen Körper handelt, geschieht die Durchführung in Narkose. Diese Methode kommt dann infrage, wenn zumindest ein Eileiter der Frau durchgängig und transportfähig ist. Auch hierbei ist eine körperliche Hormonbehandlung nötig, um die Reifung der Eizellen anzuregen.

Die Eizellen werden bei der Frau per Punktion durch die Bauchdecke entnommen. Zeitgleich setzt der Arzt die Eizellen zusammen mit dem Sperma durch die Scheide wieder ein. In der Gebärmutter können Eizelle und Samenzelle dann zusammenfinden und sich einnisten. Die Chancen für eine Schwangerschaft liegen bei der GIFT-Methode bei etwa 15 bis 20 Prozent. Sie wird daher seltener angewendet.

Künstliche Befruchtung mit der ICSI-Methode

Eine weitere Alternative zur Insemination bietet die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion. Sie wird auch Mikroinjektion genannt und ist für Paare geeignet, bei denen sowohl im Eileiter als auch im Labor keine Befruchtung erfolgen kann. Dabei werden die Samenzellen entweder durch die Masturbation aus dem Ejakulat oder durch eine Operation aus den Nebenhoden gewonnen und unmittelbar in die weibliche Eizelle injiziert. Paare, bei denen der Mann keine ausreichend fruchtbaren Spermien hat, können auch auf das Sperma eines fremden Mannes zurückgreifen.

Eine Operation erfolgt dann, wenn zum Beispiel ein Verschluss des Samenleiters vorliegt. Aber auch, wenn der Arzt feststellt, dass sich in der Samenflüssigkeit keine Samenzellen befinden. Dann entnimmt er das Sperma aus den Hoden oder Nebenhoden. Im Anschluss spritzt der Arzt das Spermium in die Eizelle. Wenn die Zellteilung erfolgreich ist, setzt der Arzt bis zu drei Embryonen in die Gebärmutter der Frau ein. Dies geschieht mit einem kleinen Schlauch, durch die Scheide.

Wichtig: Bei diesem Eingriff ist wie bei der IVF-Methode die Einnahme von Hormonen unerlässlich. Und zwar vor und nach dem Eingriff. Die Erfolgschancen dieser Methode hängen von der Zeugungskraft der verwendeten Samenzellen ab und liegen bei wenig fruchtbaren Spermien bei 5 bis 10 Prozent und bei fruchtbareren Spermien bei etwa 20 Prozent. Auch das Alter der Mutter ist für die Erfolgsaussichten entscheidend.

Wer sich den Kinderwunsch endlich erfüllen möchte, scheut in der Regel keine Mühe und Kosten. Doch wie viel kosten die Methoden der künstlichen Befruchtung denn? Urheber: Kzenon

Kosten der künstlichen Befruchtung

Die Kosten für die künstliche Befruchtung variiert je nach Befruchtungsmethode sowie den dafür erforderlichen Medikamenten, Arztbesuchen und Hormontherapien.

Kosten der Insemination

Die Kosten für die Insemination variieren stark, liegen jedoch im Schnitt bei rund 2.000 bis 2.500 Euro pro Versuch inklusive Hormonbehandlung, die die gesetzlichen Krankenkassen unter diesen Umständen zum Teil oder sogar ganz übernehmen.

Die verschriebenen Medikamente können aber enorme Kostenunterschiede ausmachen und es geht auch günstiger. So kostet die Insemination während des natürlichen Zyklus etwa 200 Euro, eine hormonstimulierte Insemination kostet 1.000 Euro und hinzu kommen noch die Kosten für die Medikamente. Je nachdem wie viel oder wenig Hormonmittel benötigt werden, können die Preise also stark variieren.  Des Weiteren ist zu beachten, dass bis zu sechs Behandlungen notwendig sein können. Dementsprechend erhöhen sich die Kosten.

Kosten der ICSI-Methode

Die Kosten für die Mikroinjektion liegen ähnlich wie bei der Insemination und betragen 2.000 bis 3.000 pro Versuch. Doch auch bei diesem Ergebnis müssen die Kosten für Hormontherapien und Medikamenten noch berücksichtigt werden.

Kosten für die In-Vitro-Fertilisation

Die Kosten für eine In-Vitro-Fertilisation liegen bei rund 3.000 Euro pro Zyklus. Allerdings müssen zu diesen Kosten ebenfalls die Arztkosten sowie die Kosten für die Medikamente hinzugerechnet werden. Aus diesem Grund können sich die Kosten für die In-Vitro-Fertilisation bis auf 6.000 Euro und mehr belaufen. Da die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei der ersten Behandlung recht gering ist, kann es sein, dass drei bis vier Zyklen notwendig sind, um eine Schwangerschaft zu erzielen. Dementsprechend steigen auch die Kosten.

Kosten für die In-Vitro-Masturation

Die Kosten liegen pro Versuch ähnlich wie bei der In-Vitro-Fertilisation und hängen auch stark von den benötigten Hormonmedikamenten ab.

Kosten der Gift-Methode

Die Kosten der Gift-Methode liegen bei 1.500 bis 2.000 Euro und können je nach Menge der benötigten Hormonmedikamente noch höher ausfallen.

Voraussetzungen der Kostenübernahme: Wann und wie viel bezahlen Krankenkassen für die künstliche Befruchtung?

Generell gilt die ungewollte Kinderlosigkeit als anerkannte Krankheit. Daher erstatten die Krankenkassen die künstliche Befruchtung zum größten Teil (50 Prozent). Als voll erstattungsfähig gelten alle diagnostischen Maßnahmen, die der Identifizierung der Unfruchtbarkeit dienen. Aber auch Hormonbehandlungen übernehmen die Krankenkassen voll. Allerdings sind einige Voraussetzungen zu erfüllen, damit Sie eine Kostenerstattung für die künstliche Befruchtung von der Krankenkasse erhalten.

  • Die Befruchtung kann nicht mit einfachen Verfahren wie zum Beispiel einer Hormonbehandlung erreicht werden, deshalb ist eine künstliche Befruchtung notwendig. Der Arzt stellt also fest, dass ein Herbeiführen der Schwangerschaft durch eine künstliche Befruchtung erforderlich ist.
  • Es besteht aus ärztlicher Sicht hinreichende Aussicht auf Erfolg.
  • Sie sind verheiratet.
  • Es handelt sich um eine homogene Befruchtung. Das heißt, es sind ausschließlich Ei- und Samenzellen des Ehepartners zu verwenden.
  • Sie hatten eine medizinische und psychosoziale Beratung. Diese darf allerdings nicht der behandelnde Arzt durchführen. Er stellt eine Beratungsbescheinigung aus und überweist Sie an einen anderen Arzt oder eine Einrichtung, welche die Berechtigung zur Durchführung von künstlichen Befruchtungen besitzen.
  • Die Altersgrenzen werden eingehalten. Bei Frauen liegen diese zwischen dem 25. und 40. Lebensjahr. Bei Männern zwischen dem 25. und 50. Lebensjahr.
  • Sie und Ihr Partner haben einen HIV-Test mit einem negativen Ergebnis durchführen lassen.
  • Ein Behandlungsplan mit ausreichenden Erfolgsaussichten liegt der Krankenkasse vor
  • Die Risiken einer Kinderwunschbehandlung sind dem Paar bekannt.

Je nach Kasse können die Kosten komplett übernommen werden, üblich sind aber eher 50 Prozent. Falls die Kosten nur anteilig übernommen werden, gibt es verschiedene Zuschüsse. Beispielsweise bei der Bahn BKK und bei der AOK Hessen werden die Kosten der künstlichen Befruchtung zu 100 Prozent übernommen, wenn beide Partner dort versichert sind.

Häufig übernehmen gesetzliche Krankenkassen nur eine gewisse Anzahl von Versuchen. Alle weiteren Versuche werden dann nur noch bezuschusst oder gar nicht mehr übernommen. Für private Krankenversicherungen gelten unter Umständen andere Regeln – hier lohnt es sich bei der eigenen Versicherung nachzufragen.

Achtung: Die In-Vitro-Maturation wird von den Krankenkassen nicht übernommen.

Welche Behandlungsmethoden bezuschussen die Krankenkassen?

Die nachstehende Tabelle soll Ihnen einen einfachen Überblick verschaffen, welche Kosten ganz, zum Teil oder gar nicht übernommen werden.

Volle KostenübernahmeKostenübernahme zum TeilKeine Kostenübernahme
Untersuchung, um die Kinderlosigkeit herauszufindenBehandlungs- und Medikamentenkosten für bis zu 3 Zyklen einer IVF und ICSI-BehandlungEinfrieren der überzähligen Eizellen für einen späteren Versuch
Hormonbehandlung (unter bestimmten Voraussetzungen)Behandlungs- und Medikamentenkosten für bis zu 8 Zyklen einer Insemination ohne hormonelle StimulationVorherige Sterilisation
hormonelle Stimulation der Eierstöcke (unter bestimmten Voraussetzungen)Behandlungs- und Medikamentenkosten für bis zu 3 Zyklen einer Insemination mit hormoneller StimulationVerwendung von Spendersamen

Diese Angaben sind allerdings als grobe Richtwerte zu sehen. Grundsätzlich sollten Sie vor einer künstlichen Befruchtung mit Ihrer Krankenkasse in Kontakt treten und alle Einzelheiten genau besprechen.

Fördermittel für künstliche Befruchtungen

Je nach Bundesland können Sie gegebenenfalls zusätzliche Fördermittel beantragen. Paare erhalten neben der möglichen Unterstützung durch die Krankenkasse in den Bundesländern Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Berlin, Brandenburg, Hessen und Thüringen einen Zuschuss für die künstliche Befruchtung. Dieser liegt für die ersten vier Versuche bei 25 Prozent des Eigenanteils. Die Kostenübernahme erfolgt durch Bund und Länder. Hier können sich Paare informieren, ob sie für diese Förderung in Frage kommen.

Risiken einer künstlichen Befruchtung

Eine künstliche Befruchtung kann nicht nur teuer werden, sondern ist auch mit körperlichen und seelischen Risiken verbunden. So kann die Hormonbehandlung für die Frau körperlich sehr belastend sein. Die Nebenwirkungen reichen von Übelkeit und Atemnot bis hin zu Störungen der Blutgerinnung oder einer gefährlichen Vergrößerung der Eierstöcke durch eine zu starke Stimulation.

Das Risiko für Fehlgeburten ist bei einer Schwangerschaft durch eine künstliche Befruchtung ebenfalls leicht erhöht. Zudem können bei der Entnahme von Eizellen Komplikationen in Form von Infektionen entstehen. Auch für Männer kann die Entnahme von Samen aus dem Hoden Risiken bergen, wenn zum Beispiel Blutgefäße verletzt werden.

Eine künstliche Befruchtung ist für ein Paar oft auch eine nervliche Zerreißprobe. Hoffen, warten, bangen, zahlreiche Arzttermine wahrnehmen und die hohe Chance immer wieder eine negative Rückmeldung zu bekommen, zehrt an den Nerven. Wichtig ist, als Paar in dieser schweren Zeit zusammenzuhalten und über Sorgen und Bedenken ehrlich zu sprechen. Auch der Fall, dass es mit der künstlichen Befruchtung nicht klappt, sollte bedacht werden. Paare sollten darüber sprechen, welche Alternativen sie sehen und wie sie sich ihr Leben ohne eigene Kinder vorstellen könnten.

Frau Schwanger Schwangerschaftstest Unfruchtbarkeit

Unfruchtbarkeit bei Frauen: Ursachen und MöglichkeitenEin unerfüllter Kinderwunsch ist für viele Frauen quälend. Die Gründe für eine Unfruchtbarkeit sind vielfältig, zum Teil aber behandelbar.  › mehr lesen

FAQ: Antworten auf die häufigsten Fragen zur künstlichen Befruchtung

Wie viel kostet eine künstliche Befruchtung?

Eine künstliche Befruchtung kostet von 200 Euro bis hin zu 3.000 Euro. Die Kosten sind abhängig von der jeweiligen Methode. Allerdings müssen zu diesen Kosten ebenfalls die Arztkosten sowie die Kosten für die oftmals nötigen Hormontherapien sowie Medikamente hinzugerechnet werden. Aus diesem Grund kann eine künstliche Befruchtung mehr als 6.000 Euro kosten. Angesichts der Tatsache, dass eine künstliche Befruchtung oft mehrere Versuche erfordert, steigen die Kosten noch einmal deutlich an.

Welche Methoden der künstlichen Befruchtung gibt es?

Eine künstliche Befruchtung kann auf verschiedene Arten erfolgen. Dazu gehört die In-Vitro-Fertilisation (IVF), die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), Intratubare Gametentransfer, auch GIFT-Methode genannt, sowie die intrauterine Insemination (IUI).

Wie hoch ist die Chance einer künstlichen Befruchtung?

Die Erfolgsquote einer künstlichen Befruchtung beträgt zwischen 10 und 30%. Allerdings variiert die Chance je nach Methode sowie der vorhandenen Fruchtbarkeit des Paares. Diese ist wiederum auch von den individuellen Lebensgewohnheiten wie die Ernährung, Bewegung sowie den Alkohol- und Tabakkonsum und dem Alter abhängig.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Nach oben
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
Redaktionsteam Gesundheitswissen

Unser Redaktionsteam besteht aus zahlreichen Experten aus den Bereichen der Schulmedizin und der Pflanzen- und allgemeinen Heilkunde. Das Team informiert Sie über Hintergründe zu Krankheiten und Heilpflanzen, ebenso wie zu Themen wie Partnerschaft und Liebe.

Sie möchten weitere Informationen zu Ihrem Lieblingsthema erhalten? Dann profitieren Sie jetzt von der Expertise unserer Autorinnen und Autoren und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "Täglich gesund". Hrsg. FID Verlag GmbH. Jederzeit kündbar.

Hinweis zum Datenschutz