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Erektionsstörungen: Ursachen, Behandlung und Prävention von Impotenz

Was Männern bei Erektionsstörungen hilft, hängt von der Ursache ab. Behandlungsansätze reichen von Psychotherapie bis hin zur Penisprothese. (Foto: Detailblick - Fotolia)

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Inhaltsverzeichnis

Erektionsstörungen – auch erektile Dysfunktion (ED) oder Impotenz genannt – sind für die betroffenen Männer sehr belastend. Nicht nur die Psyche des Mannes leidet unter den Erektionsproblemen. Auch die Partnerschaft kann negativ beeinflusst werden, wenn der Penis nicht richtig steif wird. Bei dieser Form der Impotenz schämen sich viele Männer, sind frustriert oder vermeiden sogar sexuellen Kontakt. Manche rätseln auch bezüglich der Ursachen.

Viele scheuen allerdings die Untersuchung durch einen Arzt, da sie sich für die Erektionsstörung bzw. Impotenz schämen und das Thema Impotenz oft noch als Tabuthema betrachtet wird. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, gegen die erektile Dysfunktion (ED) vorzugehen. Je nach Ursache lassen sich Potenzstörungen sehr gut behandeln beziehungsweise können sie sogar gänzlich behoben werden. Aus diesem Grund ist es in jedem Fall ratsam, sich bei anhaltenden Störungen der Erektionsfähigkeit untersuchen zu lassen – schämen brauchen Sie sich dafür nicht.

Impotenz: Was versteht man darunter?

Der Begriff Impotenz hat sich als Synonym für die sogenannte erektile Dysfunktion (ED) etabliert. Diese bezeichnet Potenzstörungen, bei der der Mann trotz sexueller Erregung keine Erektion bekommen kann, der Penis also nicht steif wird beziehungsweise nicht ausreichend steif wird, um den Geschlechtsverkehr zu vollziehen. Doch auch wenn der Penis bereits nach kurzer Zeit wieder schlaff wird, spricht man von einer erektilen Dysfunktion (ED). In der Regel haben Männer mit Impotenz auch Probleme, ihren Samenerguss zu kontrollieren. Er kommt zu früh, verzögert oder in ganz seltenen Fällen auch gar nicht. Aus diesem Grund beschreiben Mediziner Impotenz als “Unvermögen, den Beischlaf befriedigend auszuführen”.

Grundsätzlich handelt es sich bei der Impotenz jedoch um einen Oberbegriff für verschiedene Erektionsstörungen, bei der die Unfähigkeit, Kinder auf natürliche Art und Weise zu zeugen, im Vordergrund steht. Daher umfasst die Impotenz nicht nur die erektile Dysfunktion (ED), auch Impotentia coeundi genannt, sondern auch die Unfruchtbarkeit des Mannes (Impotentia generandi) und die ausbleibende Ejakulation (Impotentia ejaculandi). Während bei der erektilen Dysfunktion (ED) der Penis in der Regel überhaupt nicht steif wird, leidet der Mann bei der Unfähigkeit zur Ejakulation oder Zeugung unter keinen klassischen Erektionsproblemen, der Penis wird durch sexuelle Erregung also steif.

Erektionsstörungen belasten nicht nur die Psyche des Betroffenen, sondern auch die Beziehung. Doch Impotenz lässt sich in den meisten Fällen sehr gut behandeln. Urheber: VadimGuzhva | Adobe Stock

Ab wann liegt eine erektile Dysfunktion (ED) vor?

Gelegentliche Potenzprobleme und Erektionsprobleme stellen noch keine medizinische Auffälligkeit dar. Jeder Mann kann in Stresssituationen, unter Alkoholeinfluss oder durch Nebenwirkungen bestimmter Medikamente Probleme haben, eine Erektion zu bekommen.

Von einer erektilen Dysfunktion (ED) ist aus medizinischer Sicht dann die Rede, wenn rund 70 Prozent der Versuche eine Erektion zu bekommen erfolglos bleiben und diese Problematik über mindestens sechs Monate anhält. Doch auch wenn der Penis über mehrere Monate hinweg bereits nach kurzer Zeit wieder schlaff wird, ist von einer erektilen Dysfunktion und somit auch Impotenz die Rede.

Diese liegt häufig vor, obwohl die sexuelle Lust eigentlich da ist. Körperliche oder psychische Ursachen können dazu führen, dass die Erektionsfähigkeit eingeschränkt ist – in schweren Formen der Impotenz bekommen Männer sogar gar keine Erektion mehr.

Mit dem Alter (besonders ab 50 Jahren) steigt die Wahrscheinlichkeit, unter Impotenz zu leiden – die Ausgeprägtheit der Impotenz ist von Mann zu Mann verschieden. Verstärkt betroffen sind Männer im höheren Alter (34 Prozent im Alter von 60 bis 70 Jahren), doch auch junge Männer beispielsweise mit 25 Jahren können unter einer erektilen Dysfunktion (ED) leiden.

Laut Statistiken sind offiziell 5 Prozent der männlichen Bevölkerung davon betroffen. Die inoffiziellen Zahlen dürften deutlich höher sein, da viele Männer aus Scham nicht zum Arzt gehen und sich untersuchen lassen.

Ursachen von Erektionsstörungen: Impotenz kann körperliche und seelische Gründe haben

Früher ging man davon aus, dass Potenzstörungen hauptsächlich psychologischer Natur sind. Verschiedene Studien der letzten 25 Jahre haben gezeigt, dass dies nicht stimmt. Untersuchungen ergaben, dass 70 Prozent der Impotenz-Fälle eine körperliche Ursache haben. Diese können durch die Psyche dann noch verstärkt werden.

Denn bei einer Erektion arbeiten viele komplexe Systeme im Körper zusammen:

  • Hormone
  • Muskeln
  • Blutgefäße
  • Nervensystem

Sie alle sind daran beteiligt, dass der Penis bei sexueller Erregung steif wird. Ist eines dieser Systeme gestört, kann die Erektionsfähigkeit eingeschränkt sein.

Körperliche Ursachen von Impotenz

Die körperlichen Ursachen für eine Impotenz können vielfältiger Natur sein. Die häufigsten sind folgende:

Diabetes mellitus: Auch bekannt als Zuckerkrankheit ist Diabetes eine der häufigsten Ursachen für eine erektile Dysfunktion (ED) bei Männern. Bei der Krankheit lagern sich die Zuckermoleküle in den Blutgefäßen ab, wodurch nicht mehr ausreichend Blut in den Schwellkörper fließt. Durch die Durchblutungsstörungen wird der Penis nicht ausreichend steif.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Arteriosklerose beziehungsweise Gefäßverkalkung ist der häufigste Grund für Störungen der Erektionsfähigkeit. Wie auch bei Diabetes sorgen Ablagerungen in den Gefäßen bei der Arteriosklerose dafür, dass nicht genügend Blut in den Schwellkörper fließen kann, wodurch der Penis schlaff bleibt. Weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die zu Impotenz führen, sind:

Niedriger Testosteronspiegel: Liegt ein zu niedriger Testosteronspiegel vor, kann dies zu Impotenz führen. Das männliche Geschlechtshormon ist entscheidend an der Errektionsfähigkeit beteiligt. Auch andere Störungen des Hormonhaushalts können Impotenz auslösen und dafür sorgen, dass der Schwellkörper nicht hart wird.

Nervenerkrankungen: Für eine Erektion sendet das Gehirn Nervensignale an den Penis. Dies funktioniert nur, wenn keine neurologischen Erkrankungen vorliegen. Mögliche neurologische Erkrankungen, die zu Impotenz führen, sind unter anderem:

  • Multiple Sklerose
  • Parkinson
  • Rückenmarksverletzung (Querschnittslähmung)
  • Tumor
  • Schlaganfall
  • Alzheimerkrankheit
  • Verletzungen des Gehirns
  • Bandscheibenvorfall

Operationen: Falls es operative Eingriffe im Beckenraum gegeben hat wie zum Beispiel bei Prostatakrebs, Enddarm-Operationen oder an der Harnblase, können Nervenbahnen beschädigt worden sein. Ist dies der Fall und entweder Nervenbahnen vom oder zum Penis wurden bei der Operation verletzt, dann kann Impotenz eine typische Folge sein.

Verletzungen: Liegt eine Verletzung des Penis oder des Schwellkörpers vor, kann dies eine weitere organische Ursache für Impotenz sein.

Drogenkonsum: Je nach Häufigkeit des Drogenkonsums und Zusammensetzung verschiedener Substanzen können Drogen dazu führen, dass der Penis nicht steif wird. Auch ein übermäßiger Alkoholkonsum kann diesen Effekt haben.

Medikamente: Viele Medikamente haben Erektionsstörungen als eine häufige Nebenwirkung im Beipackzettel stehen. Dazu zählen:

  • Blutdrucksenkende Mittel
  • Medikamente bei Diabetes
  • Beruhigungsmittel
  • entwässernde Medikamente
  • Medikamente zur Behandlung von Krebs
  • Medikamente bei gutartigen Prostatavergrößerungen

Impotenz: Psychische Ursachen

Psychische Ursachen für Impotenz liegen entweder in der Impotenz selber oder in anderen Auslösern.

Zur Erklärung: Wenn es bei Männern einige Male nicht mit einer Erektion klappt oder der Penis schon nach kurzer Zeit wieder schlaff wird, macht ihnen das meist psychisch zu schaffen. Die Versagensangst und der Druck vor dem nächsten Mal steigen, was sich negativ auf die Potenz auswirken kann. Männer finden sich auf diese Weise schnell in einer Spirale gefangen, in der sich die negativen Empfindungen gegenseitig bedingen. Aus einem kurzzeitigen Versagen folgt die starke Versagensangst, was dann tatsächlich zu Versagen führt (selbsterfüllende Prophezeiung). Eine ungeduldige Partnerin, die diese Versagensangst nicht nachvollziehen kann, kann diese Empfindungen dann noch verstärken.

In so einem Fall ist es umso wichtiger, dass Männer mit ihren Sorgen offen umgehen und ihre Partnerin ihnen Geduld und Verständnis entgegenbringt. Wenn beide sich mit Zeit und Offenheit begegnen, können Männer ihre psychische Blockade gegebenenfalls auflösen. Fällt der Druck weg, klappt es häufig auch wieder mit der Erektion. Wenn dies nicht der Fall ist, sollten sie einen Arzt aufsuchen und sich untersuchen lassen, um doch mögliche organische Ursachen abklären zu lassen.

Psychische Ursachen können auch in vergangenen Traumata liegen wie zum Beispiel Missbrauchserfahrungen. Weitere psychische Ursachen sind:

  • Stress
  • Ängste
  • mangelnde Selbstsicherheit
  • Konflikte in der Partnerschaft
  • Konflikte in der eigenen Persönlichkeit wie zum Beispiel eine unterdrückte Homosexualität

Oftmals ist es nicht nur einer der oben genannten Ursachen, die zur Impotenz führen. Vielmehr spielen mehrere psychische Faktoren mit ein, die sich gegenseitig negativ verstärken.

Impotenz: Ein Fall für den Arzt? Ja!

Wer ab und an Probleme hat, eine Erektion zu bekommen, muss sich noch keine Sorgen machen. Wer aber über Wochen oder Monate unter Impotenz leidet, sollte auf jeden Fall zum Arzt gehen und sich untersuchen lassen. Schließlich können Erektionsstörungen ein Hinweis auf eine andere, ernstzunehmende Erkrankung sein, die weitere Untersuchungen und eine Behandlung erfordert. Schon alleine aus diesem Grund sollten Männer mit Potenzproblemen zum Arzt gehen. Denn je früher eine schwerwiegende Erkrankung erkannt wird, desto besser kann sowohl die Krankheit als auch die damit einhergehende Impotenz behandelt werden. Der Arzt kann bei der Untersuchung jedoch nicht nur die entsprechende Diagnose stellen, sondern auch all Ihre offenen Fragen beantworten.

Urologen sind die richtigen Ansprechpartner bei Impotenz. Sie führen verschiedene Untersuchungen durch und versuchen sich durch gezielte Fragen ein Bild von der Impotenz zu machen, um eine Diagnose zu stellen. Diese Fragen sind sehr persönlich, aber nötig, um die Ursachen der Impotenz herauszufinden. Betroffene müssen Blut und Urin abgeben und werden dann an Penis und Hoden untersucht. Auch eine Ultraschalluntersuchung, bei der die Blutgefäße des Penis in Augenschein genommen werden, ist zur Stellung der Diagnose üblich.

Wer unter Erektionsstörungen leidet, sollte sich nicht schämen zum Arzt zu gehen und sich untersuchen zu lassen. Denn nur können geeignete Therapien gefunden werden, mit denen Sie Ihre Potenz zurückerhalten. Urheber: kenchiro168 | Adobe Stock

Behandlung von Erektionsstörungen

Um Impotenz zu behandeln, ist es wichtig ihre Ursache zu kennen. So benötigt jede vorliegende Grunderkrankung eine andere Therapie. Um Männern trotz vorliegenden Krankheiten und Erektionsproblemen zu einem steifen Penis zu verhelfen, gibt es verschiedene manuelle und medikamentöse Ansätze. Eine Penispumpe, erektionsfördernde Mittel oder ein Schwellkörperimplantat können helfen, die Potenz wiederzuerlangen. Auch gezieltes Beckenbodentraining oder spezielle Hausmittel kann die Erektionsfähigkeit verbessern.

Ein Implantat beispielsweise ist aber in der Regel die letzte Option, die in Erwägung gezogen wird, wenn keine andere Therapieform dem Patienten hilft. Erst werden andere Varianten zur Steigerung der Potenz versucht und insbesondere auch die möglicherweise zugrundeliegende Krankheit behandelt. Je früher diese erkannt wird, desto besser ist auch die Prognose für die Impotenz. Wenn die erektile Dysfunktion (ED) von einer anderen Erkrankung ausgelöst wurde, kann die (medikamentöse) Behandlung dieser Krankheit die Erektionsstörungen des Patienten in der Regel vollständig beseitigen.

Ist die Impotenz psychischer Natur, kann neben der Reduktion von Stress und einem offenen Gespräch mit dem Partner dem Patienten eine Psychotherapie helfen.

Medikamente gegen Erektionsstörungen: Was hilft?

In Deutschland sind einige Medikamente für die Behandlung von Erektionsstörungen zugelassen. Dazu zählen die Wirkstoffe:

  1. Wirkstoff: Sildenafil, enthalten in Viagra
  2. Wirkstoff: Tadalafil, enthalten in Cialis
  3. Wirkstoff Vardenafil, enthalten in Levitra
  4. Wirkstoff Avanafil, enthalten in Spedra

All diese Medikamente sind sogenannte Phosphodiesterase-5-Hemmer, auch PDE-5-Hemmer. Sie hemmen körpereigene Enzyme und sorgen für eine stärkere Durchblutung der Blutgefäße im Penis. Dadurch kann eine Erektion entstehen und sogar bestehen bleiben. Die Medikamente wirken nicht luststeigernd. Die PDE-5-Hemmer funktionieren nur dann, wenn der Mann gerade von Natur aus sexuell erregt ist. Die durch die Medikamente unterstützte Erektion endet mit dem Samenerguss. Innerhalb des Wirkungszeitraums von vier bis zwölf Stunden (je nach PDE) sind mehrere Erektionen möglich. Der PDE-5-Hemmer Tadalafil wirkt sogar für 24 bis 36 Stunden. Die Wirkung der Medikamente tritt nach 15 Minuten bis einer Stunde ein, was zwar keinen spontanen, aber zumindest kurzfristigen Sex möglich macht. Bei 70 bis 80 Prozent der von Impotenz betroffenen Männer helfen die Hemmer, die individuelle Dosierung und die Wirkdauer sind dabei jedoch verschieden.

Die Liste der Nebenwirkungen von erektionsfördernden Medikamenten ist jedoch sehr lang. Die folgenden Symptome können auftreten:

  • Sodbrennen
  • Kopfschmerzen
  • verstopfte Nase
  • gerötetes Gesicht
  • Brennen in der Harnröhre
  • Muskelschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Veränderung in der Wahrnehmung von Farben (vorübergehend)

Die Medikamente sind verschreibungspflichtig und aufgrund der Nebenwirkungen auch nicht für jeden Patienten geeignet. Von einer Selbstmedikation raten Ärzte Patienten ganz klar ab.

Weitere Therapieansätze bei Erektionsstörungen

Neben der klassischen Therapie mit Medikamenten gibt es noch viele weitere Therapieansätze gegen Potenzstörungen. Die Wahl der Therapie hängt dabei stets von der Ursache der Impotenz ab.

Testosteron-Therapie für mehr Potenz

Bei einer Testosteron-Therapie kann das fehlende Testosteron künstlich ersetzt werden. Dies wird aber meist nur in schweren Fällen von Testosteronmangel gemacht. Zudem müssen auch bereits Veränderungen des Gewebes im Penis vorliegen, die durch den Testosteronmangel entstanden sind.

Intravenöse Injektionstherapie bei Erektionsstörungen

Bei dieser Therapieform injiziert sich der Mann vor dem Sex ein Mittel in den Schwellkörper des Penis, dass diesen in zehn bis 20 Minuten steif werden lässt. Die Wirkung hält 30 bis 60 Minuten an und ermöglicht Geschlechtsverkehr. Spontan ist diese Art von Sex nicht, für Männer mit Erektionsstörungen aber durchaus eine Möglichkeit, nicht auf das Vergnügen verzichten zu müssen. Viele Männer scheuen sich davor, sich eine Spritze in den Penis zu jagen. Mit etwas Übung ist das aber kein Problem mehr.

Alternativ kann der Wirkstoff allerdings ebenfalls in Tablettenform in die Harnröhre eingeführt werden. In diesem Fall spricht man von MUSE, dem medikamentösen urethrales System zur Erektion. Der Wirkstoff wird in Form eines Zäpfchens in die Harnröhre eingeführt und gelangt somit in den Schwellkörper. Nach rund 15 Minuten folgt die Erektion.

Wichtig ist – unabhängig der Anwendung des Wirkstoffes – die richtige Dosierung, die von einem Arzt festgelegt werden sollte. Andernfalls kann es zu schmerzhaften Dauererektionen kommen – oder aber es wirkt gar nicht.

Vakuumpumpe gegen Impotenz

Die Kombination aus Penisring und Vakuumpumpe kann Männern mit Erektionsstörungen helfen, einen steifen Penis zu bekommen. Dafür wird der Penis in den Zylinder der Pumpe eingeführt und dann durch das Absaugen von Luft ein Vakuum erzeugt. Dadurch fließt mehr Blut in den Schwellkörper und es kommt zur Erektion. Wird dann vor der Entfernung der Pumpe ein Ring an der Penis-Wurzel angebracht, kann das Blut gestaut werden und die Erektion bleibt bestehen.

Vakuumpumpen können von Männern auch zu Trainingszwecken eingesetzt werden, um die Erektionsfähigkeit zu stärken, da auf diese Weise der Schwellkörper aktiviert wird. Besonders bei Männern, deren Impotenz auf Operationen im Beckenbereich zurückzuführen ist, können mit Vakuumpumpen-Training gute Erfolge erzielt werden.

Penisimplantat bei vollständiger Unfähigkeit zur Erektion

Ein Penisimplantat, auch Prothese genannt, wird in den Penis eingesetzt und ermöglicht eine Erektion. Meist ist ein Implantat der letzte Ausweg, wenn keine andere Therapie beim Patienten funktioniert hat. Dafür wird eine Pumpe in den Hodensack eingesetzt, die auf leichten Druck Flüssigkeit in das Implantat im Schwellkörper gibt, die dann den Penis versteift.

Eine manuelle Aktivierung vor und nach dem Sex ist nötig, um den Penis steif und wieder schlaff werden zu lassen. Das Implantat ist nicht sichtbar. 87 Prozent der operierten Männer sind mit ihrer Sexualität anschließend wieder sehr zufrieden, was für den Erfolg der Prothese spricht.

Psychotherapie oder Coaching gegen Potenzstörungen

Wenn die Erektionsstörungen einen psychischen Auslöser haben, können eine Psychotherapie oder ein Coaching helfen. Dabei ist es nicht zwingend nötig die gesamte Kindheit zu analysieren und Traumata in der Vergangenheit aufzuarbeiten.

Häufig liegen die Gründe viel oberflächlicher wie zum Beispiel falsche Erwartungen in der Partnerschaft, Probleme in der Beziehung, die falsche Partnerin, überhöhte Erwartungen an die eigene Person, äußerer Druck, Stress im Beruf oder ein unausgewogener Lebensstil.

Potenztraining

Mit gezieltem Potenztraining können die Durchblutung sowie die Sauerstoffversorgung des Penis verbessert werden. Dazu kann auch das Training mit einer Vakuumpumpe gehören. Beckenbodentraining ist ein weiterer wichtiger Bestandteil des Potenztrainings.

Sobald Ihr Arzt die Ursache für die Impotenz gefunden hat, können gezielte Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden, mit denen Sie Ihre Potenz möglicherweise sogar vollständig zurückerhalten können. Urheber: luckybusiness | Adobe Stock

Hausmittel gegen Impotenz

Handelt es sich um Erektionsstörungen, denen keine ernste Erkrankung wie Diabetes oder Nervenerkrankungen zugrunde liegt, kann die Durchblutung des Penis auch mit Hausmitteln angekurbelt werden. Auch bei einer medikamentösen Therapie können Hausmittel zusätzlich angewendet werden, um Durchblutungsstörungen effektiver zu beheben und die Erektionsfähigkeit gegebenenfalls zu verstärken.

Die folgenden fünf Hausmittel wirken effektiv gegen Durchblutungsstörungen:

  1. Granatapfel: Der regelmäßige Verzehr von Granatapfel erhöht den Testosteronspiegel und den Blutfluss. Auch die Libido wird positiv beeinflusst.
  2. Knoblauch: Er fördert die Durchblutung, stärkt das Immunsystem und fördert die Produktion von Testosteron.
  3. Rosmarin: Rosmarin kann zum Beispiel als Öl äußerlich angewendet werden und fördert die Durchblutung. Auch ein heißes Rosmarinbad kann die Durchblutung ankurbeln.
  4. Damiana-Kraut: Die Muskeln werden entspannt und die Geschlechtsorgane vitalisiert. Das mittelamerikanische Kraut ist in Deutschland sowohl online als auch in Apotheken und Reformhäusern erhältlich.
  5. Ginseng-Wurzel: Die Wurzel des Ginseng-Baumes wirkt durchblutungsfördernd und stressreduzierend.

Prävention von Erektionsstörungen

Da Impotenz und Erektionsstörungen häufig durch andere Krankheiten wie Diabetes, Gefäßerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgelöst wird, sollte es gar nicht erst soweit kommen. Wer einen gesunden Lebensstil pflegt, muss diese Erkrankungen häufig gar nicht befürchten und ist somit auch besser vor Störungen der Erektionsfähigkeit geschützt. Ein gesunder Lebenswandel trägt also dazu bei, den Körper vor Krankheiten und daraus möglicherweise resultierender Impotenz zu schützen.

Doch auch Männern mit bereits bestehenden Erektionsstörungen wird je nach Ursachen häufig auch zu einem Wandel ihres Lebensstils geraten, falls mangelnde Bewegung und die falsche Ernährung die Potenzprobleme auslösen.

Zu einem gesunden Lebensstil gehören:

  • Sport und viel Bewegung
  • eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Ballaststoffen und Eiweiß und wenig Zucker und Fett
  • wenig oder kein Alkohol
  • nicht rauchen
  • wenig Stress
  • Übergewicht vermeiden

Eine Garantie gibt es durch diese Maßnahmen natürlich nicht – viele Studien haben aber den positiven Effekt eines gesunden Lebenswandels nachgewiesen. Wenn sich Impotenz zu entwickeln beginnt, kann je nach Ursache mit einer Veränderung des Lebensstils noch dagegengesteuert werden. Wer aufhört zu rauchen und zu trinken, Sport macht und seine Ernährung umstellt, kann nach einer gewissen Zeit eine Verbesserung der Erektionsfähigkeit und des gesamten Wohlbefindens feststellen.

Am besten lassen sich Männer von einem Arzt beraten, sobald erste Symptome rund um das Thema Impotenz auftreten. Er kann andere Krankheiten abklären und weiß, wie die Erektionsstörung am besten angegangen wird. Aus Scham den Arztbesuch zu verweigern kann gefährlich sein, falls die Impotenz ein Anzeichen einer schweren Erkrankung ist.

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Was sind die Ursachen von Erektionsstörungen?

Die Ursachen von Impotenz sind vielfältig und können sowohl körperlicher als auch psychischer Natur sein. In der Regel liegen jedoch oft physische Erkrankungen zugrunde, welche die Erektionsstörungen verursachen. Dazu gehören unter anderem Krankheiten wie Diabetes, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Multiple Sklerose, Parkinson oder andere Nervenerkrankungen. Doch auch ein niedriger Testosteronspiegel sowie Drogenkonsum und Medikamente können zu Impotenz führen.

Was kann man bei Erektionsproblemen tun?

Im ersten Schritt ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen und sich untersuchen zu lassen. Denn in manchen Fällen liegt eine schwere Vorerkrankung zugrunde, die ebenfalls zur Impotenz geführt haben kann. Doch auch Medikamente können als Nebenwirkung Störungen der Erektionsfähigkeit aufweisen. Der Arzt wird Sie untersuchen und versuchen, die Ursache für die Impotenz festzustellen. Ist die Ursache identifiziert, können geeignete Therapieansätze eingeleitet werden. Während bei manchen Männern bereits eine Ernährungs- und Lebensumstellung hilft, benötigen andere Betroffene wiederum Medikamente, die sogenannten PDE-5-Hemmer. Allerdings gibt es noch viele weitere Therapieansätze, die bei Störungen der Erektionsfähigkeit helfen.

Welcher Arzt ist für Erektionsprobleme zuständig?

Grundsätzlich sollten Sie bei Erektionsproblemen einen Urologen aufsuchen. Dieser wird sie körperlich untersuchen und gegebenenfalls einen Ultraschall durchführen, um die Ursache für Ihre Erektionsstörungen ausfindig zu machen.

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Farina Fontaine

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