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Diese Ursachen hat Impotenz

Impotenz kann verschiedene körperliche und psychische Ursachen haben. Sie tritt häufig im Zusammenhang mit anderen Krankheiten auf. (Foto: Syda Productions - Adobe Stock)

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Wenn der Penis nicht richtig steif ist oder nach kurzer Zeit wieder schlaff wird, ist von Impotenz die Rede. Diese liegt häufig vor, obwohl die sexuelle Lust eigentlich da ist. Körperliche oder psychische Ursachen können dazu führen, dass die Erektionsfähigkeit eingeschränkt ist – in schweren Formen der Impotenz bekommen Männer sogar gar keine Erektion mehr.

Impotenz hat meist körperliche Ursachen

Früher ging man davon aus, dass Erektionsstörungen hauptsächlich psychologischer Natur sind. Verschiedene Studien der letzten 25 Jahre haben gezeigt, dass dies nicht stimmt. 70 Prozent der Impotenz-Fälle haben eine körperliche Ursache. Diese können durch die Psyche dann noch verstärkt werden.

Bei einer Erektion arbeiten viele komplexe Systeme im Körper zusammen:

  • Hormone
  • Muskeln
  • Blutgefäße
  • Nervensystem

Sie alle sind daran beteiligt, dass der Penis bei sexueller Erregung steif wird. Ist eines dieser Systeme gestört, kann die Erektionsfähigkeit eingeschränkt sein.

Wann gilt ein Mann als impotent?

Mediziner beschreiben Impotenz als “Unvermögen, den Beischlaf befriedigend auszuführen”. Laut Statistiken sind offiziell 5 Prozent der männlichen Bevölkerung davon betroffen. Die inoffiziellen Zahlen dürften deutlich höher sein, da viele Männer aus Scham nicht zum Arzt gehen. Mit dem Alter (besonders ab 50) steigt die Wahrscheinlichkeit, unter Impotenz zu leiden – die Ausgeprägtheit der Impotenz ist von Mann zu Mann verschieden.

Bei manchen Männern klappt es gelegentlich noch mit einer Erektion, die sie beim Sex bis zum eigenen Orgasmus aufrechterhalten können. In schweren Fällen wird der Penis gar nicht mehr steif. In der Regel haben Männer mit Impotenz auch Probleme, ihren Samenerguss zu kontrollieren. Er kommt zu früh, verzögert oder in ganz seltenen Fällen auch gar nicht.

Von einer erektilen Dysfunktion (das Fachwort für Impotenz) ist aus medizinischer Sicht dann die Rede, wenn rund 70 Prozent der Versuche eine Erektion zu bekommen erfolglos bleiben und diese Problematik über mindestens sechs Monate anhält. Sowohl für den Mann als auch für eine Partnerschaft kann Impotenz sehr belastend sein.

Wichtig: Impotenz ist nicht dasselbe wie Unfruchtbarkeit. Nur weil ein Mann Probleme hat eine Erektion zu bekommen, ist er nicht zeugungsunfähig. Dies hängt einzig und allein von der Qualität und Quantität seiner Spermien ab.

Impotenz: Körperliche Ursachen

Die körperlichen Ursachen für eine Impotenz können vielfältiger Natur sein. Die häufigsten sind folgende:

Diabetes mellitus: Auch bekannt als Zuckerkrankheit ist Diabetes eine der häufigsten Ursachen für eine erektile Dysfunktion bei Männern. Bei der Krankheit lagern sich die Zuckermoleküle in den Blutgefäßen ab, wodurch nicht mehr ausreichend Blut in den Schwellkörper fließt. Der Penis wird nicht ausreichend steif.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Arteriosklerose beziehungsweise Gefäßverkalkung ist der häufigste Grund für Erektionsstörungen. Wie auch bei Diabetes sorgen Ablagerungen in den Gefäßen dafür, dass nicht genügend Blut in den Schwellkörper fließen kann, wodurch der Penis schlaff bleibt. Weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die zu Impotenz führen, sind:

Niedriger Testosteronspiegel: Liegt ein zu niedriger Testosteronspiegel vor, kann dies zu Impotenz führen. Das männliche Geschlechtshormon ist entscheidend an der Errektionsfähigkeit beteiligt. Auch andere Störungen des Hormonhaushalts können Impotenz auslösen.

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Drogenkonsum: Je nach Häufigkeit des Drogenkonsums und Zusammensetzung verschiedener Substanzen können Drogen dazu führen, dass der Penis nicht steif wird. Auch ein übermäßiger Alkoholkonsum kann diesen Effekt haben.

Medikamente: Viele Medikamente haben Erektionsstörungen als eine häufige Nebenwirkung im Beipackzettel stehen. Dazu zählen:

  • Blutdrucksenkende Mittel
  • Medikamente bei Diabetes
  • Beruhigungsmittel
  • entwässernde Medikamente
  • Medikamente zur Behandlung von Krebs
  • Medikamente bei gutartigen Prostatavergrößerungen

Impotenz: Psychische Ursachen

Psychische Ursachen für Impotenz liegen entweder in der Impotenz selber oder in anderen Auslösern. Zur Erklärung: Wenn es bei Männern einige Male nicht mit einer Erektion klappt oder der Penis schon nach kurzer Zeit wieder schlaff wird, macht ihnen das meist psychisch zu schaffen. Die Angst und der Druck vor dem nächsten Mal steigen, was sich negativ auf die Potenz auswirken kann. Männer finden sich auf diese Weise schnell in einer Spirale gefangen, in der sich die negativen Empfindungen gegenseitig bedingen. Aus einem kurzzeitigen Versagen wird die Angst vor dem weiteren Versagen, was dann tatsächlich zu Versagen führt (selbsterfüllende Prophezeiung). Eine verständnislose oder ungeduldige Partnerin kann diese Empfindungen dann noch verstärken.

In so einem Fall ist es umso wichtiger, dass Männer mit ihren Sorgen offen umgehen und ihre Partnerin ihnen Geduld und Verständnis entgegenbringt. Wenn beide sich mit Zeit und Offenheit begegnen, können Männer ihre psychische Blockade gegebenenfalls auflösen. Fällt der Druck weg, klappt es häufig auch wieder mit der Erektion. Wenn dies nicht der Fall ist, sollten sie einen Arzt aufsuchen, um doch mögliche organische Ursachen abklären zu lassen.

Psychische Ursachen können auch in vergangenen Traumata liegen wie zum Beispiel Missbrauchserfahrungen. Weitere psychische Ursachen sind:

  • Stress
  • Ängste
  • mangelnde Selbstsicherheit
  • Konflikte in der Partnerschaft
  • Konflikte in der eigenen Persönlichkeit wie zum Beispiel eine unterdrückte Homosexualität

Impotenz: Ein Fall für den Arzt?

Wer ab und an Probleme hat, eine Erektion zu bekommen, muss sich noch keine Sorgen machen. Wer aber über Wochen oder Monate unter Impotenz leidet, sollte auf jeden Fall zum Arzt gehen. Schließlich kann Impotenz ein Indiz für eine schwerwiegende Erkrankung sein, die behandlungsbedürftig ist. Je früher diese erkannt wird, desto besser kann sowohl die Krankheit als auch die damit einhergehende Impotenz behandelt werden.

Urologen sind die richtigen Ansprechpartner bei Impotenz. Sie führen verschiedene Untersuchungen durch und versuchen sich durch gezielte Fragen ein Bild von der Impotenz zu machen. Diese Fragen sind sehr persönlich, aber nötig, um die Ursachen der Impotenz herauszufinden. Betroffene müssen Blut und Urin abgeben und werden dann an Penis und Hoden untersucht. Auch eine Ultraschalluntersuchung ist üblich.

Impotenz behandeln

Um Impotenz zu behandeln, ist es wichtig ihre Ursache zu kennen. So benötigt jede vorliegende Grunderkrankung eine andere Therapie. Um Männern trotz vorliegenden Krankheiten und Erektionsproblemen zu einem steifen Penis zu verhelfen, gibt es verschiedene manuelle und medikamentöse Ansätze. Eine Penispumpe, erektionsfördernde Mittel oder ein Schwellkörperimplantat können bei Impotenz helfen. Auch gezieltes Beckenbodentraining kann die Erektionsfähigkeit verbessern.

Ein Implantat beispielsweise ist aber in der Regel die letzte Option, die in Erwägung gezogen wird, wenn keine andere Therapieform hilft. Erst werden andere Varianten versucht und insbesondere auch die möglicherweise zugrunde liegende Krankheit behandelt. Je früher diese erkannt wird, desto besser ist auch die Prognose für die Impotenz.

Ist die Impotenz psychischer Natur, kann neben der Reduktion von Stress und einem offenen Gespräch mit dem Partner eine Psychotherapie helfen.

Gesund leben und Impotenz vorbeugen

Da Impotenz häufig durch andere Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgelöst wird, sollte es gar nicht erst soweit kommen. Ein gesunder Lebenswandel trägt dazu bei, den Körper vor Krankheiten und daraus möglicherweise resultierender Impotenz zu schützen:

  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung
  • Sport und viel Bewegung
  • Nicht rauchen
  • Alkoholkonsum in Maßen oder gar nicht
  • Übergewicht vermeiden

Eine Garantie gibt es durch diese Maßnahmen natürlich nicht – viele Studien haben aber den positiven Effekt eines gesunden Lebenswandels nachgewiesen. Wenn sich Impotenz zu entwickeln beginnt, kann je nach Ursache mit einer Veränderung des Lebensstils noch dagegengesteuert werden. Wer aufhört zu rauchen und zu trinken, Sport macht und seine Ernährung umstellt, kann nach einer gewissen Zeit eine Verbesserung der Erektionsfähigkeit und des gesamten Wohlbefindens feststellen.

Am besten lassen sich Männer von einem Arzt beraten, sobald erste Symptome rund um das Thema Impotenz auftreten. Er kann andere Krankheiten abklären und weiß, wie die Erektionsstörung am besten angegangen wird. Aus Scham den Arztbesuch zu verweigern kann gefährlich sein, falls die Impotenz ein Anzeichen einer schweren Erkrankung ist.

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