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Warum Sex im Alter der beste Ihres Lebens sein kann

Sex im Alter ist nicht immer ohne gesundheitliche Einschränkungen. Diese müssen in der Regel aber niemanden von einem erfüllten Sexualleben abhalten.

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Über Sex im Alter wird wenig gesprochen, dabei sind natürlich viele Paare auch jenseits der 60 noch sexuell aktiv. Die Lust ist bei vielen älteren Menschen noch vorhanden, wenn auch vielleicht mit den Jahren etwas weniger geworden oder vom Alltag verdrängt. Umso wichtiger ist es, sie am Leben zu halten und die körperliche Nähe zum Partner zu suchen. Schließlich sind die Kinder aus dem Haus, in der Rente hat man jede Menge Zeit und nach ein paar Jahrzehnten aktivem Sexualleben weiß man ganz genau was man will.

Die Herangehensweise kann sich dabei im Vergleich zu früher verändert haben. Dies muss aber nichts heißen, sondern ist eine ganz normale Anpassung an die veränderte Situation und möglicherweise unterschiedliche Bedürfnisse. Ganz einfach: Wer Lust hat, soll sie ausleben.

Was Sex im Alter ausmacht

Viele ältere Menschen haben ihrem Partner gegenüber Hemmungen – etwa aufgrund ihres veränderten Körpers und auch gesundheitliche Probleme werden mehr und mehr zum Thema. Das jugendliche Schönheitsideal wird im Rentenalter schließlich nicht mehr erfüllt. Eventuell machen auch Erektionsprobleme, Herzprobleme oder vaginale Trockenheit Sex zu einer vermeintlichen Herausforderung. Das Entscheidende für ein aktives und erfülltes Sexleben im Alter ist primär der Kopf und die Art sich dem Thema zu nähern.

Für ein schönes Sexleben im Alter zählen nicht die Leistungsfähigkeit oder die Häufigkeit, sondern die Qualität. Paare sollten sich den Druck nehmen, in dem sie offen und ehrlich darüber sprechen, wie sie sich den Sex mit ihrem Partner vorstellen. Dabei ist besonders die körperliche Nähe zum anderen wichtig, um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken.

Selbstakzeptanz ist der Schlüssel für guten Sex im Alter

Je mehr sich Menschen so akzeptieren wie sie sind, desto leichter fällt es ihnen mit ihrem Partner intim zu werden. Das unübersehbare Bäuchlein, die Polster an den Oberschenkeln oder die nicht mehr so straffen Brüste als Teil des eigenen Körpers zu aktzeptieren, hilft dabei, sich auf den anderen einzulassen. Dem Partner das Gefühl zu vermitteln, dass er sexy und begehrenswert ist und auch trotz vermeintlicher Schönheitsmakel noch so gemocht wird wie er ist, ist ein wichtiger Schritt zu mehr Nähe.

Paare, die sich erst langsam wieder an Sex herantasten müssen, nachdem sie ihn einige Zeit vernachlässigt haben, sollten es langsam angehen lassen. Nicht der Akt an sich, sondern das Zusammensein sollten im Vordergrund stehen. Sich küssen und berühren, gemeinsam in die Badewanne gehen und bei Scham vor dem zu hellen Licht lieber ein paar Kerzen anzuzünden kann die Stimmung anheizen und die Lust aufeinander steigern.

Diese Probleme können beim Sex im Alter auftreten

Sowohl Männer als auch Frauen können beim Sex mit Alterserscheinungen zu kämpfen haben. Gerade die weibliche Menopause verändert den Körper und verunsichert viele Frauen in Sachen Sexualität. Diese Probleme kennen viele ältere Frauen:

  • vaginale Trockenheit
  • die Scheide ist weniger dehnbar, das Gewebe hat sich zusammengezogen wodurch sie kleiner ist, Schmerzen beim Sex sind möglich
  • schwächere Beckenbodenmuskulatur

Harninkontinenz ist ein weiteres Leiden, das im Alter entstehen kann und sowohl Frauen als auch Männer betrifft. Wenn dann beim Sex ein Tröpfchen Urin verloren geht, ist die Scham groß und die Lust auf Sex sinkt.

Männer leiden im Alter verstärkt unter Erektionsproblemen, was die Lust hemmen und den Sex erschweren kann. Bei beiden Geschlechtern gehen mit dem Alter sowohl die Muskel- als auch die Knochenmasse zurück, die Beweglichkeit kann eingeschränkt sein und nicht jede Stellung klappt mehr so einfach wie früher.

Diese Helferlein machen Sex im Alter angenehmer

Für viele dieser Alterserscheinungen gibt es Mittel und Wege, sodass sie kein Hindernis sein müssen.

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Hilfsmittel für Frauen: Gegen die vaginale Trockenheit gibt es Gleitgel, dass schon in der gemeinsamen Anwendung und beim Auftragen für jede Menge Spaß sorgen kann. Die Beckenbodenmuskulatur kann mit Liebeskugeln trainiert werden. Diese Kugeln sind an einer Kette angebracht, werden in die Scheide eingeführt und trainieren so ganz automatisch den Beckenboden. Mit jedem Schritt muss sich die Scheidenmuskulatur immer wieder zusammenziehen, um die Kugeln zu halten. Bei Schmerzen beim Sex hilft neben Gleitgel vor allem eines: Zeit. Ein langsames Vortasten kann der Frau helfen, denn Mann in sich aufzunehmen.

Falls die Schmerzen zu stark sind oder sogar medizinische Gründe gegen Geschlechtsverkehr mit Penetration sprechen, gibt es immer noch die Möglichkeit sich gegenseitig mit den Händen oder oral zu befriedigen. Frauen, die unter den genannten Symptomen besonders stark leiden, können sich auch ein hormonhaltiges Mittel verschreiben lassen, dass die Durchblutung der Scheide fördert und den Sex somit angenehmer macht. Dieses hat allerdings auch Nebenwirkungen wie die Erhöhung des Brustkrebsrisikos und sollte daher nicht als simple Wunderwaffe angesehen werden.

Hilfsmittel für Männer: Männer können eventuellen Erektionsproblemen mit einer Vakuumpumpe für den Penis begegnen. Mit dieser Pumpe erzeugt man einen Unterdruck, der die Erektion fördert. Die Einnahme von Viagra oder anderen potenzfördernden Mitteln ist ebenfalls eine Möglichkeit. Dass Männer im fortgeschrittenen Alter nicht mehr nur vom Ansehen einer Frau oder durch ihre Fantasie eine Erektion bekommen, ist normal. Frauen sollten daher nicht beleidigt sein, wenn sie nackt vor ihrem Partner stehen und sich bei ihm nichts regt. Die meisten älteren Männer benötigen die direkte Stimulation des Penis für eine Erektion, entweder durch Masturbation oder mit Hilfe der Frau. Dass er nicht mehr so steif wird wie früher, ist ebenfalls nicht unüblich.

Hinter Erektionsstörungen können auch andere Ursachen stecken

Nicht immer sind Erektionsstörungen reine Alterserscheinungen. Falls die Psyche dahintersteckt, hilft eine Psychotherapie bei der Steigerung des Wohlbefindens und unter Umständen auch bei der Erektionsfähigkeit. Ein anderer Grund für Erektionsstörungen können ernstzunehmende Krankheiten sein.

Schädigungen der Blutgefäße, Gefäßverkalkungen oder Diabetes können die Ursachen für Potenzprobleme sein, weshalb Männer einen Urologen ins Vertrauen ziehen sollten. Er kann auch bei anderen Problemen wie Harninkontinenz oder Problemen mit der Prostata Tipps dazu geben, wie ein erfülltes Sexualleben mit der Partnerin trotzdem möglich ist.

Bei Herzkrankheiten ebenfalls mit dem Arzt sprechen

In Filmen gibt es das Bild, wie ein Mann sich mitten im Liebesakt an die Brust fasst, über einer Frau zusammensackt und aufgrund eines Herzinfarktes stirbt. Männer, die an Herzproblemen leiden, haben möglicherweise dieses Bild vor Augen, wenn sie an Sex mit ihrer Partnerin denken. Und tatsächlich erhöht sich die Herzfrequenz beim Sex. Sie geht jedoch in der Regel nicht über die zumutbare Belastbarkeit hinaus, weshalb selbst Männer nach einem Herzinfarkt in der Regel nicht auf Sex verzichten müssen.

Sie sollten mit ihrem Arzt über das Thema sprechen, er kann am besten einschätzen wie ernst die Lage ist und welche Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen. Vor allem der Einsatz von potenzsteigernden Mitteln sollte mit einem Mediziner abgeklärt werden.

Die Vorteile vom Sex im Alter

Viele Paare, die ihre Sexualität im Alter ausleben, schwärmen davon wie erfüllend sie ist. Schließlich wissen ältere Menschen oft besser als junge wie sie am besten erregt werden können. Tabus gibt es keine mehr, gerade Ehepaare kennen sich oft schon viele Jahre und wissen, was der andere mag. Wenn einmal akzeptiert ist, dass der Körper nun eben nicht mehr so aussieht wie mit 20, dann kann man die Sexualität frei und unbeschwert geniessen.

Auch Verhütung ist in diesem Alter kein Thema mehr, schließlich sind die fruchtbaren Jahre vorbei und Frauen können nach den Wechseljahren nicht mehr schwanger werden. Zudem nehmen vorzeitige Samenergüsse mit dem Alter ab, Männer können länger und das freut auch die Frauen.

Paare sollten Veränderungen akzeptieren und sich entspannen

Der Fokus ist beim Sex auch auf das Vorspiel zu legen, um beide Partner bereit für den eigentlichen Liebesakt zu machen. Paare können sich gemeinsam verinnerlichen, dass es beim Sex vielmehr um die körperliche Nähe, die Zärtlichkeit und das Zusammensein mit dem geliebten Menschen geht.

Ältere Menschen sollten sich nicht an der Jugend messen und akzeptieren, dass sich ihr Sexleben verändert hat. Bequeme Positionen wie zum Beispiel die Löffelchenstellung von der Seite sind gut geeignet, wenn einer von beiden (oder beide) Probleme mit der Beweglichkeit hat. Leistungsdruck ist völlig fehl am Platz und führt nur zu Stress, der sich wiederum negativ auf die Erektion des Mannes oder die Feuchtigkeit der Frau auswirken kann.

Die Fähigkeit einen Orgasmus zu erleben geht auch im hohen Alter nicht verloren, auch wenn bei Männern jenseits der 70 schon mal der Samenerguss ausbleiben kann. Wichtig ist, dass sie sich nicht als schlechte Liebhaber sehen, auch wenn es mit der Potenz nicht so klappt. Es gibt viele Wege eine Frau zu befriedigen und andersherum genauso.

Welche Möglichkeiten haben Singles für Sex im Alter?

Für Senioren ohne Partner gibt es spezielle Singlebörsen und auch viele andere Möglichkeiten jemanden kennenzulernen. Unverbindliche sexuelle Kontakte im Alter sind kein Tabu mehr und es gilt: erlaubt ist was gefällt. Nochmal jemanden kennenzulernen kann auch im fortgeschrittenen Alter sehr aufregend sein und die Sexualität kann eine ganz andere als die bisher gekannte sein. Auch Selbstbefriedigung ist bis ins hohe Alter ein Thema und kann das Wohlbefinden sowie die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper steigern.

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