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Nach der Geburt: Das ist für die eigene Gesundheit wichtig

Nach der Geburt Ihres Kindes ist es auch wichtig, dass Sie auf Ihre eigene Gesundheit achten. Lesen Sie hier, wie Sie sich von den Strapazen erholen. (Foto: Svetlana - Adobe Stock)

Die Schwangerschaft sowie Geburt eines Kindes ist für den Körper der Mutter eine große Herausforderung. Anschließend stellen viele Mütter die Gesundheit ihres Neugeborenen an oberste Stelle. Das ist auch wichtig, keine Frage! Was sie dabei allerdings nicht vergessen dürfen, ist auch ihre eigene Gesundheit. Denn nach den Strapazen der Geburt muss sich auch die Mutter erst einmal erholen, um sich anschließend mit neuer Energie um ihr Kind sowie sämtliche weitere Verpflichtungen kümmern zu können. Die Zeit nach der Geburt sollte daher in erster Linie der Erholung der Mutter sowie ihres Babys dienen. Was also ist dann besonders wichtig?

Die ersten Stunden, Tage und Wochen nach der Geburt sind häufig geprägt von zwiespältigen Gefühlen bei der Mutter: Einerseits ist die Freude groß, dass nach dem langen Warten endlich das Baby auf der Welt ist und die (gegen Ende) anstrengende Schwangerschaft damit vorbei ist. Andererseits fühlt sie sich noch ausgelaugt von der Geburt und vielleicht überfordert mit den Aufgaben, welche sie nun meistern muss. Das ist vollkommen normal und Unterstützung ist in dieser Zeit natürlich eine große Erleichterung, beispielsweise durch den Partner oder die Großeltern. Doch in jedem Fall sollte sie ihre Gesundheit nun an oberste Stelle stellen – gemeinsam mit jener des Neugeborenen. Nur so kann sie schnell wieder fit werden, diese einmalige Zeit im Leben in vollen Zügen genießen und für ihr Baby die bestmögliche Mutter sein. Wann also sollten Sie welche Maßnahmen treffen, um nach der Geburt gesund und schnell wieder fit zu sein?

Schritt 1: Frühzeitige Vorbereitungen

Wie bereits erwähnt, ist Unterstützung nach der Geburt eine große Hilfe. Zudem sind Sie dann garantiert über jede Arbeit glücklich, welche Sie bereits erledigt haben, bevor Ihr Kind auf der Welt war. Sie können Ihrer Gesundheit also einen großen Gefallen tun, indem Sie bereits vor der Geburt wichtige Vorbereitungen treffen.

Einerseits sollten Sie alle Aufgaben, die noch auf Ihrer To-Do-Liste stehen und vor der Geburt erledigt werden können, bereits frühzeitig in der Schwangerschaft abhaken. Das gilt beispielsweise für die Einrichtung des Kinderzimmers oder den Kauf aller Notwendigkeiten wie Windeln, Kinderwagen oder Kleidung für das Kind. Besonders gut geeignet ist dafür das zweite Trimester – nach der kritischen Anfangsphase also, aber bevor die Schwangerschaft zu anstrengend wird. Zudem kann es natürlich immer passieren, dass das Baby unerwartet früh zur Welt kommt. Warten Sie mit solchen Erledigungen also nicht zu lange!

Außerdem können Sie sich schon vor der Geburt um Unterstützung kümmern, sprich eine Hebamme anfragen oder die Großeltern für diesen Zeitraum um Hilfe bitten. Sie und Ihr Partner können bereits den Antrag auf Elternzeit stellen. Vielleicht organisieren Sie auch schon einmal eine Haushaltshilfe, eine Betreuung für Ihre älteren Kinder oder was auch immer Sie nach der Geburt entlasten könnte.

Und zuletzt müssen Sie natürlich bereits während der Schwangerschaft auf Ihre Gesundheit achten, sprich sich gesund ernähren, sich innerhalb Ihrer Möglichkeiten bewegen, etc. Damit stellen Sie ebenfalls die Weichen, um sich nach der Geburt schnellstmöglich zu erholen.

Schritt 2: Unmittelbar nach der Geburt

Nach der Geburt lautet das Motto: Nehmen Sie sich Zeit und verlangen Sie sich nicht zu viel ab. Das Baby wird nun ohnehin noch viel schlafen und diese Gelegenheit sollten auch Sie nutzen, um die Dinge noch ruhig anzugehen. Das gilt unabhängig davon, ob Sie noch einige Tage im Krankenhaus bleiben oder eine ambulante Geburt haben. In letzterem Fall werden Sie zuhause durch eine Hebamme betreut. Allerdings lassen sich dann viele Mütter verleiten, zu früh wieder zu viel zu machen, zum Beispiel kochen, Wäsche waschen, usw.

Es kann also durchaus sinnvoll sein, bewusst so lange wie möglich – in der Regel rund drei Tage – im Krankenhaus zu bleiben und die Zeit einfach zum Ausruhen zu nutzen. Das bedeutet auch, dass nicht sofort sämtliche Familienangehörige oder Freunde vorbeikommen und das Baby kennenlernen müssen. Dafür bleibt später noch ausreichend Zeit!

Es kann ohnehin sein, dass Sie sich in den ersten Tagen noch sehr müde oder allgemein unwohl fühlen. Denn in Ihrem Körper passiert jetzt eine Menge:

  • Sie haben eventuell noch Schmerzen, beispielsweise aufgrund eines Dammschnitts oder Kaiserschnitts.
  • Der Wochenfluss setzt ein.
  • Die Gebärmutter bildet sich zurück, was zu Nachwehen führen kann.
  • Die Brust beginnt damit, Milch zu bilden.
  • Die Hormone stellen sich um, was beispielsweise zu depressiven Verstimmungen führen kann.

Sollten körperliche oder psychische Probleme auftreten, welche über die „normalen“ Beschwerden hinausgehen, ist eine ärztliche Abklärung extrem wichtig. Genau deshalb muss nicht nur das Kind, sondern eben auch die Mutter in den ersten Wochen durch eine Hebamme betreut werden und sich schonen.

Schritt 3: Die Zeit im Wochenbett

Aber nicht nur die ersten Tage, sondern im gesamten Wochenbett ist es noch wichtig, dass die Mutter sich schont. Diese Zeit ist also keinesfalls geeignet, um bereits mit einem straffen Trainingsprogramm oder anderen Anstrengungen zu beginnen. Der Körper ist dafür noch nicht bereit. Wie lange das Wochenbett geht, darüber herrscht Uneinigkeit. Einige Definitionen sprechen von zwei bis drei Wochen, andere von bis zu acht Wochen.

Im Endeffekt muss wohl jede Frau selbst entscheiden, wann sie sich wieder einigermaßen fit und „normal“ fühlt. Prinzipiell gilt aber: Schonen Sie sich lieber etwas zu lange als zu kurz. Wenn Sie nämlich gesundheitliche Probleme bekommen, tun Sie damit weder sich selbst noch Ihrem Kind einen Gefallen.

Sie müssen also zwar nicht die ganze Zeit auf dem Bett oder Sofa liegen, sollten Ihre Gesundheit in dieser Phase aber sehr ernst nehmen. Denn Ihre offenen Wunden, seien sie innerlich oder äußerlich – je nach Art der Geburt – sind noch nicht vollständig verheilt. Geschlechtsverkehr wird in dieser Phase daher nicht empfohlen und sollte wenn, dann nur mit Kondom vollzogen werden.

Was Sie allerdings bereits tun können und sollten, ist mit einem Rückbildungskurs zu beginnen. Den Rest der Zeit verbringen Sie so gut es geht im Liegen, um den Beckenboden zu entlasten. Kleinere Tätigkeiten im Haushalt oder einen leichten Spaziergang bei schönem Wetter dürfen Sie natürlich tätigen, sofern Sie sich fit genug fühlen und auch das Kind gesundheitlich stabil ist. Besprechen Sie das am besten mit Ihrer betreuenden Hebamme.

Weiterhin ist das Wochenbett häufig eine emotionale Zeit. Zum Glück befinden Sie sich bis zu acht Wochen nach der Geburt ohnehin noch im Mutterschutz und können sich in dieser Zeit daher voll und ganz auf sich selbst sowie Ihr Baby konzentrieren. Versuchen Sie, diese Zeit zu genießen und optimistisch in die Zukunft zu blicken – aber bewerten Sie auch Heulkrämpfe & Co nicht über, denn solche Gefühle sind im Wochenbett aufgrund des Hormonchaos ganz normal.

Schritt 4: Der neue gemeinsame Alltag

Nach dem Wochenbett fühlen Sie sich in der Regel wieder relativ gesund und belastbar. Nun kann endlich neue Routine in Ihr Familienleben einkehren. Sie können gemeinsam mit dem Baby einen Alltag finden und langsam mit Sport beginnen. Bestenfalls haben Sie und vielleicht auch Ihr Partner noch einige Monate Elternzeit, bevor es zurück geht ins Berufsleben. Alle wichtigen Fragen rund um dieses Thema sollten Sie also ebenfalls frühzeitig – wie bereits erwähnt am besten schon vor der Geburt – klären.

Nun gelten eigentlich „nur“ noch die normalen Grundregeln für ein gesundes Leben: Bewegen Sie sich ausreichend, ernähren Sie sich gesund, vermeiden Sie Stress, schlafen Sie genug… Letzterer Punkt ist mit einem Baby im Haus häufig das größte Problem. Nutzen Sie also jede Gelegenheit, um ausreichend Schlaf zu bekommen oder zumindest etwas fehlenden Schlaf aufzuholen – zum Beispiel, wenn das Kind Mittagschlaf macht.

Sollten Sie sich dennoch (zu) gestresst fühlen, entlasten Sie sich wo immer möglich, vielleicht durch eine Putzhilfe oder einen Tag in der Woche, an welchem die Großeltern auf das Baby aufpassen. Sollten Sie sich trotzdem körperlich oder seelisch noch nicht wieder „normal“ oder gesund fühlen, suchen Sie einen Arzt auf. Wenn Sie all diese Tipps berücksichtigen, werden Sie nach der Geburt schnellstmöglich wieder fit und können somit für sich selbst und Ihr Baby die besten Voraussetzungen für einen glücklichen und gesunden Alltag schaffen.

Schwangerschaft

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