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Schmerzen im Bein können viele Ursachen haben

Beinschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben. Erfahren Sie hier, welche Faktoren einen Einfluss haben und wie Beinschmerzen vorgebeugt werden können. (Foto: Kaarsten - Fotolia)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Überblick zu Schmerzen im Bein

Knochenbrüche: Schwellung & Bluterguss an der betroffenen Stelle, die stark druckempfindlich ist; Belastung ist nur unter starken Schmerzen möglich

Bänderverletzungen: Starke Schwellung & Bewegungseinschränkung des betroffenen Gelenks

Muskel- & Sehnenverletzungen: Schmerzen bei Belastung des betroffenen Muskels

Schädigungen der Gelenke: Beschwerden, die sich im Laufe der Zeit steigern; von Anlaufschmerzen über Belastungsschmerzen bis hin zu Schmerzen in Ruheposition

Durchblutungsstörungen: Schwellung des gesamten Beins oder der betroffenen Wade; Taubheitsgefühl; Auftreten von Krampfadern; bei paVK bessern sich die Schmerzen beim Stehen

Nervenerkrankungen: Kribbeln, Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen

Weitere Ursachen: Entzündungen, Bandscheibenvorfall, Fehlstellung, Osteoporose

Diagnose: Anamnese, bildgebende Verfahren (Röntgen, MRT, CT, Ultraschall), Blutuntersuchung, Arthroskopie, elektrophysiologische Verfahren bei neurologischen Beschwerden

Behandlung: Abhängig von der Ursache, z.B. Ruhigstellung & Stabilisierung, Kühlung, schmerzhemmende Medikamente, Physiotherapie, Ernährungsumstellung, Kompressionsstrümpfe, etc.

Vorbeugung: Regelmäßiges Kraft- & Ausdauertraining, gesunde Lebensweise, ausgewogene Ernährung

Unsere Beine tragen uns weitgehend verlässlich durchs Leben. Oft ist uns gar nicht bewusst, welche Leistung sie dabei bringen. Erst nach Unfällen, Verletzungen oder bei Beschwerden fällt uns auf, dass wir sie täglich brauchen. Besonders unangenehm ist es, wenn wir Schmerzen in den Beinen haben, ohne die Ursache dafür zu kennen. Im folgenden Artikel zeigen wir Ihnen zahlreiche Faktoren, die der Grund für Ihre Beinschmerzen sein können. Sie erfahren, was Sie selbst dagegen tun können und wie den Schmerzen in den Beinen vorgebeugt werden kann.

Das Symptom Beinschmerzen: Was versteht man unter Schmerzen im Bein?

Schmerzen im Bein selbst sind keine Erkrankung, sondern ein Symptom. Sie können an verschiedenen Stellen unserer Beine auftauchen, unterschiedliche Gefühle hervorrufen (Kribbeln, Ziehen, Drücken etc.) und in jedem Ausmaß auftreten. Die Beschwerden können bei Belastung, beispielsweise beim Gehen oder Laufen stärker werden oder auch in Ruhestellung vorhanden sein.

Wichtig

Das Symptom „Schmerzen im Bein“ kann Folge einer Überlastung beim Sport, einer Verletzung, einer Durchblutungsstörung oder einer Entzündung sein. Nur ein Mediziner oder Physiotherapeut kann die tatsächliche Ursache für Ihre Beschwerden diagnostizieren und eine geeignete Therapie einleiten.

Folgende Schmerzen & Beschwerden können im Beim auftreten:

  • Drückende Schmerzen
  • Kribbeln
  • Schwellungen
  • Ziehen
  • Schmerzen unter Belastung, beim Laufen oder Treppensteigen
  • Schmerzen in Ruhe
  • Schmerzen nach dem Aufstehen

Wodurch Schmerzen im Bein entstehen

Verletzungen & Überlastung als Ursache für Schmerzen im Bein

Verletzungen sind ein sehr häufig auftretender Auslöser von Schmerzen im Bein. Sie reichen von einer Prellung, einer Verstauchung des Knöchels bis hin zu Knochenbrüchen.

Unfälle, etwa beim Sport oder im Straßenverkehr können zum Bruch der knöchernen Strukturen in unseren Beinen führen, etwa des Oberschenkels, des Schien- oder Wadenbeins oder der Fußknochen. Sportunfälle oder das Umknöcheln im Alltag gehen oft auch mit einer Verletzung der Bänder oder einer Gelenkskapsel einher. Das passiert vor allem bei ruckartigen Bewegungen.

Hinweis

Knochenbrüche, Bänderverletzungen oder Verstauchungen sind häufig von einer starken Schwellung und Bewegungseinschränkung des betroffenen Körperteils begleitet. Das Bein muss sofort hochgelagert und gekühlt werden.

Bei sportlicher Betätigung können nicht nur Knochen und Bänder in Mitleidenschaft gezogen werden, sondern auch Muskeln und Sehnen. Gab es eine besonders hohe Krafteinwirkung auf eine Muskelpartie, spricht man von einer Prellung. Fand eine Überlastung oder Überdehnung statt, bezeichnet man die Verletzung als Zerrung. Ist die Dehnung und Belastung eines Muskels so groß, dass er reißt, liegt ein sogenannter Muskelfaserriss vor.

Symptome für Sehnen- und Muskelverletzungen im Bein:

  • Schmerzen bei Druck oder Belastung der betroffenen Körperstelle, Schwellung (Muskelprellung)
  • Schmerzen bei Bewegung oder Belastung des betroffenen Muskels (Muskelzerrung)
  • Dauerhafte Schmerzen, die bei Belastung noch stärker werden & Auftreten einer Schwellung (Muskelfaserriss)

Die PECH-Regel

Schmerzen in den Beinen nach dem Sport

Schmerzen in den Beinen nach sportlicher Betätigung oder Mehrbelastung der Muskulatur der Beine können auch zu weitgehend harmlosen Folgeerscheinungen führen.

Dazu zählt beispielsweise der Muskelkater, der zumeist mehrere Stunden oder Tage nach dem Sport an der belasteten Stelle auftritt: Die Bewegung oder Anspannung der betroffenen Muskeln löst Schmerzen aus, sie sind empfindlich auf Druck und kraftlos. Die Schmerzen entstehen durch mikroskopisch kleine Verletzungen oder Risse in den Muskelfasern. Sie heilen nach etwa einer Woche ab und hinterlassen keine bleibenden Schäden.

Eine Überlastung der Muskeln und vermutlich auch ein Mineralstoffmangel kann zu Muskelkrämpfen führen. Ein gewöhnlicher Muskelkrampf zeigt sich durch eine schmerzhafte, unwillkürliche Anspannung einer Muskelgruppe, häufig in den Waden oder Zehen. Im Akutfall hilft es, die verkrampfte Muskelpartie zu dehnen

Schmerzen im Bein aufgrund von Schäden im Gelenk

Nach einer Verletzung oder mit fortgeschrittenem Lebensalter nimmt das Risiko für einen Knorpelschaden im Knie zu. In der Medizin wird dies als Arthrose bezeichnet: Eine Abnutzung des Knorpels im Kniegelenk.

Hinweis

Geschädigter, abgenutzter Knorpel kann nicht mehr nachwachsen. Bei starken Beschwerden bleibt nur noch der künstliche Ersatz des Kniegelenks.

In beinahe jedem Gelenk unseres Körpers sind die beteiligten Knochen mit Knorpel überzogen. Das ist ein Gewebe, das dem Knochen ähnlich, biegungs- und druckelastisch ist. Im Kniegelenk dient der Knorpel als Stoßdämpfer. Er stellt das reibungslose Gleiten der beiden Gelenkflächen sicher.

Ist der Kniegelenksknorpel abgenutzt, reiben zwei Knochen aufeinander. Die Entstehung einer Arthrose äußert sich durch folgende Anzeichen:

  • Anlaufschmerzen, die nach einiger Bewegung verschwinden: Zeigen sich im Anfangsstadium der Arthrose, wenn der Knorpel leichte Abnutzungen aufweist.
  • Belastungsschmerzen, die bei und nach körperlicher Beanspruchung des Gelenks auftreten: Fortschreitender Verschleiß des Knorpels.
  • Ruheschmerzen, die auch ohne Belastung bestehen: Sind ein Zeichen für eine Entzündung im Kniegelenk, die durch die Knorpelschädigung entstanden ist.
Hinweis

Wenn Sie vermuten, an einer Arthrose zu leiden, konsultieren Sie einen Physiotherapeuten, Orthopäden oder Sportmediziner. Der Verlauf kann durch gezielte Bewegungsübungen und Sport (Physikalische Therapie) verlangsamt werden. Entzündungs- und schmerzhemmende Medikamente unterstützen Betroffene.

Durchblutungsstörungen als Ursache für Schmerzen im Bein

Wenn keine Verletzung oder ein Unfall stattgefunden hat und die Schmerzen vor allem während des Gehens in Waden und in Ruhe in den Zehen auftreten, dann handelt es sich vermutlich um Durchblutungsstörungen: Die Blutgefäße in den Beinen sind durch eine Arteriosklerose (Verkalkung der Gefäße) verengt, sodass das Blut nur sehr schwer fließen kann. Das führt zu Schwellung und Schmerzen im Bein.

Hinweis

Auch Beschwerden, die einem Muskelkater ähneln und mit einer Schwellung oder Verfärbung der betroffenen Hautstelle einhergehen, können ein Hinweis auf Durchblutungsstörungen sein.

Eine Durchblutungsstörung kann außerdem durch eine Thrombose, ein Blutgerinnsel, bedingt sein. Der Verschluss eines Blutgefäßes durch das Gerinnsel im Bein führt zu starken Schmerzen aufgrund der verringerten Blut- und Sauerstoffversorgung der Muskeln.

Eine Venenschwäche im Bein äußert sich folgendermaßen:

  • Auftreten von Besenreißern (feine Venen, die bläulich durch die Haut scheinen) durch die Stauung von Blut in den Venen – Vorstufe von Krampfadern
  • Bildung von Krampfadern (stark sichtbare, bläulich erscheinende Venen unter der Haut)
  • Plötzliches Auftreten von Wunden oder Geschwüren ohne bekannten Grund

Wenn sich große Wunden bilden, die nur sehr schlecht heilen („offenes Bein“), dann ist der Patient von einer chronisch-venösen Insuffizienz betroffen. Diese entsteht, wenn der Rückfluss des Blutes in das Herz stark gestört ist, weil die Venenklappen durch ein Blutgerinnsel beschädigt wurden.

Die Schmerzen im Bein bessern sich beim Gehen

Wenn sich Ihre Beinschmerzen beim Gehen bessern, liegt möglicherweise ein Venenleiden vor. Die Schmerzen, die durch den Rückstau von Blut und den dadurch entstehenden Überdruck verursacht werden, stellen sich meist nach längerem Stehen oder Sitzen wieder ein.

Hinweis

Venenerkrankungen lösen ein Spannungsgefühl aus. Wenn Sie sich bewegen, lässt das unangenehme Gefühl nach. Stechende Schmerzen deuten auf eine Venenentzündung oder Thrombose hin.

Krampfadern können nicht nur Schmerzen bereiten, von ihnen geht auch eine andere Gefahr aus: Das Risiko, eine Thrombose zu entwickeln, ist bei unbehandelten Krampfadern sehr hoch.

Folgende Symptome können auf eine Thrombose hinweisen:

  • Wadenschmerzen oder Druck auf den Waden
  • Starke Beschwerden beim Gehen und Stehen
  • Überwärmung
  • Schmerzen in den Fußsohlen unter Belastung
  • Fieber und erhöhte Entzündungswerte

Treten diese Anzeichen bei Ihnen auf, hat sich ein Blutpfropfen an einer Venenwand gebildet. Wenn sich dieser löst, kann er mit dem Blut durch den Körper wandern und an einer Engstelle im Gewebe stecken bleiben. Dort führt er dann zu einer Durchblutungsstörung (Embolie). Besonders gefährdet sind die kleinen Gefäße in der Lunge.

Wichtig

Wenn Sie unter Krampfadern leiden, sollten Sie diese regelmäßig von einem Venenspezialisten untersuchen lassen.

Die Schmerzen im Bein bessern sich beim Stehen

Wenn sich Ihre Beinschmerzen im Stehen bessern, sind unter Umständen Ihre Arterien erkrankt. Diese Schmerzen entwickeln sich beim Gehen und können so stark werden, dass Sie immer wieder stehen bleiben müssen. Dann lässt der Schmerz nach.

In der Medizin heißt dieses Leiden arterielle Verschlusskrankheit (paVK). Im Volksmund wird es Schaufensterkrankheit genannt, weil die Betroffenen oft vorgeben, sich beim häufigen Stehenbleiben Schaufenster anzuschauen.

Weitere Anzeichen für eine arterielle Verschlusskrankheit (paVK):

  • Kältegefühl in den Beinen
  • Veränderungen der Haut, Haarausfall
  • Blässe, nachdem die Beine hochgelagert wurden
  • Rötung, nachdem die Beine tief gelagert wurden

Neurologische Erkrankungen, die zu Schmerzen im Bein führen

Nerven durchziehen unseren gesamten Körper. Sie helfen uns dabei, unsere Umwelt wahrzunehmen: zu sehen, zu fühlen, zu hören, zu riechen oder zu schmecken. Dank der Nerven können wir unsere Muskeln anspannen und entspannen, uns bewegen und aber auch Schmerzen wahrnehmen.

Hier möchten wir Sie auf Nervenerkrankungen hinweisen, die zu Schmerzen im Bein führen können:

  • Polyneuropathie
  • Restless Legs Syndrom
  • Ischias bzw. Ischialgie

Schmerzen im Bein durch Polyneuropathie

Eine Erkrankung des Nervensystems ist beispielsweise die Polyneuropathie. Darunter versteht man eine Störung der Funktion der Nervenfasern, die den gesamten Körper betreffen kann.

Polyneuropathie in den Beinen führt zu folgenden Symptomen:

  • Schmerzen in den Beinen
  • Taubheitsgefühle
  • Kribbeln
  • Krämpfe
  • Beschwerden beim Gehen

Schmerzen im Bein durch das Restless Legs Syndrom

Treten die Schmerzen im Bein ausschließlich im Liegen oder Sitzen auf, leiden Sie möglicherweise am Restless Legs Syndrom. Die Erkrankung äußert sich durch unangenehme Empfindungen, Kribbeln oder Brennen in den Beinen. Manche Betroffenen vergleichen das Gefühl mit über die Beine laufenden Ameisen.

Diese Symptome können auf Erkrankungen wie Parkinson oder Multiple Sklerose hinweisen, aber auch durch eine Mangelerscheinung bedingt sein. Bei einem Großteil der Betroffenen ist das Restless Legs Syndrom jedoch genetisch bedingt und vererbt.

Hinweis

Leider gibt es keine Heilung für das Restless Legs Syndrom. Ihr Arzt kann Sie nach der Diagnosestellung über geeignete Medikamente beraten.

Schmerzen im Bein durch Ischialgie (Ischias)

Ziehen sich die Schmerzen vom Rücken/der Wirbelsäule bis ins Bein, dann ist die Ursache dafür höchstwahrscheinlich der Ischias-Nerv. Unter dem Begriff Ischias werden umgangssprachlich alle Beschwerden diesen Nerv betreffend zusammengefasst. Der Mediziner spricht dabei von der Ischialgie.

So äußert sich der Ischias/die Ischialgie:

  • Ziehende Schmerzen im Rücken und Oberschenkel
  • Kribbeln
  • Schmerzen, die kleinen Stromschlägen ähneln
  • Taubheitsgefühle
  • Lähmungserscheinungen

Häufige Ursachen für Beschwerden am Ischias sind Muskelentzündungen oder -Verspannungen. Auch Gelenkrheuma, eine Wirbelkörperverletzung oder ein Bandscheibenvorfall kann zu Ischias-Schmerzen führen.

Bei einer rechtzeitigen Diagnose stehen die Chancen für eine vollständige Heilung der Ischias-Schmerzen sehr gut. Diese wird zumeist durch schmerzlindernde Medikamente und Physiotherapie/Heilgymnastik erreicht.

Weitere Ursachen für Schmerzen im Bein

Eine weitere häufige Ursache für Schmerzen im Bein, die von einem Mediziner festgestellt werden muss, sind Entzündungen, beispielsweise

  • Entzündung der Gelenke (Arthritis)
  • Entzündung der Sehnenscheide (Tendovaginitis)
  • Entzündung des Schleimbeutels (Bursitis)
  • Entzündung des Knochenmarks (Osteomyelitis)
  • Entzündung der Knochenhaut des Schienbeins

Auch Gicht, die Ansammlung von Harnsäure im Blut, kann zu schmerzhaften Gelenkentzündungen in den Beinen und Füßen bzw. insbesondere den Zehen führen.

Hinweis

Bei einer Entzündung schmerzt die betroffene Stelle sehr stark, sie ist gerötet, schwillt an und wird heiß.

Je nach Lage kann ein Bandscheibenvorfall zum Beispiel an der Lendenwirbelsäule zu starken Schmerzen in einem oder beiden Beinen führen. Durch die Beeinträchtigung der Nervenbahnen an der Wirbelsäule kommt es zu Taubheitsgefühlen, Lähmungserscheinungen oder Sensibilitätsstörungen, entweder am Bein oder an den oberen Gliedmaßen.

Langfristig führt auch eine Fehlstellung der Beine am Hüft-, Knie- oder Sprunggelenk zu einseitiger Überbelastung und Schmerzen im Bein.

Ältere Personen sind, oft auch aufgrund genetischer Vorbelastung von Knochenschwund bzw. Osteoporose betroffen. Bei dieser Erkrankung nimmt die Widerstandsfähigkeit der Knochen stark ab, sodass sie schon unter leichter Belastung brechen.

Eine mögliche, aber sehr seltene Ursache für Schmerzen im Bein ist ein Tumor, wie beispielsweise Knochenkrebs. Diese Form macht nur rund eine von 100 Krebserkrankungen aus.

Ab wann sollte man bei Schmerzen im Bein zum Arzt?

Wenn den Schmerzen ein Unfall oder eine Sportverletzung zugrunde liegt, sollte man mit dem Arztbesuch nicht lange warten. Nur ein Mediziner mit der entsprechenden Ausstattung kann eine Verletzung an den Beinen diagnostizieren und die entsprechenden Therapieschritte einleiten.

Diese Ärzte sind bei Schmerzen im Bein die richtigen Ansprechpartner:

  • Hausarzt/Allgemeinmediziner, der zum Spezialisten überweisen kann
  • Notaufnahme im Krankenhaus direkt nach der Verletzung
  • Sportmediziner, nach Sportunfällen/Belastungsschmerzen beim Training
  • Orthopäde, wenn Haltungsschäden hinter den Beschwerden stecken könnten
  • Neurologe, insbesondere bei Kribbeln und Taubheitsgefühl im Bein
  • Venerologe, bei starken Schwellungen und möglichen Durchblutungsstörungen
Achtung

Nach einem Sportunfall, der zu Schmerzen in den Beinen geführt hat, sollte man diese möglichst stabil lagern und auch nicht mehr belasten. Ein Eisbeutel lindert die ersten Symptome. Wenn das Gehen nicht mehr möglich ist, sollte die Rettung alarmiert werden.

Haltendie Beschwerden mehrere Tage an oder verschlimmern sie sich, sollte dies ebenfalls beim Arzt abgeklärt werden – insbesondere dann, wenn davor keine sportliche Betätigung oder ein Unfall passiert ist. Blessuren in den Beinen, die nicht behandelt werden, können zu lebenslangen Einschränkungen führen! Kribbeln, Kältegefühl oder eine starke Schwellung darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Diagnose bei Beinschmerzen

Diese Methoden werden zur Diagnosestellung bei Schmerzen im Bein angewendet:

  • Anamnese/Patientengespräch
  • Bildgebende Verfahren: Röntgen, CT, MRT, Ultraschall
  • Gelenkpunktion, Spiegelung, Arthroskopie
  • Blutuntersuchung
  • Neurologische Testungen

Diagnose bei Beinschmerzen

Patientengespräch bei Schmerzen im Bein

Im Zuge der Anamnese macht sich der Mediziner ein Bild von Ihren Beschwerden. Sie beschreiben ihm, wo die Schmerzen im Bein auftreten und welches Gefühl sie auslösen (Kribbeln, Ziehen, Drücken usw.). Entscheidend ist außerdem, in welchen Situationen die Leiden auftreten:

  • Spüren Sie sie ausschließlich bei Belastung oder treten sie nur in Ruheposition auf?
  • Bessern sich die Beschwerden nach einigen Schritten oder werden sie stärker?

Ebenso sind das erste Auftreten der Schmerzen, mögliche Begleitumstände oder Vorerkrankungen entscheidend.

Körperliche Untersuchung bei Schmerzen im Bein

Nach dem Patientengespräch erfolgt die körperliche Untersuchung. Diese wird zunächst durch das genaue Betrachten und Betasten der betroffenen Körperstellen durchgeführt. Dabei untersucht der Arzt das Bein auf Schwellungen, Unregelmäßigkeiten, Krampfadern und ähnliches. Gegebenenfalls wird auch die Beweglichkeit der Gelenke überprüft. Diese Vorgehensweise hilft dem Mediziner, die Ursache für die Schmerzen im Bein weiter einzugrenzen.

Bildgebende Verfahren zur Diagnostik bei Beinschmerzen

Ja nach dem, auf welchen Auslöser die Diagnostik hinausläuft, werden bildgebende Verfahren angewendet:

  • Röntgenaufnahmen bei Verdacht auf Knochenbruch
  • MRT (Magnetresonanztomographie) und CT (Computertomographie) bei möglichen Knochenbrüchen, Bänder- oder Sehnenverletzungen und Arthrose
  • Arthroskopie (Gelenkspiegelung) zur Feststellung von Knorpeldefekten sowie zur Versorgung von Verletzungen des Meniskus
  • Angiographie, wenn eine Durchblutungsstörung vorliegen könnte
  • Ultraschalluntersuchungen zur Prüfung der Blutgefäße

Schmerzen im Bein: Sonstige Diagnosemethoden

Zur Prüfung der Funktion der Nervenbahnen kommen sogenannte elektrophysiologische Verfahren zum Einsatz. Darunter fällt beispielsweise die Elektromyographie (EMG), mithilfe derer die Aktivität eines Muskels untersucht werden kann. Auch die Geschwindigkeit der Weiterleitung in den Nerven wird bei einem Verdacht auf eine neurologische Erkrankung geprüft.

Bei einer Blutuntersuchung wird ermittelt, ob eine Entzündung im Körper vorliegt. Der Hämatokrit-Wert sowie die Entzündungswerte erlauben Schlüsse über Infektionen aber auch Durchblutungsstörungen. Gleichzeitig wird festgestellt, ob Tumormarker einen Hinweis auf eine Krebserkrankung geben.

Behandlung & Therapie bei Schmerzen im Bein

Die Behandlungsmethoden bei Beinschmerzen hängen stark von der jeweiligen Ursache ab.

Bei Schmerzen infolge einer (sportlichen) Überlastung reicht die körperliche Schonung und gegebenenfalls die unterstützende Anwendung von schmerzlindernden Salben aus.

Verletzungen der Knochen, einfache Zerrungen oder Überdehnungen der Bänder werden durch Ruhigstellung, kühlende Umschläge sowie Schmerztabletten therapiert. Nur in sehr schweren Fällen sind bei Knochenbrüchen bzw. Bänder-, Sehnen und Muskelverletzungen Operationen notwendig.

Mögliche Schäden an den Gelenken (Knorpelschaden, Arthrose) werden bei einer Arthroskopie untersucht, eingeschätzt und gegebenenfalls behoben. Lösen Knorpelabnutzungen starke Schmerzen oder Entzündungen aus, können sie durch Gelenkspritzen mit entzündungshemmenden Mitteln und/oder einem Lokalanästhetikum gelindert werden.

Bei Durchblutungsstörungen kommen je nach Ausmaß folgende Therapien zum Einsatz:

  • Umstellung der Ernährung
  • Körperliche Betätigung, Physiotherapie oder Krankengymnastik
  • Blutverdünnende Medikamente
  • Kompressionsstrümpfe bei Krampfadern
  • Verödung der Venen bei Krampfadern

Tipps zu Selbsthilfe & Vorbeugung bei Schmerzen im Bein

Je nach dem, welche Ursache für die Beinschmerzen verantwortlich ist, können selbstständig Maßnahmen zur Linderung ergriffen werden.

Achtung

Wenn die Schmerzen durch einen Unfall ausgelöst wurden, sollten sie jedenfalls beim Arzt abgeklärt werden. Dasselbe gilt bei einem Verdacht auf Durchblutungsstörungen.

Nur ein Mediziner oder Physiotherapeut kann eine Diagnose stellen und entsprechende Therapiemaßnahmen einleiten. Hier sollten keine selbstständigen Behandlungsmethoden eingesetzt werden.

Die Erstmaßnahmen direkt nach einem Unfall umfassen:

  • Hochlagerung des Beins
  • Anlegen von kühlenden Umschlägen
  • Stabilisierung des Beins
  • Aufsuchen der Notaufnahme

Auch bei akut auftretenden Durchblutungsstörungen muss ein Arzt kontaktiert werden.

Bei Muskelkater, Krämpfen und Beschwerden, die durch eine körperliche Überlastung ausgelöst wurden, ist statt der Kühlung eine sanfte Wärmeanwendung notwendig. Aber Achtung: Wenn sich die Schmerzen durch die Wärme verschlechtern, kann eine Entzündung vorliegen, die unbedingt beim Arzt abgeklärt werden sollte.

Schmerzen im Bein beugt man am besten durch regelmäßige, den eigenen Fähigkeiten entsprechende Bewegung und sportliche Betätigung vor. Der Physiotherapeut kann dabei helfen, individuelle Trainings oder Bewegungsübungen zusammenzustellen. Das Risiko für Durchblutungsstörungen als Folge von Arteriosklerose wird durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung verringert.

Vorsicht

Versuchen Sie nicht, neu aufgetretene, besonders starke Beschwerden selbstständig zu behandeln. Auch wenn die Schmerzen sich nach einigen Tagen nicht bessern oder gar schlechter werden, ist eine Untersuchung absolut notwendig! Auch wenn Sie unsicher über die Ursache sind, schadet es nicht, einen Arzt aufzusuchen.

Expertentipp zur Vorbeugung von Krampfadern

Wer an Krampfadern leidet, kann selbst viel gegen die Beschwerden und das Voranschreiten der Erkrankung tun. Hier ein paar Tipps der Spezialisten vom „Gefäßzentrum Berlin“.

Positive Wirkung bei Krampfadern:

  • Kühles Duschen der Beine: Die optimale Wassertemperatur liegt bei 16 °C. Bei Herzschwäche oder Arthrose der Füße fragen Sie vorher Ihren Hausarzt.
  • Ausdauersport wie Laufen, Radfahren und Schwimmen
  • Nächtliches Hochlagern der Beine: Dazu sollte das Fußende des ganzen Bettes hochgestellt werden, um eine Überstreckung des Knies zu vermeiden.
  • Viel Trinken: Mindestens zwei Liter Flüssigkeit pro Tag!
  • Bequemes Schuhwerk mit flachen Absätzen und ab und zu auch Barfußlaufen

Bei Krampfadern sollte folgendes vermieden werden:

  • Sonne und Temperaturen über 28 °C, Wärmflaschen, heiße Bäder oder Saunabesuche
  • Langes Sitzen oder Stehen
  • Häufiges, schweres Heben, Kraftsport, Kegeln, Pressen beim Stuhlgang
  • Sportarten, bei denen man sich leicht verletzen kann
  • Schuhe mit hohen Absätzen
  • Rauchen

Darüber hinaus empfehlen die Berliner Gefäßspezialisten zur Vermeidung von Krampfadern, Medikamente (auch die Anti-Baby-Pille) „nur nach vorheriger Rücksprache und unter laufender Kontrolle des behandelnden Arztes“ einzunehmen.

Achtung

Bei neu auftretenden Beschwerden, etwa anhaltendem Muskelkater der Beine, Husten, Atemnot oder Schwindel über mehr als zwei Tage, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Vorsicht ist bei wissenschaftlich nicht ausreichend belegten Therapiemethoden gegen Krampfadern angezeigt, etwa bei einer Eigenbluttherapie.

Fazit zu Schmerzen im Bein

Schmerzen im Bein, egal ob sie durch einen Unfall oder eine unbekannte Ursache ausgelöst wurden, können sehr belastend sein. Noch wichtiger ist es deshalb, neu aufgetretene Beschwerden beim Arzt abklären zu lassen. Die Heilung von Knochenbrüchen oder Bänderverletzungen kann sehr langwierig sein, wenn sie nicht medizinisch begleitet wird. Gleichzeitig steigt dabei das Risiko, dass Schäden zurückbleiben.

Auch der Verdacht auf eine Durchblutungsstörung sollte beim ersten Auftreten von einem Mediziner überprüft und diagnostiziert werden. Venenverschlüsse in Folge eines Blutgerinnsels oder die arterielle Verschlusskrankheit können sogar lebensgefährlich sein.

Zum Glück existieren aber einige hilfreiche Maßnahmen, mit denen den Schmerzen im Bein effektiv vorgebeugt werden kann. Regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining (bei Bedarf angeleitet durch einen Physiotherapeuten) beugt nicht nur Gefäßerkrankungen oder Knorpelschäden, sondern auch Verletzungen durch Unfälle vor.

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