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Kleine Schnullerkunde

Informieren Sie sich vor dem Kauf eines Schnullers genau über die Vor- und Nachteile. Recherchieren Sie Material (Latex etc.) sowie Form! (Urheber: FotoAndalucia | Adobe Stock)

Der Beruhigungssauger ist für viele Babys und Kleinkinder ein unverzichtbarer Tröster. Auf Dauer kann er jedoch den Zähnen schaden, und in manchen Modellen stecken Schadstoffe.

Der Saugreflex ist allen Babys angeboren und dient nicht allein der Nahrungsaufnahme. Denn beim Nuckeln produziert der Körper Hormone, die beruhigend wirken ­ und Saugen kann sogar die Verdauung fördern.

Latex oder Silikon?

Latex, hergestellt aus Naturkautschuk, ist robuster als Silikon, wird aber schneller porös und mit der Zeit klebrig. Zudem kann Latex Allergien auslösen. Ein Sauger aus Silikon ist starrer und glatter, jedoch können Babys, die schon Zähne haben, aus dem Silikon leichter Stückchen ,,abbeißen” und verschlucken.

Spätestens dann, wenn Ihr Baby seinen ersten Zahn hat, sollten Sie auf einen Latexschnuller umsteigen.

Welche Form, um Zahnschäden vorzubeugen?

  • Kiefergerechte Sauger: Schnuller mit unten abgeflachtem Saugteil (verschiedene Anbieter, z. B. nip, NUK, MAM) sollen der Zunge mehr Raum lassen. Auch die Auflage für die Lippen ist schmaler als bei den folgenden Saugertypen, sodass einem offenen Biss mit vorstehenden Schneidezähnen vorgebeugt wird. Bei den Saugern in Kirschform (verschiedene Anbieter, z. B. nip) ist es egal, wie herum sie in den Mund gesteckt werden. Die Form des Saugteils ist der Brustwarze nachgebildet. Das soll einer Saugverwirrung bei Brustkindern vorbeugen.
  • Sauger in Tropfenform: Tropfenförmige Sauger (z. B. von Avent) sind den Rundsaugern sehr ähnlich, aber etwas flacher.
  • Sauger komplett aus Latex: Hier gibt es nur ein einziges Modell, den Goldi Beruhigungssauger, bei dem das Schild genauso weich ist wie der Sauger, der der Brustwarze nachgebildet ist.

Wichtig: Um Ihr Kind vor Zahnfehlstellungen zu schützen, sollten Sie ihm den Schnuller so selten und so kurz wie möglich geben. Auch kiefergerechte Sauger können bei häufigem Gebrauch zu Zahnfehlstellungen führen! Besonders zahnfreundlich ist der Schnuller Dentistar (von Babynova), der einen extra schmalen und abgewinkelten Schaft hat.

Manche Schnuller geben Schadstoffe ab

Latexsauger können durch den Herstellungsprozess (Vulkanisieren) krebserregende Nitrosamine enthalten und abgeben. Durch Auskochen des Saugers lassen sich die Schadstoffe reduzieren. Bei einer 2009 von Öko-Test durchgeführten Untersuchung waren der Beauty Baby Beruhigungssauger sowie der Babydream Beruhigungssauger am stärksten belastet.

Die Kunststoff-Schilde der Schnuller, die in der Regel aus Polycarbonat bestehen, können Bisphenol A (BPA), eine hormonell wirksame Chemikalie, abgeben. Das hat eine von der Umweltschutz-Organisation BUND durchgeführte Untersuchung ergeben. Mehrere Hersteller (so etwa Mapa, dm-Drogerie Markt und Novatex) reagieren inzwischen auf diese Ergebnisse und werden ab Anfang 2010 auf BPA in der Produktion verzichten.

Mein Tipp: Achten Sie auf Produkte, die als ,,Bisphenol-A-frei” oder ,,BPA-free” auf der Packung ausgelobt sind (z. B. von MAM, Babynova)!

Schnuller-Hygiene

  • Den Schnuller vor dem ersten Gebrauch abwaschen und auskochen oder im Vaporisator sterilisieren.
  • Bei täglicher Benutzung den Nuckel jeden Tag unter heißem Wasser waschen, ein- bis zweimal wöchentlich auskochen.
  • Schnuller niemals ablecken, da hierbei Kariesbakterien von den Eltern aufs Baby übertragen werden können.
  • Schnuller regelmäßig überprüfen. Ist das Saugteil klebrig, rissig oder porös, sollte der Schnuller ausgetauscht werden, ansonsten spätestens alle zwei bis drei Monate.
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