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Bypass OP - Operationsmethode & Nachsorge

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Alle Informationen über die Bypass Operation

Definition: Reparatur eines verengten Blutgefäßes

Möglichkeiten: Umleitung mithilfe eines Venenstücks oder Weitung des Gefäßes mithilfe eines Stents

Warnsignale: Druck & Schmerzen in der Brust oder Probleme beim Atmen

Erste Schritte: Medikamente, Operation ist erst als letzte Option angeraten

Reha: Nach der Operation folgt eine lange Rehabilitationsphase, die wichtig für die Genesung ist

Definition Bypass Operation: Was ist ein Bypass?

Unter einem sogenannten Koronararterien-Bypass, der typischen Form einer Bypass Operation, versteht man in der Medizin die Umgehung einer Verengung in Koronararterien. Dies sind die großen Blutgefäße an der Außenseite des Herzens, die den Muskel mit Blut versorgen.

Verstopfte Arterie

Dabei folgen die Ärzte einem uralten und sehr intuitiven Prinzip: Sie nehmen eine Umleitung. Genauso, wie Sie einen Umweg nehmen, wenn Ihnen ein Hindernis den Weg versperrt. Die entsprechende arterielle Engstelle wird dabei umgangen und der Blutfluss umgeleitet.

Wie häufig ist eine Bypass Operation?

Eine Bypass Operation ist in Deutschland nicht selten, die Zahlen gehen allerdings zurück. Während 1998 laut Herzbericht noch 74.003 koronare Bypass-Operationen stattfanden, sank die Anzahl 2010 auf unter 56.000 Operationen.

Trotzdem gilt die koronale Bypass-Operation seit ihrer Einführung in den späten 1960er Jahren als die häufigste Herzoperation in Deutschland.

Im Allgemeinen verläuft eine Bypass OP dazu recht sicher und die Patienten kommen relativ schnell wieder auf die Beine. Nur circa 3 % der Operationen enden heute tödlich und diese Zahl sinkt stetig.

Gleichzeitig verbessert ein Bypass nicht nur die Lebensqualität der Patienten deutlich, sondern verlängert auch das Leben. Dies gilt insbesondere im Falle einer Kombination mit entsprechenden Änderungen des Lebensstils. Gesündere, cholesterinarme Ernährung, der Verzicht auf Alkohol und Rauchen sowie ausreichende Bewegung gehören unbedingt dazu. Darüber hinaus kann eine medikamentöse Therapie zur Cholesterinsenkung zusätzlich angebracht sein.

Wann wird eine Bypass Operation notwendig?

Ein Bypass kann durch verschiedene Gegebenheiten notwendig werden. Zum einen führen natürlich einige Krankheiten des Herzens zu einer Notwendigkeit des Bypasses. Zum anderen kann alles, was in den Arterien zu Plaques, also verhärteten Substanzen, führen kann, eine Verengung auslösen und so einen Bypass erforderlich machen.

Unter den vielen möglichen Ursachen gehört besonders die koronare Herzkrankheit zur häufigsten Ursache für koronare Bypass-Operationen. Die Krankheit ist eine Folge der Atherosklerose. Diese bezeichnet eine zunehmende Ablagerung von Plaques an der Innenseite der Arterien. Die Plaques bestehen aus verschiedenen Substanzen wie unter anderem Fett, Cholesterin und Kalk. Sie verhindern, dass das Herz mit sauerstoffreichem Blut versorgt wird.

Diese Verminderung des Blutflusses nennen Ärzte Ischämie oder ischämische Herzkrankheit. Der Begriff entstammt dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „Zurückhalten des Blutes”. Durch diese Durchblutungsstörung wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt, was unter anderem zu Funktionsstörungen führt.

Die verminderte Durchblutung in den Koronararterien verursacht Schmerzen oder ein Druckgefühl im Brustkorb. Stress oder körperliche Anstrengung rufen unter Umständen eine Angina pectoris hervor.

Bypass OP notwendig

Auf die Warnsignale achten

Oft beginnt alles mit einem unangenehmen Druck in der Brust, beispielsweise beim Treppensteigen. Teilweise verschreiben Ärzte in diesem Fall ein Nitrospray, dessen Nitroglyzerin die Gefäße weitet und die Beschwerden unmittelbar lindert. Schnell jedoch kann der Druck einem regelrechten Schmerz weichen, sogar ohne dass eine unmittelbare Anstrengung ihm vorausgeht. 

Gerade wenn die Brustschmerzen auch in völliger Ruhe auftreten, bedeutete dies ein ernstes Warnsignal. Die Arterie könnte bald verstopfen und den empfindlichen Herzmuskel von der Blutversorgung abschneiden. Ein möglicherweise tödlicher Infarkt wäre die unvermeidbare Folge.

Herzinfarkt durch verstopfte Arterien

Eine vollkommen dichte Arterie kann schließlich zum Herzinfarkt führen.

Den Patienten mit koronarer Herzkrankheit verordnen Ärzte meist eine Veränderung des Lebensstils wie angepasste Ernährung und körperliche Aktivität. Hinzu kommen Medikamente zur Senkung von Cholesterin und anderen Blutfetten, um den drohenden Herzinfarkt zu vermeiden.

Verstopfte Arterien führen zu vermindertem Blutfluss und verursachen neben Schmerzen langfristig Herzinfarkte. Je nach Ausmaß der Erkrankung empfiehlt die Medizin eine koronare Bypass-Operation oder andere Eingriffe. Eine Bypass-Operation führt man im Allgemeinen durch, wenn eines der folgenden Kriterien zutrifft.

Kriterien für eine Bypass Operation

  • Es liegt eine zunehmende oder kräfteraubende Angina pectoris vor und mehrere Koronararterien sind blockiert.
  • Mehrere Koronararterien sind verstopft und die Hauptpumpe des Herzens, die linke Herzkammer, ist geschwächt.
  • Die linke Hauptkoronararterie, die die ganze linke Herzkammer versorgt, ist verstopft.

Bypass Operation: Risiko

  • Im ersten halben Jahr nach dem Einsetzen besteht ein Risiko von bis zu 40 %, dass ein zu starkes Zellwachstum das Gefäß erneut einengt.
  • In neun von zehn Fällen sind Bypässe mit einer Brustwandarterie nach 20 Jahren noch offen.
  • Nach zehn Jahren verschließt sich rund die Hälfte aller Venen-Bypässe.
  • Auch wenn ein Bypass wieder verstopft, leben zwei Drittel der Patienten nach zehn Jahren noch immer ohne Beschwerden.
  • Das Leben von Patienten, bei denen der große Hauptstamm der Kranzarterie verschlossen war, verlängert sich durch einen Bypass. Neun von zehn Patienten sind nach fünf Jahren noch quicklebendig. Bei einer Behandlung mit Medikamenten wäre der Statistik nach bereits jeder zweite Betroffene verstorben.
  • Die Lebenserwartung von Bypass-Patienten, deren Herzkraft nicht eingeschränkt ist, ist fast so hoch wie die von gesunden Menschen.
  • Das Risiko, während einer Bypass-Operation zu versterben, ist umso niedriger, je weniger das Herz zuvor geschädigt war. 97 von 100 Betroffenen überstehen die Operation.
  • Während des Eingriffs erleidet jeder 20. Patient einen Herzinfarkt. Dieser kann allerdings während der Operation erfolgreich behandelt werden.

Operationsmethoden: Unterschied zwischen Stent & Bypass

Wenn die Brustschmerzen zunehmen und Medikamente nicht mehr helfen, stellen in den meisten Fällen Ablagerungen in den Herzkranzarterien die Ursache dar. Die zarten Gefäße sind so weit verengt, dass kaum noch Blut den Herzmuskel durchströmt.

Um einen Infarkt zu verhindern, stehen Ärzte vor zwei Möglichkeiten: Sie überbrücken den Engpass mit einem Stück Vene, zum Beispiel aus dem Unterschenkel, oder sie platzieren ein Röhrchen an der Engstelle und verhindern auf diese Weise den Verschluss der Arterie. Die erste Variante ist der Bypass, bei der zweiten Möglichkeit handelt es sich um einen sogenannten Stent.

Wie funktioniert ein Stent?

Ein Stent bezeichnet ein bis zu 2 cm langes Metallgitterröhrchen.

Die Kardiologen platzieren es per Herzkatheter an der Engstelle in der Kranzarterie. Fest und sicher liegend, überwächst Gewebe den Stent nach ein paar Tagen. Der drohende Komplettverschluss der Arterie und damit der Herzinfarkt sind damit gebannt.

Ärzte verwenden heute in vielen Fällen Stents, die innen mit einem Medikament beschichtet sind. Der Wirkstoff setzt sich über ein paar Tage in regelmäßigen kleinen Dosen frei, sobald der Stent fest im Gefäß sitzt. Die Ärzte senken auf diese Weise das Risiko eines raschen Neuverschlusses des Herzkranzgefäßes von rund 25 auf 3 %.

Der Einsatz eines Stents gilt als weniger aufwändig als der Bypass. Während einer Herzkatheter-Untersuchung dehnt man den Engpass im Kranzgefäß zunächst mit Hilfe eines winzigen Ballons auf. Danach platzieren die Kardiologen den Stent. Dies erfordert keine Narkose. Lediglich die Region in der Leiste ist betäubt, über die man den Herzkatheter in eine große Arterie einführt.

Wie funktioniert eine Bypass Operation?

Die Bypass-Operation findet unter Vollnarkose statt. Zur Operation am Herzen müssen die Chirurgen das Brustbein der Länge nach aufsägen und den Brustkorb so weit aufklappen, dass das Herz frei liegt. Sie legen das Herz still und übergeben den Kreislauf an die Herz-Lungen-Maschine. Diese pumpt für die Dauer der Operation das Blut durch den Körper.

Anschließend entnimmt man aus dem Unterschenkel ein Stück Vene, schneidet es passend zu und pflanzt es als Bypass in das Gefäßsystem des Herzens ein. Entscheiden sich die Chirurgen für eine Brustwandarterie als Bypass, präparieren sie die Arterie und vernähen sie mit der verengten Kranzarterie.

Ist nur ein Kranzgefäß betroffen, lässt sich die Operation oft über kleine seitliche Einschnitte am Brustkorb durchführen. Das Herz schlägt dabei normal weiter. Bei dieser Methode setzen die Chirurgen Techniken der Schlüssellochchirurgie ein.

Bypass OP Dauer: Wie lange dauert eine Bypass Operation?

Nachdem der Chirurg den Bypass mit einer Kühllösung gespült und auf seine Durchlässigkeit überprüft hat, leitet er das Blut wieder durch das Herz. Bei den meisten Patienten beginnt es sofort von selbst zu schlagen, wenn es seine normale Temperatur wieder erreicht hat. Nur manchmal benötigt es dafür einen kurzen Stromschlag.

Wenn sicher ist, dass alle Nähte dicht sind und das Herz wie gewohnt schlägt, klemmen die Kardiotechniker die Herz-Lungen-Maschine ab und die Chirurgen verschließen den Brustkorb. Insgesamt dauert eine Bypass-Operation zwischen 3 und 6 Stunden.

Wesentlich schneller geht es beim Stent. Nach dem Einsetzen prüft der Arzt sorgfältig die korrekte Position des Röhrchens. In den meisten Fällen verwendet er dazu Kontrastmittel und einen Röntgenmonitor, nur in größeren Behandlungszentren kommt Ultraschall zum Einsatz. Routinierte Kardiologen benötigen dafür eine halbe Stunde.

Verbesserte Stentsicherheit durch Magnetismus

Auch Magnetismus wurde bislang als möglicher Weg untersucht, und zwar um die Wirksamkeit und Sicherheit von winzigen, implantierbaren Metallgittern (Stents) zu verbessern. Mit denen werden die verengten Blutgefäße des Herzens offengehalten.

Im Journal of the American College of Cardiology beschreiben Wissenschaftler 2006 eine Methode zur Magnetisierung von heilenden Zellen (Endothelzellen, also Zellen der Gefäßinnenschicht). Mit dieser Methode leitet man diese über den Blutstrom zu besonderen magnetischen Stents.

Zunächst werden die heilenden Zellen aus dem Blut isoliert und anschließend mit eisenhaltigen Partikeln befrachtet. Nachdem der magnetische Stent im Blutgefäß eingepflanzt wurde, führten die Wissenschaftler die beladenen Zellen wieder in den Blutstrom ein. Erste Ergebnisse zeigen eine 6- bis 30-fach höhere Anziehung der heilenden Zellen durch den magnetischen Stent im Vergleich zu Standardmethoden.

Endothelzellen bekämpfen zudem auf natürliche Weise die Entstehung von Blutgerinnseln. Die Wissenschaftler sagen, dass die schnelle Beschichtung eines Stents mit lebenden Zellen die Heilung des umliegenden Gewebes beschleunigt. Dadurch vermindert sich das Risiko der Blutgerinnselentstehung, sobald der Stent im Gefäß implantiert ist.

Stent OP: Risiken einschätzen

  • Bei Einsatz eines medikamentenbeschichteten Stents kommt es bei drei von 100 Patienten zu einem schnellen Verschluss des Stents.
  • Ein frühes Blutgerinnsel im Stent tritt nur bei jedem 20. Fall auf. Meist passiert dies noch in der Klinik.
  • Komplikationen wie Gefäßverletzungen durch den Katheter, Allergien gegen Röntgenkontrastmittel, Herzrhythmus-Störungen, Infektionen, Thrombosen und Verletzungen von Nerven treten selten auf.
  • Verschwindend gering sind Fälle, in denen der Stent vom Herzkatheter rutscht und im Kranzgefäß oder in der Körperschlagader verloren geht.
  • In den ersten vier Wochen, wenn die Metalloberfläche des Stents noch nicht mit Gewebe bedeckt ist, können sich im Stent Gerinnsel bilden, die das Gefäß verschließen und im ungünstigsten Fall einen Herzinfarkt hervorrufen.

Bypass Operation Nachsorge: Regeneration nach der Bypass OP

Eine Bypass-Operation bedeutet einen schweren Eingriff. Meist dauert es mehrere Wochen, bis der Patient wieder fit ist und zum Beispiel ohne Hilfe Treppen steigen kann. Um die Muskeln zu kräftigen, stehen deshalb ab Tag eins nach der Operation krankengymnastische Übungen auf dem Programm.

Die durch die Entnahme der kleinen Venenstücke entstandenen Wunden und das zerteilte Brustbein benötigen für die Heilung zwei Monate. Verläuft nach der Operation alles normal, geht es nach 14 Tagen in eine Reha-Klinik.

Spezielle Herz-Reha nach Bypass OP

Ein Herz-Rehabilitationsprogramm kann die Sterberate von Patienten über einen Zeitraum von 6 Jahren nach dem Eingriff nahezu halbieren. Dieses Rehabilitationsprogramm sollte einige Elemente beinhalten, die die Herzgesundheit fördern.

Elemente eines Herz-Rehabilitationsprogramms:

  • Körperliche Bewegung
  • Veränderung der Ernährungsweise
  • Optimale Einnahme der Medikamente

In einer Studie einer amerikanischen Klinik wurden 2.341 Patienten untersucht, die sich zwischen 1994 und 2008 einem angioplastischen Eingriff unterzogen hatten. Etwa 40 % dieser Patienten hatten anschließend ein Herz-Rehabilitationsprogramm absolviert. Dieses Programm senkte das Sterberisiko in den Jahren nach der Angioplastie um 45 bis 47 %. Das Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben, ging ebenso deutlich zurück.

Mittlerweile sind Herz-Rehabilitationsprogramme nach einem Herzinfarkt bereits Standard geworden. Welche Auswirkungen diese Rehas jedoch nach einer Angioplastie haben können, war bislang nicht bekannt. Leider werden in den USA diese Programme nur von weniger als einem Drittel der infrage kommenden Patienten durchlaufen.

Deshalb hoffen Herzspezialisten darauf, dass die Ergebnisse der zuvor genannten Studie dazu beitragen, dass diese lebensverlängernde Rehabilitationsmethode unter Betroffenen immer mehr Anklang findet.

Die Behandlung in der Reha kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Dies ist von der individuellen Heilung abhängig. Viele Patienten kämpfen nach dem Eingriff mit Depressionen und Konzentrationsproblemen. Vom ersten Tag an trainiert man sie deshalb darauf, über derartige Gefühle zu sprechen und die Operation als Neuanfang zu verstehen.

Bypass OP Kosten: Wie viel kostet eine Bypass Operation?

Privatpatienten kommen erhalten eine Rechnung über die verschiedenen Leistungen, die sie dann an ihre private Krankenkasse weiterleiten müssen. Wir nennen trotzdem ein paar Summen aus dem Bereich der großen Herzoperationen. In erster Linie gilt: Die Kosten unterscheiden sich je nach Bundesland, in dem sich das behandelnde Krankenhaus befindet und sind in der Regel eher von der durchschnittlichen Behandlungsdauer abhängig als von der Art der Operation.

Ein Bypass kostet entsprechend knapp 30.000 €, während ein Stent mit etwas über 16.000 € ungefähr bei der Hälfte liegt. Diese riesigen Summen rechtfertigen sich nicht bloß über die Gehälter der behandelnden Ärzte, sondern insbesondere über den medizinischen Aufwand in Form von verwendetem Material. Manchmal ist es zudem notwendig, dass spezielle Werkzeuge oder Apparate zur Verfügung stehen, die auf die Kosten vieler Operationen abgewälzt werden.

Bypass OP: Was übernimmt die Krankenkasse?

Die Kosten der Operation werden selbstverständlich von der Krankenkasse übernommen. Doch wie steht es um die anschließende Herz-Reha?

Normalerweise wird auch die Teilnahme an einem Herz-Rehabilitationsprogramm nach einer Angioplastie, einem Herzinfarkt oder bei den meisten Herzerkrankungen von den Krankenkassen übernommen. So sollte immer bedacht werden, dass eine Herz-Rehabilitationsmaßnahme nach einer Koronar-Angioplastie ein Leben verlängern kann. Es lohnt sich also den behandelnden Arzt zu fragen, wo möglichst wohnortnah an einem solchen Programm teilgenommen werden kann.

Informationen zum Bypass

Leben mit einem Stent: Nachsorge bei einer Stent Operation

Einfacher funktioniert es nach einer Stent-Implantation. Während des Eingriffs und am ersten Tag danach erhält der Patient per Infusion ein Medikament zur Hemmung der Blutgerinnung. Nach der Entlassung nimmt er das Medikament drei weitere Monate lang ein. In dieser Zeit besteht das Risiko einer Gerinnselbildung im Stent, weil das Gewebe das Metall langsam überwächst. Darüber hinaus kann die Einstichstelle für den Herzkatheter in der Leiste nachbluten.

Der Patient trägt deshalb für 24 Stunden einen Druckverband. Immer häufiger verschließt man die Punktionsstelle an der Leiste zudem mit einem speziellen System, sodass der Patient fast direkt nach dem Eingriff wieder aufstehen kann.

Bestehen keine Beschwerden, wird nach sechs Monaten eine Kontrolluntersuchung durchgeführt. Zudem verbringen auch viele Stent-Träger einige Wochen in einer Reha-Klinik.

Bypass oder Stent: Für wen eignet sich welches Verfahren?

Eine Bypass-Operation stellt die Methode der Wahl dar, wenn die großen Herzkranzgefäße betroffen sind. Eher ungeeignet ist ein Bypass, wenn kleine Verzweigungen der Herzkranzgefäße verengt sind oder das Herz durch mehrere Infarkte bereits stark geschädigt ist.

Auch wenn andere Organe so weit in Mitleidenschaft gezogen sind, dass eine mehrstündige Narkose und die Belastung einer großen Operation ein zu hohes Risiko darstellen, sehen die meisten Herzchirurgen von einem Bypass ab.

Stents setzt man in erster Linie bei Verengungen kleinerer Gefäße oder zur Vorbeugung einer erneut auftretenden Verengung ein. Darüber hinaus implantiert man Stents, wenn die Erweiterung eines Herzkranzgefäßes (Ballondilatation) misslingt oder ein gelegter Bypass ebenfalls verstopft.

Bypass Operation: Linderung, nicht Heilung

Die koronare Bypass-Operation spielt eine wichtige Rolle in der Behandlung der Koronaren Herzkrankheit, aber sie kann sie nicht heilen. Eine Operation kann die Symptome verbessern und sogar das Leben verlängern, wenn der linke Hauptstamm oder mehrere Gefäße mit Bypässen versorgt werden. Aber sie kann die Krankheit nicht beseitigen. Auch nach einer Operation ist eine strikte Behandlung der koronaren Herzkrankheit unter der Anleitung Ihres Arztes notwendig. Wenn ein Patient raucht, ist es unbedingt erforderlich, damit aufzuhören.

Wird der Bluthochdruck auf einen normalen Wert eingestellt, so kann das die Beanspruchung des Herzens mindern. Die Senkung des Cholesterins durch entsprechende Ernährungsweise, körperliche Aktivität und gegebenenfalls cholesterinsenkende Medikamente können weitere Verstopfungen der Gefäße verhüten helfen, die eventuell schwieriger zu behandeln sind.

Der LDL-Cholesterinwert („schlechtes Cholesterin”) sollte unter 100 mg/dl gesenkt werden, wenn an koronarer Herzkrankheit gelitten wird.

Der Bypass & Sport: Training mit Bypass

Viele Menschen, die früher sehr sportlich waren, fragen sich nach einer gut überstandenen und schon etwas zurückliegenden Bypass-Operation, ob – und wenn ja, wann – sie wieder wie gewohnt ihren Sport ausüben dürfen; wenngleich natürlich nicht in der alten Intensität und insgesamt etwas seltener.

Sport nach überstandener Bypass-Operation stellt kein Problem dar

Es ist überhaupt kein Problem, wenn langsam wieder mit dem Sport angefangen wird; ganz im Gegenteil, es fördert sogar die Herzgesundheit. Der Umfang des Trainings ist allerdings individuell. Es sollte mit dem Kardiologen abgesprochen werden, in wie weit der jeweilige Patient trainieren darf.

Nach einer Bypass-Operation ist übrigens Brustschwimmen ideal. Die Bewegungen dabei sind sehr symmetrisch, so wird das Brustbein zusammengehalten. Verzichten sollte der Patient aber noch eine Weile auf Rückenschwimmen. Hier entstehen nämlich sogenannte Scherkräfte. Diese können sich negativ auswirken.

Sehr zu empfehlen sind übrigens auch spezielle Herzsport-Gruppen. Hier haben Patienten ein Training unter ärztlicher Aufsicht. Der Vorteil: Es ist auf Herzkranke zugeschnitten und überfordert den Teilnehmer daher nicht.

Ausdauersport beugt Bypass vor

Viele Bypässe wären vermeidbar, denn das Herz ist durchaus auch in der Lage, sich selbst einen Bypass zu schaffen, wenn auch etwas anders als bei der operativen Variante: Wenn sich ein Mensch regelmäßig bewegt, dann bilden sich nämlich um das Herz neue Kapillargefäße, die sich wie Umgehungsstraßen rund um die großen Gefäße ziehen. Zudem weitet der Sport die Herzgefäße.

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