MenüMenü

Schwindel (Vertigo): Arten, Auslöser, Folgen und Prävention

Schwindel (Vertigo) ist die Manifestation eines gestörten Gleichgewichtssinns. Erfahren Sie hier, wie es zu dieser Störung kommen kann. (Foto: ArTo - Fotolia)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Das Gefühl, dass sich alles dreht, der Boden schwankt und man nach Halt suchen möchte, ist mehr als unangenehm. Jeder zehnte Patient in einer deutschen Allgemeinarztpraxis klagt über derartige Probleme beziehungsweise Symptome. Unter dem Begriff Vertigo versteht man diese Illusion einer Bewegung; häufig eines Drehens der Person oder der Umgebung – kurz: Schwindel.

Zu Schwindelgefühlen kommt es, wenn eine Störung des Gleichgewichtssinnes des Körpers vorliegt. Zu diesem System gehören verschiedene Sensoren. Sie übermitteln dem Gehirn Informationen über die Lage des Körpers im Raum – etwa ob wir stehen, liegen oder gehen.

Störung des Gleichgewichtssinnes als Ursache von Schwindel

Was gehört zum Gleichgewichtssinn?

  • Innenohr
  • Augen
  • Tastfühler in den Muskeln und auf der Körperoberfläche

Im Innenohr befindet sich das Vestibularorgan. Es besteht unter anderem aus flüssigkeitsgefüllten Bogengängen.

Bei Bewegungen des Kopfes bewegt sich die Flüssigkeit in verschiedene Richtungen und feine Sinneshärchen setzen diese Bewegungen in Nervenimpulse um.

Wie leicht man diese Sinnessysteme aus der Fassung bringen kann, woraus Schwindelgefühle resultieren, erlebten Sie eventuell schon einmal bei einer Karussellfahrt: Ihre Augen melden „schnelle drehende Bewegung“, während Ihre Körpersensoren „Stillstand“ signalisieren.

So funktioniert der Gleichgewichtssinn

Ihr Gleichgewichtssinn wird unter normalen Umständen durch eine Reihe von Signalen kontrolliert, die von verschiedenen Stellen des Körpers an das Gehirn gesendet werden.

Ihre Augen senden optische Signale. Diese helfen Ihnen, Ihre Lage im Raum zu bestimmen, ungeachtet der Körperposition, in der Sie sich befinden. Die sensorischen Nerven des Tastsinns befinden sich in der Haut, den Muskeln und den Gelenken. Sie melden dem Gehirn alle Körperbewegungen.

Und dann gibt es noch das Innenohr, das Signale zu dem Bereich des Gehirns sendet, der die Bewegung Ihrer Augen kontrolliert. Auf diese Weise bleibt das Bild, das Sie erhalten, im Mittelpunkt. Außerdem wird Ihrem Gehirn gemeldet, ob Sie sich bewegen.

Das vestibuläre Labyrinth

Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr ist das vestibuläre Labyrinth. Es besteht aus drei Bogengangsorganen. Verbunden mit ihnen ist eine schlauchförmige Struktur, der Utriculus, in der sich Flüssigkeit und feine, haarähnliche Sensoren befinden.

Dabei handelt es sich um Sinneszellen mit feinen „Härchen“ (Zilien), die in eine gallertartige Haut (Membran) eintauchen. Es werden drei dieser Kanäle benötigt, um Drehbewegungen um alle möglichen Raumachsen zu registrieren.

Die Haut enthält winzige Kalziumkarbonatkristalle (Statolithen). Wird der Kopf bewegt, verschieben die kleinen Kristalle die Härchen der Sinneszellen. Die wechselnde Ausrichtung der Sinneszellen ermöglicht es dem Gehirn, die Richtung der Bewegung festzustellen.

Der untere Teil des Innenohrs (Cochlealabyrinth) wird durch die schneckenförmige Cochlea gebildet, die im Wesentlichen das Hörorgan darstellt.

Eine Störung des Gleichgewichtssinnes kann vorliegen, wenn Ihr Gehirn nicht in der Lage ist, ausreichend Signale von den Augen, den sensorischen Nerven oder vom Innenohr zu verarbeiten, die Nachrichten, die Sie von den Augen, den sensorischen Nerven oder vom Innenohr erhalten, im Widerspruch zueinander stehen oder wenn Ihr Zentralnervensystem nur unzureichend funktioniert.

Ursachen von Schwindel: So entsteht das Karussell im Kopf

Medizinisch gesehen ist Schwindel keine eigenständige Erkrankung, sondern der Ausdruck eines anderen Grundleidens. Generell wird zwischen einem Dreh- und Schwankschwindel unterschieden. Doch auch der Benommenheits- oder Lagerungsschwindel sind bekannte Ausprägungen vom Schwindel

Um ernste Erkrankungen wie etwa eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs auszuschließen, sollen Sie bei anhaltendem Schwindel einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen.

Weit mehr als die Hälfte aller Schwindel-Beschwerden und Symptome sind jedoch harmlos, wobei ein Schwankschwindel am häufigsten vorkommt, bei dem man das Gefühl hat, sich nicht mehr auf den Beinen halten zu können.

Lagerungsschwindel

Eine häufige Form von Schwindel ist der Lagerungsschwindel. Wenn die winzigen Kalksteinchen im Innenohr aus ihrer Position geraten und sich ablösen, kann es zu anfallsartigem Drehschwindel kommen, den Ärzte gutartigen Lagerungsschwindel nennen.

Ab dem 60. Lebensjahr kommt diese Schwindelform durch altersbedingte Abnutzung recht häufig vor. Schwanken ohne äußere Ursache ist oft psychisch bedingt und wird psychogener Schwankschwindel genannt. Er entsteht nach lange andauernder seelischer Belastung, Stress und auch im Rahmen einer Depression. Das unsichere Gefühl auf den Beinen ist hierbei von Symptomen wie Herzrasen und Angst begleitet und kann zu einer Panikattacke führen.

Schwankschwindel

Angstblockade im Gehirn: Diese Art des Schwindels kennen Sie sicher von Boots- und Schifffahrten, wenn Ihr Gleichgewichtssinn durch einen starken Wellengang völlig durcheinander gerät. Das Auge funkt dem Gehirn dabei stehende Bilder, Ihr Gleichgewichtsorgan kommt mit der Ortung der Bewegungen nicht mehr hinterher – Schwindel entsteht.

Auf dem Schiff lässt dann oft auch das Erbrechen nicht lange auf sich warten. Dieser Schwankschwindel kann sich aber auch ohne Wellengang einstellen. Dann stecken meist übersteigerte Ängste dahinter.

Ganz besonders häufig kommt das bei Frauen vor, die sich vor Menschenansammlungen, engen Räumen und Aufzügen fürchten oder Höhenangst haben. Bei ihnen ist nicht das Gleichgewichtsorgan irritiert, sondern die Verarbeitung der unterschiedlichen Informationen gestört, sodass es zu Schwindel kommt.

Ganz selten stecken schwerwiegende Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans wie Nervenentzündungen und Tumore dahinter. Viele Frauen, die unter diesem Schwindelgefühl leiden, haben ständig Angst, dass sie in Ohnmacht fallen. Nach den Erfahrungen von Psychologen kippt jedoch kaum eine wirklich jemals um.

Mögliche Auslöser für Schwankschwindel

  • niedriger und hoher Blutdruck
  • Verspannungen in der Nackenmuskulatur
  • Blockaden in der Halswirbelsäule
  • Sauerstoffmangel im Gehirn (z. B. durch Blutarmut, Durchblutungsstörungen, Arteriosklerose, Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel, Herzrhythmusstörungen)
  • seelische Faktoren (z. B. Ängste, Stress)

Wenn der Schwindel durch eine seelische Belastung entsteht, ist das unsichere Gefühl auf den Beinen meistens von Herzrasen und Angst begleitet.

Die Angst als ständiger Begleiter bei Schwindel

Ihre ständige Angst führt zu einer starken Verkrampfung und damit zu chronischen Muskelverspannungen, die wiederum Schwindel auslösen. Überdies neigen „Schwankschwindlerinnen“ dazu, sich ängstlich selbst zu beobachten.

Sie registrieren nach einer Weile jede innere Bewegung, die normalerweise unbewusst anläuft. Frauen mit Schwankschwindel schonen sich meist zu sehr. Wenn Sie unter diesem Schwindelgefühl leiden, sollten Sie sich wesentlich mehr bewegen. Denn körperliche Schonung gebiert weitere Angstzustände. Wer sich zu wenig bewegt, büßt seine Fitness ein.

Alltägliche Belastungssituationen lösen dann übermäßige körperliche Reaktionen aus: Herzrasen, Atemnot, Schweißausbrüche, Unsicherheit auf den Beinen. Die Grund- und die Bewegungsangst schaukeln sich gegenseitig mehr und mehr hoch, bis die Betroffene kaum noch einen Ausweg weiß.

Frauen mit Schwankschwindel neigen dazu, sich schon bei den geringsten Anzeichen von Unwohlsein oder unklaren Beschwerden hinzulegen und möglichst lange liegen zu bleiben. Wenn sie wieder aufstehen, handeln sie sich durch ihre Schonhaltung unbändiges Herzrasen sowie Unwohlsein ein und fühlen sich darin bestätigt, dass sie schwer krank sind und sich nicht bewegen können. Sie legen sich wieder hin und schonen sich noch mehr.

Das löst einen regelrechten Kreislauf aus. Sich hinzulegen ist deshalb völlig falsch: Die Lösung heißt bewegen, bewegen, bewegen. Am besten hilft eine Mischung aus Gymnastik und Ausdauertraining wie Wandern, Radfahren, Laufen, Schwimmen, Skilanglauf, Rudern oder Bergwandern.

Sportliche Betätigung verbessert ohnedies die depressive Grundhaltung der „Schwankschwindlerinnen“. Sie hören auf, unablässig ängstlich zu grübeln, was denn mit ihnen los sei, und wenden sich automatisch mehr ihrer Umwelt zu.

Benommenheitsschwindel

Diese „Schwindelei” kennen Sie bestimmt auch: Wenn Sie nach langem Sitzen zu schnell aufstehen, wird Ihnen schwarz vor Augen oder Sie sehen in Ihren Augen Sternchen blitzen. Manchmal passiert das auch Morgens nach dem Aufstehen, wenn Sie länger krank waren oder wenn Sie sich zu lange nicht genügend bewegt haben.

Schwindel gekennzeichnet durch Benommenheit entsteht durch eine Mangeldurchblutung des Gehirns und verschwindet deshalb meist sofort, wenn durch Bewegung und Aktivität wieder mehr Sauerstoff ins Gehirn gelangt.

Benommenheitsschwindel kann mehrere Ursachen haben:

Gelegentlich kann auch ein plötzlicher Schreck oder Angst einen Benommenheitsschwindel auslösen.

Drehschwindel

Die Abläufe in Ihrem Innenohr sind behindert. Bei diesem Schwindelgefühl – dem Drehschwindel – wird die Störung meist durch das Gleichgewichtsorgan im Innenohr hervorgerufen.

Sie haben dabei das Gefühl, dass sich die Umgebung oder Ihr eigener Körper unablässig drehen.

Das kann folgende Ursachen haben:

  • Ablösung von Gleichgewichtssteinchen im Gleichgewichtsorgan
  • Menière-Krankheit (Morbus Menière, eine Erkrankung der Innenohrschnecke)
  • Schädigungen des Gleichgewichtsorgans beziehungsweise des Gehirns
  • Vergiftungen – vor allem Alkoholvergiftungen

Die häufigste Ursache ist die Ablösung von Gleichgewichtssteinchen. Diese mikroskopisch kleinen Ablagerungen können sich bei Stürzen oder einem Schleudertrauma lösen und die Sinneszellen im hinteren Bogengang des Gleichgewichtsorgans reizen.

Bei älteren Menschen lösen sich solche Steinchen auch ohne erkennbaren Grund. Wenn Sie öfter damit zu tun haben, sollten Sie unter ärztlicher Aufsicht lernen, wie Sie die Steinchen mit ruckartigen Kopfbewegungen aus dem Gang hinausschleudern können. Frauen sind vom Verrutschen der Ohrsteinchen doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Kristalle im Ohr Homoöpathie
Die häufigsten Schwindelvorfälle treten als Lagerungsschwindel meist in fortgeschrittenem Alter auf und sind in der Regel auf weniger besorgniserregende Abnutzungserscheinungen zurückzuführen. © Adobe Stock – Tom Bayer

Vier Übungen gegen Schwindelattacken

Für diese kleinen sanften Übungen genügen täglich fünf Minuten. Sie trainieren Ihr Gleichgewichtssystem und die Raumorientierung. Beide sind bei ständigen Schwindelattacken geschwächt.

  1. Augenbewegungen: Sie sitzen aufrecht und führen einen Zeigefinger zuerst einige Male waagerecht und dann senkrecht vor dem Gesicht hin und her. Folgen Sie ihm mit den Augen, ohne den Kopf zu bewegen.
  2. Auf einer Linie gehen: Nutzen oder markieren Sie eine Linie auf dem Fußboden, auf der Sie vorwärts gehen. Etwas schwerer: Gehen Sie rückwärts, eventuell mit Hilfe einer Begleitperson.
  3. Auf einem Bein stehen: Im aufrechten Stand ziehen Sie abwechselnd ein Knie für einige Sekunden nach oben. Bei Bedarf halten Sie sich mit einer Hand fest. Später versuchen Sie es ohne Festhalten mit nach vorn ausgestreckten Armen.
  4. Seitwärts gehen: Setzen Sie den rechten Fuß überkreuz seitwärts vor den linken Fuß und ziehen Sie den linken Fuß nach.

Nun wiederholen Sie die Übung und gehen seitwärts nach rechts. Setzen Sie dabei den linken Fuß überkreuz vor den rechten. Mit etwas Übung schaffen Sie es, den Blick vom Boden zu heben und einen Punkt in Augenhöhe zu fixieren.

Das hilft Ihnen natürlich gegen Schwindel

Die folgenden homöopathischen Mittel haben sich alle gegen Schwindel bewährt. Beobachten Sie sich genau und wählen Sie dann das am besten zu Ihren Beschwerden passende Mittel aus. Diese Mittel eignen sich zur Selbstbehandlung:

  • Argentum nitricum bei Schwankschwindel mit Höhenangst und großer Nervosität
  • Cocculus bei Schwindel mit Übelkeit beim Autofahren, Fliegen oder auch bei Seekrankheit. Das Mittel hilft bei Drehschwindel mit Übelkeit und taumeligem Gefühl beim Gehen. Der Schwindel ist besonders ausgeprägt beim Betrachten von Gegenständen, die sich bewegen und beim Aufrichten aus einer liegenden Position.
  • Conium bei Schwindel durch Lageänderung, besonders beim Seitwärtsdrehen des Kopfes. Der Schwindel ist besonders schlimm im Liegen, verstärkt sich bei der geringsten Bewegung und bessert sich nur durch absolute Ruhe.
  • Tabacum bei Schwindel mit Kollapsgefühl, kaltem Schweiß und Brechreiz; auch hilfreich bei der Menière-Krankheit.
  • Veratrum album bei niedrigem Blutdruck mit taumeligem Schwindel, der sich beim Hinlegen bessert. Auch bei einer Minderdurchblutung, die charakteristischerweise mit einem Schwarzwerden vor Augen einhergeht, kann das Mittel das richtige sein.

Die beste Potenz für Ihre Selbstbehandlung ist die D6. Lassen Sie davon bei Bedarf drei Globuli langsam im Mund zergehen. Für die Behandlung in Eigenregie eignen sich auch Kombinationspräparate aus der Komplexhomöopathie.

Bestens bewährt haben sich hier zum Beispiel Vertigoheel©, 100 Tbl. ab 12,50 € und Traumea©, 80 Tbl. ab 23,50 €. Bei akuten Schwindelanfällen können Sie in halbstündigen Abständen eine Tablette langsam im Mund zergehen lassen. Zur Langzeitbehandlung lutschen Sie dreimal täglich zwei Tabletten.

Trainieren Sie den Schwindel einfach weg

Die Tatsache, dass Ihnen immer wieder schwarz wird vor Augen und Sie sich der Ohnmacht nahe fühlen, obwohl Sie sich doch hinlegen und schonen, verstärkt die Angst, dass sie an einer undefinierbaren Herz-Kreislauferkrankung leiden könnten. Völlig falsch, sagen Schwindel-Experten: Die Lösung heißt bewegen, bewegen, bewegen.

Am besten ist eine Mischung aus Gymnastik und Ausdauertraining wie Wandern, Radfahren, Laufen, Schwimmen, Skilanglauf, Rudern oder Bergwandern. Sportliche Betätigung verbessert ohnedies die depressive Grundhaltung vieler Schwindelgeplagter. Sie hören auf, ängstlich zu grübeln, was denn mit Ihnen los sein könnte und wenden sich automatisch mehr ihrer normalen Umwelt zu.

Beim Benommenheitsschwindel haben sich pflanzliche Mittel zur Durchblutungsförderung bewährt. Dazu gehören Heilpflanzen wie Ginkgo biloba, Knoblauch und Rosmarin. Aber auch homöopathische Mittel helfen hier zuverlässig.

Außer Mitteln wie Tabacum, Conium und Petroleum, die Ihnen ein erfahrener Therapeut nach Ihren persönlichen Bedürfnisse auswählen sollte, hat sich das Kombinationspräparat Vertigoheel bewährt. Sie erhalten es rezeptfrei in der Apotheke.

Generell empfehlenswert sind Morgenmassagen und Kneipp’sche Wasseranwendungen wie kalt-warme Wechselduschen. Sie bringen Ihr Abwehrsystem und Kreislauf auf Trab und sorgen auch für eine bessere Durchblutung Ihres Innenohrs.

Weitere effektive Trainingsübungen gegen Schwindel

  • Fixations-Technik: Mit dieser Technik helfen sich Balletttänzer. Drehen Sie sich mehrfach um sich selbst und fixieren Sie dabei mit Ihren Augen ganz fest einen Punkt.
  • Balancieren: Legen Sie einen Schal auf den Boden und gehen Sie auf ihm auf und ab, ohne über seinen Rand zu treten.
  • Augenfolgeübungen: Sie erreichen eine bessere Verarbeitung von Bewegungsreizen, wenn Sie mit Ihren Augen so oft wie möglich sich bewegende Gegenstände verfolgen. Hierzu geeignet sind etwa ein vorbeifahrendes Auto oder ein fliegender Vogel.
  • Augentraining: Setzen Sie sich gerade auf einen Stuhl und bewegen Sie Ihre Augen nach rechts, nach links, nach oben und dann nach unten. Versuchen Sie, das Tempo zu steigern.

Machen Sie alle Übungen nur in schwindelfreien Intervallen und nur so lange, wie sie Ihnen Spaß machen. Auf diese Weise verbessern Sie spielerisch Ihren Gleichgewichtssinn und die Koordination von Augen, Muskulatur und Gehirn. Dadurch sind diese Übungen bei allen Schwindelformen hilfreich.

Zwei Gläser Wasser helfen gegen morgendliche Schwindelanfälle

In einer britischen Studie mit 14 Teilnehmern, die an Schwindelanfällen litten, ließ man diese jeweils 15 Minuten vor dem Aufstehen zwei Gläser (je 0,2 l) Wasser trinken. 11 der 14 Betroffenen hatten danach gar keine oder weniger Probleme mit Schwindelgefühlen.

Auf bisher noch ungeklärte Weise hilft der morgendliche Betttrunk demnach, den Blutdruck zu stabilisieren und das Aufstehen zu erleichtern.

Wenn Sie unter orthostatischer Hypotonie leiden: Probieren Sie diese einfache und nebenwirkungsfreie Therapie aus. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie aber auch den Rat Ihres Arztes einholen.

Noch besser: Beugen Sie Schwindel vor!

Jede körperliche Aktivität trainiert und stabilisiert den Gleichgewichtssinn und beugt somit dem Schwindel vor. Mit gezielter Gymnastik und regelmäßigen Übungen können Sie sowohl Ihre Körperhaltung als auch Ihr Gleichgewicht verbessern.

Mit diesen Übungen stärken Sie Ihr Gleichgewicht:

  • Stehen Sie 30 Sekunden lang auf einem Bein. Wechseln Sie mehrmals die Seiten.
  • Gehen Sie über Hindernisse wie Kartons oder Bücher.
  • Gehen Sie und bewegen Sie dabei den Kopf nach rechts und nach links.
  • Heben Sie im Sitzen eine rechts vom Stuhl stehende Flasche auf und stellen Sie diese nach links. Heben Sie die Flasche wieder auf und stellen Sie sie wieder auf die rechte Seite. Wiederholen Sie den Zyklus zehnmal.

Krankengymnasten und Ergotherapeuten kennen Übungen, mit denen Schwindel und Gangunsicherheiten behandelt werden können. Fragen Sie Ihren Arzt danach und bitten Sie ihn um die Verordnung dieser Therapie.

Schnelle Hilfe bei Schwindel durch Akupressur

Bei akuten Schwindelattacken bewährte sich vor allem der Punkt Yingtang genau zwischen den Augenbrauen. Wenn der Schwindel von Übelkeit begleitet ist, wählen Sie den Punkt Neiguan.

Er liegt drei Finger breit oberhalb der ersten Querfalte des Handgelenks auf der Mitte der Arminnenfläche. Drücken und massieren Sie den jeweiligen Punkt ein bis zwei Minuten lang leicht mit dem Finger.

Naturheilverfahren besonders bewährt bei Schwindel

Die Therapie des Schwindels richtet sich nach der jeweiligen Ursache.

Bei Durchblutungsstörungen im Innenohr, die gerade bei älteren Patienten oft hinter den Gleichgewichtsstörungen stecken, bewährten sich Ginkgo-Extrakte: Etwa Tebonin® oder Gingium® aus der Apotheke, Monatsbedarf etwa 30 bis 40 Euro.

Sie verbessern die Durchblutung des Innenohrs und fördern die Sinnesverarbeitung im Gehirn. Bei Schwindel, der mit Übelkeit und Erbrechen einhergeht (z. B. auf Reisen), hilft Ihnen Ingwer-Extrakt am besten (z. B. Zintona®, aus der Apotheke, 10 Kapseln ca. 5 Euro).

Wenn sich hinter den Schwindelanfällen Muskelverspannungen oder Fehlstellungen der Wirbel- und Kiefergelenke verbergen, wirken vor allem folgende Verfahren:

  • Massage oder Elektrotherapie
  • Chirotherapie
  • kalte oder warme Nackenkompressen
  • Neuraltherapie
  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • Atemtherapie

Wenn andere Ursachen zugrunde liegen, lohnt sich ein Versuch mit Akupunktur, Fußreflexzonenmassagen oder einer Eigenbluttherapie.

Die Auswirkungen von Hitze auf Ihren Kreislauf

Warum kippen wir bei Hitze nicht alle reihenweise um? Dafür sorgt unser Körper dies mit einem ausgeklügelten Programm, mit dem dies in der Regel zu verhindern weiß. Ihr Herz schlägt schneller, um den Sauerstoffmangel im Gehirn auszugleichen.

Das Blut versackt in den Beinen, wo sich die Blutgefäße drastisch erweitern. Der Organismus bildet kalten Schweiß, um seine Temperatur zu regulieren. Erst wenn das nicht mehr ausreicht, kollabieren Sie. Das ist aber kein Drama, wenn Sie jung und gesund sind.

Menschen mit ausgeprägten Krampfadern sind davon besonders betroffen ebenso wie junge Mädchen mit niedrigem Blutdruck oder Sportler, die sich übernommen haben.

Wenn jemand unter der Hitze zusammenbricht, sollten Sie ihn unbedingt liegen lassen und die Beine hochlagern, Kopf kühlen und Kleidung lockern. In der Waagerechten kommt er schneller wieder zu sich. Überprüfen Sie den Puls und rufen Sie gegebenenfalls den Notarzt.

Bananen und Cola schützen vor Schwindel und Hitzekollaps

Vorbeugen können Sie, indem Sie bei Hitze nicht allzu sparsam mit Kochsalz umgehen, insbesondere wenn Sie viel Flüssigkeit aufnehmen.

Trinken Sie an heißen Tagen ein- bis dreimal täglich eine Tasse Gemüsebrühe. Essen Sie zwischendurch gesalzene Scheiben von Salatgurken, Bananen und getrocknete Aprikosen. An diesen Tagen dürfen Sie auch mal Colagetränke zu sich nehmen. Denn  sie enthalten Mineralstoffe, die Sie jetzt gut gebrauchen können.

Vorsicht vor Psychopharmaka bei Schwindel!

Allerdings gelingt es bei jedem dritten Patienten nicht, die genauen Gründe des Schwindels herauszufinden. Wahrscheinlich kommen oft mehrere Ursachen zusammen. In solchen ungeklärten Fällen verordnen Ärzte gern Psychopharmaka, die die Verarbeitung von Sinnesreizen im Gehirn hemmen.

Solche dämpfenden Substanzen beeinträchtigen generell die anderen Sinnesfunktionen. Das ist auf Dauer inakzeptabel und gefährlich.

Bei ungeklärten Fällen empfiehlt sich zuerst ein Versuch mit dem homöopathischen Kombinationsmittel Vertigoheel® (250 Tabletten 20 Euro).

Es enthält Kokkelskörner (Samen einer asiatischen Schlingpflanze; gegen diffuse Schwindelgefühle), Amber (zur Beruhigung des vegetativen Nervensystems), Schierling (zur psychischen Ausgeglichenheit) und Steinöl (gegen Reiseübelkeit).

Es wirkt also gegen viele Formen des Schwindels, selbst wenn die genauen Ursachen unklar bleiben.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass Sie als Schwindelpatient stets in Bewegung bleiben (Spaziergänge, leichte Gymnastik). Ziehen Sie sich nicht aus dem Alltagsleben zurück.

Wenn der Kreislauf in den Keller geht – der Kollaps

Eine Ohnmacht, auch Kollaps genannt, ist ein kurzzeitiger Verlust des Bewusstseins, der durch eine Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff ausgelöst wird. Dabei handelt es sich um eine Art körpereigenes „Notprogramm”, bei dem der Körper zur besseren Sauerstoffversorgung des Gehirns in die waagerechte Lage gebracht werden soll.

Wenn dann im Liegen wieder genügend Sauerstoff im Gehirn ankommt, ist der Spuk vorbei, und der Ohnmächtige erwacht von ganz alleine.

Dauert der bewusstlose Zustand länger als eine Minute an, handelt es sich nicht um eine harmlose Ohnmacht sondern um eine Bewusstlosigkeit. Rufen Sie sofort den Notarzt (Tel.: 112).

Das können die Auslöser für einen Kollaps sein

  • niedriger Blutdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • starke Nervenreizung (z. B. große Angst, Schmerzen)
  • starker Blut- oder Flüssigkeitsverlust
  • Blutarmut
  • Unterzuckerung
  • Medikamente (z. B. Blutdrucksenker, Entwässerungsmittel, Psychopharmaka, gefäßerweiternde Mittel)

Am häufigsten ist eine Fehlsteuerung des vegetativen Nervensystems die Ursache. Dieser nicht vom Willen beeinflussbare Teil unseres Nervensystems reguliert neben allen Organfunktionen auch die Höhe des Blutdrucks und löst u. a. bei einem seelischen Schock, großen Kummer oder Schreck einen plötzlichen Blutdruckabfall aus.

Daher kann auch z. B. eine unerwartete schlimme Nachricht, eine Beerdigung oder sogar das Miterleben eines Unfalls eine Ohnmacht verursachen.

So kündigt sich eine Ohnmacht an

  • Blässe
  • kalter Schweiß
  • Schwarzwerden vor Augen
  • Rauschen in den Ohren
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • evtl. Herzrasen
  • Abnahme der Muskelspannung („weiche Knie”)

Setzen oder legen Sie sich unbedingt hin, wenn Sie eines oder mehrere dieser Anzeichen bemerken. Dadurch vermeiden Sie Stürze, bei denen Sie sich verletzen könnten.

So verhindern Sie eine Ohnmacht

Wenn Sie wissen, dass Sie zu einem niedrigen Blutdruck neigen, lassen Sie es beim Aufstehen ruhig angehen. Trinken Sie tagsüber ausreichend und bewegen Sie sich so viel wie möglich.

Saunagänge, Wechselduschen und Bürstenmassagen trainieren Ihren Kreislauf. Machen Sie einen Bogen um Alkohol, denn er wirkt entwässernd.

Vermeiden Sie Stress. Besprechen Sie darüber hinaus mit Ihrem Arzt, ob es sinnvoll ist, wenn Sie Kompressionsstrümpfe tragen. Diese können verhindern, dass Ihr Blut in den Beinen versackt.

Tritt die Ohnmacht öfter ein, wenn Sie gut gegessen haben, müssen Sie Ihre Essgewohnheiten ändern. Ihre Mahlzeiten sollten fettarm und gemüsebetont sein. Essen Sie langsam und nicht allzu große Mengen.

Hören Sie auf zu essen, sobald Sie spüren, dass Sie satt sind. Nach dem Essen empfiehlt sich ein kleiner Spaziergang, jedoch keine großen körperlichen Anstrengungen.

Nehmen Sie Medikamente ein, die zu Ohnmachten führen können, sollten Sie mit Ihrem Arzt über einen Wechsel sprechen.

Naht eine Ohnmacht, wird Ihnen schwarz vor Augen, Ihre Knie werden weich, das Bewusstsein schwindet, der Körper sackt zu Boden. In dieser Lage kann das Gehirn schnell wieder mit Sauerstoff versorgt werden.

  • Wenn Sie spüren, dass eine Ohnmacht im Anmarsch ist, setzen oder legen Sie sich rasch hin, um einen Sturz zu vermeiden.
  • Wenn Sie sitzen, beugen Sie Ihren Oberkörper nach vorne – so weit, dass Ihre Stirn Ihre Oberschenkel oder Knie berührt. So kann das Blut wieder ins Gehirn fließen.
  • Wenn Sie stehen, kreuzen Sie die Beine und spannen Sie die Muskeln an.
  • Wenn Sie auf dem Rücken liegen, schieben Sie sich einige Kissen oder einen Hocker unter die Knie, damit dass Blut aus den Beinen zurück in den Oberkörper fließen kann.
  • Fällt in Ihrer Gegenwart jemand anderes in Ohnmacht, versuchen Sie zu verhindern, dass er sich beim Umkippen verletzt. Passen Sie jedoch auf, dass Sie nicht mit zu Boden gerissen werden und womöglich unter dem Ohnmächtigen zu liegen kommen. Rufen Sie den Notarzt. Unter Umständen müssen Sie eine Herzdruckmassage und eine Atemspende geben.
Blutprobe – Henrik Dolle ado

Blutgerinnungsstörungen - was kann man dagegen tun?Blutgerinnungsstörungen betreffen weltweit über 1 Prozent der Bevölkerung. Die Folgen von Blutgerinnungsstörungen sind unter ungünstigen Umständen tödlich. › mehr lesen

Nach oben
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
Redaktionsteam Gesundheitswissen

Unser Redaktionsteam besteht aus zahlreichen Experten aus den Bereichen der Schulmedizin und der Pflanzen- und allgemeinen Heilkunde. Das Team informiert Sie über Hintergründe zu Krankheiten und Heilpflanzen, ebenso wie zu Themen wie Partnerschaft und Liebe.

Sie möchten weitere Informationen zu Ihrem Lieblingsthema erhalten? Dann profitieren Sie jetzt von der Expertise unserer Autorinnen und Autoren und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "Täglich gesund". Hrsg. FID Verlag GmbH. Jederzeit kündbar.

Hinweis zum Datenschutz