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Bluthochdruck: Werte, Symptome, Ursachen & Behandlung

Der optimale Blutdruck liegt unter 120 zu 80 mm Hg. Steigt er anhaltend über 140 zu 90 mmHg, handelt es sich um Bluthochdruck. Mehr dazu hier. (Foto: babimu - Fotolia)

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Inhaltsverzeichnis

Leider verursacht ein zu hoher Blutdruck keine spürbaren Symptome. Er macht sich erst bemerkbar, wenn Gefäße und Organe bereits geschädigt sind. Die Symptome sind eher unspezifisch: rotes Gesicht, leichtes Kopfweh, Klopfen an den Schläfen, Schwindel, Luftnot bei Anstrengungen oder blutunterlaufene Augen.

Der optimale Blutdruck liegt unter 120 zu 80 mm Hg. Steigt er anhaltend über 140 zu 90 mmHg, handelt es sich um eine Hypertonie – sprich: um Bluthochdruck. Schwerer Blutdruck zeigt sich in Werten von 180 zu 110 mmHG.

Doctor using stethoscope take a tap on the patient’s arm and pressing pressure gauge button. © wutzkoh | Adobe Stock

Blutdruck: Was ist das überhaupt?

Der Blutdruck ist die Kraft, mit der das fließende Blut gegen die Arterienwände drückt. Die Stärke hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie von der Schlagfolge des Herzens und der Größe des Schlagvolumens. Der andere wichtige Faktor ist der Widerstand, der dem Blutfluss entgegen steht.

Je dicker die Gefäßwände oder je verengter die Arterien sind, umso höher ist der Widerstand. Darüber hinaus spielt die Elastizität Ihrer Arterien eine Rolle. Je geringer die Dehnbarkeit, also je starrer und fester die Gefäße, desto höher ist der Widerstand. Beim Bluthochdruck steigt der Druck auf die Arterienwände. Dadurch können diese Risse bekommen, vernarben, versteifen und an Elastizität verlieren.

Definition Bluthochdruck

Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie, Hypertonie, Hypertonus, Hypertension) beschreibt eine chronische Erhöhung des arteriellen Blutdrucks. Die WHO definiert einen systolischen Blutdruck von mindestens 140 mmHg (Millimeter-Quecksilbersäule) oder einen diastolischen Blutdruck von mindestens 90 mmHg als Bluthochdruck. Eine vorübergehende Erhöhung des Blutdrucks, beispielsweise durch Schwangerschaft, eine akute Erkrankung oder Medikamentengabe, wertet die WHO nicht als Bluthochdruck.

Wenn Sie unter Diabetes oder einer Nierenerkrankung leiden, können auch andere Referenzwerte für Bluthochdruck herangezogen werden. Er tritt in den meisten Fällen als primäre Hypertonie auf, das bedeutet, dass er nicht die Folge einer anderen Grunderkrankung ist. Etwa zehn Prozent aller Patienten leiden an sekundärer Hypertonie, die bestimmte Erkrankungen der Niere oder Schilddrüse verursachen. Behandelt man in diesem Falle die vorliegende Erkrankung, reguliert sich der Blutdruck meist von selbst.

Blutdruckmessung und Normwerte von Blutdruck

Man misst den Blutdruck mit einem Sphygmomanometer (Blutdruckmessgerät), der aus einer Blutdruckmanschette und einem Druckventil besteht. Der Blutdruck drückt sich in Millimeter Quecksilbersäule aus. Das gibt an, wie viel Millimeter der Blutdruck eine Säule Quecksilber anheben würde. Eine Messung besteht aus zwei Werten: Beim ersten Wert misst man den Druck, wenn sich das Herz zusammenzieht (systolischer Blutdruck). Beim zweiten misst man den Druck zwischen den Herzschlägen bzw. wenn das Herz sich entspannt und Blut in die Herzkammern strömt (diastolischer Blutdruck). Ein typischer Normalbefund ist 120/80 mmHg.

So sind die Zahlen bei der Blutdruckmessung zu verstehen: Der höhere Wert ist der maximale Blutdruckwert der Herzauswurfsphase, die Systole (systolischer Wert). Der niedrigere Wert zeigt die Herzfüllungsphase (Diastole) an (diastolischer Wert).

Ein systolischer Druck unterhalb von 120 mm Hg und ein diastolischer Wert unter 80 mm Hg gelten als normal. Erhöhter Blutdruck liegt zwischen den Normalwerten und der Hypertonie, also bei einem systolischen Druck von 120 bis 139 mm Hg und einem diastolischen Druck von 80 bis 89 mm Hg. Obwohl dieser Zustand streng genommen kein Bluthochdruck ist, gilt er dennoch als nicht wünschenswert. Je höher Ihre systolischen oder diastolischen Werte innerhalb dieser Vorstufe von Bluthochdruck sind, desto höher sind Ihre Risiken für Herz- und Kreislaufkrankheiten. Das gilt besonders, wenn Sie an Diabetes oder chronischer Niereninsuffizienz leiden. Nach Daten des Robert-Koch-Instituts in Berlin hat jeder zweite Erwachsene zwischen 35 und 64 Jahren Blutdruckwerte über 140 zu 90, die als Schwelle für eine Behandlung gelten.

Überblick: Verschiedene Stadien des Bluthochdrucks

ZustandSystolisch (höchster Wert)Diastolisch (niedrigster Wert)Was ist zu tun?
NormalNiedriger als 130Niedriger als 85Erneute Überprüfung in zwei Jahren
Leicht erhöht130 bis 13985 bis 89Erneute Überprüfung in einem Jahr
Hypertonie
Stufe 1140 bis 15990 bis 99Innerhalb von zwei Monaten Kontrolle durch Arzt
Stufe 2160 bis 179100 bis 109Innerhalb von einem Monat Kontrolle durch Arzt
Stufe 3180 bis 209110 bis 119Innerhalb von einer Woche Arzt aufsuchen
Stufe 4210 oder höher120 oder höherSofort Arzt aufsuchen

Man ermittelt den Blutdruck anhand der Durchschnittswerte von zwei oder mehreren Messungen, die man bei zwei Arztbesuchen und zusätzlich zur Erstuntersuchung durchführte (Quelle: Fünfter Bericht des Joint National Committee zur Feststellung, Auswertung und Behandlung von Hochdruck, Archives of Internal Medicine, 25. Januar 1993).

Typische Symptome bei Bluthochdruck

Bluthochdruck verursacht zu Beginn kaum Beschwerden, die Folgen für den Körper können jedoch verheerend sein. Er belastet das Herz, verengt die Gefäße, steigert das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden und kann die Augen schädigen. Hinweis auf Bluthochdruck können Schwindel, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Nervosität und ein unruhiger Schlaf sein.

Die Diagnose stellt der Arzt durch wiederholtes Messen des Blutdrucks. Zur Therapie stehen zahlreiche Medikamente zur Verfügung. Ergänzend sollte der Patient auf eine gesunde Lebensweise achten: eine ausgewogene, salzarme Ernährung, regelmäßige Bewegung, ein gesundes Gewicht sowie der maßvolle Umgang mit Alkohol und Nikotin.

Bluthochdruck bei Frauen

Bluthochdruck schadet gleichermaßen den Herzen von Männern und Frauen. Allerdings kommt es bei Frauen schneller und zu schwerwiegenderen Folgen als bei Männern. Erkennbar ist dies zum Beispiel daran, dass Herzinfarkte inzwischen eine der häufigsten Todesursachen bei Frauen ist. Bei Männern dagegen verringern sich die Sterbefälle durch Herzinfarkt in den letzten 30 Jahren immer weiter. Wissenschaftler der amerikanischen Herzgesellschaft haben sich nun damit befasst, wie gefährlich Bluthochdruck für Frauen ist. Dazu untersuchten sie mehrere hundert Männer und Frauen, die zwar weitgehend gesund waren bis auf die Tatsache, dass sie unter unbehandeltem Bluthochdruck litten.

Die Forscher führten Tests durch, um bestimmte Werte, die mit dem hohen Blutdruck zusammenhängen, zu kontrollieren. So befassten sie sich auch mit Gefäß- und Herzgesundheit. Dabei entdeckten sie, dass hoher Blutdruck bei Frauen deutlich häufiger zu schweren Folgen führt als bei Männern. So kommt es zu bis zu 40 Prozent mehr Schäden am Herz und an den Gefäßen. Die Forscher weisen aus diesem Grund darauf hin, dass die eigentliche Lehrmeinung, Bluthochdruck müsse bei Männern und Frauen gleich behandelt werden, nicht mehr gelten darf. Vielmehr müsse bei Frauen ein zu hoher Blutdruck schneller und nachhaltiger gesenkt werden, um schwere Schäden zu vermeiden.

Blutdruckmessung, Blutdruckwerte, Frauen
Bluthochdruck bei Frauen ist bei weitem gefährlicher als bislang angenommen – neue Studien ergeben, dass Frauen bis zu 40 Prozent stärkere Herzschäden davontragen als Männer. © Gina Sanders - Fotolia

Bluthochdruck schwächt das Gedächtnis

Bluthochdruck ist eine der führenden Ursachen für schwerwiegende Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen und für einen vorzeitigen Tod. Viele Bundesbürger kennen ihre Blutdruckwerte nicht. Wissenschaftler der Indiana University School of Medicine haben herausgefunden, dass Patienten, die unter Bluthochdruck leiden, oft auch mit Gedächtnisproblemen zu kämpfen haben. Die Forscher hatten medizinische Daten von 24.000 Menschen analysiert, die an der Reasons for Geographic and Racial Differences in Stroke (REGARDS)-Studie teilgenommen hatten. Keiner von ihnen litt zu Beginn der Studie unter Gedächtnisproblemen.

Den Wissenschaftlern lagen die Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risikofaktoren der Teilnehmer vor, also zum Beispiel, ob sie unter einer Diabetes-Erkrankung oder erhöhtem Blutdruck litten. Zudem wurden die Gedächtnisfähigkeiten immer wieder untersucht. Im Studienzeitraum verschlechterte sich bei über 1.900 Teilnehmern die Gedächtnisleistung. Zunächst fiel den Forschern auf, dass diese bei vielen der Betroffenen im Zusammenhang mit einer Vergrößerung des Herzmuskels stand. Es zeigte sich, dass sie zudem einen erhöhten Blutdruck aufwiesen: Ein Anstieg des systolischen, also des maximalen Wertes, um 10 mmHg hatte eine Verschlechterung der Gedächtnisleistung um 4 Prozent zur Folge. Schon aus diesem Grund, so empfehlen die Forscher, sollte hoher Blutdruck frühzeitig behandelt bzw. verhindert werden.

Gründe und Ursachen für einen zu hohen Blutdruck

In der Medizin unterscheidet man zwischen 2 Arten von Bluthochdruck: der primären und der selten vorkommenden sekundären Hypertonie. Sekundäre Hypertonie entsteht nach vorausgegangenen Erkrankungen z. B. einer Nierenerkrankung oder nach einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Solch eine Hypertonie ist aber relativ selten. Sie geht dann wieder zurück, wenn die Krankheit selber behandelt worden ist.

Unter einer primären Hypertonie leiden 80 % aller Bluthochdruckpatienten. Ihr geht keine Grunderkrankung voraus, vielmehr wird sie hauptsächlich von Fehlverhalten verursacht. Mögliche Ursachen einer primären Hypertonie können sein:

  • ein zu hoher Kochsalzverbrauch
  • Dauerstress
  • Übergewicht
  • Alkohol
  • Rauchen und
  • körperliche Inaktivität.

Stress als Gefahrenquelle

Auf einer Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim wurde eine Studie vorgestellt, die einen Zusammenhang zwischen traumatischen Erlebnissen und Bluthochdruck aufdeckte. Die Forscher hatten bei der Untersuchung von Bluthochdruckpatienten festgestellt, dass ein erheblich höherer Prozentsatz von ihnen eine traumatische Belastungsstörung aufwies als die Allgemeinbevölkerung. Eine solche Belastung entsteht nach schlimmen Erlebnissen wie einem schweren Unfall, einer Trennung oder dem Tod eines geliebten Menschen. Die Forscher meinen nun, dass durch die schwere seelische Belastung der aktivierende Teil des nicht vom Willen beeinflussbaren Nervensystems (Sympathikus) chronisch überaktiv ist, was zu Dauerstress führt und dadurch den hohen Blutdruck auslöst.

Da Stress auch von der Deutschen Hochdruckliga als einer der größten Risikofaktoren für Bluthochdruck gewertet wird, sollten Sie unbedingt gegensteuern, falls Sie auch davon betroffen sind. Haben Sie zum Beispiel ein schmerzliches Erlebnis wie etwa eine Scheidung nicht verarbeitet, sollten Sie sich nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Häufig reichen schon ein paar Stunden Gesprächstherapie aus, um die stressauslösende Belastung zu reduzieren. Dem ganz normalen Stress, der im oftmals zu hektischen Alltags- und Berufsleben entsteht, kann man nicht immer aus dem Weg gehen. Sorgen Sie jedoch unbedingt für ein entspannendes Gleichgewicht. Am besten ist es hier natürlich, wenn Sie ein Entspannungsverfahren wie das Autogene Training oder die Progressive Muskelentspannung beherrschen. Falls nicht, sind auch schon kleine Ruheinseln wie ein entspannendes Vollbad, ein Viertelstündchen Auszeit in einem Park oder ein genüsslicher Capuccino in einem Straßencafé ein guter Ausgleich.

Bluthochdruck als Folge verschiedener Erkrankungen

In einigen Fällen entsteht ein zu hoher Blutdruck als Folge verschiedener Erkrankungen:

Die renovaskuläre Hypertonie

Bei dieser Erkrankung ist die Nierenarterie verengt; das große Gefäß, das die Nieren mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Dadurch wird die betroffene Niere schlechter durchblutet. Bei älteren Erwachsenen ist die renovaskuläre Hypertonie normalerweise mit der Bildung von Ablagerungen (Plaques) in den Arterien verknüpft. Mediziner nennen diesen Zustand Arteriosklerose. Die Verengung der Nierenarterie kann zu einer chronischen Niereninsuffizienz und Bluthochdruck führen. Letzterer hat normalerweise keine Symptome. In schwerwiegenden Fällen fühlen sich die Betroffenen müde, verwirrt, ihnen wird übel und sie müssen erbrechen oder sie haben Schmerzen im Brustkorb, sind kurzatmig und haben Probleme mit dem Sehen.

Ein Arzt kann Bluthochdruck unter anderem durch eine engmaschige Kontrolle sowie verschiedene Medikamente behandeln. Unter Umständen wird eine Ballonkatheterangioplastie durchgeführt, bei der die Gefäße mittels eines aufblasbaren Ballons aufgedehnt werden. Dabei kann gleichzeitig ein Stent (netz- oder spiralförmiges Metallstück) in die Arterie eingesetzt werden, um sie dauerhaft offen zu halten. Operationen, bei denen die zerstörte oder verengte Arterie entfernt oder mit einem Bypass umgangen wird, sind weniger häufig. Renovaskuläre Hypertonie kann auch durch fibromuskuläre Dysplasie hervorgerufen werden, insbesondere bei jungen Frauen. Bei dieser Krankheit verdicken sich die Wände der Arterien, auch die der Nierenarterie, aus unbekannten Gründen.

Das Phäochromozytom

Dabei handelt es sich um einen seltenen, normalerweise gutartigen Tumor, der sich im Inneren der Nebennieren in deren Mark bildet. Er kann eine ernstzunehmende Blutdruckerhöhung auslösen, indem er die Produktion bestimmter Nebennierenhormone (Catecholamine) erhöht. Zu den plötzlich auftretenden Symptomen gehören Herzklopfen, heftiges Schwitzen, starke Kopfschmerzen und extreme Furcht oder Angstgefühle.

Eine plötzliche Freisetzung des Hormons Adrenalin (Epinephrin) und des nah verwandten Catecholamins (spontan, durch eine Verletzung, bei einer OP oder unter Narkose) kann lebensbedrohlich sein, wenn sie nicht erkannt wird. Dieser Effekt kann medikamentös unterdrückt werden. Mediziner behandeln ein Phäochromozytom, indem sie die Produktion des Nebennierenhormons Catecholamin medikamentös unterdrücken. Falls möglich, werden sie versuchen, den Tumor zu entfernen. Anderenfalls werden sie zusätzlich zur Chemotherapie, Bestrahlungen und der Verordnung von Medikamenten, die den Blutdruck kontrollieren, Methoden anwenden, die das Tumorwachstum hemmen

Hyperaldosteronismus (primärer Aldosteronismus)

Bei dieser Erkrankung schütten eine oder beide Nebennieren das Hormon Aldosteron im Übermaß aus. Die Krankheit kann durch einen Tumor in der äußeren Rinde der Nebenniere verursacht werden oder durch eine Überaktivität der Drüse infolge von vermehrtem Zellwachstum (Hyperplasie). Wird zu viel Aldosteron ausgeschüttet, so werden Natrium und Wasser im Körper zurückgehalten. Überdies kommt es zu einem Kaliumverlust. Das Herz und andere Blutgefäße können geschädigt werden.

Hyperaldosteronismus kann zu Muskelschwäche oder Krämpfen und sehr hohen Blutdruckwerten führen, die der herkömmlichen Bluthochdrucktherapie widerstehen. Er kann familiär gehäuft auftreten. Ärzte können die Wirkung des Aldosterons durch Medikamente wie Spironolacton (z. B. Aldactone®) oder Eplerenon blockieren. Falls ein Tumor vorhanden ist, kann dieser eventuell operativ entfernt werden.

Conn-Syndrom: Wenn die Nebennieren schuld sind

Beim Conn-Syndrom wird in den Nebennieren zu viel Aldosteron produziert. Dabei handelt es sich um ein Hormon, das nötig ist, um den Blutdruck zu regulieren. Der Vorteil an diesem Syndrom: Es ist heilbar, die Blutdruckwerte sinken dann wieder auf ein Normalmaß ab. Immerhin 1,7 Millionen Menschen leiden in Deutschland am Conn-Syndrom; durch die richtige Behandlung können ihre Blutdruckwerte normalisiert werden. Bisher war die Rolle des Conn-Syndroms bei der Entstehung hoher Blutdruckwerte noch nicht beachtet worden. Wissenschaftler aus Turin waren auf den Zusammenhang zwischen den erhöhten Werten und der Hormonproduktion gestoßen.

Die Forscher hatten fast 1.700 Bluthochdruck-Patienten genau untersucht. Bei rund 6 Prozent der Studienteilnehmer waren die erhöhten Hormonwerte Auslöser des Bluthochdrucks. Gerade bei denen, die sehr hohe Blutdruckwerte aufwiesen (über 180:110 mmHg) lag oft das Conn-Syndrom vor, über 12 Prozent waren hiervon betroffen. Bei denen, die nur leicht erhöhte Werte aufwiesen (unter 140:90 mmHg) waren es nur vier Prozent. Das Conn-Syndrom zeichnet sich zudem dadurch aus, dass die klassische Therapie des hohen Blutdrucks keinen Erfolg hat. Selbst wenn den Patienten drei Medikamente zeitgleich verordnet werden, können die Blutdruckwerte nicht gesenkt werden. Dabei gibt es eine recht einfache Therapie, die sogar vergleichsweise schnell anschlägt.

Hormonblocker oder OP lassen Blutdruck sinken

So kann zum Beispiel Spironolacton zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um den Gegenspieler des Aldosteron, der die Andockstellen dieses Hormons blockiert. Dadurch kann es nicht mehr wirken. Allerdings wird der Stoff nur dann eingesetzt, wenn die Nebennieren vergrößert sind und dadurch zu viel des Aldosterons entsteht.

Aber auch ein gutartiger Tumor kann schuld an der gesteigerten Hormonproduktion sein. Dann wird operiert, die betroffene Nebenniere wird in der Regel mit dem Tumor zusammen entfernt. Die übrig gebliebene Nebenniere übernimmt dann die Aufgabe der entfernten Nebenniere mit.

Risikofaktoren von Bluthochdruck

Grundsätzlich wird zwischen zwei Gruppen an Risikofaktoren bei Bluthochdruck unterschieden: die Risikofaktoren, die unmittelbar durch den Lebensstil beeinflusst werden können, und die Faktoren, die nicht direkt beeinflusst werden können.

Ursachen für Bluthochdruck, die Sie beeinflussen können

  • Übergewicht
  • falsche Ernährung (zu viel Salz, zu viel Alkohol, zu viel Lakritze, zu wenig Obst und Gemüse)
  • Bewegungsmangel
  • schädlicher Stress
  • Rauchen
  • bestimmte Arzneimittel (die Pille, Rheuma- und Schmerzmittel, Kortison

Ursachen für Bluthochdruck, die Sie nicht beeinflussen können

  • familiäre Veranlagung
  • höheres Lebensalter
  • Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf)
  • Nierenerkrankungen
  • Gefäßanomalien (zum Beispiel Aortenistmusstenose)
  • erhöhte Hormonbildung durch bestimmte Erkrankungen

Bluthochdruck: Ab wann ein erhöhter Blutdruck gefährlich wird

Zwar leiden in Deutschland bis heute schätzungsweise zwischen 20 und 25 Millionen Menschen unter Bluthochdruck (Hypertonie), aber jeder Vierte weiß nichts davon. Oft fühlt man sich mit einem leichten Bluthochdruck, der zwischen 130:89 und 159:99 liegt, auch besser, aktiver, leistungsfähiger und hellwach.

Erst ein hoher Blutdruck über 160:100 macht sich durch Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Ohrensausen, Seh- und Schlafstörungen sowie Ermüdungserscheinungen und Herzklopfen auf sich aufmerksam.

Dauerhafter Bluthochdruck: Schwere Folgeerkankungen

Ein Bluthochdruck über 10 Jahre hinweg, der nicht behandelt wird, kann Ihr Leben um 1 bis 3 Jahre verkürzen. Je höher der Blutdruck ist, desto mehr muss sich Ihr Herz anstrengen, um das Blut zu bewegen. Durch diese Anstrengung geht die Elastizität des Herzmuskels verloren, er versteift sich. Auch wird die Blutzufuhr zum Herzen eingeschränkt, der Herzmuskel wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt, sodass sich eine Herzmuskelschwäche entwickeln kann.

Zudem spielt hoher Blutdruck eine wichtige Rolle bei der Gefäßverkalkung. Der ständige zu hohe Druck schädigt die Gefäßwände. An diesen beschädigten Stellen lagert sich Cholesterin ab. Das Gefäßsystem wird starr und steif, verkalkt schließlich. Ihr Blut kann nicht mehr ungestört fließen und kann Ihre Beine, Ihr Herz, Gehirn und Ihre Nieren nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Dadurch können Herzinfarkt, Nierenversagen, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen entstehen.

Therapie: So senken Sie hohen Blutdruck auf natürliche Weise

Bei einem Wert von langfristig 140:90 mmHg wird Ihnen oft schon ein Blutdrucksenker verschrieben. Natürlich sollten Sie das Mittel erst einmal nehmen. Es empfehlen sich aber zusätzlich folgende Strategien, mit denen Sie Ihren Blutdruck natürlich senken können und zwar dauerhaft und ganz ohne Medikamente. Das geht ganz einfach:

  • Nehmen Sie Magnesium. Schon lange haben Wissenschaftler es vermutet, jetzt ist es bewiesen: Magnesium ist ein potenter Blutdrucksenker. Forscher der John Hopkins University aus Baltimore haben in einer Meta-Analyse zahlreiche Studien ausgewertet, in denen Bluthochdruckpatienten Magnesium gegeben wurde. Sie entdeckten: Magnesium senkt tatsächlich den Blutdruck. Pro 240 mg Magnesium, täglich eingenommen, reduzieren Sie Ihren Blutdruck dauerhaft um 4,3 mm Hg.
  • Essen Sie regelmäßig Bärlauch. Die im Bärlauch enthaltene Aminosäure Alliin, wird beim zerhacken oder zerschneiden in Allicin umgewandelt. Dieser entspannt Ihre Muskeln und erweitert somit Ihre Gefäße.
  • Runter mit den Pfunden. Übergewicht setzt das Herz-Kreislauf-System enorm unter Druck und ist der Risikofaktor Nummer 1 für zu hohen Blutdruck. Wenn Sie abnehmen, werden Sie sehr schnell merken, wie stark Sie damit Ihren Blutdruck beeinflussen. Pro Kilogramm, das Sie verlieren, sinkt Ihr Blutdruck um bis zu 2 mmHg.
  • Entspannen Sie sich regelmäßig. Stress lässt Ihren Blutdruck nach oben schnellen. In Stresssituationen legt er ganz schnell 20 bis 30 mmHg zu. Passiert dies ab und zu, ist es nicht weiter schlimm. Dann sinkt Ihr Blutdruck auch wieder ab, wenn die stressige oder aufregende Situation vorbei ist. Stehen Sie aber ständig unter Dauerstress, dann bleibt auch Ihr Blutdruck dauerhaft erhöht. Meditation kann Ihnen helfen, dem entgegenzuwirken. Nehmen Sie sich regelmäßig eine kleine Auszeit, in der Sie sich entspannen. So kann Ihr Blutdruck um rund 12 mmHg sinken.
  • Verzichten Sie auf Alkohol. Alkohol ist ein Magnesiumräuber. Er entzieht Ihrem Körper ausgerechnet den Mineralstoff, der Ihren Blutdruck deutlich senken kann.
  • Essen Sie kaliumreich. Kalium wirkt entspannend auf die Gefäße und senkt so Ihren Blutdruck. Verzichten Sie daher auf die heute übliche kaliumarme Ernährung bestehend aus Fertigprodukten und tierischen Fetten aus Wurst und Käse. Essen Sie stattdessen mehr Obst und Gemüse sowie viel Fisch. So reduzieren Sie Ihr Infarktrisiko deutlich.
  • Bewegen Sie sich. Sport kann in der Tat die Medikamente gegen Bluthochdruck langfristig ersetzen. Mediziner wissen, dass 30 Minuten Ausdauersport täglich auf Dauer Ihren Blutdruck so effektiv senken können wie ein Medikament.
  • Schränken Sie die Aufnahme von Natrium ein. Das Natrium im Salz hält Flüssigkeit im Körper zurück. Das kann den Blutdruck erhöhen. Beschränken Sie die Aufnahme auf 2 bis 3 g täglich. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Frankfurt deckt eine Aufnahme von 6 g Speisesalz (2,4 g Natrium) den täglichen Natriumbedarf.
  • Geben Sie das Rauchen auf. Nikotin erhöht den Blutdruck.
  • Reduzieren Sie Ihren Zuckerkonsum. Übermäßiger Zuckerkonsum steht in direktem Zusammenhang mit Bluthochdruck. Speziell zu erwähnen sind zuckerhaltige Getränke, die Unmengen Zucker beinhalten.
  • Erhöhen Sie die Kalium-Einnahme. Den präventiven Effekt von Kalium sieht man besonders ut bei den Jäger- und Sammler-Stämmen der Kalahari Buschmännern und bei den traditionellen Pygmäen in der Sub-Sahara Afrikas. Bluthochdruck ist dort kaum anzutreffen. Kaliumreiche Nahrungsmittel sind zum Beispiel Fenchel, AvocadoRoter BeteArtischockenGrünkohl und Spinat.

Die richtige Ernährung gegen Bluthochdruck

Bei einem Body-Mass-Index über 25 sollten Sie als erstes einmal Ihr Gewicht reduzieren. Jedes Kilo, dass Sie abspecken, reduziert Ihren Blutdruck um 2 bis 3 mmHg. Schränken Sie Ihren Kochsalzverbrauch deutlich ein – 3 Gramm Salz pro Tag sind genug.

Auch Ihren Alkoholkonsum sollten Sie herunterschrauben. Am besten, Sie verzichten ganz darauf. Wollen Sie dennoch etwas alkoholisches trinken, dürfen Sie als Frau eine Grenze von 20g, als Mann von 25g pro Tag nicht überschreiten. Das entspricht der Dosis von 1 bis 2 Gläsern Wein bei Frauen, und 2 bis 3 Gläsern Wein bei Männern.

Ballaststoffe in Ihrer Nahrung wirken der Hypertonie ebenfalls entgegen. Sie finden besonders viele Ballaststoffe in je 100g Weizenkleie, Leinsamen, getrockneten Erbsen, Roggen und Roggenmehl.

Regelmäßiger Sport steigert die Leistungsfähigkeit Ihres Herzens

Durch regelmäßige Bewegung können Sie Ihren Blutdruck um 5 bis 8 mmHg senken. Sport sorgt für eine verbesserte Leistung des Herzens und für eine Weitung der Gefäße – das Blut kann besser fließen.

Sie sollten mindestens 3- bis 4-mal pro Woche eine halbe Stunde lang trainieren. Besonders geeignet sind Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen, Radfahren oder Walken.

Lassen Sie sich aber auf jeden Fall von einem Sportarzt durchchecken, wenn Sie außer Übung sind. Machen Sie einen Belastungstest, bei dem Ihre Pulsgrenzen ermittelt werden. Diese dürfen Sie während Ihres Trainings auf keinen Fall überschreiten.

Hydrotherapie verbessert die Herzdurchblutung

Diese Methode, von Pfarrer Sebastian Kneipp entwickelt, beinhaltet verschiedene Wasseranwendungen, unter anderem Wassertreten, Wechselbäder und ansteigende Armbäder. Durch das Wechselspiel von Wärme- und Kältereizen werden die Gefäße trainiert, sich zu dehnen und zusammenzuziehen.

Durch die Wasseranwendungen werden die Gefäße in Armen, Brust und Kopf erweitert, der Kreislauf wird entlastet und die Herzdurchblutung verbessert. Der Blutdruck sinkt.

Für ein ansteigendes Armbad sollten Sie Wasser mit einer Temperatur von 35°C in Ihr Waschbecken einlassen und die Unterarme hineinlegen. Im Laufe einer Viertelstunde sollten Sie die Temperatur bis auf 39°C steigern.

Ebenfalls möglich sind Wechselduschen. Für die Wechselduschen fangen Sie mit einer warmen Dusche an, dann wechseln Sie die Temperatur. Beginnen Sie immer herzfern: duschen Sie also als erstes Ihre rechte Körperseite ab.

Die Temperatur bei der Warmphase sollte zwischen 36 und 39°C liegen, die der Kaltphase 10°C nicht unter- und 16°C nicht überschreiten. Wassergüsse eignen sich ebenfalls sehr gut für die Heimanwendung. Dazu schrauben Sie am besten den Duschkopf ab und gießen sich das Wasser über die Beine. Fangen Sie bei den Knöcheln an und gießen hoch bis zur Hüfte. Die Temperatur beträgt beim kalten Guss 10 bis 12° C, beim temperierten circa 20° C und beim heißen Guss 40° C.

Blutspende senkt Ihren Blutdruck

Mit regelmäßiger Blutspende helfen Sie nicht nur anderen Menschen in Not, Sie senken auch Ihren Blutdruck. Dieser Effekt soll sogar vergleichbar sein mit der Wirkung von blutsenkenden Medikamenten. Eine erste Studie an der Berliner Charité aus dem Jahr 2012 zeigte: Blutspenden senkt den Blutdruck. Die Patienten, die zweimal innerhalb eines Monats 300 Milliliter Blut spendeten, senkten ihren Blutdruck über mehrere Wochen um durchschnittlich 16 mmHg systolisch. Das war ein großer Effekt, der mit der Wirksamkeit von blutdrucksenkenden Medikamenten vergleichbar ist.

Die Wirkung einer regelmäßigen Blutspende auf den Blutdruck und andere gesundheitliche Faktoren wurde in einer großen Folgestudie an der Berliner Charité untersucht (publiziert im Dezember 2015). Alle drei Monate wurden den Teilnehmern knapp 500 Milliliter Blut abgenommen, so viel wie bei einer normalen Blutspende. Schon nach der ersten Blutspende berichteten die Hypertonie-Patienten dabei von einer wohltuenden Wirkung. Teilnehmer, die viermal pro Jahr zum Blutspenden gingen, konnten ihre Werte enorm senken:

  • den systolischen (oberen) Wert von durchschnittlich 160 auf 144 und den diastolischen (unteren) von durchschnittlich 91 auf 84.
  • Am meisten profitierten Patienten mit sehr stark erhöhtem Blutdruck von mehr als 160/100 mmHg zu Studienbeginn. Ihre Werte konnten im Schnitt sogar um 17 bzw. 12 mmHg gesenkt werden.
  • Teilnehmer mit normalem Blutdruck zeigten keine zu niedrigen Blutdruckwerte.

Regelmäßiges Blutspenden als alternative Therapie ist nebenwirkungsarm und kostengünstig. Zudem tun Sie gleichzeitig sowohl sich als auch anderen etwas Gutes, denn Blutkonserven werden zunehmend knapper. Vor allem wirkt sie in den meisten Fällen so effektiv wie Medikamente. Wird der Aderlass alle drei Monate wiederholt, bleibt der Blutdruck konstant auf dem niedrigen Niveau, stellten die Experten fest. Einige konnten die Dosis ihrer Blutdruckmedikamente reduzieren oder ganz absetzen. Frauen dürfen innerhalb von zwölf Monaten maximal viermal Blut spenden, Männer fünfmal.

Natürliche Blutdrucksenker: Hausmittel gegen Bluthochdruck

Es gibt mehrere Möglichkeiten, auf natürliche Art Ihren Blutdruck zu senken.

  • Grüner Tee wirkt vorbeugend: 3 Tassen a
  • m Tag und Sie senken das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken. Aber auch im akuten Stadium können Sie ihn anwenden. Er enthält ein Enzym, dass den Auslösemechanismus von hohem Blutdruck positiv beeinflusst.
  • Auch Misteltee hat sich als natürlicher Blutdrucksenker bewährt. Im Gegensatz zu grünem Tee, den Sie in jedem Teeladen erhalten, sollten Sie Misteltee in der Apotheke kaufen.
  • Amerikanische Studien haben ergeben, dass 500 mg Vitamin C bei einem schwach erhöhten Blutdruck helfen können. Der obere Wert fiel um durchschnittlich 13 mmHg.
  • Auch Präparate mit Schlangenwurz, Olivenblätter und Rhododendrenblättern sollen den Blutdruck senken. Hier müssen Sie aber mit Ihrem Arzt sprechen, denn nur in Einzelfällen würde ich solche Präparate empfehlen. Ohne den Einzelfall zu kennen, kann ich Ihnen keinen Rat geben, welches der vielen Mittel in welcher Dosierung Sie einnehmen sollten.

Homöopathie: Abhilfe gegen Bluthochdruck und dessen Begleiterscheinungen

Mit der Homöopathie lassen sich die Begleiterscheinungen des Bluthochdrucks bekämpfen. Hier muss der Therapeut Ihnen genaue Fragen stellen, wie Sie sich fühlen, um dann das richtige Mittel zu wählen. In Frage kommen:

  • Lycopodium D12 bis C6: Sie wirken älter, als Sie sind, haben eine graue Gesichtsfarbe, Ihre Stimmung schwankt schnell. Meist ist Ihr Bluthochdruck nur ein Teil Ihrer Krankengeschichte; Sie leiden zusätzlich unter Gicht, Rheuma oder Leberund Gallenerkrankungen.
  • Phosphorus: Sie sind schon nach einer kleinen Belastung erschöpft, aber körperlich und geistig eigentlich sehr lebhaft. Sie haben Herzklopfen, verbunden mit Angstgefühlen, leiden unter Schwindel und Ohnmacht und tendieren zu Herzinsuffizienz

Blutdruck messen

Kontrollieren Sie regelmäßig, ob Ihre Arznei noch wirkt. Kaufen Sie sich ein Blutdruckmessgerät und messen Sie ruhig dreimal am Tag: morgens, mittags und abends. So erhalten Sie Vergleichswerte Ihres Blutdrucks. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt sagen, bei welchem Wert Ihr Blutdruck liegen sollte.

Ist er zu hoch, reagieren Sie. Reden Sie mit Ihrem Arzt darüber. Er muss dann Ihre Medikation neu einstellen. Wenn Sie zusätzlich alternative Methoden einsetzen, werden Sie merken, wie Ihr Blutdruck nach und nach immer weiter sinkt. Aber auch dann dürfen Sie Ihre Medikamente nicht auf eigene Faust absetzen.

Blutdruckgeräte zur Selbstmessung

Für den medizinischen Laien kamen in den letzten Jahren einfach zu bedienende Blutdruckmeßgeräte auf den Markt. Damit messen Sie Ihren Blutdruck zwischen den ärztlichen Untersuchungsterminen selbst. Um den für Sie geeigneten Gerätetyp zu finden, wägen Sie Bequemlichkeit gegen Genauigkeit des Gerätes ab.

  • Machen Sie sich mit allen Alternativen vertraut – Eine Anzeige mittels Quecksilbersäule misst am genauesten. Dieser Gerätetypus erfordert jedoch, ebenso wie die Anzeige mit Eichmaß auf der Basis einer Feder, dass Sie ein Stethoskop benutzen. Bei elektronischen Anzeigen ist kein Stethoskop nötig. Mit Hilfe eines Mikrofons misst das Gerät den Blutdruck. Die Anzeige gibt das Ergebnis an (oft auch Ihren Herzschlag). Geräte mit Digitalanzeige sind einfacher in der Anwendung, jedoch weniger verlässlich.
  • Achten Sie auf gute Passform – Die meisten Geräte erhalten Sie mit einer aufblasbaren Standardmanschette. Ist Ihr Arm zu dick oder zu dünn für die Manschette, verlangen Sie die passende Größe. Ein schlechter Sitz führt zu einem ungenauen Messergebnis.
  • Berücksichtigen Sie Ihre Fähigkeiten – Ist die Anzeige groß genug, um sie gut abzulesen? Für Menschen mit Sehbehinderung gibt es beispielsweise Blutdruckmessgeräte mit extra großen Displayanzeigen. Können Sie mit einem Stethoskop richtig abhören? Können Sie die aufblasbare Manschette gut selbst aufpumpen?
  • Erst testen, dann kaufen – Bevor Sie sich für ein Gerät entscheiden, holen Sie sich von Ihrem Arzt, einem Apotheker oder einer geschulten Fachkraft eine ausführliche Gebrauchsanweisung. Dann bekommen Sie bei der Selbstmessung zu Hause keine Schwierigkeiten.
  • Überprüfen Sie die Messgenauigkeit – Testen Sie alle sechs bis zwölf Monate Ihr Blutdruckmessgerät an einer geeichten Quecksilbersäule in der Praxis Ihres Arztes oder bei einer anderen geeigneten Stelle.
Blutdruckmessung, Werte, Bluthochdruck
Blutdruckmessung erfordert Genauigkeit, einen guten Sitz und vor allem den richtigen Gerätetyp, um korrekte Werte zu ermöglichen. © Peter Maszlen - Fotolia

Elektronische Modelle

Es gibt verschiedene Arten solcher „Heimgeräte“ mit unterschiedlicher Ausstattung. Sie sind mehr oder weniger leicht anzuwenden und unterscheiden sich des Weiteren in ihrer Verlässlichkeit. Elektronische Modelle nennt man auch digitale Blutdruckgeräte. Derartige Geräte sind am leichtesten zu bedienen. Je nach Ausstattung sind sie ab etwa 50 Euro im Fachhandel erhältlich. Beim Gebrauch ist es wichtig, dass man die Manschette richtig um den Arm anlegt.

Bei manchen Geräten muss man anschließend einen Knopf zum automatischen Aufblasen der Manschette drücken. Bei anderen wiederum bläst man die Manschette per Hand auf, indem Sie eine Ballonpumpe zusammendrücken. Danach lässt das Gerät die Luft aus der Manschette langsam ab. Eingebaute Sensoren registrieren den Blutdruck. Die Messwerte erscheinen auf einem Display. Digitale Messgeräte sollten Sie einmal jährlich auf ihre Genauigkeit überprüfen. Benutzen Sie keine digitalen Messgeräte, wenn Sie an unregelmäßigem Herzschlag (Arrhythmie) leiden. Es könnten dabei falsche Werte auftauchen.

Mechanische Modelle

Mechanische Modelle nennt man auch Aneroidmessgeräte. Diese Geräte haben ein rundes Anzeigefeld mit einer drehbaren Nadel, die auf einer Skala die Blutdruckwerte anzeigt. Die Standardmodelle benötigen ein Stethoskop und eine Ballonpumpe.

Daher ist ein gutes Hörvermögen und eine gewisse Geschicklichkeit der Hände notwendig. Aneroidgeräte sind leicht transportabel. Sie sind ab etwa 50 Euro erhältlich. Jedoch sollte man auch sie einmal jährlich auf ihre Genauigkeit überprüfen.

Modelle mit Quecksilbersäule

Modelle mit Quecksilbersäule haben Sie mit Sicherheit in einer Arztpraxis oder einer Klinik gesehen. Sie sehen wie übergroße Thermometer aus. Sie sind am genauesten von allen Messgeräten und benötigen keine Überprüfung und Eichung.

5 Ammenmärchen über Bluthochdruck

Hand aufs Herz: Sind Sie diesen fünf Ammenmärchen über Bluthochdruck bislang auch auf den Leim gegangen?

  1. Wer einen zu hohen Blutdruck hat aber ansonsten gesund ist, ist „fit wie ein Turnschuh“ und leistungsfähig. Müssen Sie sich einer kurzfristigen Herausforderung stellen, schnellt Ihr Blutdruck zwar in die Höhe und bereitet Sie auf Höchstleistungen vor. Doch chronischer Bluthochdruck beeinträchtigt Ihre geistige Leistung negativ und schwächt Ihren Körper.
  2. Bluthochdruck ist eine Krankheit des Alters, Jüngere bekommen sie nicht. Zwar nimmt das Risiko für Bluthochdruck mit dem Alter zu, doch bereits Kinder und Jugendliche können an Bluthochdruck erkranken. Ein Drittel aller 35- bis 44-jährigen Männer weist zu hohe Werte auf.
  3. Wenn jemand einen zu hohen Blutdruck hat, läuft er ständig mit einem roten Kopf durch die Gegend. Zwar können die Wangen etwas röter sein als bei anderen Menschen, doch auch Blasse und Dünne leiden unter Bluthochdruck.
  4. Ältere Menschen profitieren vom Hochdruck, denn ihre Gefäße und Organe werden dadurch besser durchblutet. Zwar hat man eine Zeit lang geglaubt, das sei so, tatsächlich gilt aber, dass der Blutdruck auch bei älteren Menschen nicht dauerhaft über 140 zu 90 mm Hg liegen sollte.
  5. Wer einen zu hohen Blutdruck hat, merkt das auch. Bluthochdruck tut nicht weh und breitet sich schleichend aus. Die ersten Symptome machen sich meist bemerkbar, wenn es schon zu Schädigungen gekommen ist.
Bluthochdruck und Herzprobleme

Bluthochdruck senken - auf natürliche Art und WeiseFast jeder 4. Deutsche leidet unter Bluthochdruck. Und blutdrucksenkende Medikamente gehören zu den am meisten verordneten Medikamenten in Deutschland - und zwar, obwohl der Blutdruck auch auf natürliche Weise effektiv gesenkt werden kann.  › mehr lesen

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Über den Autor
Helmut Erb
Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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