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Endometriose - Ursachen, Symptome, Diagnose & Behandlung

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Informationen zur Endometriose

Definition: Ansiedelung von Gebärmutter-Schleimhaut-Zellen außerhalb der Gebärmutter
Ursache: noch weitgehend unklar, verschiedene Theorien
Auswirkung: starke Schmerzen während der Menstruation
Abhilfe: alternative Behandlungstherapien / medikamentös / operativ über Bauchspiegelung (nur im akuten Fall)

Definition: Was ist Endometriose?

Unter Endometriose wird das Auftreten von versprengten Zellen der Gebärmutter-Schleimhaut (Endometrium) verstanden. Diese schließen sich außerhalb der Gebärmutter-Höhle zu Schleimhaut-Inseln, sogenannte Endometriose-Herde, zusammen.

Die Endometriose stellt eine der häufigsten gutartigen Erkrankungen in der Gynäkologie dar. Jede 10. Frau leidet darunter. Mehr als 3 Millionen Frauen in Deutschland haben hierbei regelmäßig zur Zeit ihrer Periode Schmerzen im Unterleib und verstärkte Blutungen.

Die Wahrscheinlichkeit, eine Endometriose zu bekommen, nimmt mit dem Alter zu. Allerdings nur bis zu den Wechseljahren. Nach der Menopause sinkt sie rapide, und es können sich selbst bereits bestehende Endometriose-Herde wieder zurückbilden. Die Erkrankung ist zwar gutartig, kann sich jedoch sehr unangenehm anfühlen – etwa, wenn es während der Periode zu Schmerzen im Unterleib und verstärkten Blutungen kommt.

Nicht alle betroffenen Frauen wissen allerdings, dass sie von einer Endometriose betroffen sind, denn das Leiden macht sich nicht immer bemerkbar. Behandelt werden muss es nur, wenn sich die Frau davon erheblich beeinträchtigt fühlt. Es existieren eine Reihe von Möglichkeiten, die Beschwerden der Endometriose zu mildern.

Endometriose: Zellen am falschen Platz

Die medizinische Bezeichnung bedeutet „Gebärmutter-Schleimhaut-Krankheit“. Dies ist mindestens irreführend, denn bei der Endometriose ist nichts „krank”, insbesondere nicht die Gebärmutter-Schleimhaut. Sie befindet sich lediglich zum Teil da, wo sie nicht hingehört:

Bei der Endometriose siedeln sich Zellen der Gebärmutter-Schleimhaut außerhalb der Gebärmutter an und bilden Zysten. Das kann im Genital-Bereich wie an den Eierstöcken oder den Eileitern sein. Auch außerhalb der Geschlechts-Organe im Bauchraum, z. B. am Darm, an der Blase oder am Bauchfell können diese Zellen auftreten.

Was ist eine Zyste?

Unter einer Zyste wird eine Gewebeblase im Körper bezeichnet. Sie umschließt einen Hohlraum, der z. B. mit Blut oder anderen Flüssigkeiten gefüllt sein kann. Sie entstehen auf unterschiedliche Arten und Weisen, unter anderem durch Verletzungen und Infektionen.

Ursachen: Wie entsteht Endometriose?

Auch unter normalen Umständen gelangen Schleimhautzellen über den Eileiter in den Bauchraum, das ist nichts Ungewöhnliches. Allerdings löst der Körper sie dort auf, ohne dass sie Schaden anrichten. Warum sich die Zellen dort ansiedeln, wo sie es tun, und wie sie dorthin gelangen, bleibt indes ein Rätsel. Die genaue Ursache dieses Leidens ist nach wie vor nicht umfassend geklärt. Dennoch gibt es verschiedene Theorien zu ihrer Entstehung.

Sie reichen von Zellveränderungen über die Absiedelung von Zellen aus geplatzten Eierstockzysten,bis hin zur Verschleppung von Zellen der Gebärmutter-Schleimhaut über Blut- und Lymphgefäße. Einige Untersuchungen legen außerdem einen Zusammenhang zwischen der Endometriose und einer Störung des Immunsystems nahe. Amerikanische Forscherinnen beobachteten, dass Frauen mit Endometriose in vielen Fällen unter Allergien, Asthma, Medikamenten-Überempfindlichkeit sowie bestimmten Autoimmun-Krankheiten leiden. Ebenso spielt möglicherweise die Schadstoff-Belastung unserer Umwelt eine Rolle.

Eine Verschleppung von Gebärmutter-Schleimhautzellen bei chirurgischen Eingriffen wie dem Kaiserschnitt steht ebenfalls zur Diskussion.

Endometriose durch retrograde Menstruation

Einleuchtend klingt auch die Vorstellung, dass Menstruations-Blut nicht nur über die Scheide nach außen fließt. In diesem Fall würde es in geringen Mengen in die andere Richtung, also über die Eileiter in die Bauchhöhle, gelangen. Diese sogenannte retrograde Menstruation gilt als physiologisch. Das bedeutet, sie kommt bei fast allen Frauen vor. Dabei transportiert der Körper unter Umständen auch Schleimhaut-Fetzen mit.

Warum leiden dann nicht alle Frauen an Endometriose?

Hier kommt wieder die Immun-Abwehr ins Spiel: Im Normalfall vernichten körpereigene Fresszellen solche Partikelchen. Bei einer gestörten Immun-Abwehr oder Überforderung mit der Größe der Schleimhaut-Fetzen können sich die Partikel aber festsetzen und anwachsen.

Dies erklärt zwar die Herde im Beckenraum, nicht aber eine Endometriose beispielsweise in der weit entfernt liegenden Lunge. Es müssen weitere Transportwege über Blut- und Lymph-Gefäße an der Verbreitung des Gewebes mitgewirkt haben.

Symptome von Endometriose

Anzeichen Endometriose

Da die Endometriose in ihren Erscheinungsformen vielfältig und schwer auszumachen ist, wird sie von manchen Experten als ein „Chamäleon der Medizin bezeichnet.

Als Leitsymptome gelten:

  • zyklusabhängige Schmerzen
  • Blutungs-Anomalien (zu viel oder zu wenig)
  • Störungen der Fruchtbarkeit

Viele betroffene Frauen haben darüber hinaus Beschwerden beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang. Das hängt davon ab, wo sich die Schleimhaut-Inseln gebildet haben. Durch Verwachsungen mit dem umliegenden Gewebe kommen im Laufe der Zeit Dauerschmerzen hinzu, die diagnostisch noch schwerer einzuordnen sind.

Folgen von Endometriose

Sicher ist, dass die versprengten Zellen außerhalb der Gebärmutter das von den Hormonen ausgelöste monatliche Auf und Ab mitmachen:

  • Sie schwellen während des Zyklus an und bluten eventuell zum Zeitpunkt der Menstruation. Das kann erhebliche Schmerzen verursachen.
  • Die versprengten Zellen unterliegen dem Einfluss des Östrogens. Es kommt zu einer inneren Blut-Ansammlung, die Entzündungen, Verklebungen undVerwachsungen nach sich ziehen kann.
  • Bei betroffenen Frauen kommt es häufiger zu ungewollter Kinderlosigkeit und Eileiter-Schwangerschaften.
  • Frauen, die mit einer Spirale verhüten, haben häufiger eine Endometriose und größere Beschwerden.

An welchen Körperstellen tritt Endometriose auf?

Meist sind Endometrioseherde zu finden in:

  • Eierstöcken,
  • Eileitern,
  • Harnblase,
  • Scheide
  • oder in der Auskleidung des kleinen Beckens.

Endometrioseherde sitzen zudem unter Umständen an vielen Stellen gleichzeitig. Am häufigsten (bei etwa 60% der betroffenen Frauen) befinden sie sich im Raum zwischen Gebärmutter-Hinterwand und Dickdarm sowie an den Haltebändern der Gebärmutter. In der Hälfte aller Fälle sind darüber hinaus die Eierstöcke betroffen, wo sich Zysten bilden können. Für den Befall von Harnblase und Enddarm ist eine Häufigkeit von 12 – 15% angegeben. Andere Lokalisationen innerhalb und außerhalb des Beckens treten selten auf.

Die Herde finden sich außerdem manchmal sogar an außergewöhnlichen Stellen wie:

  • Nabel,
  • Rippenfell,
  • Lunge,
  • Rückenmarkskanal
  • oder Achselhöhlen,

wohin sie verschleppt werden können.

Entsprechend unterschiedlich fallen die Beschwerden aus: Viele Frauen klagen über Schmerzen im Kreuz und in den Schenkeln, die sich durch Wärme oder Schmerzmittel nicht bessern.

Gebärmutterschleimhaut außen


An diesen Stellen können Endometriose-Herde sitzen

Der Douglas’sche Raum

Bei einem Endometriose-Knoten im Douglas’schen Raum, sitzt der Knoten zwischen Darm und Scheide (Septum rectovagina). Der behandelnde Arzt kann den Knoten hinter der Gebärmutter durch die Scheide oder über den Bauchraum entfernen. In vielen Fällen entfernt er dabei ein Stück der Scheidenhaut oder der Darmwand.

Die „Schokoladenzyste

Sehr aktive Endometriose-Herde führen zu einer Ansammlung von Blut im Eierstock. Die Folge ist eine Zyste. Dies liegt daran, dass während der Menstruation versprengte Gebärmutter-Schleimhautzellen im Eierstock in eine geschlossene Hülle hineinbluten können. Im Laufe der Zeit entsteht dadurch eine große, blutgefüllte Zyste.

Der schwarzen Farbe ihres Inhalts verdankt sie ihren Namen Schokoladen- oder Teerzyste. Darüber hinaus kann es an der Oberfläche dieser Zysten zu Blutungen kommen, die zu starken Verwachsungen führen können.

Starke Schmerzen während der Periode

Wachsen Endometrium-Partikel zu Geweben an, reagieren sie auf die hormonellen Veränderungen während des Zyklus wie normale Gebärmutter-Schleimhaut: Setzt die Periode ein, beginnen die Endometriose-Herde zu bluten. Da dieses Blut nicht nach außen abfließen kann, bilden sich immer dicker werdende Zysten oder Blutseen in der Bauchhöhle (im Darm, der Lunge oder wo auch immer sie sich angesiedelt haben).

Das erklärt die oft unerträglichen Schmerzen, die viele Frauen mit Endometriose während ihrer Menstruation haben. Nicht selten werden diese als „Hypermenorrhoe” (starke Regel) abgetan oder die Frauen für überempfindlich gehalten. Denn nach der Menstruation hören die Herde zu bluten beziehungsweise zu schmerzen auf.

Diagnose: Wie Endometriose erkennen?

Erstaunlicherweise treten nicht bei allen Frauen mit Endometriose so heftige Schmerzen auf. Etwa die Hälfte ist nahezu beschwerdefrei. Bei ihnen deckt der Arzt die Endometriose auf, wenn er sie wegen ungewollter Kinderlosigkeit eingehend untersucht. Des Weiteren zeigte sich, dass nicht unbedingt die größten Endometriose-Herde die heftigsten Beschwerden verursachen. Ein kleiner Herd in Nervennähe löst starke Schmerzen aus, während ein größerer ohne Nervenkontakt oft unbemerkt bleibt.

Viele Frauen mit Endometriose haben eine wahre Odyssee von einer ärztlichen Praxis zur anderen hinter sich, bis jemand ihr Leiden endlich erkennt. Entweder die Ärzte ziehen die Möglichkeit einer Endometriose generell nicht in Betracht oder sie neigen dazu, Monats-Beschwerden nicht ernst zu nehmen.

Erkennt man Endometriose mit Ultraschall?

Bei äußeren Herden im Scheiden(eingangs)bereich oder am Damm, weisen in der Regel die medizinische Vorgeschichte und eine körperliche Untersuchung auf die Diagnose hin. Für Endometriose-Absiedelungen im Körper-Inneren bedarf es dagegen Untersuchungs-Verfahren wie Ultraschall oder Computer-Tomographie (CT), die nicht immer erfolgreich sind.

Als einzig wirklich sichere Methode gegen diese Krankheit gilt die Bauchspiegelung. Sie gewährt einen direkten Blick auf die Organe im Becken und lässt die bläulich-roten, bläulich-braunen, bläulich-schwarzen oder unpigmentierten Endometriose-Herde und eventuelle Blutseen erkennen. Diese Behandlung wird von einem Chirurgen ambulant in Kurznarkose durchgeführt. Der Vorteil: Dabei können gleichzeitig die entdeckten Endometriose-Herde entfernt werden. Trotzdem wird der Eingriff von Medizinern lediglich bei schweren Beschwerden empfohlen.

Endometriose Behandlung

Frauen mit der Erkrankung Endometriose möchten vor allem ihre Schmerzen loswerden und gegebenenfalls die Möglichkeit einer Schwangerschaft erhalten. Je nach Stärke der Symptome und Persönlichkeit der Frau kommen unterschiedliche Behandlungsweisen in Betracht. Bei leichteren Beschwerden wird immer eine Reihe von wirkungsvollen Verfahren angeraten, die den Frauen Entspannung und Schmerzlinderung bringen. Diese sollen ohne Medikamente oder einen operativen Eingriff auskommen.

Ist Endometriose heilbar?

Eine medikamentöse Therapie wird bei größeren Beschwerden in Erwägung gezogen. Aufgrund ihrer Langwierigkeit und der Gefahr von Nebenwirkungen sollte sie wohl überlegt und mit dem Arzt abgesprochen werden. Zu bedenken ist: Die Medikation bewirkt keine Heilung, sondern dient lediglich einer Besserung für die Zeit ihrer Dauer. Eingesetzt wird sie, wenn alternative Verfahren keine ausreichende Wirkung zeigen. Von einer Operation per Bauchspiegelung sollte in der Regel abgesehen werden, denn sie dient nur als letzte Möglichkeit für Patientinnen mit äußersten Beschwerden.

Kinderwunsch mit Endometriose

Vor allen Dingen ungewollte Kinderlosigkeit stellt einen triftigen Grund dar, dem Leiden den Kampf anzusagen: Das außerhalb des Uterus angesiedelte Gewebe stört unter Umständen den Zyklus und beeinträchtigt dadurch die Eireifung. Darüber hinaus behindert es den Transport der befruchteten Eizelle und deren Einnistung im Uterus. Eine Schwangerschaft kann dadurch beeinträchtigt werden. Auch nach der Behandlung ist eine Fruchtbarkeit nicht immer garantiert.

Heilt eine Endometriose von allein?

In der Tat ist es so, dass eine Endometriose von selbst verschwindet. Allerdings gibt es an der Sache einen Haken, denn der Zeitpunkt des Verschwindens sind die Wechseljahre. Das bedeutet, dass Frauen mit Kinderwunsch nicht darauf hoffen können, dass sie nach Verschwinden der Endometriose endlich schwanger werden können. Dies ist insbesondere für jüngere Frauen nur ein schwacher Trost, wirkt aber auf über 40-Jährige durchaus beruhigend. So wissen sie, dass ihr Plagegeist in der nächsten Zeit von allein verschwindet. Die meisten von ihnen entscheiden sich mit diesem Wissen gegen eine Behandlung.

Am häufigsten werden jedoch Frauen in den Dreißigern von einer Endometriose geplagt. Da kann die Zeit bis zu den Wechseljahren noch ganz schön lang werden.

Endometriose: Medikamente zur Behandlung

  • Schmerzmittel  Als Medikamente, die Schmerzen und begleitende Entzündungs-Reaktionen unterdrücken, kommen einfache Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder Ibuprofen in Frage. Man sollte Sie jedoch nicht auf Dauer einnehmen, denn Schmerzmittel haben bei Überdosierung unangenehme Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder sogar akute Leberschäden.
  • Gelbkörper-Hormone – Die Einnahme von Gelbkörper-Hormonen bremst die Gebärmutter-Schleimhaut – und damit die der Endometriose-Herde – in ihrem Wachstum. Ziel ist, dass sich die Herde umwandeln (deziduale Umwandlung) und allmählich auflösen. Nebenwirkungen wie Gewichts-Zunahme, Akne oder Depressions-Neigung sind möglich. Dafür weist diese Therapie eine Rückbildung der Herde in über 60% und eine Beschwerdefreiheit bis zu 90% auf. Eine ständige ärztliche Kontrolle ist dabei erforderlich.
  • Gestagen und Östrogen – Die Behandlung mit Östrogen-Gestagen-Kombinationen beruht auf dem Prinzip der Scheinschwangerschaft: Während einer Schwangerschaft verschwinden die Beschwerden der Endometriose wie von selbst. Dies geschieht bei manchen Frauen vorübergehend, nicht selten aber für immer. Auch nach der Schwangerschaft. Gestagene beeinflussen die versprengten Zellen, indem sie die Bildung des Östrogens in den Eierstöcken unterdrücken und die Herde austrocknen. Ohne Östrogen bereiten die Endometriose-Herde keine Beschwerden.Die Rückbildungs-Rate ist mit 90% sehr gut. Dafür verspürt jede 2. Frau unter dieser Behandlung deutliche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Gewichts-Zunahme, Spannungs-Gefühl in der Brust, Durchbruchs-Blutungen oder depressive Verstimmungen. Die geringsten Nebenwirkungen bringt die Einnahme einer gestagenhaltigen Pille (z. B. Valette) mit sich, die Blutungen generell unterdrückt. Das gleiche Ergebnis erreicht man mit der Einnahme einer gestagenbetonten Verhütungs-Pille (Lovelle, eve20, Microgynon) oder einer Hormon-Spirale.
  • Danazol – Eine weitere Möglichkeit besteht in der Einnahme von Danazol. Das ist eine Substanz, die sehr kompliziert auf verschiedenen Wegen wirkt: indirekt über das Gehirn, direkt auf Eierstöcke und Endometriose. Darüber hinaus hat sie einen Einfluss auf das Immun-System. Die Patientin sollte Danazol kontinuierlich über mehrere Monate einnehmen.Die Erfolgs-Quoten liegen sehr hoch: subjektiv bis 100%, objektiv beziehungsweise ärztlich überprüfbar bis 90%. Die (gewollte) Schwangerschafts-Rate nach einer solchen Behandlung beläuft sich auf 40 – 70%. Allerdings ist auch hier mit Gewichts-Zunahme sowie mit Schlafstörungen, einem Libido-Verlust, verstärktem Haarwuchs, einer tieferen Stimme, Gelenkschmerzen, einem Leistungsknick und auch einer Abnahme der Knochenmasse zu rechnen. Diese Nebenwirkungen sind allerdings nur vorübergehend.Trotzdem stellt dies einen schweren Eingriff in das tägliche Leben dar. Heute gibt man zur Verringerung der Nebenwirkungen zusätzlich Östrogen, was allerdings auch nicht ohne Risiko ist.
  • GnRH-Agonisten – Das Prinzip einer Therapie mit GnRH-Agonisten ist es, den Zyklus auszuschalten und vorübergehend „künstliche Wechseljahre“ auszulösen. Die Behandlungsdauer ist auf sechs Monate begrenzt, damit sich der Hormon-Haushalt und der therapiebedingte Verlust an Knochendichte normalisieren kann. Die Nebenwirkungen entsprechen etwa den Symptomen der Wechseljahre: Es treten Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungs-Schwankungen usw. auf.Danazol und auch GnRH-Agonisten sind „schwere Geschosse”, die tief in die Hormonausschüttung eingreifen und nur eingenommen werden sollten, wenn dies umfangreich mit einem Arzt durchgesprochen wurde. Die Forschung ist bestrebt, Endometriose-Herde gezielt angehen zu können. Alle bislang verfügbaren Medikamente richten sich nicht nur gegen die Zellsprengsel, sondern greifen weiterhin auch den Uterus an, von der die Zellen letztlich stammen. Eine Therapie, die sich ausschließlich gegen die Endometriose richtet, gibt es nicht.

Letzte Hoffnung gegen diese Krankheit: Operation

Bei einer besonders ausgeprägten Endometriose hilft die medikamentöse Therapie nicht. Eine operative Entfernung der Endometriose-Herde während einer Bauchspiegelung ist die einzige Therapie, die Erfolg verspricht. Diese Therapie kommt nur in schweren Fällen in Frage.

Eine relativ einfache Entfernung von Endometriose-Herden ist insbesondere im Scheidenbereich, am Gebärmutter-Eingang, außen am Damm, am Nabel oder an der Haut möglich.

Die Operation selbst geschieht in den meisten Fällen in 3 Etappen:

  • Bei der 1. Bauchspiegelung entfernt der Chirurg so viele Endometriose-Herde wie möglich.
  • Im Anschluss „beschießt” er die restlichen mit Anti-Hormonen, um die Zellen „wegzuschmelzen”.
  • Bei einer 2. Bauchspiegelung entfernt er die übrig gebliebenen Herde operativ.

In vielen Fällen treten nach einer Weile neue Endometriose-Herde auf. Zur Vorbeugung verabreicht der behandelnde Arzt im Anschluss an die OP drei Monate lang GnRH-Analoga.

Wie genau funktioniert die Bauchspiegelung?

Die Bauchspiegelung geschieht entweder durch Ausschneiden (Exzisionoder durch Verkochen (Elektro-, Thermo- oder Laser-Koagulation) mit feinsten Instrumenten. An den Eierstöcken operiert man mikrochirurgisch. Das gilt insbesondere, wenn bei der Patientin ein Kinderwunsch besteht.

Ein ausgedehnter Befall erfordert möglicherweise die Resektion (Entfernung) größerer Anteile von Scheide, Eierstöcken, Uterus oder Haltebändern. In solchen Fällen ist eine medikamentöse Vorbehandlung mit Hormonen sinnvoll. Sie verkleinert die Herde so weit, dass man sie leichter ausschneiden kann.

Das entfernte Gewebe durchläuft im Anschluss eine feingewebliche (histologische) Untersuchung, um die Diagnose zu sichern und etwaige bösartige Zellwucherungen zu erkennen.

Wie lang dauert eine Bauchspiegelung?

Die Dauer einer Bauchspiegelung ist davon abhängig, wie groß der Befund der Symptome ist. Im Schnitt kann man mit 15 bis 30 Minuten Behandlungszeit rechnen, bei einer nötigen Resektion von Gewebeteilen kann die Operation durchaus auch 1 bis 2 Stunden dauern. Die Patientin bekommt dank einer Vollnarkose von all dem nichts mit.

Alternative Behandlung einer Endometriose

Es gibt viele Möglichkeiten, die Symptome zu mildern – auch mithilfe von alternativen Mitteln. Tatsächlich können Sie sich eine ganze Menge Gutes tun, ohne sich die beschriebenen Nebenwirkungen zuzumuten.

Am besten suchen Sie eine/n Gynäkologin/-en mit entsprechenden Zusatz-Ausbildungen in der Naturheilkunde beziehungsweise eine/ versierte/n Heilpraktiker/in auf. Dieser unterstützt dabei, aus dem ganzen Spektrum der alternativen Heilverfahren das für Sie hilfreichste Mittel herauszufinden.

Naturheilkundliche Experten haben positive Erfahrungen gemacht mit:

  • Bewegungs-Therapie
  • Moorbädern
  • Akupunktur
  • Massage
  • Yoga

Diese Maßnahmen tragen vor allem zur Entspannung und Schmerzlinderung bei. Moorbäder (aus der Apotheke oder als Kur vom Arzt verordnet) haben darüber hinaus einen entzündungshemmenden und hormonregulierenden Effekt.

Hilfreiche Heilpflanzen bei Endometriose

Aus der Kräuter-Apotheke empfehlen sich Präparate aus Mönchspfeffer, die Sie rezeptfrei in der Apotheke erhalten. Die hormonähnlichen Bestandteile bewirken eine Harmonisierung der Hormon-Ausschüttung. Mönchspfeffer ist im Zusammenhang mit Zyklus-Beschwerden das am erfolgreichsten eingesetzte – und daher wichtigste – Frauenheilkraut. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach entsprechenden Präparaten. Hier klärt man Sie über Anwendung und Dosierung auf. Weitere hilfreiche Heilpflanzen sind Nachtkerze, Borretsch, Steinsamen und schwarze Johannisbeere.

Bromelaim, das Enzym der Ananas, soll ebenfalls Erfolge gegen die Symptome erzielen. Es wird meist in Kombination mit Enzymen aus der Papaya und aus Fleisch eingesetzt und ist in der Apotheke als Fertig-Präparat zu erhalten.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Gute Erfahrungen machten bei dieser Krankheit viele Frauen mit der Traditionellen Chinesischen Medizin. Insbesondere mit der Akupunktur, welche die Energiebahnen im Körper harmonisiert und die Schmerzen bekämpft. Eine Reihe von chinesischen Kräutern, die Spezialisten für jede Frau individuell für die Erkrankung zusammenstellen, können die Beschwerden mildern.

Weitere Ansätze gegen Endometriose

Auch diese Teekur verschafft Ihnen Linderung bei einer Endometriose:

  • Bereiten Sie sich in der 1. Zyklus-Hälfte zu gleichen Teilen (jeweils 20g) einen Tee aus Himbeerblättern, Schachtelhalm, Frauenmantel, Schafgarbe und schwarzer Johannisbeere zu.
  • In der 2. Zyklus-Hälfte mischen Sie sich eine Mischung aus Brennnessel, Gänsefingerkraut, Himbeerblättern, Mistel und Ringelblume – ebenfalls zu gleichen Teilen.
  • Für 1 Tasse Tee übergießen Sie 1 TL der Kräuter-Mischung mit kochendem Wasser und lassen diese 10 Min. ziehen; dann abseihen. Trinken Sie davon 3 Tassen täglich.

Regelschmerzen Ernährung

Stellen Sie Ihre Ernährung zudem auf eine ausgewogene, ballaststoffreiche Kost um; damit bauen Sie Druck im Bauchraum ab. Das bedeutet: ausgewogene Frischkost mit ausreichenden Vitaminen und Mineralstoffen und wenig industriell hergestellte Nahrung.

Ausreichend Bewegung sorgt dafür, dass alle Organe besser durchblutet werden. Frauen, die sich regelmäßig bewegen und sportlich betätigen, empfinden die Beeinträchtigungen häufig als nicht mehr so belastend.

Enge Kleidung (zum Beispiel zu enge Jeans), die den Druck im Bauchraum und auf den Uterus erhöht, sollten Sie ebenfalls vermeiden.

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