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Bartholinitis: So behandeln Sie die unangenehme Entzündung im Intimbereich

Bei einer Bartholinitis handelt es sich um eine Entzündung im Intimbereich, die sehr unangenehm und sogar schmerzhaft sein kann. Doch wie werden Sie die Entzündung wieder los? (Foto: New Africa | Adobe Stock)

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Von den Bartholin-Drüsen hören viele Frauen meist erst dann, wenn sie Probleme bereiten. Sie liegen links und rechts neben der Scheidenöffnung in den großen Labien (Schamlippen). Wenn sie anschwellen oder sich entzünden, spricht man von einer Bartholinitis. Diese Entzündung ist äußerst schmerzhaft, kann aber in der Regel gut behandelt werden. Entscheidend ist, was sie ausgelöst hat.

Welche Symptome hat Bartholinitis?

Die Bartholin-Drüsen sind klein, röhrchenförmig und produzieren ein Sekret, das dazu beiträgt, das Innere der Scheide feucht, sauer (also bakterienhemmend) und geschmeidig zu halten. Beim Geschlechtsverkehr befeuchtet dieses Sekret außerdem die Scheide, wodurch der Penis des Mannes leichter eindringen kann.

Im höheren Alter bei nachlassender Hormonproduktion produziert der Körper weniger Bartholin-Sekrete. Mit der häufig auftretenden Scheidentrockenheit in und nach den Wechseljahren hat dies jedoch nicht viel zu tun. Den größten Anteil der Scheidenfeuchte produzieren die stark östrogenabhängigen Zellen der Scheidenhaut.

Kommt es zu einer Bartholinitis, also einer Entzündung dieser Drüsen, so merken Frauen das anhand einer meist einseitigen Schwellung im unteren Bereich der Schamlippen. Diese Schwellung im Genitalbereich ist störend und kann Hühnerei oder sogar Tennisball groß werden. Sie verursacht Schmerzen im Sitzen und Gehen sowie Rötungen der Schleimhaut. In seltenen Fällen können auch beide Drüsen betroffen sein.

Eine Bartholinitis geht oft mit einer Schwellung im Intimbereich einher. © Artemida-psy | Adobe Stock

Durch die Entzündung im Körper können weitere Beschwerden auftreten, wie:

Im schlimmsten Fall können die Bakterien in die Blutbahn wandern und eine Blutvergiftung auslösen. Das passiert aber extrem selten.

Was kann Bartholinitis auslösen?

Bei Scheidenentzündungen jeglicher Art passiert es schnell, dass die Bartholin-Drüsen mitbetroffen sind und verkleben. Auslöser für eine Bartholinitis können verschiedene Arten von Bakterien sein:

  • Darmbakterien: da Scheiden- und Darmausgang so nah beieinander liegen, ist das ein häufiger Auslöser
  • Staphylococcus aureus: ein eigentlich harmloser Keim der häufig in der Nase und auf der Haut zu finden ist und bei einem geschwächten Immunsystem Infektionen auslösen kann
  • Chlamydien: krankmachende Bakterien, die bei ungeschütztem Sex übertragen werden
  • Gonokokken: diese Bakterien sind der Erreger von Tripper (auch Gonorrhoe genannt), was nach Chlamydien die zweithäufigste bakterielle Infektion ist, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden kann

Der häufigste Auslöser einer Bartholinitis ist die Bartholin-Zyste. Diese entsteht bei einem Sekretstau in der Bartholin-Drüse, die zunächst noch nicht entzündlich ist, aber dafür sorgt, dass sich Bakterien schnell vermehren können. Daraus wiederum kann dann eine Entzündung folgen.

Eine Bartholin-Zyste ist nicht unbedingt mit Schmerzen verbunden, insbesondere wenn sie klein ist. Sobald sie sich jedoch entzündet und sich Eiter im Gewebe staut, muss sie behandelt werden – am besten sogar noch vorher, sobald Sie die Schwellung bemerken. Je früher Sie handeln, desto besser stehen die Chancen für eine konservative Behandlung.

Können Sie eine Bartholin-Zyste selber behandeln?

Sie können zunächst in Eigenregie gegen eine Schwellung an den Schamlippen vorgehen. Bildet sie sich jedoch nicht nach drei Tagen zurück, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.

Führt eine Verklebung der Drüse zur Schwellung, können Salben helfen, die Entzündung sowie die Schwellung lindern. Wirksame Salben sind:

  • Diclofenac
  • Zugsalben, wie Ilon oder Ichtholan

Weitere konservative Behandlungsmethoden für eine leichte Bartholinitis sind:

  • Sitzbäder mit antibakteriellen Wirkstoffen wie Meersalz oder Kamille
  • Umschläge
  • Kompressen
  • Wärme durch Rotlichtbestrahlung
  • Pflanzenöle mit antibiotischer Wirkung wie zum Beispiel das Öl des Moringa Baums

Eine Zyste kann sich von selbst wieder zurückbilden, solange sich keine Bakterien darin ansammeln und Sie mit Cremes und Bädern gegenwirken. Sobald es aber anfängt zu schmerzen oder sich Eiter ansammelt, kommen Sie mit großer Wahrscheinlichkeit um einen kleinen operativen Eingriff nicht mehr herum.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Insbesondere wenn die Schwellung größer wird und beginnt zu schmerzen, sollten Sie zum Gynäkologen gehen. Er wird Sie nach Ihren Beschwerden fragen und die betroffene Stelle begutachten, was in der Regel für die Diagnosestellung ausreicht.

Handelt es sich um einen eitrigen Abszess, muss dieser vom Arzt aufgeschnitten und behandelt werden. Drücken Sie selbst unsachgemäß daran herum, verschlimmert sich die Entzündung. In den meisten Fällen öffnet der Arzt in einem ambulanten Eingriff die betroffene Drüse und korrigiert ihren Abfluss. Dieser Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt und heißt Marsupialisation. Er ist für Gynäkologen Routine und schon nach wenigen Tagen sind Sie wieder fit.

Wie läuft der operative Eingriff bei Bartholinitis ab?

Bei dem Eingriff wird zunächst die Zyste oder der Abszess geöffnet, damit die Flüssigkeit ablaufen kann. Anschließend wird der Wundrand nach außen geklappt und so vernäht, dass eine etwa zwei Zentimeter große Öffnung bleibt. Eine Drainage leitet anschließend die restliche Flüssigkeit aus der Wunde heraus.

Die Fäden werden nach einigen Tagen gezogen und bis die Wunde wieder komplett verheilt ist, dauert es vier bis sechs Wochen. Diese Technik soll dafür sorgen, dass die Wundränder nicht verkleben, was eine erneute Bartholinitis zur Folge haben könnte.

Nach der Operation helfen ebenfalls Sitzbäder, zum Beispiel mit wundheilenden Stoffen wie Kamille, die Folgen des Eingriffs schnell zu lindern. Auch desinfizierende Salben wie Tannolact Creme oder Rivanol können nach einem Eingriff helfen, die Wunde sauber zu halten und die Heilung zu beschleunigen. Antibiotische Salben sind sinnvoll, wenn sich noch Bakterien in der Wunde befinden.

Sprechen Sie zwecks Salben und Behandlung immer mit Ihrem Arzt, insbesondere nach einer OP. Er weiß, was am besten verträglich ist und zu Ihrem Fall passt.

Was passiert, wenn die Entzündung durch Gonokokken ausgelöst wurde?

Wenn der Verdacht besteht, dass die Entzündung durch Gonokokken oder Chlamydien verursacht wurde, macht der Arzt einen Scheidenabstrich, um diesen von einem Labor untersuchen zu lassen.

Bestätigt sich der Verdacht, dass es sich um den Erreger der Geschlechtskrankheit Tripper handelt, kommen Sie um die Einnahme von Antibiotika nicht herum. Die Behandlung durch entzündungshemmende Salben, Sitzbäder oder eine operative Entfernung muss zusätzlich durchgeführt werden.

Eine Bartholinitis kann verschiedene Ursachen haben. Doch wie sehen die Heilungschancen aus? © kei907 | Adobe Stock

Wie stehen die Heilungschancen bei Bartholinitis?

Je früher Bartholinitis behandelt wird, desto schonender kann die Behandlung vonstattengehen und desto eher müssen Sie nicht operiert werden.

Handeln Sie nicht, können Bartholin-Zysten chronisch werden, sodass Sie immer wieder mit den Zysten und Schwellungen zu tun haben werden. Warten Sie deshalb nicht zu lange. In extremen Fällen kann es sein, dass die Bartholin-Drüsen sogar entfernt werden müssen, nämlich dann, wenn es immer und immer wieder zu Zysten und Entzündungen kommt.

Wie häufig kommt eine Bartholinitis vor?

Schätzungen zufolge bekommen zwei bis drei von 100 Frauen im Laufe ihres Lebens eine Entzündung der Bartholin-Drüsen. Insbesondere Frauen zwischen 20 und 40 Jahren sind häufiger davon betroffen.

Bartholinitis in der Schwangerschaft: Was tun?

Die Hormonveränderung in der Schwangerschaft kann Auslöser einer Bartholin-Zyste sein. Schließlich verändert sich in der Schwangerschaft die Vaginalflora. Ist die Zyste groß, sollte die Schwangere mit ihrem Gynäkologen eine Behandlung und eventuelle Entfernung erwägen.

Dies ist insbesondere dann nötig, wenn sie den Geburtskanal verengt oder sich so entzündet, dass sie zu starken Schmerzen führt. In solchen Fällen muss ein Kaiserschnitt statt einer vaginalen Geburt in Erwägung gezogen werden. Handelt es sich nur um eine kleine Zyste, die keine Schmerzen verursacht, so bedeutet das in der Regel kein Hindernis für eine vaginale Geburt.

Falls es sich um eine bakterielle Infektion handelt, muss die Gabe eines Antibiotikums abgewogen werden. Schließlich geht es auch um die Sicherheit des ungeborenen Babys.

Kann Bartholinitis unfruchtbar machen?

Wenn die Entzündung der Bartholin-Drüsen durch Gonokokken oder Chlamydien ausgelöst wird, so können diese Bakterien zu Unfruchtbarkeit führen. Dabei ist es nicht die Bartholinitis selbst, die unfruchtbar macht, sondern die Bakterien, die sowohl die Entzündung auslösen als auch dafür sorgen können, dass die Eileiter verkleben und verwachsen.

Handelt es sich nicht um eine dieser beiden Geschlechtskrankheiten, sondern um einen anderen Auslöser wie Darmbakterien, so müssen Sie keine Angst vor Unfruchtbarkeit haben. Lassen Sie die Entzündung schnellstmöglich behandeln und gehen Sie innerhalb von drei Tagen zum Arzt, wenn Sie die Schwellung nicht mit Cremes oder Sitzbädern wegbekommen.

Lässt sich einer Entzündung der Bartholin-Drüsen vorbeugen?

Durch die richtige Intimhygiene können Sie zu Ihrer Frauengesundheit beitragen und dafür sorgen, Entzündungen der Bartholin-Drüsen sowie generellen Entzündungen im Genitalbereich vorzubeugen. Nutzen Sie dafür eine pH-neutrale Seife beim Waschen und verzichten Sie auf herkömmliche Duschgels oder Seifen, denn diese können den sensiblen pH-Wert der Scheidenflora durcheinanderbringen.

Auch sollten Sie es mit der Hygiene nicht übertreiben, da das Gleichgewicht Ihres Milieus so durcheinandergeraten kann. Von Intimsprays sollten Sie ebenfalls absehen – Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken.

Bei wechselnden Sexualpartnern sollten Sie außerdem immer ein Kondom benutzen, da Bartholinitis auch durch Bakterien entstehen kann, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Fazit: Bartholinitis früh behandeln, um Komplikationen vorzubeugen

Bei einer Bartholinitis staut sich die Flüssigkeit in einer der Drüsen im Genitalbereich, was zu einer Schwellung an den Schamlippen führt. Im schlimmsten Fall entzündet es sich, was zu schmerzhaften Abszessen führen kann.

Sie können Sie zunächst versuchen, die Schwellung mit Salben zu behandeln. Sollte sie aber nach drei Tagen nicht weg sein, sich verschlechtern oder Schmerzen hinzukommen, zögern Sie nicht und gehen Sie zum Arzt. Er muss die Zyste gegebenenfalls operativ entfernen.

Möglicherweise können auch Chlamydien oder Gonokokken der Auslöser der Bartholinitis sein. In diesem Fall müssen Sie ein Antibiotikum einnehmen, um die Entzündung zu bekämpfen und schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

Je früher eine Entzündung der Bartholin-Drüse behandelt wird, desto besser stehen die Chancen, dass diese schnell und unkompliziert behandelt wird. Verzichten Sie darauf, selbst an der Schwellung herumzudrücken, denn das macht es nur schlechter. In der Schwangerschaft kann eine schwerwiegende Zyste am Scheideneingang dazu führen, dass eine vaginale Geburt unmöglich und ein Kaiserschnitt nötig wird. Auch hier hilft eine frühzeitige Behandlung.

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