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Demenz - Symptome, Ursachen, Behandlung und Prävention

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Steckbrief: Demenz

Definition: Gehirnstörung, die Denken, Sprechen, Argumentieren, Erinnern & bewegen beeinflusst

Formen: Alzheimer, vaskuläre Demenz, Lewy-Körperchen Krankheit, Pick-Krankheit

Symptome: Vergesslichkeit, schwindende Konzentration, Beeinträchtigung der Sprache & Bewegungen, Orientierungsverlust

Ursachen: Veränderungen in der Gehirnstruktur, Infektionen, Stoffwechselstörungen, psychische Erkrankungen

Diagnose: Neurologischer Demenz-Test, Ausschlussdiagnose mit bildgebenden Verfahren

Behandlung: AChE-Hemmer, Gedächtnistraining & psychotherapeutische Behandlungsweise

Vorbeugung: Auf die Ernährung achten, frühzeitiges Gedächtnistraining, aktiver Lebensstil

Definition: Was ist Demenz?

Am 25. November 1901 wurde Auguste Deter in Frankfurt am Main in die städtische Irrenanstalt eingeliefert. Ihr Zustand wurde als „völlige Verblödung” beschrieben. Für heutige Ohren sehr drastisch, handelt es sich für die damalige Zeit um eine übliche Beschreibung in Medizinerkreisen.

Der Psychiater Alois Alzheimer entwickelte fachliches Interesse an der Dame und erforschte an ihr die organischen Ursachen von Hirnleistungsstörungen. Nach ihrem Tod konnte er ihr Gehirn sezieren und fand Eiweißablagerungen und viele seit langer Zeit abgestorbene Nervenzellen. Für den Psychiater waren diese klar der Grund für die Wesensveränderung.

Die Krankheit Alzheimer, welche nach eben jenem Psychiater benannt ist, ist eine Form der Demenz. Es handelt sich um eine Ansammlung von Symptomen, die keine spezifische Krankheit bezeichnen, sondern den Oberbegriff für Störungen des abstrakten Denkens, des Gedächtnisses und des Urteilsvermögens bilden. Demenz ist der Verlust der intellektuellen und sozialen Fähigkeiten, was die Alltagsfunktionen der Betroffenen auf Dauer beeinträchtigt.

Demenz betrifft folgende Fähigkeiten:

  • Denken
  • Sprechen
  • Argumentieren
  • Erinnern
  • Bewegen

Welche Formen der Demenz gibt es?

Die Medizin unterscheidet verschiedene Formen von Demenz. Die häufigste und bekannteste ist die Alzheimerkrankheit, von welcher 60% der an Demenz erkrankten Personen betroffen sind. Es gibt allerdings auch noch andere Formen, darunter die vaskuläre (gefäßbedingte) Demenz. Diese ist die zweithäufigste Demenzart, welche chronische Durchblutungsstörung des Gehirns zur Folge hat. Bestimmte Faktoren wie Einsamkeit, Rauchen, Traumata (z. B. Kriegserlebnisse), Bluthochdruck, Alkohol und einseitige Ernährung können auf verschiedene Art die Gehirndurchblutung stören und so das Erkrankungsrisiko erhöhen.

Hinweis
Für Alzheimer gibt es einen Gedenktag. Am 21. September wird versucht, die Aufmerksamkeit der Weltbevölkerung auf diese Form der Demenz zu lenken.

Bei Menschen mit einer vaskulären Demenz ist oft die Sprache stark eingeschränkt sowie die Fähigkeit zuzuhören und sich zu konzentrieren. Stimmungsschwankungen und Orientierungsprobleme treten ebenfalls häufig auf. Teilweise kommt es zu Problemen bei der Muskelkontrolle: Lähmungen, Gangstörungen oder Blasenprobleme sind die Folge. Die Gedächtnisleistung und die Persönlichkeit sind allerdings nur selten von dieser Form der Demenz betroffen.

Auch die Lewy-Körperchen Krankheit ist eine Art der Demenz, bei welcher jedoch die sogenannten „Lewy-Körperchen” gehäuft auftreten. Darunter versteht man Einschlüsse von Eiweißresten in den Nervenzellen der Großhirnrinde. Diese ähneln den Plaques bei Alzheimer und können nicht richtig abgebaut werden. Die Lewy-Körperchen-Demenz erkennt man insbesondere an optischen oder auch akustischen Illusionen sowie an starken Stimmungs- und Wachheitsschwankungen der Patienten. Das Gedächtnis ist nur wenig betroffen, nimmt aber mit Fortschreiten der Erkrankung ab. Wie bei Parkinson stellen sich teilweise auch Muskelsteifheit und ein Zittern ein.

Die frontotemporale Demenz wird auch als Pick-Krankheit bezeichnet. Sie zerstört die Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns und geht anders als andere Demenzarten mit starken Persönlichkeits- und Sozialverhaltensveränderungen einher. Das Gedächtnis ist dabei jedoch kaum beeinträchtigt.

Es gibt zwei Ausprägungsarten der Pick-Krankheit, eine passive und eine aktive Seite.

Passive Ausprägungsart:·      Apathie

·      Antriebslosigkeit

·      Verwahrlosung

Aktive Ausprägungsart:·      Euphorie

·      Starker Antrieb

·      Suchtverhalten

·      Kriminalität

Seltener, aber mit Demenz verwandt, sind zudem das Korsakow-Syndrom und eine Demenz im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen wie Parkinson oder Creutzfeldt-Jakob.

Arten Demenz

Kann eine Demenz geheilt werden?

Die meisten Fälle von Demenz sind unheilbar. Eine medikamentöse Behandlung kann den Verlauf um etwa ein bis zwei Jahre verlangsamen, doch letztlich wird sich die Demenz mehr und mehr bemerkbar machen und den Patienten den Rest seines Lebens begleiten.

Dies mag tragisch klingen, doch meist sind Betroffene bereits in hohem Alter, können auf ein langes Leben zurückblicken (und sich an viele weiter zurückliegende Ereignisse erinnern) und normal weiterleben, wenn ihre Angehörigen sie unterstützen.

Häufigkeit von Demenz, Sterblichkeit & Entwicklung

Demenz ist eine häufige Erkrankung im Alter. Weltweit erkrankt ca. alle drei Sekunden ein Mensch an einer Demenzerkrankung, 60% davon an Alzheimer, 10 bis 20% an einer vaskulären Demenz. Weitere 15 % sind Mischformen beider Demenzarten. Die Tendenz für eine Erkrankung steigt: 2030 werden weltweit schätzungsweise über 70 Millionen Menschen an einer Demenzerkrankung leiden, in Deutschland allein liegt die Zahl aktuell bei ca. 1,5 Millionen Menschen.

Frauen haben eine fast doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, wie Männer. Gleichzeitig nimmt die Häufigkeit der Demenzkranken mit steigendem Lebensalter exponentiell zu. Das Risiko einer 65-jährigen Frau, in der ihr verbleibenden Lebenszeit an einer Demenzform zu erkranken, liegt bei 34,5%. Das eines gleichaltrigen Mannes bei lediglich 16%.

Jahrelang haben Wissenschaftler geglaubt, dass dieses deutlich erhöhte Krankheitsrisiko darin seine Ursache hat, dass Frauen länger leben als Männer. Inzwischen ist diese Theorie allerdings widerlegt, denn auch jüngere Frauen erkranken häufiger als jüngere Männer.

Stattdessen, so zeigen neuere Forschungen, sind die Wechseljahre stark mit der Gedächtnisleistung verbunden. Ein höherer Spiegel des weiblichen Geschlechtshormons Östradiol sorgt für bessere Gedächtnisleistungen. Mit Beginn der Menopause kommt es zu Veränderungen im Gehirn, diese können zum Entstehen von Alzheimer führen.

Demenz galt lange Zeit als eine Krankheit, die selbst nicht tödlich ist. Heute weiß man, dass auch die Auswirkungen der Krankheit im Gehirn letztlich tödlich sind. Aufgrund der guten medizinischen Möglichkeiten der heutigen Zeit sind Begleiterkrankungen, die früher häufig die Todesursache von Demenzpatienten waren, inzwischen gut behandelbar, sodass Betroffene nach der Diagnose noch lange leben können. Bis es zu einem demenzbedingten Tod kommt, können viele Jahre vergehen.

Demenz Symptome: Geminderte geistige Fähigkeiten erkennen

Demenz kennt viele unspezifische und typische Symptome, die sich von Patient zu Patient unterscheiden. Im folgenden Abschnitt wird auf die wichtigsten Phasen und Faktoren eingegangen, die eine Demenz charakterisieren.

Wie beginnt eine Demenzerkrankung?

Die ersten Anzeichen für eine Demenz sind schleichend. Aus typischen Symptomen einer nachlassenden kognitiven Fähigkeit im Alter entwickeln sich Symptome in kürzeren Abständen und steigender Intensität. Der Mensch ist in der Lage viele Alltagspatzer zu kaschieren, daher treten die wirklichen Anzeichen einer Demenz erst spät in den Vordergrund, wenn die Betroffenen es nicht mehr schaffen, sie zu verstecken.

In der genauen Ausprägung der Symptome ist es nicht eindeutig möglich zu sagen, wie eine Demenz genau beginnt. Dies ist von Patient zu Patient unterschiedlich und während einige Patienten schon früh starke Symptome zeigen, dauert es bei anderen lange, bis diese „Anfangssymptome” auftreten. Sie können aber auch ganz ausbleiben.

Anzeichen Demenz

Was ist der Unterschied zwischen Alzheimer & seniler Demenz?

Alzheimer und Demenz sind stark miteinander verbunden. Tatsächlich handelt es sich bei Alzheimer um eine Form der Demenz. Alzheimer lässt einen Teil des Hirngewebes degenerieren, sodass die geistige Leistungsfähigkeit und das Gedächtnis mit der Zeit verloren gehen. Bei seniler Demenz handelt es sich nur um eine andere Bezeichnung für die Alzheimer Krankheit.

Alzheimer ist eine tückische Krankheit, die starke Einflüsse auf das soziale Miteinander hat. Es ist sehr wichtig, ausreichend über die Krankheit Bescheid zu wissen, nicht nur dafür, dass Symptome bei sich selbst bemerkt werden können, sondern auch für den Umgang mit anderen Alzheimer- oder Demenzpatienten. Das Umfeld muss sensibel auf Veränderungen im sozialen Gefüge reagieren.

Das gilt es zu wissen:

  • Vergesslichkeit ist nicht gleich Demenz.

Jeder kennt es: Die Peinlichkeit, einen Termin vergessen zu haben oder wenn einem der Name eines guten Bekannten gerade nicht einfällt, gehört für nahezu jeden Menschen zum Alltag. Es passiert sowohl jungen als auch alten Menschen und ist meist nur auf Stress oder generelle Unaufmerksamkeit zurückzuführen. Mit zunehmendem Alter kommt eine solche Vergesslichkeit allerdings häufiger vor, und auch das gehört zu einem normalen Alterungsprozess dazu. Anders sieht es allerdings aus, wenninnerhalb weniger Minuten die gleiche Frage gestellt wird und die Vergesslichkeit zur Norm wird. Das ist ein deutliches Zeichen für Demenz.

  • Nicht immer ist Demenz unheilbar.

Demenz hat viele Unterformen, einige davon sind sogar heilbar. Bestes Beispiel: Ein Vitamin-B12-Mangel kann zu einer Demenz führen, aber einfach behoben werden, wenn Präparate eingenommen werden.

  • Alzheimer bleibt ein Rätsel.

Alzheimer äußert sich durch einen Abbau von Nervengewebe im Gehirn bzw. durch einen Schwund der Gehirnrinde. Auslöser dafür sind Plaques (Eiweißablagerungen), die zum Absterben von Zellen führen. Warum diese Plaques entstehen, ist trotz intensiver Forschung noch immer unklar. Wenn aber in einer Familie mehrere Fälle von Alzheimer aufgetreten sind, so ist das Risiko für die nächste Generation erhöht.

  • Immer schnell zum Arzt gehen.

Eine frühzeitige Diagnose ist sehr wichtig, um schnell eine wirkungsvolle Behandlung beginnen zu können. Leider sind gerade die Patienten selbst meist nicht einsichtig bezüglich ihrer Krankheitsanzeichen und wirken auch auf ihre Umwelt gesund. Nur Angehörige, die mit der Person mehr Zeit verbringen, erkennen Ansammlung der Anzeichen. Die erste Anlaufstelle ist immer der Hausarzt, der eine Überweisung zum Neurologen oder in eine Gedächtnisambulanz ausstellen kann. Danach folgen viele Untersuchungen, um andere Symptomursachen auszuschließen.

  • Säulen einer Alzheimer-Therapie.

Auch wenn Alzheimer nach wie vor nicht heilbar ist, kann die Krankheit doch zumindest in Schach gehalten werden. Erfolgreiche Ergebnisse erzielt dabei das Vier-Säulen-Modell aus Medikamenten, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen (z. B. Memantine), Medikamenten, die Symptome wie nächtliche Unruhe, Aggressivität und Angstzustände lindern (z. B. Risperidon), Ergo- und Physiotherapien als Hilfe bei der Alltagsorientierung undUnterstützung für die Angehörigen, damit diese sich nicht selbst verlieren und gesund bleiben. Das ist besonders wichtig, da viele pflegende Angehörige selbst schon über 65 Jahre alt sind.

  • Es gibt keinen klassischen Krankheitsverlauf.

Alzheimer ist sehr individuell. Viele Patienten entwickeln Angstzustände, Unruhe und werden auch aggressiv, andere hingegen bleiben friedlich und freundlich. Wichtig ist es, dem Patienten bürokratische Aufgaben abzunehmen und entsprechende komplizierte Verpflichtungen von ihm fernzuhalten. Ebenfalls hilfreich sind eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht, um im Notfall alle Entscheidungen treffen zu können.

  • Wertschätzung entgegenbringen wirkt wahre Wunder.

Niemand mag es, seine Fehler vergegenwärtigt zu bekommen, auch Alzheimerpatienten sind da nicht anders. Erzählt ein erkrankter Angehöriger eine Geschichte mehrmals, dann sollten dies locker genommen und nicht kommentiert werden. In der Psychotherapie wird diese Akzeptanz der Welt des Patienten als „Wertschätzung” bezeichnet. Betroffene können Patienten gut über Emotionen erreichen (schöne Erinnerungen wie z. B. die Hochzeit, die Geburt der Kinder). Die Biografie kann Gespräche erleichtern, denn das Langzeitgedächtnis bleibt meist gut intakt.

Welche Stadien von Alzheimer gibt es?

Alzheimer verläuft in drei Stadien, die unterschiedlich lange, durchschnittlich jedoch etwa drei Jahre andauern. Im ersten Stadium lässt besonders das Kurzzeitgedächtnis nach, die Betroffenen vergessen beispielsweise schnell, was wenige Minuten zurückliegt. Ihr Wortschatz schrumpft und sie verlieren das Interesse für frühere Hobbies.

Im zweiten Stadium finden sich die Patienten in ihrer gewohnten Umgebung nicht mehr zurecht. Längere Konzentrationsphasen, etwa beim Autofahren, werden so gut wie unmöglich.

Vor allem im dritten Stadium wird ein Orientierungsverlust deutlich. Auch das Erkennen von nahen Angehörigen und die Kontrolle über körperliche Funktionen ist deutlich gestört.

Stadien Demenz

Demenz Ursachen: Warum lassen geistige Fähigkeiten nach?

Eine Demenz kann auf sehr unterschiedliche Ursachen zurückgeführt werden. Teils sind diese vaskulärer Natur, aber auch äußerliche Einwirkungen auf den Organismus können die geistigen Fähigkeiten beeinflussen.

Typische Ursachen einer Demenz:

  • Veränderungen in der Gehirnstruktur: Oft löst die Alzheimer Krankheit eine Demenz aus. Das Gehirn wird beeinträchtigt, Durchblutungsstörungen und multiple kleine Gehirninfarkte können Demenz auslösen.
  • Infektionen: Infektionen wie HIV oder Tuberkulose können zu Demenz führen. In 10 bis 30% der Fälle ist eine behandelbare medizinische Erkrankung die Ursache für Demenz-Symptome.
  • Stoffwechselstörungen: Einige Arten von Demenz entstehen durch übermäßige Arzneimitteleinnahme, Alkoholmissbrauch, Mangelernährung oder durch Schilddrüsenfunktionsstörungen.
  • Psychische Erkrankungen: Depressionen oder Angstzustände verursachen eventuell Beschwerden, die wie eine Demenz wirken. Es handelt sich dann aber nicht um eine Demenz.

Risikofaktoren für eine Demenz

Trotz umfangreicher Forschung ist es der Wissenschaft bislang nicht gelungen, ein Medikament gegen Demenz zu entwickeln. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wie man der Krankheit vorbeugt. Inzwischen spricht vieles dafür, dass bereits geringe Veränderungen des Lebensstils das Risiko für Demenz und Alzheimer maßgeblich reduzieren.

Risikofaktoren für eine Demenz sind insbesondere ein Bewegungsmangel, das Rauchen sowie ein niedriger Bildungsgrad. Nach Schätzungen von Experten könnten 50% der Demenzerkrankungen durch Lebensstilumstellung verhindert werden.

Haben Sie’s gewusst?
Auch Zucker hat einen Einfluss auf die Erkrankung an Alzheimer. Diabetiker erkranken häufiger an Demenz, dies liegt daran, dass die Eiweißmoleküle im Gehirn verzuckern. Das Insulinregulierungsenzym MIF (macrophage migration inhibitory factor) geht gleichzeitig seiner Arbeit nicht mehr ausreichend nach. Ein Verzicht auf Zucker ist eine gute Möglichkeit, die Gefahr einer Demenz zu verringern.

Demenz Diagnose: Tests & Untersuchungen als Früherkennung

Nicht immer wird eine Demenz rechtzeitig erkannt und nicht immer reagieren Betroffene so, wie ihre Angehörigen es erwarten oder gerne hätten. Vor allem bei Alzheimer spielt eine frühe Entdeckung aber eine wichtige Rolle, insbesondere bei der Behandlung.

Woran kann man eine Demenz erkennen?

In den Vereinigten Staaten konnten mithilfe eines EEGs (Elektroencephalogramm) in den Gehirnströmen eines Menschen Unterschiede zwischen Demenzpatienten und gesunden Menschen gefunden werden. Die Fähigkeit, Aromen zu erkennen, unterschied sich bei vereinzelten Gerüchen. Tatsächlich ist das Geruchsempfinden bei Alzheimerpatienten gestört. Die Gründe dafür sind weitgehend unbekannt. Einige Gerüche können jedoch, werden sie nicht entdeckt, nachweislich auf eine spätere Alzheimer-Erkrankung hinweisen.

Nicht erkannte Gerüche, die auf Alzheimer hinweisen können:

  • Nelken
  • Leder
  • Limone
  • Menthol
  • Gas
  • Ananas
  • Rauch
  • Seife
  • Erdbeeren

Erstaunlicherweise zeigte ein derartiger Test auf Geruchserkennung in ersten Studien eine größere Genauigkeit als andere, beispielsweise genetische Testmethoden. Als akzeptiertes Testverfahren kann die Geruchsprüfung allerdings noch nicht verwendet werden.

Checkliste für Demenz

Folgende Checkliste kann einen ersten Überblick über Symptome geben. Sie ersetzt natürlich keinen Arztbesuch mit qualifizierter Diagnose, kann aber ein Gefühl für die Symptome vermitteln. Ein Zustimmen zu den jeweiligen Aussagen ist immer ein Anzeichen für ein Demenz-Symptom.

Vergesslichkeit: Namen und Termine werden häufig vergessen und man ist unerklärlicherweise verwirrt. Das alltägliche Leben wird dadurch erschwert und es muss viel improvisiert werden.
Schwierigkeiten mit gewohnten Handlungen: Manchmal sind es Kleinigkeiten, manchmal sind es größere Schnitzer. Der Topf wird auf dem Herd vergessen, der Herd angelassen oder aber Rezepte funktionieren nicht mehr, weil wichtige Zutaten fehlen. Teilweise werden die Schwierigkeiten rätselhaft und unerklärbar.
Sprachprobleme: Die einfachsten Begriffe fallen einem nicht mehr ein. Stattdessen werden sogar unpassende Worte eingebaut. Umschreibungen sind häufig unnötig kompliziert.
Räumliche & zeitliche Orientierungsprobleme: Räumliche Orientierungsprobleme treten auf, man findet sich an gewohnten Orten nicht mehr zurecht und auch zeitlich scheint man wie aus der Welt gehebelt.
Eingeschränkte Urteilsfähigkeit: Gerade bei der Kleidungsauswahl kommt es zu Problemen. Die Kleidung passt nicht mehr zum Wetter und auch in anderen Belangen werden unpassende Entscheidungen getroffen.
Probleme mit Geldgeschäften: Abstraktes Denken ist kaum mehr möglich. Eine einfache Rechnung sorgt für starke Verwirrung.
Liegenlassen von Gegenständen: Oft finden sich Dinge an seltsamen Orten wieder. Ständig müssen Gegenstände gesucht werden und tauchen beispielsweise im Kühlschrank oder in der Zuckerdose wieder auf.
Persönlichkeitsveränderungen: Stimmungsschwankungen sind üblich. Ärger, Eifersucht oder Ängste treten in Situationen auf, die früher als Kleinigkeiten abgetan wurden. Es kommt zu schnellen Schwankungen zwischen guter und sehr schlechter Laune. Dies gilt aber nicht für alle Demenzkranke.
Verlust der Eigeninitiative: Eine Motivationslosigkeit macht sich breit.

Welche Untersuchungen werden beim Demenz-Verdacht durchgeführt?

Es gibt keinen einheitlichen Test, der bei einem Verdacht auf Demenz durchgeführt werden kann. Häufig werden stattdessen verschiedene Tests gemacht, um diverse Krankheiten auszuschließen. Dabei sind neurologische, aber auch körperliche Untersuchungen üblich. Um zum Beispiel einen Tumor auszuschließen, können bildgebende Verfahren (CT, MRT) eingesetzt werden. Ein geschrumpftes Gehirn deutet auf diesen Bildern wiederum auf eine Demenz hin. Andere typische Testverfahren sind Untersuchungen von Blutdruck, Herzrhythmus, Muskelreflexe und Pupillenreaktion.

Der neurologische Demenz-Test ist ebenfalls eine Demenztestung. Sie ist auch unter dem Namen „Uhrentest” bekannt. Die Fähigkeit zur Konzentration ist ein wichtiger Faktor bei der Demenz-Diagnose. Ein Patient soll eine Uhr auf ein Blatt Papier malen, in Form eines Kreises mit den Zeigern auf einer bestimmten Uhrzeit. Menschen mit starker Demenz schaffen dies nicht. Die Zeiger sind irgendwo eingezeichnet und auch der Kreis ist beispielsweise nicht geschlossen.

Behandlung von Demenz: Medikamente & Methoden gegen Vergesslichkeit

Um Demenz angemessen zu behandeln, gibt es verschiedene Medikamente aber auch anderweitige Methoden.

Welche Medikamente helfen bei einer Demenz?

Medikamente werden hauptsächlich eingesetzt, um den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen. Wirkstoffe wie Donepezil (Aricept®), Acetylcholinesterase (AChE)-Hemmer, senken das Risiko des Fortschreitens von leicht kognitiven Störungen zu einer Alzheimer-Krankheit. Die AChE-Hemmer Galantamin (Reminyl®) und Rivastigmin (Exelon®) erzielen ähnliche Effekte.

Wie kann der Verlust der geistigen Fähigkeiten natürlich verhindert werden?

Auch die Gabe von Vitaminen kann helfen, den Homozystein-Spiegel zu reduzieren. Die Aminosäure Homozystein gilt nach neueren Erkenntnissen als Risikofaktor für die Gesundheit der Nervenzellen im Gehirn.

Geeignete Mittel zur Vorbeugung von Demenz sind insbesondere die Vitamine C und E. Diese verhindern zelluläre Abbauprozesse im Gehirn. Vitamin C ist in fast allen Obst- und Gemüsesorten enthalten, Vitamin E findet sich in Sonnenblumenöl und Haselnüssen.

Welche Therapie hilft bei Demenz?

Neben der medikamentösen Therapie kann auch durch Gedächtnistraining die Demenz eingedämmt werden. Als besonders interessant haben sich in den letzten Jahren psychotherapeutische Behandlungsweisen erwiesen. Durch Einfühlung in den Patienten können so beispielsweise die Beweggründe für Verhalten erkannt werden und ein Therapeut kann sich besser in das Gegenüber hineinversetzen. Informationen in einem Ich-Pass, ähnlich einem „Freundebuch” können schnell Einblick in den Patienten liefern und regelmäßig aktualisiert werden.

Demenz Prävention: Geistige Fähigkeiten lange erhalten

Es gibt auch Möglichkeiten, das Demenzrisiko aktiv zu minimieren oder zumindest den Ausbruch hinauszuzögern. Ein wichtiger Faktor hierbei ist die Ernährung. Forscher entdeckten zehn Lebensmittelgruppen, die sich sehr positiv auf die Gehirngesundheit auswirkten.

Lebensmittelgruppen mit positivem Effekt:

  • Gemüse
  • Vollkornprodukte
  • Fisch & Nüsse (durch Omega-3-Fettsäuren)
  • Geflügel
  • Beeren
  • Bohnen
  • Olivenöl

Darüber hinaus haben sich fünf Lebensmittelgruppen als sehr ungesund für das Gehirn herausgestellt.

Lebensmittelgruppen mit negativem Effekt:

  • Butter & Margarine
  • Rotes Fleisch
  • Fast Food & Gebratenes
  • Käse
  • Süßwaren & Gebäck

Ein erhöhter Cholesterinspiegel im Blut erhöht ebenfalls das Demenz-Risiko, da die Bildung von Plaques gefördert wird. Daher sollten die Werte im normalen Bereich (160mg/dl) gehalten werden. Auch Transfettsäuren, die in gehärteten, hoch erhitzten Fetten vorkommen, sollten vermieden werden.

Stattdessen können Ballaststoffe im Darm Gallensäure abfangen, die für die Cholesterinbildung verwendet wird. Zusammen mit genügend Flüssigkeitsaufnahme (trotz weniger Durst im Alter) kann das Gehirn wieder besser arbeiten.

Gedächtnistraining gegen Demenz

Hat das Gehirn oft Pause, kann dies Demenzerkrankungen begünstigen. Menschen mit einem Leben in geordneten Bahnen, mit täglichen Aufgaben und ständiger Aktivität, die besonders viel Pflichtgefühl zeigten, hatten ein um 89% niedrigeres Alzheimer-Risiko als Menschen mit weniger Pflichtgefühl und geordneten Lebensbahnen. Die Ausprägungen der Demenz werden durch ein regelmäßiges Training allerdings nicht beeinflusst, die Krankheit selbst tritt nur statistisch seltener auf.

Demenz vorbeugen betrifft den gesamten Lebensstil

Nicht nur die Ernährung, sondern auch die Bewegung ist wichtig im Kampf gegen die Demenz. Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren, Joggen, oder Nordic Walking verbessern die Durchblutung und schützen vor Gefäßerkrankungen, die Alzheimer und vaskuläre Demenz begünstigen.

Auch soziale Kontakte sind ein hilfreiches Mittel, um geistig fit zu bleiben. Ein aktiver Lebensstil, gepaart mit bewusster Ernährung, ist das beste Mittel gegen Demenz.

Fazit: Demenz ist ein Job für die ganze Familie

Ein Fall von Demenz in der Familie ist immer mit viel Aufwand und Problemen verbunden, sowohl bezüglich verschiedener neuer Verpflichtungen als auch wegen der psychischen Belastung des Betroffenen sowie der Angehörigen. Das Wichtigste ist es, dass die Demenz rechtzeitig erkannt und akzeptiert wird, damit entsprechende Maßnahmen in die Wege geleitet werden können.

Anzeichen wie übermäßige Zerstreutheit, Orientierungsprobleme und Wesensveränderungen sind immer Alarmsignale und sollten auch bei älteren Menschen untersucht werden.

Die Gehirnveränderungen im Zusammenhang mit Alzheimer und vaskulärer Demenz lassen sich zwar weder umkehren noch heilen, dennoch ist es möglich mithilfe verschiedener Methoden die Lebensqualität und das Selbstbewusstsein von Demenzpatienten signifikant zu verbessern. Dies jedoch ist nicht nur Aufgabe von Patient, Arzt und Therapeut, sondern ein Job für die ganze Familie.

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