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Knochen, Muskeln & Gelenke: Der Dreiklang körperlicher Gesundheit

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Spaß an Bewegung? Keine Schmerzen, Operationen oder Medikamente? Wer wünscht sich das nicht? Das Zusammenspiel von Knochen, Muskeln und Gelenken ist dabei von zentraler Bedeutung. Leider gerät es im Alltag sowohl aufgrund von Sportverletzungen aber auch wegen Fehlbelastungen – beispielsweise bei der Arbeit – aus dem Gleichgewicht. Lesen Sie hier, wie Knochen, Muskeln und Gelenke Ihre Gesundheit beeinflussen und wie Sie fördernd eingreifen können.

Welche Bedeutung haben Muskeln, Knochen & Gelenke für unseren Körper?

Sehnen, Bänder und Muskeln sollen Knochen und Gelenken zusammenziehen und bilden damit die Grundlage für ein aufrechtes Skelett und flüssige Bewegungen. Störungen des Zusammenspiels können die Gesundheit beeinträchtigen und zu Schmerzen führen.

Arbeiten Knochen, Sehnen, Muskeln und Gelenke reibungslos zusammen, können Sie sich auf einen gesunden Bewegungsapparat und ein gesundes Leben bis ins hohe Alter freuen. Mit einem funktionierenden Halte- und Stützapparat und einem gesunden Skelett gehen zahlreiche positive Effekte einher:

  • Beweglichkeit und Schmerzfreiheit (v.a. Gelenkschmerzen in Hüfte oder Knien werden weniger wahrscheinlich)
  • mehr Freude an der Bewegung – und auch im Alltag
  • es wird deutlich unwahrscheinlicher, Schmerzmittel und andere Medikamente einnehmen zu müssen
  • Sie vermeiden Schonhaltungen, Verkürzung von Muskelfasern und Bewegungsmangel
  • Verhinderung von Erkrankungen, die mit Bewegungsmangel assoziiert sind (u.a. Zivilisationskrankheiten wie Beschwerden des Herz-Kreislaufsystems; Wassereinlagerungen im Gewebe)

Damit ist klar: Muskeln, Knochen und Gelenke sind von zentraler Bedeutung für das Skelett und die gesamte Gesundheit des Menschen.

Welche Erkrankungen gibt es, die Knochen, Muskeln und Gelenke betreffen?

Wenn Muskeln, Knochen und Gelenke nicht harmonisch zusammenspielen, können daraus chronische Erkrankungen wie Rheuma, Arthrose oder Osteoporose, aber auch akute Beschwerden wie entzündeten Sehnenscheiden, Rückenschmerzen oder Bandscheibenvorfälle resultieren.

Die Ursachen für Beschwerden an Knochen, Muskeln und Gelenken sind verschieden lokalisiert: Bei chronischen Erkrankungen des Halte- oder Stützapparats sind häufig Genetik, aber auch körperliche Alterung und Verschleißerscheinungen ursächlich.

Für vorübergehende Erscheinungen wie Bandscheibenvorfälle kommen besonders Fehlbelastungen der Muskeln in Form von einseitiger und ungesunder Körperhaltung infrage. Überbelastungen der Muskelfasern (z.B. mit der Computermaus) führen nicht selten zu Sehnenscheidenentzündungen der betreffenden Muskeln.

Und auch Unfälle können sich auf das Skelettsystem und die Gesundheit auswirken. Die Folgen eines Unfalls sind vielfältig:

  • akute Verletzungen
  • Dehnungen
  • Risse an den Bändern

Betroffen von Krankheiten des Halte- und Stützapparats sind meist Rücken, Hüfte, Unterschenkel oder Knie. Erkrankungen dieser Körperbereiche sind in der Regel sehr schmerzhaft und schränken die Lebensfreude ein.

Wie sich Probleme mit Knochen, Muskeln und Gelenken entwickeln, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Nicht nur die Schwere der Erkrankung, sondern auch der Verlauf und der individuelle Lebensstil eines Menschen spielen eine Rolle. Ein Wandel der täglichen Gewohnheiten kann manchmal wahre Wunder bewirken – sowohl in puncto Rehabilitation als auch langfristiger Rückfallverhinderung.

Der richtige Arzt: Wer kümmert sich um kranke Knochen, Muskeln und Gelenke?

Problemen mit Knochen, Muskeln und Gelenken sind das Fachgebiet von Orthopäden, Unfallchirurgen und Sportmedizinern. Je nach Erkrankung, Prognose und Ursache bietet sich ein Besuch bei diesem oder jenem Spezialisten mehr an.

Die Orthopädie ist eine Fachrichtung der Medizin, die sich mit der Vorbeugung, Diagnose und Behandlung angeborener oder erworbener Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats und damit verbundenen chronischen und akuten Schmerzen beschäftigt. Vor allem Gelenkerkrankungen, gesundheitliche Probleme am Knorpel und Gelenkeinschränkungen gehören in den Zuständigkeitsbereich der Orthopädie.

Orthopädie
EIn Orthopäde kennt sich mit Knochen, Gelenken und Muskeln aus © Werner Heiber - Fotolia

Die Orthopädie grenzt an die Fachgebiete Sportmedizin und Unfallchirurgie an. Sportmedizin und Unfallchirurgie befassen sich mit Unfällen im Allgemeinen und Sportunfällen (z.B. Bänderriss) im Speziellen. Daher werden sie zunehmend als ein Fachgebiet verstanden. Die Grenzen zwischen den drei Richtungen sind also fließend.

Gut zu wissen: Erster Anlaufpunkt ist zunächst immer der Hausarzt bzw. ein Allgemeinmediziner. Wenn nötig, stellt dieser eine Überweisung an einen Facharzt aus – in den meisten Fällen handelt es sich dabei um einen Orthopäden.

Wie sieht die Behandlung von Beschwerden an Knochen, Muskeln & Gelenken aus?

Die Orthopädie bedient sich verschiedener Behandlungsmethoden, beispielsweise operativer Verfahren sowie konservativer Behandlungen mit Medikamenten, Krankengymnastik oder Physiotherapie. Je früher diese konservativen Methoden angewandt werden, desto günstiger ist in der Regel der Krankheitsverlauf.

Folgende konservativen Behandlungsmethoden bieten sich an:

  • Medikamentengabe
  • die Anwendung von Salben und Tinkturen
  • verschiedene physikalische und physiotherapeutische Verfahren, die oft auch vorbeugend und zur Gesunderhaltung verordnet werden

So lindert beispielsweise der Besuch einer Rückenschule schmerzhafte Rückenbeschwerden nicht nur, sondern kann ein erneutes Auftreten von Schmerzen in Zukunft auch verhindern. Übungen für zu Hause sind ebenfalls wesentlicher Bestandteil der Rückfallverhinderung. Zudem kommen häufig Orthesen zum Einsatz. Bei einem Bänderriss im Sprunggelenk wird an Fuß und Unterschenkel eine Bandage angebracht, die das Zusammenziehen der geschädigten Bänder ermöglicht. Diese muss ebenfalls dauerhaft getragen werden, um den Heilungsprozess zu unterstützen.

Die aufgezählten Behandlungsmethoden basieren allesamt auf dem gleichen Prinzip: Eigeninitiative. Nur, wenn Sie am Ball bleiben und insbesondere die verordneten Körperübungen konsequent durchführen, ermöglichen Sie sich ein gesundes und beschwerdefreies Leben. Auch fortschreitende Bewegungseinschränkungen und eine Medikamentengabe lassen sich so verringern bzw. sogar vermeiden. Im besten Fall entwickeln Sie erst gar keine Beschwerden mit Behandlungsbedarf. Auch hier kommt es auf Ihren Beitrag an.

Wie kann ich Gesundheitsproblemen am Halte- und Stützapparat vorbeugen?

Es gibt zahlreiche Wege, um Knochen, Muskeln und Gelenke gesund zu halten. Neben einer aktiveren Alltagsgestaltung stellen Sport und Gewichtsmanagement durch gesunde Ernährung wirksame Methoden für die Gesundheitsförderung dar.

Wichtig ist, die einzelnen Bestandteile des Körpers nicht isoliert zu betrachten: Muskulatur, Wirbelsäule, Bindegewebe, Gelenke, Knorpel und Sehnen sind ein komplexes Zusammenspiel, das besonders gut funktioniert, wenn es regelmäßig gefordert und gefördert wird – durch körperliche Aktivität.

So wichtig ist Bewegung für das Skelettsystem

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert ausreichend körperliche Betätigung mit einem Richtwert von 150 Minuten moderater (z.B. Walking) oder 75 Minuten intensiver (z.B. Joggen) wöchentlicher körperlicher Aktivität. Dieses Kriterium erfüllten 2010 noch 60 Prozent der deutschen Erwachsenen. Der Prozentsatz sank bis 2018 auf nur noch knapp über 40 Prozent. Der Trend in Richtung Inaktivität ist also augenscheinlich. Weltweit bewegen sich Menschen immer weniger.

Dabei ist es gar nicht so schwierig, Sport und Bewegung fest im Alltag zu verankern. Es muss auch nicht immer direkt das Fitnessstudio sein. Hauptsache, Sie finden Möglichkeiten, sich zu bewegen und gleichzeitig Spaß zu haben.

3 Tipps für gesunde Knochen, Muskeln und Gelenke

Diese Bewegungstipps können bei der Vorbeugung von Gesundheitsproblemen helfen: So bleiben Knochen, Muskeln und Gelenke in Bewegung:

  • Vermeiden Sie ungesunde (einseitig sitzende) Körperhaltung beispielsweise beim Arbeiten: Ergänzen Sie hier und da einen Spaziergang und stehen Sie während der Arbeit häufiger vom Schreibtisch auf.
  • Entscheiden Sie sich für aktive und gesunde Alternativen der Alltagsbewältigung: Fügen Sie an verschiedenen Stellen im Alltag Bewegung ein, indem Sie beispielsweise die Treppe dem Aufzug bzw. das Rad dem Auto vorziehen.
  • Integrieren Sie Sport als festen Bestandteil einer gesunden Lebensführung: Das Angebot an Sportarten ist grenzenlos. Sei es Schwimmen, Radfahren oder dedizierter Gesundheitssport. Sowohl Ausdauer- als auch Krafttraining bieten sich an. Für gesunde Knochen und Gelenke sind insbesondere Tiefenmuskeln und Skelettmuskeln wichtig. Doch auch Balance und Beweglichkeit sollten trainiert werden. In der Gruppe oder mit motivierender Musik wollen Sie die wöchentliche Dosis Sport schnell nicht mehr missen.

Übrigens: Auch eine Gewichtsreduktion kann Verschleiß am Muskel, am Knochen und am Gelenk verlangsamen und so eine dauerhafte Beweglichkeit aufrechterhalten. Der Schlüssel dazu ist neben Bewegung auch eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung.

Gesundes Skelettsystem: Wie kann ich mich knochengesund ernähren?

Achten Sie darauf, dass Sie ausreichend Kalzium zu sich nehmen. Dieser Mineralstoff ist für die Knochengesundheit und das Skelettsystem von zentraler Bedeutung. Er findet sich unter anderem in Milchprodukten, bestimmten Obst- und Gemüsesorten und Mineralwasser.

Folgendermaßen sollten Sie Ihren Speiseplan gestalten, um langfristig gesunde Knochen und Skelettmuskeln zu bewahren:

Mit diesen Ernährungstipps halten Sie den Kalzium-Spiegel in Ihrem Blut konstant hoch und vermeiden einen gesundheitsbeeinträchtigenden Mangel. Auch die Gesundheit von Muskulatur und Knochen profitiert. Auf Kalzium in synthetischer Form können Sie in der Regel verzichten.

Freizeit & Leben individuell gestalten mit gesunden Knochen, Muskeln & Gelenken

Sehnen, Bänder und Muskeln stabilisieren Gelenke und Knochen. Für schmerzfreie Beweglichkeit und eine sorgenlose individuelle Lebensführung ist ihre Gesundheit daher von großer Bedeutung. Bewegungseinschränkungen – sei es eine akute Verletzung des Sprunggelenkes oder eine chronische rheumatische Erkrankung – gilt es zu vermeiden. Dabei ist Vorsorge wie immer besser als Nachsorge. Durch einen gesunden Lebensstil bestehend aus ausgewogener Bewegung und Ernährung, nehmen Sie die Gesundheit Ihres Halte-, Stütz- und Bewegungsapparats selbst in die Hand.

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