Parkinson – Ursachen, Symptome, Diagnose & Behandlung
Die Diagnose Parkinson oder der Verdacht darauf wirft unzählige Fragen auf und kann zutiefst verunsichern. Plötzlich scheinen der eigene Körper und vertraute Bewegungen fremd zu werden. Doch was bedeutet diese neurodegenerative Erkrankung wirklich für Ihr Leben und Ihren Alltag? Wir möchten Ihnen mit Herz und Verstand zur Seite stehen und erklären Ihnen verständlich und auf dem neusten Stand der Wissenschaft, was im Gehirn passiert, welche Anzeichen ernst zu nehmen sind und wie ein ganzheitlicher Behandlungsansatz Ihnen helfen kann, Ihre Lebensqualität und Vitalität aktiv zu gestalten. Denn ein selbstbestimmtes Leben mit Parkinson ist möglich und Wissen ist Ihr stärkster Verbündeter auf diesem Weg.
Was ist Parkinson?
Die Parkinson-Krankheit, medizinisch Morbus Parkinson, gehört zu den häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen. Der Begriff „neurodegenerativ“ beschreibt einen fortschreitenden Prozess, bei dem Nervenzellen im Gehirn unwiederbringlich verloren gehen. Obwohl Parkinson oft als eine Erkrankung des höheren Lebensalters wahrgenommen wird, die meisten Diagnosen erfolgen zwischen dem 50. und 75. Lebensjahr, können auch jüngere Menschen, vereinzelt sogar schon um das 40. Lebensjahr, betroffen sein.
In Deutschland leben Schätzungen zufolge bis zu 400.000 Menschen mit Parkinson. Die Tendenz ist steigend, was auch auf die zunehmende Lebenserwartung in der Bevölkerung zurückzuführen ist. Die Erkrankung verläuft langsam fortschreitend und stellt sowohl für die Betroffenen als auch für ihre Angehörigen eine tiefgreifende Veränderung des Lebens dar. Wichtig zu wissen ist jedoch: Parkinson ist keine direkt tödliche Krankheit. Die Lebenserwartung kann bei guter medizinischer Betreuung und aktiver Mitarbeit des Patienten heute annähernd normal sein.
Ist Parkinson heilbar?
Parkinson ist bis auf den heutigen Tag noch nicht heilbar, aber es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten, die das Leben mit der Krankheit erträglicher machen können. Zahlreiche Medikamente vermögen die Symptome in Schach zu halten, lösen allerdings ihrerseits Nebenwirkungen aus, die es wiederum zu bekämpfen gilt.
Begleitende Maßnahmen wie Geh- und Sprechtraining oder Heilgymnastik können sehr viel erreichen, die Beeinträchtigungen durch das Leiden mildern und die Berufsfähigkeit verlängern. Dafür ist zum einen viel Disziplin und Geduld nötig, vor allem aber eine schon frühzeitige Behandlung, die sich nach der individuellen Ausprägung richtet.
Anders als oft vermutet, handelt es sich bei Parkinson um keine tödliche Krankheit. Parkinson Patienten sterben aufgrund der gleichen statistischen Todesursachen wie nicht an Parkinson erkrankte Menschen: an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie an Krebs. Parkinson stellt dennoch für viele Betroffene eine schwere psychologische Belastung dar. Die Patienten bemerken ihren zunehmenden mentalen Verfall und können ihren Körper dabei mehr und mehr nicht kontrollieren. Dadurch steigt bei vielen Patienten auch das Depressionsrisiko, wodurch ihre Lebenserwartung allgemein sinkt.
In seltenen Fällen kann Parkinson auch genetisch übertragen werden (5-10 %). Dabei führt ein genetischer Defekt zu einer Entwicklung der Krankheit. Die Betroffenen sind dabei meist deutlich jünger als typische Parkinson-Patienten, teilweise Mitte 20. Von einer entsprechend verdächtigen Häufung spricht man allerdings erst ab mindestens drei Parkinson-Fällen in einer Familie.
Was sind die Ursachen von Parkinson?
Das Zentrum des Geschehens liegt in einem kleinen, aber entscheidenden Bereich des Mittelhirns: der sogenannten Substantia nigra, der „schwarzen Substanz“. Hier produzieren spezialisierte Nervenzellen den wichtigen Botenstoff Dopamin. Dopamin ist maßgeblich für die Steuerung und Koordination unserer Bewegungen verantwortlich. Er sorgt für flüssige, harmonische Abläufe.
Bei der Parkinson-Krankheit sterben diese dopaminproduzierenden Zellen nach und nach ab. Die moderne Forschung geht davon aus, dass dabei die fehlerhafte Faltung und Verklumpung eines Proteins namens Alpha-Synuclein eine zentrale Rolle spielt. Diese Ablagerungen, auch Lewy-Körperchen genannt, schädigen die Zellen und führen zu ihrem Untergang. Die Folge ist ein zunehmender Dopaminmangel, der das empfindliche Gleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn stört und die typischen Parkinson-Symptome auslöst. Warum dieser Prozess in Gang gesetzt wird, ist noch nicht vollständig geklärt. Man geht von einem komplexen Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung und bestimmten Umweltfaktoren aus. Eine rein erbliche Form der Erkrankung ist mit 5 bis 10 Prozent der Fälle eher selten.

Was sind die ersten Anzeichen von Parkinson?
Die Symptome von Parkinson entwickeln sich schleichend und können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Oft werden die ersten Anzeichen nicht sofort mit der Erkrankung in Verbindung gebracht. Man unterscheidet zwischen den bekannten motorischen Hauptsymptomen und den ebenso wichtigen nicht-motorischen Begleitsymptomen.
Die vier motorischen Hauptsymptome sind:
- Bewegungsverlangsamung (Bradykinesie): Dies ist das Kernsymptom. Bewegungen werden langsamer, kleiner und mühsamer. Das kann sich beim Gehen (kleine, schlurfende Schritte), bei der Mimik (maskenhaftes Gesicht) oder bei der Handschrift (wird immer kleiner) zeigen.
- Muskelsteifheit (Rigor): Die Muskulatur ist dauerhaft angespannt. Betroffene empfinden dies als Steifheit oder Schmerzen, die oft fälschlicherweise als rheumatische Beschwerden gedeutet werden.
- Zittern in Ruhe (Tremor): Das typische Parkinson-Zittern tritt vor allem in Ruhe auf, beispielsweise wenn die Hand entspannt im Schoß liegt. Bei einer gezielten Bewegung lässt es oft nach. Es betrifft jedoch nicht alle Patienten.
- Haltungsinstabilität (Posturale Instabilität): Gleichgewichtsstörungen und eine zunehmend unsichere Körperhaltung treten meist erst in späteren Krankheitsphasen auf.
Noch bevor die motorischen Probleme sichtbar werden, können sogenannte nicht-motorische Symptome auftreten. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität oft erheblich und sind wichtige diagnostische Hinweise. Dazu gehören der Verlust des Geruchssinns, chronische Verstopfung, Schlafstörungen (insbesondere lebhafte, aggressive Träume), Kreislaufprobleme, depressive Verstimmungen und Schmerzen.

Früherkennung: Hautprobe als Hinweis
Forscher aus Würzburg und Marburg haben entdeckt, dass schon eine winzige Hautprobe bei der Früherkennung von Morbus Parkinson helfen kann. Die Studie gibt Auskunft, ob eine Erkrankung mit Parkinson droht, lange Jahre bevor es überhaupt zu den ersten Symptomen kommt. Die Wissenschaftler haben in den Nervenenden der Haut eine Eiweißablagerung gefunden: das Alpha-Synuclein. Dieses lässt sich auch im Gehirn von verstorbenen Parkinson-Patienten nachweisen.
Die Wissenschaftler hatten 18 Patienten untersucht, die unter einer REM-Schlafstörung litten. Hierbei kommt es zu sehr aggressiven Träumen, darüber hinaus zu auffälligen Bewegungen im Traum. 85 % der Menschen, die unter dieser REM-Schlafstörung leiden, entwickeln anschließend (innerhalb von 15 bis 20 Jahren) eine Parkinson-Erkrankung. Aufgrund dessen gilt diese spezielle Schlafstörung als Frühanzeichen für Parkinson. Die Forscher nahmen von diesen 18 Patienten und darüber hinaus von 25 weiteren Patienten im frühen Parkinson-Stadium eine Hautprobe.
Bei 10 der Patienten mit REM-Störung und bei 20 Patienten im frühen Parkinson-Stadium konnte das Vorhandensein von Alpha-Synuclein-Ablagerungen in der Haut nachgewiesen werden. Bei gesunden Menschen fanden die Forscher dagegen keinerlei Ablagerungen.
Die Diagnose von Parkinson
Da die Symptome anfangs oft unspezifisch sind, kann der Weg zur Diagnose einige Zeit in Anspruch nehmen. Ein erfahrener Neurologe wird zunächst eine gründliche körperliche Untersuchung durchführen und die Krankengeschichte erfragen. Besteht ein begründeter Verdacht, stützt sich die Diagnose auf mehrere Säulen.
Ein wichtiger diagnostischer Schritt ist der L-Dopa-Test. Dabei wird dem Patienten das Medikament Levodopa, eine Vorstufe von Dopamin, verabreicht. Bessern sich die motorischen Symptome daraufhin deutlich, ist dies ein starker Hinweis auf das Vorliegen eines Morbus Parkinson.
Um die Diagnose zu sichern und von anderen Erkrankungen abzugrenzen, wird heute oft ein sogenannter DaT-Scan (Dopamin-Transporter-Szintigraphie) durchgeführt. Dieses bildgebende Verfahren kann den Mangel an dopaminergen Nervenzellen im Gehirn sichtbar machen. Andere Verfahren wie die Computertomografie (CT) oder die Magnetresonanztomografie (MRT) des Kopfes dienen vor allem dazu, andere Ursachen für die Symptome, wie einen Schlaganfall oder einen Hirntumor, auszuschließen.
Ein Meilenstein für die Diagnostik: Der Nachweis im Nervenwasser
Lange Zeit war die Parkinson-Diagnose eine reine Beobachtung von Symptomen, die oft erst dann Sicherheit brachte, wenn die Krankheit im Gehirn bereits fortgeschritten war. Ein echter Meilenstein, den viele Experten als Revolution bezeichnen, ist nun mit der Entwicklung eines spezifischen Biomarker-Tests gelungen. Dieser kann das fehlgefaltete Alpha-Synuclein-Protein – den zentralen Verursacher der Nervenschäden – direkt im Nervenwasser (Liquor) nachweisen.
Dabei wird dem Nervenwasser, das über eine Lumbalpunktion im unteren Rücken entnommen wird, eine Probe entnommen. Im Labor dient diese Probe in einem speziellen Verfahren (α-Synuclein Seed Amplification Assay, kurz SAA) als eine Art „Samen“. Ist krankhaftes Protein vorhanden, löst es eine messbare Kettenreaktion aus. Eine wegweisende internationale Studie konnte zeigen, dass dieser Test mit einer beeindruckenden Genauigkeit von über 90 Prozent eine Parkinson-Erkrankung erkennen kann, oft schon in einem sehr frühen Stadium. Dieser Test bringt endlich objektive Sicherheit in einer Phase großer Ungewissheit und ist ein entscheidender Schritt für die zukünftige Entwicklung von Medikamenten, die den Krankheitsprozess verlangsamen könnten.
Was sind Symptome von Parkinson?
Morbus Parkinson umfasst also viele verschiedene Symptome, die je nach Patienten unterschiedlich ausgeprägt auftreten. Dazu gehören:
- Verlangsamte Bewegungsabläufe (Bradykinesie): Oft haben die Betroffenen zuerst ein Problem mit schnellen oder geschmeidigen Bewegungen. Es kann für sie beispielsweise schwierig sein, Bewegungen zu planen und zu beginnen. Die Bradykinesie kann alle Bereiche des täglichen Lebens betreffen, angefangen vom ersten Schritt nach dem Aufstehen bis zum Unterschreiben eines Schriftstücks.
- Zittern (Tremor): Das Zittern beginnt häufig an einer Hand und ähnelt dem Drehen einer Arzneikapsel zwischen Daumen- und Zeigefingerspitze. Parkinson-Patienten nehmen dies im Ruhezustand am ehesten wahr. Bei zielgerichteten Bewegungen oder im Schlaf verschwindet es häufig. Das Zittern kann auch auf Beine und Kiefer übergreifen. Jedoch tritt es bei circa einem Drittel der Parkinson-Patienten überhaupt nicht auf.
- Rigidität (Steifheit): In frühen Stadien der Erkrankung nehmen Patienten die Rigidität (die als eine Art Steifheit wahrgenommen wird) am häufigsten dann wahr, wenn die Gliedmaßen sich einer Bewegung widersetzen.
Im Krankheitsverlauf können weitere Anzeichen und Symptome hinzukommen, die den Patienten zunehmend einschränken:
- Haltungs- und Gleichgewichtsstörungen: Aufrechtes Gehen oder Sitzen fällt den Betroffenen schwer. Ihr charakteristischer Gang ist langsam, schlurfend und vornübergebeugt. Der Verlust des Gleichgewichtssinns kann das Gefühl auslösen, nach vorne zu fallen. Diese Gleichgewichtsstörungen können durch Medikamente gegen die Parkinson-Krankheit leider kaum gelindert werden.
- Sprachschwierigkeiten: Ein frühes Symptom der Parkinson-Krankheit ist oft eine Veränderung der Sprache. Sie wird leiser, langsamer und oft schlechter verständlich.
- Schwankende Stimmungslage: Angstzustände und Depressionen treten häufig auf.
- Gedächtnisverlust: Bei fortschreitender Parkinson-Krankheit können sich Gedächtnisverlust und andere Anzeichen einer Demenz etablieren. Bei schätzungsweise einem Viertel der Parkinson-Kranken ist dies der Fall. Eine Demenz kann häufig nicht durch Medikamente gegen die Parkinson-Krankheit beeinflusst werden. Tatsächlich können manche Medikamente, die bei Parkinson eingesetzt werden, die Demenz sogar verschlimmern.

Der ganzheitliche Behandlungsansatz von Parkinson
Auch wenn Parkinson bis heute nicht heilbar ist, gibt es eine Vielzahl an wirksamen Therapien, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität über viele Jahre hinweg zu erhalten. Die moderne Behandlung ist immer ein individuelles und ganzheitliches Konzept, das auf mehreren Säulen ruht.
Die Basis: Nicht-medikamentöse Therapien
Aktive Therapien sind kein bloßes Beiwerk, sondern das Fundament einer erfolgreichen Parkinson-Behandlung. Sie helfen, die Beweglichkeit zu erhalten, die Selbstständigkeit im Alltag zu fördern und das Wohlbefinden zu steigern. Regelmäßige Bewegung kann nachweislich sogar den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
- Physiotherapie (Krankengymnastik): Sie ist unerlässlich, um die Beweglichkeit zu verbessern, den Gang zu trainieren, das Gleichgewicht zu schulen und der Muskelsteifheit entgegenzuwirken.
- Ergotherapie: Hier lernen Betroffene, alltägliche Handlungen wie Ankleiden, Essen oder Schreiben trotz motorischer Einschränkungen weiterhin selbstständig durchzuführen. Auch Hilfsmittel werden hier erprobt.
- Logopädie (Sprechtherapie): Da die Sprache bei Parkinson oft leiser und monotoner wird, trainiert die Logopädie gezielt die Stimmkraft und eine deutliche Aussprache. Auch die Behandlung von Schluckstörungen ist ein wichtiger Bestandteil.
- Bewegung und Sport: Alles, was Freude macht und den Körper fordert, ist hilfreich. Ob Tai-Chi zur Schulung des Gleichgewichts, Tanzen zur Förderung fließender Bewegungen oder Training auf dem Fahrradergometer zur Stärkung der Ausdauer – regelmäßige körperliche Aktivität ist eine der wirksamsten Maßnahmen, die Sie selbst ergreifen können.
Die Stütze: Medikamentöse Behandlung
Die medikamentöse Therapie zielt darauf ab, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen. Die Behandlung wird vom Arzt individuell auf das Krankheitsstadium und die vorherrschenden Symptome zugeschnitten. Das am längsten bewährte und wirksamste Medikament ist Levodopa (L-Dopa), das im Gehirn direkt in Dopamin umgewandelt wird. Daneben gibt es weitere Medikamentengruppen wie Dopaminagonisten, die die Wirkung von Dopamin im Gehirn nachahmen, sowie MAO-B-Hemmer und COMT-Hemmer, die den Abbau von Dopamin verlangsamen.
Optionen für fortgeschrittene Parkinson Stadien: Wenn die Wirkung der Tabletten im späteren Krankheitsverlauf nachlässt und es zu starken Schwankungen der Beweglichkeit kommt, stehen weitere Behandlungsoptionen zur Verfügung. Dazu gehören die Tiefe Hirnstimulation (THS), bei der ein „Hirnschrittmacher“ über feine Elektroden bestimmte Hirnareale stimuliert, sowie Medikamentenpumpen, die den Wirkstoff kontinuierlich unter die Haut oder direkt in den Dünndarm abgeben.
Fahrradergometer ideal bei Parkinson Therapie?
Bewegung ist bei Parkinson von größer Wichtigkeit. Vor allem Tai-Chi soll sich nachgewiesenermaßen positiv auswirken. Jetzt gibt es eine neue Studie von der US-amerikanischen Parkinson-Klinik in Cleveland, nach der ein Fahrradergometer hilfreiche Dienste bei Parkinson leisten könnte. Ein Forscher des Instituts entdeckte diese Wirkung zufällig: Als er mit einer am Parkinson-Leiden erkrankten Freundin auf einem Tandem radelte, bemerkten beide eine deutliche Verbesserung der Krankheit durch das (gemeinsame) Fahrradfahren.
Nach zwei Tagen konnte man ihre Schrift wieder lesen und auch andere typische Parkinson-Anzeichen verflüchtigten sich im Laufe der wiederholten leichten körperlichen Betätigung. Diese Feld-Entdeckung war Grund genug für die Wissenschaftler der Klink, einen wissenschaftlichen Test anzustrengen. Dieser förderte erstaunliche Ergebnisse zu Tage:
Die Rolle der richtigen Ernährung bei Parkinson Patienten
Eine bewusste und ausgewogene Ernährung kann das Wohlbefinden von Parkinson-Patienten maßgeblich unterstützen. Eine ballaststoffreiche Kost mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten hilft, der häufig auftretenden Verstopfung vorzubeugen. Ausreichend zu trinken ist ebenso wichtig, um den Kreislauf zu stabilisieren. Bestimmte pflanzliche Stoffe, die Flavonoide, die reichlich in Beerenobst, Äpfeln oder Tee vorkommen, stehen im Verdacht, eine schützende Wirkung auf Nervenzellen zu haben.

Der Begriff Flavonoide bezeichnet eine große Gruppe natürlicher Farbstoffe. Diese Pflanzenstoffe besitzen verschiedene Wirkungen, welche die Gesundheit fördern. So soll der Verzehr von flavonoidreichen Lebensmitteln das Auftreten von Parkinson reduzieren. Der Stoff findet sich beispielsweise in Obst.
Diese Erkenntnis bedarf allerdings einer vorsichtigen Interpretation. Es ist nicht ausgeschlossen, dass andere Inhaltsstoffe eine begleitende Rolle spielen könnten. Allerdings haben mehrere experimentelle und klinische Studien Hinweise auf protektive Effekte von Flavonoiden bei neurodegenerativen Erkrankungen geliefert, etwa bei der Alzheimer-Erkrankung.
Fazit zu Parkinson
Bei Morbus Parkinson handelt es sich um eine sogenannte neurodegenerative Erkrankung, welche die Nervenzellen des Mittelhirns betrifft. Sie sterben ab und lösen ein Ungleichgewicht in der Produktion und Weiterleitung des Botenstoffes Dopamin aus. Die Ursachen dafür sind noch nicht geklärt. Es kommt zu den typischen Symptomen, wie unkontrollierbares Zittern, Steifheit der Gliedmaßen sowie einer Verlangsamung der Bewegungsabläufe. Im Verlauf der Erkrankung treten Sprachschwierigkeiten und Gleichgewichtstörungen auf.
Liegen die beschriebenen Symptome bereits vor, ist bereits ein erheblicher Schaden am Gehirn entstanden. Sichere Diagnosemethoden sind eine craniale Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie. Parkinson ist nach heutigem Stand der Forschung nicht heilbar. Die Therapie erfolgt mittels Medikamenten, welche die Symptome lindern. Diese greifen in den gestörten Dopamin-Stoffwechsel ein. Sie wirken als Dopamin-Ersatz oder zur Wirkungssteigerung des Botenstoffes. Leider lösen die Tabletten auch unerwünschte Nebenwirkungen auf, die es abzuwägen gibt.
Ausblick: Ein aktives Leben gestalten
Morbus Parkinson ist eine komplexe Erkrankung, die das Leben verändert, es aber nicht beenden muss. Durch das Zusammenspiel moderner Medikamente, aktiver Therapien, einer bewussten Lebensführung und einer positiven Einstellung können Betroffene heute über viele Jahre ein aktives und erfülltes Leben führen. Der Schlüssel liegt darin, sich frühzeitig zu informieren, ein gutes Behandlungsteam aus Ärzten und Therapeuten an seiner Seite zu haben und selbst zum Experten für die eigene Gesundheit zu werden.