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Fibromyalgie - Ursachen, Symptome, Diagnose & Behandlung

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Fibromyalgie in der Übersicht

Andere Bezeichnungen: Faser-Muskel-Schmerz, Weichteilrheumatismus, Ganz-Körper-Migräne

Befund: Schmerzen am ganzen Körper, Gründe sind medizinisch nicht definierbar

Ursachen: weitgehend unbekannt

Therapie: Medikamentös oder alternativ über TCM, Sport oder bewusste Ernährung

Aussicht: positiv, viel Geduld und Disziplin nötig

Definition: Was ist Fibromyalgie?

Als Fibromyalgie wird eine chronische, nicht heilbare Schmerzerkrankung bezeichnet, die nicht entzündlich ist. Manchmal bezeichnet man sie auch als Faser-Muskel-Schmerz oder auch als Weichteilrheumatismus. In der Regel wird Fibromyalgie allerdings als eigenständige Krankheit angesehen.

Die chronischen Schmerzen der in Expertenkreisen rätselhaften Erkrankung wandern durch den ganzen Körper. Betroffene schildern dies als eine Art „Ganzkörper-Migräne“, ein Begriff, der sich im Volksmund aufgrund der migräne-ähnlichen Schmerzen gebildet hat. Nach der Arthrose und verschiedenen anderen Wirbelsäulenleiden ist Fibromyalgie die dritthäufigste Erkrankung des Bewegungsapparats. Diese ist allerdings nicht mit einer Entzündung verbunden.

Sie ist also weder eine entzündliche Erkrankung, eine Gelenkerkrankung noch eine Wirbelsäulenerkrankung, sondern ein Leiden, das vor allem Muskeln und Sehnen betrifft. Mit der Sehne ist der Muskel am Knochen befestigt. Die Übergangsstelle zwischen Muskel und Sehne ist der neuralgische Punkt der Fibromyalgie. Hier treten die Schmerzen auf.

Ursachen für Fibromyalgie

Die genauen Ursachen der Fibromyalgie sind ungeklärt. Grundsätzlich liegt der Grund der Beschwerden in einer gestörten beziehungsweise veränderten Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung. Diese scheint das FMS auszulösen und auch die Entwicklung zu bestimmen.

Noch vor wenigen Jahren mussten sich betroffene Patienten daher häufig von ihren Ärzten anhören, die Schmerzen seien psychosomatisch bedingt. Heute weiß die Wissenschaft, dass Fibromyalgie keine eingebildete Krankheit ist und die Schmerzen bei vielen Betroffenen immer wieder unerträglich sein können.

Ursache und Entstehung der Fibromyalgie sind nach wie vor nicht befriedigend geklärt. Es werden psychische, genetische, neurophysiologische, hormonelle und sonstige Ursachen vermutet. Auch ist man sich nicht einig, ob eine Fibromyalgie die körperliche Manifestation einer psychischen Erkrankung ist oder aber eine physische Erkrankung, die in der Folge zu psychischen Problemen führt.

Kann man Fibromyalgie erben?

Wenn in Ihrer Familie bereits Fibromyalgiefälle aufgetreten sind, erhöht das Ihr Risiko, ebenfalls daran zu erkranken. Allerdings ist noch nicht erforscht, was genau vererbt wird: Sind es Störungen innerhalb des Körpers bei Schmerz­weiterleitung und Schmerzempfinden, oder ist es eine gestörte Produktion von bestimmten Botenstoffen? Eine genetische Komponente ist also nicht auszuschließen.

Psychologische Faktoren der Fibromyalgie

Dass es sich bei Fibromyalgie um eine anerkannte Krankheit handelt, bedeutet nicht, dass psychosomatische Faktoren nicht ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen würden. Diese Komponente ist grundsätzlich bei Erkrankungen vorhanden.

Neben einer erblichen Veranlagung oder Prägung im familiären Umfeld können so auch traumatische Erlebnisse (z. B. in der Kindheit, ein Unfall) und schwerwiegende Konfliktsituationen (z. B. in der Partnerschaft, am Arbeitsplatz, Tod eines geliebten Menschen) die Krankheit auslösen. Dauerhaften Schmerzen beeinflussen zudem das Schmerzgedächtnis des Körpers so stark, dass es verändert wird. Im Extremfall führ dies dazu, dass wenn die eigentlichen Schmerzen ausgeheilt sind, das Schmerzgedächtnis der Meinung ist, die Beschwerden seien noch vorhanden.

Verändertes Schmerzempfinden als Ursache?

Schmerzen empfinden alle Menschen unterschiedlich – und auch bei Ihnen ist das Schmerzempfinden von Ihrer Tagesform abhängig. Haben Sie gut geschlafen und sind Sie ausgeruht sowie entspannt, nehmen Sie Schmerzen weniger stark wahr als an Tagen, an denen Sie übermüdet sind und unter Stress stehen.

Grund dafür ist das Zusammenspiel von Hormonen undP”, einer Schmerzsubstanz. Diese Substanz beeinflusst die Schmerzwahrnehmung. Bei Patienten mit Fibromyalgie liegt sie deutlich erhöht vor, zudem ist der Serotoninspiegel deutlich verringert. Die Kombination der beiden Faktoren kann eine Ursache darstellen.

Hormonelle Veränderungen und Stress

Bei vielen Erkrankten lässt sich weiterhin ein Ungleichgewicht zwischen den Hormonen Melatonin und Serotonin nachweisen. Zudem ist auch die Ausschüttung weiterer Hormone im Gehirn gestört. Eine Folge dieses gestörten Hormonstoffwechsels ist, dass die Nebennieren nicht mehr richtig arbeiten können: Der Körper steht dauerhaft unter Stress.

Aber nicht nur körperlicher, sondern auch psychischer Stress kann Auslöser beziehungsweise Motor einer Fibromyalgie sein. Depressionen sowie Ängste wirken sich negativ auf Ihren Körper aus – auf sehr unterschiedliche und individuelle Weise. Sie können zu den Fibromyalgie-Schmerzen führen – und letztendlich zu einem Teufelskreis: Denn diese Schmerzen führen erneut zu Stress, der Ihre Depressionen und Ängste noch verschlimmert. Keine Frage: Das wirkt sich wiederum negativ auf Ihre Schmerzen aus.

Versuchen Sie diesen Kreislauf zu durchbrechen. In diesem Artikel versuchen wir Ihnen dazu ein paar Möglichkeiten an die Hand zu geben.

Fibromyalgie Symptome und Diagnose

Die ersten Symptome der Fibromyalgie sind Entzündungen oder Schmerzen in Muskeln und Gelenken, die oft von Müdigkeit begleitet werden. Da die Ursachen der Fibromyalgie bislang nur wenig erforscht sind, beschränkt sich eine Behandlung normalerweise auf Schmerzmanagement. Dieses umfasst nicht-steroide Entzündungshemmer (NSAIDs), Antidepressiva, Sport, Massagen und Ernährungsumstellungen.

Symptome bei Fibromyalgie

Symptome der Fibromyalgie

Das Fibromyalgie-Syndrom (FMS) führt zu chronischen Schmerzen, zu Erschöpfungszuständen und verringert bei vielen Menschen die Lebensqualität deutlich. Hinzu kommt, dass Schmerzmittel kaum helfen. Die Ursache ist nicht bekannt: keine Entzündung, keine Abnutzungserscheinungen, keine typischen Funktionsverluste. Zahlreiche unspezifische Symptome sind Teile eines großen Mosaiks. Zu den charakteristischen Beschwerden zählen:

  • quälende, ständige wechselnde Schmerzen des Bewegungsapparats, und zwar an Muskulatur und Sehnenansätzen (Rücken, Nacken, Brustkorb, Kopf und Gelenke von Armen und Beinen)
  • ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Spannungskopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsschwäche
  • Verdauungsprobleme
  • trockene Schleimhäute
  • Geräusch-, Licht- und Kälteempfindlichkeit
  • Depressivität
  • diverse vegetative Störungen

Die Schmerzen können sich bei körperlicher Anstrengung verstärken („Übertrainingssyndrom“); sie verschwinden aber nicht automatisch bei körperlicher Inaktivität. Die Fibromyalgie verläuft eher schleichend mit anfangs unspezifischen Beschwerden. Bis sich die Fibromyalgie voll ausgebildet hat, dauert es meist etwa 10 Jahre, im Schnitt weitere 7 bis die Diagnose gestellt ist.

Ähnlich wie beim Burnout-Syndrom zählen manche Ärzte bis zu 100 verschiedene Symptome – von leichten Beschwerden bis hin zu kaum erträglichen Schmerzen und Arbeitsunfähigkeit. Auffallend: Frauen erkranken etwa achtmal häufiger als Männer, meist zwischen 40 und 60 Jahren.

Diagnose der Fibromyalgie: Die Suche nach den Tender Points

Am Anfang einer Fibromyalgie stehen völlig unspezifische Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Magen- und Darmbeschwerden, Schlafstörungen. Dann gesellen sich Schmerzen im Bereich der Lenden- oder Halswirbelsäule hinzu. Anschließend treten Schmerzen in Armen und Beinen auf. Meistens sind die Schmerzen morgens besonders schlimm. Das Leiden verschlimmert sich schubweise. Heftige Schmerzattacken wechseln sich mit schmerzfreien Phasen ab. Insbesondere Kälte, Nässe, Infektionen oder eine äußere Belastung können dabei schmerzfördernd wirken.

Bei der Diagnose einer Fibromyalgie können weder Röntgenbilder noch Laborwerte Aufschluss geben, denn Gelenke und Organe verändern sich durch die Krankheit nicht. Die ärztliche Diagnostik orientiert sich in der Regel an der geschilderten Schmerzsymptomatik im Bereich des gesamten Bewegungsapparates. Sie sucht nach bestimmten typischen Schmerzdruckpunkten (Tender Points). Eine Fibromyalgie gilt als gesichert, wenn neben den allgemeinen Schmerzen mindestens 11 von 18 vorgegebenen Tender Points auf Druck schmerzhaft reagieren. Mit Hilfe eines Druckdolorimeters (Messgerät zur Einschätzung der Druckschmerzhaftigkeit) lässt sich dieser erhöhte Druckschmerz auch objektiv nachweisen.

Da alle Symptome einer Fibromyalgie ebenso wie die Tender Points auch bei anderen Erkrankungen vorkommen können, müssen vor der endgültigen Diagnose bestimmte Leiden (z. B. Rheuma, Infektionen, Muskelentzündungen, Tumoren) ausgeschlossen werden. Dazu untersucht Ihr Arzt auch das Blut und den Urin. Denn bei Fibromyalgie sind im Gegensatz zu den Krankheiten, die es abzugrenzen gilt, die meisten Blut- und Urinwerte im Normalbereich. Gegebenenfalls können auch Röntgenaufnahmen und neurologische Spezialuntersuchungen notwendig werden. Fibromyalgie verursacht v. a. chronische Schmerzen. Aber es gibt Behandlungsmethoden, um die Symptome zu lindern.

Fibromyalgie Diagnose

Fibromyalgie Therapie

Ist Fibromyalgie heilbar?

Ohne eine klare Ursache sowie ohne umfassende Forschung kann es auch keine spezifische Therapiemöglichkeit geben, die Fibromyalgie explizit behandelt oder sogar heilt. Die Prognose der Unheilbarkeit sorgt bei vielen Menschen für Angst und Verzweiflung, doch auch unheilbare Krankheiten können heutzutage sehr gut in den Griff bekommen werden. Man nehme nur einmal das Beispiel HIV.

Noch vor wenigen Jahren kam die Diagnose einem Todesurteil gleich – eine Tatsache, die sich ins Gedächtnis der Menschen eingebrannt hat. Heutzutage leben jedoch auch HIV Patienten mit der richtigen Medikation nicht signifikant kürzer als HIV-negative Menschen – auch wenn die Krankheit nach wie vor nicht heilbar ist.

Das heißt, den auftretenden Symptomen kann soweit es geht durch reguläre Behandlungsmethoden begegnet werden. Es gibt medikamentöse wie auch alternative Ansätze, die unterschiedlich gute Erfolge und verschiedene Nebenwirkungen mit sich bringen können.

Behandlung bei Fibromyalgie

Fibromyalgie Medikamente

Wenn die Schmerzen besonders stark sind, lassen sich Analgetika (schmerzlindernde Medikamente) oft nicht umgehen. Acetylsalicylsäure (Aspirin) bzw. Weidenrinde (Achtung bei zahnärztlichen Eingriffen: Weidenrinde verringert die Blutgerinnung) oder Paracetamol können die Beschwerden kurzzeitig erträglicher machen. Die Präparate sollten aber nicht unkontrolliert über längere Zeit eingenommen werden. Gerade Paracetamol steht bei Überdosis in Zusammenhang mit akutem Leberversagen.

Auch andere stärkere Schmerzmittel wie Novalgin, Tramal oder niedrig dosierte Antidepressiva (z. B. Amitriptylin oder Doxepin, nur mit ärztlicher Verordnung) werden eingesetzt. Diese sollen den zu niedrigen Serotoninspiegel erhöhen und so die Schmerzen lindern. Sie lösen bei Daueranwendung aber Kopfschmerzen und starke Magenbeschwerden aus. Antidepressiva wiederum haben häufig Sehstörungen, aber auch Kreislaufbeschwerden zur Folge.

Eine klare Empfehlung kann nicht gegeben werden, die richtige Medikation und Dosierung sollte mit einem vertrauten Arzt abgesprochen werden.

Fibromyalgie mit reinem Sauerstoff behandeln

Es existieren aber auch andere nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden. Forscher der TAU’s Sagol School of Neuroscience in Tel Aviv haben eine Behandlung mit der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBOT) untersucht. Dabei befindet sich der Patient in einer Druckkammer und atmet reinen Sauerstoff ein. Dies steigert die Sauerstoffkonzentration in Gehirn und Blut, was wiederum Entzündungsvorgänge reduzieren und die Regeneration des Gehirns beschleunigen kann.

Die Forscher gehen davon aus, dass sich mithilfe der Sauerstofftherapie genau die gestörte Schmerzweiterleitung im Gehirn behandeln lässt, die die eigentliche Ursache der Fibromyalgie ist.

Fibromyalgie und Akupunktur

Auch traditionelle chinesische Medizin, insbesondere Akupunktur zeigt erstaunliche Wirkung bei Fibromyalgie-Patienten. Es stellte sich heraus, dass die wahrgenommenen Schmerzen bei der Testgruppe mit Akupunktur nach der Behandlung um über 40% geringer waren. Bei den Patienten, die eine Scheinakupunktur bekommen hatten, waren sie um 27% geringer. Und dieser Erfolg hielt bei allen Probanden selbst ein Jahr nach Behandlung noch an.

Besonders deutlich waren die Unterschiede bei Schmerzen, Müdigkeit und Beklemmungen auch noch einen Monat nach der Therapie feststellbar. Nach sieben Monaten waren sie jedoch vollständig verschwunden und die Symptome waren wieder so stark wie vor der Therapie.

Akupressur sowie Wärme- und Kältetherapie

Ergänzend zur Schmerzbekämpfung können auch Infrarotwärme und Akupressur hilfreich sein. Da die Fibromyalgie sich auf verschiedenartige Weise zeigen kann, lassen sich schlecht generelle Akupressurpunkte empfehlen. Am besten fragen Sie nach einer erfolgreichen Akupunkturbehandlung den Therapeuten, welche Punkte Sie anschließend mit Akupressur behandeln sollen (nicht zu verwechseln mit den Tender Points). Im Prinzip handelt es sich um dieselben Stellen wie bei der Akupunktur. Jeder Mensch besitzt hierfür individuelle Punkte, zudem müssen sie leicht auffindbar und zugänglich sein.

Traditionelle asiatische Therapiemöglichkeiten erweisen sich generell als sehr effektiv. Auch die japanische Ganzkörpertherapie, die vorzugsweise an Rheumapatienten angewandt wird, verzeichnet große Erfolge. Sie wird in Kliniken ambulant angeboten. Durch Behandlung in Kältekammern mit trockener Luft von -80° Celsius verschwinden schon nach wenigen Minuten Aufenthalt die schlimmsten Schmerzen.

Die extreme Kälte wird wegen der Trockenheit kaum empfunden, beeinflusst aber die schmerzübertragenden Nervenleitbahnen und vermutlich auch den Serotoninspiegel. Nach mehrfacher Behandlung soll der Erfolg länger anhalten. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten allerdings meist nicht. Wärme- und Kälteanwendungen können Sie alternativ aber auch zu Hause selbst durchführen, z. B. durch ein warmes Bad oder einen Kühlakku, den Sie sich auf die schmerzenden Stellen legen. Schlagen Sie diesen zusätzlich in ein Küchentuch ein, damit Sie Ihre Haut durch die Kälte nicht verletzen.

Ernährung bei der Fibromyalgie

Da viele Fibromyalgiker an Allergien und Unverträglichkeiten leiden, ist eine Ernährungsumstellung ein wichtiger Baustein im Umgang mit der Krankheit. Zu empfehlen ist eine Suchdiät, bei der mit allergenarmen Lebensmitteln (z. B. Kartoffeln) begonnen wird und nach und nach weitere Nahrungsmittel ergänzt werden: Milch, glutenreiche Kohlenhydrate (Weizen), Hühnereiweiß, Nüsse, tropische Früchte, Süßigkeiten. So kann kontrolliert herausgefunden werden, was gut vertragen wird und was nicht. Die besten Erfolge stellen sich bei einer Diät in der Gruppe mit anderen Fibromyalgikern ein, in der auch erfahrene Diätassistenten unterstützend helfen können.

Generell sollte die Ernährung gesund sein. Auf tierische Fette und Eigelb sollte verzichtet werden, da diese Arachidonsäure enthalten, die Rheumaprozesse auslösen.

Schlechte Nachricht für alle Kaffee-Junkies: Bei Fibromyalgie ist Kaffee Gift, da das enthaltene Koffein die Blutgefäße zunächst verengt (bevor es sie erweitert) und damit die Durchblutung der Muskulatur weiter verschlechtert wird. Nikotin wirkt ebenfalls gefäßverengend. Wichtig hingegen sind für das Muskel-Gelenk-Zusammenspiel Mineralstoffe (Kalzium, Magnesium) sowie essenzielle Fettsäuren aus naturbelassenen Fetten (Fisch, Nüsse, Sonnenblumenkerne, Oliven).

Alternative Behandlung beliebter als Medikation

Patienten mit Fibromyalgie-Syndrom bewerten nach dem deutschen FMS-Verbraucherbericht alle nicht-medikamentösen Maßnahmen hinsichtlich Nutzen und Schaden besser als alle medikamentösen Therapien. Der Bericht belege „die Bedeutung von nicht-medikamentösen Behandlungsstrategien in der Langzeittherapie des FMS.”

Nach Angaben der Autoren bewerteten die Patienten Selbstmanagementstrategien (Ablenkung, Bewegung und Ausruhen), physikalische Verfahren (Wärmetherapie und Thermalbäder), psychologische Verfahren (Schulungsprogramme und Psychotherapie) bezüglich Nutzen und Schaden besser als alle medikamentösen Therapieoptionen. Ausschließlich bei Schlafmitteln sahen sie einen größeren Nutzen als Schaden.

Bei starken Opioiden, Schmerzpflastern, Antiepileptika und Neuroleptika (Medikamente gegen Psychosen) gaben die Befragten einen größeren Schaden als Nutzen an. Bei den übrigen Medikamenten hielten sich die Einschätzungen die Waage.

Neue Erkenntnisse: Hoffnung für Fibromyalgie Betroffene

Vor wenigen Jahren begann die Renaissance eines Mittels, welches bereits vor über 400 Jahren als Malaria-Mittel verwendet wurde und schmerzende Muskeln auch im Fibromyalgie-Fall entspannen kann: Das Chinin (auch bekannt aus Tonic Water oder Bitter Lemon). Chinin hemmt die Übertragung von Nervenreizen auf die Muskelzellen und kann daher nächtliche Wadenkrämpfe lindern.

Nehmen Sie dazu 200 mg Chinin nach dem Abendessen zu sich.

Schluss mit Verdauungsbeschwerden

Extrakte der Chinarinde können Sie anwenden bei:

  •  Verdauungsbeschwerden
  •  Gallenwegserkrankungen
  •  Appetitmangel
  •  grippalen Infekten

In der Apotheke erhalten Sie auch getrocknete Chinarinde. Für einen Tee übergießen Sie einen halben TL davon mit 200 ml kochendem Wasser und lassen ihn 10 Minuten ziehen. Zur Appetitanregung trinken Sie den Tee eine halbe Stunde vor dem Essen, wenn Sie damit Verdauungsbeschwerden lindern möchten, direkt nach den Mahlzeiten.

Fibromyalgie kontrollieren: Die 5-Säulen-Therapie

Es gibt zahlreiche wirksame Möglichkeiten, wie Sie die Schmerzspirale durchbrechen können. Besonders eine Kombination der folgenden Bausteine ist sehr effektiv.

1. Säule: Sanftes Bewegungstraining

Überlastung, Steifheit, Schlappheit und Schmerzen sind typische Symptome einer Fibromyalgie. Diese stehen in Verbindung mit dem Meiden jeglicher sportlichen Aktivität, da diese die Symptome anfänglich noch verstärkt.

Nach einer längeren Leidenszeit bildet sich bei 80% der FMS-Patienten durch diese Schonhaltung die gesamte Muskulatur zurück. Selbst der Herzmuskel baut ab. Hinzu kommt unter Umständen noch Übergewicht durch die mangelnde Bewegung – ein wahrer Teufelskreis.

Ein ruhiges Ausdauertraining dreimal pro Woche, ergänzt durch ein leichtes Krafttraining (zu Hause oder an Geräten im Fitnessstudio), verbessert Ihre Körperwahrnehmung sowie Ihre Schlafqualität, erhöht Ihre Schmerzschwelle und baut Spannungen ab.

Fangen Sie mit täglichen Spaziergängen im Wohlfühlbereich an. Setzen Sie sich dabei nur leicht erreichbare Ziele wie etwa zehn Minuten ruhiges Gehen, wenn möglich jeden Tag. Steigern Sie das Ziel wochenweise geringfügig um wenige Minuten, bis Sie nach einiger Zeit eine halbe Stunde oder mehr erreichen.

Die frische Luft und die UV-Strahlung stärken zudem Ihre Psyche. Fühlen Sie sich jedoch überlastet, sollten Sie rechtzeitig pausieren und die Intensität herunterfahren. Es empfiehlt sich, ein Bewegungstagebuch zu führen. Darin können Sie Ihre Aktivitäten inklusive der positiven und negativen Auswirkungen eintragen. So finden Sie schnell heraus, was Sie sich zutrauen können.

Sind Sie nach einiger Zeit schon etwas beweglicher, wählen Sie aus den folgenden FMS-geeigneten Sportarten (z. B. dreimal 30 Minuten pro Woche):

  • Wandern
  • Walking
  • Radfahren
  • sanfte Aerobic und Gymnastik (bei dosierter Intensität)
  • Schwimmen und Aqua-Gymnastik (in temperiertem Wasser)

Lassen Sie sich „Funktionstraining” verschreiben

Beim Funktionstraining werden spezielle Übungen praktiziert, die Ihre schmerzenden Muskeln und Gelenke beweglicher machen sollen. Es findet als Warmwasser- oder Trockengymnastik statt und wird durch Physiotherapeuten geleitet. Funktionstraining kann bei FMS für 24 Monate und länger verschrieben werden. Sie benötigen dafür eine ärztliche Verordnung, die von der Krankenkasse bzw. vom Rentenversicherungsträger genehmigt werden muss.

Auch die klassische Krankengymnastik kann Ihnen helfen, sich wieder zu bewegen – und zwar so, dass Sie möglichst wenig Schmerzen haben. Dadurch trainieren Sie Ihre Muskeln. Starke Muskeln tragen dazu bei, dass die Schmerzen durch weniger Belastung der Gelenke gelindert werden.

2. Säule: Meditative Bewegungstechniken als wichtiger Baustein

Vor allem Tai Chi, Qi Gong und Yoga fördern durch die Unterstützung von harmonischen Bewegungsabläufen und den systematischen Einbezug der Atmung Ihre Körperwahrnehmung. Dass Qi Gong schmerzlindernd wirkt, zeigte jüngst eine Zusammenfassung verschiedener Studien. Tai Chi und Yoga unterstützen zusätzlich die Beweglichkeit und haben positive Auswirkungen auf die Psyche.

Testen Sie selbst, was für Sie das Beste ist. Empfehlenswert zum Start ist eine professionell angeleitete Trainingsgruppe.

3. Säule: Binden Sie die Psyche mit in die Behandlung ein

Schätzungen zufolge gehen 80% der FMS-Fälle auf eine Angststörung, eine Depression oder eine posttraumatische Belastungsstörung zurück. Nicht überraschend also: Eine kognitive Verhaltenstherapie kann positiv auf den Behandlungsverlauf wirken.

Mit Hilfe einer Psycho- bzw. Verhaltenstherapie lernen Sie, Lebensgewohnheiten und -planung selbstbestimmt zu ändern und so Stressauslöser besser zu bewältigen. Ist es eher eine Angststörung oder ein Trauma (z. B. nach einem Unfall oder einem schmerzlichen Ereignis), das Ihnen Kummer bereitet? Helfen Sie Ihrem Therapeuten bei der Ursachenforschung.

Falscher Scham ist im Sinne der Therapie Ihrer Erkrankung dabei absolut hinderlich. Sie sollten den Therapeuten als Unterstützung auf Augenhöhe und weiteres Mittel zur Genesung betrachten.

4. Säule: Wärme und Massagen als Therapieelemente

Wenn die Beweglichkeit bereits eingeschränkt ist, können auch andere physikalische Maßnahmen die Steifigkeit verringern. Dazu gehören:

  • Moorbäder
  • Saunaanwendungen
  • Wasseranwendungen in Meer- oder Thermalwasser (auch ein einfaches Wannenbad)
  • Wärmebehandlungen, z. B. in einer Infrarotkabine (häufig als Angebot einer Saunalandschaft) oder zu Hause mit einer Rotlichtlampe

Von passiven, mechanischen Maßnahmen wie Massagen, Lymphdrainagen, Spritzen in die Tender Points, Reizstrom etc. wird abgeraten. Die Erfolgsrate ist Betroffenen zufolge eher gering. Bringen Sie Ihren Körper und Ihren Geist besser „sanft in Bewegung“ und vermeiden Sie äußeren physikalischen Druck.

5. Säule: Medikamente dosiert einsetzen

Vor der Gabe von Schmerzmitteln wird ausdrücklich gewarnt, da sie nur selten oder eingeschränkt wirksam sind und auf Dauer die Nebeneffekte oft stärker ausfallen als die Wirkung. Bei schweren Verläufen kann eine schmerzlindernde Therapie allerdings unausweichlich sein, denn auch bei allen möglichen Nebenwirkungen sollten Sie nicht mit den Schmerzen leben müssen.

Operation als Option:

Bei Fibromyalgie raten manche Ärzte zu einer neuartigen Operation. Hier sollen Verhärtungen an bestimmten Schmerzpunkten entfernt und so die Schmerzen gelindert werden. Die Meinungen über dieses Vorgehen gehen auseinander. Ihr Arzt kann Sie hier vertrauensvoll beraten.

Allerdings ist der Erfolg dieser Methode bis heute nicht nachgewiesen und die Behandlung nicht als offizielle Therapie anerkannt. Daher sollten Sie auf eine Operation mit solch fragwürdigem Erfolg eher verzichten.

Allgemeine Tipps für Fibromyalgiker

Abgesehen von den fünf Säulen der Fibromyalgie-Therapie haben sich durch Betroffene auch weitere allgemeine Tipps etabliert. Beachten Sie hierbei jedoch, dass jeder Patient auf unterschiedliche Maßnahmen verschieden reagiert. Finden Sie daher in Ruhe für sich heraus, was Ihnen einen Nutzen bringt:

  1. Akzeptieren Sie die Diagnose Ihrer Erkrankung.
  2. Haben Sie Geduld. Es dauert Zeit, sich zu erholen und wieder etwas gesünder zu werden.
  3. Setzen Sie sich feste, erreichbare Ziele.
  4. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch an Arzneimitteln.
  5. Bauen Sie sich körperlich auf – bewegen Sie sich!
  6. Entspannen Sie sich.
  7. Suchen Sie Unterstützung und nicht Mitleid.
  8. Werden Sie Mitglied in einer Selbsthilfegruppe.
  9. Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus, z. B. über das Internet.
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