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Traditionelle Chinesische Medizin – alles, was Sie wissen müssen

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Im Kontext der Traditionellen Chinesischen Medizin stoßen Sie womöglich auf Begriffe wie Qi, Meridiane, Yin und Yang. Diese Konzepte haben mehrere Tausend Jahre Tradition und stellen die Grundlage eines ebenso alten alternativen Heilsystems aus China dar. Es kommt bei zahlreichen Beschwerden zum Einsatz und erlebt aktuell eine Blütezeit. Grund genug, sich mit der Traditionellen Chinesischen Medizin auseinanderzusetzen.

TCM, chinesische Medizin, Akupunktur
Traditionelle Chinesische Medizin und ihre Methoden sind seit über 5000 Jahre bekannt. Einige davon haben sich schon auch im Westen etabliert. © Adobe Stock

Was ist Traditionelle Chinesische Medizin?

Als Traditionelle Chinesische Medizin (kurz: TCM) bezeichnen westliche Nationen eine Jahrtausende alte Heilkunst aus China. Sie gehört hierzulande in das Feld der alternativen Medizin. In vielen asiatischen Ländern ist sie bis heute Teil der medizinischen Standardversorgung.

Auch wenn westliche Länder primär auf die Schulmedizin zurückgreifen, spielt die Traditionelle Chinesische Medizin in den letzten Jahrzehnten eine immer größer werdende Rolle. Die TCM ist die am stärksten verbreiteteste traditionelle Medizin weltweit. Insbesondere Akupunktur als Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin erfreut sich wachsender Beliebtheit. Dies liegt sowohl daran, dass die traditionelle Therapieform wenige bekannte Nebenwirkungen hat, aber auch daran, dass sie Körper und Geist auf eine ganzheitliche Art und Weise zugutekommen kann.

Es ist zu erwarten, dass sich TCM-Heilverfahren weiter etablieren werden – sowohl in der Therapie als auch der Vorbeugung von Beschwerden. Sei es als alleiniges Verfahren zur Gesunderhaltung oder als Ergänzung westlicher Standardtherapien.

Wie konnte sich die Traditionelle Chinesische Medizin im Westen etablieren?

Lange ging der Trend weg von den traditionellen Heilformen und hin zur Schulmedizin. Unter dem Begriff „Traditionelle Chinesische Medizin“ erlebten klassische Heilverfahren aus China allerdings vor etwa 40 Jahren eine Renaissance.

Begründen lässt sich diese Entwicklung damit, dass TCM-Verfahren auf eine einfache und kostengünstige Art und Weise das körperliche und seelische Wohlergehen steigern und Krankheiten vorbeugen können. Denn ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung erklären auch westlich orientierte Mediziner zu einem Erfolgsrezept für die Gesunderhaltung.

Interessant: Anders, als der Name vermuten lässt, beinhaltet die Traditionelle Chinesische Medizin nicht die Gesamtheit von überlieferten medizinischen Verfahren, sondern umfasst nur die heute in China gelehrte und angewandte Heilkunst.

Welche Logik steckt hinter der Traditionellen Chinesischen Medizin?

In der Traditionellen Chinesischen Medizin herrscht ein – aus westlicher Sicht – zunächst einmal ungewöhnliches Bild von Gesundheit und Krankheit. Erkrankungen erklärt sie beispielsweise mit einem Ungleichgewicht oder einer Blockade der Lebensenergie Qi.

Das Qi (gesprochen: Tschi) ist eines der wichtigsten Konzepte der TCM. Qi ist die treibende Kraft aller Aktivitäten und Funktionen im Organismus. Allgemein übersetzt man Qi mit dem Begriff „Lebensenergie“. Qi gibt es zwar auch in der Umwelt, beispielsweise im Wasser oder Wind, für die TCM von entscheidender Bedeutung ist aber die Energie im menschlichen Organismus.

Dort fließt das Qi der Vorstellung nach über Energieleitbahnen – sogenannte Meridiane – von Organsystem zu Organsystem. Die TCM versteht den Körper als ein zusammenhängendes System, in dem alle Körperteile, Organe und der Geist durch Energiebahnen miteinander verbunden sind. Verantwortlich für den Energiefluss soll gemäß der grundlegenden philosophischen Vorstellung eine Wechselwirkung der Lebenspole Yin und Yang sein.

Mithilfe des Qi und der Lehre von Yin und Yan erklärt die Traditionelle Chinesische Medizin, wie es zu Erkrankungen kommt. Gesund ist ein Mensch nur dann,

  • wenn er ausreichend Qi hat,
  • dieses im Sinne der Harmonie gleichmäßig verteilt ist
  • und ohne Hindernisse fließen kann.

Wird der Energiefluss behindert, können Krankheiten resultieren.

Wie lauten die 5 Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin?

Die Traditionelle Chinesische Medizin fußt auf den fünf Säulen Ernährung, Kräuterheilkunde, Akupunktur, Tuina-Massage und Koordinationsübungen wie Qigong und Tai-Chi. Die Verfahren streben alle eine Regulierung der Lebensenergie Qi an.

TCM: Qi, traditionelle chinesische Medizin, fünf Elemente lehre
Die 5 Elemente sind nicht nur in der traditionellen chinesischen Medizin, sondern auch im Shiatsu, Feng Shui, Taijiquan, Xingyiquan und Qigong von großer Bedeutung. © Adobe Stock – animaflora

Wie die einzelnen Instrumente in einem Orchester tragen die fünf Säulen zu einem harmonischen Ganzen bei und haben vor allem ein Ziel: Das nach chinesischen Vorstellungen alles antreibende Qi in seiner Wirkung zu unterstützen und seinen gleichmäßigen Fluss zu fördern.

Übrigens: Gerade gesunde Ernährung, Heilpflanzen und Akupunktur als Ansatzpunkte für die Gesundheitsförderung finden sich auch in der Schulmedizin. Es bestehen also durchaus Schnittpunkte zwischen alternativer und Schulmedizin.

Doch was genau fällt unter die einzelnen Säulen?

1. Ernährung

Die Ernährung sollte laut der Traditionellen Chinesischen Medizin ausgewogen sein. In der TCM lässt sich jedem der fünf Elemente eine Geschmacksrichtung zuordnen. Die grundlegende Idee ist es, dass Kost abhängig vom Geschmack sehr unterschiedlich Einfluss auf die Körperfunktionen nehmen kann.

Damit hierbei eine Harmonie zustande kommt, sollten sich die fünf Geschmäcker gleichgewichtet auf dem Speiseplan wiederfinden. Um ein Organsystem gezielt zu beeinflussen, stellen Nahrungsmittel des zugehörigen Geschmacks und Elements eine Stellschraube dar.

Wissenswert: In der TCM- Ernährungslehre finden sich auch Kriterien wie die Temperatur oder Art der Zubereitung verschiedener Lebensmittel wieder.

Die Ernährung ist nicht die einzige Möglichkeit der Gesunderhaltung. Auch die Säule der Kräuterheilkunde ist von Bedeutung.

2. Kräuterheilkunde

In der chinesischen Arzneimitteltherapie kommen viele Heilkräuter und pflanzliche Arzneien wie das Beifußkraut (Moxakraut) zum Einsatz. Bei einigen Pflanzen liegen auch tragfähige Wirksamkeitsbelege vor. Trotzdem mahnen Mediziner hierzulande zur Vorsicht.

Achtung: Vor allem Heilkräuter aus Asien sollten nur in spezialisierten deutschen Apotheken gekauft werden. So stellen Sie die Einhaltung gewisser Qualitätsstandards sicher.

Neben den inneren Organen bietet auch die Körperoberfläche eine Möglichkeit zur Steuerung der Lebensenergie, was durch die weiteren Säulen der TCM deutlich wird.

3. Akupunktur

Akupunktur ist ein Verfahren, bei dem mit einer Nadel (lat. acus) in bestimmte Punkte auf der Haut gestochen (lat. pungere) wird. Hierfür bieten sich bestimmte Akupunkturpunkte an. Dabei handelt es sich um genau definierte Stellen auf der Körperoberfläche. Durch das Behandeln mit einer Akupunkturnadel lässt sich dort besonders leicht Einfluss auf das Qi nehmen – so die Überzeugung der TCM-Therapeuten. Es existieren 360 klassische Punkte, die sich über das Abtasten der Haut identifizieren lassen. Sie liegen entlang zentraler Leitbahnen, der Meridiane.

Häufig ist nicht nur die Rede von Akupunktur, sondern auch von Moxibustion. Dabei handelt es sich um eine Sonderform der Akupunktur. Sie charakterisiert sich durch das Stimulieren der Akupunkturpunkte nicht nur über Stiche, sondern auch über Hitze. Die Hitze entsteht in der Regel durch das Abbrennen von getrocknetem Beifußkraut – auch Moxakraut genannt. So ergibt sich die Bezeichnung als Moxibustion. Das Kraut liegt meist in Form einer Zigarre vor, die der Therapeut mit dem brennenden Ende immer wieder nah an die Punkte führt. Durch die Moxibustion werden dem Körper laut TCM energetische Kräfte zugeführt. Besondere Heilanzeigen hierfür sind daher Schwäche und Erschöpfung durch den Energiefluss.

4. Tuina-Massage

Auch die Tuina-Massage ist eine Säule der Traditionellen Chinesischen Medizin, die auf der Körperoberfläche ansetzt. Dabei handelt es sich um eine chinesische Massageform. Sie soll – anders als herkömmliche Massagen – nicht nur Muskeln, sondern auch das energetische System stimulieren.

Blockaden entlang der Energiebahnen sollen identifiziert und der ungehinderte Fluss des Qi sichergestellt werden. So lässt sich gemäß traditioneller Überzeugungen das Immunsystem schützen. Auch in der Prävention und Behandlung bestimmter Beschwerden zählen TCM-Therapeuten auf die Tuina-Massage.

5. Koordinationsübungen wie Qigong & Tai-Chi

Die fünfte und letzte Säule der TCM stellen die Bewegungskünste Qigong und Tai-Chi dar. Während es sich bei Qigong um ein Gesundheitssystem handelt, welches anhand langsamer meditativer Bewegungen für einen ausgewogenen Qi-Fluss sorgt, ist Tai-Chi eine Kampfkunst. Auch wenn Tai-Chi heute vor allem zur Steigerung des Wohlbefindens eingesetzt wird, enthält es noch kämpferische Elemente.

In schnelleren, dynamischeren und komplexeren Bewegungen strebt aber auch Tai-Chi die Stimulierung der Lebensenergie an. Beides sind traditionelle Gymnastikformen aus China, die zunehmend auch hierzulande genutzt werden – mit der Idee, möglichst lange gesund zu leben. Insbesondere in Sachen Stress und Stressmanagement, erfreuen sich die Koordinationsübungen des Qigong und Tai-Chi an Beliebtheit.

Was hat es mit den 5 Elementen in der Traditionellen Chinesischen Medizin auf sich?

Im Mittelpunkt der Traditionellen Chinesischen Medizin stehen die fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Ihr Zusammenspiel stellt die Grundlage des Lebenskreislaufes dar und hat Implikationen für die Gesundheit des Menschen.

Vertreter der Traditionellen Chinesischen Medizin gehen davon aus, dass die fünf Elemente den Kreislauf des Lebens bilden. Denn Holz bildet die Basis für Feuer, aus Feuer wird Erde und diese wandelt sich der Überzeugung nach mit der Zeit in Metall um.

Metall wiederum soll Ursprung von Wasser sein, welches das Wachstum von Bäumen und damit das Element Holz sicherstellt. TCM-Therapeuten rufen nicht nur aus ideellen, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen dazu auf, die fünf Elemente und ihre Wirkung im Alltag besser wahrzunehmen.

  • Holz: Das Element Holz symbolisiert in der Traditionellen Chinesischen Medizin alles, was mit Wachstum, Vitalität, Expansion und Kreativität zu tun hat. Es steht ebenso für künstlerische und schöpferische Aktivität wie für alles, was wächst.
  • Feuer: Feuer hat als Element ebenfalls einige charakteristische Merkmale. Als typische Feuereigenschaften gelten Leidenschaft, Dynamik und Begeisterung.
  • Erde: Das Element Erde steht für Ausgewogenheit, Ruhe und Stabilität.
  • Metall: Metall symbolisiert eine Zeit der Reife, Ernte und der finanziellen Sicherheit. Metall steht des Weiteren für finanziellen Erfolg und Geld.
  • Wasser: Wasser steht für Winter und das Altern, für eine Zeit der Einkehr und des Rückzugs.

Von Bedeutung für körperliches und seelisches Wohlergehen sind die Elemente erst in der Verbindung mit den fünf Wandlungsphasen der TCM.

Was versteht die Traditionelle Chinesische Medizin unter den 5 Wandlungsphasen?

Bei den fünf Wandlungsphasen der Traditionellen Chinesischen Medizin handelt es sich um ein Ordnungssystem. Als Modell dienen die Phasen einem besseren Weltverständnis. Grundlage bilden die fünf Elemente.

Wütender Mann schreit
Wut ist nach der chinesischen Medizin eng mit der Leber und Galle verbunden. Mit der Zeit kann sie aber auch das Herz schaden. © dundanim - Fotolia

Es wird nicht nur ein Kreislauf der fünf Elemente angenommen, sondern ein Kreislauf von allen Phänomenen im Leben eines Menschen. Auch die menschlichen Organe lassen sich in dieses modellhafte System einordnen. Die Vorstellung einer Wechselbeziehung zwischen einzelnen Organsystemen – genau wie sie zwischen den einzelnen Elementen vorliegt – hat gemäß der TCM Implikationen für die Therapie und Prävention von Erkrankungen: Die Leber (Wandlungsphase Holz) nährt beispielsweise das Herz (Wandlungsphase Feuer). Daher kann durch lang aufgestaute Wut nach chinesischer Vorstellung ein Herzleiden entstehen.

Aufbauend auf diesem Zusammenhang behandeln Therapeuten mit der Traditionellen Chinesischen Medizin nicht das Herz, sondern auch die Leber. Sie widmen sich der vermeintlichen Ursache, anstatt Symptome zu behandeln. Dazu bedient sich der TCM-Arzt zum Beispiel der Akupunktur am Leber-Meridian oder verschreibt individuelle Kräuterzubereitungen

Auch die Einordnung unterschiedlicher Emotionen in eine der Wandlungsphasen (Kategorien) stellt für viele TCM-Ärzte ein wichtiges Hilfsmittel dar: Die Emotion Wut oder der Geschmack sauer gehören zum Beispiel wie die Leber und Galle zur gleichen Kategorie (Holz). Dieser Zusammenhang zeigt sich darüber hinaus in bei uns üblichen Redewendungen wie: „Mir läuft vor Wut die Galle über“ oder „auf etwas sauer sein“. Wut kann die Aktivität der Leber übermäßig steigern.

Von Bedeutung sind die Wandlungsphasen des Weiteren für die Nahrungsmittelauswahl. Jede der fünf Geschmacksrichtungen ist einer der fünf Wandlungsphasen zugeordnet.

Bei welchen Beschwerden kommt die Traditionelle Chinesische Medizin zum Einsatz?

Klassischerweise kommt TCM begleitend zur Schulmedizin zum Einsatz. Oft gilt der Einbezug von TCM-Verfahren bei chronischen Erkrankungen und Schmerzen als geeignet. Doch auch in der Vorbeugung von Krankheiten können sie punkten.

Allgemeine Wirkmechanismen und deren Anwendungsgebiet

Es ist bekannt, dass zahlreiche Erkrankungen – insbesondere die sogenannten Zivilisationskrankheiten – mit ausreichend Bewegung, ausgewogener Ernährung und einer positiven Einstellung gegenüber dem eigenen Körper verlangsamt werden können. Angesprochen wird durch die verschiedenen Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin also ein umfassender Lebensstilwandel. Davon profitieren unter anderem Menschen, die von diesen Beschwerden betroffen sind:

  • Übergewicht und Diabetes
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Haltungsschäden und andere Folgen von körperlicher Inaktivität
  • Stress und Folgeerkrankungen (beispielsweise des Immunsystems oder des Verdauungstrakts)

Ebenfalls einleuchtend ist die positive Wirkung einer intensiven und individuellen Betreuung, die die Traditionelle Chinesische Medizin für ihre Patienten bereithält. Gerade bei chronischen sowie schmerzhaften Erkrankungen und Therapien (z.B. Chemotherapie) lässt sich ein Stück Lebensqualität durch die 1:1 Betreuung aufrechterhalten.

Einsatzgebiete einzelner Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin

Es liegen auch Belege für die gesonderte Wirksamkeit einzelner Komponenten der Traditionellen Chinesischen Medizin vor. So soll Akupunktur als begleitende Methode in der Arzneitherapie von Parkinson-Patienten Erfolge erzielen. Es zeigte sich eine signifikante Verbesserung der Beschwerden – allerdings nur in Kombination mit klassischen Therapieformen. Akupunktur als alleinige Behandlungsmethode war hingegen nicht wirksam.

Zudem zeigen die verschiedenen Gymnastikarten Effekte. Bei Typ 2 Diabetes (Zuckerkrankheit) sollen Tai-Chi und Qigong beispielsweise sowohl körperliche Verbesserungen erzielen, als auch das umfassende Wohlergehen steigern.

Kräuterheilkunde hingegen verschafft einzelnen Untersuchungen zufolge Abhilfe bei Störungen des Nervensystems wie:

  • Demenzerkrankungen (z. B. Alzheimer)
  • depressive Verstimmungen
  • postmenstruelles Syndrom
  • Schlafstörungen

Nicht alle – aber einzelne – Kräuter der Traditionellen Chinesischen Medizin können das Auftreten und Voranschreiten dieser Beschwerden verhindern. Der Ansatzpunkt ist vermutlich das Nervensystem. Die Qualität, Dosierung, mögliche Gegenanzeigen und Nebenwirkungen sollten aber in jedem Fall Berücksichtigung finden.

Sicherheitshinweise für TCM-Interessierte

Allgemein gilt folgender Warnhinweis: Traditionelle Chinesische Medizin ist als Ergänzung – nicht als Ersatz – der medizinischen Standardversorgung zu sehen. Nehmen Sie vereinbarte Arzttermine in jedem Fall wahr, setzen Sie Medikamente nicht eigenständig ab und sprechen Sie den begleitenden Einsatz traditioneller Heilverfahren bei Interesse immer vorerst mit dem behandelnden Mediziner ab. Wenn Sie sich eine ergänzende Behandlung durch einen TCM-Arzt wünschen, stellen Sie unbedingt dessen Authentizität und Qualifikation sicher. Auch die Heilkräuter sollten bestimmten Standards entsprechen.

Welche Verfahren der Traditionelle Chinesische Medizin haben sich etabliert?

Akupunktur, Koordinationsübungen und Kräuterheilkunde sind heute weltweit etabliert. Sie kommen vor allem im Sinne der Krankheitsverhütung zum Einsatz. Teilweise finden sie sich aber auch in der Therapie bestehender Beschwerden wieder.

Bewegungskünste wie Tai-Chi und Qigong werden vorangig zur Gesunderhaltung eingesetzt. Kräutertherapie und Akupunktur haben auch in der Therapie einen festen Stand. In den meisten Fällen sind die Kosten der Behandlung selbst zu tragen. Sie bewegen sich im Bereich von 50 bis mehreren 100 Euro.

Bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und Arthroseschmerzen im Kniegelenk, die seit mindestens 6 Monaten bestehen, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. Dies ist auch bei weiteren Beschwerden der Fall. Es ergibt also durchaus Sinn, sich einmal bei der eigenen Krankenkasse nach einer Kostenübernahme zu erkundigen.

Wie sieht die TCM-Behandlung in Deutschland aus?

TCM kommt in Deutschland sowohl kurativ (zur Behandlung) als auch präventiv (zur Vorsorge) zum Einsatz. Ausgebildete TCM-Behandler beraten Sie ausgehend von einem umfassenden Erstgespräch zu möglichen Kräutertherapien, Bewegungs- und Ernährungsplänen.

Traditionelle Chinesische Medizin wird zunehmend als Ergänzung in Haus- und Facharztpraxen angeboten. Fragen Sie bei Interesse nach und lassen Sie sich unverbindlich informieren.

Damit der TCM-Arzt Sie individuell behandeln kann, ist zuallererst eine umfangreiche Diagnostik nötig. Dafür stellt der Behandler einige Fragen. Er ertastet und begutachtet aber auch verschiedene – durch die Kleidung zugängliche – Körperregionen und Parameter:

Für die jeweils diagnostizierten Beschwerden erhalten Sie eine angepasste Kräutermischung. Häufig werden auch Akupunktur, Moxibustion, Tuina-Massage, Qigong oder Tai-Chi verschrieben.

Achtung: Stellen Sie in jedem Fall sicher, dass der gewählte Behandler ausreichend qualifiziert ist. Die Ausbildung ist zwar nicht normiert, aber folgt meistens den Vorgaben von TCM-Dachverbänden. Dafür sollte die Ausbildung mindestens drei Jahre dauern und eine praktische Zeit in chinesischen TCM-Kliniken beinhalten. Machen Sie sich auch im persönlichen Gespräch ein Bild davon, ob Ihnen die Beratung und die vorgeschlagenen Behandlungsmethoden zusagen.

Was ist der Unterschied von Traditioneller Chinesischer Medizin und Feng-Shui?

Feng-Shui und Traditionelle Chinesische Medizin zählen zu den Heilkünsten. Sie berufen sich beide auf die Lebensenergie Qi und die Lehre von Yin und Yang. Feng-Shui bezieht sich allerdings auf die Umwelt und TCM auf den Menschen.

Sie haben bestimmt schon einmal davon gehört, einen Traumfänger nach Feng-Shui aufzuhängen. Das soll nicht nur Albträume fernhalten, sondern auch die Lebensenergie Qi in den eigenen vier Wänden im Gleichgewicht halten. Hier wird der zentrale Unterschied zu TCM klar: Traditionelle Chinesische Medizin ist eine Heilkunst für den Menschen, Feng-Shui eine Lehre für den Raum.

Harmonie finden – mit Bewegung, Ernährung, Kräutern, Akupunktur und Massage

Die Traditionelle Chinesische Medizin stellt das Gleichgewicht der Lebensenergie Qi in Sachen Gesundheit und Krankheit an oberste Stelle. Um ein harmonisches Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele zu gewährleisten, sollten fünf Ansatzpunkte adressiert werden.

Mit Koordinationsübungen des chinesischen Qigong tragen Sie ebenso zu einem gesunden Leben bei, wie mit einer ausgewogenen Ernährung. Die TCM sieht daneben auch noch Kräuterheilkunde, Akupunktur und Tuina-Massage als relevante Bausteine eines umfassenden Wohlbefindens. Bei Einhaltung bestimmter Sicherheitshinweise können diese alternativen Verfahren Ihrer Gesundheit definitiv zugutekommen.

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