Früherkennung von Hautkrebs: Welche Untersuchungen sind sinnvoll?

Frau im weißen Tanktop
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Inhaltsverzeichnis

Warum ist die Früherkennung von Hautkrebs so wirksam?

Anders als viele innere Tumoren zeigt sich Hautkrebs früh an der Oberfläche. Genau das macht die Früherkennung so wertvoll. Ein Melanom, das erst wenige Zehntelmillimeter in die Haut eingedrungen ist, lässt sich in aller Regel durch einen kleinen Eingriff vollständig entfernen. Wächst der Tumor dagegen in die Tiefe, steigt das Risiko für Absiedelungen deutlich an. Die Neuerkrankungen am malignen Melanom steigen in Deutschland seit Jahrzehnten an, was vor allem auf die hohe UV-Belastung früherer Generationen zurückgeht.

Wichtig ist dabei eine sprachliche Feinheit. Ein Screening verhindert keinen Hautkrebs, es findet ihn nur früher. Vor der Entstehung schützt ausschließlich konsequenter UV-Schutz. Fachlich korrekt heißt das Angebot deshalb Hautkrebs-Früherkennung und eben nicht Vorsorge, auch wenn sich der zweite Begriff im Alltag längst durchgesetzt hat.

Gut zu wissen

Weißer Hautkrebs tritt deutlich häufiger auf als das Melanom, wächst aber meist langsam und streut selten. Trotzdem gehören raue, schuppende oder nicht heilende Stellen ärztlich abgeklärt, denn von harmlosen Hautkrankheiten lassen sie sich mit bloßem Auge kaum unterscheiden.

Was passiert beim gesetzlichen Hautkrebs-Screening?

Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening. Durchführen darf es eine dermatologische Praxis oder eine entsprechend geschulte Hausarztpraxis. Die Untersuchung ist schmerzfrei, dauert meist zehn bis zwanzig Minuten und läuft in drei klaren Schritten ab.

  • Anamnese: Im Gespräch geht es um Vorerkrankungen, Sonnenbrände in der Vergangenheit, Hautkrebsfälle in der Familie und um Stellen, die selbst aufgefallen sind.
  • Ganzkörperinspektion: Die gesamte Haut wird systematisch mit Lupe oder Dermatoskop betrachtet, einschließlich Kopfhaut, Ohren, Fußsohlen und Zehenzwischenräumen.
  • Befundbesprechung: Direkt im Anschluss folgt die Einordnung, ob etwas auffällig ist und ob eine Kontrolle oder eine Gewebeprobe sinnvoll erscheint.

Ein bekannter Kritikpunkt ist die Überdiagnose, denn hin und wieder werden Male entfernt, die nie Beschwerden verursacht hätten. Die Deutsche Krebshilfe stuft diese Belastung gegenüber dem Nutzen der frühen Entdeckung allerdings als gering ein. Übrigens bezuschussen viele Kassen den Haut-Check freiwillig schon deutlich vor dem 35. Geburtstag.

Tipp

Am Untersuchungstag besser auf Nagellack, Make-up und Selbstbräuner verzichten. Auch unter den Nägeln und im Gesicht können sich Veränderungen verbergen, die sonst schlicht überdeckt werden.

Welche zusätzlichen Untersuchungen sind sinnvoll?

Über die reine Betrachtung hinaus arbeiten viele Praxen mit Technik, die die Beurteilung präziser macht. Ein Teil davon zählt inzwischen zur Kassenleistung, anderes wird privat abgerechnet.

  • Dermatoskopie: Eine beleuchtete Speziallupe macht Strukturen unter der Hornschicht sichtbar. Seit April 2020 gehört sie laut IGeL-Monitor zur regulären Früherkennung ab 35 und wird nur noch dann privat abgerechnet, wenn sie früher oder häufiger erfolgt.
  • Videodermatoskopie: Auffällige Male werden stark vergrößert fotografiert und gespeichert. Beim nächsten Termin lässt sich exakt vergleichen, ob sich etwas verändert hat.
  • Total Body Mapping: Ein Ganzkörperscanner dokumentiert die komplette Hautoberfläche. Neue Aufnahmen werden mit älteren abgeglichen und Abweichungen markiert.
  • Biopsie: Bleibt ein Verdacht bestehen, wird die Stelle unter örtlicher Betäubung entfernt und im Labor untersucht.

Zunehmend unterstützt Künstliche Intelligenz die ärztliche Beurteilung, indem sie Muster in den Aufnahmen erkennt und auffällige Areale markiert. Angeboten wird das etwa bei der Hautkrebsvorsorge mit KI Analyse in Hamburg, wo ein Ganzkörperscanner die Bilder erstellt und die Software sie mit älteren Aufnahmen abgleicht. Die Entscheidung trifft am Ende trotzdem immer der Mensch, die Auswertung liefert lediglich einen zusätzlichen Hinweis.

eine Nahaufnahme des Rückens einer Person mit braunen Flecken
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Früherkennung von Hautkrebs

Wie funktioniert die Selbstuntersuchung der Haut?

Zwischen zwei Terminen ist die eigene Aufmerksamkeit die wichtigste Kontrollinstanz. Einmal im Monat genügt dafür völlig. Gutes Licht, ein Handspiegel für den Rücken und eine zweite Person für Kopfhaut und Nacken erleichtern die Sache erheblich. Bei der Beurteilung von Pigmentmalen hilft die ABCDE-Regel.

  • A wie Asymmetrie: Der Fleck ist nicht rund oder oval, sondern unregelmäßig geformt.
  • B wie Begrenzung: Die Ränder verlaufen unscharf, gezackt oder fransig.
  • C wie Colour: Innerhalb eines Mals mischen sich mehrere Farbtöne.
  • D wie Durchmesser: Der Fleck misst mehr als fünf Millimeter oder wächst sichtbar.
  • E wie Erhabenheit: Das Mal wölbt sich neu vor, nässt, juckt oder blutet.

Ein zweiter Anhaltspunkt ist das sogenannte hässliche Entlein. Fällt ein Fleck aus der Reihe, weil er anders aussieht als alle übrigen, verdient er besondere Aufmerksamkeit. Umgekehrt bleiben die allermeisten Leberflecken harmlos, weshalb ein einzelnes erfülltes Kriterium noch keinen Verdacht begründet.

Wer sollte häufiger zur Kontrolle gehen?

Nicht für jeden Menschen reicht der Zwei-Jahres-Rhythmus aus. Ein erhöhtes Risiko besteht unter anderem bei diesen Punkten.

  • heller Hauttyp, der schnell mit Sonnenbrand reagiert
  • viele oder auffällig geformte Muttermale
  • häufige Sonnenbrände, besonders in Kindheit und Jugend
  • regelmäßige Arbeit oder sportliche Aktivität im Freien
  • frühere Solariumnutzung
  • geschwächtes Immunsystem, etwa nach einer Organtransplantation

Auch die Verwandtschaft spielt eine Rolle. Bei einem Teil der Melanome zeigt sich eine familiäre Häufung von Krebserkrankungen, weshalb Fälle bei Eltern oder Geschwistern ausdrücklich ins Anamnesegespräch gehören. Trifft einer der Punkte zu, ist ein jährlicher Termin sinnvoll. Der passende Abstand lässt sich am besten direkt in der Praxis besprechen.

Wie wird die Hautkontrolle zur festen Gewohnheit?

Am besten wirkt die Früherkennung, wenn drei Bausteine zusammenkommen. Konsequenter UV-Schutz, ein monatlicher prüfender Blick auf die eigene Haut und ein zuverlässig wahrgenommener ärztlicher Termin ergänzen sich gegenseitig. Hilfreich ist es, das Screening gleich für die kommenden Jahre in den Kalender einzutragen und die Selbstkontrolle an einen festen Anlass wie den Monatsersten zu koppeln. Zeitsparend ist es zudem, den Hauttermin mit den übrigen Krebsvorsorgeuntersuchungen zu bündeln, die ab 35 ohnehin anstehen. Fällt zwischendurch etwas auf, sollte die Stelle zeitnah angeschaut werden statt auf den nächsten Turnus zu warten.