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Prostata – Erkrankungen, Untersuchung & Vorbeugung

(Foto: Adobe Stock – vchalup)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Informationen zur Prostata

Definition: Drüsenorgan bei Männern zwischen Blase und Penis-Schwellkörper

Problematik: Mit dem Alter entwickelt nahezu jeder Mann über 70 Jahren Probleme mit der Prostata

Gefahren: Wucherungen (gutartige und bösartige Tumore), Probleme beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr

Behandlung: Vorsorgeuntersuchung wird ab 45. Lebensjahr von den Krankenkassen bezahlt, PSA-Test muss mit Vorsicht interpretiert werden

Viele ältere Männer werden von einer „Sextanerblase” heimgesucht. Ein Sextaner ist ein Schüler, der gerade aufs Gymnasium gekommen ist. Entsprechend deutet die Bezeichnung darauf hin, dass jemand mit einer Sextanerblase seine Blase nicht immer im Griff hat, wie er es gerne hätte.

Generell weist ein häufiger Harndrang auf Probleme mit der Prostata hin. Wenn Sie nicht rechtzeitig gegensteuern, kann das in einer chronischen Entzündung der Drüse münden.

Definition: Was ist die Prostata?

Bei der Prostata handelt es sich um eine Drüse, die es nur bei männlichen Säugetieren gibt. Sie liegt direkt zwischen dem Ausgang der Blase und dem Eingang in den Schwellkörper des Penis. In der Prostata mündet der Samenleiter in die Harnröhre.

Lage Prostata

Anatomie der Prostata

Anatomisch gesehen lässt sich die Prostata am besten mit einer Kastanie vergleichen. Sie hat nicht nur dieselbe Größe, sondern auch eine ähnliche Form. Sie liegt direkt unter der Harnblase. Unten wird sie von der Beckenboden-Muskulatur gehalten. Hinten grenzt sie an den Mastdarm.

Der Begriff „Vorsteherdrüse”, der gleichbedeutend mit Prostata verwendet wird, ist eigentlich falsch gewählt. Es handelt sich nicht um eine einzige Drüse. Vielmehr besteht die Prostata aus rund 40 Einzeldrüsen, die ein Sekret abgeben. Diese werden aus Stützzellen des Bindegewebes gebildet, den sogenannten Stromazellen. Zwischen ihnen liegen die Drüsenzellen. Jede einzelne Drüse ist umgeben von einer Kapsel aus Bindegewebe und liegt in einem Muskelkörper.

Was ist die Funktion der Prostata?

Sekretbildung

Als ein Geschlechtsmerkmal und -organ des Mannes liegt die primäre Funktion der Prostata in der Produktion eines speziellen Sekrets. Dieses bildet zusammen mit den Spermien aus den Hoden das männliche Sperma. Dabei macht dieses Sekret ca. 30 % des Ejakulats aus, welches beim Samenerguss den Penis verlässt.

Es ist aber nicht einfach nur eine Flüssigkeit, die von der Prostata abgesondert wird. Vielmehr ist es eine Nährlösung. Alles, was die Samenzellen brauchen, um sich zu versorgen, ist enthalten:

  • Fruchtzucker als Nahrung
  • Wasser für die Fortbewegung
  • Säure – mit dieser werden die Spermien aus der so genannten Hodenstarre erweckt

Darüber hinaus finden sich in der Flüssigkeit auch Mineralstoffe wie Natrium, Kalium und Magnesium. Nur wenn all diese Stoffe von der Prostata in ausreichendem Verhältnis zusammengestellt worden sind, ist auch die Fruchtbarkeit des Mannes gegeben.

Verschluss der Harnröhre

Die Samenleiter und die Harnröhre laufen im Bereich der Prostata zusammen. Sie sorgt dafür, dass neu gebildetes Sperma beim Samenerguss nicht in die Harnblase gelangt. Wird die Ejakulation ausgeöst, ziehen sich Beckenbodenmuskulatur und Schwellkörper zusammen, sodass das Sperma durch die Harnröhre nach außen gelangen kann.

Verschluss der Samenwege

Die Prostata ist ebenso dafür verantwortlich, damit kein Urin in die sensiblen Samenwege gelangt.

Hormonstoffwechsel

In der Prostata wird das männliche Geschlechtshormon Testosteron in Di-Hydro-Testosteron umgewandelt. Dabei handelt es sich um die biologisch wirksamste Form des Testosterons.

Aufgaben Prostata

Was ist der PSA-Wert und wie hoch ist der normale PSA-Wert?

Eine weitere Funktion der Prostata liegt in der Verdünnung des Spermas durch ein spezifisches Antigen namens PSA (Prostata-spezifisches Antigen). Dieses Antigen macht das Sperma flüssiger. Entsprechend weist der Mann immer einen erhöhten PSA-Wert auf, nachdem ein Samenerguss stattgefunden hat. Der PSA-Wert wird bei einer Blutuntersuchung gemessen.

Der Normbereich des PSA Wertes variiert mit dem Alter:

AlterPSA-Normwert
unter 40 Jahrenunter 1,4 µg/ml
40 – 50 Jahreunter 2,0 µg/ml
50 – 60 Jahreunter 3,1 µg/ml
60 – 70 Jahreunter 4,1 µg/ml
über 70 Jahreunter 4,4 µg/ml

Auch andere Faktoren beeinflussen den PSA-Spiegel. Sportliche Betätigung oder Entzündungen, Fieber und Verstopfung führen zu erhöhten Werten.

PSA und Prostatakrebs – Zusammenhang

Als ein nicht umstrittenes Anzeichen für Prostatakrebs wird der PSA-Wert von vielen Experten als ein Indikator gesehen, um zu entscheiden, ob eine Prostata-Krebs-Operation durchgeführt werden muss oder nicht. Aufgrund der oben erwähnten unterschiedlichen Gründe höherer PSA-Werte, aber auch, weil die gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie (BHP)) die Werte nach oben treiben kann, ist das Antigen kein wirklicher Indikator für gefährlichen Prostatakrebs. Häufig lassen sich Männer daher aufgrund von erhöhten PSA-Werten operieren und riskieren damit operationsbedingte Nebenwirkungen, darunter Potenzstörungen (85 %), aber auch Inkontinenz (10 %).

Prostata-Probleme: Was sind Symptome einer kranken Prostata?

Die Prostata gilt als besonders empfindlich. Mit dem Alter wird sie bei vielen Männern zu einem Problem. Es kommt zum Beispiel zu einer gutartigen Prostatavergrößerung, die zu einer Entzündung der Drüse oder zu aufsteigenden Infektionen führen kann.

Gutartige Prostatavergrößerung – das benignen Prostatasyndrom

Die gutartige Veränderung der Prostata bezeichnen die Ärzte als benigne Prostatahyperplasie, kurz BPH. Durch die Prostatavergrößerung leiden die Patienten unter Problemen beim Urinieren, Miktion genannt. Die Ausprägung des Symptoms sowie die eigentliche Ausdehnung der Vorsteherdrüse unterliegen bei den Patienten individuellen Unterschieden. Daher verwenden die Mediziner die Bezeichnung benignes Prostatasyndrom oder BPS. Die gesundheitliche Komplikation betrifft vorwiegend ältere Männer. Die Hälfte der 60-Jährigen sowie 90 Prozent der Über-80-Jährigen leiden unter dem Syndrom.

Es erweist sich als häufigster gutartiger Tumor beim Mann. Aufgrund der häufig auftretenden Krankheitsfälle gehört die benigne Prostatahyperplasie zu den Volkskrankheiten. Um sie zu behandeln, kommen abhängig von der Ausprägung der Komplikation Medikamente oder eine Operation infrage.

Wie und warum entsteht das benigne Prostatasyndrom?

Die Harnröhre des Mannes läuft unter der Blase entlang und teilweise durch die Vorsteherdrüse. Diese beinhaltet einen linken und einen rechten Lappen. Hinter der Harnröhre existiert der Mittellappen, medizinisch als Isthmus prostatae bezeichnet. Vermehren sich im Alter die Zellen in der Übergangszone und an den periurethralen Drüsen, die um die Harnröhre herumführen, entsteht die benigne Prostatahyperplasie. Hierbei kommt es zu einem Anstieg der Drüsenzellen, Muskelzellen und des Bindegewebes.

Das Phänomen verursacht eine Verschiebung der “peripheren Zone” der Prostata. Im Normalfall bildet diese drei Viertel der Organmasse. Aufgrund der Dehnung umgibt sie das Organ jedoch nur als dünne Schicht, die chirurgische Kapsel. Zusätzlich wölbt sich der Mittellappen in das Blaseninnere vor. Beide Prozesse gehen mit einer Gewichtzunahme der Vorsteherdrüse einher. Wiegt sie im Normalzustand 20 bis 25 Gramm, steigt die Masse beim BPS auf 30 bis zu 150 Gramm an. Durch die Prostatavergrößerung behindert diese den Harnabfluss der Blase. Die Ärzte sprechen von einer subvesikalen Obstruktion, da die Verengung unterhalb der Harnblase stattfindet.

Obgleich die Blasenwand, um den Harn auszutreiben, normalen Druck aufbaut (Miktionsdruck) verringert sich die Harnflussrate. Durch einen verstärkten Harndrang entsteht eine Balkenblase. Zudem verlegt der in die Harnblase vorgewölbte, also intravesikale, Mittellappen den Blasenausgang. Unter Umständen manifestiert sich diese Problematik unabhängig von der eingeengten Unterseite der Blase. Als Ursache für die gesundheitliche Komplikation kommen veränderte Testosteron- und Dihydrotestosteron-Werte infrage. Mit den genauen Gründen beschäftigt sich die medizinische Forschung noch.

Welche Symptome treten beim BPS auf?

Beim benignen Prostatasyndrom unterteilen sich die Symptome in obstruktive und irritative Anzeichen. Dabei verursacht die Obstruktion einen schwachen Harnstrahl und eine verlängerte Miktionszeit. Weitere Merkmale bestehen in einem verzögerten Miktionsbeginn, Harnstottern, Restharn und dem Nachträufeln. Die irritativen Symptome existieren als Nykturie, erhöhte Miktionsfrequenz, imperativer Harndrang und Dranginkontinenz. Zudem leiden die Betroffenen unter dem Restharngefühl.

Um die Schwere der Anzeichen zu erfassen, gliedert sich die gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse in drei Stadien:

–  Reizstadium,

–  Restharnstadium

– und Rückstauungsstadium.

In der ersten Phase dominieren die irritativen Merkmale, danach dekompensiert der Entleerungsmechanismus. Im zweiten und dritten Stadium intensiviert sich der Restharn, wobei zuletzt die Austreibungskraft der Blase versagt. Die Patienten leiden in dem Fall an der Überlaufblase.

Cialis® zur Behandlung des BPS

Um das benigne Prostatasyndrom zu behandeln eignen sich die verschreibungspflichtigen Filmtabletten Cialis®. Seit dem Jahr 2012 ist deren Wirkstoff Tadalafil für die Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung zugelassen. Dabei führen die Patienten eine niedrigdosierte Dauertherapie durch, bei der sie die Präparate mit einer Dosis von fünf Milligramm täglich einnehmen. Das geschieht möglichst zu einer festgelegten Tageszeit. Im Normalfall eignet sich der PDE-5-Hemmer als Behandlungsmaßnahme gegen die erektile Dysfunktion. Diese geht oftmals mit dem BPS einher, sodass die Patienten von einem doppelt positiven Effekt profitieren.

Jedoch erweist sich die Dauertherapie mit Tadalafil kostenintensiver als die reguläre Behandlung mit Generika der alpha-Adrenorezeptor-Antagonisten. Daher begründet der Hausarzt, warum er Cialis® statt der preisgünstigen Alternative einsetzt. Beispielsweise geschieht dies, wenn die Patienten Medikamente wie Tamsulosin oder Alfuzosin nicht vertragen. Zu den Nebenwirkungen der alpha-Blocker zählen beispielsweise:

– Magen-Darm-Beschwerden,

Sehstörungen sowie

– eine retrograde Ejakulation, bei der der Samenerguss in den erweiterten Blasenhals zurückfließt.

Als Phosphodiesterase-5-Hemmer blockiert Tadalafil das Enzym, das vorrangig im menschlichen Hoden vorkommt. Dieses wandelt cGMP – zyklisches Guanosinmonophosphat – in Guanosinmonophosphat. Folglich endet dessen gefäßerweiternde Wirkung. Bleibt das cGMP längere Zeit im Organismus erhalten, erweitern sich die Gefäße der Blase. Des Weiteren entspannt sich die Prostatamuskulatur. Der Prozess führt zu einem geringeren Druck auf die Harnröhre, sodass Urin leichter abfließt.

Zudem vermuten die Wissenschaftler, dass Tadalafil Einfluss auf den anderen Signalweg, Rho-A-Rho-Kinase (ROCK), nimmt und sich dadurch die Beschwerden bei der benignen Prostata-Vergrößerung abschwächen. Die positiven Effekte bestehen ausschließlich nach dem Konsum von Cialis® mit einer Dosierung von fünf Milligramm.

Übernimmt die Krankenversicherung die Kosten für Cialis® bei BPS?

Seit dem Jahr 2014 zählt Tadalafil zur Therapie des benignen Prostatasyndroms als erstattungsfähiger Wirkstoff. Demnach übernehmen die Krankenkassen die Kosten für Cialis® fünf Milligramm, sofern der behandelnde Arzt Gründe für die Nichtverwendung der alpha-Blocker hervorbringt. Benötigen die Patienten das Präparat ausschließlich zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion, gilt es als “Lifestyle-Arzneimittel”. In dem Fall tragen sie die Kosten eigenständig.

Nichtinfektiöse Entzündungen der Vorsteherdrüse

Eine nichtinfektiöse Entzündung des Organs ist meist auf zu langes und falsches Sitzen, zu langes Fahrradfahren auf falschem Sattel, oder eine Unterkühlung zurückzuführen. Hier helfen vor allem Verhaltensänderungen:

  • verstärktes Trinken, aber keine kalten Getränke
  • kein Bier, da Hopfen die Beschwerden verstärken kann
  • breiterer Fahrradsattel mit stärkerer Polsterung
  • Sitzen auf weicherem Sitzkissen
  • Füße warmhalten
  • Immunsystem stärken
Hinweis:

Alle Prostatabeschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden. Eine akute bakterielle Prostata-Entzündung kann vom Arzt mit Antibiotika behandelt werden.

Prostatakrebs – die bösartige Veränderung der Vorsteherdrüse

Kommt es zu einer unkontrollierten Neubildung des Prostatagewebes, so spricht man von einem Tumor in der Prostata oder einem Prostatakarzinom. Dieser geht in der Regel vom Drüsengewebe des Organs aus. Durch Erbgutveränderungen kommt es zum unkontrollierten Teilen von Zellen.

Wie bei anderen Krebsarten auch wird die Bösartigkeit des Tumors dadurch bestimmt, ob sich Teile des Geschwürs ablösen und durch den Körper transportiert werden, um sich als Metastasen an anderen Stellen anzusiedeln.

Ist ein Prostatakarzinom gefährlich?

Die Gefahr, die von einem Prostatakrebs ausgeht, liegt hauptsächlich in den Metastasen. Das Prostatakarzinom selbst bereitet den meisten Männern weder Probleme noch Schmerzen. In Deutschland sterben nur etwa 7 % der Prostatakrebs-Patienten tatsächlich an ihrem Krebs.

Prostata-Problemen vorbeugen 

Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten, Ihrer Prostata einen Gefallen zu tun. Haben Sie erst einmal verstanden, wie das Organ genau funktioniert und welche bedeutenden Aufgaben es erfüllt, so verstehen Sie auch, wie wichtig es ist, diese Aktivität durch bewusste Verhaltensweisen zu unterstützen. Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Beispiele vorstellen, wie Sie dies mit teilweise sehr einfachen Mitteln erreichen.

Eine allgemein gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung sind die beste Vorsorge für Prostata-Probleme. Der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten sowie die Kontrolle des eigenen Körpergewichts spielen eine große Rolle.

Prostata

Mit pflanzlichen Mitteln können Sie viel erreichen

Die gutartige Wucherung der Prostata gilt als Altersleiden. Mit dem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit für krankhafte Gewebeveränderungen in der Prostata stetig zu, sodass die Quote der erkrankten über-80-Jährigen bei 50 % liegt. Bei den Männern über 90 Jahren ist nahezu jeder von Gewebeveränderungen betroffen. Das heißt aber nicht, dass es sich jeweils um bösartigen Krebs handeln muss. Es ist schlicht wichtig, zu untersuchen und abzuwägen, wie es um die Anatomie der Prostata bestellt ist.

Warum die Zellen des Organs zu wuchern beginnen, ist bislang noch nicht bekannt. Man nimmt an, dass es sich um eine altersbedingte Verschiebung der Hormonausschüttung handelt. Die Hälfte aller Betroffenen verspürt Beschwerden wie Harndrang, Harnstottern, schwachen Harnstrahl und verstärktes nächtliches Wasserlassen. Oft kann schon ein mildes pflanzliches Mittel helfen. Hierzu zählen:

  • Kürbiskerne
  • Brennnessel-Wurzeln
  • Sägepalme
  • Roggenpollen
  • afrikanische Lilie
  • Goldrute
  • Bärentraubenblätter
  • Weideröschen

Wie wirkt Sägepalme gegen Prostata-Probleme?

Die Inhaltstoffe der Sägepalme greifen in den Testosteron-Stoffwechsel ein und verhindern die Umwandlung in das wachstumsfördernde Dihydrotestosteron (DHT). Damit hat diese Heilpflanze denselben Wirkungsmechanismus wie die chemischen 5-alpha-Reduktase-Hemmer. Sägepalmenextrakte können jedoch zusätzlich auch die Bindung von DHT an die Hormonrezeptoren blockieren, wodurch die Hormonwirkung gehemmt wird. Ein weiteres Wachstum des Drüsengewebes kann auf diese Weise gebremst werden. Durch die Abnahme der Blutfülle kann es sogar zu einer leichten Verkleinerung der Prostata der Patienten kommen.

Alle anderen oben genannten Heilpflanzen wirken abschwellend auf das Drüsengewebe, beugen Entzündungen vor und haben einen krampflösenden Effekt auf die Muskulatur der Harnröhre. Entsprechende Fertigpräparate mit Extrakten der Heilpflanzen erhalten Sie in jeder Apotheke und in Drogeriemärkten. In der Apotheke sind zudem etliche weitere Fertigprodukte oder Tees zur Behandlung der BPH erhältlich, etwa Granufink, Prostagutt forte, Bazoton, Cernilton, Harzol oder Azuprostat. Reizzustände der Blase mit vermehrtem Harndrang und quälendem Brennen reagieren positiv auf Blasentees und Fertigpräparate, in denen die oben genannten Kräuter stecken.

Welche Ernährung ist gut für die Prostata?

Ernährungsforscher haben entdeckt, dass in Asien und Südeuropa kaum Prostata-Erkrankungen existieren. Daraufhin nahmen die Wissenschaftler die Ernährung in dieser Region genauer unter die Lupe. Sie stellten fest, dass die Ernährung in diesen Teilen der Welt überwiegend ballaststoffreich aufgebaut ist:

Wenig tierisches Fett und dafür viel Obst und Gemüse, im asiatischen Raum zudem viel Soja und Sojaöl, gehören zur Grundlage einer entsprechenden Diät.

Viel Fleisch und Fett, wie es in der Ernährung westlicher und mitteleuropäischer Länder zu finden ist, scheint das Risiko für Prostata-Erkrankungen entsprechend zu erhöhen.

Mit dieser Ernährung unterstützen Sie Ihre Prostata:

  • Essen Sie zum Frühstück eine Portion Müsli oder einen Joghurt mit Leinsamen.
  • Trinken Sie statt des Kaffees Tee zum Frühstück. Am besten greifen Sie zu grünem- oder Früchtetee.
  • Lassen Sie das Weißbrot links liegen und greifen Sie zu Vollkornbrot. Das bringt gleichzeitig Ihre Verdauung auf Trab.
  • Tauschen Sie Ihr Öl gegen Sojaöl aus und schneiden Sie Sojasprossen über Ihren Salat.
  • Ersetzen Sie den Brotbelag prostatagesund: Greifen Sie zu Sojaaufstrich. Dabei handelt es sich um eine Art schnittfesten Quark, den Sie vielseitig einsetzen können.
  • Lust auf etwas Süßes? – Greifen Sie zu Obst. Gerade im Sommer bietet sich Ihnen die freie Auswahl unter süßen Früchten. Eine Portion Erdbeeren oder ein sommerlicher Obstsalat mit Weintrauben, Pfirsichen und Pflaumen schmeckt gut, ist gesünder und letztlich auch befriedigender als der Schokoriegel zwischendurch. Dieser mag direkt einen schnellen Kick geben, liegt dann aber schwer im Magen.
  • Greifen Sie zu Karotten, Tomaten, Aprikosen, Zitronen, Knoblauch und Zwiebeln. In ihnen stecken Phytoöstrogene, die die gesamte Körper-Abwehr stärken.

Hoher Schutz durch Beta-Carotin und Lutein

Männer, die viel carotinoidhaltiges Gemüse essen, erkranken erheblich seltener an einer gutartigen Prostatavergrößerung. Nach einem Bericht der Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition vom April 2007 senkt der tägliche Verzehr von Gemüse voller Beta-Carotin und Lutein das BPH-Risiko um ein Fünftel. Das geht aus einer US-Langzeit-Studie über die Ernährungs-Gewohnheiten von rund 52.000 Männern hervor.

Die besten Lieferanten für Beta-Carotin und Lutein sind:

  • dunkelgrünes Blattgemüse,
  • Grün- und Rosenkohl,
  • Brokkoli,
  • grüne Bohnen,
  • Löwenzahn-Blätter,
  • Zucchini,
  • Karotten,
  • gelber Kürbis
  • sowie orangefarbene und rote Paprika.

Wie die Prostata das Sexualleben beeinflusst

Prostata-Operation = Impotenz – dieser Zusammenhang hält sich leider immer noch in vielen Männerköpfen. Aber eine Operation heißt nicht, dass es mit Ihrem Sexualleben vorbei ist – allerdings kann die Prostata in ihrer Funktion eingeschränkt werden.

Dennoch hat die Prostata nichts mit der Erektion oder Potenz an sich zu tun. Dafür sind feine Nervenbündel verantwortlich, die hinter der Prostata liegen. Daher gilt die Prostata auch als männlicher G-Punkt. Durch eine Massage der Prostata durch den Enddarm, die viele Männer als stimulierend empfinden, kann nicht nur ein Orgasmus erreicht werden, ohne dass der Penis stimuliert wird, sondern auch eine große Menge Prostatasekret produziert werden. Entsprechend wird dieses Verfahren bei der künstlichen Besamung von Tieren eingesetzt.

Ein Schutz vor Prostata-Beschwerden durch häufigeren Sex ist nicht belegt. Auch wenn man diese Behauptung immer noch hört: Es ist nichts dran. Gleichzeitig ist auch bis heute noch nicht bewiesen, dass viel Geschlechtsverkehr vor einer gutartigen Prostatavergrößerung oder vor Krebs schützt.

Die Prostatakrebs Vorsorge zur Früherkennung

Um ganz sicher zu sein, dass die eigene Prostata keine ungewollte Eigenproduktion an Gewebe beginnt, übernehmen die Krankenkassen ab dem 45. Lebensjahr die Prostata-Vorsorge-Untersuchung beim Urologen. Dabei sucht der Arzt an der Rückwand der Prostata nach knotigen Verdickungen. Die Untersuchung durch das Rektum ist für manche Männer etwas unangenehm, wenn auch nicht schmerzhaft, und hat leider einen schlechten Ruf in der Gesellschaft.

Die Prostata wird durch den Enddarm gefühlt.

Symbolbild einer Prostata-Untersuchung durch den Urologen. © Redlinux – Wikimedia Commons

Trotzdem und obwohl sich viele Männer zieren, die Untersuchung durchführen zu lassen, ist sie essenziell für die Früherkennung wichtig, um rechtzeitig erkennen zu können, ob ein Verdacht auf Krebs vorliegt.

Bei einem begründeten Verdacht auf Prostatakrebs wird zudem die Labor-Untersuchung der PSA-Werte übernommen, die ansonsten mit 20-30 € zu Buche schlägt. Schnelltests aus der Apotheke gibt es zudem für um die 10 €. Bedenken Sie dabei allerdings immer, dass die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren sind. Sie sollten den Test daher nach zwei Wochen ein zweites Mal machen, um Außeneinflüsse auszuschließen.

Im Anschluss können Sie weitere Schritte in Form von Ultraschall oder Biopsie in Erwägung ziehen.

Die Prostata-Biopsie

Eine typische Untersuchung, die bei einem Risiko auf Prostatakrebs durchgeführt wird, ist die Biopsie. Dabei wird der Patient örtlich betäubt und liegt auf dem Rücken oder der Seite, während die Beine leicht angewinkelt sind.

Die Prostata wird wie auch bei der Vorsorgeuntersuchung über den Enddarm erreicht. Anstelle des Fingers wird jedoch mithilfe eines Gleitmittels eine Ultraschallsonde eingeführt. Eine in der Sonde enthaltene Nadel stanzt anschließend durch die Darmwand hindurch Gewebe der Prostata aus. Nachdem der Urologe mehrere Proben entnommen hat, werden diese im Labor untersucht. So ist eine sichere Diagnose von Prostatakarzinomen möglich.

Die Stanzbiopsie verläuft ohne Komplikationen und ist sehr sicher. Etwaige Beschwerden klingen bereits nach wenigen Tagen ab. Dazu gehören Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder Blutspuren in Urin, Stuhl und Ejakulat. Um Fieber und Infektionen zu verhindern, wird ein Antibiotika verschrieben.

Viele Männer wollen eine solche Biopsie nach Möglichkeit vermeiden und gehen daher lieber nicht zum Arzt. Wir können Ihnen nur raten, Ihre eventuellen Hemmnisse über Bord zu werfen. Schließlich ersparen Sie sich und all Ihren Angehörigen viel Sorge und Leid, wenn eine Prostataerkrankung durch die Biopsie rechtzeitig erkannt wird.

Andropause, Mann, Hormone

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