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TIA: Definition, Ursachen, Symptome & Behandlung

Vor Schlaganfällen hat es in etlichen Fällen eine Warnung gegeben: die transitorische ischämische Attacke, kurz TIA. (Foto: SVLuma - Fotolia)

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Sie hasten durch den Supermarkt und plötzlich verlieren Sie teilweise das Gefühl für ihren rechten Arm und das rechte Bein. Sie halten sich an den Regalen fest, um im Gleichgewicht zu bleiben. Sie versuchen, andere Kunden anzusprechen, aber ihre Worte hören sich verwaschen an.

Dann, nach nur einigen Minuten, verschwinden Ihre Symptome. Sie können Ihren Einkauf fortsetzen. Sie sollten eine derartige Episode nicht ignorieren. Denn das Schwächegefühl könnte eine transitorische ischämische Attacke (TIA) gewesen sein.

Die Bezeichnung transitorische ischämische Attacke (TIA) ist im Bewusstsein der meisten Menschen allerdings nicht vorhanden. Dabei sind mindestens 1,5 Millionen Deutsche schon davon betroffen gewesen. Erschreckend: Nur rund die Hälfte von ihnen hat die so genannte TIA überhaupt bemerkt. Dabei ist sie nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, handelt es sich bei ihr doch um einen, wenn auch sehr leichten, Schlaganfall.

Etwa ein Drittel der Personen, die eine TIA durchgemacht haben, erlitt innerhalb der folgenden 5 Jahre einen Schlaganfall. Sie können Ihr Schlaganfallrisiko dadurch senken, dass Sie sich nach einer TIA in sofortige Behandlung begeben.

Ursachen: So entsteht eine TIA

Während einer TIA ist die Durchblutung in einer Hirnregion vorübergehend vermindert. Dies tritt am häufigsten dann auf, wenn kleine Stücke von Ablagerungen aus Arterien oder ein winziges Blutgerinnsel aus dem Herzen in das Gehirn gelangen und eine Arterie verstopfen.

Die Episoden dauern im Allgemeinen zwischen 5 und 30 Minuten. Die Auswirkungen verschwinden innerhalb von 24 Stunden und hinterlassen keine sichtbaren Dauerschädigungen.

Symptome einer transitorischen ischämischen Attacke

Da eine TIA nicht so dramatische Auswirkungen hat wie ein „richtiger” Schlaganfall, wird sie ca. von der Hälfte der Betroffenen gar nicht bemerkt. Meist führt man die Symptome auf andere Ursachen zurück und sieht auch keine Veranlassung einen Arzt aufzusuchen. Dass eine TIA häufig unbemerkt verläuft, liegt daran, dass die Symptome zwar denen eines Schlaganfalls gleichen, aber schwächer sind sowie relativ schnell und von allein wieder verschwinden.

So werden sie häufig auf andere Ursachen geschoben – auf eine andere Erkrankung oder auch schon einmal auf das Wetter. Dementsprechend suchen die meisten Menschen auch keinen Arzt auf. Das kann gefährlich werden.

Eine TIA erhöht das Risiko, später einen Schlaganfall zu erleiden, um das Zehnfache! Deshalb ist es wichtig zu wissen, woran man eine TIA erkennt und weshalb schnelles Handeln erforderlich ist.

Eine TIA entsteht durch eine Verengung oder Verstopfung der Blutgefäße, die zum Hirn führen. Diese Symptome sollten Sie nicht unterschätzen, selbst dann nicht, wenn sie nach wenigen Minuten von allein wieder verschwinden:

  • plötzliche Gleichgewichtsprobleme beim Stehen oder Gehen
  • plötzliche Schwäche, Benommenheit oder Taubheit in einem Arm oder Bein auf derselben Körperhälfte
  • plötzliche Probleme beim Sprechen oder Hören
  • plötzliche Sehminderung oder Blindheit auf einem Auge
  • ein abnormes Gefühl oder eine Lähmung im Gesicht, Arm oder Bein, typischerweise auf einer Körperseite.
  • Undeutliche oder verwaschene Sprache oder Schwierigkeiten, andere zu verstehen.

Wenn Sie an sich oder anderen eines dieser Symptome feststellen, rufen Sie sofort den Notarzt an (110 oder 19222). Je schneller medizinische Hilfe erfolgt, desto geringer ist das Risiko späterer Komplikationen.

Die transitorische ischämische Attacke kann sich wiederholen, wobei die Symptome ähnlich oder verschieden sein können.

Risikofaktoren der TIA

Eine TIA wird durch die gleichen Risikofaktoren begünstigt wie ein Schlaganfall oder andere Herzerkrankungen. Dazu gehören

  • falsche, zu fette und zuckerreiche Ernährung,
  • geringe oder gar keine Bewegung,
  • hoher Blutdruck,
  • Diabetes,
  • schlechte Blutfettwerte,
  • genetische Veranlagung.

Zudem erhöht sich das TIA-Risiko genauso wie das Schlaganfallrisiko mit zunehmendem Alter.

Ab 55 Jahre verdoppelt es sich alle zehn Jahre – Männer haben außerdem ein höheres Risiko als Frauen.

Medikamente, die das Risiko reduzieren können

Ihr Arzt kann Ihnen verschiedene Medikamente empfehlen, die Ihr Risiko für Schlaganfall oder TIA herabsetzen.

Er kann eine ganze Reihe von Wirkstoffen verschreiben, die entweder Ihren Cholesterin-Stoffwechsel positiv beeinflussen, den Blutdruck senken oder Ihren Diabetes kontrollieren.

Weitere Arzneien, die das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall verringern, sind:

  • Thrombozyten-Aggregationshemmer– Blutplättchen (Thrombozyten) sind Zellen, die für die Blutgerinnung verantwortlich sind.Die am häufigsten verwendete Substanz in dieser Klasse ist (Acetylsalizylsäure (ASS, z. B. Aspirin®).Ihr Arzt kann Ihnen aber auch Aggrenox verschreiben, das aus Aspirin und Dipyridamol besteht.Wenn ASS keine TIAs verhindert oder Sie den Wirkstoff nicht vertragen, kann Ihr Arzt auch Clopidogrel (z. B. Plavix®) verordnen.
  • Antikoagulantien (Gerinnungshemmer) – Zu dieser Gruppe gehört Heparin. Es greift auf andere Weise in den Gerinnungs-prozess ein als die Thrombozyten-Aggregationshemmer.Heparin wirkt schnell und wird kurzzeitig im Krankenhaus verwendet. Das langsamere Warfarin ist für die Langzeittherapie außerhalb der Klinik geeignet.Diese Medikamente verändern die Blutgerinnung so nachhaltig, dass Sie eng mit Ihrem Arzt zusammenarbeiten müssen, um die Wirkung zu überwachen.

So können Sie nach der TIA einem Schlaganfall vorbeugen

Wurde bei Ihnen eine TIA festgestellt, sollten Sie diese nicht auf die leichte Schulter nehmen. Setzen Sie alles daran, einen richtigen, schweren Schlaganfall zu vermeiden:

Die richtige Ernährung

Ihre Ernährung sollte Ihre Gefäße schützen. Das bedeutet, dass Sie zunächst einmal auf tierische Fette und sonstige gesättigte Fettsäuren verzichten. Unter anderem Margarine oder industrielle Fertiggerichte sind reich an solchen Fettsäuren. Sie sollten sie daher von Ihrem Speiseplan so weit wie möglich verbannen. Das gilt für jede Margarine – auch die, die als „gesund“ beworben werden. Gesättigte Fette sind und bleiben schädlich – das ändert sich auch nicht, wenn Prominente sie als gesundheitsfördernd anpreisen.

Bei Ölen sollten Sie zum Beispiel Rapsöl verwenden

Aber bedenken Sie: Auch gesündere Öle sind ungesund, wenn Sie sie in zu großer Menge verwenden. Mehr als drei Ess­löffel pro Tag brauchen Sie nicht. Essen Sie Süßigkeiten nur noch in Maßen. Stattdessen ist es wichtig, dass Sie tatsächlich die oft empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse zu sich nehmen, um sich ausreichend mit Vitalstoffen zu versorgen. Tauschen Sie Weißmehlprodukte gegen Vollkorn aus – nicht nur bei Brot, sondern auch bei Nudeln oder Reis.

Ausreichend Bewegung

Mit Sport bauen Sie die gefährlichen Blutfette ab, die Ihre Arterien verstopfen können. Außerdem hilft Ihnen die Bewegung, überflüssiges Gewicht abzubauen und so einen weiteren Risikofaktor für den Schlaganfall zu vermeiden. Ihr Blutdruck sinkt, die Gefäße erweitern sich, das Diabetes-Risiko wird reduziert. Um von Ihrem Sport richtig zu profitieren, sollten Sie sich mindestens dreimal pro Woche dreißig Minuten lang bewegen. Ich rate Ihnen zu einer Ausdauersportart wie Walking, Nordic Walking, Joggen oder Radfahren.

Der richtige Blutdruck

Gelingt es Ihnen, Ihren oberen Blutdruckwert um 10 mmHg und den unteren um 5 mmHg zu senken, können Sie Ihr Schlaganfallrisiko nach einer TIA um bis zu 40 % reduzieren. Bewegung ist das beste Mittel, um das zu erreichen. Achten Sie darüber hinaus darauf, dass Sie ausreichend Magnesium zu sich nehmen. Magnesium erweitert Ihre Gefäße und verbessert so Ihren Blutdurchfluss. Und das senkt wiederum den Blutdruck. Sie brauchen pro Tag 400 mg Magnesium.

Der richtige Cholesterinspiegel

Fakt ist, dass ein geringerer Choleste­rinspiegel auch Ihr Schlaganfall-Risiko reduziert. Viele Ärzte machen es sich einfach und verschreiben Cholesterinsenker. Aber diese reduzieren nicht nur das schlechte LDL-, sondern auch das gute HDL-Cholesterin. Der HDL-Wert sollte aber möglichst hoch sein, denn HDL schützt Ihre Gefäße. Besser ist es, Sie greifen zu natürlichen Alternativen. Auch hier bietet sich wieder Bewegung an. So bauen Sie nicht nur das LDL-Cholesterin ab, sondern erhöhen Ihren HDL-Spiegel und damit Ihren Schlaganfall-Schutz.

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