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Tanzen im Alter: Schwungvoll zu mehr Gesundheit

(Foto: Proxima Studio - Adobe Stock)

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In der Musiktherapie ist schon lange bekannt, dass Tanzen Menschen dabei helfen kann, sich auszudrücken. Durch die Bewegung zur Musik lösen sich Spannungen von Körper und Seele, die körperliche Leistung steigert sich. Sogar Schmerzen lindern Sie tanzend.

Gerade auch für Menschen im höheren Alter bietet das Tanzen zahlreiche Gesundheitsvorteile. So sollen sich sogar Demenz, Parkinson und Depressionen durch Seniorentanz vorbeugen lassen. Lesen Sie hier, wie Sie sich durch Tanzen im Alter fit halten können.

Was versteht man unter Seniorentanz?

Im Gegensatz zum Walzer oder Cha-Cha-Cha ist der Seniorentanz kein klar definierter Tanzstil. Vielmehr fasst diese Tanzform verschiedene tänzerische Aktivitäten zusammen, die den Ansprüchen und Bedürfnissen älterer Menschen gerecht werden.

Wie genau der Seniorentanz gestaltet ist, ist abhängig von der Tanzschule beziehungsweise vom Tanzlehrer. Häufig gibt es Tanzkurse für Paartanz im Alter, doch viele Angebote lassen sich auch ohne Partner wahrnehmen – im Fokus stehen tänzerische Bewegungsabläufe. So gibt es beispielsweise ein eigens für Senioren konzipiertes Tanzprogramm namens TanzFit®. Vom Line Dance bis zum Kreistanz ist bei diesem Programm bunte Abwechslung geboten.

Auch für bewegungseingeschränkte Senioren gibt es passende Kurse. Diese finden beispielsweise im Sitzen statt und fokussieren die Bewegungen auf den Oberkörper. Die Tänze lassen sich auch besonders gut in den Alltag integrieren. Weitere Möglichkeiten eröffnet der sogenannte Rollator-Tanz. Hier wird der Rollator zum Tanzpartner und bietet beim Tanzen die nötige Stabilität.

Welche Vorteile bietet das Tanzen im Alter?

Tanzen ist ein Sport, bei dem der Tanzende nach seinen eigenen Bedürfnissen körperlich aktiv werden kann. Der Tanzsport wirkt sich positiv auf viele Bereiche Ihres Körpers und sogar auf die Psyche aus.

Bewegung hält fit

Tanzen ist Bewegung – und die hält bekanntlich fit. Wer agil bleibt, steigert das körperliche Wohlbefinden. Muskeln, Koordination, Stützapparat und das Herz-Kreislauf-System profitieren von angemessener Bewegung, die zum eigenen Fitnesslevel passt.

Da beim Tanzen auch die Haltung und die Körperspannung geschult werden, verändert sich das gesamte Erscheinungsbild. Davon profitieren nicht zuletzt die Bandscheiben und die Wirbelsäule. Und es gibt einen weiteren positiven Effekt: Wer sich komplexe Bewegungsabläufe einprägt, hält auch das Gehirn fit.

Selbstbewusst und entspannt: Positive Wirkung des Tanzens auf die Psyche

Tanzen im Alter kann außerdem das Selbstwertgefühl steigern und Stress abbauen. Die Gemeinschaft beim Tanzen reduziert zudem das Gefühl von Einsamkeit. Wer regelmäßig das Tanzbein schwingt, kann sich sogar über eine gesteigerte Konzentration sowie ein besseres Langzeitgedächtnis freuen.

Die Vorteile der Bewegung im Alter wirken sich also auf den ganzen Körper und das psychische Wohlbefinden aus. Um die Fitness zu steigern, genügen schon zwei Tanzstunden pro Woche.

Gibt es Studien, welche die Vorteile des Tanzens im Alters belegen?

Eine Vielzahl von Studien belegt die positive Wirkung von Tanzen im Alter. So zeigen die Ergebnisse, dass Tanzen präventiv gegen Demenz wirkt und auch bei Morbus Parkinson die Lebensqualität steigert.

Selbst depressionsbedingte Symptome können durch den Seniorentanz abnehmen. Die Wissenschaft spricht sich eindeutig dafür aus, dass Tanzen im Alter die Lebensqualität steigern kann. Und auch Senioren, deren Gesundheit nicht eingeschränkt ist, profitieren von der musikalischen Bewegung. Denn sie bringt Spaß und bringt den Körper in Schwung.

Wissenschaftlich belegt: Gesundheitsförderliche Aspekte des Seniorentanzes

In einer Studie untersuchten Wissenschaftler, wie sich das AGILANDO © Tanzprogramm, das speziell für Senioren entwickelt wurde, auf die Gesundheit der Teilnehmer auswirkte. Die Studienteilnehmer (zwischen 60 und 94 Jahre alt) tanzten ein halbes Jahr einmal wöchentlich 60 Minuten. Das Ergebnis waren Verbesserungen in den folgenden Bereichen:

  • Kognition/Aufmerksamkeit
  • Reaktionszeit
  • Hand-/Motorische Leistungsfähigkeit
  • Taktil-/Sensorische Leistungsfähigkeit
  • Stand und Balance und
  • Lebensstil fest.

Parameter, die sich nicht veränderten, waren „Intelligenz“ und „Herz-Kreislauf-Leistungsfähigkeit“. Dennoch belegt die Studie, dass sich die musikalische Bewegung im Alter auf vielfältige Weise positiv auf die Gesundheit auswirkt (Douka et al., 2019).

Mit Bewegung im Alter Demenzerkrankungen vorbeugen

Ein Tanz besteht aus vielen Schritten, aus Figuren und wippenden Hüften, eventuell aus Klatschen und Partnerwechseln. All diese Kombinationen müssen Sie lernen. Das hält Ihren Kopf fit. An diesem Lernprozess sind übrigens beide Gehirnhälften beteiligt, die rechte und die linke.

Sie brauchen sowohl Logik als auch Kreativität, um Schrittfolgen sicher aufs Parkett zu bringen. Auch Ihr Gleichgewicht, Ihr Orientierungssinn und Ihre Improvisationsfähigkeit werden geschult. All das trainieren Sie scheinbar nebenbei und dennoch hat dies eine große Auswirkung auf das alltägliche Leben. Sie gewöhnen sich eine bessere Haltung an und bleiben sicher in Ihren Bewegungen.

Studien zeigten sogar, dass Tanzen dabei unterstützen kann, Demenz vorzubeugen (Verghese et al., 2003). Die rhythmische Bewegung dient dabei als sogenannte Prävention: Wer regelmäßig tanzt, senkt das Risiko, an Demenz zu erkranken. Doch auch wenn die Krankheit bereits besteht, können einfache musikalische Bewegungen Lebensfreude schenken.

Tanzen im Alter für mehr Balance – sogar bei Morbus Parkinson

Regelmäßiger Seniorentanz ist gut für die Koordination und das Gleichgewicht. Und davon profitieren nicht nur gesunde Senioren. Eine Studie aus Washington belegt, dass das Tanzen sogar Parkinson-Patienten zugutekommt. Untersucht wurden Betroffene, die an einem Tango-Tanzkurs teilnahmen. Nach nur zwanzig Tanzstunden zeigte sich eine Verbesserung in den folgenden Bereichen (Hackney et al., 2010):

  • Gleichgewicht
  • Sicherheit beim Gehen
  • Ausdauer
  • Lebensqualität

Die Wissenschaft zeigt: Auch wenn Sie im Alter an einer Krankheit leiden, sollten Sie nicht davor zurückschrecken, dass Tanzbein zu schwingen. Tanzkurse mit verschiedenen Anspruchslevels ermöglichen jedem die Teilnahme am musikalischen Bewegen.

Mit dem Tanzen im Alter anfangen: Was sollten Sie noch berücksichtigen?

Die meisten Tanzschulen bieten am Wochenende nachmittags oder abends Tanztreffs an, wo Sie ohne einen Kurs besuchen zu müssen tanzen können. Sie brauchen lediglich ein Paar Tanzschuhe. Achten Sie darauf, dass Sie die Schuhe etwas größer kaufen. Sie brauchen Platz, da Ihre Füße beim Tanzen etwas anschwellen.

Auch darf die Sohle nicht zu glatt sein. Wählen Sie normale Straßenschuhe mit einer Ledersohle. Diese ist rutschig genug, aber nicht zu glatt. Spezielle Schuhe, zum Beispiel für Standard- oder Lateintänze, brauchen Sie nur dann, wenn Sie Tanzen zu Ihrem intensiven Hobby machen.

Wichtig ist es zudem, dass Sie sich für einen Tanzkurs entscheiden, der Ihrem Fitnesslevel gerecht wird. Das musikalische Bewegen im Alter soll schließlich Spaß machen und nicht für Überforderung sorgen. Viele Tanzschulen bieten auch Schnupperkurse an, die es ermöglichen, ganz unverbindlich mitzutanzen.

Tanzend in Bewegung bleiben: Wohltat für Körper und Seele

Bewegung im Alter kann Spaß machen – das beweisen verschiedene Tanzkurse für Senioren. Im Fokus stehen rhythmische Bewegungsabläufe, die Körper und Geist fit halten. Gepaart mit Musik laden die Kurse dazu ein, das Tanzbein zu schwingen.

Gerade ältere Menschen profitieren von den vielfältigen Vorteilen des Tanzens. Denn der Seniorentanz verbessert nicht nur die Motorik und die Beweglichkeit – sogar auf das Gehirn hat das Tanzen im Alter positive Auswirkungen. Und das ganz nebenbei, während Sie beim Tanzen Spaß haben.

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