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Vorsorge

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Regelmäßig zur Vorsorge zu gehen ist essenziell, da viele Krankheiten umso besser behandelt werden können, je früher sie erkannt werden. Die Krankenkassen übernehmen dafür zahlreiche Untersuchungen in festen Abständen.

So wichtig sind regelmäßige Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten

Jede Krankenkasse übernimmt die Kosten für bestimmte Vorsorgeuntersuchungen in festgelegten Abständen. Diese Vorsorgeuntersuchungen gibt es schon für Kinder. Insbesondere für Frauen gibt es zahlreiche Vorsorgeuntersuchungen rund um das Thema Schwangerschaft, doch auch Männer haben Anspruch auf bestimmte Untersuchungen.

Viele Deutsche sind Vorsorge-Muffel und die Routine-Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung werden nur von 50 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen ab 20 Jahren und von nicht einmal 20 Prozent der anspruchsberechtigten Männer ab 45 Jahren wahrgenommen. Dabei gibt es zahlreiche Argumente, die für die Inanspruchnahme dieser Untersuchungen sprechen.

Was sind Vorsorgeuntersuchungen?

Vorsorgeuntersuchungen sind freiwillige Untersuchungen, die regelmäßig durchgeführt werden können und die zum Teil von der Krankenkasse übernommen werden. Auch wenn es keine konkreten Beschwerden gibt oder Anzeichen, dass jemand an einer Krankheit leidet, können sie in festen Abständen in Anspruch genommen werden. Es gibt auch Vorsorgeuntersuchungen, die Sie selbst bezahlen müssen. Doch auch das kann natürlich sinnvoll sein.

Was versteht man unter Früherkennung?

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Krankheiten sollten bei der regelmäßigen Vorsorge möglichst früh erkannt werden © fotoak80 - Adobe Stock

Früherkennung ist das Ziel von Vorsorgeuntersuchungen. Früherkennung bedeutet, sowohl die Risikofaktoren für gewisse Krankheiten auszumachen, um rechtzeitig gegensteuern zu können als auch tatsächliche Erkrankungen früh zu erkennen. Schließlich kann schon Bewegungsmangel ein Risikofaktor sein, um in einigen Jahren unter Rückenschmerzen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden.

Warum sind Vorsorgeuntersuchungen wichtig?

Vorsorgeuntersuchungen konzentrieren sich auf Erkrankungen von denen bekannt ist, dass sie gut behandelbar sind, wenn sie früh erkannt werden. Einige Krankheiten wie zum Beispiel viele Krebserkrankungen verursachen erst dann Symptome, wenn sie schon fortgeschritten sind. Dabei stehen die Heilungschancen sowohl bei Krebs als auch bei vielen anderen Krankheiten dann am besten, wenn die Krankheit in einem frühen Stadium erkannt wird.

Bei Vorsorgeuntersuchungen für Kinder geht es darum, ihre Entwicklung zu überprüfen und auf eventuelle Abweichungen von der Norm frühzeitig zu reagieren. Bei Erwachsenen geht es in erster Linie um die frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren sowie von bestehenden Erkrankungen, die bislang unbekannt waren.

Wie können Vorsorgeuntersuchungen zu einem gesunden Leben beitragen?

Wer regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen geht, trägt damit zu einem gesunden Leben bei. Denn wer heute wenig Zeit auf seine Gesundheit aufwendet, muss damit rechnen, später viel Zeit für die Heilung von Krankheiten zu brauchen. Schließlich dauert die Therapie vieler Krankheiten lange und ist zudem sehr kräftezehrend.

Bei Krankheiten, die früh erkannt werden, stehen die Heilungschancen besser, was sich nicht nur lebensverlängert auswirken kann, sondern auch die Lebensqualität um ein Vielfaches steigern kann. Ein gesundes Leben ohne Medikamente, Leiden und langwierige Krankenhausaufenthalte sowie mit viel Mobilität, Flexibilität und Wohlbefinden ist wohl der Wunsch eines jeden Menschen. Schließlich ist die Gesundheit das höchste Gut und die Grundlage der gesamten Lebensgestaltung.

Für Kinder geht es bei Vorsorgeuntersuchungen darum, dass ihre Entwicklung spezifisch gefördert werden kann, falls es bestimmte Auffälligkeiten gibt. Das legt schon in jungen Jahren den Grundstein für ein gesundes Leben, von dem selbst noch im Alter profitiert werden kann.

Risikofaktoren erkennen und reagieren

Durch die Identifikation von Risikofaktoren lässt sich ebenfalls Vorsorge betreiben. Schließlich kann einer ungesunden Ernährung oder Bewegungsmangel aktiv gegengesteuert werden. Auch genetische Vorzeichen wie zum Beispiel Krebserkrankungen in der Familie können ein Risikofaktor sein, auf Basis derer sich Ärzte für eine engmaschigere Vorsorge bei ihren Patienten entscheiden als üblich.

Ein weiterer Effekt regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen

Vorsorgeuntersuchungen können auch noch weitere Effekte haben und Ihnen außerdem Geld sparen, wenn es zum Beispiel um Ihre Zahngesundheit und eventuellen Zahnersatz geht. Wer zwei Mal im Jahr zum Zahnarzt geht und Zahnstein oder Karies früh nach der Entstehung beseitigen lässt, wird in einigen Jahren mit größerer Wahrscheinlichkeit keinen teuren Zahnersatz brauchen, als wenn der Karies lange Zeit hatte, sich in das Gebiss hineinzufressen und die Zahnsubstanz zu zerstören.

Auch Medikamente sind zum Teil sehr teuer und werden nicht immer in Gänze von den Kassen bezahlt.

Welche Vorsorgeuntersuchungen gibt es und ab welchem Alter werden sie von der Kasse übernommen?

Bei Vorsorgeuntersuchungen denken wohl die meisten Menschen erst einmal an Krebs. Doch auch für andere Krankheiten gibt es spezifische Vorsorgeuntersuchungen, ebenso für bestimmte Phasen im Leben wie zum Beispiel eine Schwangerschaft.

Krebsvorsorge

Diese Krebsvorsorgeuntersuchungen werden von den Krankenkassen in diesen Abständen in der Regel bezahlt:

  • Jährliche Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs für Frauen ab 20 Jahre.
  • Jährliche Brustuntersuchung ab dem 30. Lebensjahr.
  • Mammographie-Screening zur Erkennung von Brustkrebs ab dem 50. Lebensjahr alle zwei Jahre bis zum Ende des 70. Lebensjahrs.
  • Jährliche Krebsvorsorge für Männer ab dem 45. Lebensjahr mit Genitaluntersuchung sowie Untersuchung der Prostata und der Lymphknoten.
  • Hautscreening ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre.
  • Jährliche Dickdarm- und Rektumuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr für Männer und Frauen, zwei Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren für Männer ab 50 und für Frauen ab 55. Auch auf verborgenes Blut im Darm können sich Männer und Frauen alle zwei Jahre ab dem 50. bzw. 55. Lebensjahr untersuchen lassen. Für Frauen gibt es dieses kostenlose Angebot nur bis zum 54. Lebensjahr.

Zahnvorsorge

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Sowohl Kinder als auch Erwachsene können regelmäßig zur Zahnvorsorge gehen © Jürgen Fälchle - Adobe Stock
  • Einmal pro Kalenderhalbjahr können sich Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahre auf Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten untersuchen lassen. Für Kinder vor dem 6. Lebensjahr werden die Kosten sogar dreimal pro Jahr übernommen.
  • Ab dem 18. Lebensjahr wird einmal pro Kalenderhalbjahr die Zahnvorsorge-Untersuchung bezahlt, bei der die Zähne auf ihren gesunden Zustand hin überprüft und eventuelle Erkrankungen wie zum Beispiel Karies direkt behandelt werden können. Diese Behandlungen wie zum Beispiel Füllungen müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Die Entfernung von Zahnstein, das Anfertigen eines Röntgenbildes oder eine Sensibilitätsprüfung der Zähne sind jedoch über die Vorsorge mit abgedeckt.

Gesundheits-Check-Up

  • Zwischen dem 18. und 34. Lebensjahr übernimmt die Kasse einmalig eine Gesundheitsuntersuchung mit diesem Inhalt: Erfassen eventueller Risikofaktoren, Frage nach eventuellen Beschwerden, körperliche Untersuchung inklusive Blutdruckmessung, Laboruntersuchung aus dem Blut auf Cholesterin, Blutzucker etc. und aus dem Urin auf Entzündungswerte, Eiweiß, rote und weiße Blutkörperchen, Glukose etc. Auch die Besprechung der Ergebnisse ist Teil des Check-Ups sowie eine Ableitung eventueller Behandlungen oder Prävention.
  • Ab dem 35. Lebensjahr besteht alle drei Jahre Anspruch auf diesen Gesundheits-Check-Up.

Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft werden Frauen von Frauenärzten und Hebammen betreut. Die Kosten, um Schwangere vor, während und nach der Geburt zu begleiten, werden in einem festgelegten Rahmen von den Kassen übernommen. Zu den Vorsorgeleistungen für Schwangere zählen:

  • Risikoschwangerschaften erkennen und überwachen
  • Ultraschalluntersuchungen
  • Untersuchung auf Schwangerschaftsdiabetes
  • Untersuchung auf HIV
  • Blutuntersuchung auf eventuelle Infektionen
  • Untersuchung Beratung von Frauen nach der Entbindung

Weitere Vorsorgeuntersuchungen

Chlamydien-Screening:Bis zum 25. Lebensjahr können sich junge Frauen einmal jährlich auf Chlamydien untersuchen lassen.

Aneurysma der Bauchschlagader:Männer ab dem 65. Lebensjahr können sich einmalig auf Kosten der Krankenkasse auf ein Bauchaortenaneurysma untersuchen lassen.

Impfungen

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Auch Impfungen zählen zum Angebot der Vorsorge © BillionPhotos.com - Adobe Stock

Auch Impfungen können als Vorsorge bezeichnet werden. Zahlreiche Schutzimpfungen werden von der Krankenkasse übernommen und schützen schon Säuglinge vor schweren Krankheiten. Auch im fortgeschrittenen Alter spielen Impfungen eine Rolle und ein gewisser Grundschutz ist angeraten. Zu den Regelimpfungen für Kinder gehören:

  • Polio (Kinderlähmung)
  • Diphterie
  • Tetanus
  • Hepatitis B
  • Keuchhusten
  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • HPV (für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren)

Auch Auffrischungsimpfungen werden übernommen:

  • Für Tetanus und Hepatitis B, sowie für Diphterie alle 10 Jahre.

Indikationsimpfungen werden unter Umständen von den Kassen übernommen. Dazu zählen:

  • Influenza
  • Hepatitis A
  • Tollwut
  • Pneumokokken
  • FSME

Ganz neu im Impfkatalog ist die Covid-19-Impfung gegen das Coronavirus. Die Kosten dafür werden ebenfalls übernommen.

Welche Vorsorgeuntersuchungen gibt es für Kinder und Jugendliche?

U-Untersuchungen:Diese Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten bei Kindern werden in den ersten sechs Lebensjahren durchgeführt und von den Krankenkassen übernommen. Zehn Untersuchungen gibt es insgesamt, die U1 bis U9 und ganz neu dabei die U7a zwischen dem 34. und 36. Monat, bei der die Zahnentwicklung, Sehentwicklung sowie die sprachliche Entwicklung untersucht wird. Auch die bestehenden Impfungen des Kindes sind Thema. Die geistige und körperliche Entwicklung steht im Zentrum aller U-Untersuchungen, bei denen Ärzte den Eltern zudem weitere Tipps für ihre Kinder geben.

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Für Kinder sind die U-Untersuchungen eine Art der Vorsorge © bluedesign - Adobe Stock

J-Untersuchungen: Die Jugendgesundheits-Untersuchung übernehmen die Krankenkassen für Mädchen und Jungen sowohl für die J1 als auch für die J2. Bei der J1 soll, nachdem nun ein längerer Zeitraum seit der letzten U-Untersuchung vergangen ist, die Entwicklung des Kindes zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr erneut betrachtet werden. Nicht nur die körperlichen Faktoren und der Stand der Pubertät sind dabei relevant, sondern auch die seelische Gesundheit des Jugendlichen kann während dieser Untersuchung beleuchtet werden. Die J2-Untersuchung ist für das 16. bis 17. Lebensjahr angedacht und bietet Jugendlichen die letzte Gelegenheit zur Vorsorgeuntersuchung vor der Volljährigkeit und den damit einhergehenden Vorsorgemöglichkeiten.

Welche Vorsorgeuntersuchungen gibt es darüber hinaus noch?

Über die standardmäßig von der Krankenkasse bezahlten Vorsorgeuntersuchungen, gibt es noch viele weitere Check-Ups, die Sie regelmäßig durchführen lassen können. Auch können die bestehenden Vorsorgeuntersuchungen auf eigene Kosten erweitert werden.

Wer beispielsweise viel Zeit in der Sonne verbringt, kann jährlich statt alle zwei Jahre zum Hautscreening gehen. Auch die Untersuchung auf Chlamydien kann auf eigene Kosten auch nach dem 25. Lebensjahr noch fortgeführt werden. Krebsvorsorgeuntersuchungen können ebenfalls auf eigene Kosten ausgeweitet werden, ebenso Blutuntersuchungen, Darmspiegelungen und vieles mehr. Bei Reiseimpfungen kann es ebenfalls vorkommen, dass die Krankenkasse nicht alle Kosten übernimmt. Hier müssen Sie draufzahlen.

Ihr Arzt ist verpflichtet, Sie im Vorfeld darüber aufzuklären, wie teuer die selbstbezahlten Leistungen sind. Anschließend können Sie entscheiden, ob Sie die Untersuchungen tatsächlich durchführen lassen wollen oder nicht.

Fazit: Deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung so wichtig

Vorsorgeuntersuchungen sind ein essenzieller Baustein eines gesunden Lebens, da sie es ermöglichen, eventuelle Krankheiten früh zu erkennen und dadurch die Heilungschancen zu steigern. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für zahlreiche Vorsorgeuntersuchungen in festgelegten Abständen ab einem bestimmten Alter. Sowohl für Kinder und Jugendliche gibt es Vorsorgeuntersuchungen als auch für Erwachsene.

Zu den Vorsorgemaßnahmen gehören dabei nicht nur Krebsfrüherkennungsuntersuchungen, sondern auch zahnmedizinische Vorsorge sowie weitere Präventionsmaßnahmen wie Schutzimpfungen. Über diesen Anspruch hinaus können Sie außerdem selbstbezahlte Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen. Ihr Arzt kann Sie diesbezüglich aufklären.

Insbesondere mit dem fortschreitenden Alter werden Vorsorgeuntersuchungen immer wichtiger. Um auch wirklich etwas von Ihrem Ruhestand sowie Ihrer Altersvorsorge zu haben, sollten Sie die Gesundheitsvorsorge ernst nehmen. Da viele Krankheiten erst im fortgeschrittenen Stadium Beschwerden bereiten, können routinemäßige Vorsorgeuntersuchungen in regelmäßigen Abständen helfen, sie frühzeitig zu entdecken und sie dementsprechend gut zu behandeln. Im Extremfall kann Vorsorge sogar Leben retten!

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