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Chakren: Energie im Fluss

Die Chakrenlehre des Hinduismus beschäftigt sich mit dem Fließen der Energien zwischen den sieben Energiezentren im Körper. Doch was versteht man überhaupt unter Chakren? Und welche Bedeutungen haben die einzelnen Symbole? (Foto: Bernd S - Fotolia)

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Inhaltsverzeichnis

„Chakra“ – was ist das eigentlich? Der Begriff der Chakras oder Chakren fällt meist im Kontext von Hinduismus und Yoga. Auch von Blockaden ist dabei die Rede. Denn Chakren sind, grob gesagt, über den Körper verteilte Energiezentren. Idealerweise fließt die Lebensenergie Prana nach der Chakrenlehre ungehindert durch diese Zonen. Doch körperliche und seelische Probleme können den Energiefluss behindern. Bestimmte Farben, Edelsteine, Metalle, Düfte und Übungen sollen die Chakren wieder in Einklang bringen. So kommen Körper und Seele wieder in Balance.

Was genau ist ein Chakra?

Wörtlich aus dem altindischen Sanskrit übersetzt, bedeutet Chakra „Rad“, „Scheibe“ oder „Wirbel“. In der Mehrzahl Chakras oder Chakren, bezeichnet der Begriff im Hinduismus, Buddhismus, YogaAyurveda und einigen esoterischen Lehren Energiewirbel, die dem sogenannten feinstofflichen Körper des Menschen zugeordnet werden. Sie sollen den physischen Körper mit dem feinstofflichen Körper oder Astralleib verbinden. Auch die Chakren selbst sind durch Energiekanäle, die Nadis, untereinander verbunden. Durch sie fließt nach Anschauung der entsprechenden Lehren Prana, die Lebensenergie.

Unter anderem Namen spielen Chakren auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin und in westlichen Heilkonzepten eine Rolle. So lassen sich in der westlichen Medizin auf Höhe der Chakren waagrecht verlaufende Zonen im menschlichen Körper ausmachen, die der Lehre nach häufig problembehaftet sind. Dabei ließ sich in der Vergangenheit feststellen, dass diese Bereiche gut auf energetische Therapien ansprechen – wie zum Beispiel Akupunktur oder Osteopathie.

Durch die einzelnen Chakren fließt die Lebensenergie Prana. © May_Chanikran | Adobe Stock

Experten lokalisieren beim Menschen sieben Hauptchakren entlang der Wirbelsäule als Mittellinie:

  • Muladhara, das Wurzelchakra
  • Svadhisthana, das Sakralchakra
  • Manipura, das Nabelchakra
  • Anahata, das Herzchakra
  • Vishuddha, das Halschakra
  • Ajnya, das Stirnchakra
  • Sahasrara, das Kronenchakra oder Scheitelchakra.

Die Aufteilung ist nicht immer gleich: Oft wird es Ihnen auch begegnen, dass das Sakralchakra dem Nabelchakra gleichgesetzt wird. In diesem Fall sitzt das dritte Chakra Manipura auf Höhe des Solarplexus. Den Chakren werden unterschiedlichen Qualitäten, Aufgaben, Farben und Gottheiten zugeordnet. Außerdem gibt es die Überzeugung, dass jeder Mensch mit einem bis zwei stärker ausgeprägten Chakren geboren wird.

Wie werden die Chakras zugeordnet?

Fast jeder hat schon einmal eine farbliche Darstellung der Chakren gesehen: Vom Scheitel bis zum Unterleib verläuft die Farbgebung der sieben Energiezentren dabei in allen Farben des Regenbogens. Doch auch Töne, Düfte, Edelsteine und bestimmte Yogaübungen sowie Meditationen können dem jeweiligen Chakra zugeordnet werden. Im Zusammenhang damit schreibt die hinduistische oder yogische Chakrenlehre den Energiewirbeln bestimmte Körperzonen, Lebensbereiche und Stimmungen zu. Diese Aspekte können später auch in die Aktivierung der Chakren einfließen.

Jedes Chakra hat nicht nur eine andere Farbe, sondern auch eine andere emotionale Bedeutung. © Peter Hermes Furian | Adobe Stock

Die Farben der Chakren

In der Chakrenlehre hat jedes der Energieräder seine eigene Farbe. Damit sind jeweils auch unterschiedliche Qualitäten verbunden. Üblicherweise sind die Farben folgendermaßen auf die Chakren verteilt:

  • rot = Wurzelchakra
  • orange = Sakralchakra
  • gelb = Nabelchakra
  • grün = Herzchakra
  • blau = Halschakra
  • lila = Stirnchakra
  • weiß = Scheitelchakra

Auch hier gibt es wieder abweichende Einteilungen. So wird oft auch das Halschakra in hellblauer oder türkiser Farbe dargestellt. In Analogie dazu ist dann das Stirnchakra dunkelblau und das Scheitelchakra lila.

Symbolhafte Darstellung der Chakren

Jedes Chakra wird traditionellerweise durch eine Lotusblüte mit einer anderen Anzahl an Blütenblättern dargestellt. So beginnt es von unten mit dem Wurzelchakra, das vier Blätter hat. Das darüber liegende Sakralchakra hat sechs Blütenblätter, während das Nabelchakra schon einen zehnblättrigen Lotus zeigt. Das Herzchakra wiederum ist mit zwölf Blättern ausgestattet.

Sechzehn Blütenblätter trägt der Lotus des Halschakras; darüber wird es spannend: Das Stirnchakra trägt nur zwei Blütenblätter, die sich waagrecht gegenüberstehen. Das ist symbolhaft für die weibliche und die männliche Lebenskraft, Ida und Pingala. Das Scheitelchakra stellt dann den tausendblättrigen Lotus dar, der die Verbindung zum Universum und dem Göttlichen schafft.

Jedes Chakra kennzeichnet sich durch ein anderes Symbol. © gesundheitswissen.de

Die Blüten des Lotus – oder auch Lotos – versinnbildlichen die Chakren nicht nur anhand der Blätteranzahl. Auch die Blüte steht als Sinnbild für ein gereinigtes, geöffnetes Chakra, durch das Prana und Kundalini, die Lebensenergie und die schöpferische Kraft des Menschen, ungehindert fließen können.

Wer sich die Chakren und ihre Symbole einmal genauer ansieht, entdeckt kleine Schriftzeichen, die oft in der Mitte der jeweiligen Lotusblüte abgebildet sind. Dies sind die Mantras, auf indischem Sanskrit geschriebene Silben, die jeweils einer Gottheit zugeordnet sind. Die Mantras, oft auch Bija Mantra (übersetzt etwa „Samen-Mantra“, was bedeutet, sie sind besonders machtvoll) genannt, sollen in der Chakrenlehre helfen, das betreffende Chakra zu öffnen.

Körperliche und emotionale Zuordnung der Chakren

Die Lehre der Chakren umfasst auch die Zuordnung der jeweiligen Energieräder zu Organen oder bestimmten physischen Körperzonen und Sinnesfunktionen. Daraus leitet beispielsweise die Lehre des Ayurveda bestimmte Nahrungsmittel ab, die dem betreffenden Organ bei Problemen guttun. So soll das zugeordnete Chakra wieder in Einklang gebracht und Heilungsprozesse beschleunigt werden können.

Wichtig: Wer unter körperlichen Symptomen leidet, sollte immer einen Mediziner konsultieren. Eine Aktivierung oder Stimulation des zugeordneten Chakras kann unterstützend wirken, sollte aber niemals als alleinige Therapie zum Einsatz kommen.

Im Energiemodell der Chakrenlehre werden folgende Zuordnungen zur physischen Eben gemacht:

ChakraSitzZuordnung im endokrinen SystemZugehörige Sinnesfunktion
WurzelchakraZwischen dem After und den GeschlechtsorganenNebennierendrüseGeruchsinn
SakralchakraIm Unterleib, wenige Zentimeter unter dem Bauchnabel (etwa eine Handbreite)Keimdrüsen (Eierstöcken, Hoden)Geschmackssinn
NabelchakraOberhalb des Nabels oder auf dem SolarplexusBauchspeicheldrüsenSehvermögen
HerzchakraAuf Höhe des Herzens, Lungenbereich und BrustraumThymusdrüsenTastsinn
Hals- oder KehlchakraIn Höhe des KehlkopfesSchilddrüseGehörsinn
StirnchakraÜber oder zwischen den Augenbrauen, auch: In der Mitte des KopfesHirnanhangsdrüse (Hypophyse)Außersinnliche Wahrnehmung (“drittes Auge”)
KronenchakraAm Scheitelpunkt des Kopfes oder knapp darüberZirbeldrüse (Epiphyse)Einfühlungsvermögen

Die direkte Zuordnung zu Organen ist schwieriger. Eher handelt es sich um die Organe rund um die oben benannten Körperzonen. Herrschen beispielsweise Probleme mit der Verdauung vor, ist nach der esoterischen Chakrenlehre oft das Nabelchakra blockiert. Eine Dysfunktion im Herz- und Lungenbereich geht dementsprechend auf ein blockiertes Herzchakra zurück.

Doch nicht nur der physische Körper des Menschen steht nach der Chakrenlehre mit den Energierädern in Kontakt. Auch auf emotionaler Ebene gibt es Verbindungen zu den Chakren.

ChakraSeelische Ebene
WurzelchakraBindungen, tiefliegende Emotionen
SakralchakraLebensfreude, Inspiration; Kreativität sowie Sexualität
NabelchakraIntuition oder Bauchgefühl, Persönlichkeit
HerzchakraLiebe – sowohl zum Partner, als auch zu Familie und Freunden; auch göttliche Liebe
Hals- oder KehlchakraAusdruck, Kommunikationsfähigkeit
StirnchakraSeelisches Gleichgewicht, Kontakt zum seelischen oder emotionalen Innenleben
KronenchakraVerbindung mit dem Universum oder einem höheren Selbst, auch Kontakt zum Göttlichen

Nach Ansicht der Chakrenlehre kann ein Ungleichgewicht oder eine energetische Blockade sowohl psychische als auch körperliche negative Folgen haben. Mithilfe verschiedener Techniken und Übungen – Reiki, Yoga oder einer energetischen Reinigung – soll das Gleichgewicht wiederhergestellt werden, um die Lebensenergie, Prana, frei durch den Körper zirkulieren zu lassen und die Funktionalität von Körper und Geist zu gewährleisten.

Wie können Chakren meine Gesundheit beeinflussen?

Nach der Chakrenlehre ist der Idealzustand, wenn alle Chakren gleichermaßen „schwingen“ oder in Balance sind. Schwingt ein Chakra mehr oder weniger als die anderen, so äußert sich dies im physischen Körper als Blockade oder Dysfunktion. Daher ist oft die Rede davon, ein Chakra zu aktivieren beziehungsweise zu öffnen. Doch wie soll das vor sich gehen?

Es gibt verschiedene Techniken und Übungen, die einen guten Einfluss auf ein Chakra nehmen und Blockaden auflösen können sollen. Ob Kundalini Yoga, Atemtechniken, Meditationen oder Farben, mit denen man sich vorzugsweise umgibt: Was die Aktivierung der Energiewirbel angeht, findet sich für fast jeden die richtige Herangehensweise.

Chakren öffnen durch körperliche Übungen

Ob Yoga oder Meditation: Es gibt verschiedene körperliche Übungen, die einen positiven Einfluss auf je ein Chakra haben sollen. So wurden im Kundalini Yoga beispielsweise spezielle sogenannte Assanas (oder Asanas) entwickelt, welche die Energiezentren öffnen und den feinstofflichen Energiefluss freisetzen sollen. Im Bereich der Meditation wird die dem jeweiligen Chakra zugeordnete Klangsilbe genutzt – das Bija Mantra, auf welches das zu öffnende Chakra anspricht.

Es gibt zahlreiche Methoden und Übungen, um die Chakras zu öffnen und positiv zu beeinflussen wie zum Beispiel Yoga. © Microgen | Adobe Stock

Eine besondere Rolle spielt das Herzchakra in Yoga und Meditation: Es verbindet die unteren Chakren, die eher körperlich konnotiert sind, mit den drei oberen, eher geistigen Chakren. Da das Herzchakra oder Anahata nach den entsprechenden esoterischen Lehren auch den Brustraum und Lungenbereich umfasst, schreibt man dem Atem eine so große Bedeutung zu. Durch kontrolliertes Ein- und Ausatmen soll der Energiefluss unterstützt und Energieblockaden durch tiefe Atmung gelöst werden.

Dass durch die richtige Atmungstechnik ein gesünderer Umgang beispielsweise mit Stress erfolgen kann, ist heute auch in der westlichen Medizin bekannt. Gerade in der jüngsten Vergangenheit haben Mediziner wiederentdeckt, wie eng Atmung und Gesundheit verknüpft sind.

Chakren öffnen durch wohltuende Einflüsse

Jedem Chakra oder Energiezentrum wird nach den gängigen Lehren eine bestimmte Qualität zugeordnet. Diese findet sich auch in Farben, Düften und Gesteinen oder Metallen wieder, die dem jeweiligen Chakra zugeordnet ist. Für die Aktivierung eines bestimmten Chakras haben daher auch diese Einflüsse eine Bedeutung.

Die folgenden Zuordnungen werden bei Düften und Co. gemacht:

ChakraElementDüfteGestein/Metall
WurzelchakraErdeZeder, NelkeAchat, Blutstein, Rubin; Silber
SakralchakraWasserYlang Ylang, SandelholzKarneol, Mondstein; Quecksilber
NabelchakraFeuerLavendel, Rosmarin, BergamotteTigerauge, Bernstein, Zitrin; Kupfer
HerzchakraLuftRoseRosenquarz, Jade, Smaragd; Gold
KehlkopfchakraÄtherSalbei, EucalyptusAquamarin, Türkis, Chalcedon; Eisen
StirnchakraMinze, JasminLapislazuli, Saphir; Zinn
KronenchakraOlibanum, LotusAmethyst, Bergkristall; Blei

Manche Therapien im esoterischen Bereich setzen beispielsweise bei den Metallen an. Dazu werden die entsprechenden Metalle auf das Chakra beziehungsweise seinen Austrittspunkt aufgelegt. Experten versprechen sich von dieser Art der Blockadelösung einen hohen Erfolg. Voraussetzung dafür ist jedoch die exakte Lokalisierung der entsprechenden Stellen. Außerdem sollten die eingesetzten Metalle in der Höhe jeweils so platziert werden, dass sie möglichst genau die Ein- bzw. Austrittsöffnung auf der Oberfläche des Ätherkörpers berühren.

In Anlehnung an die farbliche Zuordnung der Chakren gibt es auch Therapien zur Öffnung der Energiezentren mit farbigem Licht. Eine solche Behandlung sollte aber immer von einem renommierten Experten durchgeführt werden: Um eine befriedigende therapeutische Wirkung zu erzielen, muss das Licht gebündelt und direkt auf die nur 4 bis 5 mm große Eintrittsöffnung der Chakren gestrahlt werden.

Um die Wirkung der Farbtherapie zu verstärken, kann man zusätzlich ein ätherisches Öl, das Ihnen als Patient angenehm ist, in der Aromalampe verdampfen lassen.

Nachhaltig im Einklang: Ernährung, die den Chakren guttut

Im Ayurveda, der traditionellen indischen Heilkunst, gibt es den speziellen Bereich der ayurvedischen Ernährung. Auch hier werden bestimmte Zuteilungen vorgenommen: So sollen verschiedene Wurzeln beispielsweise eine positive Wirkung auf Wurzel- und Sakralchakra ausüben. Auch die Geschmacksrichtungen – von scharf über salzig bis sauer – haben demnach einen Einfluss auf den Energiefluss der Chakren im Körper.

Um eine Aktivierung oder Öffnung bestimmter Energien zu beschleunigen, lässt sich also auch die ayurvedische Ernährung als unterstützendes Element hinzuziehen.

Fazit: Energie im Lot bei geöffneten Chakren?

Das Energiemodell der Chakren umfasst nahezu alle Bereiche des menschlichen Lebens: Körperliche und seelisch-emotionale Prozesse, Lebenssituationen, Erkrankungen auf physischer und psychischer Ebene und zu guter Letzt auch die menschliche Wahrnehmung und Ernährung. Beschwerden und Symptome lassen sich nach der Chakrenlehre in Yoga, Hinduismus, Buddhismus und anderen esoterischen Lehren immer auf blockierte Energie zurückführen – oder zumindest durch Freisetzung einer Blockade die Heilung unterstützen. Bei Chakren handelt es sich damit nicht nur um Punkte im Körper, sondern um ein ganzes Weltbild.

Achtung: Dabei geht es nicht darum, ernsthafte Krankheiten durch Licht- oder Farbtherapie zu heilen. Vielmehr soll die Lebensenergie nach der Philosophie der Chakren ungehindert durch den Körper fließen können. Energieblockaden, die zu Problemen in gewissen Körperzonen führen, können nach den entsprechenden damit auf sanfte Weise gelöst werden. Ist dieser Prozess vollkommen, spricht man im Hinduismus und Buddhismus vom Zustand der Erleuchtung.

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