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Phosphorus: Beliebtes Akutmittel der Homöopathie

Phosphorus wirkt hauptsächlich auf das Nervensystem und die Schleimhäute. Außerdem ist es ein ausgezeichnetes Akutmittel bei Blutungen. (Foto: airborne77 | Adobe Stock)

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Phosphor – seine Eigenschaft, im Dunklen zu leuchten, brachte dem Element seinen Namen ein. Er ist vom griechischen Wort „Phosphoros“ abgeleitet und bedeutet übersetzt „Lichtträger“. Doch heute ist das chemische Element nicht mehr nur für seine leichte Entflammbarkeit bekannt, es hat sich auch in der Alternativen Medizin etabliert. Homöopathen nutzen Phosphorus – eine chemische Aufbereitung des Elements – zur Linderung verschiedener akuter Beschwerden.

Lesen Sie hier, welche Einsatzgebiete dazugehören und wie auch Sie vom homöopathischen Phosphorus profitieren.

Steckbrief von Phosphorus

  • Phosphorus: homöopathische Aufbereitung des nicht-metallischen chemischen Elements Phosphor
  • Heilwirkung: soll beruhigend, blutstillend und schmerzlösend wirken
  • Einnahme: in Form von Phosphorus-Globuli, seltener als Tabletten oder Tropfen
  • Einsatzgebiete: u. a. Angst, Unruhe, Nasenbluten oder anderen Blutungen, Kopfschmerzen, Magenschmerzen und Rückenschmerzen

Was ist Phosphorus?

Bei Phosphorus handelt es sich um ein homöopathisches Arzneimittel aus dem chemischen Element Phosphor. Phosphorus werden in der Homöopathie und in anderen Formen der Alternativen Medizin vielfältige Wirkungen auf Körper und Psyche nachgesagt.

Das chemische Element Phosphor übernimmt im menschlichen Organismus zentrale Aufgaben. Laut Heilpraktikern und soll auch seine homöopathische Aufbereitung „Phosphorus“ sehr vielfältige Effekte auf Nervensystem und Stoffwechsel haben. Groß ist daher die Bandbreite an homöopathischen Anwendungsgebieten. Dabei kommen sowohl Phosphorus-Globuli als auch -Tabletten oder -Tropfen zum Einsatz.

Übrigens: Phosphorus-Präparate sind nicht nur für den Menschen geeignet. Auch in der homöopathischen Behandlung von Tieren – seien es Hunde, Katzen oder Pferde – ist Phosphorus mit seiner facettenreichen Wirkung beliebt.

Was sind typische Anwendungsgebiete von Phosphorus in der Homöopathie?

Phosphorus-Globuli, -Tabletten und -Tropfen haben zahlreiche Anwendungsgebiete. Typischerweise findet Phosphorus bei Ängsten, starken Blutungen und Schmerzen Verwendung. Es kann damit einerseits günstig auf die Psyche wirken und andererseits das körperliche Wohlbefinden steigern.

Phosphorus: Wirkungen auf die Psyche

Anwender und Homöopathen berichten von Erfolgen bei der Behandlung von Furcht und Beklemmungsgefühlen mit Phosphorus. Das alternative Heilmittel soll dabei sowohl bei Ängsten vor Dunkelheit und Gewitter als auch bei wagen Sorgen um die Zukunft Abhilfe verschaffen. Bei nervöser Schwäche soll Phosphorus ebenfalls eine beruhigende Wirkung zeigen. Auch andere Beschwerden, wie eine Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Gerüchen oder Lärm und lauten Geräuschen, kann das homöopathische Phosphorus – Erfahrungsberichten zufolge – eindämmen.

Phosphorus: Bei Blutungen und Schmerzen als Akutmittel in der Anwendung

Phosphorus ist in der Homöopathie zudem – ähnlich wie Arnica – als Akutmittel bekannt. Blutungen und Schmerzen stellen die beiden hauptsächlichen Anwendungsgebiete von Phosphorus als Akutmittel dar.

Bei Blutungen, die schwer zu stillen sind oder immer wieder auftreten, ist Phosphorus von großem Wert. Das Mittel kann Blutungen nach einem operativen Eingriff, bei offenen Wunden oder nach dem Ziehen eines Zahnes stoppen. Auch wenn Sie immer wieder zu blauen Flecken und Nasenbluten neigen beziehungsweise Ihr Taschentuch beim Naseschnäuzen kleine Blutspuren aufweist, sollten Sie an Phosphorus denken. Eine weitere bewährte Anzeige (Indikation) sind starke Menstruationsblutungen sowie Zwischenblutungen in der Mitte des Zyklus. Doch nicht nur bei Blutungen im Rahmen der Periode, sondern sogar bei Geburtsblutungen sollen Patientinnen von der komplementären Anwendung der Phosphorus-Präparate profitieren. In all diesen Fällen wird Phosphorus als passende Wahl erachtet, wenn das Blut hellrot und dünnflüssig ist.

Das zweite klassische Anwendungsgebiet von Phosphorus sind Schmerzen. Diese können im gesamten Körper auftreten. So ist die Anwendung von Phosphorus bei Kopfschmerzen oder Migräne genauso angezeigt wie bei brennenden Kehlkopfschmerzen, Kehlkopfentzündung, Husten, Heiserkeit, Rücken- oder Schulterschmerzen. Auch bei schmerzhaften Magen-Darm-Beschwerden mit Durchfall, Erbrechen, Übelkeit und Magenschmerzen soll Phosphorus gute Effekte erzielen.

Vorsicht: Für die gesammelten Anwendungen von Phosphorus gilt, dass die homöopathische Selbstbehandlung niemals eine Beratung und Therapie durch einen Schulmediziner ersetzen kann. Phosphorus kann also allenfalls ergänzend eingesetzt werden. Wenn Sie sich wegen einer Krankheit oder Erkrankung bereits in Behandlung befinden bzw. Medikamente einnehmen, sprechen Sie die begleitende homöopathische Therapie in jedem Fall vorab mit Ihrem Arzt ab.

Was sind alternative homöopathische Mittel zu Phosphorus?

Phosphorus überschneidet sich in seinen Anwendungsgebieten mit einigen anderen homöopathischen Arzneimitteln. So sollen Arsenicum album oder Pulsatilla sehr ähnliche Wirkungen auf Psyche und Körper haben wie Phosphorus.

Vor dem Einsatz eines homöopathischen Mittels ist daher immer gut abzuwägen, welches am besten geeignet ist. In der Homöopathie gibt es als Entscheidungshilfe sogenannte Arzneimittelbilder. In diesen werden typische Krankheitszeichen (Symptome) definiert, bei denen sich ein bestimmtes Präparat am meisten bewährt hat. Zudem beschreiben Homöoathen in diesen Arzneimittelbildern, unter welchen Bedingungen sich diese Symptome bessern und wann sie sich verschlechtern. Auch das kann Sicherheit bei der Entscheidung bieten.

Bei welchen Symptomen ist ein Nutzen von Phosphorus möglich?

Die Indikation von Phosphorus machen Homöopathen an bestimmten Symptomen wie der Neigung zu Blutungen oder Angst vor Dunkelheit fest. Phosphorus soll zudem vor allem dann angezeigt sein, wenn Zuwendung, Ruhe und Kälte in Form von Getränken zu einer Besserung der Beschwerden führen. Typische Symptome für die Phosphorus-Anwendung sind:

  • Angst vor Dunkelheit und Gewitter
  • Abneigung gegen das Alleinsein
  • raue Stimme bis zur Stimmlosigkeit
  • trockener Husten
  • großer Durst auf eiskalte Getränke
  • kleine Stöße führen schnell zu blauen Flecken
  • Neigung zu Blutungen
  • Zittern

Treten diese Beschwerden vor allem auf der linken Körperseite auf, so raten Homöopathen zum Einsatz von Phosphorus.

Wissenswert: Im Vergleich dazu ist Arsenicum album insbesondere dann indiziert, wenn die Beschwerden (Ängste, Schwäche, Magen-Darm-Beschwerden) überwiegend in der rechten Körperhälfte auftreten.

Ob eine Behandlung mit Phosphorus aussichtsreich ist, lässt sich außerdem anhand der Dynamik der genannten Leitsymptome festmachen: So hat sich Phosphorus vor allem dann bewährt, wenn Zuwendung, Trost, Ruhe, Schlaf, Massagen und Liegen auf der rechten Seite zu einer Besserung der Beschwerden führen. Außerdem soll Phosphorus indiziert sein, wenn kalte Anwendungen oder kühle Getränke die Krankheitszeichen lindern. Komplementär dazu spricht es ebenfalls für den Nutzen des homöopathischen Phosphorus, wenn Anstrengung, seelische Belastung, Lärm, Gewitter, Gestank, Liegen auf der linken Seite und der Verzehr heißer Nahrung bzw. Getränke eine Verschlechterung der Leitsymptome herbeiführen.

Wie wirkt Phosphorus?

Für das homöopathische Arzneimittel Phosphorus wird das chemische Element Phosphor stark verdünnt und aufbereitet. Phosphorus soll – genau wie Phosphor – auf verschiedenen Ebenen des menschlichen Organismus wirken.

Gemäß Homöopathen wirkt das Mittel hauptsächlich auf:

Je nachdem, zu welcher Potenz Sie greifen, ist das Element Phosphor unterschiedlich stark dosiert. Demnach unterscheiden sich einzelne Präparate auch im Umfang ihrer Effekte auf die jeweiligen Systeme.

Wie lässt sich Phosphorus anwenden?

Phosphorus kommt meist als Globuli, seltener in Form von Tabletten oder Tropfen zum Einsatz. Für eine Selbstbehandlung bei akuten Beschwerden sind Phosphorus-Globuli in niedrigen Potenzen am beliebtesten. Höhere Potenzen und längere Anwendungen hingegen machen die Betreuung durch einen Heilpraktiker oder Homöopathen erforderlich.

Anwendung von Phosphorus in der Selbstbehandlung

Für eine Selbstmedikation greifen Sie am besten zu Phosphorus D6 oder D12. Auch C-Potenzen sind in akuten Fällen für eine Selbsttherapie geeignet (Phosphorus C6 oder C12).

Tipp: Gerade bei der homöopathischen Behandlung von Blutungen während der Periode oder bei Zwischenblutungen bietet es sich an, die Globuli in Wasser aufzulösen. Trinken Sie in kurzen Abständen von dieser Lösung, bis die Blutung aufhört. Rühren Sie die Wasserauflösung vor jedem neuen Schluck kräftig mit einem Plastiklöffel um.

Wenn Sie einen Homöopathen aufgesucht haben, bestimmt dieser die erforderliche Potenz sowie die Dosierung und Dauer der Anwendung von Phosphorus. Lassen Sie sich alternativ in der Apotheke beraten und beachten Sie die Hinweise auf der Packungsbeilage. Fragen Sie im Zweifel (beispielsweise bei Unklarheiten zu möglichen Wechselwirkungen) besser noch einmal nach.

Anwendung von Phosphorus in Potenzen ab C30 und über längere Zeit

Ab Phosphorus C30 ist eine Beratung durch einen Apotheker, Arzt oder Homöopathen unbedingt zu empfehlen. Langzeitbehandlungen mit Phosphorus werden mit Hochpotenzen wie C200 oder C1000 durchgeführt und gehören zwingend in die Hand eines erfahrenen Homöopathen.

Interessant: In der Regel kommt Phosphorus bei akuten Beschwerden zum Einsatz. Klingen diese ab, kann die Behandlung langsam ausgeschlichen werden. Langzeitbehandlungen mit Phosphorus sind eher eine Seltenheit.

Was sind Nebenwirkungen und Gegenanzeigen von Phosphorus?

Phosphorus kann in vereinzelten Fällen zu Unruhe, Schlafstörungen, beschleunigtem Herzschlag und Herzrhythmusstörungen führen. Es gibt außerdem Personengruppen, denen von Grund auf zur Vorsicht bei der Anwendung des homöopathischen Mittels geraten wird.

Folgende Personengruppen sollten Phosphorus vorsichtig anwenden:

  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Schwangere und stillende Mütter
  • Personen mit Überempfindlichkeit

Phosphorus-Verdünnungen (Tropfen) enthalten oftmals Alkohol. Daher sind sie allgemein sparsam und mit Wasser verdünnt einzusetzen. Gerade bei Kindern, Schwangeren und anderen empfindlichen Gruppen sollten Sie Globuli als Darreichungsform vorziehen.

Achtung: Werden die Beschwerden – unabhängig vom gewählten Präparat – nicht besser, suchen Sie immer einen Arzt auf. Selbiges gilt auch für den unwahrscheinlichen Fall, dass Nebenwirkungen auftreten.

Fazit: Phosphorus – das Homöopathikum bei Schmerzen, Blutungen und Ängsten

Phosphor ist ein nichtmetallisches chemisches Element, das im menschlichen Körper unverzichtbar ist. Es versorgt die Körperzellen mit Energie und ist sowohl in den Knochen und Zähnen als auch in der Erbsubstanz enthalten. Phosphorus ist die homöopathische Aufbereitung von Phosphor. Erfahrungsberichten zufolge lassen sich mit Phosphorus-Globuli, -Tabletten und -Tropfen zahlreiche Beschwerden auf Ebene des Körpers und Geistes lindern.

Nicht nur bei Schmerzen in Kopf, Nacken, Magen und Kehlkopf, sondern auch bei starken Menstruationsblutungen, Zwischenblutungen oder geburtsbegleitenden Blutungen kann das alternative Heilmittel Abhilfe schaffen. Außerdem sollen Patienten mit diversen Ängsten und anderen psychischen Symptomen von Phosphorus profitieren. Nebenwirkungen treten dabei nur selten auf, was Phosphorus zu einem beliebten homöopathischen Akutheilmittel macht.

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