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Der Birkenporling: Die Erfolgsgeschichte eines Vitalpilzes

(Foto: manuela_merl - Adobe Stock)

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Als Heil- und Vitalpilz genießt der Birkenporling bereits seit Jahrhunderten, ja sogar Jahrtausenden, Beliebtheit. Das erklärt auch den spektakulären Fund des Pilzes bei der bekannten Gletschermumie „Ötzi“. Man nimmt an, dass der Pilz seit der Steinzeit Verwendung als natürliches Antibiotikum bei Infektionen fand. Heute kommt er unter anderem zur Linderung von Magen-Darm-Beschwerden und sogar bei der Behandlung verschiedener Krebs-Erkrankungen zum Einsatz. Doch was genau macht die Heilwirkung des Birkenporlings aus?

Steckbrief des Birkenporlings (botanisch: Piptoporus Betulinus)

  • Birkenporling: am Stamm von Birken wachsender Baumpilz mit weißer bis brauner Huthaut
  • Heilwirkung: u.a. antibakteriell, antiviral, antiparasitär, vitalisierend und tumorantigen (wirkt Tumorentwicklung entgegen)
  • Einnahme: als Tee oder Kaltgetränk aus frischen Pilzen, Pulver, Granulat oder Extrakt
  • Einsatzgebiet: Infekte der Atemwege, Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, Krebsbehandlung
  • Inhaltsstoffe: enthält vielfältige Wirkstoffe, unter anderem Betulinsäure und Polysaccharide

Einsatzgebiete und naturheilkundliche Wirkung des Birkenporlings

Der Birkenporling (Piptoporus Betulinus oder Formitopsis Betulina) gehört zur Familie der Birkenschwamm-Verwandten. Er wächst als Baumpilz am Stamm der Birke (Betula).

Wirksame Abhilfe bei Infekten entlang der Atemwege: Der Birkenporling

Die Einnahme des Vitalpilzes soll sowohl antibakteriell als auch antiviral wirken. Ferner stärkt der Pilz das Immunsystem und die Atemwege. Daher eignet sich der Einsatz zur Prävention von folgenden Beschwerden:

  • Erkältungen (sowohl virale als auch bakterielle Infekte)
  • Entzündungen von Hals- und Nasennebenhöhlen
  • Atemwegsbeschwerden (von Bronchitis bis hin zu Asthma)

Dank der entzündungshemmenden und blutstillenden Wirkung schafft der Birkenporling zudem Abhilfe bei äußerlichen Wunden.

Birkenporling – als Kur für Magen und Darm

Aufgrund der antiparasitären und wurmtreibenden Effekte hat sich der Birkenporling einen Namen in der Behandlung von Darmparasiten gemacht. Aber auch bei anderen schmerzhaften Symptomen im Magen-Darm-Trakt sorgt der Pilz für Besserung:

  • Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis)
  • Magengeschwüre
  • Blähungen
  • Bandwürmer

Die Aufzählung zeigt: Der Birkenporling und seine Heilwirkung unterstützen naturheilkundlich bei Erkrankungen des Verdauungstrakts. Doch der Wunderpilz kann noch mehr: Er wird auch in der Krebstherapie eingesetzt.

Der Birkenporling als Geheimwaffe in der begleitenden Krebstherapie

Der Birkenporling gewinnt zunehmend an Beliebtheit in der naturheilkundlichen Behandlung verschiedener Krebserkrankungen. Insbesondere als Ergänzung zu herkömmlicher Strahlen- und Chemotherapie ist der Einsatz des Piptoporus Betulinus vielversprechend. Obwohl noch nicht gänzlich klar ist, wie genau Vitalpilze wirken und wie groß die erzielten Effekte sind, können Krebspatienten auf zwei verschiedene Arten profitieren.

Zum einen lindert die Behandlung mit Heilpilzen – wie dem Birkenporling – die Nebenwirkungen der Standardbehandlung. Zum anderen enthalten die Pilze bioaktive Substanzen, die über verschiedene Pfade die Tumor-Entwicklung verlangsamen. Diese beschreiben De Silva et al. (2012) in ihrer Übersichtsarbeit wie folgt:

  • Pfad über das Immunsystem: Die Anti-Tumor-Wirkung verdanken sie einerseits hochmolekularen bioaktiven Substanzen wie Polysacchariden. Sie stärken das Immunsystem und die Zahl weißer Blutkörperchen.
  • Pfad über die Übertragungswege: Zudem enthalten Vitalpilze zahlreiche niedrigmolekulare Substanzen. Diese kontrollieren Übertragungswege, die für die Ausbreitung von Krebszellen im Körper verantwortlich sind.

Autoren einer anderen Studie schlussfolgern aus dem aktuellen Stand wissenschaftlicher Forschung, dass die Ergänzung der schulmedizinischen Standardbehandlung von Krebs mit heilwirksamen Pflanzen nicht schadet. Es bedarf allerdings dennoch der Absprache mit den behandelnden Onkologen und einer sorgfältigen Abwägung von Neben- und Wechselwirkungen (Beer und Hübner 2017).

Heilwirksame Inhaltsstoffe: Power-Paket Birkenporling

Pilze wachsen in einem feuchten, dunklen Lebensraum, in dem sie zahlreichen Parasiten und Erregern ausgesetzt sind. Sie haben daher anhand wirksamer Inhaltsstoffe eine starke Abwehr entwickelt. Der Birkenporling beispielsweise enthält unter anderem folgende Wirkstoffe:

  • Betulinsäure: Unter Laborbedingungen soll Betulinsäure den Zelltod bei Krebszellen initiiert haben. Damit liegt ein starkes Argument für den Einsatz in der Krebstherapie vor.
  • Bitterstoffe: Sie wirken entgiftend. Außerdem regen sie die Aktivität von Galle und Darm an. Das erklärt den Einsatz des Birkenporlings bei Magen-Darm-Beschwerden.
  • Piptamine: Sie gelten als das Antibiotikum der Steinzeit. Tatsächlich scheinen sie verschiedene Bakterien erfolgreich auszulöschen. Das macht sich bei der Vorbeugung bakterieller Entzündungen in den Atemwegen, aber auch im Darm und auf der Hautoberfläche bezahlt.
  • Polysaccharide: Ihnen wird eine Anti-Tumor-Wirkung zugesagt. Diese erzielen Polysaccharide vor allem durch die Stärkung des Immunsystems.

Das Geheimnis von Vitalpilzen ist, dass sie meist mehrere solcher Inhaltsstoffe mit ihren vielfältigen Effekten enthalten. Das erklärt die breit gefächerten Anwendungsmöglichkeiten des Piptoporus Betulinus.

Tipps zur Anwendung des Birkenporlings als Vital-Getränk

Der Pilz gilt zwar als essbar, jedoch findet er wegen seines bitteren Geschmacks keine Verwendung als Speisepilz. Der Fruchtkörper lässt sich für die Weiterverarbeitung zu Heilzwecken entweder frisch oder in konservierter Form verwenden. Für Letzteres bieten sich Pulver, Granulat und Extrakte an.

Unabhängig davon, ob Sie die Pilzprodukte selbst herstellen oder kaufen, lassen sie sich auf zwei verschiedene Wege naturheilkundlich anwenden: als Tee und als Kaltgetränk. Diese beiden Anwendungsformen gelten als am verträglichsten. Vom Verzehr frischer Pilze, als auch von Kapseln mit Pulver des Birkenporlings, ist abzuraten.

Warmgetränke aus Piptoporus Betulinus: Die etwas andere Tee-Zubereitung

Um einen Tee aus frischem Birkenporling herzustellen, folgen Sie diesem Rezept:

  • Schneiden Sie den Fruchtkörper in Scheiben und geben Sie 1 Esslöffel davon in einen Topf
  • Füllen Sie den Topf mit 500 Milliliter Wasser
  • Lassen Sie den Sud 20 bis 30 Minuten bei mittlerer Temperatur köcheln
  • Sieben Sie die festen Bestandteile ab
  • Brauchen Sie den grünlich gefärbten Sud in den folgenden 5 Tagen auf

Wegen der limitierten Haltbarkeit frischer Pilze und der kurzen Verfügbarkeit bietet es sich an, die Vitalpilze haltbar zu machen. Getrocknete und zerkleinerte Fruchtkörper lassen sich folgendermaßen zu Tee verarbeiten:

  • Geben Sie 2 bis 3 Teelöffel vom Pulver/Granulat in einen Topf
  • Ergänzen Sie 500 Milliliter Wasser und bringen Sie die Mischung einmal zum Sieden
  • Lassen Sie den Tee 20 bis 30 Minuten leicht köcheln
  • Sieben Sie die Rückstände des Pulvers/Granulats ab
  • Brauchen Sie den grünlich gefärbten Sud in den folgenden 5 Tagen auf

Passen Sie die Dosierung je nach Beschwerde an: Es eignen sich Mengen von 1 Esslöffel täglich bis sechsmal 250 Milliliter pro Tag. Die empfohlene Maximaldauer der Einnahme liegt bei 20 Tagen.

Kaltgetränke aus Birkenporling: Bitter macht lustig – und gesund

Die zweite Art und Weise, die Heilwirkung des Pilzes für sich zu nutzen, sind Kaltgetränke. Hierfür verdünnen Sie eine geringe Menge des Extrakts in einem Glas kühlem Wasser. Empfohlen wird die 20-tägige Einnahme von 3 Tropfen 3-mal täglich.

Gut zu wissen: Genau wie der Tee ist auch das Kaltgetränk bitter im Geschmack. Daher bietet sich das Süßen der Getränke mit Honig oder Sirup an.

Heilpilze: Kaufen oder sammeln?

Insbesondere wenn Sie sich für Extrakte interessieren, bietet sich Ihr Kauf an. Beabsichtigen Sie hingegen die Zubereitung von Tees aus frischen Pilzen, so lohnt es sich, eigenhändig zu sammeln.

Praxis-Tipps beim Kauf des raren Vitalpilzes

Der Pilz lässt sich käuflich meist nur in verarbeiteter Form erwerben. Frische Birkenporlinge von Online-Händlern sind eine Seltenheit. Die häufigsten Darreichungsformen sind daher getrocknete Streifen, Pulver, Granulat und Extrakte des Birkenporlings.

Ein Qualitätsmerkmal von Streifen, Granulat und Pulver ist die Trockenheit. Trockene Pilzerzeugnisse sind meist mehrere Jahre haltbar. Ferner ist es ratsam, Birkenporlinge aus deutschen Wäldern zu erwerben. Aufgrund des Reaktor-Unglücks von Tschernobyl raten Experten davon ab, Pilze aus Osteuropa zu kaufen, die mitunter radioaktiv belastet sein könnten.

Was es beim Sammeln zu berücksichtigen gibt

Die Sammelzeit des Birkenporlings erstreckt sich von September bis Dezember. Um sicherzustellen, dass ausreichend Wirkstoffe enthalten sind, ist es ratsam, weder zu junge noch zu alte Pilze zu sammeln. Allgemein zeichnet sich der Pilz durch folgende Merkmale aus:

  • Standort: Birkenporlinge wachsen auf Birkenstämmen. Als Parasiten entziehen sie den Bäumen Nährstoffe. Die Birken fallen daher meist durch abgestorbene Äste und Braunfäule auf.
  • Größe und Form: Ausgewachsen – und damit erntereif – ist der Birkenporling bei einer Höhe von 5 bis 20 Zentimetern. Seine Form ähnelt einem Kissen.
  • Hut: Die Huthaut ist bei jungen Exemplaren weiß und bei älteren bräunlich. Sie ist abziehbar. Der Hut kann bis zu 30 Zentimeter breit und 2 bis 7 Zentimeter hoch werden. Der Hutrand wölbt sich optisch teilweise wellig nach unten.
  • Fleisch: Das Fleisch der Fruchtkörper ist zunächst weiß und weich und wird zunehmend brüchiger, gelber und fleckiger.
  • Geruch: Der Geruch ist unauffällig.

Das Alter und damit die Eignung als Heilpilz lässt sich anhand der farblichen Entwicklung und Größe recht zuverlässig bestimmen. Wenn Sie Birkenporlinge zu Heilzwecken sammeln, lohnt es sich, neben einer braunen oder fleckigen Hutunterseite auch parasitären Befall auszuschließen.

Verwechslungsgefahr besteht bei jungen Birkenporlingen mit einem anderen Pilz: dem Zunderschwamm. Dieser ist nicht giftig, wird allerdings als ungenießbar bezeichnet. Er macht das Holz der befallenen Bäume nicht braun und brüchig (Braunfäule), sondern verursacht eine weiße Verfärbung (Weißfäule). Außerdem ist sein Fleisch hellbraun statt weiß.

Der Birkenporling: Ein Parasit im Einsatz gegen Parasiten und Krebszellen

Als Heilpilz seit 5.000 Jahren sogar schon bei Ötzi bekannt, überzeugt der Piptoporus Betulinus heute immer noch mit einer überragenden Heilkraft. Sei es die entzündungshemmende und immunstärkende Wirkung bei Erkrankungen der Atemwege oder die antibakterielle Wirkung bei Entzündungen der Haut oder des Magen-Darm-Systems: Die Effekte des Porlings gehen so weit, dass er sogar in der Behandlung von Darmparasiten, Magengeschwüren und Krebs-Erkrankungen zum Einsatz kommt. Diese vielfältigen Heilwirkungen verdankt der Vitalpilz seinen unzähligen Inhaltsstoffen. Sie machen den Birkenporling zum Geheimtipp für jede Hausapotheke.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Birkenporling

 

 

 

 

 

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