Mediterranes Kraut mit antibakterieller Wirkung: Oregano als Heilpflanze

Mediterranes Kraut mit antibakterieller Wirkung: Oregano als Heilpflanze
Vera Kuttelvaserova | Adobe Stock
Inhaltsverzeichnis

Ob Pizza oder Pasta – Oregano ist vor allem durch seine Verwendung in der mediterranen Küche bekannt und beliebt. Durch den leicht herben, aromatischen Geschmack ist das Kraut aus der Welt der Gewürze kaum mehr wegzudenken. Was jedoch weniger bekannt ist: Oregano besitzt auch eine heilsame Wirkung. So wird das Gewürzkraut in der Naturheilkunde gegen Magenkrämpfe, Appetitlosigkeit, Atemwegsbeschwerden oder Entzündungen eingesetzt. Doch wie genau wirkt Oregano als Heilpflanze und wie wird die heilende Wirkung erzielt?

Origanum vulgare: Die Heilpflanze Oregano auf einen Blick

  • Oregano: Mediterranes Heil- und Würzkraut mit fein-herbem Geschmack
  • Heilwirkung: antibakteriell, verdauungsfördernd, pilzhemmend, antioxidativ
  • Einnahme: frisch oder gerebelt in der Küche, als Öl, Tee, Sud oder Fertigpräparat
  • Einsatzgebiet: Magen- und Darmbeschwerden, Appetitlosigkeit, grippale Infekte, entzündliche Hautbeschwerden, Pilzbefall, Atemwegsinfekte
  • Inhaltsstoffe: wirkt vor allem durch ätherische Öle (Carvacrol und Thymol), Gerbstoffe und Bitterstoffe
  • Botanik: Lippenblütler der Gattung Dost, auch Dost oder Wilder Majoran genannt

Nicht nur für die Küche: Oregano als Heilpflanze

Auch, wenn Oregano vor allem aus der italienischen Küche von Pizza, Pasta und Co. bekannt ist: Origanum vulgare stellt auch in der Naturheilkunde ein wirksames Kraut dar. Dabei ist die Heilwirkung der Pflanze bereits aus der Antike bekannt. Gewürzt wird mit Oregano jedoch erst seit knapp 200 Jahren. Wirksam machen das Heilkraut aus der Familie der Lippenblütler hauptsächlich die enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe sowie die ätherischen Öle. Dabei sind vor allem diese Inhaltsstoffe für die Gesundheit förderlich:

Thymol Thymol ist Bestandteil des ätherischen Öls in der Oregano-Pflanze. Der Wirkstoff hat antiseptische (also keimreduzierende) Eigenschaften und wird in der Medizin gegen Erkältungen eingesetzt.
Carvacrol Carvacrol ist als Inhaltsstoff ätherischer Öle in Pflanzen sehr selten und kommt vor allem in Oregano und Thymian vor. Der Stoff hat eine antibakterielle, pilzhemmende sowie entzündungshemmende Wirkung. Zudem soll er wärmen und Schmerzen stillen.
Borneol Borneol ist mitverantwortlich für Geruch und Geschmack des Oreganos, befindet sich allerdings auch in Thymian, Rosmarin oder Salbei. Zudem wird dem Wirkstoff nachgesagt, dass er die Aufnahmefähigkeit für Wirkstoffe im Körper verbessere.

Die Inhaltsstoffe der Oregano-Pflanze beeinflussen also nicht nur den Geschmack und das Aroma des Gewürzes – sondern auch die Wirksamkeit des Origanum vulgare als Heilpflanze. So soll das Kraut folgende gesundheitsfördernde Wirkungsweisen mit sich bringen:

  • antibakteriell
  • entzündungshemmend
  • hustenlösend
  • appetitanregend und verdauungsfördernd
  • pilzhemmend
  • antioxidativ
  • milchtreibend

Wer Oregano bisher nur als Würzkraut aus der Küche kennt, wird von der Wirksamkeit des Lippenblütler-Gewächses in der Naturheilkunde oft überrascht. Doch die gesundheitsfördernden Eigenschaften machen Oregano als Heilkraut vielseitig einsetzbar. Aber bei welchen Beschwerden hilft es, den Wilden Majoran – wie der Oregano noch genannt wird – zur natürlichen Behandlung einzusetzen?

Heilkraut Oregano: Bei diesen Beschwerden hilft der Wilde Majoran

Gerbstoffe, ätherische Öle und Bitterstoffe versprechen als Inhaltsstoffe der Dost-Pflanze Oregano eine gesundheitsfördernde Wirkung. Denn die antibakteriellen, entzündungshemmenden und hustenlösenden Eigenschaften schaffen Abhilfe bei vielfältigen Beschwerden. In der heutigen Naturheilkunde gehören dazu die folgenden:

  • Verdauungsstörungen und Magen-Darm-Beschwerden
  • Appetitlosigkeit
  • Erkältungen und Atemwegsinfekte
  • Menstruationsbeschwerden
  • entzündliche Hauterkrankungen, Schuppenflechte oder Ekzeme
  • Mund-, Zahnfleisch- und Rachenentzündungen
  • Pilzbefall

Für die verdauungsfördernde und appetitanregende Wirkungsweise des Oregano-Krautes als Heilpflanze sind die Bitterstoffe der Pflanze verantwortlich. Diese wirken beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt und verhindert dort zum Beispiel Blähungen. Auch auf die Leber oder die Galle kann die Einnahme von Origanum vulgare eine positive Wirkung haben.

Wichtig: Viele der oben genannten Beschwerden lassen sich durch Dost-Kraut lindern – sind aber dennoch ernst zu nehmen. Besonders bei länger bzw. dauerhaft anhaltenden oder wiederkehrenden Symptomen ist ein Besuch beim Hausarzt unumgänglich. Dieser wird die medizinischen Hintergründe der Beschwerden ermitteln und eine weiterführende Behandlung anordnen oder Sie an einen Facharzt überweisen.

Origanum vulgare: So wenden Sie das Heilkraut am besten an

Oregano – auch Dost genannt – ist in gerebelter Form am weitesten verbreitet. Denn so findet man das Gewürzkraut in den meisten Supermärkten. Gerebelt bedeutet, dass die Blätter der getrockneten Pflanze vom Stiel entfernt und anschließend zerkleinert werden. Zumeist findet der gerebelte oder auch frische Oregano in der Küche Verwendung: Vor allem Gerichte mediterraner Herkunft erhalten so ein einzigartiges Aroma und eine herbe Würze.

Die Verwendung des Krauts in gerebelter Form hat den Vorteil, dass Sie die Wirkstoffe des Krautes dem Körper nur in geringen Mengen zuführen. Doch in der Naturheilkunde wird Oregano auch folgendermaßen zur Einnahme angeboten:

Oregano-Öl Das Öl aus Origanum vulgare wird aus den Blättern des Lippenblütlers gewonnen. Es kann dabei sowohl innerlich aus auch äußerlich zur Anwendung kommen und gilt als besonders wirksam. Jedoch sollten Sie immer darauf achten, das Oregano-Öl nicht unverdünnt zu sich zu nehmen oder auf Hautstellen aufzutragen. Dies könnte allergische Reaktionen auslösen.
Oregano-Tee Oregano-Tee wird vor allem bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt. Doch der duftende Tee hilft auch bei Verdauungsproblemen oder Appetitlosigkeit. Zudem soll er Menstruationsbeschwerden lindern. Bereiten Sie den Dost-Tee dafür aus dem Öl der Pflanze oder frischen Blättern zu.
Oregano-Sud Ein Bad in eigens aufgegossenem Oregano-Sud hilft durch die ätherischen Öle besonders bei bronchialen Beschwerden oder Erkältungen. Hierbei kommt neben Wasser auch das getrocknete Kraut zum Einsatz. Neben der gesundheitsfördernden Wirkung hilft Oregano-Sud außerdem gegen Blattläuse im Garten.

Zur Einnahme von Oregano gibt es also vielfältige und auch wohlschmeckende Möglichkeiten. Zudem findet das Dost-Kraut auch Verwendung in verschiedenen Medikamenten und ist als Fertigpräparat in der Apotheke erhältlich.

Während in der heutigen Zeit nur wenige Menschen von der heilsamen Wirkung des Oreganos wissen, war diese heilsame Kraft lange Zeit der hauptsächliche Verwendungszweck des Wilden Majorans. Doch seit wann ist die Wirksamkeit der Pflanze bekannt und welche Eigenschaften hat der Origanum vulgare noch?

Frisches OreganoAdobeStock | Pixel-Shot

Ein Alleskönner aus der Welt der Kräuter: Die Eigenschaften von Oregano

Kaum ein Gericht aus dem Mittelmeerraum ist ohne die Verwendung von Oregano vorstellbar. Doch noch lange, bevor die aromatische Geschmacksnote des Krauts entdeckt wurde, fand der Oregano als Heilpflanze Verwendung.

Origanum vulgare: Erst Heilpflanze – dann Würzkraut

Auch wenn Oregano heute weniger in der Medizin, sondern mehr in der Küche eingesetzt wird: Erst im 17. Jahrhundert war zum ersten Mal von Dost als Gewürz in einem Rezeptbuch die Rede. Von den heilsamen Eigenschaften der Dost-Pflanze wusste man jedoch bereits in der Antike.

Die Heilpflanze Oregano war insbesondere bei Frauenleiden gefragt: Die Pflanze wurde gegen Menstruationsbeschwerden und zum Einleiten der Wehen eingesetzt. Auch gegen Hämorrhoiden sollte der Wilde Majoran helfen. Im Mittelalter galt der Oregano außerdem als Mittel gegen den Teufel, Dämonen oder Hexen: So wurde das Kraut zum Ausräuchern von Häusern verwendet.

Der italienische Arzt Pietro Andrea Gregorio Mattioli legte zu Anfang des 16. Jahrhunderts noch weitere heilende Wirkungsweisen der Oregano-Pflanze fest: Laut seinem Kräuterbuch half das Kraut gegen Juckreiz, bei Geschwülsten, aber auch bei Husten oder Magen-Darm-Beschwerden. Dabei trank man den Origanum vulgare meist in Verbindung mit Rotwein.

Mehrjähriger Lippenblütler: Botanische Eigenschaften von Oregano

Die Oregano-Pflanze gehört zur Gattung der Lippenblütler (Lamiceae), zu der beispielsweise auch Thymian, Zitronenmelisse oder Bohnenkraut zählen. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Mittelmeerraum, mittlerweile ist sie überall in Europa beheimatet. Dabei bevorzugt das Kraut warme Standorte, trockene Böden und wird bis zu 70 cm hoch.

Die mehrjährige Pflanze zeichnet sich durch zahlreiche, doldenartige Blütenstände aus. Daran wachsen die verwendeten Blätter sowie rosa-rote Blüten. Ausgesät wird der Oregano ab April, er entfaltet sein volles Aroma, sobald er blüht, und lässt sich dann ernten. Origanum vulgare zählt wie auch der Majoran zur Gattung Dost – und wird auch häufig mit Origanum majorana verwechselt. Doch die beiden Kräuter zeichnen sich durch wesentliche Unterschiede aus.

Oregano und Majoran: Gleiche Gattung – unterschiedliche Kräuter

Majoran und Oregano sind eng miteinander verwandt: Denn beide Würzkräuter gehören zur Pflanzenart Dost. Und schon eine weitere Bezeichnung für Oregano – „Wilder Majoran“ – zeigt, wie ähnlich sich die beiden Pflanzen sind. Dennoch sind Origanum majorana und Origanum vulgare nicht dasselbe Kraut:

  Majoran (Origanum majorana) Oregano (Origanum vulgare)
Geschmack Leicht süßlicher, eher milder Geschmack Sehr intensives Aroma, fein-herber Geschmack
Botanische Eigenschaften Einjährige, nicht winterharte Pflanze Mehrjährige Pflanze, die auch winterhart ist
Aussehen Meist glatte, ovale Blätter ohne Härchen Spitze Blätter mit weichen Haaren
Verwendung Herzhafte Gerichte wie Fleisch, Geflügel, Wild, Fisch oder Aufläufe. Meist in Kombination mit weiteren Gewürzen. Auch als Heilmittel im Einsatz Vor allem in der mediterranen Küche, für Pizza und Pasta oder als Naturheilmittel

Sowohl Oregano als auch Majoran sind also in der Küche und als natürliches Heilkraut einsetzbar – und trotz ihrer Ähnlichkeiten unterschiedliche Pflanzen. Auch, wenn die Unterschiede optisch noch nicht besonders deutlich zu erkennen sind: Spätestens durch den Geschmack lassen sich die beiden Kräuter auseinanderhalten.

Vorsicht Nebenwirkungen: Wie sie Oregano besser nicht verwenden sollten

Der Beiname „Wohlgemut“ zeigt, dass Oregano hauptsächlich durch wohltuende, gesundheitsfördernde Eigenschaften auffällt. Doch vor allem in der Schwangerschaft sollten Sie Oregano-Öl nicht zu sich nehmen. Denn das Kraut kann frühzeitige Wehen auslösen, die im schlimmsten Fall zu einer Fehlgeburt führen können. Auch auf die blutverdünnende Wirkung des Heilkrauts sollten Anwender bestimmter Medikamente achten.

In manchen Kreisen ist zudem von einer „high“ machenden Wirkung von Origanum vulgare die Rede. Doch die Pflanze sollte man auf keinen Fall rauchen. Denn die Inhaltsstoffe Thymol, Carcavol und p-Cymol sind zwar gesundheitsfördernd – hohe Hitze wandelt sie jedoch in gefährliche Stoffe um. Dazu gehört beispielsweise Benzol, das als krebserregend und giftig gilt.

Fazit: Oregano – Mehr als nur ein Würzkraut

Mediterranen Speisen verleiht das Würzkraut Oregano den letzten Schliff – als Heilpflanze ist es jedoch wenigen Menschen bekannt. Durch seine gesundheitsfördernden Eigenschaften ist Origanum vulgare dennoch ein wirksames Naturheilmittel. Denn die Pflanze vereint antibakterielle, entzündungshemmende und hustenlösende Eigenschaften.

So hilft der Lippenblütler gegen Magen-Darm-Beschwerden, Erkältungen oder verschiedene Entzündungen. Zudem können Sie Oregano ganz leicht im eigenen Garten anbauen: Getrocknet und gerebelt hält es sich anschließend für eine lange Zeit.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Oregano

Auch frisch geerntet ist Oregano verzehrfertig. Roh schmeckt das Kraut sehr aromatisch. Jedoch verstärkt sich die Konzentration der darin enthaltenen ätherischen Öle, wenn das Gewürzkraut vor dem Verzehr getrocknet wird.
Majoran und Oregano gehören beide zu den Lippenblütlern und der Gattung Dost – und sind sich dadurch sehr ähnlich. Anhand des Geschmacks lassen sie sich jedoch unterscheiden: Während Majoran etwas süßlich-milder schmeckt, hat Oregano ein fein-herbes Aroma. Auch die Pflanzen unterscheiden sich, denn während Origanum vulgare mehrjährig und winterfest ist, ist Origanum majorana eine einjährige Pflanze.
Für Oregano gibt es verschiedene Namen. Besonders verbreitet sind dabei „Dost“ oder „Wilder Majoran“. Durch seine wohltuende Wirkung trägt das Heilkraut außerdem den Beinamen „Wohlgemut“.