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Magen-Darm-Erkrankungen: Unterschiedliche Krankheitsbilder im Überblick

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Beschwerden im Magen-Darm-Trakt sind für viele Menschen noch immer ein schambehaftetes Thema. Doch Magen-Darm-Erkrankungen können jeden treffen. Daher ist es umso wichtiger, die verschiedenen Symptome zu kennen. Denn neben eher harmlos verlaufenden Krankheiten wie einer Magenschleimhautentzündung gibt es auch Magen-Darm-Beschwerden, die schwerwiegende Langezeitfolgen mit sich bringen können.

Woraus besteht der Magen-Darm-Trakt?

Zum Magen-Darm-Trakt zählen alle Organe und Körperteile, die am Verdauungsprozess beteiligt sind. Er beginnt bereits im Mund und erstreckt sich über Magen und Darm bis hin zum After.

Der Magen-Darm-Trakt ist auch unter dem Namen Verdauungstrakt bekannt. Dabei besteht das Verdauungssystem aus drei verschiedenen Abschnitten: Einem oberen, dem mittleren und dem unteren Abschnitt.

Der obere Abschnitt des Magen-Darm-Trakts: Mund und Speiseröhre

Die Verdauung beginnt nicht etwa erst im Magen, sondern bereits in der Mundhöhle. Deshalb zählen schon Mund und Speiseröhre zum Verdauungstrakt und bilden dessen oberen Abschnitt. Die Zähne zerkleinern die Nahrung und der Speichel hilft bei der Vorverdauung.

Ist der Nahrungsbrei ausreichend zerkleinert, gelangt er über die Speiseröhre in den Magen. Die Speiseröhre kann sich wellenartig zusammenziehen, um die Nahrung fortzubewegen.

Magen und Dünndarm: Der mittlere Abschnitt des Verdauungstraktes

Die Speiseröhre bringt die aufgenommene Nahrung direkt in den ersten Teil des mittleren Abschnitts – in den Magen. Dieser durchmischt den Nahrungsbrei und zersetzt ihn mithilfe des Magensafts weiter.

Anschließend gelangt das aufgenommene Essen in den Zwölffingerdarm. Dieser ist der erste Teil des Dünndarms. Im Dünndarm findet ein Großteil der Verdauung statt. An dieser Stelle des Körpers werden die Nährstoffe der gegessenen Speisen aufgenommen. Neben dem Zwölffingerdarm zählen auch der Leerdarm und der Krummdarm zum Dünndarm. Der Krummdarm endet im Dickdarm und stellt damit eine Verbindung zum unteren Abschnitt des Magen-Darm-Trakts dar.

Unterer Abschnitt des Magen-Darm-Trakts: Der Dickdarm

Der Dickdarm bildet den unteren Teil des Verdauungstraktes. Er lässt sich in Grimmdarm, Blinddarm mit Wurmfortsatz und Mastdarm untergliedern. Der Mastdarm mündet am Darmausgang (Anus).

Im Dickdarm gelangen Wasser und Elektrolyte in den Körper, wodurch es zu einer Eindickung der Darminhalte kommt. Alles, was vom Körper nicht verstoffwechselt werden kann, verlässt als Kot den Körper.

Welche Symptome treten bei Magen-Darm-Erkrankungen auf?

Symptome von Magen-Darm-Erkrankungen sind vielfältig. Sie reichen vom Sodbrennen bis hin zum Durchfall. Auch Bauchschmerzen, Blähungen und Übelkeit können Indikatoren für Magen-Darm-Probleme sein.

Denn nicht immer läuft die Verdauung reibungslos ab. Schuld sind in der Regel Magen-Darm-Erkrankungen, die sich durch eine Vielzahl von Symptomen äußern können. Dazu zählen:

Die Auswirkung einer Magen-Darm-Erkrankung hängen damit zusammen, welcher Teil des Verdauungstraktes betroffen ist.

Achtung: Durch die Symptome allein lässt sich nicht zuverlässig auf ein Krankheitsbild schließen. Suchen Sie bei länger andauernden Beschwerden daher unbedingt einen Arzt auf.

Durchfallerkrankung: Häufiger Hinweis auf einen Magen-Darm-Infekt

Bei einem Magen-Darm-Infekt kommt es zu wiederholt auftretendem Durchfall. Laut Definition spricht man dann von Durchfallerkrankung, wenn der Erkrankte mehr als dreimal täglich breiigen oder flüssigen Stuhl ausscheidet. Auch die Stuhlmenge kann deutlich erhöht sein. Bei einem stark ausgeprägten Infekt kann der Durchfall auch wässrig sein und Schleim enthalten.

Der durch den Durchfall ausgelöste Verlust von Flüssigkeit kann, wenn der Infekt länger anhält, zu Kreislaufproblemen führen. Besonders alte Menschen und Kleinkinder sind hier gefährdet. Es ist daher wichtig, den Flüssigkeitsverlust durch Trinken wieder auszugleichen. Reicht das nicht aus, kann man sich in der Apotheke Elektrolyt-Pulver besorgen, das den gestörten Mineralhaushalt auch wieder ins Lot bringt.

Durchfall nicht mit Antibiotika behandeln

Bis auf einige wenige Fälle wie Salmonellen sollte bei Durchfällen auf Antibiotika verzichtet werden. Sie würden nicht helfen, sondern alles noch schlimmer machen. Der Grund: Zunächst müsste herausgefunden werden, ob es sich wirklich um bakteriell ausgelösten Durchfall handelt. Die meisten Magen-Darm-Erkrankung halten in der Regel „nur” drei bis vier Tage an und verschwinden dann von selbst wieder.

Zudem können Antibiotika die Darmflora zerstören, häufig zu weiteren Durchfällen führen und sogar gefährlichen Erregern ein Eindringen ermöglichen. Natürlich gibt es auch Durchfallerkrankungen, bei denen Antibiotika nötig sind, so etwa bei einer Infektion mit Salmonellen oder Shigellen. Doch selbst bei EHEC ist nicht sicher, ob ein Antibiotikum die Erkrankung positiv beeinflusst oder eher nicht.

Antibiotika bei Durchfall
Antibiotika können Durchfall schon schlimmer machen, weil sie die Darmflora schädigen. © Andrey Kiselev - Fotolia

Übelkeit und Erbrechen bei Magen-Darm-Beschwerden

Auch Übelkeit und Erbrechen gehören zu den typischen Symptomen eines Magen-Darm-Infekts. Über wiederholtes Erbrechen entsteht ein Flüssigkeitsverlust, der den Kranken schwächt und ausgeglichen werden muss.

Je nach Erreger sind die Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt. In einigen Fällen können auch Fieber und Kopfschmerzen hinzukommen. Allen gemein ist ein relativ stark ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Bei leichtem Verlauf treten die Symptome nur schwach ausgeprägt auf.

Welche häufigen Magen-Darm-Erkrankungen gibt es?

Magen-Darm-Erkrankungen beziehen sich entweder auf die Speiseröhre, den Magen oder den Darm. Je nach Ursache leiden Betroffene unter unterschiedlichen Beschwerden, welche von einem Reizdarm bis hin zur Stuhlinkontinenz reichen können.

Erkrankungen der Speiseröhre

Treten Krankheiten im oberen Teil des Magen-Darm-Trakts auf, ist in der Regel vor allem die Speiseröhre betroffen. Beschwerden zeigen sich dann durch folgende Symptome:

  • Schluckbeschwerden
  • Erbrechen
  • Sodbrennen
  • Husten
  • Schmerzen hinter dem Brustbein

Die häufigste Erkrankung im Bereich der Speiseröhre ist die Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis). In seltenen Fällen kann aber auch Speiseröhrenkrebs die Beschwerden auslösen.

Unangenehmes Sodbrennen durch gastroösophageale Refluxkrankheit

Die gastroösophageale Refluxkrankheit beschreibt eine bestimmte Form der Speiseröhrenentzündung. Das Problem liegt hierbei beim Verschluss der Speiseröhre gegenüber dem Magen. Kommt es hier zu Störungen, fließt die Magensäure ungehindert zurück in die Speiseröhre.

Betroffene spüren in der Folge ein starkes Brennen – auch als Sodbrennen bekannt. Bleibt dieses Problem unbehandelt, ist mit einer Entzündung der Speiseröhrenwand zu rechnen. Zudem können sich auch Geschwüre bilden.

Gut zu wissen: Auch Bakterien, Viren oder Pilze können eine Ösophagitis auslösen. Häufig tritt dies aber nur bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem auf. Auch Alkohol oder bestimmte Medikamente können die Ursache für die Speiseröhrenentzündung sein.

Krebs in der Speiseröhre

Beim Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) handelt es sich um einen Tumor in der Speiseröhrenschleimhaut. Im frühen Stadium zeigt sich der Krebs häufig in Form von Schluckbeschwerden. Wer unter diesen Beschwerden leidet, kann beim Arzt durch eine Spiegelung der Speiseröhre abklären lassen, ob ein Tumor vorliegt. Weitere Warnzeichen sind Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, grundloses Erbrechen und das Erbrechen von Blut.

Erkrankungen des Magens und Magenbeschwerden

Viele Magen-Darm-Beschwerden gehen auf eine Erkrankung des Magens zurück. Folgende Symptome sind typisch für eine Magenerkrankung und Magenbeschwerden:

  • Druckgefühl im Oberbauch
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Druckschmerz im Magenbereich

Die Krankheitsbilder reichen dabei von einer einfachen Magenschleimhautentzündung (Gastritis), über eine Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) bis hin zu Magengeschwüren.

Magenschleimhautentzündung (Gastritis)

Häufig ist eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) der Auslöser für Unwohlsein in der Magengegend. Sie entsteht, wenn sich zwischen der Säureproduktion und dem Säureschutz im Magen ein Ungleichgewicht bildet. Die Magensäure kann dann die Schleimhaut angreifen und so die Beschwerden verursachen.

Für eine Magenschleimhautentzündung gibt es unterschiedliche Ursachen. Zum einen können Medikamente sowie übermäßiger Alkohol- oder Nikotinkonsum die Entzündung begünstigen. Aber auch Bakterien und Viren kommen als Auslöser in Frage.

Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis)

Sind Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien für die Entzündung des Magens verantwortlich, ist auch die Rede von einer Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis). Der Körper reagiert mit Brechdurchfall auf die Erreger, um die Schädlinge möglichst schnell wieder auszuscheiden.

Achtung: Diese Magen-Darm-Erkrankung geht mit einem erheblichen Flüssigkeitsverlust einher. Um eine Austrocknung des Körpers zu verhindern, gilt es, eine ausreichende Flüssigkeits- und Mineralienzufuhr sicherzustellen.

Chronische Magenentzündung mit Magengeschwüren

Das Magenbakterium Helicobacter pylori kann eine chronische Magenentzündung auslösen. Offene Wunden im Magen und Zwölffingerdarm können die Folge sein. Wenn die Geschwüre wie etwa ein Zwölffingerdarmgeschwür tief genug in die Schleimhaut reichen, stoßen sie dort auf Blutgefäße. In diesem Fall drohen Blutungen oder sogar ein Magendurchbruch.

Hinweis: Sie fragen sich, wie Sie durch die Geschwüre wie ein Zwölffingerdarmgeschwür verursachte Blutungen erkennen? Pechschwarzer Stuhlgang ist in diesem Fall ein eindeutiges Warnsignal. Auch beim Erbrechen von Blut oder kaffeesatzartigem Material sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.

Magenkrebs

Eine Infektion mit Helicobacter pylori kann auch die Entstehung von Magenkrebs fördern. Dabei handelt es sich um eine bösartige Tumorerkrankung der Magenschleimhaut. Erste Symptome werden häufig übersehen, denn die Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Appetitmangel werden häufig mit anderen Ursachen in Verbindung gebracht.

Halten die Beschwerden allerdings über einen längeren Zeitraum an, ist der Gang zum Arzt sinnvoll. Denn wenn die Diagnose Magenkrebs rechtzeitig gestellt wird, stehen die Chancen für die Behandlung und Therapie gut.

Reizmagen

Bei einem Reizmagen lassen sich keine krankhaften Veränderungen des Magens nachweisen. Dennoch klagen Betroffene über typische Magenbeschwerden. Worin genau die Ursache für einen Reizmagen liegt, ist noch nicht geklärt. Ernährungsgewohnheiten, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und psychische Belastungssituationen scheinen diese Magen-Darm-Erkrankung allerdings zu begünstigen.

Darmerkrankungen im Überblick

Auch im unteren Teil des Verdauungstraktes zeigen sich immer wieder Beschwerden – in diesem Fall ist oft der Darm betroffen. Darmerkrankungen zeigen sich typischerweise wie folgt:

  • Stuhlunregelmäßigkeiten (z.B. Durchfall oder Verstopfung)
  • Schmerzen oder Krämpfe im Bauchbereich
  • Blähungen
  • Blut im Stuhl oder vermehrte Schleimauflagerungen

Ein weit verbreitetes Beispiel für Darmbeschwerden ist die Blinddarmentzündung. Aber auch Krankheiten wie Morbus Crohn oder Hämorrhoiden sind hier zu verorten.

Darminfektionen

Eine der am häufigsten vorkommende Darmerkrankung ist die Darminfektion. Eine beschädigte Darmschleimhaut führt in diesem Fall zu Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit. Verantwortlich hierfür sind Krankheitserreger oder Parasiten, die über die Nahrung oder verschmutztes Wasser aufgenommen werden.

Achtung: Bei besonders schweren Verläufen kann eine Darminfektion sogar tödlich verlaufen. Typhus- oder Cholera-Erreger können beispielsweise zu schweren Darminfektionen führen.

Blinddarmentzündung

Bei einer Blinddarmentzündung handelt es sich um eine Entzündung, die sich lediglich im Wurmfortsatz auswirkt. Betroffene merken diese Erkrankung durch Schmerzen in der Nabel- oder Magengegend sowie an Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Fieber. Bei schweren Verläufen hilft nur noch eine Operation. Bei dieser wird der Wurmfortsatz operativ entfernt.

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Weitere chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Morbus Crohn kann den ganzen Magen-Darm-Trakt betreffen. Häufig zeigen sich Beschwerden aber vor allem im letzten Dünndarmabschnitt sowie im obersten Bereich des Dickdarms.

Im Gegensatz dazu entzündet sich bei der Colitis ulcerosa die Darmschleimhaut im Bereich des Dick- und Enddarms. Patienten leiden unter blutigem Durchfall, Bauchkrämpfen und Fieber.

Hämorrhoiden

Blut im Stuhl ist allerdings auch ein häufiges Symptom von Hämorrhoiden. Bei dieser Magen-Darm-Erkrankung vergrößert sich das Gefäßpolster, das den Analkanal umgibt. Neben einer ballaststoffarmen Ernährung und einer ungünstigen Sitzhaltung sind auch vererbbare Faktoren als Auslöser in der Diskussion.

Reizdarm

Von einem Reizdarm (auch Reizdarmsyndrom) Betroffene berichten oft von Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung. Doch wie beim Reizmagen auch ist bei diesem Krankheitsbild keine krankhafte Veränderung im Körper festzustellen. Auch hier stehen eine fehlerhafte Ernährung und psychische Belastungen als Ursache im Raum.

Zöliakie

Bei der Zöliakie handelt es sich um Magen-Darm-Beschwerden, die durch eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten ausgelöst werden. Vor allem die Dünndarmschleimhaut ist betroffen. Forscher vermuten, dass ein vererbbarer Enzymdefekt für die Unverträglichkeit verantwortlich ist.

Stuhlinkontinenz

Betroffene, die unter einer Stuhlinkontinenz leiden, können Darmgase sowie flüssigen oder festen Stuhl nicht mehr gezielt entlassen. Der Zeitpunkt der Entleerung kann – je nach Schwere der Ausprägung – nicht mehr zuverlässig selbst bestimmt werden. Die Ursache können neben muskulären und neurologischen Störungen auch sensorische Störungen oder eine Störung der rektalen Speicherfunktion sein.

Darmpilzinfektion (Candida Alicans)

Die Magen-Darm-Flora enthält auch bei gesunden Menschen eine Vielzahl an Bakterien und Pilze, die jedoch nicht zwangsläufig eine Erkrankung auslösen müssen. So ist auch der Darmpilz Candida nicht per se schädlich. Ist er jedoch in zu großen Mengen vorhanden, kann er Darmbeschwerden auslösen.

Die Symptome sind oft unspezifisch und leicht mit anderen Magen-Darm-Erkrankungen zu verwechseln. Candida Alicans zeigt sich beispielsweise durch Bauchschmerzen, ein ständiges Völlegefühl, Sodbrennen und Durchfall oder Verstopfung.

Darmkrebs

Im Hinblick auf bösartige Tumore im Verdauungstrakt kommt Darmkrebs am häufigsten vor. In der Regel entsteht der Krebs aus Wucherungen, welche in der Schleimhaut des Dickdarms entstehen (sogenannte Darmpolypen). Doch nicht jeder Polyp verwandelt sich in einen Tumor. Sinnvoll ist es daher, die Polypen prophylaktisch bei einer Darmspiegelung entfernen zu lassen. Ab dem 50. Lebensjahr sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ratsam.

Welche Hausmittel gegen Magen-Darm-Beschwerden gibt es?

Bei Magen-Darm-Problemen müssen Sie nicht immer direkt zu Medikamenten greifen. Denn auch Hausmittel wie Tees und ausgewählte Speisen können leichte Beschwerden mildern.

Beruhigung für Magen und Darm dank Magen-Darm-Tee

Ein bewährtes Hausmittel gegen Magen-Darm-Infekte ist Tee. Besonders bewährt haben sich Tees aus Heilpflanzen wie Fenchel oder eine Mischung aus Fenchel-Anis-Kümmel. Sie beruhigen Magen sowie Darm und lindern die Übelkeit ein wenig. Zusätzlich helfen sie dabei, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, sodass man sich etwas besser fühlt.

Heidelbeertee: Gesundheitsförderliche Gerbstoffe nutzen

Heidelbeertee ist noch ein Tee, der gegen Magen-Darm-Probleme (wie z. B. Durchfall) hilft. Die Gerbstoffe aus den getrockneten Früchten wirken adstringierend (gefäßzusammenziehend) und verlangsamen die Bewegungen des Darms.

Der blauschwarze Farbstoff hemmt das Wachstum von schädigenden Bakterien im Darm. Dafür lassen Sie zwei Teelöffel getrocknete Beeren in 250 ml Wasser 10 bis 15 Minuten köcheln und seihen den Tee dann ab. Über den Tag verteilt werden davon zwei bis drei Tassen schluckweise getrunken.

Wichtig: Verwenden Sie nur getrocknete Früchte für den Tee, denn frische Heidelbeeren verursachen eine gegenteilige Wirkung.

Ingwertee gegen Übelkeit

Gegen Übelkeit und Brechreiz hilft Ingwertee aus frischen Ingwer-Scheiben, die mit kochendem Wasser übergossen werden und etwa 15 Minuten lang ziehen müssen.

Hühnerbrühe nach traditionellem Rezept

Um verlorene Salze und Flüssigkeit wieder auszugleichen, ist die gute alte Hühnerbrühe Gold wert. Mit Einlage sollte man aber anfangs noch vorsichtig sein.

Wichtig: Nicht auf Essen verzichten

Auch wenn es schwerfällt: Ein wenig Nahrung sollte man auch bei Magen-Darm-Problemen zu sich nehmen, um den Körper nicht zu sehr zu schwächen. Zwieback ist ein guter Anfang. Auch Salzkartoffeln versorgen den Körper mit wichtigen Nährstoffen, ohne ihn zu sehr zu belasten. Beginnen Sie mit dem Essen aber erst dann, wenn Sie Getränke wieder vertragen, und kauen Sie jeden Bissen sehr gut durch, damit Magen und Darm keine Arbeit damit haben.

Schon gewusst? Entgegen der landläufigen Meinung sind Cola und Salzstangen nicht geeignet, um die Beschwerden eines Magen-Darm-Infekts zu bekämpfen. Cola enthält zu viel Zucker, während andere nötige Mineralstoffe völlig fehlen. Auch die Salzstangen liefern ausschließlich Salz, was bei Weitem nicht ausreicht.

Banane und Apfel: Hausmittel gegen Durchfall

Wer den trockenen Zwieback nicht mag, kann auch mit einer zerdrückten Banane und gequetschten Haferflocken beginnen. Die Banane liefert Energie und sorgt durch die enthaltenen Pektine gleichzeitig dafür, dass der Durchfall nachlässt. Traubenzucker liefert zusätzliche Energie.

Und auch geriebene Äpfel sind seit Generationen das Mittel der Wahl gegen Durchfall. Die Pektine im Apfel binden überschüssiges Wasser im Darminhalt und helfen so dabei, den Durchfall zu stoppen.

Heilerde: Alternative zum Obst

Wer allergisch gegen Obst ist oder es einfach nicht mag, kann auf Heilerde zurückgreifen. Es handelt sich dabei um ein Pulver, das Sie in der Drogerie oder im Naturladen kaufen können. Auch sie bindet sehr effektiv Flüssigkeit im Darminhalt. Am besten wählen Sie die feinere Variante, denn bei Magen-Darm-Beschwerden hat sich ein Heilerde-Trunk als hilfreich erwiesen. Dazu rühren Sie jeweils morgens und abends zwei Teelöffel Heilerde in ein Glas Wasser. Trinken Sie dieses in kleinen Schlucken.

Medizinische Kohle: Effektives Mittel gegen Durchfall

Medizinische Kohle (auch: Aktivkohle, A-Kohle oder Medizinalkohle) ist hierbei ebenso ein vielseitiges und unentbehrliches Hausmittel, auch wenn dies bei vielen Menschen fast in Vergessenheit geraten ist.

Magen-Darm-Beschwerden mit Bitterstoffen lindern

Leiden Sie häufiger unter Magen-Darm-Problemen, können Sie es mit Bitterstoffen probieren. Diese lindern diese Beschwerden ebenfalls. Sie sind in vielen Gemüsesorten enthalten, zum Beispiel in Chicoree, Kapuzinerkresse oder Rauke.

Sie können auch einen Tee aus Angelika- und Enzianwurzel, Löwenzahn, Tausendgüldenkraut, Wermut, Fenchel, Melisse und Salbei herstellen. Die getrockneten Kräuter gibt es in der Apotheke. Die ersten fünf sollten zu gleichen Teilen insgesamt 70 Prozent des Tees ausmachen, die restlichen drei insgesamt 30 Prozent. Brühen Sie den Tee auf und trinken Sie davon einen Liter über den Tag verteilt.

Durchfall und Magen-Darm, Magen-Darm-Tee
Magen-Darm-Probleme sind unangenehm und auch peinlich. Glücklicherweise gibt es viele medizinische sowie natürliche Methoden, die Beschwerden zu bekämpfen. © gpointstudio - Fotolia

Vorbeugung: So halten Sie Ihren Darm gesund

Damit Magen-Darm-Erkrankungen gar nicht erst entstehen, ist es wichtig, ein gesundes Leben zu führen. Selbstverständlich lassen sich nicht alle Krankheiten vorbeugen. Doch mit folgenden Tipps können Sie das Risiko für Magen-Darm-Beschwerden zumindest senken.

  • Richtig essen: Mahlzeiten in möglichst entspannter Atmosphäre einnehmen und gründlich kauen.
  • Viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte verzehren: Die darin enthaltenen Ballaststoffe unterstützen den Darm bei seiner Arbeit.
  • Sauer vergorene Nahrungsmittel: Sauer vergorene Nahrungsmittel wie rohes Sauerkraut oder milchsauer eingelegte Gurken enthalten Milchsäurebakterien in großer Zahl und regenerieren die Darmflora. Ebenfalls gut für Ihre Darmflora: Sauer eingelegtes Obst und Gemüse, saure Äpfel, Zitronen und Pampelmusen.
  • Sauermilchprodukte: Joghurt, Quark, Dickmilch, Kefir oder Buttermilch versorgen den Darm mit probiotischen Bakterien.
  • Ausreichend trinken: Der Körper benötigt mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit am Tag. Gut geeignete Getränke sind Mineralwasser, Saftschorlen sowie in Maßen Kräuter- und Früchtetees. Kühle Getränke verringern die Transportzeit der Nahrung und regen die Verdauung an.
  • Ausreichend Bewegung: Denn auch Ihr Darm braucht diese Bewegung, um besser durchblutet zu werden und mehr Sauerstoff zu bekommen.
  • Bei der kleinsten Regung auf die Toilette gehen: Denn wenn der Stuhldrang unterdrückt wird, verlernt der Darm dieses Signal schnell.

Wer auch einen ausgewogenen Lebensstil achtet, kann so zahlreichen Gesundheitsproblemen vorbeugen.

Sonderfall Reisedurchfall: Wie lässt sich Reisedurchfall auf natürliche Art bekämpfen?

Bei Reisedurchfall empfiehlt es sich, viel zu trinken, Brühe oder Obstsaft zu sich zu nehmen und Anstrengungen zu meiden. Reisedurchfall ist das häufigste Krankheitsproblem im Urlaub. Zwischen 30 und 50 Prozent aller Fernreisenden und 10 bis 20 Prozent der Südeuropa-Reisenden verlieren wertvolle Urlaubstage durch Darmprobleme.

In den meisten Fällen tritt der Reisedurchfall in den ersten zwei oder drei Urlaubstagen auf. Schuld daran sind in der Regel Bakterien. Sie kommen in vielen Regionen im Leitungswasser vor oder werden durch die folgenden Nahrungsmittel übertragen:

  • nicht richtig gekühltes Fleisch
  • Schalentiere
  • ungewaschenen Salat
  • Eiergerichte wie Mayonnaise

Wenn es Sie erwischt hat, sollten Sie die folgenden Empfehlungen in Betracht ziehen:

  • Viel trinken: Sie sollten den hohen Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust Ihres Körpers ausgleichen, damit Sie nicht austrocknen.
  • Keine Anstrengung: Körperliche Anstrengungen sind tabu, Betroffene sollten sich dann ins Hotelzimmer zurückziehen.
  • Brühe oder Obstsaft zu sich nehmen: Den Mineralstoffverlust gleichen salzhaltige Brühe und verdünnte Obstsäfte (ohne Eiswürfel) aus.
  • Durchfalltee und andere Mittel

Tipp: Natürliche Hilfe gegen den Durchfall bieten die Gerbstoffe der Heidelbeeren (Tipp: Durchfalltee aus der Apotheke vorsorglich mitnehmen). Häufig werden auch synthetische Medikamente mit dem Wirkstoff Loperamid eingesetzt, die kurzfristig die Darmtätigkeit komplett unterbinden und so den Durchfall reduzieren. Dabei verbleiben aber die Bakterien im Darm und können sich weiter vermehren.

Magen-Darm-Beschwerden: Erkrankungen in Speiseröhre, Magen und Darm

Magen-Darm-Erkrankungen haben zahlreiche Ursachen und zeigen sich daher auch in sehr unterschiedlichen Symptomen. Neben den bekannten Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen und Sodbrennen treten auch seltenere Symptome wie blutiger Stuhl auf.

Um die Magen-Darm-Beschwerden zu klassifizieren, unterteilt man sie in Erkrankungen der Speiseröhre, des Magens und des Darms. Je nach betroffenem Teil des Verdauungstraktes gilt es, verschiedene Krankheitsbilder abzuklären. Im Zweifel sollten Betroffene immer einen Arzt aufsuchen, um chronischen und gesundheitsschädlichen Verläufen vorzubeugen.

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