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Retterspitz: Bei Schmerzen, Magenbeschwerden & Co.

Die Pflanzenmixtur Retterspitz ist nach Aspirin das zweitälteste Naturheilpräparat. Hier alles zu seiner Zusammensetzung, Anwendung und Wirksamkeit. (Foto: Pixelot — Adobe Stock)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Die Pflanzenmixtur Retterspitz ist nach Aspirin das zweitälteste Naturheilpräparat. Retterspitz kommt nicht nur bei Magenschmerzen oder Sodbrennen zum Einsatz, sondern auch bei Verletzungen, Prellungen oder diversen Schmerzen. Es besteht aus Arnikatinktur sowie aus verschiedenen ätherischen Ölen, die allesamt ihre spezifischen Heilwirkungen einbringen. Hier lesen Sie alles zur Zusammensetzung, Wirksamkeit und Anwendung von Retterspitz.

Steckbrief zu Retterspitz

  • Retterspitz: pflanzliches Naturmittel aus verschiedenen ätherischen Ölen & Arnikatinktur
  • Heilwirkung: antibakteriell, antiseptisch, appetitanregend, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, Säure-Base-regulierend, schleimlösend und vitalisierend
  • Anwendung: innerlich als Tropfen oder äußerlich als Wickel, Packung oder Muskelcreme
  • Einsatzgebiet: Entzündungen, Verletzungen, diverse Schmerzen und Magenbeschwerden
  • Inhaltsstoffe: u.a. Thymianöl, Rosmarinöl, Zitronenöl, Weinsäure, Orangenblütenöl, Macrogolglycerolhydroxystearat, Thymol und Ethanol

Retterspitz Inhalte

Was ist Retterspitz?

Retterspitz ist, anders als der Name vermuten lässt, keine Heilpflanze, sondern ein Arzneimittel – ähnlich wie Aspirin, nur eben rein pflanzlich. Es besteht aus diversen ätherischen Ölen und Arnikatinktur. Der Name des Mittels geht auf den Nachnamen jener Frau zurück, die die Tinktur ursprünglich vertrieben hatte: Margarete Retterspitz.

Retterspitz gilt als eines der ältesten Präparate der Naturheilkunde und wird heute in zwei unterschiedlichen Darreichungsformen vertrieben: Es gibt Retterspitz innerlich zur Einnahme und zur äußerlichen Anwendung auf der Haut. Abhängig von den zu behandelnden Symptomen wird entweder zur einen oder zur anderen Form von Retterspitz gegriffen, denn die Inhaltsstoffe des jeweiligen Präparats weichen etwas voneinander ab:

Inhaltsstoffe Retterspitz innerlichInhaltsstoffe Retterspitz äußerlich
  • gereinigtes Wasser
  • Thymianöl
  • Orangenöl
  • Zitronenöl
  • Weinsäure
  • Citronensäure-Monohydrat
  • Alaun
  • Hühnerei denaturiert, gehärtet und keimfrei
  • medizinische Seife
  • Ethanol
  • gereinigtes Wasser
  • Thymol
  • Rosmarinöl
  • Zitronenöl
  • Bergamottöl
  • Orangenblütenöl
  • Arnikatinktur
  • Weinsäure
  • Citronensäure-Monohydrat
  • Alaun
  • Hühnerei denaturiert, gehärtet und keimfrei
  • medizinische Seife
  • Macrogolglycerolhydroxystearat
  • Ethanol

Übrigens: Retterspitz gilt als sehr gut verträglich – auch für Personen mit Allergien oder Unverträglichkeiten. Weder Zucker noch Gluten oder Laktose sind enthalten. Auch das Hühnerei bereitet Erfahrungen zufolge keine Probleme, denn durch seine spezielle Aufbereitung gilt es nicht als allergieauslösend.

Wo verschafft Retterspitz Abhilfe?

Ursprünglich als Schönheitstinktur gedacht, machte sich Retterspitz schnell einen Ruf als vielseitiges natürliches Arzneimittel. Heute kommt die Flüssigkeit vor allem bei Entzündungen, Verletzungen, diversen Schmerzen und Magenbeschwerden zum Einsatz.

Retterspitz hat sich in verschiedenen Bereichen gut als Heilmittel bewährt:

Retterspitz innerlichRetterspitz äußerlich

 

Retterspitz Anwendung

Wichtig: Retterspitz verdankt seine vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten – genau wie andere natürliche Präparate – der Mischung zahlreicher Inhaltsstoffe. Vor allem die ätherischen Öle und Arnika werden für die gesundheitsunterstützende Wirkung von Retterspitz verantwortlich gemacht. Doch wie genau wirken sie?

Wie wirkt Retterspitz?

Retterspitz werden nicht nur antibakterielle, appetit- und durchblutungsanregende, sondern auch entzündungshemmende und Säure-Base-regulierende Effekte zugesprochen. Abhängig von der Darreichungsform weichen die Inhaltsstoffe und damit die zugeschriebenen Heilwirkungen etwas ab.

Retterspitz zur oralen Einnahme enthält zum Beispiel andere ätherische Öle als das flüssige Präparat zur äußeren Anwendung. Thymianöl und Zitronenöl gelten als wichtigste Wirkstoffe dieser Variante. Thymianöl soll insbesondere Krämpfe lösen. Zitronenöl kann unter anderem Verdauungsprobleme vorbeugen. Das prädestiniert Retterspitz innerlich zur Anwendung bei Magenbeschwerden wie Blähungen, Magenschmerzen oder Sodbrennen.

Dem gegenüber steht Retterspitz äußerlich mit seinem Hauptinhaltsstoff: der Arnikatinktur. Arnika kann die Durchblutung fördern und damit allgemeine Regenerations- und Reparaturprozesse – zum Beispiel die Wundheilung – beschleunigen. Zudem werden Arnikatinktur entzündungshemmende Effekte zugeschrieben, weshalb sie bei äußerlichen Wunden, Verletzungen, Blutergüssen, Verstauchungen, Schwellungen oder Prellungen Abhilfe verschaffen soll. Auch die entzündungshemmenden Stoffe Rosmarinöl und Thymol sind häufig in Retterspitz äußerlich enthalten. Bergamottöl hat wiederum eine antiseptische Wirkung und reduziert Keime.

Wissenswert: Vor allem als natürliches Mittel bei leichten Schmerzen und Entzündungen sehen Experten der Naturheilkunde Retterspitz als ernstzunehmende Alternative zu herkömmlichen Schmerzmitteln wie Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol. Denn verglichen mit diesen Präparaten ist Retterspitz natürlich und nebenwirkungsarm.

Wie lässt sich Retterspitz anwenden?

Es gibt Retterspitz als innere und äußere Anwendungsform. Je nachdem welches Präparat und welche Beschwerden vorliegen, weicht die Behandlung mit dem Naturheilmittel etwas ab.

Retterspitz innerlich unterstützt vor allem dabei Magenprobleme in den Griff zu bekommen. Vor der Einnahme gilt es zunächst die Flasche mit dem flüssigen Retterspitz zu schütteln. Unverdünnt nehmen Kinder ab dem zweiten Lebensjahr einen Esslöffel der Flüssigkeit ein, Erwachsene ein Likörglas. Wichtig ist es, dass die Flüssigkeit vor der folgenden Mahlzeit eingenommen wird, damit die Verdauung unterstützt werden kann. Außerdem gilt es, Retterspitz drei bis fünf Mal pro Tag einzunehmen – wenn dies nicht von der Packungsbeilage abweicht oder mit einem Arzt oder Apotheker anders besprochen wurde.

Bei Retterspitz äußerlich gibt es verschiedene Möglichketen der Anwendung: Während Retterspitz bei Sportverletzungen auch als Muskelcreme zum Einsatz kommt, wendet man es bei Fieber in Form von kalten Wickeln oder Umschlägen an. Prellungen, Verletzungen oder Schmerzen lassen sich hingegen – ganz im Sinne der Hydrotherapie – auch mit warmen Retterspitz-Wickeln oder Auflagen behandeln.

Retterspitz-Wickel fertigen Sie wie folgt an:

  1. Nehmen Sie ein größeres Leinentuch oder Moltontuch zur Hand
  2. Legen Sie das einfach gefaltete Tuch in etwas Wasser und wringen Sie es aus
  3. Als Wickellösung füllen Sie Retterspitz äußerlich in eine Sprühflasche
  4. Sprühen Sie das ausgewrungene Tuch anschließend mit der Wickellösung ein (nur so viel, dass es nicht tropft)
  5. Legen Sie das Tuch auf die zu behandelnde Stelle und fixieren Sie es (z.B. mit Sicherheitsnadeln) für etwa zwei Stunden

Im Anschluss an die zweistündige Behandlung sollten Schmerzen und Verspannungen gelindert sein. Auch eine gewisse körperliche Entspannung kann sich infolge der äußerlichen Anwendung von Retterspitz einstellen.

 

Wo kann ich Retterspitz kaufen?

Retterspitz ist sowohl als Produkt zur äußeren als auch zur inneren Anwendung rezeptfrei bei Ihrem Apotheker erhältlich. Auch der Kauf bei einer Online-Versandapotheke oder im Online-Handel des Produktherstellers ist möglich.

Tipp: 

Nicht jede Apotheke hat das Mittel direkt vorrätig. Häufig muss es erst bestellt werden. Darüber hinaus bietet auch die offizielle Webseite mit dem Apotheken-Finder eine komfortable Online-Lösung.

Retterspitz ist in unterschiedlichen Formen erhältlich, Preisschwankungen können dabei erheblich ausfallen. Insgesamt halten sich die Preise für ein Premium Heilmittel in Grenzen. Die Literflasche Retterspitz (äußerlich wie innerlich) kostet unter 30 Euro. Kleinere Packungsgrößen sind für unter 20 Euro erhältlich.

Was gibt es bei der Anwendung von Retterspitz zu beachten?

Auch wenn es sich bei Retterspitz um ein natürliches Arzneimittel handelt, gilt es bei der Anwendung des Produkts ein paar Dinge zu beachten, um Nebenwirkungen zu reduzieren.

Vor der Anwendung und Einnahme von Retterspitz sollten Sie die Packungsbeilage lesen und ausschließen, dass Sie gegen einen Inhaltsstoff der Pflanzenmixtur allergisch sind. Allgemein ist es ratsam, das Präparat zunächst nur sparsam aufzutragen bzw. einzunehmen, um mögliche Nebenwirkungen ausschließen zu können.

Es gibt zudem gesonderte Hinweise für die jeweilige Darreichungsform:

Retterspitz innerlich Retterspitz äußerlich 
  • die Anwendung bei Personen mit Nierenschwäche bzw. Dialyse-Patienten sollte nicht längerfristig erfolgen
  • Retterspitz innerlich ist für Babys und Kleinkinder vor dem vollendeten zweiten Lebensjahr ungeeignet
  • Bei der Behandlung von Kindern unter 6 Jahren mit Retterspitz äußerlich, ist vorher ein ärztlicher Rat einzuholen
  • Wickel sollten nicht vollständig durchtränkt, sondern nur befeuchtet sein
  • Wickel gilt es zudem mit einem gewissen Druck anzubringen – gegebenenfalls kann dafür die Hilfe einer anderen Person in Anspruch genommen werden. Auch der Einsatz der Wickellösung auf Strümpfen anstelle von Tüchern kann den erforderlichen Druck sicherstellen
  • Wickel sind nur für die Behandlung von offenen Wunden geeignet, wenn die Wunde vorher abgedeckt wird (und somit kein direkter Kontakt der offenen Wunde mit dem Naturpräparat besteht)

 

Retterspitz Wirkung

Vorsicht: Weder Retterspitz innerlich noch Retterspitz äußerlich kann einen Arztbesuch ersetzen. Gerade bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Fazit: Retterspitz – eine verdiente Renaissance

Wer heutzutage unter körperlichen Beschwerden leidet, greift fast automatisch zum passenden Medikament. Klassiker wie Aspirin fehlen in keiner Haushaltsapotheke. Dabei gibt es auch alternative Behandlungsmöglichkeiten, die ebenfalls Linderung bei vielen Beschwerden verschaffen können.

Retterspitz ist eines dieser Präparate, welches zurzeit eine kleine Renaissance erlebt. Und das nicht ohne Grund: Es soll nämlich nicht nur bei äußerlichen Beschwerden wie Sportverletzungen, Gelenk- und Knochenschmerzen oder Entzündungen Abhilfe verschaffen. Retterspitz kann auch verschiedene Magenbeschwerden lindern. Damit verdient die Pflanzenmixtur die Bezeichnung als wahrer Alleskönner.

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