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Gartenarbeit: Gärtnern für die Gesundheit

Während das Arbeiten im eigenen Garten früher nur als etwas für spießige Laubenpieper galt, nimmt die Gartenarbeit zu. Zu Recht. Erfahren Sie hier, warum. (Foto: Adobe Stock - upixa)

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Ob Gemüse setzen, Obst ernten oder Rasenmähen: Gartenarbeit hält fit und gesund. Das liegt nicht nur an den Heilwirkungen von Kräutern und Blumen, sondern auch an der Gartenpflege selbst: Wer regelmäßig im eigenen Garten und der Natur aktiv ist, der profitiert psychisch, aber auch körperlich. Wie genau Sie durch Gärtnern und Gartenarbeit gesund bleiben, lesen Sie hier.

Wieso ist Gartenarbeit gesund?

Gartenarbeit steigert die Fitness und trainiert die Muskelkraft. Die Aktivität an der frischen Luft kann nachweislich chronischen körperlichen und psychischen Beschwerden vorbeugen und Stress abbauen. Auch Erträge aus dem Heilgarten können der Gesundheit zugutekommen. Gerade im Alter ist Bewegungsmangel keine Seltenheit. Der klassische Besuch im Fitnessstudio oder Outdoor-Sport wie Radfahren kommen aufgrund eines erhöhten Verletzungsrisikos nicht bei jedem infrage. Da stellt Gartenarbeit eine praktische Möglichkeit dar, trotzdem aktiv zu bleiben.

Gärtnern und Gartenarbeit – beispielsweise das Rasenmähen – ist eine moderat aerobe Aktivität. Das bedeutet: Sie bringt den Kreislauf in Schwung und stärkt die körperliche Fitness. Die Arbeit an der frischen Luft macht aber auch noch aus einem anderen Grund leistungsstark: Tätigkeiten wie das schonende Heben von Blumenerde oder -töpfen trainieren die Muskulatur und Beweglichkeit im gesamten Körper.

Gartenarbeit ist gesund! © mimagephotos | Adobe Stock

Auch für Seele und Geist ist Gartenarbeit gewinnbringend. Nicht nur weil Tageslicht und Ernteerträge gut für das Gemüt sind. Auch weil Gartenarbeit ein Zeitvertreib ist, den Alltag strukturiert und eine Bestimmung gibt. Nicht zuletzt haben Sie bei der Pflanzenpflege auch immer eine Möglichkeit, mit anderen Personen in den Kontakt zu kommen – sei es eine flüchtige Begrüßung durch Passanten oder ein ausgiebiges Gespräch mit der Nachbarin.

Gartenarbeit ist außerdem im weiteren Sinne gesund: Viele Kräuter und Blumen im Garten haben ungeahnte Heilkräfte. Wussten Sie beispielsweise, dass der Kapuzinerkresse eine antibiotische Wirkung zugeschrieben wird? Mit Gartenarbeit erschaffen Sie sich demnach eine vielseitige Apotheke – und das im besten Fall direkt vor der eigenen Haustüre.

Bei welchen körperlichen Beschwerden kann Gartenarbeit helfen?

Knochen und Muskeln profitieren durch Tätigkeiten im Garten genauso wie Immunsystem und Herz-Kreislauf-System. Korrekt durchgeführt wirkt sich Gartenarbeit daher positiv auf die Gesundheit aus.

Studien zufolge kann Gartenarbeit das Erkrankungsrisiko für die folgenden chronischen Krankheiten und Beschwerden reduzieren:

  • Schlaganfall: Körperliche Aktivität soll das Risiko für diesen Infarkt im Gehirn um bis zu 20 Prozent senken
  • Osteoporose: Altersbedingt nimmt oftmals die Knochendichte ab und das Risiko für Knochenbrüche zu. Gartenarbeit fordert Kraft, Balance und Beweglichkeit. Muskulatur und Knochen werden stabilisiert. Damit kann Bewegung an der frischen Luft Stürze und Knochenbrüche bei Osteoporose-Patienten vermeiden.
  • Bluthochdruck: Wenn Personen im Alter körperlich aktiv bleiben, kann dies den Bluthochdruck senken. Körperliche Betätigung kann aber auch bestehende Beschwerden eindämmen. Gartenarbeit hat hierbei ähnliche Effekte wie Sport.
  • Adipositas: Adipositas wird im Volksmund auch als krankhaftes Übergewicht bezeichnet. Da Gartenarbeit mit täglicher körperlicher Betätigung verbunden ist, dient sie der Vermeidung einer übermäßigen Gewichtszunahme.
  • Diabetes Typ 2: Typ-2-Diabetes – auch Diabetes Mellitus Typ 2 genannt – ist den meisten unter der Bezeichnung „Altersdiabetes“ bekannt. Die Zuckerkrankheit lässt sich ebenfalls mit Gartenarbeit verhindern. Menschen, die Typ-1-Diabetes haben, profitieren allerdings nicht auf dieselbe Weise.

Diese Übersicht lässt es erahnen: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Sie mit Gartenarbeit gesund bleiben und das Risiko für Krankheiten minimieren. Doch kann neben dem Körper auch die Psyche profitieren?

Wie hilft mir Gartenarbeit, psychisch gesund zu bleiben?

Belege zeigen vermehrt, dass Gartenarbeit auch psychisch gesund macht. Die regelmäßige Pflege von Pflanzen oder Rasen, der Anbau von Obst und Gemüse sowie die Arbeit im Beet soll unter anderem vor Einsamkeit, Depressionen, Ängstlichkeit und kognitiver Verlangsamung im Alter schützen.

Fasst man die Befunde der letzten zwanzig Jahre zusammen, so findet man klare Belege für einen Schutzeffekt von Gartenarbeit auf die Psyche. Menschen, die regelmäßig Gartenarbeit nachgehen und unter freiem Himmel aktiv sind, berichten signifikant seltener von folgenden Beschwerden:

  • Stress
  • Einsamkeit
  • Depressionen
  • schlechte Stimmung
  • Ärger
  • Ängstlichkeit

Befragte zeigen aber nicht nur weniger psychische Beschwerden und Sorgen. Für viele geht Gartenarbeit für sie auch mit einer Reihe positiver Zugewinne einher:

  • Ablenkung von Grübeleien
  • höherer Selbstwert
  • mehr soziale Kontakte
  • gesteigerte kognitive Funktionsfähigkeit

Übrigens: Die gesteigerte kognitive Funktionsfähigkeit und weitere psychische Effekte von Gartenarbeit gehen auf Prozesse im Gehirn zurück. Körperliche Aktivität führt beispielsweise dazu, dass mehr Botenstoffe aktiv werden und gesunde Wachstumsprozesse zunehmen. Letzteres erklärt, warum Sport dem Gedächtnis zugutekommt.

Gartenarbeit leistet damit nicht nur einen Beitrag zur körperlichen, sondern auch zur seelischen Gesundheit aktiver Hobbygärtner. Doch wie kann Gartenarbeit noch gesund machen?

Welche Heilpflanzen kann ich im Garten anbauen?

Auch der Anbau von Arzneipflanzen ist förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden. Mit den passenden Samen oder Jungpflanzen lassen sich Salbei und Kamille genauso ziehen wie Lavendel und Kapuzinerkresse. Diese und weitere Heilkräuter bereichern Ihren Heilgarten auf besondere Art und Weise:

Doch auch einige Blumen haben naturheilkundliche Effekte:

Somit kann auch das, was im Garten wächst, Ihre Gesundheit bereichern. Sowohl Kräuter als auch Blumen warten oftmals mit erstaunlichen Heilwirkungen auf.

Wie machen mich Heilpflanzen aus dem eigenen Garten gesund?

Frisch geerntet, enthalten Kräuter die meisten Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und heilwirksamen Inhaltsstoffe. Als Tee oder Umschlag unterstützen sie bei unterschiedlichen inneren und äußeren Beschwerden.

Abhängig von den enthaltenen Inhaltsstoffen haben Heilkräuter und -blumen ganz unterschiedliche Effekte. Pflanzen, die reich an Vitamin C sind, haben oftmals immunstärkende Effekte. Ätherische Öle hingegen sind für ihre desinfizierende Wirkung bekannt.

Kräuter aus dem Garten lassen sich mit heißem Wasser übergießen und als Tee trinken. Hierfür sollten Sie immer sicherstellen, dass Sie eine Pflanze richtig identifiziert haben und sie wirklich essbar ist. Auch für die äußerliche Behandlung verschiedener Beschwerden lassen sich die Heilkräuter weiterverarbeiten. Am einfachsten sind Umschläge: Hierfür benötigen Sie lediglich Tücher und einen frischen Pflanzensud aus warmem Wasser und Pflanzenteilen.

Wann ist Gartenarbeit gesund?

Damit Gartenarbeit gesund für Sie ist, sind einige Hinweise zu beachten. Vermeiden Sie körperlich anstrengende Arbeiten in der prallen Sonne und beachten Sie folgende Punkte:

  • richtiges Timing: Versuchen Sie nicht alles auf einmal zu erledigen. Verteilen Sie anfallende Tätigkeiten besser über den Tag. Machen Sie regelmäßige Pausen, trinken Sie genug und ruhen Sie sich aus. Vermeiden Sie Gartenarbeit an den heißesten Stunden des Tages.
  • Sonnenschutz: Arbeiten Sie nicht in der prallen Sonne. Tragen Sie ferner eine Kopfbedeckung und eine Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor, um Sonnenbrände und Kreislaufprobleme zu vermeiden.
  • Schutz der Hände: Arbeiten Sie mit Handschuhen, um Verletzungen und Infektionen zu vermeiden.
  • aus den Beinen Heben: Heben Sie nicht mit gebeugtem Rücken. Gehen Sie stattdessen mit geradem Rumpf in die Hocke und heben aus den Beinen. Bitten Sie bei zu schweren Lasten besser um Hilfe.
  • fordern aber nicht überfordern: Strengen Sie sich nicht übermäßig an bei der Gartenarbeit. Insbesondere anstrengende oder gefährliche Tätigkeiten (z.B. auf steile Leitern steigen) sollten Sie besser abgeben. Bitten Sie Ihre Kinder, Enkelkinder oder einen hilfsbereiten Nachbarn um Unterstützung
  • ergonomische Gartengeräte: Machen Sie es sich einfach, indem Sie Gartenwerkzeuge nutzen, die einfach und im Stehen zu bedienen sind. Vor allem Teleskop-Werkzeug wie Rechen oder Schaufeln sind hilfreich. Wenn Sie sich doch einmal bücken müssen, lohnt sich eine Kniebank mit Aufstehhilfe oder ein Kniepolster.
  • im Stehen arbeiten: Stellen Sie Blumentöpfe zur Bepflanzung auf einen Steharbeitstisch. Es bietet sich auch an, komplett auf Blumenkästen in Brusthöhe oder Hochbeete umzusteigen. Hier gärtnern Sie in einer aufrechten und rückenschonenden Haltung.

Wenn Sie diese Tipps berücksichtigen, bleiben Sie durch Gartenarbeit gesund und bewahren gleichzeitig den Spaß daran. Doch gibt es auch Situationen, in denen Sie durch Gartenarbeit Schaden nehmen?

Wann sollte ich auf Gartenarbeit verzichten?

Sie sollten auf Gartenarbeit verzichten, wenn Ihnen Bettruhe verschrieben wurde. Sei es aufgrund einer akuten Erkrankung oder nach einer Operation – es lohnt sich, die verordnete Schonung einzuhalten und die Gartenarbeit zu pausieren.

Älteres Pärchen sitzt auf Gartenstühlen im Garten vor Haus
Arbeiten im Garten nicht um jeden Preis © Adobe Stock - Kzenon

Insbesondere wenn Sie ergänzend zur Bettruhe noch Medikamente verschrieben bekommen haben, ist dringend von einer Arbeit im Garten abzusehen. Warten Sie besser eine vollständige Genesung ab, bevor Sie wieder mit der Gartenarbeit beginnen. Starten Sie in jedem Fall schonend und zunächst nur eine halbe Stunde, um zu sehen, wie der Körper reagiert. Muskeln, Gelenke und Kreislauf müssen sich nach mehreren Wochen Pause in der Regel immer erst einmal an die Belastung gewöhnen.

Wichtig: Damit Sie sich nach einer Operation vollkommen regenerieren und keine Fehlhaltungen entstehen, ist es ratsam, das Angebot an Physiotherapie oder Krankengymnastik wahrzunehmen. Wenn Sie sich unsicher sind, ab wann Sie wieder gärtnern dürfen, fragen Sie besser den behandelnden Arzt oder Therapeuten.

Geheimwaffe Gartenarbeit: Gesund bleiben durch Bewegung

Gartenarbeit ist nicht nur ein spannendes Hobby, sondern kann auch der Gesundheit zuträglich sein und Schmerzen verringern. Tätigkeiten unter freiem Himmel trainieren Fitness, Beweglichkeit, Muskulatur und Gleichgewicht. Damit kann Gartenarbeit das Risiko für körperliche Erkrankungen wie Osteoporose oder hohen Blutdruck senken.

Doch auch die Psyche profitiert: Menschen, die regelmäßiger Gartenarbeit nachgehen oder auf dem Balkon gärtnern, berichten von einem besseren seelischen Wohlbefinden, sind seltener depressiv und kognitiv leistungsfähiger. Kein Wunder, dass sich Gartentherapie auch in der Behandlung psychischer Erkrankungen immer größerer Beliebtheit erfreut. Das Besondere: Auch die Erträge der Gartenarbeit kommen der Gesundheit zugute – nämlich in Form von Obst, Gemüse und nützlichen Heilkräutern.

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