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Nachtkerze: So wirkt das Öl aus der Heilpflanze auf die Haut

(Foto: H. Brauer - Adobe Stock)

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Nachtkerzenöl wirkt gegen Hautbeschwerden und -erkrankungen. Die Samen der Heilpflanze enthalten Gamma-Linolensäure, die ein Schlüssel zur Behandlung von Neurodermitis ist. Doch auch innerlich kann Nachtkerze angewendet werden.

Mit einem natürlichen Mittel gegen Neurodermitis, Schuppenflechte und Entzündungen der Haut vorgehen? Das Öl aus der gemeinen Nachtkerze (Oenothera biennis) macht es möglich und wirkt dabei schonend und pflegend.

Die Nachtkerze ist eine Pflanze, die schon seit langer Zeit von den Ureinwohnern Nordamerikas angewendet wird. Seit die Wissenschaft den Effekt der enthaltenen Gamma-Linolensäure auf die Haut entdeckt hat, wird die heilsame Wirkung des Nachtkerzenöls auf die Haut rege diskutiert. Insbesondere bei Neurodermitis konnte das Öl der Nachtkerze in verschiedenen Studien eine gute Wirksamkeit zeigen und die Beschwerden der Betroffenen lindern.

Heilpflanze: Wie wirkt die Nachtkerze auf den Körper?

Das Nachtkerzenöl kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden und wirkt:

  • juckreizlindernd
  • hautbefeuchtend
  • entzündungshemmend
  • krampflösend
  • verdauungsfördernd
  • cholesterinsenkend

Welche Inhaltsstoffe enthalten die Samen der Nachtkerze?

Das Öl wird aus den Samen der “Oenothera biennis” gewonnen, die diese wertvollen Inhaltsstoffe enthalten:

  • Linolsäure
  • Alpha-Linolensäure
  • Gamma-Linolensäure
  • Ölsäure
  • Palmitinsäure

Viele der Fettsäuren in den Samen der Nachtkerze kommen auch in der menschlichen obersten Hautschicht vor, weshalb das Nachtkerzenöl dazu beitragen kann, dass die natürliche Hautbarriere geschützt wird und die Haut keine Feuchtigkeit verliert. Ihre besondere Wirkung erhält die Pflanze aus der Gamma-Linolensäure. 10 Prozent dieser ungesättigten Omega-6-Fettsäure sind in den Samen erhalten, die ausgepresst das wirksame Nachtkerzenöl ergeben.

Gamma-Linolensäure: Welchen medizinischen Effekt hat der Stoff im Nachtkerzenöl bei Neurodermitis?

In Deutschland ist Nachtkerzenöl als Arzneimittel zur Behandlung von Neurodermitis zugelassen. Empfehlungen über die Wirksamkeit bei anderen Erkrankungen gibt es bisher nicht, dennoch gibt es starke Indikatoren, die für eine Anwendung von Nachtkerzenöl sprechen.

Im Jahr 1989 haben britische Wissenschaftler der Universität Guildford bei Probanden, die 125 mg Gamma-Linolensäure pro Tag über zwei bis drei Monate eingenommen haben, deutliche Effekte feststellen können. Juckreiz und Hautentzündungen der Neurodermitiker nahmen ab. Diese Mengen sind je nach Zusammensetzung in 1 bis 1,5 g Nachtkerzenöl enthalten.

Bei Neurodermitikern kann die mit der Nahrung aufgenommene Linolsäure nicht in Linolensäure umgewandelt werden, da ihnen ein Enzym fehlt oder dieses nur unzureichend vorhanden ist (Delta-6-Desaturase). Dieses Enzym jedoch entscheidend, da es Gewebshormone bildet, die Entzündungen der Haut entgegenwirken. Durch das Nachtkerzenöl erhält der Körper nun die fehlende Linolensäure und kann das entscheidende Gewebshormon bilden.

Diese Nebenwirkungen kann die Nachtkerze haben

In der Regel ist Nachtkerzenöl gut verträglich, allerdings sollten Epileptiker die Pflanze meiden. Es wird vermutet, dass die Gamma-Linolsäure die Gefahr von epileptischen Anfällen erhöhen kann, wenn sie zu hoch dosiert wird. Gehen Sie das Risiko lieber gar nicht erst ein und achten Sie auch bei Kosmetikprodukten wie Gesichtscremes darauf, dass sie kein Nachtkerzenöl enthalten.

Eine weitere Nebenwirkung ist rein kosmetischer Natur und zwar riecht pures Nachtkerzenöl unangenehm. Viele Menschen beschreiben den Geruch als „nasser Hund“. Es wird nach dem Öffnen außerdem schnell ranzig, weshalb es sich empfiehlt nur geringe Mengen zu kaufen oder direkt auf entsprechende Cremes zurückzugreifen, die aufgrund anderer enthaltener Duftstoffe meist besser riechen als das pure Öl.

In welchen Formen kann Nachtkerze gekauft werden?

Nachtkerze enthalten Sie sowohl als reines Öl, beigemischt in Cremes oder in Salben sowie in Kapselform. Das reine Öl können Sie sowohl auf die Haut auftragen als auch verzehren. Achten Sie auf Bio-Qualität. 100 Milliliter Nachtkerzenöl kosten zwischen 10 und 12 Euro. Besonders beliebt sind auch die medizinischen Hautpflegeprodukte von Kneipp mit Nachtkerzenöl, darunter Balsam, Körpermilch, Gesicht- und Handcreme.

Die kosmetischen Produkte mit Nachtkerzenöl erhalten Sie sowohl in Drogeriemärkten als auch in der Apotheke. Online können Sie die Cremes und Salben ebenfalls bestellen. Nachtkerzenöl gibt es ebenfalls im Internet zu kaufen sowie in Apotheken.

Wie können Sie die Nachtkerze bei den verschiedenen Erkrankungen einsetzen?

Die Nachtkerze kann bei diesen Erkrankungen zum Einsatz kommen:

  • Neurodermitis
  • Hautentzündungen
  • Schuppenflechte (Psoriasis)
  • Akne
  • Ekzeme
  • Diabetes (Typ I und II)
  • Vorbeugung von Arteriosklerose
  • rheumatoide Arthritis
  • Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Magen-Darm-Beschwerden

Bei Hautbeschwerden: Das Nachtkerzenöl kann bei schuppenden und juckenden Hauterkrankungen sowohl innerlich in Kapselform eingenommen als auch äußerlich als Salbe aufgetragen werden. Die Dosierung und Häufigkeit der Anwendung klären Sie am besten mit Ihrem Dermatologen.

Nervenentzündungen durch Diabetes: Da Gamma-Linolensäure ein wesentlicher Bestandteil der Membran der Nervenzellen ist, hat sich Nachtkerzenöl auch als hilfreich bei der im Rahmen eines Diabetes auftretenden Nervenentzündung (diabetische Polyneuropathie) erwiesen. Die genaue Anwendung sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Rheuma: Zur Linderung akut entzündlicher Rheuma-Schübe hat sich die kurmäßige Anwendung der Kapseln für vier Wochen bewährt.

Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Nachtkerzenöl eignet sich bei Dauereinnahme auch hervorragend zur Vorbeugung von Herz- und Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose, Herzinfarkt und Bluthochdruck. Dieser Effekt kommt dadurch zustande, dass das Öl die Verformbarkeit der roten Blutkörperchen verbessert. Denn seine ungesättigten Fettsäuren reichern sich in deren Zellmembran an und machen sie so flexibler. Das Blut, das fast zur Hälfte aus roten Blutkörperchen besteht, fließt daher besser durch die Gefäße, die weniger leicht verkleben können.

Viele Naturkosmetikprodukte enthalten Nachtkerzenöl. Diese können Sie bedenkenlos kaufen und ausprobieren. Das Öl in der Kosmetik ist zwar geringer dosiert als das Öl in der medizinischen Anwendung, jedoch hilft es auch in der Kosmetik gegen unreine Haut sowie gegen Hautreizungen und kleinere Entzündungen.

Teetasse, Nachtkerzentee
Getrocknete Blätter und Spitzen der Nachtkerze zur Herstellung von Tee © gtranquility - Fotolia

Wussten Sie, dass die Nachtkerze nur nachts blüht?

Der Name könnte bereits darauf schließen lassen: Die Nachtkerze blüht nur in der Dunkelheit. Sie ist zweijährig und bildet im ersten Jahr eine Rosette aus 20 bis 30 Blättern. Im zweiten Jahr treibt dann der bis zu einem Meter hohe Stängel aus. Im Sommer entwickelt die Staude goldgelbe Blüten, die sich erst am Nachmittag öffnen und auch in der Dunkelheit blühen. Dies rührt daher, dass Nachtkerzen in ihrer amerikanischen Heimat von Nachtfaltern befruchtet werden. Die Blüten sehen wunderschön aus und sind wie auch die Samen essbar.

Die Samen sind dunkelgrau bis schwarz, unregelmäßig geformt und werden nicht größer als etwa 1,5 cm. Am besten gedeihen Nachtkerzen auf sandigem oder steinigem Boden, was Sie berücksichtigen sollten, wenn Sie die Pflanze selbst einpflanzen wollen. Zur Familie der Nachtkerzengewächse zählen außer den Nachtkerzen auch noch Weidenröschen, die in Deutschland als Ackerunkraut eingestuft sind.

Rezepte mit Nachtkerzen: So nutzen Sie die Heilpflanze für sich

Die Samen der Nachtkerze können nicht nur zu Öl gepresst, sondern auch pur gegessen werden. Sie schmecken im Salat oder im Müsli. Nachtkerzenwurzeln können Sie ebenfalls essen, sie schmeckt ähnlich wie Schwarzwurzeln. Bei langwierigen Krankheiten kann sie außerdem eine heilende Wirkung haben und sich positiv auf Ihren Allgemeinzustand auswirken.

Die Blüten und Knospen der Nachtkerze sind ebenfalls essbar, ebenso die Blätter. Sie können sie nicht nur gedünstet verzehren, sondern daraus auch einen Tee kochen, der bei Bluthochdruck, Husten sowie Magen-Darm-Erkrankungen helfen kann.

Nachtkerze bei Verdauungsstörungen: So kochen Sie einen Tee aus der Heilpflanze

Übergießen Sie ½ TL getrocknete Nachtkerzenspitzen und -blätter mit einer Tasse kochendem Wasser und seihen Sie den Tee nach 10 Minuten ab. Trinken Sie bei Verdauungsstörungen 3-mal täglich eine Tasse frisch gebrühten Tee.

Nachtkerze bei Hautentzündungen: Lindernde Kompressen selber machen

Überbrühen Sie 15 g getrocknete Sprossspitzen mit ¼ l kochendem Wasser und lassen Sie den Ansatz 15 Minuten ziehen. Tränken Sie nach dem Abfiltern ein Kompressentuch mit dem Sud und legen Sie dieses nach dem Abkühlen 15 Minuten lang auf entzündete Hautstellen auf.

Badezusatz mit Nachtkerzenöl gegen trockene Haut und Neurodermitis

Erwärmen Sie 50 ml Sojaöl auf etwa 40 °C und fügen Sie als natürlichen Emulgator 3 g Lecithinpulver hinzu. Nun geben Sie 50 ml Nachtkerzenöl hinzu und bewahren die fertige Mischung im Kühlschrank auf, wo sie ein paar Wochen haltbar bleibt. 2 bis 3 EL in einem warmen Vollbad helfen gegen trockene Haut und lindern den Juckreiz bei Neurodermitis.

Fazit: Mit der Heilpflanze Nachtkerze Neurodermitis und andere Hautbeschwerden bekämpfen

Die in Nachtkerzen (Oenothera biennis) enthaltene Gamma-Linolensäure hilft bei Neurodermitis und anderen Hauterkrankungen. Nachtkerzenöl ist in Deutschland sogar offiziell als Arzneimittel zur Behandlung von Neurodermitis zugelassen. Das Öl gibt es entweder pur zu kaufen oder in Cremes, Salben und Lotionen, die pflegend auf die Haut wirken.

Auch innerlich kann Nachtkerze angewendet werden. In Kapselform hilft sie gegen Magen-Darm-Beschwerden, bei der Senkung des Cholesterinspiegels sowie bei rheumatoider Arthritis. Das Nachtkerzenöl wird aus den Samen der Pflanze gewonnen und ist in Apotheken erhältlich. Die Cremes mit Nachtkerzenöl gibt es auch in Drogeriemärkten zu kaufen. Die Samen der Staude können auch pur verzehrt werden und auch die Blätter sowie die Wurzeln der Heilpflanze sind essbar und helfen bei verschiedenen Beschwerden.

Nachtkerzen können Sie auch selbst in Ihrem Garten anpflanzen. Ihre gelben Blüten sehen wunderschön aus, blühen allerdings nur in der Dunkelheit. Ursprünglich kommt die Oenothera biennis aus Nordamerika und wird dort schon seit langer Zeit von den Urvölkern als Heilpflanze eingesetzt. Sie wirkt schonender auf die Haut als zum Beispiel Cortison-Cremes und kann Menschen mit Neurodermitis oder Schuppenflechte bei ihren Beschwerden effektiv helfen.

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