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Ist Rotwein wirklich so gesund?

Im Rotwein entdeckt man immer mehr Stoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung. Erfahren Sie mehr über Vor- und Nachteile des Rotwein-Konsums. (Foto: Brent Hofacker - Adobe Stock)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Wichtiges zur Heilsamkeit von Rotwein

Definition: Aus blauen Weintrauben hergestellter Wein

Herstellung: Mazeration oder Digestion

These: Bis zu 20 g Alkohol am Tag sind für Männer & 10 g für Frauen unbedenklich

Gründe: Resveratrol, Polyphenol und Anthocyane schützen den Körper vor freien Radikalen, beugen Krebs vor

Ist Rotwein gesund? Gibt es gesunden Alkohol?

„Rotwein ist für alte Knaben eine von den besten Gaben.”

Jahrelang war sich der Volksmund sicher und auch die Forschung nickte den Befund großzügig ab. Auch wenn Alkohol fast ausschließlich negative Folgen auf den menschlichen Körper hat, so ist Rotwein als alkoholisches Getränk doch eine Ausnahme. Rotwein habe nämlich neben der Schädlichkeit des Alkohols auchviele positive Effekte auf die Gesundheit.

Der eingangs erwähnte Satz von Wilhelm Busch wurde dabei fleißig zitiert und der Rotwein als erlaubte Sünde sakralisiert. In diesem Artikel wollen wir die Causa Rotwein nun vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse noch einmal öffnen und ein für alle Mal abklären, was tatsächlich dran ist, an der heilsamen Wirkung des alkoholischen, roten Traubensafts.

Resveratrol: Der gute Alkohol

Rotwein gilt als beste Quelle für den Pflanzenstoff Resveratrol, ein Alkohol, der in einigen Studien positive Effekte auf Krankheiten wie Diabetes und Herzinfarkt zeigen konnte. Der Stoff steht im Verdacht, Krebszellen abtöten zu können. Resveratrol ist vorrangig in Rotwein enthalten, findet sich allerdings unter anderem auch in Himbeeren, Maulbeeren, Pflaumen und Erdnüssen (Erdnüsse sind botanisch Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen).

Resveratrol-Gehalt in Lebensmitteln (pro 100 g bzw. 100 ml)
Trauben und Wein
Rotweinbis 3 mg*
Trauben, frischbis 0,4 mg
roter Traubensaftbis 0,1 mg
Weißweinbis 0,1 mg
weißer Traubensaftbis 0,02 mg
Zum Vergleich
Erdnussbutterbis 0,05 mg
bis 0,05 mg Heidelbeerenbis 0,01 mg
Himbeerenbis 0,01 mg
Preiselbeerenbis 0,01 mg
* stark abhängig von Rebsorte und Herkunft

Um Resveratrol zu sich zu nehmen, müssen Sie also keineswegs zum Rotwein-Trinker werden. Forscher testen sogar eigens entwickelte Resveratrol-Präparate.

In der Tat hat sich um den Stoff inzwischen ein wahrer Hype gebildet und vielerorts wird mit Anti-Aging- und Schlankheits-Funktionen geworben. Zudem sei der Wirkstoff der Schlüssel zu einem langen Leben, insbesondere aufgrund des sogenannten „French Paradox”. Doch was hat es alles damit auf sich? Ist der Pflanzenstoff tatsächlich so gesund?

Keine hinreichenden Studienergebnisse zur Resveratrol Wirkung

Die ernüchternde Wahrheit ist, dass die großen Erwartungen, die hinter dem Stoff Resveratrol stehen, wissenschaftlich kaum belegt sind. Die positiven Effekte auf Diabetes und Herzinfarkt, getestet an Labormäusen, konnten bislang kaum in Wiederholungsstudien bestätigt werden. Die positive Krebswirkung wurde bisher nur außerhalb von lebenden Organismen getestet.

Gleichzeitig fand eine Studie der renommierten John Hopkins University School of Medicine in Baltimore, Maryland um Forscher Richard Semba 2014 keine Hinweise auf jedweden gesundheitlichen Vorteil von Resveratrol.

Grundidee des im Zusammenhang mit einer positiven Wirkung oft zitierten „French Paradox” ist eine Beobachtung aus den 90er Jahren, nach der Franzosen länger lebten als beispielsweise Engländer, obwohl in Frankreich viel mehr Rotwein konsumiert würde. Die Realität ist, dass gerade in Frankreich der Rotweinkonsum seit 1996 rückläufig ist, während Großbritannien große Mengen französischen Weins importiert.

Semba untersuchte sogar die Auswirkungen einer Resveratrol-haltigen Diät auf Senioren – mit erschreckendem Ergebnis. Die Studie musste unterbrochen werden, da einige Probanden Nebenwirkungen bis hin zu Nierenversagen entwickelten. Insgesamt konnte keiner der vermuteten positiven Effekte ansatzweise bestätigt werden.

Dennoch: 30 Millionen US-Dollar werden allein in den USA jährlich mit Resveratrol-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln umgesetzt. Das Geschäft scheint also nach wie vor gut zu laufen.

Polyphenol: Obst und Gemüse sind gesund

Doch Rotwein enthält noch andere potenziell positive Inhaltsstoffe.

Im Rotwein finden sich beispielsweise Polyphenole, die zu den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen zählen. Diese stehen tatsächlich in einem positiven Zusammenhang mit der Prävention von Herzkreislauferkrankungen und einigen bösartigen Tumoren, insbesondere aber in der äußerlichen Anwendung.

Die aromatischen Kohlenstoffverbindungen kommen neben Rotwein vorwiegend in grünem Tee vor, der bereits als Arzneistoff bei der Bekämpfung von genitalen Feigwarzen im Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs auslösenden HPV-Viren eingesetzt wird. Eine Studie aus dem Jahr 2010 zeigte jedoch, dass unter Nutzung einer Grüntee-Extrakt Salbe zwar die Feigwarzen abheilten, allerdings starke Hautreizungen auftraten. Einer Nutzung in diesem Kontext wurde entsprechend abgeraten.

Welcher Wein ist gesund?

Rotwein verfügt im Gegensatz zu Weißwein noch über weitere zu den Polyphenolen gehörende Substanzen: die Anthocyane. Diese sekundären Pflanzenstoffe finden sich in allen blauen, roten und violetten Früchten und geben ihnen ihre Farbe. Anthocyane zählen zu den stärksten Antioxidantien und können die menschlichen Körperzellen daher vor freien Radikalen schützen.

Dabei übertreffen sie in ihrer Wirksamkeit sogar das Vitamin C. Leider können nur etwa 1 bis 3 % der aufgenommenen Menge vom Körper verwendet werden. Das relativiert den Nutzen zu einem großen Teil, insbesondere bei der Aufnahme über stark alkoholhaltigen Rotwein.

Was ist gesünder – Rot- oder Weißwein?

Im Vergleich zu Weißwein wird dem Rotwein immer ein größerer gesundheitlicher Nutzen zugeschrieben. Mit etwa 1.000 mg Polyphenol pro Liter enthält er eine 20-fach höhere Konzentration als der weiße Rebensaft. Das liegt daran, dass für einen Rotwein die ganze Traube mitsamt der Schale gepresst wird.

Warum macht Rotwein müder als Weißwein?

Tatsächlich macht Rotwein viele Menschen eher müde als weißer Wein. Grund dafür ist, dass Rotwein mehr Alkohol enthält – der beschleunigt die Müdigkeit. Wissenschaftler der Universität Mailand fanden heraus, dass zudem gerade die Rebsorten, die überwiegend für Rotwein verwendet werden, nämlich Merlot, Nebbiolo und Cabernet Sauvignon mehr Melatonin enthalten. Das ist das Schlafhormon, dass der Körper in der Nacht ausschüttet, um den Schlaf zu unterstützen.

Das französische Paradoxon: Rotwein verbessert die Durchblutung

Dass in Frankreich die Herzinfarktrate deutlich niedriger ist als in Deutschland, wird immer wieder auf die Liebe unserer Nachbarn zum Rotwein zurückgeführt. Wir sprachen bereits vom irreführenden „French Paradox”: Franzosen ernähren sich reichhaltig, rauchen und trinken täglich Wein zu den Mahlzeiten und dennoch haben sie deutlich weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle als die übrigen Westeuropäer.

Rotwein als Herzkreislauf-Schutz

Professor Serge Renaud von der Universität Bordeaux war der erste Wissenschaftler, der 1991 anhand der berühmten Nancy-Studie den Rotwein zu einem wirksamen Herz- und Kreislaufschutz erhob.

In dieser Studie waren 34.000 Männer mit unterschiedlich hohem Weinkonsum 16 Jahre lang beobachtet worden. Unter den gemäßigten Weintrinkern, die bis zu 48 g Alkohol pro Tag tranken, lag die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 30 % niedriger als im Bevölkerungsdurchschnitt.

Weitere Studien ergaben sogar eine Senkung des Herzinfarktrisikos durch Rotwein auf die Hälfte. Renaud sah im regelmäßig genossenen Wein die Ursache, die die Probanden vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt.

Alkohol erweitert die Gefäße

Seine Schlüsse beruhen auf unterschiedlichen Grundlagen. Zum einen senke Weingenuss die Cholesterinwerte und den Blutdruck, erweitere die Gefäße und vermindere die Blutgerinnung.

Positive Auswirkungen Rotwein

Schon kleine Mengen Alkohol – ob in Wein, Bier oder Schnaps – haben eine deutlich blutverdünnende Wirkung. Das verbessert die Fließeigenschaften und damit die Durchblutung des Körpers. Außerdem schützt dünneres Blut vor der Bildung von Blutgerinnseln, die tödliche Auswirkungen (z. B. Herzinfarkt, Lungenembolie) haben können.

Kleinere Mengen Alkohol schützen daher laut Renaud vor:

  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Thrombose
  • Alzheimer
  • Osteoporose
  • Gallen- und Nierensteinen
  • Infektionen

Tatsächlich wirken die Arterien von Alkoholikern wie glattpoliert. Ob dies allerdings allein auf die bewiesene Verhinderung einer Arteriosklerose zurückzuführen ist, ist fraglich. Möglicherweise spielt hier auch die Tatsache eine Rolle, dass die Produktion von Gerinnungsfaktoren in der Leber durch den Alkoholismus zerstört wurde.

Wirkung von Rotwein

Leberzirrhose durch vermehrten Weingenuss

Eine ähnliche Sprache spricht auch eine Studie der WHO, die zehn Jahre an Daten von rund zehn Millionen Menschen aus 21 Ländern untersuchte. Die Forscher kamen zu verschiedenen Ergebnissen.

Formel von Resveratrol

Alkohol: Ein Prosit auf Ihre Gesundheit!Alkohol kann sowohl schädlich als auch zuträglich für Ihre Gesundheit sein – die Dosis macht das Gift. Lesen Sie hier warum das so ist. › mehr lesen

Auf der einen Seite sei die berichtete Herzinfarkt-Rate der Franzosen deutlich unterschätzt. Tatsächlich liege sie in etwa auf einem Level mit jener anderer mitteleuropäischer Staaten. Zum anderen ist parallel zum 1,5-fachen Alkoholkonsums Frankreichs im Vergleich zu den USA, auch die Zahl der Todesfälle durch Leberzirrhosen im Vergleich zu den USA um das 1,5-fache erhöht. Unabhängig von exakten Zahlenvergleichen zwischen verschiedenen Ländern, sind Herzerkrankungen auch in Frankreich die Todesursache Nummer 1.

Zudem werden diese potenziellen positiven Wirkungen durch die negativen Auswirkungen des Alkohols gleich wieder zunichte gemacht, wie eine neue Studie aus dem Jahr 2018 zeigt.

Wie viel Wein am Tag ist gesund?

Seit vielen Jahren gelten 20 g Alkohol für gesunde Männer pro Tag als ein Richtwert für unbedenklichen Rotweinkonsum. Bei Frauen liegt diese Verträglichkeitsgrenze bereits bei 10 g pro Tag. 20 g Alkohol entsprechen dabei etwa einem Viertelliter Wein, 10 g sind ein kleines Glas Wein.

Wie viel Rotwein pro Tag

Das sind allerdings nur die Zahlen, die hierzulande gelten. Nach dem Motto „Andere Länder, andere Sitten” ist die Maximalmenge an „gesundem Alkohol” beispielsweise in den USA deutlich höher.

Wie viel Gramm Alkohol hat ein Glas Wein?

Eine 0,75 Liter Flasche Wein enthält bei 12 Vol.% etwa 70 g Alkohol. Das bedeutet, ein Glas (0,25 Liter) hat rund 23 g Alkohol und liegt damit knapp über der Empfehlung für bewussten Alkoholkonsum. Allerdings variiert der Alkoholgehalt je nach Weinsorte.

Methodische Fehler bei früheren Studien zu Alkohol und Gesundheit

Warum nun frühere Studien zu dem Ergebnis kamen, dass Alkohol in geringen Mengen nicht gesundheitsschädlich sei, geht laut den Forschern der neuen Studie auf eventuelle Methodikfehler zurück. Meist wurde bei der Rekrutierung verschiedener Studiengruppen nicht abgefragt, warum die abstinenten Probanden nicht tranken und ob sie eine Vergangenheit mit Alkoholkonsum hatten.

Das führte teilweise dazu, dass trockene Alkoholiker zu der Gruppe der Abstinenten gezählt wurden, auch da diese möglicherweise mehr Interesse daran entwickeln, an entsprechenden Studien teilzunehmen.

Spätfolgen, die noch aufgrund der früheren Abhängigkeit entstanden, wurden so zu den Abstinenten hinzugezählt und verwässerten möglicherweise die Ergebnisse. Auch andere Gesundheitsfaktoren wie das Sport- und Ernährungsverhalten kommen bei Studien zu Alkoholkonsum stets zu kurz.

Keine Studie ohne Kritik

Auch die aktuelle Studie wurde für ihre harten Rückschlüsse kritisiert. David Spiegelhalter, britischer Statistiker an der Universität von Cambridge in Großbritannien kritisierte die Schlussfolgerung, vollständige Abstinenz zu empfehlen mit der Begründung, dass absolute Zahlen als Grundlage fehlen.

Auf diese Weise gebe es auf Basis der Studienergebnisse, unter 25.000 Menschen, die 400.000 Flaschen Gin in einem Jahr trinken, einen Fall einer Neuerkrankung. Entsprechend sieht er das gesundheitliche Risiko für Gelegenheitstrinker, die weit unter der 100 g Grenze pro Woche bleiben, als niedriger an, als es die Medienberichterstattung im Zusammenhang mit der Studie vermuten lässt.

Droge Alkohol: Ist Alkohol wirklich so ungesund?

Fakt ist: Alkohol ist ungesund. In zahlreichen Studien wurde bislang belegt, dass die Gesellschaftsdroge die Bildung von mehr als 200 verschiedene Krankheiten begünstigen kann und bestehende Leiden verschlimmert. Dazu gehören nicht nur Magen- und Darmerkrankungen, sondern auch Herzerkrankungen und die oben erwähnte Leberzirrhose (eine irreversible Störung des Lebergewebes). Auch Demenz und Krebs können durch Alkoholkonsum ausgelöst werden.

Jährlich sterben etwa 14.000 Deutsche unmittelbar an Alkohol. An den Folgen von Alkohol sterben 60.000 weitere Menschen und dort sind die rund 13.000 Verletzte jährlich durch Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss nicht einmal eingerechnet.

Warum Alkohol schädlich für die Gesundheit ist

Im folgenden Abschnitt wollen wir erläutern, was genau im Körper passiert, wenn Alkohol aufgenommen wird.

Alkohol ist ein Nervengift. Das bedeutet, es attackiert relativ unmittelbar (nach etwa zwei Minuten) Nervenzellen des Körpers und beschädigt diese. Dadurch wird die Impulsübertragung der Nerven im Gehirn behindert und verändert. Funktionen wie der Gleichgewichtssinn, das Sehvermögen und die Kontrolle über die Muskeln werden dadurch stark beeinträchtigt.

Ausschlaggebend ist die Blut-Hirn-Schranke, die das Nervengift teilweise am Passieren ins Gehirn hindert. Durch wiederholten Alkoholkonsum sinkt die Effektivität dieser Schranke bis sie schließlich ganz bricht. Während dieser Zeit dauert es beim Alkoholtrinken immer länger, bis der Betroffene betrunken wird. Andere Organe werden parallel allerdings konstant weiter geschädigt.

Alkohol hemmt den Abwehrstoff Interferon

Zudem wird durch Hemmung der Freisetzung von Interferon, einem Botenstoff zur Abwehr von Tumorzellen und Viren, das Immunsystem geschwächt. Fette, die über die Nahrung aufgenommen werden, lagern sich ab, da sie von der Leber nicht richtig abgebaut werden können. Diese ist damit beschäftigt, den Alkohol aus dem Körper wieder zu entfernen. Das Enzym Alkoholdehydrogenase baut den Alkohol in der Leber ab, dabei wird sie kontinuierlich geschädigt.

Auch indirekt sorgen geschwächte Abwehrkräfte im Darm für einer Schädigung der Leber durch vermehrte Produktion von Entzündungsstoffen. Gleichzeitig sorgt ein Überschuss an Östrogen und eine Verminderung des Testosterons durch gehemmten Östrogenabbau dazu, dass Männer Probleme mit der Erektion und ihrer Libido bekommen. Schon ab 0,5 Promille zeigen sich Einschränkungen der Potenz.

Bier oder Wein – Was ist gesünder?

Gerade bei Bier ist bekannt, dass der Harndrang bei höherem Konsum stark ansteigt. Das liegt allerdings größtenteils nicht am Getränk, sondern am enthaltenen Alkohol. Dieser hemmt ein Hormon, welches die Nierenfunktion steuert. Dadurch wird mehr Primärharn ausgeschieden, der eigentlich teilweise vom Körper resorbiert und zu ausscheidungsfähigem Sekundärharn weiterverarbeitet werden würde.

Die Folge ist ein starker Flüssigkeitsverlust, der nicht nur zu einem Verlust von wichtigen Elektrolyten (Calcium, Kalium, Natrium) führt, sondern auch zu Kopfschmerzen und Übelkeit – dem bekannten Kater am nächsten Morgen.

Wie viel Kalorien hat eine Flasche Rotwein?

Alkohol macht dick. Mit über 7 Kilokalorien pro Gramm besitzt Alkohol fast doppelt so viel Brennwert wie die bei Diätfreunden gefürchteten Kohlenhydrate. Mehr Alkohol bedeutet mehr Kalorien, entsprechend ist Rotwein besonders kalorienreich. Eine Flasche (750ml) hat je nach Schwere des Rotweins zwischen ca.520 und 585 Kalorien.

Wein kann Allergien auslösen und verschlimmern

Rote Augen, Niesanfälle, Magenprobleme und Atemnot – mit diesen Symptomen reagieren manche Menschen auf ein Glas Wein. Schuld daran sind die Inhaltsstoffe des Getränks, allem voran Ethanol (Alkohol).

Hinzu kommen Stoffe, die bei der Herstellung von Wein hinzugefügt werden. Hierzu gehören die Eiweiße, die zur Filterung nötig sind, genauso wie Sulfite, die zur Konservierung eingesetzt werden. Rotwein enthält zusätzlich noch Tyramin, ein sogenannter Kopfschmerz-Trigger, der unter anderem Migräne auslösen kann.

Zudem ist in Rotwein viel Histamin gebunden. Dies ist ein Gewebshormon, das ein wichtiger Mediator (Starter) für Entzündungsreaktionen ist. Es ist überall im Körper vorhanden und darüber hinaus in zahlreichen Lebensmitteln. Große Mengen führen zu Vergiftungserscheinungen, zudem spielt Histamin im Zusammenhang mit allergischen Reaktionen eine entscheidende Rolle.

All diese Stoffe können zu leichten Beschwerden führen, bei empfindlichen Menschen aber auch einen allergischen Schock auslösen. Dieser kann lebensgefährlich sein.

Aber nicht nur die Inhaltsstoffe können gefährliche Allergiereaktionen auslösen. Auch der Alkohol selbst ist in der LageAllergiesymptome zu verschärfen – besonders dann, wenn Sie bereits unter Nahrungsmittelallergien leiden.

Glühwein verstärkt negative Wirkung des Alkohols

Gerade Glühwein gehört auf Weihnachtsmärkten zum Marktbild dazu. Leider hat das wärmende Getränk eine noch größere Wirkung als regulärer Wein. Denn die Kopfschmerzen danach können deutlich stärker ausfallen. Schuld daran sind die vielen Beimischungen im Glühwein. Hierzu gehören Fuselöle, aber auch Aldehyde und Zucker. Zudem hat der zugrundeliegende Wein in den meisten Fällen eine deutlich geringere Qualität als jeder Wein, den Sie am Abend zu zweit oder mit Freunden trinken würden.

Fazit: Ist Rotwein gesund?

Die Antwort muss also lauten: Nein, selbst ein Glas Wein am Abend ist ungesund und begünstigt bereits negative Folgen auf den menschlichen Körper. Lediglich bei Frauen fanden die Forscher der neuen Studie einen schützenden Effekt kleiner Mengen Alkohol gegen Herzinfarkte und Diabetes. Diese schwachen Effekte wurden allerdings durch gleichzeitig ansteigende Risiken für verschiedene Krebsarten relativiert.

Bereits kleine Mengen Alkohol schaden der Gesundheit

Eine neue Studie aus dem Jahr 2018 hat sich nun noch einmal umfassend mit der Frage beschäftigt, ob diese bestehenden Richtlinien einer Kontrolle standhalten. Hunderte einzelne Untersuchungen wurden zu dieser Studie zusammengetragen, ausgewertet und gegenübergestellt. Das Ergebnis war eindeutig: Die wöchentliche Menge Alkohol, die Folgeschäden minimiert, liegt bei null.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass es keine Menge Alkohol gibt, die für den Menschen unbedenklich ist. Zudem verdeutlicht sie, dass Alkoholkonsum weltweit ein größeres Problem ist, als bislang angenommen.

Die Empfehlungen an die Gesellschaft lauten dabei weniger, gänzlich auf Alkohol zu verzichten und weitgehend abstinent zu leben. Stattdessen sollte zunächst einmal der übliche Konsum zurückgefahren werden, der weltweit weit über den bereits empfohlenen Werten liegt. Diese korrigieren die Forscher auf 100 g Alkohol in der Woche. Schon diese Menge besitzt einen schädlichen Effekt, dennoch ist sie weit weniger gefährlich als der von Befragten weltweit berichtete tatsächliche Konsum.

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