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Atkins-Diät - Wie hilfreich ist sie?

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Atkins-Diät im Überblick

Grundprinzip: Low-Carb-Diät, Eiweiß Diät

Erfinder: Dr. Robert Atkins, New Yorker Kardiologe

Verbotene Lebensmittel: Kohlenhydrate (Pasta, Brot, einzelne Obst- und Gemüsesorten)

Erlaubte Lebensmittel: Fleisch, Eier, Milchprodukte, Blattsalate, Broccoli

Diätverlauf: 4-Phasen-Prinzip

Ziel: Gewichtsreduktion

Definition: Was ist die Atkins-Diät?

Die nach ihrem Erfinder, dem New Yorker Kardiologen Dr. Robert Atkins benannte Diät beruht auf eiweißreicher Ernährung. Dabei werden vor allem in der Anfangsphase der Diät keine Kohlenhydrate gegessen. Die Atkins-Diät ist unter anderem auch unter folgenden Namen bekannt: Low-Carb-Diät, South-Beach und Glyx-Diät. All diese Diäten arbeiten nach demselben Prinzip: wenig Kohlenhydrate, viel Eiweiß. 

Prinzipien: Wie funktioniert die Atkins-Diät?

Allgemein scheint das Prinzip der Atkins-Diät einfach: reichlich Lebensmittel mit hohem Anteil an Eiweiß, wenig bis keine Kohlenhydrate. Da sich diese Diät aber in 4 Phasen unterteilt, hängt es von der jeweiligen Phase ab, was verzehrt werden darf. Kalorien werden in diesem Abnehmprogramm nicht wirklich gezählt. Es dürfen Eiweiß und Fette in sehr großen Mengen gegessen werden. Ziel ist es, durch die erhöhte Aufnahme von Eiweiß und den Verzicht auf Kohlenhydrate das Körpergewicht zu reduzieren. Im Gegensatz zur herkömmlichen Ernährungspyramide, sieht diese von der Atkins-Diät ein wenig anders aus: als Basis gelten Proteine und Fette, gefolgt von kohlenhydratarmem Gemüse, wie etwa Kohl und Blattgemüse. Kohlenhydrate, wie etwa Pasta, Vollkornprodukte und Brot wir sie in der klassischen Ernährungspyramide kennen stehen an der Spitze, also ganz zum Schluss der Ernährungsprinzipien der Atkins-Diät.

Was bewirken Kohlenhydrate im Körper und warum werden diese in der Atkins-Diät ausgespart?

Der menschliche Körper wandelt Kohlenhydrate als primäre Energiequelle in Glukose um und reagiert auf die Aufnahme von Kohlenhydraten mit Ausschüttung vom Hormon Insulin. Das Hormon der Bauchspeicheldrüse aktiviert Enzyme, die zur Umwandlung von Glukose in Fett benötigt werden. Dies fördert die Bildung von Fett.

Fazit
Wenn die Aufnahme an Kohlenhydraten größer ist als der Körper an Energiereserven benötigt, wird alles Überschüssige in Fett umgewandelt (Speicherung als Fettreserven).

Die vier Phasen der Atkins-Diät – Wie funktioniert abnehmen mittels Low Carb?

Die Atkins-Diät funktioniert nach dem Low Carb Prinzip: Kohlenhydrate werden kaum verzehrt. Grundsätzlich verwertet der Körper Fett und Proteine (Eiweiß) als Energielieferant. Im Idealfall nimmt man also ab. Das erwünschte, langfristige Ergebnis – neben dem Abnehmen – ist die sogenannte Ketose im Körper. Als Ketose wird eine chemische Reaktion im menschlichen Körper bezeichnet, die zu vermehrtem Fettabbau führt. Das Hungergefühl, welches von anderen Diäten bekannt ist, bleibt hier idealerweise aus.

Ketose
Eine andere Bezeichnung für Ketose ist der Hungerstoffwechsel. Das heißt Ketose tritt dann ein, wenn der Körper gar nicht oder kaum mit Kohlenhydraten versorgt wird. Normalerweise ist das Gehirn zur optimalen Versorgung auf Zucker (Kohlenhydrate) angewiesen. Der Körper kann aber auch Proteine und Fette in Energie umwandeln. Jedoch erst dann, wenn die Vorräte an Kohlenhydrate aufgebraucht sind.

Die Atkins-Diät wird in 4 Phasen unterteilt, in denen bestimmte Lebensmittel in unterschiedlichen Verhältnissen aufgenommen werden:

Atkins-Diät Phase 1: Einleitungsdiät

Die erste Phase dauert 14 Tage. In diesen ersten 2 Wochen werden ausschließlich Eiweiß und Fett verzehrt. Kohlenhydrate sind grundsätzlich tabu. Es gilt eineMaximalmenge von 20 g an Kohlenhydraten täglich, welche idealerweise von Gemüse oder Salat stammen. Durch die geringe Aufnahme von Kohlenhydraten wird der Körper dazu “gezwungen” Reserven anzugreifen (Ketose), was wiederum zu Gewichtsverlust führt. Damit kein Nährstoff- und/oder Mineralstoff Mangel entstehen kann, ist es ratsam die Einleitungsdiät mit Nahrungsergänzungsmittel zu kombinieren.

In der 1. Phase der Atkins-Diät sollte gänzlich auf “schlechte” Kohlenhydrate wie etwa Brot, Pasta und Reis verzichtet werden. Softdrinks und Kaffee sollten gemieden werden. Eine Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2 L Wasser pro Tag ist ratsam.

Tipp
Zwischen den Mahlzeiten sollten maximal 5 Stunden liegen. Empfohlen werden entweder 6 kleinere oder 3 normale Portionen pro Tag.

Atkins-Diät Phase 2: Reduktionsdiät

Nach zwei Wochen werden schrittweise “neue” Lebensmittel in den Diätplan hinzugefügt. – Konkret bedeutet dies eine Aufstockung um 5 g Kohlenhydrate pro Woche. Je nachdem wann das gewünschte Gewicht eintritt kann dies zwischen 2 – 8 Wochen dauern.

Achtung
Die Erhöhung der Kohlenhydrate sollte nur dann erfolgen, wenn der gewünschte Gewichtsverlust eingetreten ist und dieser trotz der Erhöhung der Kohlenhydrate stetig weiter sinkt.

Atkins-Diät Phase 3: Vor-Enthaltungsdiät

Das Abnehmen wird jetzt durch die Erhöhung der Kohlenhydratzufuhr langsam beendet. In der vorletzten Phase sollte das Optimalgewicht eingetreten sein. Man merkt, dass sich in Phase 3 das Gewicht nicht mehr wirklich verändert. Durch die Erhöhung der Kohlenhydrate ist diese Phase auch zugleich die „gefährlichste”. In der 3. Phase sollte daher genau beobachtet werden, ob weiterhin das Gewicht sinkt/steigt oder gleich bleibt. Bei Gewichtszunahme sollten die Kohlenhydrate wieder reduziert werden. Die 3. Phase ist daher individuell abhängig von der jeweiligen Person. Je nachdem welche Ergebnisse bereits erzielt wurden und/oder welche Ergebnisse noch erzielt werden möchten, dementsprechend muss die Kohlenhydratzufuhr angepasst werden. Also entweder reduziert, erhöht oder gleichbleibend sein.

Atkins-Diät Phase 4: Lebenslange Enthaltungsdiät

Die Auswahl der „erlaubten” Lebensmittel wird in Phase 4 stetig erweitert. Auf dem Speiseplan stehen viel Gemüse, Fisch und Obst. Nudeln und Kartoffeln sollten weiterhin nur in Ausnahmefällen oder gar nicht gegessen werden. Die 4. und zugleich letzte Phase der Diät kann im Idealfall lebenslang gelten. Am Speiseplan stehen immer noch primär Eiweiß- undfettreiche Lebensmittel. Kohlenhydrate werden in kleinen Mengen und hochwertiger Nährstoffqualität eingenommen. Die vorher verbotenen Lebensmittel sollten weiterhin aus dem Speiseplan ausgespart bleiben (z. B. Zucker, Weißmehlprodukte).

Erlaubte Lebensmittel: Was darf man bei der Atkins-Diät essen?

In der Atkins-Diät erlaubte Lebensmittel sind vor allem solche, die reich an Fette und Proteine sind. Kohlenhydratreiche Lebensmittel sollten komplett weggelassen werden. Es wird empfohlen lediglich auf Kohlenhydrate in geringen Mengen in Form von Blattgemüse und Salat zurück zu greifen.

Erlaubte Lebensmittel:

  • Fleisch: Rindfleisch, Lamm, Schweinefleisch, Speck
  • Fisch: Vor allem fetthaltige Fischsorten (Lachs, Sardinen, Aal)
  • Eier: BIO Eier
  • Milchprodukte: Vollfettjoghurt- und Milch
  • Gemüse: Grünkohl, Blattgemüse, Spargel, Salat
  • Nüsse und Samen
  • Fette: Hochwertige Öle und Fette (Olivenöl, Kokosöl, Avocadoöl)

Welche Lebensmittel sollte man bei der Atkins-Diät vermeiden?

Zu den Lebensmitteln, die bei der Durchführung der Atkins-Diät vermieden werden sollen und in der Anfangsphase vor allem tabu sind, zählen kohlenhydratreiche Produkte wie etwa Brot, Pasta und Reis.

Verbotene bzw.nicht empfohlene Lebensmittel:

  • Zucker: Softdrinks, Haushaltszucker, Süßigkeiten, Torten und Kuchen
  • Getreide/Mehl: Weizen, Roggen, Dinkel, Reis (Pasta, Brot)
  • Gemüse mit viel Stärke: Kartoffel, Süßkartoffel, Karotten
  • Obst: Bananen, Dörrobst, Zitrusfrüchte
  • Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen, Erbsen
  • Alkohol
  • Kaffee (nach der 3. Phase in geringen Mengen “erlaubt”)

Vorteile der Atkins-Diät

Der größte Vorteil der Atkins-Diät liegt in der meist raschen Gewichtsreduktion, da der menschliche Körper überschüssiges Protein (Eiweiß) nicht speichert und der Hauptenergielieferant Fett ist. Durch die eiweißreiche Ernährung tritt ein früherer Sättigungseffekt ein. Richtig angewendet, in ärztlicher Begleitung und in Kombination mit Sport kann die Atkins-Diät lebenslang zum Wunschgewicht führen.

Weitere Vorteile der Atkins-Diät:

  • Kein Hungergefühl (zeit- und mengenunabhängiges Essen)
  • Kein Kalorienzählen
  • Lebensmittel wie Käse, Fleisch, Speck, Sahne und Butter sind erlaubt
  • Abnehmen kann rasch erfolgen
  • Kohlenhydrate sind zwar reduziert, aber nicht komplett verboten

Nachteile und Risiken der Atkins-Diät

Da die Atkins-Diät vor allem in der Anfangsphase ein sehr einseitiges Spektrum an Lebensmittel aufweist, kann sich dies negativ auf Blutfettwerte und das Herz-Kreislaufsystem auswirken. Durch den Verzicht auf Obst kann ein Vitaminmangel bei einer Diät ohne Nahrungsergänzungsmittel nicht ausgeschlossen werden.

Weitere Nachteile der Atkins-Diät:

  • Hoher Anteil an tierische Fette
  • Zu viel Proteine können Nieren belasten
  • Ernährungsumstellung kann zu Heißhunger Attacken führen
  • Mangel an Ballaststoffe (Obst, Gemüse)

Nebenwirkungen der Atkins-Diät

Aufgrund der nötigen Einnahme von Zusatzpräparaten wird die Essensmonotonie der Atkins-Diät deutlich. Mangelerscheinungen und gravierende Gesundheitsfolgen – beispielsweise bei Diabetikern oder Menschen mit Niereninsuffizienz – können leicht auftreten. Häufig berichten Menschen aber auch von unangenehmen Erscheinungen wie etwa Mundgeruch durch erhöhte Konzentration von Aceton. Aceton ist unter anderem ein Stoffwechselprodukt im menschlichen Körper. Die Phase 1 der Diät verlangt Durchhaltevermögen und kann aufgrund von Zuckerentzug (Kohlenhydrate) launisch machen. Die Phasen nach den ersten 14 Tagen bieten eine abwechslungsreichere Ernährung, sodass sich keinerlei große Nebenwirkungen zeigen sollten. Es wird eine ärztliche Begleitung, sowie Sport allenfalls empfohlen.

Für wen ist die Atkins-Diät nicht geeignet?

Vor Beginn dieser Diät sollte ein Arzt konsultiert werden. Die Blutwerte sollten laufend überprüft werden. Ist alles im grünen Bereich, kann die Atkins-Diät von Frauen und Männern in jedem Alter durchgeführt werden.

Kranken Menschen, vor allem jenen mit internistischen Erkrankungen wie Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetes mellitus) oder Störungen der inneren Organtätigkeit (z. B. Niereninsuffizienz) wird von einseitigen Diäten abgeraten. Da dies mit besonderen und erhöhten Risiken verbunden ist. Eine Diät sollte daher niemals ohne ärztliche Beratung durchgeführt werden. Diabetikern, insbesondere wenn diese mit Metformin behandelt werden, wird von der Atkins-Diät abgeraten. Da bei Diabetikern die entstehenden Ketonkörper nicht ausreichend über die Nieren ausgeschieden werden können und somit das erhöhte Risiko einer Ketoazidose besteht (lebensgefährliche Übersäuerung des Blutes).

Ist die Atkins-Diät auch für Berufstätige geeignet?

Ja, die Atkins-Diät kann während der normalen täglichen Arbeit durchgeführt werden. Es gibt zahlreiche Rezepte für jede Phase – die Gerichte können problemlos zu Hause vorbereitet und am Arbeitsplatz verzehrt werden.

Kritik an der Atkins Diät

Durch die dauerhafte Ernährung von vermehrt tierischen Lebensmitteln und die Reduktion von Obst und Gemüse ist die Atkins-Diät für Vegetarier/Veganer kaum geeignet. Sie funktioniert sehr einseitig.

Die Atkins-Diät ist trotz vielen Verfechtern und Anhängern sehr umstritten. Sie wird von Ernährungsexperten, sowie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) als zu einseitig und potenziell gesundheitsschädlich eingestuft. Der Fettgehalt der Atkins-Diät liegt bei über 50 %. Damit ist die Diät laut DGE-Empfehlung nicht ausgewogen

2005 wurde ein Ergebnis amerikanischer Forscher veröffentlicht, welches zeigte, dass die Atkins-Diät auf Grund der Ketosewirkung zu einem signifikanten Anstieg der Methylglyoxal-Produktion führt. Dieser chemischen Verbindung wird eine Zell vergiftende Wirkung zugeschrieben. Vor allem bei Diabetikern kann sie zu Gefäß- und Gewebeschädigungen führen. 

Laut dem Ärzteblatt im Jahr 2005, kommt es bei kohlenhydratarmen Diäten zu erhöhten LDL-Cholesterinwerten, sowie erhöhte Harnsäure– und Nierensteinrisiko

Fazit: Ist die Atkins-Diät zu empfehlen?

Für eine kurzfristige, starke Gewichtsabnahme in Kombination mit ärztlicher Begleitung und Sport ist die Atkins-Diät zu empfehlen. Dauerhaft protein- und fettlastig zu essen kann jedoch zu gesundheitlichen Schäden führen.

Bei dauerhafter Anwendung riskiert man eine Unterversorgung von Folsäure und Vitamin B6.

Ballaststoffe sind im Vergleich zu einer ausgewogenen Ernährung in der Atkins-Diät viel zu gering enthalten. Aufgrund von reicher Fett-, Cholesterin– und Purinzufuhr (Harnsäurebildner) steigt das Risiko an Fettstoffwechselstörungen und Gicht zu erkranken.

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