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Trendgetränk Matcha Tee: Wie gesund ist das grüne Pulver wirklich?

(Foto: happy_lark - Adobe Stock)

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Matcha Tee ist eines der Trendgetränke der letzten Jahre. Ob Matcha Latte oder pur – der knallgrüne Matcha Tee ist beliebt und gilt als überaus gesund. Doch was macht den Matcha Tee so gesund und wie müssen Sie ihn zubereiten, um von der gesundheitsfördernden Wirkung auch tatsächlich profitieren zu können?

Warum ist Matcha Tee so gesund?

Matcha stammt von derselben Pflanze wie grüner und schwarzer Tee. Matcha ist japanisch und bedeutet „gemahlener Tee“. Er wird nur aus den Blattspitzen gewonnen und anschließend gemahlen, wodurch er zu Pulver wird. Dieses Matcha Pulver enthält viele wertvolle Nährstoffe, darunter:

  • L-Theanin, eine Aminosäure, die eine entspannende und beruhigende Wirkung auf das Gehirn hat. Das Stressgefühl wird dadurch reduziert und Angstzustände können weniger werden.
  • Catechin, z.B. Epigallocatechingallat (EGCG), das antientzündlich wirkt, die Gefäße stärken und die Zellen schützen kann.
  • Chlorophyll, das nicht nur für die grüne Farbe verantwortlich ist, sondern außerdem entzündungshemmend wirkt.
  • Vitamine wie B1, B2 und B3 sowie Vitamin C und Vitamin K.
  • Mineralstoffe wie Kalzium und Kalium.
  • Provitamin A, besser bekannt als Beta-Carotin, das die Haut und Schleimhäute schützt. Auf ein Gramm Matcha-Pulver kommen 300 µ Beta-Carotin. Schon mit vier Gramm Matcha können Sie also problemlos Ihren Tagesbedarf von 800 bis 1.100 µ decken.
  • Ballaststoffe, die sich positiv auf die Darmgesundheit auswirken sowie den Stoffwechsel anregen.
  • Koffein, das wachmacht und den Kreislauf sowie ebenfalls den Stoffwechsel anregt.

Ist Matcha gesünder als Kaffee?

Das Koffein macht Matcha so beliebt und hat ihn zu einer Kaffee-Alternative werden lassen. Es hat wie auch im Kaffee eine belebende Wirkung, ist dabei aber verträglicher als das Koffein aus Kaffee.

Das liegt daran, dass es im Kaffee isoliert vorkommt und im Tee an Gerbstoffe gebunden ist, wodurch es vom Körper langsamer aufgenommen wird. Dadurch ist der Effekt sanfter und die unangenehmen Effekte von zu viel Koffein, wie Überdrehtheit oder Herzrasen, bleiben aus. Dafür hält die Wirkung des Koffeins bei Matcha länger an.

Der Koffeingehalt in Matcha Tee ist recht hoch – eine Tasse Matcha Tee aus vier Gramm Pulver enthalten etwa 150 mg Koffein, das ist so viel wie ein Espresso.

Kaffee enthält Säure, wodurch manche Menschen von ihm Magenbeschwerden bekommen. Bei Matcha besteht diese Gefahr nicht. Eine entzündungshemmende, antioxidative Wirkung, die sogar den Blutdruck senken kann, wird Matcha nachgesagt – Kaffee hat diese nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Matcha Tee und grünem Tee?

Grundsätzlich sind grüner Tee und Matcha Tee dieselbe Pflanze. Allerdings werden sie auf verschiedene Weise verzehrt, was den Unterschied ausmacht. Bei grünem Tee werden die Teeblätter mit Wasser übergossen, sodass die Inhaltsstoffe ins Wasser übergehen und anschließend wieder herausgenommen. Normalerweise werden bei einem Teeaufguss zwischen 10 und 20 Prozent der wertvollen Stoffe in das Wasser abgegeben.

Die Besonderheit bei Matcha ist, dass er zu Pulver gemahlen und in Wasser aufgelöst wird, wodurch das komplette Teeblatt und somit eine deutlich höhere Konzentration an Nährstoffen aufgenommen wird. Alle gesunden Inhaltsstoffe aus dem grünen Tee werden durch das pulverisierte Blatt vom Körper aufgenommen, wodurch eine Tasse Matcha bis zu 137mal so viele Antioxidantien enthält wie eine Tasse grüner Tee. Die Bioverfügbarkeit von Matcha Tee ist deutlich höher als bei grünem Tee.

Kann man mit Matcha Tee abnehmen?

Im Zuge von Ernährungstipps wird Matcha Tee häufig als Abnehm-Wunder bezeichnet. Der Grund dafür ist, dass Matcha Bitterstoffe enthält, die die Lust auf Süßigkeiten schmälern und Heißhungerattacken vorbeugen, was beim Abnehmen hilft. Außerdem sorgen die Catechine sowie das Koffein dafür, dass weniger Fett aus der Nahrung aufgenommen wird, wenn der Matcha zum Essen getrunken wird. Die Ballaststoffe kurbeln in Kombination mit dem Koffein den Stoffwechsel an, wodurch der Grundumsatz steigt.

Außerdem kann Matcha Tee dabei helfen, Giftstoffe aus dem Körper zu befördern, was zusätzlich zur Entschlackung beiträgt und beim Abnehmen hilft. Darüber hinaus wirkt Matcha ausgleichend auf den Hormonhaushalt, insbesondere auf die Östrogene. Er kann diese wieder ins Gleichgewicht bringen, was sich ebenfalls positiv auf das Körpergewicht auswirken kann.

Somit lässt sich durchaus sagen, dass Matcha Tee zum Gewichtsverlust beitragen kann. Allerdings ist er für sich genommen kein Wundermittel und sollte immer in eine gesunde und ausgewogene Ernährung eingebettet sein. Wer nur Fast Food isst, sich nicht bewegt und dann mit zwei Tassen Matcha Tee pro Tag abnehmen will, wird keine Erfolge sehen.

Wie viel Matcha Tee ist gesund?

Wenn Sie jeden Tag Matcha Tee trinken, wirkt sich das positiv auf Ihre Gesundheit aus:

  • Ihr Stresslevel kann sinken.
  • Sie fühlen sich wach, konzentriert und leistungsfähig.
  • Ihr Stoffwechsel wird angekurbelt, wodurch ein Gewichtsverlust möglich ist.
  • Ihr Cholesterinspiegel kann sinken.
  • Ein zu hoher Blutdruck kann durch Matcha sinken.
  • Ihre Zellen werden vor oxidativem Stress geschützt.

Allerdings ist zu viel Matcha auch nicht gesund, da der Tee auch unerwünschte Nebenwirkungen haben kann. So wurden in Matcha-Produkten hohe Aluminium-Werte entdeckt, die dem Körper schaden können. Achten Sie daher darauf, dass Ihr Matcha Bio-Qualität hat, um möglichst wenig Schadstoffe aufzunehmen. Die Empfehlung für Matcha Tee liegt bei zwei bis drei Tassen pro Tag.

Welche Nebenwirkungen hat Matcha?

Trinken Sie mehr als die empfohlene Matcha-Menge pro Tag, kann die positive Wirkung ins Gegenteil umschlagen. So kann das Koffein bei Überdosierung zu Herzrasen, Sodbrennen, Schwindel und Übelkeit führen. Die Bitterstoffe können den Magen reizen, weshalb es sich empfiehlt, Matcha nicht auf nüchternen Magen zu trinken.

Außerdem enthält Matcha Oxalsäure, die die Aufnahme wertvoller Nährstoffe wie Eisen, Kalzium und Kalium im Darm hemmt. Trinken Sie Ihren Matcha Tee daher am besten nicht direkt zum Essen, sondern eine halbe Stunde davor oder danach. In der Schwangerschaft sollte auf Matcha gänzlich verzichtet werden.

Ist Matcha Tee in Kapselform eine gesunde Alternative?

Wenn Ihnen Matcha Tee nicht schmeckt, können Sie auch durch Kapseln von der gesunden Wirkung des Grüntees profitieren. Grüntee-Kapseln enthalten häufig große Mengen Catechine, vorwiegend EGCG, das eine antioxidative Wirkung hat.

Allerdings sind viele Kapseln zu hoch dosiert, weshalb Sie die enthaltenen Mengen gut im Blick behalten sollten. Schließlich kann eine Überdosierung zu Leber- und Schilddrüsenschäden führen. Die verträglichen Höchstmengen pro Tag betragen 338mg EGCG aus Matcha-Kapseln für Erwachsene mit einer gesunden Leberfunktion.

Wie gesund sind Matcha-Fertigprodukte?

Matcha gibt es nicht nur als Pulver, sondern mittlerweile auch als Kekse, Eis oder Getränken wie Limonaden beigemischt. In Süßspeisen und zuckerhaltigen Getränken geht die positive Wirkung von Matcha verloren, zumal der Matcha-Anteil in diesen Produkten häufig bei unter einem Prozent liegt. Zucker, Fette und andere Inhaltsstoffe sorgen dafür, dass es sich bei diesen Matcha-Produkten nicht mehr um ein gesundes Lebensmittel handelt.

Wenn Sie Matcha in Desserts oder andere Gerichte einarbeiten wollen, dann kaufen Sie keine Fertigprodukte, sondern kochen oder backen Sie selbst mit Matcha-Extrakt. So können Sie außerdem darauf achten, dass Sie hochwertiges Pulver in Bio-Qualität verwenden. Für Ihren Tee empfiehlt sich ebenfalls ein Bio-Produkt.

Was macht hochwertigen Matcha aus?

Echter Matcha Tee wird aus Tencha Blättern gewonnen. Diese Grünteeblätter werden kurz vor der Ernte mit dunklen Planen vor der Sonne geschützt, wodurch sie extra viele gute Inhaltsstoffe wie L-Theanin, Catechine und Chlorophyll ausbilden.

Optik: Sie erkennen hochwertigen Matcha Tee an seiner leuchtend grünen Farbe. Je grüner das Pulver ist, desto mehr Pflanzenstoffe sind enthalten und desto hochwertiger ist es. Bräunlich oder gräuliches Pulver spricht dafür, dass es nicht aus Tencha Blättern gewonnen wurde und dass es sich um eine schlechte Qualität handelt.
Geschmack: Auch am Geschmack erkennen Sie einen guten Matcha. Produkte mit schlechter Qualität schmecken meist extrem bitter. Echter Matcha ist zwar auch leicht bitter beziehungsweise herb, er hat aber auch eine milde, fast schon süßliche Note. Sein Geschmack ist blumig-grün, während schlechte Matcha-Teepulver meist erdig und sehr bitter schmecken. Der Geruch von hochwertigem Matcha ist frisch, grasig, und riecht nach purem, grünem Tee.
Konsistenz: Ein gutes Produkt erkennen Sie ebenfalls daran, dass es beim Verrühren leicht schäumt und sich eine Crema bildet. Minderwertige Produkte machen das nicht. Üblicherweise wird das Pulver mit einem kleinen, japanischen Bambusbesen, dem „Chasen“ verrührt. Wer diesen nicht zur Hand hat, kann auch einen herkömmlichen Schneebesen nehmen. Je feiner das Teepulver in der Dose staubt, desto besser ist die Qualität. Wenn Sie einmal während einer Teezeremonie einen schlechten, billigen Matcha gegen einen echten, hochwertigen probiert haben, werden Sie die Qualitätsunterschiede künftig sofort erkennen.

Wie bereiten Sie Matcha Latte zu?

Matcha Latte ist eines DER Trendgetränke und für immer mehr Menschen eine Alternative zum Caffè Latte. Die Zubereitung ist unkompliziert.

  1. Rühren Sie einen Teelöffel Matcha in 80 Grad heißes Wasser – bei kochendem Wasser wird der Geschmack zu bitter, deshalb sollten Sie das Wasser nach dem Aufkochen erst für fünf Minuten abkühlen lassen.
  2. Rühren Sie das Teepulver am besten mit einem kleinen Schneebesen ein, denn dann lösen sich die Klümpchen am besten auf.
  3. Mit einem Schuss Agavendicksaft, Honig oder Zucker erhalten Sie eine leichte Süße.
  4. Anschließend können Sie erwärmte und geschäumte Milch hinzugeben. Je nach Geschmack können Sie auch auf Hafer- oder Mandelmilch zurückgreifen.

Fazit: Ein gesunder Genuss mit Matcha Tee ist möglich

Wer Kaffee liebt und morgens nicht auf das schwarze, heiße Gebräu verzichten möchte, wird wahrscheinlich nicht von heute auf morgen auf Matcha umsteigen. Dennoch lohnt es sich, das Trendgetränk mal zu probieren, schließlich hat es eine ähnliche Wirkung wie der schwarze Wachmacher und ist dabei noch gesundheitsfördernd.

Im Gegensatz zu grünem Tee werden bei Matcha Tee mehr gesunde Nährstoffe und Antioxidantien aufgenommen, da das gesamte Teeblatt als in Wasser gelöstes Pulver getrunken wird. Es wirkt entzündungshemmend, blutdrucksenkend, wachmachend, kurbelt den Stoffwechsel an und kann den Cholesterinspiegel senken. Auch beim Abnehmen kann Matcha unterstützen. Zwei bis drei Tassen Matcha Tee pro Tag tragen zu einer gesunden Ernährung bei, auch wenn es mit Matcha alleine nicht möglich ist, sich gesund zu trinken. Nur im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung mit viel Bewegung kann Matcha wirklich gesundheitsfördernd wirken und die besten Ernährungstipps nützen nichts, wenn Matcha nur als Extrakt in Eis und Limonaden verzehrt wird.

Hochwertiger Matcha ist ein Genuss und wird am besten in Bio-Qualität verzehrt. Bei einer Überdosierung kann er Übelkeit, Herzrasen und Magenschmerzen auslösen, in Maßen entfaltet er seine positive Wirkung aber perfekt und fördert den Körper bei vielen entscheidenden Prozessen, die zur Erhaltung der Gesundheit beitragen.

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