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Mangelernährung – Ihre Folgen und wie man sie umgeht

(Foto: lumenphotos - Adobe Stock)

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Mangelernährung ist ein Thema, das in Deutschland eher mit ärmeren Ländern in Verbindung gebracht wird. Dabei bezeichnet Mangelernährung nicht nur den Umstand, nicht genügend Nahrung zu sich zu nehmen, sondern auch die falsche.

Mangelernährung: Was ist das genau?

Durch eine einseitige Ernährung kann es zu Ernährungsdefiziten kommen und auch bestehende Krankheiten können dafür sorgen, dass Lebensmittel im Körper nicht so verarbeitet werden, wie der Körper es bräuchte. Immer wenn die Nahrungs- und/oder Nährstoffzufuhr geringer ist, als es der Körper zum Leben braucht, wird es problematisch.

So können Vitaminmängel, Mineralstoffmängel und andere Nährstoffmängel entstehen, die leichte körperliche Funktionseinschränkungen, kognitive Einschränkungen, aber auch schwerwiegende Organschäden auslösen können.

Mediziner unterscheiden drei Formen von Mangelernährung:

  • Quantitative Mangelernährung, bei mangelnder Zufuhr von Kalorien wie zum Beispiel bei Essstörungen wie Magersucht o.ä.
  • Qualitative Mangelernährung, wenn zwar genügend Kalorien aufgenommen werden, aber lebenswichtige Nährstoffe fehlen.
  • Globale Malnutrition, wenn sowohl quantitative als auch qualitative Mangelernährung vorliegt.

Wer ist von Mangelernährung betroffen?

Mangelernährung, auch Malnutrition oder Unterernährung genannt, betrifft in Industrienationen wie Deutschland besonders häufig Menschen, die nicht oder nicht mehr aktiv am öffentlichen Leben teilnehmen können. Dies betrifft ältere Menschen, die aufgrund von Immobilität an ihr Zuhause gefesselt sind oder Pflegebedürftige in Heimen und Krankenhäusern.

Doch auch Menschen mit Tumorerkrankungen oder Menschen mit Erkrankungen des Verdauungstraktes können von Mangelernährung betroffen sein.

Mangelernährung: Diese Ursachen kann sie haben

Zu einem Nahrungs- oder Nährstoffdefizit führen meist mehrere Faktoren:

  • Verändertes Durst- und Hungergefühl
  • Eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme
  • Eine zu geringe Kalorienzufuhr, zum Beispiel durch Magersucht, Übelkeit, Erbrechen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Nahrungsmittelaversionen
  • Akute oder chronische Krankheiten
  • Entzündungsreaktionen des Körpers
  • Schmerzen
  • Probleme beim Kauen oder Schlucken, z.B. bei Zahnproblemen
  • Probleme bei der Nahrungsaufnahme wie beispielsweise nach einem Schlaganfall
  • Demenz
  • Ein verändertes Geschmacks- und Geruchsempfinden, wie zum Beispiel nach einer Covid-Erkrankung

Auch wirtschaftliche Aspekte wie Armut oder psychische Erkrankungen wie Depressionen, Trauer oder chronische Einsamkeit können eine Mangelernährung begünstigen.

Welche Symptome deuten auf eine Mangelernährung hin?

Mangelernährung kann sehr viele, teilweise unspezifische Symptome haben. Anzeichen von körperlichen Funktionseinschränkungen wie Müdigkeit, Antrieblosigkeit, mangelnde Konzentrationsfähigkeit sowie Appetitlosigkeit können bereits bei einer leichten Mangelernährung auftreten. Jedoch können sie auch auf zahlreiche andere Krankheiten zurückgehen, weshalb solche Symptome meist schwer zuzuordnen sind.

Bei einer Mangelerscheinung schlägt aber auch der Körper Alarm. So können beispielsweise Haarausfall oder brüchige Nägel ein Indiz für Mangelernährung sein. Die Folgen der Mangelernährung sind abhängig von der Dauer und dem Ausmaß der Mangelernährung.

Die Beeinträchtigungen können sich in Unzulänglichkeiten der wichtigen Organfunktionen oder Herzrhythmusstörungen niederschlagen. Der Körper wird schwach, motorisch unkoordiniert und desorientiert. Betroffene sind anfälliger für Stürze und Infektionen.

Ein klares Anzeichen für eine Mangelernährung kann auch Gewichtsverlust sein. Wer innerhalb von sechs Monaten mehr als 10 Prozent seines Körpergewichtes verliert, leidet möglicherweise unter Unterernährung.

Weitere Anzeichen für eine Mangelernährung können sein:

  • Blässe
  • Abbau der Muskulatur
  • Atembeschwerden
  • Verzögerte Wundheilung
  • Herzschwäche
  • Neurologische Störungen
  • Demenz

Mangelernährung erkennen: Wie geht das?

Um Mangelernährung zu diagnostizieren, sind mehrere Untersuchungen nötig. Schließlich gibt nicht bloß das reine Gewicht Aufschluss darüber, ob jemand gut ernährt ist.

  • Erfassung des Körpergewichts
  • Berechnung des Body Mass Index (BMI)
  • Gewichtsverlauf
  • Analyse der Ernährungsgewohnheiten einer Person
  • Blutbild

Das Blutbild kann Aufschluss darüber geben, welche Nährstoffe in Ihrem Körper fehlen, insbesondere dann, wenn Ihr BMI in einem normalen Bereich liegt und Sie keine Krankheiten haben. Wenn Sie Symptome einer Mangelernährung verspüren wie Schwäche oder Müdigkeit, kann es Sinn machen ein Blutbild anfertigen zu lassen, um einen eventuellen Nährstoffmangel zu entdecken.

Selbst bei eigentlich gesunden Menschen sind leichte Vitaminmängel nicht selten und können dann mit einer Anpassung der Ernährung oder mit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln behoben werden.

Folgen eines Vitalstoffmangel

Welche Nährstoffmängel sind bei welchen Gruppen besonders häufig?

Es gibt Risikogruppen, die häufiger von Malnutrition betroffen sind. Entscheidend ist, sich über die potenziellen Defizite bewusst zu sein und aktiv gegenzusteuern.

So kann beispielsweise die Supplementierung von Nährstoffen mit Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein, beispielsweise bei Veganern. Bei Menschen mit chronischen oder akuten Krankheiten sollte es vorwiegend darum gehen, die Krankheit zu behandeln, um dann wieder eine ausreichende Nährstoffversorgung sicherstellen zu können beziehungsweise bei Defiziten akut gegensteuern zu können.

HÄUFIGE NÄHRSTOFFMÄNGEL
RISIKOGRUPPEFEHLENDE VITALSTOFFE
SeniorenVitamin B1 , B12, B6, Folsäure, Vitamin D, E, Zink, Selen, Jod
RaucherVitamin C, E, Beta-Carotin, Selen
Patienten mit Störungen im Magen-Darm-Bereich (schlechte Nährstoffaufnahme)Vitamin B12, B6, Folsäure, fettlösliche Vitamine A, D, E, K, Zink
Einnahme von Medikamenten (z. B. Antibiotika, Schmerzmittel)unterschiedliche Mangelerscheinungen

 

Auch Veganer können von einer Mangelernährung betroffen sein. Kritische Nährstoffe sind dabei Proteine, Vitamin B12 und D, Kalzium, Eisen sowie Jod. Mangelernährung bei Kindern ist in Industrienationen selten, kann aber durch familiäre Armut oder Krankheiten ebenfalls vorkommen.

Wie hängen Ihre Fingernägel mit Ihrer Ernährung zusammen?

Mangelernährung erkennen Sie nicht nur an Ihrem Wohlbefinden. Auch Ihre Fingernägel dienen als Spiegel Ihrer Gesundheit. Sie sind eng mit der Haut und dem Blut verbunden und erlauben Aufschlüsse über Ihren Gesundheits- und Ernährungszustand. Wie die Haut, werden auch die Nägel über das Blut ernährt und reagieren ebenso wie diese auf das Fehlen von lebenswichtigen Nährstoffen.

Fingernägel einer Frau

Führen Sie Ihrem Körper nicht genügend Aufbaustoffe zu, kommt es auch bei den Nägeln zu Mangelerscheinungen. So können Fingernägel brüchig werden, wenn Mangelernährung durch häufige, ungesunde Diäten oder Essstörungen vorliegt.

Welche Folgen hat Mangelernährung für ältere oder kranke Menschen?

Ältere, pflegebedürftige oder kranke Menschen leiden besonders stark unter Mangelernährung, die sich bei ihnen in vielfachen Komplikationen zeigt.

  • Kompliziertere Krankheitsverläufe.
  • Die Lebensqualität verschlechtert sich.
  • Verlängerte Liegezeit im Krankenhaus.
  • Die Kosten für die Behandlungen steigen.
  • Die Mortalitätsrate steigt.

Gegen Mangelernährung vorzugehen ist somit insbesondere bei den älteren, kranken und/oder pflegebedürftigen Menschen essenziell, da es die Gesamtsituation stark verbessern kann.

Prophylaxe: Wie lässt sich Mangelernährung vermeiden?

Eine erfolgsversprechende Therapie gegen Mangelernährung muss die Ursachen der Krankheiten einschließen. Wenn Sie an Mangelerscheinungen leiden, sollten Sie darum einen Arzt aufsuchen, um Optionen abzuklären und eine krankheitsspezifische Ernährung anzugehen.

Da viele der Betroffenen pflegebedürftig sind, ist ein möglicher Lösungsansatz auch die spezielle Schulung von medizinischem und pflegendem Personal. Eine gezielte Aufklärung über das Risiko, die Symptome von Mangelernährung sowie das richtige Verhältnis von Nährstoffzufuhr und –bedarf wäre wertvoll.

5 Tipps für die optimale Nährstoffaufnahme

Ein weiterer wichtiger Schritt, um Mangelernährung vorzubeugen ist, die Nährstoffaufnahme zu optimieren und einen Vitalstoffverlust zu vermeiden. Fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag sind zwar ein guter Anfang, jedoch müssen diese von Ihrem Körper auch entsprechend verwertet werden. Und zu dieser optimalen Nährstoffverwertung können Sie aktiv beitragen:

  1. Essen Sie Ihr Obst und Gemüse möglichst oft roh

Durch die Hitze beim Kochen, Dämpfen, Braten oder Garen werden wertvolle Nährstoffe zerstört. Bei Vitamin C gehen beim Kochen beispielsweise fast 20 Prozent, bei Vitamin B1 25 Prozent verloren. Essen Sie Ihr Obst und Gemüse daher so oft es geht roh.

  1. Kaufen Sie saisonal und regional

Lange Transportwege lassen den Vitamingehalt schrumpfen: Pro Tag, der nach der Ernte vergeht, verliert zum Beispiel Obst bis zu 50 Prozent seines Vitamingehalts. An den Transport schließt sich die Lagerung in den Geschäften an, meist unter heller Beleuchtung. Auch dieses Licht trägt dazu bei, dass Vitamine entweichen.

  1. Nährstoffe kombinieren

So gilt z.B. für die Aufnahme von zinkhaltigen, kalziumhaltigen sowie eisenhaltigen Lebensmitteln gilt, dass sie mit etwas Vitamin C wie zum Beispiel aus Zitronen oder Paprika, besser vom Körper verwertet werden können.

  1. Obst und Gemüse nicht zerkleinern

Je kleiner Sie Ihr Obst und Gemüse schneiden, desto mehr Nährstoffe gehen verloren. Mit jedem Schnitt tritt Saft aus und mit ihm die Vitamine, die dann an der Luft zersetzt werden. Auch wenn Sie Obst und Gemüse waschen, sollten Sie es ganz lassen, um Vitaminverlust durch das Wasser zu vermeiden.

  1. Obst und Gemüse wenn möglich nicht schälen

Unter der Schale sitzen die meisten Pflanzenstoffe, in denen die Nährstoffe stecken. Verzichten Sie daher wenn möglich auf das Schälen, um möglichst viele Nährstoffe zu erhalten.

Fazit: So erkennen Sie Mangelernährung und beugen ihr vor

Mangelernährung betrifft vorwiegend ältere Menschen sowie kranke Menschen. Dabei bezeichnet Mangelernährung nicht nur, das zu wenig Nahrung zugeführt wird, sondern auch, wenn die falsche Nahrung zugeführt wird. So können auch Nährstoffmängel fatale Folgen haben, selbst wenn der Betroffene einen normalen BMI hat.

Mangelernährung kann zu Organschäden führen und die Lebensqualität stark vermindern. Da oft ältere oder pflegebedürftige Menschen von Mangelernährung betroffen sind, sollte Pflegepersonal über die Gefahren der Mangelernährung aufgeklärt werden. Bei kranken Menschen, die nicht ausreichend essen können ist es wichtig, die Ernährung krankheitsspezifisch zu gestalten und über die Verbesserung des Gesundheitszustandes auch die Nahrungsaufnahme wieder zu verbessern.

Über Nahrungsergänzungsmittel lässt sich ein Nährstoffmangel ausgleichen – ebenso kann die Nahrungsaufnahme so optimiert werden, das möglichst viele Nährstoffe vom Körper verwertet werden können.

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