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Wie gesund ist die Karotte? Nährstoffe, Wirkung und Tipps

(Foto: George Dolgikh — Adobe Stock)

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Karotten sind gesund – das ist gemeinhin bekannt. Sie sind ein weit verbreitetes Gemüse und werden in vielen Gerichten verarbeitet. Sie heißen auch Möhren oder Mohrrüben und verfügen über gesundheitsfördernde Eigenschaften. Ihr Geschmack ist süßlich, ihre Konsistenz knackig und mit einigen Tipps holen Sie das Beste aus den orangenen Rüben heraus.

Warum ist die Karotte gesund?

Viele Umstände führen dazu, dass Karotten als ein sehr gesundes Lebensmittel eingestuft werden:

  • Sie enthalten wertvolle Nährstoffe.
  • Sie sind reich an Ballaststoffen.
  • Sie können beim Abnehmen unterstützen.
  • Sie haben eine gesundheitsfördernde Wirkung, regen den Stoffwechsel an und schützen Haut und Augen.
  • Ihre medizinische Wirkung bei Durchfall hilft dem Darm dabei, Bakterien besser abwehren zu können.
  • Sie sind kalorienarm.
  • Sie schützen das Herz-Kreislauf-System.
  • Sie können sogar vor bestimmten Krebsarten schützen.

Welche Nährstoffe sind in Karotten enthalten?

In Karotten sind viele Vitamine und Spurenelemente enthalten, die der Körper braucht, um gesund zu funktionieren. Auch sekundäre Pflanzenstoffe wie Lycopin und Polyethin stecken in Karotten.

NährstoffGehalt pro 100 g
Ballaststoffe4 g
Beta-Carotin9820 µg
Eiweiß0,9 g
Kohlenhydrate4,7 g (davon 2 g Zucker)
Fett0,18 g
Vitamin C6 g
Kalzium33 mg
Kalium320 mg
Magnesium12 mg
Selen1,4 mg

 

Wie wirken die gesunden Nährstoffe der Karotten im Körper?

Jeder Nährstoff hat seine eigene Funktion und wirkt sich auf den Organismus unterschiedlich aus:

Ballaststoffe: Sie sind gut für den Darm und kurbeln die Verdauung an. Bei den Ballaststoffen in Mohrrüben handelt es sich unter anderem um Pektin, das Giftstoffe im Darm bindet. Außerdem sorgt Pektin für die Vermehrung guter Darmbakterien, die wichtig für die Darmgesundheit sind.

Beta-Carotin/Vitamin A: Beta-Carotin ist eine Vorstufe von Vitamin A und wird im Körper in das Vitamin umgewandelt. Vitamin A schützt die Haut vor dem schädlichen Einfluss der UV-Strahlung und die Körperzellen vor freien Radikalen. Laut Studien kann ein hoher Carotinoid-Spiegel auch mit einem niedrigeren Brustkrebsrisiko in Verbindung gebracht werden. Carotinoide können auch vor weiteren Krebsarten schützen, wie Prostatakrebs und Darmkrebs. Vitamin A wirkt außerdem auf die Augen und kann dazu beitragen, dass die Sehfähigkeit in der Dunkelheit verbessert wird. Lange Zeit hieß es, dass Karotten die Sehkraft generell verbessern können – das ist mittlerweile korrigiert und bezieht sich nur auf die Sicht im Dunkeln.

Vitamin C: Auch wenn der Vitamin C-Gehalt in Karotten nicht hoch ist (zum Vergleich, Orangen enthalten rund 50 mg Vitamin C), so handelt es sich dennoch um einen wichtigen Nährstoff, der die Abwehrkräfte stärkt und im Körper antioxidativ wirkt. Auch für den Aufbau von Knorpel- und Knochenmasse wird Vitamin C benötigt.

Selen: Das Spurenelement Selen braucht der Körper zum Schutz der Körperzellen. Eine ausreichende Versorgung mit Selen kann daher der Entstehung von Krebszellen vorbeugen und auch vor dem Einfluss schädlicher UV-Strahlung schützen. Die Immunabwehr wird ebenfalls durch Selen gestärkt. Auch die Schilddrüse profitiert von Selen, ebenso die Spermien, die dank Selen vermehrt produziert werden.

Kalium: Der Mineralstoff Kalium sorgt im Körper dafür, dass Nervenimpulse weitergeleitet werden. Sowohl der Blutdruck als auch die Herzfunktion sowie die Muskeln sind auf Kalium angewiesen, um gesund zu funktionieren.

Lycopin: Lycopin kommt in vielen roten und orangefarbenen Gemüse- und Obstsorten vor. Es stärkt das Immunsystem und kann vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Auch das Krebsrisiko kann durch Lycopin gesenkt werden.

Polyethin: Laut neuester Forschungsergebnisse kann Polyethin vor der Entartung von Zellen und somit vor Krebs und insbesondere Leukämie schützen.

Wie können Karotten bei Durchfall helfen?

Bei Durchfallerkrankungen sind pürierte Karotten ein gutes Naturheilmittel. Beim Kochen der Mohrrüben entstehen Stoffe, die sich dann an die Keime andocken, die den Durchfall verursachen. Diese Stoffe sorgen dafür, dass die Keime schneller ausgeschieden werden.

Die heilende Wirkung der Karotte wurde schon im Jahr 1908 von einem gewissen Dr. Moro entdeckt, der mit einer Suppe aus pürierten Möhren die Sterberate bei Durchfallerkrankungen bei Kindern stark senken konnte.

Können Babys Karotten essen?

Für Babys sind Karotten eines der besten Nahrungsmittel, insbesondere wenn sie mit Beikost anfangen. Pürierte Karotten liefern nicht nur viel Beta-Carotin, das die Entwicklung der Kleinen fördert, sondern dickt auch den Stuhl ein, was die erste feste Nahrung nach oder zusätzlich zur Muttermilch deutlich besser verträglich macht und Magen-Darm-Komplikationen vermeidet.

Für Babys und Kleinkinder eigenen sich Karotten als Beikost aufgrund der hohen Verträglichkeit © Stephanie Eichler — Adobe Stock

Sollte man Karotten roh essen oder kochen?

Beta-Carotin beziehungsweise Vitamin A kann der Körper besser verwerten, wenn die Karotten gekocht sind. Zwar gehen während des Garvorgangs auch Vitamine verloren, dafür werden jedoch die Zellwände der Karotte aufgebrochen. Das macht sie leichter bekömmlich und ermöglicht dem Körper, mehr Vitamine aufzunehmen.

Tipp: Beta-Carotin ist fettlöslich. Geben Sie daher etwas Fett zu den Möhren wie zum Beispiel einen Schuss Olivenöl, um das Carotin für den Körper noch besser verfügbar zu machen. Mit etwas Fett gegessen, genügen zwei Karotten pro Tag, um Ihren Tagesbedarf an Carotin bzw. Vitamin A zu decken.

Wenn Sie Möhren roh zu sich nehmen, sollten Sie diese besser raspeln, zum Beispiel für einen leckeren Salat oder entsaften. Dadurch werden ebenfalls die Zellwände der Karotte zerstört, wodurch das Carotin vom Körper wieder besser aufgenommen werden kann.

Der Vorteil von rohen Karotten liegt darin, dass die Ballaststoffe enthalten bleiben. Diese sind gut für den Darm, senken die Blutfettwerte sowie den Cholesterinspiegel und senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Um Nährstoffe bestmöglich aufnehmen zu können, sollten Sie jeden Tag sowohl Rohkost als auch gegartes Gemüse zu sich nehmen.

Achtung: Karottensaft, den Sie fertig kaufen, enthält häufig zusätzlichen Zucker oder Honig. Werfen Sie daher unbedingt einen Blick auf das Kleingedruckte, um sicherzugehen, dass Sie einen naturbelassenen Karottensaft, ohne Zusatz von Süßungsmitteln kaufen. Auf Nummer Sicher gehen Sie, wenn Sie Ihre Karotten selbst entsaften.

Karotten schälen oder nicht?

Die meisten Vitamine befinden sich bei Karotten wie auch bei den meisten anderen Obst- und Gemüsesorten unter der Schale. Deshalb sollten Sie Karotten auch nicht schälen. Waschen Sie sie und bürsten Sie sie gut ab, falls sich noch Erde auf der Schale befindet, aber wenn Sie sie mit der Schale essen, nehmen Sie mehr von den wertvollen Inhaltsstoffen auf.

Insbesondere bei großen Karotten kann die Schale etwas hart sein – natürlich können Sie sie auch entfernen, wenn Sie Ihre Möhren lieber ohne Schale mögen. Je kleiner die Möhren sind, die Sie kaufen, desto zarter sind sie, was Sie beim Einkauf berücksichtigen sollten.

Zu viele Karotten gegessen – und jetzt?

Zwei Karotten genügen, um Ihren Tagesbedarf an Vitamin A zu decken. Überschreiten Sie diese Menge und essen jeden Tag mehr als zwei Karotten, kann Ihre Haut mit der Zeit einen leichten Gelbstich annehmen, da sich das Carotin in den Hautzellen ablagert.

Außerdem kann die Überdosierung von Vitamin A zu Kopfschmerzen und Übelkeit führen. Das passiert in der Regel ab 3 mg Carotinoiden pro Tag. Dauerhaft kann eine Vitamin A-Überdosis außerdem die Leber schädigen.

Der Tagesbedarf an Vitamin A liegt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei 1 mg für Männer ab 19 Jahren und bei 0,8 mg für Frauen. Für Schwangere ist die Empfehlung angepasst – ab dem vierten Monat sollten Sie täglich 1,1 mg zu sich nehmen und in der Stillzeit sogar 1,5 mg. Die Empfehlung für Kinder beläuft sich auf 0,5 bis 0,9 mg.

Diese Richtwerte sind auch im Hinblick auf Nahrungsergänzungsmittel relevant. Sie erhalten häufig höhere Dosen an Vitaminen und Mineralstoffen als die frischen Obst- oder Gemüsesorten, was zu einer Überdosierung von Nährstoffen führen kann. Besser ist eine ausgewogene Ernährung mit vielen gesunden Lebensmitteln.

Kann man mit Karotten abnehmen?

Da Karotten nur 30 Kalorien auf 100 Gramm haben, können sie Sie beim Abnehmen unterstützen. Aufgrund ihrer leichten Süße können sie roh ein guter Snack sein, wenn der Heißhunger kommt. Außerdem kurbeln ihre Ballaststoffe Ihren Stoffwechsel an, machen langanhaltend satt und fördern die Verdauung. Insbesondere roh sind sie bei einer Diät ein gutes Lebensmittel, denn gekocht entwickeln sie mehr Zucker, der durch Hitze freigesetzt wird.

Möhren sollten jedoch nicht das Einzige sein, was Sie zu sich nehmen sollten, wenn Sie abnehmen wollen. Eine dauerhaft ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Salat, Nüssen, Pflanzenölen und Vollkornprodukten lässt Ihre Pfunde nachhaltig purzeln und ist gesünder, als wenn Sie eine Möhren-Diät machen oder sich einseitig ernähren und nur auf die Kalorien achten.

Im Zuge einer gesunden Ernährung sollte auf Zucker, Weißmehl, Fast Food und Alkohol weitestgehend verzichtet werden – vielmehr stehen frische und gesunde Lebensmittel, mageres Fleisch, Fisch und insbesondere Obst, Gemüse und Salat auf dem Speiseplan. Gemüsesorten dürfen dabei bunt gemischt sein und farblich dem gesamten Regenbogen entsprechen – je bunter, desto vielfältiger die Nährstoffdichte und desto besser für Ihre Gesundheit.

Mehr gesunde Karotten essen: 5 Tipps

Karotten sind so gesund, dass Sie sie verstärkt in Ihre Ernährung einbauen sollten. Mit diesen Tipps ist das kein Problem:

  1. Geraspelte Karotten können Sie über jeden Salat und jede Bowl geben. Sie sind ein schöner Farbtupfer und ein wertvoller Nährstofflieferant.
  2. Mischen Sie Karottensaft in Ihren Orangensaft, um das wertvolle Beta-Carotin zu sich zu nehmen.
  3. Bauen Sie selber Karotten an, falls Sie einen Garten haben. Die orangefarbenen Rüben sind pflegeleicht und brauchen nur zwei Monaten vom Aussäen bis zur Ernte. Im März gesetzt, sind sie im Mai erntereif – für die Ernte im Sommer müssen die Möhren im April in die Ernte.
  4. Kochen Sie eine Karottensuppe und frieren Sie einen Teil ein. So können Sie mit nur einmal kochen an mehreren Tagen von einem gesunden und leckeren Gericht mit Karotte profitieren. Zusammen mit Kartoffeln, Zwiebeln und Gemüsebrühe erhalten Sie ein leckeres und nahrhaftes Gericht mit wertvollen Inhaltsstoffen. Auf vetox.de finden Sie noch mehr leckere Gerichte mit Karotten, zum Beispiel diesen Karotten-Linsen-Salat, den sie ebenfalls super vorbereiten können.
  5. Greifen Sie abends vor dem Fernseher statt zur Schokolade zu Karotten. In Streifen geschnitten mit etwas Kräuterquark als Dip sind sie ein leckerer Snack, knacken schön und sind dazu deutlich gesünder als Süßigkeiten oder Chips.

Wie steht es um die CO2-Bilanz von Karotten?

Da Karotten ein regionales Lebensmittel sind, haben sie eine geringe CO2-Bilanz. Mit einem CO2-Fußabdruck von 0,1 kg CO2 pro ein Kilogramm Gemüse sind sie zusammen mit Weißkohl sogar der Spitzenreiter unter den klimafreundlichsten Lebensmitteln.

Im Gegensatz zu Südfrüchten oder Avocados müssen sie nicht von weither importiert werden, sondern wachsen in Deutschland und können von Bauern direkt aus der Region bezogen werden. Wer auf einen Bio-Anbau achtet, vermeidet außerdem eine Belastung mit Pestizidresten, doch auch die konventionellen Produkte liegen in der Belastung weit unterhalb der zugelassenen Grenzwerte.

Wie bewahren Sie Karotten am besten auf?

Karotten lagern Sie am besten im Gemüsefach Ihres Kühlschranks. Dort sind sie bis zu zehn Tage haltbar. Bewahren Sie Ihre Möhren in einem kühlen Keller auf, halten Sie dort sogar zwei Wochen und zum Teil noch länger. Friert man sie ein, verlängert sich ihre Haltbarkeit auf bis zu neun Monate.

Das Karottengrün sollten Sie nicht wegwerfen, wenn es an den von Ihnen gekauften oder geernteten Karotten noch nicht entfernt wurde. Aus ihm lässt sich ein leckeres Pesto zubereiten.

Fazit: Karotten sind ein absolutes Superfood und das auch noch regional

Karotten enthalten wertvolles Beta-Carotin, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird und wichtig für die Sehkraft und die Haut ist. In Kombination mit den Pflanzenstoffen, den weiteren Mineralstoffen sowie den Ballaststoffen sind sie das perfekte Gemüse und ergänzen viele Gerichte. Bei Durchfallerkrankungen haben Karotten eine heilende Wirkung und für Babys sind sie eines der besten Lebensmittel, wenn es um die erste feste Nahrung geht.

Karotten können sowohl roh als auch gekocht verzehrt werden – gekocht sollten Sie immer etwas Fett hinzugeben, damit das Beta-Carotin besser vom Körper aufgenommen werden kann. Die meisten Vitamine stecken unter der Schale, weshalb Sie sich gut überlegen sollten, ob Sie Ihre Möhren vor dem Verzehr schälen wollen. Auch zum Abnehmen sind Karotten geeignet, da sie kalorienarm sind und die Verdauung ankurbeln. Eine einseitige Ernährung mit Karotten empfiehlt sich jedoch nicht, vielmehr sollten Sie Bestandteil eines ausgewogenen Speiseplans mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Nüssen und gesunden Ölen sein.

Mit zwei Karotten pro Tag decken Sie Ihren Tagesbedarf an Vitamin A. Im Kühlschrank halten sie bis zu 10 Tage und aus Ihnen lassen sich Suppen, Salate und leckere Snacks herstellen. Auch das Karottengrün kann zum Kochen genutzt werden und bietet Potenzial für leckere Rezepte. Die geringe CO2-Bilanz macht Karotten zum perfekten Gemüse, da sie nicht nur gesund, sondern auch noch regional sind.

Ripe pineapple fruit cut in half and  triangle shape.

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