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Asthma bronchiale: Definition der Atemwegserkrankung

Asthma bronchiale bezeichnet eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege, die bei den betroffenen Personen zu anfallsartiger Atemnot führt. (Foto: psdesign1 - Fotolia)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Definition: Was ist Asthma?

Unter dem Begriff “Asthma bronchiale” wird eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege verstanden, die mit einer anfallsartigen Atemnot einhergeht.

Asthma lässt sich in zwei verschiedene Arten unterteilen: Allergisches (extrinsisches) und nichtallergisches (intrinsisches) Asthma bronchiale. Bei den meisten Patienten liegt eine Mischform vor. Asthma tritt schon im Kindesalter auf. Bei Kindern ist die extrinsische Form verbreiteter, während die meisten Erwachsenen zu intrinsischem Asthma neigen.

chronische bronchitis
© Adobe Stock

Symptome: So verläuft ein klassischer Asthma-Anfall

Bei einem Asthmaanfall leidet der Patient unter akut auftretender Atemnot, bei der besonders das Ausatmen schwerfällt und von den typischen Pfeifgeräuschen begleitet wird. Darüber hinaus kann Reizhusten auftreten sowie durch die Luftknappheit hervorgerufene Angstgefühle bis hin zur Panik. Typisch für Asthma ist die völlige Symptomfreiheit zwischen den Anfällen. Bei der Behandlung von Asthma unterscheidet man zwischen der Behandlung in symptomfreien Phasen und der Behandlung während akuter Anfälle. Während akuter Anfälle ist es wichtig, die Sauerstoffversorgung zu gewährleisten.

Zusätzlich gibt der Arzt Medikamente, welche die Bronchien erweitern und die ursächliche Entzündung bekämpfen. Bei der Behandlung von Asthmapatienten während symptomfreier Phasen kommt es auf die Schwere der Erkrankung an.

Ältere Menschen erkranken wahrscheinlicher

Es ist die schönste Zeit des Sommers und am liebsten halten Sie sich im Garten auf. Aber dieses Jahr geraten Sie beim Unkrautjäten ins Keuchen und haben Schwierigkeiten beim Atmen. Letzte Nacht wachten Sie aufgrund von Problemen beim Atmen auf. Unter Umständen handelt es sich bei Ihren Symptomen um ein spät ausgelöstes Asthma, das infolge körperlicher Anstrengung oder Allergene erstmals in Erscheinung trat. Wissenschaftliche Studien zeigten, dass Asthma zunehmend häufiger bei Menschen über 65 Jahren auftritt.

Des Weiteren kam kürzlich eine Studie der Mayo Clinic zu dem Ergebnis, dass über 40 Prozent der älteren Menschen mit Asthma mindestens einmal wegen Asthmaproblemen ins Krankenhaus kommen, manchmal mit lebensbedrohlichen Formen. Obwohl eine Heilung bislang nicht möglich ist, bekommt man das Asthma unter Kontrolle. Heute fasst man die Erkrankung vor allem als eine Entzündung der Atemwege auf. Medikamente gegen die Entzündung gehören zu den Mitteln der ersten Wahl. Sie stellen eine gute Möglichkeit dar, um die Symptome zu verringern und Anfälle bei chronischem Asthma zu verhindern.

Ärztin und Patient im Gespräch
© Alexander Raths - Fotolia

Wenn die Atemwege „verstopfen“

Beim Asthma erschwert die Entzündung und die Obstruktion („Verstopfung“) der Atemwege das Luftholen. Sie können nicht mehr tief einatmen. Darüber hinaus behindert der Kollaps der kleinen Atemwege mit eingeschlossenen Lungenbläschen das Ausatmen. Asthma verläuft leicht bis schwer. Unter Umständen erleben Sie gelegentliche Episoden mit kurzzeitigen Symptomen wie Giemen (Keuchen). Eventuell haben Sie die meiste Zeit unerklärlichen Husten oder Giemen. Viele Asthmatiker leiden unter solchen Atemstörungen wie Husten oder Giemen während des Schlafes. Sie wachen mitten in der Nacht auf.

Auslöser und Ursachen von Asthma

Neben der körperlichen Anstrengung gehören zu den häufigen Auslösern eines Asthmaanfalles Infekte der Atemwege, kalte und trockene Luft, Allergene wie Hausstaubmilben, Pollen, Schimmelpilze und Tierhaare, Rauchen (auch passives Rauchen), Luftverschmutzung, emotionaler Stress und Sodbrennen. Hinzu kommen bestimmte Medikamente wie Herzmittel und Blutdrucksenker. Auch sie führen bei einigen Menschen zu Asthmaproblemen.

Die wichtigsten Auslöser:

  • Pollen (z. B. Gräser, Birke, Roggen)
  • Tierhaare (z. B. Katzen, Pferde)
  • Hausstaubmilben
  • Schimmelpilzsporen
  • Tierfedern (Daunen)
  • berufliche Allergene (z. B. Mehl bei Bäckern, Farben und Lacke bei Anstreichern)

Wenn Sie mit einer Substanz in Kontakt kommen, auf die Sie allergisch reagieren, erkennen spezielle Eiweiße im Blut (Immunglobuline vom Typ E, IgE) das Allergen als feindlich und binden es an sich. Daraufhin schütten Abwehrzellen im Bindegewebe (Mastzellen) sofort Botenstoffe wie beispielsweise Histamin aus, was zu einer ganzen Reaktionskette führt: Die mittleren und kleinen Luftwege verengen sich krampfhaft, die Schleimhaut der Bronchien schwillt an und es kommt zu vermehrter Bildung von zähem Schleim. Die Folge aus diesen Reaktionen ist akute Luftnot.

Zwei verschiedene Arten von Asthma

Allergisches Asthma tritt in Folge eines Kontakts mit einem Allergen auf, zum Beispiel mit Pollen. Sie sollten Ihre Allergieauslöser genau kennen und sie so weit wie möglich vermeiden. Eventuell bleibt Ihnen eine Zeit lang nur übrig, in einer klimatisierten Halle zu trainieren. Wie bei allen Allergien reagiert auch beim allergischen Asthma das Immunsystem völlig unangemessen und überschießend auf einen an sich vollkommen harmlosen Reiz. Die Stoffe, die diesen Reiz auslösen, nennt man Allergene.

Beim Belastungsasthma dagegen verengen sich die Atemwege nach starker körperlicher Belastung. Diese Verengung beginnt etwa zehn Minuten nach dem Ende der Belastung, erreicht nach einer Viertelstunde ihren Höhepunkt und klingt dann innerhalb von 30 Minuten wieder ab. Mit einem Laufbandtest stellt Ihr Arzt die Stärke Ihres Asthmas fest. Anhand dieser Einstufung, die zwischen leichtem, mittelstarkem und schwerem Belastungsasthma unterscheidet, stellt er Ihnen ein geeignetes Sportprogramm zusammen.

Vermeiden Sie die Auslöser

Im Falle einer unklaren Diagnose hilft ein Metacholintest beim Ausschließen von Asthma. Der Test besteht darin, dass Sie Metacholin inhalieren. Dies ist eine Subtanz, die Ärzte nur für Testzwecke (Provokationstest) verwenden. Wenn Sie an Asthma leiden, verursacht Metacholin eine vorrübergehende messbare Verengung (Spastik) der Atemwege. Bei den meisten Menschen besteht die Behandlung darin, die auslösenden Ursachen zu vermeiden und die richtigen Medikamente einzunehmen. Identifizieren Sie die auslösenden Faktoren und eliminieren Sie diese, indem Sie folgendes tun:

  • Vermeiden Sie nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), wenn Sie empfindlich auf Acetylsalizyläure (ASS, z. B. Aspirin®) reagieren.
  • Vermeiden Sie Konservierungsstoffe wie Sulfite, die häufig an Salaten in Restaurants und in Weinen vorkommen.
  • Regelmäßiges Staubwischen mit einer Staubmaske, Säubern und Auswechseln von Lüftungsfiltern, Klimaanlagen und Luftbefeuchter helfen ebenso wie milbensichere Matratzen und Bettwäsche. Einige Automodelle mit Klimaanlage sind mit Pollenfiltern ausgerüstet.
  • Sorgen Sie für eine optimale Luftfeuchtigkeit, die Hausstaubmilben und Schimmelpilze hemmt.
  • Waschen Sie Ihr Bettzeug wöchentlich bei 60 °C, um den Staub zu minimieren.
  • Fragen Sie Ihren Arzt, ob eines Ihrer Medikamente, die nicht für die Behandlung des Asthma bestimmt sind, für Ihre Asthmaanfälle verantwortlich sein kann.

Gefahr durch Schimmelpilze

Was Naturmediziner seit Jahrzehnten vermuten, bestätigte eine erste wissenschaftlich fundierte Studie: Schimmelpilze in feuchten Wohnungen verstärken ein bestehendes Asthma und können diese schwere Bronchialerkrankung sogar verursachen. Im Auftrag des finnischen Nationalen Gesundheitsinstituts in Helsinki untersuchte das Team unter der Leitung von Dr. Juha Pekkanen die Wohnbedingungen von mehr als 300 Schulkindern, von denen 121 an Asthma erkrankt waren.

Asthmaerkrankungen traten dreimal häufiger bei den Kindern aus feuchten Wohnungen mit Schimmelpilzen auf als in trockenen Behausungen. Dem Bericht der Fachzeitschrift European Respiratory Journal vom März 2007 zufolge kann man dieses Ergebnis auf Erwachsene übertragen. Schimmelpilze an den Wänden (oft unter der Tapete) und am Fensterrahmen (in der Kittrille) stellen häufig die Folge einer falschen Belüftung dar. Lüften Sie Ihre Wohnung drei- bis viermal täglich per Durchzug etwa fünf bis zehn Minuten lang. Küche und Bad sollten Sie nach jedem Kochen oder Duschen gründlich mit frischer Luft versorgen.

Gefahr durch Bakteriengifte im Hausstaub

Giftige Stoffwechselprodukte von Bakterien (Endotoxine) im Hausstaub gelten als gefährliche Asthmaverstärker. Besonders vergiftet ist der Staub auf dem Fußboden von Schlafzimmern. Dies fand Dr. Peter Thorne vom umweltmedizinischen Zentrum der Universität Iowa anhand von Bodenproben heraus. Wie das Nationale Gesundheits-Institut der USA im September 2005 in einer Pressemitteilung erläuterte, analysierte der Forscher mehr als 2.500 Staubproben aus 831 Häusern und Wohnungen. Das Ergebnis: Je höher die bakterielle Endotoxinbelastung des Staubs, desto stärker die Asthmabeschwerden der Bewohner.

Dies geschah unabhängig davon, ob dem Asthma eine Allergie zu Grunde lag oder nicht. Eingeatmete Endotoxine reizen die Atemwege, führen zu Mikroentzündungen und verschlimmern bestehende Asthmabeschwerden. Verzichten Sie aus dem Grund im Schlafzimmer auf Teppiche, die wahre Staubfänger sind. Wählen Sie glatte, leicht wischbare Bodenbeläge wie das moderne Laminat oder oberflächenversiegeltes Holz.

Ozon: Gut oder böse?

Unter erhöhten Ozonwerten der Luft bei schönem Sommerwetter können Menschen mit vorgeschädigten oder erkrankten Atmungsorganen erheblichen Schaden nehmen. Da Ozon die Schleimhaut der Luftwege angreift, macht es sie durchlässiger für Allergie auslösende Stoffe. Tabakrauch verschärft das Problem. Ozon hat für uns Menschen zwei Gesichter: Auf der einen Seite bildet es die Schutzhülle für unsere Erde und hält die UV-Strahlen ab. Auf der anderen Seite erweist es sich als gesundheitsschädlich, wenn es sich als Gas in der Nähe des Erdbodens bildet. Es belastet zusammen mit anderen Schadstoffen den Organismus.

Wenn Sie unter Atemwegs- und Kreislauferkrankungen leiden, bemerken Sie die Ozon-Auswirkungen. Sie führen von Kopfschmerzen über Müdigkeit bis hin zu Irritationen der Schleimhaut. Leiden Sie unter Asthma oder ähnlichen Erkrankungen, treten bei hohen Ozonwerten unter Umständen Luftnot und Hustenanfälle auf. Achten Sie aus diesem Grund auf Ozonmeldungen im Radio oder Fernsehen. Verlegen Sie bei hohen Ozonwerten Ihr Training nach drinnen oder in die kühlen Abendstunden. Nach 18 Uhr sind die Ozonwerte im Sommer am niedrigsten. Menschen mit empfindlichen Bronchien, Asthma oder Herzproblemen sollten sich ab einer Konzentration von 160 Mikrogramm im Freien nicht körperlich belasten.

Rauch
© pixabay.com © maxknoxvill

Pökelware: Warum Sie als Asthmatiker verzichten sollten

Salami, Schinken und manch andere Wurstware haben eines gemeinsam: Es handelt sich um Pökelfleisch. Dieses wird mit nitrithaltigen Salzen haltbar gemacht. Ihre Aufgabe ist es, Bakterien abzutöten, den Fleisch- und Wurstwaren die rötliche Farbe zu geben und den speziellen Geschmack zu erzeugen. Französische Wissenschaftler haben aber nun herausgefunden, dass gerade Asthmatiker sich keinen Gefallen tun, wenn sie so verarbeitete Fleisch- und Wurstsorten essen. Denn die Salze können zu Entzündungen der Atemwege führen und auf diesem Wege neue Asthmaanfälle auslösen.

Die Wissenschaftler hatten eine Studie mit fast 1.000 französischen Patienten durchgeführt, die unter Asthma litten. Die Teilnehmer kamen aus fünf verschiedenen Städten. Befragt wurden sie im Laufe der Studie zu ihren Ernährungsgewohnheiten. Sie mussten aber auch Gesundheitsfragen beantworten und ihre Asthma-Anfälle und -symptome erfassen. Dazu gab es eine Skala, die von 0 bis 5 reichte. Beobachtet wurden die Teilnehmer fünf bis zehn Jahre lang. Bei rund der Hälfte von ihnen blieben die Symptome über diese Zeit hinweg gleich. Bei 20 Prozent verschlechterten sie sich und bei 27 Prozent waren sie weniger stark als zu Beginn der Untersuchung.

Der Zusammenhang zwischen Asthma und Pökelfleisch

Wirklich interessant wurde die Datenauswertung in dem Moment, als die Forscher die Asthma-Anfälle mit den gesammelten Daten über die Ernährung abglichen. Es zeigte sich: Durchschnittlich aßen alle Studienteilnehmer 2,5 Portionen Wurst pro Woche. Und hier fand sich dann ein Zusammenhang zwischen der Menge von Pökelwaren, die verzehrt wurden und der Stärke der Asthmabeschwerden. Bei den 22 Prozent der Studienteilnehmer, die mindestens viermal pro Woche verarbeitete Fleisch- und Wurstwaren aßen, verschlechterte sich die Erkrankung im Laufe der Woche. Dieser Zusammenhang blieb auch dann bestehen, als die Wissenschaftler Übergewicht als Risikofaktor herausrechneten (denn auch zu viele Pfunde können die Anzahl der Asthma-Anfälle deutlich erhöhen).

Die Forscher möchten ihre Studienergebnisse weiter vertiefen. Denn noch handelt es sich bei ihren Untersuchungen um eine Beobachtungsstudie. Diese gibt zwar den Hinweis darauf, dass Pökelwaren Asthma-Symptome verschlechtern können. Allerdings hat ein Zusammenhang, der in einer Beobachtungsstudie gefunden wurde, noch keine Beweiskraft. Um nachzuweisen, wie der Fleischkonsum die Lungen von Asthmatikern tatsächlich schädigt, sind weitere Studien nötig.

Pökelfleisch schadet auch bei COPD

Dennoch weisen die Wissenschaftler darauf hin: Asthmatiker sind nicht die einzigen, die sich beim Konsum von Pökelfleisch und -wurst zurückhalten sollten. Auch Menschen, die unter anderen Lungenerkrankungen leiden, sollten auf diese Speisen verzichten, so weit es möglich ist. Hierzu gehören zum Beispiel diejenigen, die unter Chronisch Obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) leiden. Frühere Studien haben gezeigt, dass auch bei dieser Krankheit ein Verzehr vieler Wurstwaren für eine Verschlimmerung sorgen kann.

Asthma gezielt verhindern – mit Sport

Das Interesse an Atemwegserkrankungen als häufigste Todesursache ist in der Öffentlichkeit besorgniserregend gering. Das zeigen Daten einer Befragung, auf die das „Forum of International Respiratory Societies (FIRS)“ hingewiesen hat. Weltweit sterben jährlich vier Millionen Menschen an Atemwegs- und Lungenerkrankungen. Die Daten zeigen, dass sich viele Menschen trotz der Häufigkeit von Atemwegserkrankungen mehr vor Krebs, Herzkrankheiten und Schlaganfällen fürchten. Die Befragung demonstriert zudem, dass 70 Prozent der Teilnehmer glauben, Atemwegspatienten seien nicht in der Lage, leichte Sportarten (Schwimmen oder Gymnastik) zu betreiben.

Tatsächlich trägt körperliche Aktivität dazu bei, Symptome von Lungenkrankheiten wie Atemnot selbst bei schweren Fällen zu lindern. FIRS versucht Menschen dazu zu bewegen, Lungenfunktionstests durchführen zu lassen. Sie sollen aktiv an der eigenen Lungengesundheit arbeiten. Bei der Befragung gaben nur 41 Prozent der Atemwegs-Patienten an, mit ihrem Arzt über die Möglichkeiten von Sport und körperlicher Aktivität gesprochen zu haben.

Vorbeugung unterschätzt

Professor Klaus Rabe, Vorsitzender von FIRS und Präsident der „European Respiratory Society“ betont: „Chronische Lungenkrankheiten sind ein wesentliches Gesundheitsproblem, aber ihre Auswirkungen werden unterschätzt. Nicht nur die Ernsthaftigkeit von Lungenkrankheiten wird ignoriert, sondern auch die Möglichkeiten der Vorbeugung. Lungenfachärzte verstehen zunehmend die Bedeutung von körperlicher Aktivität. Die Befragung zeigt, dass das ignoriert wird. Selbst gemächliches Gehen für diejenigen mit schwerer Erkrankung kann dazu beitragen, die Lungenkapazität und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.“

Unterstützung durch Sportler

Mehrere Spitzenathleten unterstützten die Kampagne. Mit ihrem Engagement zeigen sie, was man trotz einer Lungenerkrankung leistet. Damit ermutigen sie andere, sportlich aktiv zu werden. Zu den Unterstützern gehörte auch der norwegische Ruderer Olaf Tufte. Er gewann trotz seines schweren Asthmas zweimal olympischen Gold und einmal Silber.

Im Gespräch über seine Erfahrungen mit seiner Lungenerkrankung sagte er: „Ich bin entschlossen, nicht zuzulassen, dass mich mein Asthma limitiert oder meine Ambitionen einschränkt. Stattdessen verstehe ich die Erkrankung als eine Herausforderung, die ich bewältigen musste, um zu den Besten in meiner Sportart zu gehören. Menschen mit Atemwegserkrankungen können ein gesundes und aktives Leben führen. Dazu müssen sie nur Maßnahmen zur Bewältigung ihrer Erkrankung ergreifen, wenn die Krankheit früh genug erkannt und behandelt wird.“

Nahaufnahme eines joggenden Mannes
© Maridav - Fotolia

30 Minuten Bewegung am Tag verringern Asthmasymptome

Früher wurde Asthmapatienten geraten, bloß auf körperliche Anstrengung zu verzichten. Heute weiß man: Sport verbessert auch die Atemmuskulatur und ist damit wichtig auch für Menschen, die an Asthma leiden. Aber wie viel Sport sollte es sein? Mit dieser Frage haben sich Forscher der kanadischen Concordia University in Montreal befasst. Sie haben eine Studie mit fast 650 Asthmapatienten durchgeführt. Diese gaben Auskunft über ihre tägliche Bewegung, über die Atemnot beim Aufwachen, Lebenseinschränkungen, Schlafstörungen durch die Erkrankung, Kurzatmigkeit und das asthma-typische Pfeifen beim Atmen.

Als die Wissenschaftler die Antworten auswerteten, fanden sie heraus, dass 30 Minuten Bewegung pro Tag all diese Beschwerden deutlich reduziert. Die Betroffenen bekamen ihre Symptome deutlich besser in den Griff. Welche Sportart ausgeübt wurde, war dabei egal. Allerdings, so die Forscher, sollen Asthmapatienten bedenken, dass es tatsächlich zu einer durch Sport ausgelösten Bronchienverkrampfung kommen kann. Diese lässt sich allerdings vermeiden. Wenn Sie als Asthmatiker vorm Training Ihre Medikamente zur Bronchienerweiterung verwenden und den Sport nicht abrupt, sondern mit einer langsamen Belastungsverringerung beenden. Im Winter ist es aber zu überlegen, ob Sie nicht auf Innenraumsport ausweichen, denn kalte Luft erhöht das Risiko für Asthmaanfälle deutlich.

So beugen Sie einem Asthma-Anfall vor

  • Durch die Bauchatmung weitet sich das Zwerchfell, und der obere Brustkorb wird entspannt. Legen Sie dazu beide Hände auf Ihren Bauch und pressen Sie beim Einatmen die Zunge gegen den Gaumen. Versuchen Sie beim Einatmen einen Druck gegen Ihre Hände auszuüben.
  • Magnesium entspannt die Muskulatur der Bronchien. Nehmen Sie daher mit Beginn der Allergie-Hochsaison täglich 300 mg Magnesium als Nahrungsergänzung ein.
  • Kalzium hemmt die bei allergischen Reaktionen auftretende Histaminausschüttung. 500 bis 1.000 mg pro Tag als Brausetablette eingenommen, haben sich hier bewährt. Entsprechende Präparate können Sie im Drogeriemarkt kaufen.
  • Gamma-Linolensäure fördert die Bildung entzündungshemmender Gewebshormone (Prostaglandine), die überschießende Entzündungsreaktionen abfangen. Schwarzkümmelöl und Nachtkerzenöl (beide in der Apotheke ab 8 € für 50 ml erhältlich), die besonders reich an diesem Vitalstoff sind können Sie daher zur Vorbeugung tropfenweise Ihrem Salatdressing beifügen.
  • Folsäure ist in der Lage, die Antikörper (IgE) in Schach zu halten. Die tägliche Zufuhr von 400 µg Folsäure in Form von Fertigpräparaten kann daher Studien zufolge die Anfallshäufigkeit deutlich senken.

Naturmedizin gegen allergisches Asthma

Da die Atemnot beim allergischen Asthma durch eine überschießende Immunreaktion ausgelöst wird, will die Naturheilkunde vor allem das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht bringen. Gleichzeitig soll auch den entzündlichen Schleimhautreaktionen entgegengewirkt werden. Die Naturheilkunde behandelt Asthma mit:

Zur optimalen Wirksamkeit werden meistens mehrere Verfahren miteinander kombiniert. Zusätzlich wird auch immer ein moderater Ausdauersport empfohlen, da hierdurch die Lunge trainiert und die Atemmuskulatur gekräftigt wird.

Beruhigen Sie die gereizte Schleimhaut mit Heilpflanzen

Heilpflanzenextrakte können sowohl reizlindernd auf die Bronchialschleimhaut wirken als auch die Muskulatur der Bronchien entkrampfen. Die besten Heilpflanzen gegen allergisches Asthma sind:

  • Indisches Lungenkraut (Adhatoda vasica)
  • Sonnentau (Drosera)
  • Efeu
  • Pestwurz

Zubereitungen aus diesen Pflanzen lösen den zähen Schleim und dämpfen die allergische Reaktion. Entsprechende Fertigpräparate wie Allergin®, und Asthmahowen® erhalten Sie in der Apotheke. Indischer Weihrauch hemmt die Bildung von Entzündungsbotenstoffen (Leukotriene), die bei Asthma entstehen, und wirkt daher antiallergisch. Ein Versuch mit einem Fertigpräparat ist daher durchaus lohnenswert.

Entspannungstechniken entspannen auch die Bronchien

Stress führt zu einer Verkrampfung der Bronchialmuskulatur und begünstigt einen Asthmaanfall. Mit Entspannungsübungen können Sie Ihr vegetatives Nervensystem ausgleichen und so dem Anfall vorbeugen. Je nach Vorliebe eigenen sich hierzu autogenes Training, progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder auch Meditation. Erlernen Sie die Technik Ihrer Wahl in einer Gruppe und trainieren Sie anschließend regelmäßig zuhause.

Auch Yoga hat sich sowohl zur Vorbeugung als auch zur Linderung der Atemnot im Anfall bewährt. Probieren Sie doch einmal diese Übung zur Weitung der Atemwege: Legen Sie sich flach auf den Rücken und schieben Sie Ihre Hände so weit wie möglich Richtung Oberschenkel unter das Gesäß. Atmen Sie nun tief ein, heben Sie dabei den Brustkorb vom Boden ab und strecken Sie gleichzeitig den Kopf nach hinten.

Diese homöopathischen Mittel erweitern die Bronchien

  • Aconitum: Wenn plötzlich ein trockener Husten einsetzt, Sie dadurch in Panik geraten und sehr unruhig werden.
  • Cuprum metallicum: Bei Krampfhusten mit Würgereiz und zähem Sekret in den Luftwegen, das nicht abgehustet werden kann.
  • Lobelia inflata: Wenn das Ausatmen verlängert und mit rasselnden Geräuschen verbunden ist.

Lassen Sie bei akuten Beschwerden drei Globuli von dem passenden Mittel in der Potenz D6 langsam im Mund zergehen.

Alternativmedizin bei Asthma risikoreich für Kinder

Wenn Kinder Asthma haben, dann greifen Eltern gern zu alternativer Therapie, um zu verhindern, dass der Nachwuchs ständig Medikamente nehmen muss. Die Alternativmethoden gelten als sanfter und 13 Prozent aller betroffenen Eltern nutzen diese. Und immerhin 60 Prozent der Eltern gehen davon aus, dass diese gerade bei Asthma helfen könne. Für die betroffenen Kinder kann dies aber sehr unangenehm werden. Denn wenn alternative Methoden von den Eltern eigenständig eingesetzt werden, ohne dies mit dem Arzt abzusprechen, kann es zu gefährlichen Wechselwirkungen mit den herkömmlichen Asthmamedikamenten der Kinder kommen.

Das haben Forscher des Asthma-Zentrums am Montreal Children’s Hospital herausgefunden. Sie ließen über 2.000 Eltern beim Erstbesuch des Zentrums Fragebögen ausfüllen, in denen auch abgefragt wurde, ob die Kinder alternativ behandelt wurden, und wenn ja, mit welchen Therapien. Es zeigte sich, dass vor allem Kinder unter sechs Jahre am häufigsten mit Alternativtherapien behandelt wurden, was für diese Kinder sehr gefährlich sein kann. Gerade in diesem Alter kommt es häufig zu Attacken, bei denen eine schnelle Notfallbehandlung nötig ist. In Studien hat sich gezeigt, dass diese Notfallbehandlung nicht durch Alternativmethoden geleistet werden kann. Zudem haben Kinder, die mit alternativen Therapien behandelt werden, ihr Asthma doppelt so häufig nicht unter Kontrolle verglichen mit konventionell behandelten Kindern. Wenn Sie planen, Ihr asthmakrankes Kind mit alternativen Methoden zu behandeln, sollten Sie sich daher auf jeden Fall mit dem Kinderarzt beraten.

Medikamente gegen Asthma

Man teilt Asthma-Medikamente in zwei Gruppen ein: Antientzündliche und bronchienerweiternde Mittel. Antientzündliche Präparate gelten als Hauptstütze der Asthmatherapie. Bronchodilatatoren sorgen für schnelle Erleichterung während eines Anfalls.

Verschiedene Medikamente - Nahaufnahme

Asthma-Medikamente: Kortikosteroide gegen Entzündungen

Indem Sie die Entzündung durch antientzündliche Medikamente eindämmen, verringern Sie die Schwellung der Schleimhäute in den Atemwegen und vermindern die Schleimbildung. Die am häufigsten verwendeten antientzündlichen Medikamente sind die Kortikosteroide.

Kortikosteroide zum Inhalieren gelten als Mittel der Wahl und verursachen bei richtigem Gebrauch die wenigsten Nebenwirkungen. Orale oder injizierte Kortikosteroide sind schweren Asthmaattacken vorbehalten. Zu den inhalierbaren Steroiden gehören Beclomethason (Sanasthmax®), Budensonid (Pulmicort®), Flunisolid (Inhacort®) und Fluticason (Atemur®, Flutide®).

Bei mäßigem bis schwerem Asthma inhalieren Sie die Kortikosteroide ein bis mehrmals täglich. Sie beherrschen damit die Symptome und setzen die Häufigkeit der Anfälle herab. Die inhalierbare Form machte den Einsatz von oral zugeführten Kortison-Präparaten bei den meisten Asthmatikern überflüssig.

Bei der Inhalation mit Kortikosteroiden empfiehlt Ihr Arzt zu einem 10 bis 20cm Verteiler-Inhalator (Dosier-Aerosol), um das Medikament gleichmäßig in der Lunge zu verteilen. Um Nebenwirkungen wie Reizungen im Hals oder Hefepilzinfektionen des Rachens (Mundsoor) zu vermeiden, hilft das Gurgeln mit Wasser nach der Inhalation.

Asthma-Medikamente: Inhalierbare Steroide erweitern die Bronchien

Im Gegensatz zu inhalierbaren Steroiden vermindern inhalierbare Bronchodilatatoren nicht die Entzündung der Atemwege. Sie erweitern die spastischen, verengten Bronchien und bringen bei einem Anfall schnelle Linderung. Obwohl man diese Wirkstoffe oral oder intravenös gibt, verwenden die meisten Patienten die Inhaliergeräte.

Sie bringen das Medikament direkt in die Atemwege der Lunge und minimieren eventuelle Nebenwirkungen. Bronchodilatatoren wirken kurzzeitig (4 bis 6 Stunden) oder langfristig (8 bis 12 Stunden). Häufig setzt man die kurzzeitig aktiven Beta-Agonisten ein, die Ärzte typischerweise bei gelegentlichen milden Anfällen verschreiben.

Beta-Agonisten, wie Albuterol (Proventil®, Ventolin®), Orcipreanlin (Alupent®), Pirbuterol (Maxair®) und Levalbuterol (Xopenex®) wirken schnell bei leichten Anfällen. Ebenso eignen sie sich zur vorsorglichen Einnahme vor Sport oder der Einwirkung kalter Luft, um einen Asthmaanfall zu vermeiden.

Häufig sieht die Verschreibung eine Dosierung alle 4 bis 6 Stunden oder bei „Bedarf“ vor. Salmeterol (Serevent®, Aeromax®) und Formoterol (Foradil®, Oxis®) sind langwirksame Beta-Agonisten.

Sie verhindern bis zu 12 Stunden das Auftreten einer Spastik (Verengung der Lungenstrohmbahn) sowie die Symptome nächtliche Anfälle. Bei einem akuten Asthmaanfall empfehlen sie sich jedoch nicht.

Junge Frau benutzt Inhalator

Lassen Sie sich Xolair® nur vom Arzt spritzen

Die US-Arzneimittelzulassungsbehörde in Washington fordert Patienten mit allergischem Asthma dringend dazu auf, sich das Antikörper-Präparat Xolair® (Wirkstoff: Omalizumab) nur vom Arzt spritzen zu lassen. Der Grund: In seltenen Fällen kommt es zu lebensgefährlichen allergischen Reaktionen.

Der biologische Wirkstoff Omalizumab blockiert die körpereigenen IgE-Antikörper. Sie gelten als Schlüsselmoleküle für das Entstehen akuter allergischer Asthmaanfälle. Das Präparat verordnet man nur bei sehr schwerem Asthma und spritzt es unter die Haut.

Zu den allergischen Reaktionen auf das Medikament gehören Bronchialkrämpfe, Blutdruckabfall, Nesselausschlag und Schwellungen im Rachen oder auf der Zunge.

Die Nebenwirkungen traten nicht nur nach der ersten oder zweiten Dosis auf, sondern in Einzelfällen erst nach mehr als 20 Dosen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie lange Sie sicherheitshalber nach der Injektion zur Beobachtung in der Praxis bleiben.

Weitere Wirkstoffe und Therapien

Zu einer anderen Gruppe der Bronchodilatatoren gehört das cholinerge Ipratropium-Bromid (Atrovent®). Es entfaltet seine Wirkung, indem es die großen Bronchien erweitert. Manche Patienten kombinieren es mit Albuterol (Combivent®). Ein weiterer Kombi-Inhalierer ist Viani®, das Salmeterol und das Steroid Fluticason enthält.

Eine besondere Wirkstoffklasse, die sich für die Prophylaxe eignet, ist zum Beispiel Cromolyn (Intal®) und Nedocromil (Tilade®). Zu den häufig oral eingenommenen Asthma-Medikamenten gehören Kortikosteroide wie Prednison, ein weiterer Bronchodilatator namens Theophyllin und die Leukotrien-Modifizierer, zu denen Montelukast (Singulair®), Zafirlukast (Accolate®) und Zileuton (Zyflo®) gehören.

Ihr Arzt hilft Ihnen dabei, einen Asthma-Aktionsplan zu erstellen. Dieser legt fest, wie Sie Ihr Asthma am Besten überwachen und unter Kontrolle bekommen. So lernen Sie, richtig auf Veränderungen von Symptomen oder auf die Ergebnisse der Peak-Flowmessung zu reagieren.

Weiterführende Informationen zu Atemwegserkrankungen

Die Initiative „Deutscher Lungentag“ unterstützte den Weltspirometrietag. Mit dem jährlich wiederkehrenden „Deutschen Lungentag“ klären die Veranstalter über die Möglichkeiten der Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Atemwegserkrankungen auf. Getragen wird der Tag von 12 Organisationen und medizinischen Fachgesellschaften. Weitere Informationen zum Deutschen Lungentag und eine Liste mit den bundesweiten Veranstaltungen sind erhältlich bei www.lungentag.de

In Deutschland ist „Lungensport“ mit 418 Vereinen und 685 (Stand 2010) Lungensportgruppen weit verbreitet. Die AG Lungensport koordiniert die jeweiligen Aktivitäten. Eine Übersicht über die Ziele und Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft und eine Liste von  Sportgruppen in Deutschland finden Sie unter www.lungensport.org

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