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Passionsblume: Die Passiflora als Heilpflanze zur Beruhigung

Die Passionsblume ist nicht nur eine besonders schöne Pflanze, sondern auch eine mit einer umfassenden Heilwirkung. Gegen welche Beschwerden die Passionsblume hilft, lesen Sie hier. (Foto: Adobe Stock – Comugnero Silvana)

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Ob vor einer Prüfung, Stress im Alltag oder aufgrund von Ängsten – nervöse Zustände kennt jeder. Natürliche Abhilfe können dabei Heilpflanzen wie die Passionsblume schaffen. Kombiniert mit anderen Heilkräutern kann sie das Einschlafen erleichtern, beruhigend wirken und den Blutdruck senken. Was gibt es bei der Passiflora incarnata noch zu beachten?

Passionsblume: Das tropische Gewächs auf einen Blick

  • Passionsblume: tropische Kletterpflanze mit beruhigenden Eigenschaften
  • Lateinischer Name: Passiflora incarnata, Passiflora caerulea
  • Pflanzenfamilie: Passionsblumengewächse (Passifloraceae)
  • Botanik: immergrünes Schlinggewächs mit beeindruckender Blüte
  • mögliche Wirkweisen: angstlösend, beruhigend, krampflösend, adstringierend (zusammenziehend)
  • Inhaltsstoffe: Flavonoide, Polysaccharide, Spuren von ätherischen Ölen, cyanogene Glykoside
  • Anwendung bei: Angst, nervöser Unruhe, Schlafstörungen, Nervosität, nervösen Magen-Darm-Beschwerden

Die Passionsblume: Wie wirkt die Passiflora?

Als Heilpflanze wirkt die Passionsblume vor allem beruhigend. Doch auch krampf- und angstlösende, schlaffördernde und blutdrucksenkende Eigenschaften werden ihr nachgesagt. Nach einer Studie der Universität von Teheran (Iran) aus dem Jahr 2008 setzt die Wirkung der Passiflora schon 30 Minuten nach der Einnahme ein. Zusätzlich tritt bei der natürlichen Heilpflanze für gewöhnlich kein Gewöhnungs- oder Abhängigkeitseffekt auf, wie es oftmals bei chemischen Beruhigungsmitteln der Fall ist.

Die Passionsblume wird deshalb von zahlreichen Institutionen der Medizin und Naturheilkunde als natürlicher Angstlöser, Einschlafhilfe und als Mittel zur Beruhigung anerkannt. Unter anderem bewerten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Kommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes die Einnahme von Passionsblumenkraut bei nervösen Unruhezuständen als positiv.

Die Passionsblume ist nicht nur wunderschön, sondern auch reich an heilenden Inhaltsstoffen. © katinkah | Adobe Stock

Die Europäische Vereinigung der wissenschaftlichen Fachgesellschaften auf dem Gebiet der Phytotherapie (ESCOP) empfiehlt die Passionsblume außerdem bei Einschlafstörungen und Reizbarkeit. Doch welche Inhaltsstoffe sind in der Passiflora enthalten – und wie wirken sie?

Beruhigende Wirkung: Welche Inhaltsstoffe enthält die Passionsblume?

Flavonoide, Zuckerverbindungen und phenolische Säuren sind nur einige der Inhaltsstoffe, die die Passionsblume beinhaltet. Gemeinsam sorgen die Stoffe dafür, dass die Passiflora ihre beruhigende Wirkung entfalten kann.

InhaltsstoffWirkweise
Flavonoide (Isovitexin, Schaftosid)Flavonoide überzeugen besonders durch ihre antiviralen und antibakteriellen, aber auch antioxidativen Eigenschaften.
Zuckerverbindungen (Polysaccharide)Polysaccharide werden auch als komplexe Kohlenhydrate bezeichnet. Ob sie bestimmte gesundheitsförderliche Eigenschaften aufweisen, wird momentan noch erforscht. Bisher gelten sie in der Ernährung vor allem als Energieträger.
Phenolsäuren (u.a. Prorocatechusäure, p-Hydroxybenzoesäure, Kaffeesäure)Phenolsäuren können unter anderem antioxidativ wirken und somit freie Radikale binden. Auch weisen sie eine antibakterielle Wirkung auf.
Cyanogene Glykoside (Gynocardin)Cyanogene Glykoside dienen Pflanzen als Schutz vor Fressfeinden. In hoher Dosierung können sie toxisch wirken, daher sollten Sie vor der Einnahme der Passionsblume auf die Nebenwirkungen und Verzehrhinweise achten.

Die Passionsblume enthält zudem ätherisches Öl – jedoch nur in sehr geringen Mengen. Welche Wirkstoffe, die die Pflanze beinhaltet, für ihre besondere, beruhigende Wirkung verantwortlich sind, ist bisher nicht genau geklärt. Allerdings wird vermutet, dass Wechselstoffe im Gehirn und Inhaltsstoffe der Passionsblume Wechselwirkungen entfalten, auf die der Effekt zurückgeht.

Es gibt die Annahme, dass Extrakte der Passionsblume den Effekt des Nervenbotenstoffs Gamma-Aminobuttersäure (GABA) im Gehirn steigern. Dieser Botenstoff dämpft überschießende Nervenreaktionen, gleichzeitig kann ein GABA-Mangel zu Unruhe- und Spannungszuständen führen. Neueren Studien zufolge enthält das Kraut entgegen der früheren Annahme weder giftige Harman-Alkaloide noch den Aromastoff Maltol.

Achtung:  Die bei uns als Zimmerpflanze erhältliche Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea) ist nicht für medizinische Zwecke geeignet, da sie in hohem Maße cyanogene Glykoside enthält. Dadurch kann ein Tee aus dieser Pflanze, wenn er in größeren Mengen konsumiert wird, zu einer Blausäurevergiftung führen.

Heilpflanze Passionsblume: Gegen welche Beschwerden wird die Pflanze eingesetzt?

Die Passiflora incarnata wird als Heilpflanze vor allem gegen nervöse Unruhe eingesetzt, so unter anderem bei Angst oder Angststörungen, Schlafstörungen, Reizbarkeit, nervösen Magen-Darm-Beschwerden oder bei Bluthochdruck. Verwendet wird das natürliche Beruhigungsmittel dabei als Tee oder Tinktur. Doch auch zahlreiche Fertigpräparate aus der Apotheke oder dem Reformhaus enthalten Extrakte der Passionsblume.

Für die Nutzung als Heilpflanze verwendet man nur die oberirdischen Teile der Schlingpflanze. Sie werden dann häufig mit anderen heilsamen Kräutern und Pflanzen wie Baldrian, Hopfen, Melisse oder Johanniskraut kombiniert, um die Wirkkraft zu steigern. So kann die Heilpflanze nicht nur bei Unruhe, sondern auch teilweise bei Schmerzen einen lindernden Effekt entfalten.

Achtung: Die Passionsblume kann – auch in Kombination mit anderen natürlichen Extrakten – eine Unterstützung in der Behandlung von Unruhezuständen sein. Halten diese jedoch an oder verstärken sich, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, der mit Ihnen die weitere Behandlung bespricht.

Blume mit Symbolwert: Woher kommt der Name der Passionsblume?

Schon der Name der Passionsblume verrät: das Leiden Christi während der Passion spielt eine große Rolle in der Symbolik der Passiflora. Im Jahre 1605 benannte der Missionar Simone Palasca die Pflanze. Er meinte, in den zehn Blütenblättern die Jünger zu erkennen. Und noch weitere christliche Elemente soll die Pflanze symbolisieren.

So steht nach mancher Auffassung die weiße Färbung für die Unschuld Jesu Christi, während die drei Narben (Fortpflanzungsorgane) auf die Nägel, mit denen Christus ans Kreuz genagelt wurde, hindeuten sollen. Der Strahlenkranz, den die Blüte aufweist, sehen Interpreten als einen Hinweis auf die Dornenkrone Jesu. Passiflora incarnata beinhaltet deshalb „incarnare“, das lateinische Wort für „verkörpern“ oder „Fleisch werden“. „Passio“ steht wiederum für das Leiden.

Die Passionsblume überzeugt mit einer außergewöhnlichen Optik. Doch wo findet man diese Pflanze? © Wingedbull | Adobe Stock

Die Passiflora in der Botanik: Was gibt es über die Pflanze zu wissen?

Rund 500 bis 600 Passiflora-Arten gibt es weltweit. Die meisten davon sind Kletterpflanzen und in tropischen und subtropischen Gebieten beheimatet. Doch auch in Europa sind die Passionsblumengewächse mittlerweile eine beliebte Kübel-Pflanze. Die Gewächse werden bis zu drei Meter hoch und weisen in der Blüte ein spektakuläres Aussehen auf. Doch wie ist die Passiflora botanisch einzuordnen?

Passionsblume: Passifloraceae in der Botanik

Alle Passionsblumen gehören zur Gattung der Passionsblumengewächse (Passifloraceae). Die Pflanzen wachsen krautartig und verholzen, je höher sie werden oder je weiter sie sich ausbreiten. Viele der Passiflora-Arten sind deshalb Rankgewächse.

Während der Blüte bildet die Passionsblume schillernde, symmetrische Blüten aus, die bis zu 18 Zentimeter Durchmesser haben können. Die Blüten leuchten in bunten Farben, von Rot bis hin zu Gelb oder Lila. Zudem wachsen kleine essbare Früchte an der Passiflora-Pflanze, die den Beeren zugehören. Auch die Maracuja gehört zu den Passionsblumengewächsen und heißt deshalb auch Passionsfrucht.

Passiflora im heimischen Garten: Darauf sollten Sie achten

Die Passionsblume ist ein tropisches Gewächs – das sollten Sie nie vergessen, auch, wenn die Pflanze im heimischen Garten vorerst floriert. Im Sommer ist das Gewächs leicht zu pflegen. Folgende Punkte sind aber zu beachten:

  • Standort: hell und sonnig
  • Feuchtigkeit: Das Substrat im Kübel sollte stets feucht sein, jedoch Staunässe vermeiden.
  • Benötigt: Rankhilfe, Kübel
  • Umpflanzen: ungefähr alle drei Jahre im Frühjahr
  • Schnitt: erfolgt im Frühjahr, alle Seitentriebe sollten gekürzt werden. Im Herbst kann die Passionsblume zum Überwintern zurückgeschnitten werden.

Passionsblumen sind im Frühjahr und Sommer ein wahrer Blickfang im Garten. Doch sie sind sehr frostempfindlich und müssen daher im Herbst in ein Winterquartier umziehen, sonst erfrieren sie. Ein guter Ort zur Überwinterung ist beispielsweise der Wintergarten. Jedoch sollte die Kübelpflanze auch in der kalten Jahreszeit regelmäßig gepflegt und vor allem gewässert werden.

Passiflora-Arten: Schöne Blüten und schmackhafte Früchte

Die bekannteste Passionsblumenart ist die blaue Passionsblume (Passiflora caerulea) – doch genau diese ist nicht als Heilpflanze verwendbar. Andere der populäreren Passionsblumengewächse sind die Purpurgranadilla (Passiflora edulis) oder auch die Gelbe Granadilla (Passiflora flavicarpa).

Eine kleine Berühmtheit ist die Passiflora edulis, denn sie bildet die Passionsfrucht, auch bekannt als Maracuja, aus. In den Tropen ist das Gewächs daher als Nutzpflanze verbreitet. Für den hiesigen Garten sind durch ihre besonderen Blüten, aber auch Früchte zudem diese Arten geeignet: Passiflora quadrangularis, Passiflora alata oder Passiflora vitifolia.

Die Passionsblume: Heilsame Pflanze mit christlicher Symbolik

Die Passiflora – auch bekannt als Passionsblume – ist als Zierpflanze in vielen Gärten beheimatet. Dass das Kübelgewächs (außer die blaue Passiflora!) jedoch auch heilsame Wirkweisen entfalten kann, wissen nur wenige. Als Tee, Tinktur oder auch Fertigpräparat kann die Heilpflanze bei nervösen Unruhezuständen, Ängsten oder Schlafstörungen unterstützen. Besonders wirksam wird die Pflanze in Kombination mit anderen heilsamen Gewächsen.

Hinter dem Namen der Passiflora steckt jede Menge christlicher Symbolik. Besonders die Blüte wird dabei in den Zusammenhang mit der Passion Christi gebracht. So sollen unter anderem die Jünger, die Nägel am Kreuz und die Dornenkrone in der Blüte erkennbar sein. Doch nicht nur die Blüten, auch die Früchte der Passionsblume sind besonders: So ist unter anderem die Passionsfrucht Maracuja die Frucht einer Passionsblumenart.

Zitronenmelisse

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