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Beifuß – ein Allerweltskraut mit großer Wirkung

(Foto: behewa - Adobe Stock)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Der Beifuß überzeugt nicht gerade durch seine Schönheit. Er ist ein Allerweltskraut, das Sie in großen Mengen an Straßen- und Wegrändern sowie auf Bahndämmen und Schuttplätzen finden. Doch einst galt der Beifuß (Artemisia vulgaris) als beschützendes Frauenkraut, das den Menstruationszyklus regulierte und über Geburten wachte. Heute wird es hauptsächlich zur Anregung des Magensaftes und des Gallenflusses empfohlen.

Inhaltsstoffe

  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe
  • ätherische Öle (z. B. Cineol, Campfer, Thu jon)
  • Flavonoide
  • Cumarine
  • Harz
  • Schleim
  • Inulin

Was heute die Petersilie ist, war früher der Beifuß Bis ins 18. Jahrhundert war Beifuß ein beliebtes und sehr gebräuchliches Küchenkraut. Er regt die Verdauungssäfte und den Gallenfluss an.

Deshalb ist er gerade zur Martinsgans ein wertvoller Begleiter. Schon bei den alten Griechen priesen Hippokrates, Plinius, Dioskurides und Galenes den Beifuß als wichtigste Pflanze in der Frauenheilkunde.

Allgemeine Wirkung von Beifuß

  • regt den Magensaft an
  • fördert den Gallefluss
  • regt den Appetit an
  • reinigt Magen- und Darm
  • bekämpft Nervosität
  • heilt wunde und müde Füße

Wirkung des Beifußes zu medizinischen Zwecken

Es wird heute verwendet, um die Magensaftbildung anzuregen und den Gallefluss zu fördern. Dabei wirkt Beifuß etwas milder als Wermut, was vielen Menschen entgegenkommt, denn Wermut schmeckt ziemlich bitter.

Unersetzlich beim Kochen

Auch in der Küche spielt Beifuß als Gewürz eine große Rolle. Das Kraut ist reich an Bitterstoffen. Seine ätherischen Öle entfalten eine wohltuende Wirkung auf den Magen- und Darmbereich. Sie fördern den Appetit, erhöhen die Bildung der Gallensäfte und regen die Verdauung an. Beifuß gilt als entlastendes Gewürz für schwere und fette Speisen.

Bei Magen- und Darmproblemen entfaltet Beifußkraut eine reinigende Wirkung. Bei Hämorrhoiden, Stein-, Blasen-, Leber– und Galleleiden wird Beifuß in der Volksmedizin angewendet. Das Heilkraut hat außerdem leicht beruhigende Eigenschaften und eignet sich zur Bekämpfung von Nervosität.

Die frische Pflanze verströmt einen eigenartigen Geruch, die getrocknete riecht angenehm würzig. Beifuß-Tees und -Aufgüsse schmecken recht bitter. Süßen ist in diesem Fall zwecklos.

Äußerliche Anwendung von Blättern und Stängeln

Wenig bekannt ist der Beifuß als Heilmittel für wunde und müde Füße. Dieser Wirkung verdankt er jedoch seinen Namen. Früher empfahl man Frauen, sich Beifußzweige in die Schuhe zu legen.

Da das natürlich drückt und Blasen verursacht, ist es besser, Beifuß als Massageöl oder Badezusatz zu verwenden. Dazu eignen sich sowohl die Blätter als auch der Stängel.

Die Wurzel der Artemisia vulgaris wird in homöopathischer Verdünnung als Frauenheilmittel und zur Linderung von Nervosität eingesetzt.

So verwendet die TCM Artemisia

  • „gegen Kältegefühl
  • gegen Schmerzen im Unterbauch
  • „bei kältebedingten Menstruationsstörungen
  • bei Unfruchtbarkeit der Frau
  • bei blutigem Erbrechen
  • bei Nasenbluten
  • bei übermäßigen gynäkologischen Blutungen und starken Menstruationsblutungen
  • bei Blutungen während der Schwangerschaft
  • äußerlich bei Hautjucken.

Achtung: Wichtige Warnung vor der Verwendung

Beifuß weder innerlich noch äußerlich in der Schwangerschaft anwenden!

Zubereitung und Anwendung von Beifuß

Massageöl für müde Beine und geschwollene Füße:

  1. 1 kleine Flasche mit weiter Öffnung nehmen
  2. diese mit Beifußblüten und -blättern so voll wie möglich füllen
  3. Mandelöl aus der Apotheke darüber gießen
  4. das Öl 3 – 4 Wochen in der Sonne stehen lassen und Sie die Flasche regelmäßig kräftig durchschütteln
  5. es in eine dunkle Flasche mit Schraubverschluss abseihen
  6. kühl stellen

Bei Bedarf Beine und Füße einmassieren.

Fußbad für müde und geschwollene Füße:

  1. 4 Tassen Beifußblätter mit 4 Litern kochendem Wasser übergießen
  2. eine halbe Stunde ziehen lassen
  3. ins warme Fußbad abseihen

Beifußtee bei Magen- und Darmbeschwerden:

  1. 1 Teelöffel getrocknetes Beifußkraut (Apotheke) mit einem 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen
  2. 1 -2 Minuten ziehen lassen
  3. abseihen

Der Tee ist ziemlich bitter, aber Sie sollen ihn trotzdem ungesüßt trinken.

Beifußdrink zur besseren Fettverdauung:

  1. 2 getrocknete Zweige Beifuß in eine Flasche geben
  2. diese mit 1 Flasche lieblichem Sherry übergießen
  3. die Flasche 2 – 3 Tage an einem warmen Platz (am besten auf einer warmen Fensterbank) ziehen lassen und sie einmal täglich kräftig durchschütteln
  4. Beifußzweige entfernen und Flasche kühl stellen.

Vor mächtigen Mahlzeiten ein kleines Gläschen als Aperitif trinken. Behalten Sie jedoch den Alkoholgehalt im Auge.

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