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Weißdorn: Heilpflanze für Herz und Kreislauf

(Foto: jove011235 - Adobe Stock)

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Seit vielen Jahrhunderten greifen Menschen bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Beschwerden und Herzschwäche auf eine natürliche Heilpflanze zurück: den Weißdorn. Im Jahr 2019 wurde die Heilpflanze sogar zur Arzneipflanze des Jahres bestimmt. Vor allem die gute Verträglichkeit stand dabei im Mittelpunkt. In Deutschland wird die Pflanze oft übersehen, findet sie doch häufig ihre Verwendung als Hecke. Aber bei welchen Beschwerden wird Weißdorn als Heilpflanze angewendet und wie gelingt die Einnahme der Arzneipflanze am besten?

Der Crataegus: Überblick über die Weißdorn-Pflanze

  • Weißdorn: Rosengewächs mit sehr aromatischen, süß-sauren Beeren
  • Heilwirkung: stärkt die Kontraktionskraft des Herzens, fördert die Durchblutung des Herzmuskels
  • Einnahme: Dragees, Tabletten, Tee, Säfte, Geist, Tonikum
  • Einsatzgebiet: Herz-Kreislauf-Beschwerden, Herzschwäche
  • Wirkstoffe: verschiedene Inhaltsstoffe mit antioxidativer Wirkung

Gut fürs Herz: Weißdorn als Heilpflanze

Weißdorn wird im Alltag oft übersehen – ist als Heilpflanze jedoch schon seit Jahrhunderten bekannt und weit verbreitet. Bei Herz- und Kreislaufbeschwerden findet der Strauch seinen medizinischen Einsatz: Egal ob bei Herzrhythmusstörungen, hohem Blutdruck oder Herzinsuffizienz – Weißdorn tut dem Herzen gut.

Zahlreiche Inhaltsstoffe der Heilpflanze sind an der gesundheitsfördernden Wirkung des Weißdorns beteiligt. Darunter zum Beispiel viele Flavonoide, die vor allem durch ihre blutdruckregulierende und entzündungshemmende Wirkung geschätzt werden.

Folgende Inhaltsstoffe sind im Weißdorn außerdem enthalten:

Oligomere Procyanidine (OCP)Überzeugen vor allem durch ihre antioxidative Wirkung
SaponineWirken antibakteriell, entzündungshemmend hormonstimulierend und harntreibend
GlykosideSteigern die Schlagkraft des Herzens und senken die Herzfrequenz
Säuren (z. B. Ascorbinsäure)Aktiviert den Zellstoffwechsel, schützt die Zellen vor oxidativem Stress, unterstützt die Funktion der Blutgefäße

Die enthaltenen Wirkstoffe in der Heilpflanze sorgen dafür, dass Weißdorn dem Herzen besonders guttut. Doch bei welchen Krankheitsbildern entfaltet der Weißdorn seine gesundheitsfördernde Wirkung und wie wirkt die Heilpflanze?

Arzneipflanze bei Herzerkrankungen

Die Wirkungsweisen des Rosengewächses sind vielfältig. Der Crataegus – so der lateinische Name der Pflanze – hat durch seine Wirkstoffe zahlreiche Wirkungen.

Darunter fallen folgende Effekte:

  • verbessert die Leistungsfähigkeit des Herzens
  • beugt Herzleiden vor
  • harmonisiert den Herzrhythmus
  • fördert Durchblutung der Herzkranzgefäße und in den Kapillargefäßen
  • wirkt günstig auf den Fettstoffwechsel
  • hat anti-entzündliche und antioxidative Eigenschaften

Studien belegen, dass Weißdorn die Kontraktionskraft des menschlichen Herzens stärkt und den Gefäßwiderstand innerhalb des Organs senkt (Chrubasik, 2005). Außerdem wird durch die Einnahme dieser Pflanze der Blutfluss im Herzmuskel und in den Herzkranzgefäßen verbessert. So ist es möglich, den Herzmuskel vor Sauerstoffmangel zu schützen – was zum Beispiel einen Herzinfarkt oder eine Angina pectoris vorbeugen kann.

Wichtig: Herz-Kreislauf-Beschwerden jeder Art sind ein ernst zu nehmender medizinischer Zustand und müssen von einem Arzt untersucht werden. Da die Selbstbehandlung in diesen Fällen meist nicht ausreicht, sollten Sie bei wiederkehrenden Symptomen unbedingt Ihren Hausarzt oder einen Kardiologen aufzusuchen. Diese werden Ihnen mit medizinischer Fachkenntnis zur Seite stehen.

Ebenso wie Weißdorn stärken Lebensmittel wie Brokkoli, Äpfel und Grünkohl das Herz. Passende Rezepte, die ihr Herz höher schlagen lassen, finden Sie auf Vetox.de.

Vielfältige Wirkungsweisen: So hilft Crataegus als Heilpflanze vor allem Frauen

Blätter und Blüten des Strauchs sind nicht nur bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen interessant. Besonders für Frauen hält die Heilpflanze weitere Bereiche der Anwendung bereit. Weißdorn unterstützt zum Beispiel bei Wassereinlagerungen und schweren Beinen. Dies geht vor allem auf die harntreibende Wirkung einiger Inhaltsstoffe der Blätter und Beeren zurück.

Auch in den Wechseljahren ist Weißdorn eine pflanzliche Alternative: Gegen den auftretenden Nachtschweiß in der Menopause kann Weißdorn-Tee helfen. Ein Absud der Beeren des Weißdorn-Baumes ist ebenfalls als Hausmittel bekannt. Dieser Sud wird als Vaginalspülung bei Ausfluss eingesetzt. Doch auch bei gynäkologischen Beschwerden und länger anhaltenden Symptomen ist es ratsam, einen Arzt aufsuchen.

Die Arzneipflanze Weißdorn: Keine unerwünschten Nebenwirkungen

Der Weißdorn als Heilpflanze überzeugt nicht nur durch seine Wirkung in vielfältigen Bereichen der Medizin, wie beispielsweise bei Herzbeschwerden. Anders als viele Heilpflanzen sind keine unerwünschten Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt, sodass Weißdorn problemlos zusätzlich zur üblichen medizinischen Behandlung eingenommen werden kann (Liperoti et al., 2017).

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Heilpflanze keine bisher festgestellten Nebenwirkungen hat. Dadurch ist der Weißdorn auch als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

Wichtig: Einzig Schwangere und Kinder sollten von der Einnahme von Weißdorn-Präparaten absehen, denn die Wirkung auf diese Personengruppen ist noch nicht ausreichend erforscht. Ansonsten sind vielfältige Arten, das Heilmittel zu sich zu nehmen, bekannt. Unter anderem Tees, Dragees, Tinkturen oder auch andere Fertigpräparate. Doch was ist die bewährteste Methode, um Weißdorn einzunehmen?

So nehmen Sie die Heilpflanze am besten ein

Eine Besonderheit der Sträucher ist es, dass viele Bestandteile der Pflanze zur Herstellung von Heilmitteln verwendet werden können: Sowohl Weißdornblüten, Weißdornblätter als auch die Früchte des Strauches werden in der Naturheilkunde eingesetzt.

Weißdorn, Heilpflanze
Viele Bestandteile des Weißdorns lassen sich verwerten – so auch die Früchte des Strauches © Victoria Kondysenko – Adobe Stock © Victoria Kondysenko - Adobe Stock

Aus ihnen lassen sich unterschiedliche Produkte herstellen, die die Einnahme erleichtern:

  • Tee aus den Blütenblättern
  • Absud aus den Früchten
  • Saft, Gelee oder Sirup aus den Beeren
  • Dragees aus den Weißdornblättern und Blüten

In Apotheken oder im Reformhaus finden Sie vielfältige Präparate, die Weißdorn enthalten. So gelingt Ihnen die Einnahme leicht als Tablette oder Dragee.

Wichtig: Diese Präparate enthalten unterschiedlich hohe Dosierungen. Sprechen Sie daher vor einer Einnahme mit Ihrem Arzt oder Apotheker, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Tees, Säfte, Extrakte oder auch Gelees sind ebenfalls im Fachhandel erhältlich. Mit wenigen Zutaten stellen Sie diese jedoch auch selbst her.

Schritt für Schritt: Weißdorn-Tee selbst machen

Eine einfache Art, die Heilpflanze Weißdorn zu sich zu nehmen und die gewünschte Wirkung zu erzielen, ist es, aus den Blüten der Pflanze einen Tee herzustellen.

Diesen bereiten Sie wie folgt zu:

  • Geben Sie 4 Teelöffel getrockneter Weißdorn-Blüten oder Blütenblätter in ein Teesieb
  • Gießen Sie den Tee mit 250 ml heißem Wasser auf
  • Lassen Sie Ihren Tee für 20 Minuten ziehen und sieben Sie die Blüten anschließend ab

Auch wenn der Tee, wie alle Präparate aus Weißdorn, viele Wirkstoffe enthält, kann es einige Wochen dauern, bis diese ihre Wirkung entfalten. Spätestens sechs Wochen nach der ersten Einnahme der Heilpflanze sollten allerdings die ersten positiven Effekte eintreten.

Wer den Weißdorn eher nebenbei zu sich nehmen möchte, bevorzugt eine Einnahme der Heilpflanze als Sirup, Saft oder Gelee. Auch diese lassen sich zwar erwerben, jedoch auch selbst einkochen.

Sirup aus dem Crataegus: Weißdorn-Sirup selbst machen

Zum Süßen von Speisen oder auch in Mineralwasser ist Sirup ein beliebtes Mittel. Durch den Einsatz von Weißdorn erhalten Sie neben der süßen Note auch noch die Wirkung der Heilpflanze.

So stellen Sie den Sirup selbst her:

  • Geben Sie ein halbes Kilo Weißdornbeeren in einen Topf und bedecken Sie diese mit Wasser
  • Lassen Sie die Beeren für 15 bis 20 Minuten köcheln
  • Streichen Sie die Früchte anschließend durch ein Passiertuch und drücken Sie sie kräftig aus
  • Geben Sie den Saft einer Zitrone und 250 Gramm Zucker hinzu und lassen die Mischung für 3 Minuten sprudelnd kochen

Anschließend können Sie den Sirup in Flaschen abfüllen und bei Bedarf zu Tisch anwenden und die heilsame Wirkung ganz nebenbei genießen. Damit Ihre benötigten Früchte des Weißdorns zu frisch wie möglich sind, bietet es sich an, die Pflanze im heimischen Garten anzupflanzen. Doch was ist charakteristisch für die Heilpflanze Weißdorn?

Crataegus im Garten: Der Weißdorn-Strauch im Portrait

Über 200 bis 300 Arten des Weißdorns sind weltweit bekannt – in Deutschland sind nur drei Weißdornarten heimisch. Diese werden vor allem als dichte Hecken eingesetzt. Der Name Weißdorn kommt dabei nicht von ungefähr, denn die Pflanze blüht im Mai und Juni in weißen Blüten. Als Rosengewächs ist auch „Dorn“ kein leerer Begriff: Bäume und Sträucher des Weißdorns bilden lange, stechende Dornen, was die Ernte der Beeren etwas erschwert.

Die Blätter der Pflanze unterscheiden sich je nach Art. Die bekannteste Art, Crataegus monogyna, heißt auf Deutsch „eingriffeliger Weißdorn“. Diese Sträucher und die des zweigriffeligen Weißdorns, Crataegus laevigata, kommen in Mitteleuropa am häufigsten vor.

Weißdorn, Heilpflanze
Crataegus monogyna ist die bekannteste Art des Weißdorns und auch in Deutschland anzutreffen © cceliaphoto – Adobe Stock © cceliaphoto - Adobe Stock

Auffällig ist der Weißdorn dabei vor allem durch den unangenehmen Geruch seiner Blüten und seiner Früchte. Diese stechen durch ihre rote Optik hervor und werden im August und September geerntet. Wird die Pflanze auch heutzutage eher übersehen, ist ihre Anwendung als Heilpflanze jedoch seit Jahrhunderten bekannt.

Heilpflanze mit Tradition

Schon im ersten Jahrhundert nach Christus scheint der Weißdorn den Menschen bekannt gewesen zu sein. Dennoch war die Pflanze lange Zeit nicht durch ihre heilende Wirkung, sondern durch angebliche mystische Kräfte populär. So wurden Hecken aus Weißdorn als Schutzzaun gegen das Böse gepflanzt. Auch in der Märchenwelt findet der Crataegus seinen Platz: So soll die Hecke, die das Dornröschen-Schloss umwuchs, aus Weißdorn gewesen sein.

Im frühen Mittelalter setzten die Europäer die Weißdornblätter und -blüten gegen Krankheiten wie Gicht oder nervöse Anfälle ein. Ab dem 14. Jahrhundert wurde langsam die Wirksamkeit gegen Herzbeschwerden entdeckt: Im „Contrafayt Kreuterbich des Otto Brunfels“ wird Weißdorn als Heilmittel für das Herz, die Nerven und den Kreislauf beschrieben. Seitdem hat sich die Forschung intensiv mit der Arzneipflanze Weißdorn beschäftigt.

Heilpflanze Weißdorn wirkt bei Herzbeschwerden

Als Hecke oder Strauch wird Weißdorn oft übersehen. Dennoch ist seine Wirkung als Heilpflanze gegen Herzbeschwerden nicht zu unterschätzen. Blätter, Blüten und die Früchte enthalten unter anderem Flavonoide und Procyanidine, die bei Herzinsuffizienz, Herzschwäche oder Durchblutungsstörungen unterstützen können. Dabei ist vor allem die durchblutungsfördernde und antioxidative Wirkung der Inhaltsstoffe zu betonen.

Weißdornblüten, Früchte und Blätter finden ihren Einsatz in Fertigpräparaten, können jedoch auch selbst weiterverarbeitet werden. Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medizinprodukten sind dabei nicht bekannt, was den Weißdorn zu einer verträglichen, pflanzlichen Alternative bei Herzschwäche macht.

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Kräuter - nicht nur lecker sondern auch gesund!Schon seit Jahrtausenden werden unter anderem von so genannten „Kräuterhexen“ Tees, Tinkturen, Salben etc. aus Heilkräutern hergestellt. Dieses oft nur mündlich weitergegebene Wissen ist zum Glück nicht verloren gegangen.

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