Scharlach: Alles andere als „nur“ eine Kinderkrankheit

Ein Kind streckt die Zunge heraus. Die Zunge ist weißlich beschichtet.
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Scharlach wird in der öffentlichen Wahrnehmung oft als typische Kinderkrankheit eingestuft, die man ähnlich wie Windpocken einmal durchmacht und dann überstanden hat. Diese Einschätzung wird der Erkrankung jedoch nicht gerecht. Tatsächlich ist Scharlach eine hochansteckende bakterielle Infektion, die ohne ärztliche Behandlung zu ernsten Komplikationen führen kann. Zwar hat sie durch die Entwicklung von Antibiotika im 20. Jahrhundert ihren früheren Schrecken verloren, doch eine sorgfältige Diagnose und Therapie sind auch heute noch unerlässlich. Da nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene betroffen sein können und eine mehrmalige Ansteckung möglich ist, ist ein fundiertes Wissen über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten entscheidend.

Scharlach im Überblick: Ursachen, Ansteckung und Symptome

Obwohl Scharlach oft gemeinsam mit Masern oder Röteln genannt wird, unterscheidet es sich grundlegend: Es wird nicht von Viren, sondern von Bakterien der Art Streptococcus pyogenes (A-Streptokokken) ausgelöst. Das Besondere an der Erkrankung ist, dass nicht das Bakterium allein, sondern ein von ihm produziertes Gift – ein sogenanntes Toxin – für die klassischen Symptome wie den Hautausschlag verantwortlich ist. Die Übertragung erfolgt meist durch eine Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten oder Niesen. Seltener werden die Erreger über eine Schmierinfektion, also über die Hände oder verunreinigte Gegenstände, weitergegeben. Im Zentrum der Behandlung steht die Gabe eines Antibiotikums wie Penicillin, um die Bakterien wirksam zu bekämpfen und schwere Folgeerkrankungen zu verhindern.

Was Sie über Scharlach wissen sollten!

Auslöser: Bakterium (Streptokokken, mit Bakteriophagen befallen)

Ansteckung: Tröpfcheninfektion (Sprechen, Husten, Niesen), Schmierinfektion (über die Hände in Mund und Nase); Lebensmittelinfektion, Infektion über offene Wunden (selten)

Symptome: Hals-/Rachenentzündung, Schwellung und Rötung an Rachen und Zunge – „Himbeerzunge“, nicht juckender charakteristischer Hautausschlag

Behandlung: Antibiotikum Penicillin o. Ä., bei Bedarf Schmerzmittel, fiebersenkende Medikamente, Gurgellösungen, Bettruhe

Vorbeugung: Hygiene, Regelmäßiges Händewaschen, Vermeidung von Kontakt mit Erkrankten

Checkliste für den Arztbesuch bei Scharlach-Verdacht

Ein Arztbesuch ist bei Verdacht auf Scharlach unerlässlich, um eine sichere Diagnose zu stellen und die richtige Behandlung einzuleiten. Diese Checkliste hilft Ihnen dabei, alle wichtigen Beobachtungen strukturiert an den Arzt oder die Ärztin weiterzugeben. So geht keine wertvolle Information verloren und Sie erleichtern eine schnelle und präzise Diagnose.

Nehmen Sie diese Liste ausgefüllt mit zum Hausarzt. Sie dient als perfekter Gesprächsleitfaden und stellt sicher, dass Sie und Ihr Arzt alle relevanten Aspekte für die bestmögliche Behandlung besprechen.

Merkmal / FrageIhre Beobachtung / Notizen zum Eintragen
1. Beginn der SymptomeWann genau haben die ersten Beschwerden angefangen? (z.B. seit gestern Abend, vor 2 Tagen)
2. FieberWie hoch war die Temperatur maximal? Haben Sie Fieber gemessen? (z.B. 39,5 °C, heute Morgen gemessen)
3. Halsschmerzen & SchluckenWie stark sind die Halsschmerzen? Gibt es Probleme beim Schlucken? Ist der Rachen gerötet?
4. Zustand der ZungeHat sich die Zunge verändert? Ist sie weißlich belegt oder bereits intensiv rot („Himbeerzunge“)?
5. HautausschlagIst ein Hautausschlag sichtbar? Wo hat er begonnen? (z.B. Achseln, Leiste) Wie fühlt er sich an? (z.B. rau wie Sandpapier, feine Pünktchen)
6. Allgemeines BefindenWie fühlt sich die/der Betroffene? (z.B. sehr müde, schlapp, weinerlich, klagt über Kopfschmerzen, Übelkeit)
7. Kontakt zu ErkranktenGab es in den letzten Tagen Kontakt zu Personen mit Scharlach oder einer Mandelentzündung? (z.B. im Kindergarten, in der Schule, im Freundeskreis)
8. Bisherige MaßnahmenHaben Sie bereits Medikamente gegeben/genommen? (z.B. fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen)
9. Vorerkrankungen & AllergienSind wichtige Vorerkrankungen oder Allergien bekannt? Besonders wichtig: Besteht eine Allergie gegen Penicillin oder andere Antibiotika?
10. Meine Fragen an den Arzt / die ÄrztinNotieren Sie Ihre eigenen Fragen: z.B. Ab wann ist mein Kind nicht mehr ansteckend? Was muss ich bezüglich Kindergarten/Schule/Arbeit im Büro beachten?

Die typischen Symptome und der Krankheitsverlauf

Nach einer Ansteckung dauert es in der Regel zwei bis vier Tage, bis die ersten Krankheitszeichen auftreten. Die Erkrankung beginnt meist sehr plötzlich mit unspezifischen Symptomen, da die Streptokokken zunächst den Rachenraum besiedeln. Dazu gehören starke Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, schnell ansteigendes Fieber, oft begleitet von Schüttelfrost, Kopfschmerzen und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Auch angeschwollene Lymphknoten am Hals sind typisch.

Erst im weiteren Verlauf zeigen sich die charakteristischen Anzeichen, die durch das Scharlach-Toxin ausgelöst werden. Der Rachen färbt sich tiefrot und die Mandeln können anschwellen.

Symptome von Scharlach
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Die verräterische Himbeerzunge

Ein klassisches Scharlach-Symptom ist die Veränderung der Zunge. Zu Beginn der Erkrankung ist sie oft von einem weißen Belag bedeckt. Nach wenigen Tagen löst sich dieser, und die Zunge nimmt eine leuchtend rote Farbe an. Die Geschmacksknospen treten dann deutlich geschwollen hervor, was ihr das typische Aussehen einer Himbeere oder Erdbeere verleiht.

Der charakteristische Hautausschlag (Scharlachausschlag)

Etwa ein bis vier Tage nach Krankheitsbeginn entwickelt sich der typische Hautausschlag (Exanthem). Er beginnt oft in der Leistengegend oder den Achselhöhlen und breitet sich von dort aus. Es handelt sich um viele kleine, stecknadelkopfgroße, leicht erhabene Flecken. Die Haut fühlt sich dadurch rau an, vergleichbar mit Sandpapier. Der Ausschlag hat zunächst eine zartrosa Färbung, die sich später in ein intensives Scharlachrot wandeln kann. Ein wichtiges Merkmal ist, dass der Ausschlag nicht juckt.

Charakteristisch ist zudem, dass die Hautpartie um Mund und Kinn blass bleibt, was als „Milchbart“ bezeichnet wird. Handflächen und Fußsohlen sind vom Ausschlag ebenfalls nicht betroffen. Nach etwa ein bis drei Wochen verblasst der Ausschlag wieder, woraufhin sich die Haut, besonders an den Hand- und Fußinnenflächen, schuppen kann.

Besonderheiten im Krankheitsbild: Scharlach ohne Ausschlag

Nicht jede Infektion mit Scharlach-auslösenden Streptokokken führt zum Vollbild der Erkrankung. Manchmal verläuft die Infektion auch als reine Mandelentzündung ohne den typischen Hautausschlag. Die Betroffenen leiden dann vor allem unter starken Halsschmerzen. Dennoch kann es auch bei dieser Form im Nachhinein zum typischen Abschälen der Haut an Händen und Füßen kommen, was ein Hinweis auf eine durchgemachte, vielleicht unbemerkte Scharlach-Infektion sein kann. Eine seltene Sonderform ist der Wundscharlach, bei dem die Erreger über eine Hautverletzung in den Körper gelangen. Der Ausschlag entwickelt sich dann primär um die Wunde herum.

Wie verläuft eine Erkrankung mit Scharlach?

Kurz zusammengefasst verläuft eine Erkrankung mit Scharlach typischerweise nach folgendem Ablauf:

  • 1. Tag: Fieber, Hals und Kopfschmerzen, Erbrechen. Halsschmerzen und Schluckbeschwerden
  • 1. bis 4. Tag: Das Fieber steigt auf 39 bis 40 Grad und bleibt ohne Penicillin ein paar Tage auf gleicher Höhe. Der Hautausschlag beginnt in den Achselhöhlen und an den Innenseiten der Oberschenkel und verbreitet sich auf den ganzen Körper. Die anfangs weiß belegte Zunge färbt sich wie der Rachen rot.
  • 5. bis 7. Tag: Die Schleimhaut der Zunge schuppt sich allmählich, ihre Oberfläche ist gerötet und geschwollen. Die Lymphknoten im Kieferwinkel sind vergrößert und druckempfindlich. Das Gesicht ist gerötet, um Mund und Nase bleibt die Haut blass.
  • Vom 7. Tag an: Der Ausschlag geht zurück. Die Haut beginnt zu schuppen, zunächst am Hals und dann am restlichen Körper. Dieses Abschuppen dauert drei oder mehrere Wochen.

Der Erreger: Mehr als nur ein gewöhnliches Bakterium

Wie bereits erwähnt, wird Scharlach durch Bakterien der Gruppe A-Streptokokken verursacht. Diese können an sich schon eine eitrige Mandelentzündung auslösen. Zu einer Scharlach-Erkrankung kommt es jedoch nur dann, wenn der spezielle Bakterienstamm die Fähigkeit besitzt, ein sogenanntes pyrogenes Exotoxin (das Scharlach-Gift) zu bilden. Dieses Gift gelangt in die Blutbahn und ist für den typischen Hautausschlag und die Himbeerzunge verantwortlich.

Übertragungswege und Ansteckungsgefahr

Scharlach tritt gehäuft in den kälteren Monaten von Oktober bis März auf. Die Ansteckungsgefahr ist besonders in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen hoch, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen. Die Erreger, die sich im Nasen-Rachen-Raum der infizierten Person befinden, werden durch kleinste Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen in die Luft abgegeben und von anderen eingeatmet. Seltener erfolgt die Übertragung durch direkten Kontakt mit verunreinigten Gegenständen (Schmierinfektion) oder über kontaminierte Lebensmittel.

Wie wird Scharlach übertragen?
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Wie oft kann man sich mit Scharlach anstecken?

Bei einer Infektion mit Scharlach produziert das Immunsystem sogenannte Antikörper gegen den Giftstoff, sodass der Körper anschließend eine Immunität gegen den Erreger besitzt. Bei einem erneuten Kontakt kann er erfolgreich bekämpft werden und löst kein Scharlach aus. Da jedoch mindestens vier verschiedene Scharlachbakterien mit entsprechend unterschiedlichen Varianten des Giftstoffes existieren, kann eine Ansteckung mit der Krankheit mehrmals erfolgen.

Eine Immunität schützt uns jedoch nur vor dem typischen Ausschlag auf der Haut, der durch das Scharlach-Toxin ausgelöst wird. Eine Halsentzündung durch die Streptokokken-Bakterien kann trotzdem entstehen.

Gibt es Scharlach ohne Symptome?

Gesunde Menschen können in manchen Fällen Träger und Überträger von Streptokokken sein. Sie selbst haben keinerlei Krankheitsbeschwerden und fühlen sich völlig gesund. Sie geben die Bakterien dann beim Husten und Niesen weiter. Die Inkubationszeit bis zur Entstehung der Krankheit beträgt drei bis fünf Tage, Schwankungen von ein bis sieben Tagen sind möglich.

Risikogruppen und besondere Verläufe

Scharlach bei Kleinkindern und Babys

Säuglinge sind in den ersten sechs Monaten meist durch den sogenannten Nestschutz der Mutter geschützt. Danach können auch sie an Scharlach erkranken. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem dritten und zwölften Lebensjahr, häufig im Zusammenhang mit dem Eintritt in den Kindergarten.

Scharlach bei Erwachsenen

Auch wenn Kinder deutlich häufiger betroffen sind, kann Scharlach in jedem Alter auftreten. Bei Erwachsenen werden die Symptome jedoch oft fehlinterpretiert und für eine schwere Mandelentzündung gehalten. Eine korrekte Diagnose und Behandlung sind hier besonders wichtig, da sonst das Risiko für Folgeerkrankungen steigt.

Scharlach in der Schwangerschaft

Eine Scharlach-Erkrankung der Mutter hat im Gegensatz zu Röteln keine direkten schädigenden Auswirkungen auf das ungeborene Kind. Sie muss aber dennoch konsequent mit einem für die Schwangerschaft geeigneten Antibiotikum behandelt werden, um Komplikationen bei der Mutter, wie etwa eine Herzmuskelentzündung, zu verhindern. Eine solche Komplikation könnte die Versorgung des Kindes beeinträchtigen. Eine engmaschige ärztliche Überwachung ist daher essenziell.

Sollten Sie den Scharlach-Status vor einer Schwangerschaft prüfen?

Im Rahmen der Familienplanung stellen sich viele Frauen die Frage, ob sie ihren Immunstatus gegen typische Infektionskrankheiten überprüfen lassen sollten. Während dies für Krankheiten wie Röteln oder Windpocken ein wichtiger und sinnvoller Schritt ist, ist eine Untersuchung auf einen vermeintlichen Scharlach-Immunschutz vor einer Schwangerschaft nicht üblich und auch nicht aussagekräftig.

Der Grund dafür ist einfach: Anders als bei den genannten Viruserkrankungen gibt es nach einer durchgemachten Scharlach-Infektion keine lebenslange, umfassende Immunität. Da verschiedene Bakterienstämme mit unterschiedlichen Toxinen Scharlach auslösen können, ist eine mehrmalige Erkrankung im Leben möglich. Ein Antikörpertest könnte zwar eine vergangene Infektion nachweisen, bietet aber keine verlässliche Sicherheit für die Zukunft.

Wichtiger als ein Test ist daher das richtige Verhalten: Achten Sie auf eine gute Händehygiene, um Infektionen generell vorzubeugen. Sollten Sie während einer Schwangerschaft typische Symptome wie plötzliches hohes Fieber und starke Halsschmerzen bemerken, suchen Sie umgehend ärztlichen Rat. Scharlach kann auch in der Schwangerschaft sicher und effektiv mit geeigneten Antibiotika behandelt werden, sodass das Risiko für Mutter und Kind bei rechtzeitiger Therapie äußerst gering ist.

Welche Komplikationen können bei Scharlach auftreten?

Selten befallen die Erreger der Scharlach-Erkrankung auch andere Organe. So kann sich eine Mittelohr- oder Nebenhöhlenentzündung bis hin zu einer Herzmuskel- oder Lungenentzündung entwickeln. Starke Eiterbildung im Rachen kann zu einer Blutvergiftung führen. Auch können die Nieren befallen werden und sich entzünden. Im schlimmsten Fall droht hier ein Nierenversagen.

Die Infektion mit Streptokokken-Bakterien führt bei ungefähr einem von 5.000 Erkrankten nach zwei bis drei Wochen zu rheumatischem Fieber. Das ist eine Autoimmunreaktion bei der die Antikörper, die gegen die Erreger gebildet wurden, den Körper angreifen. Daraus kann ebenso eine Herzmuskel- oder Gelenkentzündung entstehen.

Wird eine Scharlach Infektion richtig erkannt und ausreichend lange mit den richtigen Antibiotika behandelt ist die wahrscheinlich von Komplikationen deutlich verringert. Man sollte bei einer Diagnose mit Scharlach also keineswegs zögern, sondern das verordnete Antibiotikum nach Anweisung des Arztes einnehmen.

Ärztliche Diagnose und wirksame Behandlung von Scharlach

Ein erfahrener Arzt kann die Diagnose Scharlach oft bereits anhand der charakteristischen Symptomkombination stellen: die Rachenentzündung mit Himbeerzunge, geschwollene Lymphknoten und der typische, nicht juckende Hautausschlag. Zur Absicherung der Diagnose wird in der Regel ein Rachenabstrich für einen Streptokokken-Schnelltest entnommen. Dieser liefert innerhalb weniger Minuten ein Ergebnis und hilft, eine bakterielle von einer viralen Infektion zu unterscheiden.

Die Standardtherapie bei Scharlach ist die Gabe eines Antibiotikums, in der Regel Penicillin, über einen Zeitraum von zehn Tagen. Es ist von entscheidender Bedeutung, das Medikament genau nach ärztlicher Anweisung und für die gesamte verordnete Dauer einzunehmen, auch wenn sich die Symptome bereits nach wenigen Tagen deutlich bessern. Ein vorzeitiger Abbruch der Therapie kann zu einem Wiederaufflammen der Erkrankung und zur Entwicklung von Resistenzen führen. Bei einer Penicillin-Allergie stehen wirksame Alternativen zur Verfügung. Begleitend können fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen die Beschwerden lindern.

Welche Antibiotika werden bei Scharlach angewendet?

Die Behandlung von Scharlach erfolgt im Normalfall mit dem Antibiotikum Penicillin. Bei einer Allergie gegen Penicillin werden alternative Medikamente verschrieben. In Ausnahmefällen wird das Penicillin durch eine einzelne Injektion verabreicht. Die Spritze in den Muskel verursacht jedoch Schmerzen, weswegen man sie Kindern ungern zumutet. 

Wie nehme ich die Antibiotika bei Scharlach richtig ein?

Wichtig ist, dass das verordnete Antibiotikum genau nach Anweisung des Arztes oder des Apothekers eingenommen werden muss. Normalerweise muss das Antibiotikum für 10 Tage eingenommen werden. Meistens zwei oder drei Mal täglich je eine Tablette oder ein Saft. Die Anwendung darf nicht unterbrochen oder verkürzt werden. 

Viele Patienten fühlen sich nach 1-2 Tagen bereits deutlich besser. Auch hier ist es unbedingt notwendig die Einnahmen fortzuführen damit auch alle Bakterien abgetötet werden. Wird die Anwendung abgebrochen kann die Krankheit erneut auftreten. Es drohen schwere Komplikationen und auch Resistenzen gegen das Antibiotikum.

Empfehlung: Nehmen Sie Probiotika bei einer Antibiotikabehandlung

Wurde eine Scharlach Infektion erkannt, führt an der Einnahme eines Antibiotikums für gewöhnlich kein Weg vorbei. Das ist notwendig um sich selbst und andere zu schützen. Bei der Einnahme eines Antibiotikums werden neben den eigentlichen Erregern auch nützliche Bakterien im Darm abgetötet. Es empfiehlt sich daher die Einnahme von Probiotika nach einer Antibiotikabehandlung. Dadurch wird die Besiedelung des Darmes mit nützlichen Bakterien gefördert und es wird die Verbreitung von schädlichen Bakterien eingedämmt.

Dauer der Ansteckungsfähigkeit und Schutzmaßnahmen

Ohne antibiotische Behandlung ist ein an Scharlach Erkrankter bis zu drei Wochen nach Auftreten der ersten Symptome ansteckend. Unter einer wirksamen Antibiotikatherapie erlischt die Ansteckungsfähigkeit jedoch bereits nach 24 Stunden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass erkrankte Kinder Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten erst nach ärztlicher Absprache wieder besuchen dürfen. Eine gute Händehygiene mit regelmäßigem und gründlichem Händewaschen kann das Risiko einer Schmierinfektion verringern.

Richtiges Verhalten bei Scharlach
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Wie kann ich mich vor einer Ansteckung mit Scharlach schützen?

Um das Risiko einer Ansteckung zu verringern, muss enger Kontakt mit Erkrankten gemieden werden. Außerdem sollten die Hände regelmäßig mit Seife gewaschen werden. Das verhindert Schmier-Infektionen. Hatte man Kontakt zu einer an Scharlach erkrankten Person, aber keine Symptome, ist eine vorbeugende Behandlung mit Antibiotika normalerweise nicht nötig. Nur Menschen mit geschwächtem Immunsystem wird vom Arzt zur Vorbeugung ein Antibiotikum verschrieben.

Kann man gegen Scharlach impfen?

Gegen viele typische Kinderkrankheiten wie Mumps oder Masern gibt es mittlerweile eine Schutzimpfung. Gegen Scharlach existiert eine solche Schutzimpfung leider noch nicht. Trotz der Bildung von Antikörpern, die Immunität gegen den jeweiligen Krankheitserreger gewährleisten, kann man sich erneut mit Scharlach anstecken. Das liegt unter anderem daran, dass es verschiedene Stämme der krankmachenden Bakterien gibt.

Unterstützende Maßnahmen aus der Naturheilkunde

Eine ärztlich verordnete Antibiotikabehandlung ist bei Scharlach unerlässlich, um die Bakterien sicher abzutöten und Komplikationen vorzubeugen. Ergänzend dazu können jedoch bewährte Hausmittel helfen, die unangenehmen Begleitsymptome zu lindern und das Wohlbefinden zu steigern.

Gegen die starken Halsschmerzen können Gurgellösungen oder Tees mit Salbei Linderung verschaffen. Auch Halspastillen mit Isländisch Moos wirken beruhigend auf die gereizten Schleimhäute. Wichtig sind zudem Bettruhe, damit sich der Körper erholen kann, und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Da eine Antibiotikatherapie auch die nützlichen Bakterien der Darmflora beeinträchtigen kann, kann es nach Abschluss der Behandlung sinnvoll sein, die Darmgesundheit mit probiotischen Lebensmitteln oder Präparaten zu unterstützen. Dies fördert die Wiederbesiedlung des Darms mit nützlichen Bakterien.

Welche homöopathischen Mittel können ergänzend bei Scharlach helfen?

Homöopathische oder pflanzliche Mittel das Fieber senken und Schmerz stillen können geeignet sein die Begleiterscheinungen bei Scharlach zu milden. Hier sind zu empfehlen:

  • Aconitum napellus
  • Apis mellfica
  • Belladonna
  • Hepar sulfuris
  • Rhus toxicodendron