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Klette – gefragte Heilpflanze bei Hautproblemen

(Foto: OLGA PETROVA - Adobe Stock)

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Inhaltsverzeichnis

Die Klette ist für ihre Blütenkörbe mit Widerhaken bekannt, die sich oftmals in der Kleidung oder im Tierfell verfangen. Doch auch als Heilpflanze macht sich die große Klette einen Namen: So wird sie bei Hautleiden, aber auch bei Problemen mit Haaren, Magen und Darm eingesetzt. Erfahren Sie hier, was die Klette als Heilpflanze ausmacht.

Blühende Klette, Klette Blüten, Klette Blätter
Die Klette findet in der Naturheilkunde besonders bei Verbrennungen und eiternden Wunden Anwendung. © motorlka - Fotolia
Die Klette findet in der Naturheilkunde

Steckbrief der Klette: Die Heilpflanze Arctium lappa

  • Klette: 50 bis 200 Zentimeter hohes Korbblütengewächs mit behaartem Stängel, großen, herzförmigen Blättern und purpurfarbenen Blüten inklusive Widerhaken
  • Heilwirkung: antibiotisch, entzündungshemmend, galletreibend, leicht abführend und entwässernd, pilzhemmend und wundheilend
  • Anwendung: hauptsächlich äußerlich als Umschlag oder Packung aus der Klettenwurzel, manchmal auch Einnahme als Tee
  • Einsatzgebiete: bei Beschwerden des Darms, der Haut und Haare
  • Inhaltsstoffe: enthält eine Vielzahl an Wirkstoffen u.a. Glykoside, Gerb-, Bitter- und Schleimstoffe

Wirkung der Heilpflanze: Die Vielfalt der Klettenwurzel

Die zweijährige Klette (Arctium lappa syn. Arctium major) gehört zur großen Familie der wilden Korbblütengewächse (Asteraceae). Charakteristisch sind die großen, herzförmigen Blätter und der kantige behaarte Blütenstängel.

Zu medizinischen Zwecken kommt vorwiegend die Klettenwurzel zum Einsatz – in alten Kräuterbüchern meist Radix Bardanae genannt –, die den höchsten Wirkstoffgehalt aufweist. Samen und Klettenblätter spielen heute nur noch eine kleine Nebenrolle.

Die folgenden heilsamen Effekte werden der Klettenwurzel zugeschrieben:

  • antibiotisch
  • entzündungshemmend
  • galletreibend
  • leicht abführend
  • leicht entwässernd
  • pilzhemmend
  • wundheilend

Genau wie die Effekte sind auch die Einsatzgebiete der großen Klette vielfältig.

Trockene Haut - die Klette kann helfen
Die Klette kann bei trockenem Hautleiden helfen.

Die Klette als Heilpflanze – für Haut, Haar und Verdauung

Arctium lappa findet sowohl in der Erfahrungsheilkunde als auch in der Volksmedizin und der Traditionellen Chinesischen Medizin schon seit Jahrhunderten erfolgreich Verwendung als Therapeutikum.

Nach aktuellem Forschungsstand sind allerdings bislang nicht ausreichend Belege für die Heilkräfte der großen Klette verfügbar (Schilcher, 2016). Daher wird der Pflanze aktuell in der Naturheilkunde weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Sie findet aber weiter als traditionelles Arzneimittel Verwendung.

Übrigens: Naturheilkunde-Experten halten die Ergänzung evidenzbasierter Therapieverfahren mit Präparaten der großen Klette für zulässig und unbedenklich. Außerdem scheinen baldige überzeugende Wirksamkeitsnachweise nicht ausgeschlossen. Einzelne aussagekräftige Studien existieren bereits heute. Ein Beispiel stellt die Übersichtsarbeit von Chan et al. (2011) dar. Sie liefert einen Überblick über die Möglichkeiten des gewinnbringenden Einsatzes der Klette – zu Englisch Burdock Root – in der Medizin.

Äußere Anwendung: Hautleiden mit der Klette mildern

Während die Klette in der Volksheilkunde hauptsächlich innerlich als harntreibendes und „blutreinigendes” Mittel eingesetzt wurde, dient sie heute vorwiegend der äußerlichen Behandlung von Hautleiden und Beschwerden der Haare:

  • trockene Kopfschuppen mit und ohne Haarausfall
  • trockene, glanzlose Haare
  • trockene, schuppende Ekzeme, auch der Kopfhaut
  • Pilzerkrankungen der Haut, auch Fuß- und Nagelpilz
  • unreine Haut inkl. Akne in den Wechseljahren
  • schlecht heilende Wunden

Vorsicht: Eine Anwendung der Klette – wie auch allen anderen Hausmitteln – ist bei eitrigen Wunden nicht zu empfehlen. Suchen Sie bei diesen Beschwerden stets ärztlichen Rat!

Innere Anwendung der Klette

Auch die innere Anwendung ist nicht komplett ausgeschlossen. Zur inneren Anwendung findet das Korbblütengewächs häufig in homöopathischer Form Anwendung – zur Anregung der Verdauung bei Darmträgheit und Gallensaftmangel.

Gut zu wissen: In der Homöopathie kommen Heilpflanzen meist in höchstverdünnter Form zum Einsatz. Die bekannteste Darreichungsform sind dabei Globuli – kleine Zuckerkügelchen.

Die Homöopathie und die Traditionelle Chinesische Medizin wenden die große Klette neben Darmbeschwerden auch bei trockenen Erkältungsbeschwerden, z. B. Halsschmerzen und schleimlosem Husten, an.

Hinweise: Was sollte bei der Einnahme der Klette als Heilpflanze beachtet werden?

Die große Klette ist nicht giftig und hat einige essbare Teile. Diese gelten als nährstoffreich. Bei der Klette als Heilpflanze sind keine gravierenden Nebenwirkungen bekannt. Nichtsdestotrotz lassen sich allergische oder entzündliche Reaktionen auf den Kontakt mit Pflanzenteilen oder Präparaten nie vollständig ausschließen, betonen auch Chan et al. (2011). Dieses Risiko besteht vor allem, wenn Allergien auf Gräser oder Kräuter bekannt sind.

Wichtig: Die einzig bekannte Gegenanzeige gilt für Kinder, Schwangere und Frauen in der Stillzeit. Sie sollten von der Einnahme der Klette als Heilpflanze absehen.

Egal, ob unerwünschte Begleiterscheinungen bekannt sind oder nicht, bei Präparaten aus der Apotheke gilt es immer die empfohlene Dosierung und Einnahmedauer einzuhalten. Die volksheilkundliche Selbstbehandlung mit Pflanzen ersetzt in keinem Fall einen Besuch beim Arzt.

Inhaltsstoffe der Klette: Die Vielzahl macht sie zum Alleskönner

In der Erfahrungsheilkunde kommt vor allem die Wurzel der Klette zum Einsatz. Die Klettenwurzel kann bis zu 60 Zentimeter groß werden und enthält eine Vielzahl höchstwirksamer Inhaltsstoffe:

  • Glykoside: Schaffen unter anderem bei Ödemen und Allergien Abhilfe
  • Gerbstoffe: Wirken blutstillend und wundheilend, aber auch stopfend
  • Bitterstoffe: Regen Verdauung und Galle an
  • Schleimstoffe: Legen einen Schutzfilm auf Haut und Schleimhäute, wirken zudem schmerzlindern und entzündungshemmend
  • Ätherische Öle: Wirken antibiotisch, desinfizierend, fungizid (pilzhemmend), hautberuhigend und entzündungshemmend, aber auch gallen- und verdauungsfördernd

Arctium lappa lässt sich naturheilkundlich auf vielfältigen Wegen einsetzen. Die Kombination der Wirkstoffe macht die Pflanze zu einem Multitalent. So kann die Einnahme der großen Klette Beschwerden im Magen- und Darmtrakt sowie unerwünschte Symptome auf Haut und Haar lindern.

Neben den gelisteten Inhaltsstoffen existieren noch weitere, wie Inulin oder Arctiin. Die zuckerfreie Form von Arctiin nennt sich Arctigenin. Letzteres gehört zur Gruppe der Lignane – einer Stoffgruppe, die typischerweise in Wurzeln vorkommt. Das Lignan aus der Klettenwurzel hat in einer Studie von Yang et al. (2012) den programmierten Zelltod von Tumorzellen begünstigt und die Lebensfähigkeit der Krebszellen kurzfristig herabgesetzt. Allerdings konnten die positiven Effekte für Arctigenin nur im Labor und nur zeitlich begrenzt festgestellt werden. Für den Einsatz in der Krebstherapie bedarf es einer Erprobung am Menschen. Ergebnisse hierzu liegen bislang noch nicht vor.

Eine weitere Labor-Studie – diesmal mit Ratten – zeigte, dass Arctiin bei Brust-, Darm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs für Abhilfe sorgen könnte (Hirose et al., 2000). Tatsächliche therapeutische Effekte bei Krebspatienten konnten dagegen bislang wissenschaftlich nicht sicher belegt werden. Hierfür bedarf es weiterer Forschung.

Anwendung von Wurzel und Öl: Ekzeme und Schuppen lindern

In der Pflanzenheilkunde findet die große Klette sowohl innerlich als auch äußerlich Verwendung. Innerlich bieten sich vor allem Tees an. Bei der Anwendung auf Haut und Haar greifen die meisten auf Umschläge oder Ölpackungen zurück.

Klettenabkochung für Tees und Umschläge

Frische Pflanzenteile wie Blätter oder Wurzeln lassen sich relativ einfach eigenständig sammeln und zu einem Sud weiterverarbeiten.

Die Pflanze wächst bevorzugt auf frischem und nährstoffreichem Boden an Wegrändern, in Auwäldern oder auf Flussschotter. Charakteristisch sind folgende botanische Merkmale:

  • Stängel: Bis zu 100 Zentimeter hoch, kantig und behaart
  • Blütenblätter: Violette Blüten, umrandet von hakigen Hüllblättern, bilden einen kugelförmigen Blütenkorb (Volksmund „Klette“)
  • Laublätter: Große gestielte Grundblätter in ovaler Herzform, nach oben werden Laubblätter schmaler

Übrigens: Triebspitzen und Stängel der großen Klette finden gelegentlich als Gemüse Verwendung. Triebspitzen machen sich hervorragend als Pesto oder in Gemüse-Pürees. Die Stängel erinnern geschält und gegart an Spargel und schmecken ähnlich wie Knollensellerie. Zudem lassen sich Salate und Müslis mit den getrockneten Samen garnieren. So verwerten Sie alle Pflanzenteile und schöpfen das gesamte Potenzial von Arctium lappa aus.

Die Klette ist eine zweijährige Pflanze. Blätter lassen sich im Frühsommer des ersten Jahres sammeln. Die Ernte der Klettenwurzel erfolgt im Herbst des ersten bzw. im Frühjahr des zweiten Jahres. Für eine Abkochung sollten Sie beides schonend trocknen. Die Klettenabkochung funktioniert dann wie folgt:

  1. Übergießen Sie 2 gehäufte TL getrocknete Klettenwurzel mit 1/2 l kaltem Wasser.
  2. Lassen Sie diesen Ansatz 5 Stunden ziehen.
  3. Kochen Sie ihn 1 Minute lang auf.

Die abgeseihte Abkochung eignet sich hervorragend für Umschläge und Waschungen bei trockenen Ekzemen, Geschwüren, alten Wunden sowie unreiner Haut.

Als Tee kommt der Sud bei Problemen mit dem Magen-Darm-Trakt zum Einsatz. Alternativ finden Sie auch fertig aufbereitete Klettenwurzel Tees in Drogerien, Reformhäusern oder im Internet.

Für die Behandlung von Kopfschuppen bieten sich Umschläge und Tee aus der aufgekochten Wurzel eher weniger an. Daher lohnt sich der Griff zu Klettenwurzelöl.

Klettenöl, Klette
Aus Klettenwurzeln hergestellte Öl hilft bei trockenen Haaren. © Floydine - Fotolia

Ölpackung bei Kopfschuppen

Bei Ölzubereitungen, Tinkturen und Extrakten aus der Klette vertrauen Sie am besten auf Fertigpräparate aus der Drogerie oder der Apotheke. Das Klettenwurzelöl kann als Packung auf der Kopfhaut angewendet werden. Dafür massieren Sie das Öl sanft in die Kopfhaut ein und ziehen wahlweise eine Duschhaube und / oder einen Turban darüber. Nach einer Wartezeit von mindestens vier Stunden nehmen Sie den Turban ab und waschen das Pflanzenöl schonend aus.

Bei sehr trockenen Haaren empfiehlt es sich, noch einige Tropfen des Öls in den Haaransatz zu massieren. Diese Packung können Sie anfangs alle zwei bis drei Tage anwenden, später reicht einmal pro Woche.

Die Klette als Heilpflanze – ein Powerpaket für Ihre Hausapotheke

Die große Klette ist ein wahrer Alleskönner in der Heilkunde. Sei es bei Hautausschlag, Ekzemen, Haarausfall, Schuppen oder Verdauungsproblemen – Arctium lappa stellt eine natürliche Alternative dar.

Die vielen Einsatzgebiete verdankt die Pflanze der Fülle an Wirkstoffen. Auch wenn die Klettenwurzel in der Naturheilkunde aktuell noch weniger Aufmerksamkeit bekommt, liegen zahlreiche Wirksamkeitsnachweise vor. In Ihrer Hausapotheke hat sich dieses Kraftpaket daher bereits heute einen Platz verdient.

FAQ: Wissenswertes rund um die große Klette als Heilpflanze

Was ist die große Klette?

Bei der großen Klette (lat. Arctium lappa) handelt es sich um eine Heilpflanze, die der Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae) angehört. Sie kommt in der Erfahrungsheilkunde und der chinesischen Volksmedizin schon seit Jahrhunderten erfolgreich zum Einsatz.

Wie wirkt die große Klette?

Als Abkochung aber auch als Klettenwurzelöl findet vor allem die getrocknete Wurzel Verwendung. Sie kann sowohl gesammelt als auch käuflich erworben werden. Ihr werden unter anderem antibiotische, entzündungshemmende, abführende und wundheilende Eigenschaften zugeschrieben.

Bei welchen Beschwerden unterstützt die große Klette?

Die große Klette kann bei äußerer Anwendung gegen Hautleiden wie Ekzeme, Wunden oder Geschwüre helfen. Auf der Kopfhaut wirkt Klettenwurzelöl gegen Schuppen oder trockene Stellen. Aber nicht nur Hauterkrankungen lassen sich lindern, sondern auch Beschwerden im Magen-Darm-Trakt wie Darmträgheit oder Gallensaftmangel.

Ist die große Klette giftig?

Nein, im Gegenteil: Die große Klette gilt als essbar und nährstoffreich. Sowohl die Samen als auch die Triebspitzen, Stängel und Wurzel lassen sich verzehren. Einzig die Klettenblätter sind wegen des bitteren Geschmacks als Gemüse eher ungeeignet.

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